Rückzug: Armenien nimmt nicht am ESC 2021 teil

Das waren es nur noch 40: Die EBU vermeldet am heutigen Vormittag den Rückzug Armeniens vom Eurovision Song Contest 2021 in Rotterdam. Was exakt die Gründe für den Rückzug sind, bleibt vage und wird zumindest nicht ausgesprochen.

History repeats itself: Der kurzfristige Rückzug Armenien vom ESC kommt nicht zum ersten Mal und auch nicht superüberraschend. Armenien hatte sich auch schon im November 2020 kurzfristig vom JESC zurückgezogen. Und im Hinblick auf die Vorbereitungen des ESC 2021 war es ungewöhnlich still – Armeniens EBU-Mitglied AMPTV hatte nach der ursprünglichen Teilnahme-Zusage lange geschwiegen.

Hier ist der Wortlaut der Absage:

„After careful and detailed discussions, the Public Television Company of Armenia has decided to withdraw from the Eurovision Song Contest 2021, considering the latest events, the shortness of production time as well as other objective reasons that make the proper participation of Armenia at ESC 2021 impossible.“

„Nach sorgfältigen und ausführlichen Diskussion hat sich sich die öffentliche Fernsehgesellschaft Armeniens entschieden, sich vom Eurovision Song Contest 2021 zurückzuziehen. Die jüngsten Ereignisse, die Kürze der zur Verfügung stehenden Produktionszeit und andere objektive Gründe machen die seriöse Teilnahme Armeniens am ESC 2021 unmöglich.“

Martin Österdahl, Executive Supervisor des Eurovision Song Contest, nimmt wie folgt Stellung:

„The EBU (European Broadcasting Union) community is deeply sorry that AMPTV has decided to withdraw from participating in this year’s Eurovision Song Contest. Armenia have a great record at the Eurovision Song Contest and always bring excitement and quality performances to the stage. We understand the reasons for their withdrawal and we will miss their hard working and professional delegation in Rotterdam. We very much hope to welcome Armenia back in 2022.“

„Die European Broadcasting Union (EBU) bedauert zutiefst, dass sich AMPTV entschieden hat, die Teilnahme am diesjährigen Eurovision Song Contest zurückzunehmen. Armenien hat eine große Erfolgsgeschichte beim Eurovision Song Contest und setzt auf der Bühne regelmäßig spannende Unterhaltung und hochwertige Auftritte um. Wir haben Verständnis für die Gründe für den Rückzug und wir werden die engagierte und professionell arbeitende Delegation Armeniens in Rotterdam vermissen. Gleichzeitig hoffen wir sehr, Armenien in 2022 wieder begrüßen zu dürfen.“

Es ist wohl nicht vermessen, beiden Statements „Diplomatensprech“ zu attestieren. Und es dürfte auch nicht falsch sein, wenn man vermutet, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Armenien und Aserbaidschan, die in der jüngeren Vergangenheit zugenommen hatten (und in dem internationalen Nachrichten von der Pandemie überschattet werden), sowie die innenpolitischen Folgen des Konflikt zu den „other objective reasons“ gehören, die verantwortlich für die Absage von AMPTV sind.

Dazu passt auch das zugehörige Twitter-Statement von Armeniens Head of Delegation David Tserunyan:

Übersetzung: „Wir bedauern, bekanntgeben zu müssen, dass Armenien trotz größter Anstrengungen nicht am ