Rollblog Melodifestivalen 2021: Bekanntgabe der Teilnehmer*innen – Tag 1

Die Corona-Pandemie stellt vieles in Frage und eröffnet neue Möglichkeiten – zum Beispiel zur Bekanntgabe der 28 Acts für das Melodifestivalen 2021. Dieser Prozess zieht sich in diesem Jahr über drei Tage, wobei stündlich ein neuer Künstler bzw. eine neue Künstlerin mit dem jeweiligen Songtitel und Songwriter-Team bekanntgegeben wird. Wir aktualisieren diesen Artikel durchgängig mit Neuigkeiten vom schwedischen Fernsehen SVT zu den Acts. Schaut immer wieder hier vorbei und kommentiert mit.

Es ist bereits bekannt, dass die Acts nicht in der Reihenfolge bekanntgegeben werden, in der sie später in den Halbfinalen auftreten werden. Insofern dürfte die Dramaturgie eher so sein, dass mit einem sehr bekannten Künstler begonnen wird. Danach dürften sich Bekannte und Weniger-Bekannte sowie die unterschiedlichen Musikstile abwechseln.

God morgon, gleich erfahren wir den ersten Act…

Danny Saucedo mit „Dandi Dansa“

Geschrieben von Danny Saucedo und Karl-Johan Råsmark

Und in der Tat: der erste Künstler ist ein Hammer zum Auftakt. Vor acht Jahren nahm er das letzte Mal am Melodifestivalen teil und kam mit „Amazing“ hinter Loreen auf den zweiten Platz. Zuvor hatte er es schon mit der Gruppe E.M.D. und 2011 solo mit „In the Club“ beim Mello versucht. 2013 war er dann Moderator der Show mit Gina Dirawi. Er hatte über die Jahre diverse Hits und zwei sehr erfolgreiche Shows, zuletzt „The Run(A)Way Show“. Mit ihm haben wir die erste Hälfte für das bereits hochgeschriebene Duell mit Eric Saade im Wettbewerb.

Danny Saucedo – In the Club

Wie Aftonbladet berichtet, hatte Danny bereits von sich aus Lust am Melodifestivalen teilzunehmen. Auch, weil durch Corona und die eingestellte Tour ihm die kreative Arbeit fehlte. Dann meldete sich Christer Björkman bei ihm und fragte, ob er das erste Halbfinale moderieren wollte. Björkmans Gedanke: Da dies sein letztes Jahr beim Mello ist, möchte er Moderatoren dabei haben, die viel für ihn und für den Wettbewerb bedeutet haben. Obwohl sich Danny zunächst geschmeichelt fühlte, wollte er dann aber doch nicht als „Veteran“ zum Mello zurückkehren. „Ich bin jung und ich will etwas wagen“, sagte er der Zeitung.

Dass er auf Schwedisch singen wird, erklärt er folgendermaßen: Er trete nicht an, um mit einem englischen Titel den ESC zu gewinnen. „Ich bin nicht dabei, um zu siegen. Ich glaube, da bin ich rausgewachsen. Ich will einfach zeigen, wie gut ich bin bei dem, was ich mache, und wie viel Spaß ich haben werde. Dann soll das Volk mit dem Herzen entscheiden und fühlen, ob die Botschaft bei ihnen ankommt oder nicht. Das ist nicht so wichtig für mich. Ich will einfach beim größten Unterhaltungsprogramm Schwedens dabei sein.“

lovad mit „Allting är precis likadant“

Geschrieben von Mattias Andréasson, Alexander Nike, Love Drevstam und Albin Johnsén. Titel auf Deutsch: Alles ist genau gleich

lovad – Jag lovar

lovad, die eigentlich Love Drevstam heißt, wurde 1992 geboren und gilt als großes musikalisches Talent. Sie stand schon mit diversen schwedischen Stars auf der Bühne. Ihre Songs erreichten im Radio und auf Streamingplattformen Achtungserfolge. Im Herbst hatte sie mit Albin Johnsén „Vi gjorde vårt bästa“ einen Hit.

Ihr Beitrag „Allting är precis likadant“ kann gefühlsmäßig für Unruhe sorgen – sowohl bei der Künstlerin als auch bei den Zuschauern. „Wenn ich mein Lied in einem Satz beschreiben sollte, würde ich sagen ‚Du musst vielleicht erst kaputtgehen, um wieder heil zu werden‘.  Die Zuschauer können sich darauf einstellen, dass es zerbrechlich sein wird. Vielleicht werde ich weinen.“ Wie vorab berichtet, ist der Song von Mattias Andréasson und Albin Johnsén mitverfasst, die bereits eigene Mello-Erfahrung haben.

So, jetzt ist es schon kurz nach 9, aber von dem nächsten Act fehlt noch jede Spur… Ah, jetzt gibt’s was Neues:

Kadiatou mit „One Touch“

Geschrieben von Joy Deb, Linnea Deb, Jimmy „Joker“ Thörnfeldt, Anderz Wrethov

Kadiatou – Say Something

Die Sängerin, die vollständig Kadiatou Holm Keita heißt, wurde bekannt, als sie 2018 beim schwedischen Idol den zweiten Platz belegte. Ihr Song „Say Something“ wurde in der TV-Serie „Grey’s Anatomy“ gespielt, und sie bekam dafür eine Platin-Schallplatte. Die Künstlerin will gern ein realistisches Vorbild für ihre Generation sein. In der Schule wurde sie gemobbt und geht heute sehr offen mit dem Fakt um, dass sie Dyslexie hat, also die eingeschränkte Fähigkeit, Wörter oder Texte zu lesen und zu verstehen. Dies habe ihr sogar“ Superkräfte“ geben.

Kadiatou beschreibt ihr Lied selbst als sehr positiv, herrlich und fröhlich. „Ich hoffe, dass das Lied dich und deine Familie dazu bringt, aus dem Sofa aufzustehen und mitzutanzen“, sagt die 19-Jährige. Mit Joy und Linnea Deb als zwei der Co-Autoren glaubt man das sofort. Die beiden haben auch an „Heroes“ mitgeschrieben, dem ESC-Sieger von 2015.

Und jetzt kommt die erste Überraschung:

Mustasch mit „Contagious“

Geschrieben von Ralf Gyllenhammar und David Johannesson

Ralf Gyllenhammar – Bed on Fire

Mustasch ist eine von Schwedens herausragendsten Hardrock-Bands. Mit Erfolgen wie „Double Nature“, „Thank You for the Demon“ und „Lawbreaker“ hat sich die Band über die Jahre ein breites Publikum aufgebaut – auch international mit Konzerten auf der ganzen Welt. Der Sänger der Gruppe Ralf Gyllenhammar hat bereits 2013 am Melodifestivalen teilgenommen. Mit „Bed on Fire“ zog er damals ins Finale ein. Über den diesjährigen Beitrag „Contagious“ sagte er: „Klassischer, verdammter Hardrock mit einem sehr ansteckenden Refrain.“ Da ist der Songtitel wohl Programm.

Die Bekanntgabe von Mustasch macht die bisher erwartete Teilnahme der Hardrock-Band Lillasyster unwahrscheinlicher. Es gab in der Vergangenheit zwar schon mehrere Rocktitel im selben Jahr im Wettbewerb, aber die ganz harte Schiene wird typischerweise nur von einem Act bedient. Aber noch kann ja einiges passieren.

Eva Rydberg & Ewa Roos mit „Rena rama ding dong“

Geschrieben von Göran Sparrdahl, Kalle Rydberg, Ari Lehtonen. Titel auf Deutsch: „Ein einziges, wahres Ding Dong“

Eva Rydberg – Himmelen

Ewa Roos – Vilken Härlig Dag

Eva Rydberg und Ewa Roos sind zwei der beliebtesten schwedischen Schauspielerinnen und Künstlerinnen mit langen Karrieren bei Theater, Revue, Film und Musik. Sie standen schon oft gemeinsam auf der Bühne, und jetzt ist es an der Zeit, dass sie zusammen die größte Musikbühne des Landes betreten. Während Eva Rydberg bereits 1977 beim Mello angetreten ist, war Ewa Roos als 13-jährige bei einem Kinder-ESC dabei.

Eva Rydberg beschreibt das Beitrag als fröhlich, beschwingt und etwas verrückt. Und Ewa ergänzt, dass es ein wahrer Ohrwurm ist. „Der setzt sich sofort im Gedächtnis fest. Ich hatte das Lied zweimal gehört und schon konnte ich den Refrain singen.“ Ja, so geht das mit Titeln wie Ja, Ja, Ding, Dong Rena rama ding dong.

Beim nächsten Beitrag gibt es wieder ein kleine Verzögerung. Sieht in der App nach einem technischen Problem aus. Aber jetzt…

Emil Assergård mit „Om allting skiter sig“

Geschrieben von Emil Assergård, Jimmy Jansson, Jimmy „Joker“ Thörnfeldt, Anderz Wrethov, Johanna Wrethov

Emil Assergård – Solglasögon i december (Sonnenbrille im Dezember)

Der 29-jährige Künstler und Songschreiber kommt aus Nordschweden. Seit seinem Debütalbum „Rakt från hjärtat“ im Jahr 2013 hat er über 50 Titel veröffentlicht. Der größte war „All In“. Er tritt sehr häufig live auf und ist dabei auch in verschiedenen populären TV-Shows zu sehen. Im Melodifestivalen ist er ein Neuling.

„Das Lied handelt darum, dass es nie zu spät ist, noch einmal von vorn anzufangen. Alles kann gelöst werden, wenn man es nur will und genügend Kraft hat zu kämpfen“, sagt Emil und verspricht eine energiegeladene Bühnenshow. „Vielleicht werden die Zuschauer dabei mehr mitwirken als sie denken.“

Tess Merkel mit „Good Life“

Geschrieben von Tony Malm, Tess Merkel, Palle Hammarlund, Mats Tärnfors

Tess Merkel – Leva Livet (It’s My Party)

Therese „Tess“ Merkel Solomons ist bekannt als die Sängerin und Künstlerin Tess Merkel. 20 Jahre lang hat sie mit Alcazar Hits am laufenden Band veröffentlicht. Fünf Mal war die Gruppe beim Melodifestivalen dabei. Jetzt wagt sie sich allein in den Wettbewerb mit einem Lied unter dem Motto: Egal wer du bist, wo du dich im Leben befindest und wie schwer es gerade sein mag, es gibt immer etwas, das man daran feiern kann.

„Mein Lied entstand in einer sehr düsteren und schwierigen Periode in meinem Leben. Ich fühlte mich schwach und versuchte es von mir abzuschreiben, das funktionierte aber nicht. Dann dachte ich mir: Zum Teufel, jetzt ist es an der Zeit, die Dinge zu etwas Positivem zu wenden. Good life, here I come“, so eine engagierte Tess Merkel gegenüber dem schwedischen Fernsehen SVT.

Paul Rey mit „The Missing Piece“

Geschrieben von Fredrik Sonefors, Laurell Barker und Paul Rey

Der aus Malmö stammende Künstler, Sänger und Songschreiber Paul Rey kam im letzten Jahr beim Melodifestivalen im Finale auf den siebten Platz und feierte damit seinen großen Durchbruch. In diesem Jahr tritt er gleich wieder an. Zuvor hatte er schon mit Snoop Dog zusammengearbeitet. Seine in Kürze erscheinende EP mit dem Titel „Note to Her“ ist von seinem neuen Leben inspiriert: er ist gerade erst Vater geworden.

Paul Rey beschreibt „The Missing Piece“ als eine Reise. „Es beginnt sehr intim und dann wächst es und wächst es. Ich hoffe, dass mich alle auf diese feine Reise begleiten werden.“

Arvingarna mit „Tänker inte alls gå hem“

Geschrieben von Stefan Brunzell, Nanne Grönvall, Thomas G:son, Bobby Ljunggren. Titel auf Deutsch: Ich habe überhaupt nicht vor, nach Hause zu gehen

Arvingarna – Eloise (ESC 1993)

Vor mehr als 30 Jahren begannen die vier Arvingarna Casper, Tommy, Kim und Lasseman, gemeinsam Lieder zu schreiben. Bereits 1993 standen sie dann auf der ESC-Bühne. Insgesamt waren sie bereits fünfmal beim Melodifestivalen dabei, zuletzt 2019 mit „I Do“. Nach 19 Alben und unzähligen Auftritten in derselben Zusammensetzung sind sie in Schweden bekannt und populär.

Arvingarna erzählen, dass sich die Zuschauer Freude, Tempo und Spaß freuen können. „Das Lied ist ein phantastischer Freudenspender und verursacht ein Kribbeln im ganzen Körper“, verspricht die Band.

Das waren also die ersten neun Acts des Melodifestivalen 2021. Bis auf einen, die Hardrock-Band Mustasch, kannten wir bereits alle Namen. Der Respekt gebührt hier dem Aftonbladet für die beeindruckende Recherchearbeit. Interessant ist bisher, dass viele Songs auf Schwedisch gesungen werden. Bisher ist auch noch kein Overload der bekannten Komponisten oder Texter zu sehen. Mal schauen, wie sich das am Mittwoch und Donnerstag noch ändern wird.

Der nächste Act wird morgen um 7 Uhr bekanntgegeben werden. Wir sind dann wieder für Euch da.

Die Beiträge werden von SVT einmal pro Stunde wie folgt freigegeben:
Dienstag, 1. Dezember: Neun Künstler werden zwischen 07.00-15.00 Uhr veröffentlicht
Mittwoch, 2. Dezember: Neun Künstler werden zwischen 07.00-15.00 Uhr veröffentlicht
Donnerstag, 3. Dezember: Zehn Künstler werden zwischen 07.00 und 16.00 Uhr veröffentlicht

Aufgrund der Berichterstattung in den schwedischen Zeitungen Aftonbladet und Expressen gibt es bereits eine umfangreiche Liste, von sehr wahrscheinlichen Teilnehmer*innen (Quelle ist Aftonbladet, wenn nicht anders angegeben):

1. Julia Alfrida (Siegerin P4 nästa; ist definitiv gesetzt)
2. Tusse Chiza
3. Sannex
4. Sami Rekik (von Medina) und Wahl (von SödraSidan)
5. The Mamas
6. Dotter
7. Jessica Andersson
8. Klara Hammarström
9. Alvaro Estrella
10. bestätigt: Arvingarna
11. bestätigt: Paul Rey
12. bestätigt: Lovad (mit einem Titel von Albin Johnsén und Mattias Andréasson)
13. Eric Saade
14. bestätigt: Danny Saucedo
15. Anton Ewald
16. Charlotte Perrelli (Quelle: Expressen)
17. Roger Pontare (Quelle: Expressen; Aftonbladet hat ihn nicht auf der Rechnung)
18. bestätigt: Ewa Roos & Eva Rydberg (Quelle: Expressen)
19. bestätigt: Tess Merkel
20. bestätigt: Kadiatou Holm Keita
21. Efraim Leo
22. Lillasyster
23. Frida Green
24. Nathalie Brydolf
25. bestätigt: Emil Assergård
26. Elisa Lindström
27. Patrik Jean
28. Unbekanntes Mädchen, das singen kann, mit Song von Bobby Ljunggren


38 Kommentare

  1. Soßen‘-Daniel mit einem Song in Landessprache ist eime Überraschung und ich hätte nicht gedacht daß er zum Melodifestivalen zurückkehrt.

  2. Der zweite Teilnehmer auch mit einem Song in Landessprache und einer Debütantin. Alternativ hätte es SVT adie Teilnehmer auch nach dem Adventskalenderprinzip vorstellen können: vom 1. bis 4. Dezember je zwei und ab drm 5. Dezember je einen Teilnehmer. Ich hoffe, daß heute auch noch Julia Alfridas Wettbewerbsbeitrag vorgestellt wird.

  3. Toll, endlich wieder ein Rollblog! Nachdem deutsche Vorentscheidungen abgeschafft und ESCs abgesagt werden, ist das ja eine richtige Rarität geworden… Die letzten dürften dann die Proben in Tel Aviv gewesen sein, wobei die nichtmal so hießen…

  4. Die beiden aktuell veröffentlichten Namen standen nicht auf der Liste und damit die Bestätigung, daß Expressen und Aftonbladet gelogen haben!

  5. Der Danny hat sich echt gut entwickelt, musikalisch wie äußerlich. In the club fand ich furchtbar banal, seine neueren Sachen gefallen mir viel besser. Insbesonders sein Song Era bara jag ist wirklich schön… wie er 😍.

  6. Nach den vielen Pferdeschwänzen wäre eine gepflegte Kurzhaarfrisur mal wieder angebracht. Idealerweise nicht im „beschwingten“ Polyesterkostüm.

  7. „Es beginnt sehr intim und dann wächst es und wächst es.“

    Diesen Satz sollte man auch nicht aus dem Zusammenhang reißen…

  8. Da sind schonmal einige spannende Namen für mich dabei 🙂

    Kadiatou würde ich von Namen, Optik, Songtitel, Songwriter und Beschreibung her als stärkstes Paket heute betrachten, zumindest nach persönlichem Geschmack.
    Ich bin aber auch sehr gespannt auf lovad und die beiden Ev/was (wie sensationell ist das denn bitte?! Eva und Ewa 😀 ).
    Und Emil hatte es mir schon beim Spekulatius(sic!)-Artikel sehr angetan!

    Lasset die Spiele beginnen! 😀

  9. Sollte diese Merkel gewinnen, kann es ja eine lustige Saison für ESC-Deutschland werden.
    Paul Rey ist toll…Laurell Baker nicht

  10. Eva Rydberg & Ewa Roos mit „Rena rama ding dong“ könnte – wenn sich das Lied nicht allzu infantil anhört – mein nächster SCC-Patensong werden. Der Titel hätte auch gut zu Samir und Viktor gepaßt, doch die zwei treten ja leider nicht mehr als Duett auf.

    Es gab übrigens schon einmal einen Song mit einem sehr ähnlichen Titel, und zwar „Rama Lama Ding Dong“ von Rocky Sharpe & The Replays:

    https://www.youtube.com/watch?v=0HhA0Cghr4k

    Das Original stammt von der Gruppe The Edsels aus dem Jahr 1958. Ich denke, es wird aber musikalisch eher in diese Richtung gehen:

    https://www.youtube.com/watch?v=lPx0n6X0d8g

    Viel Spaß beim Abtanzen!

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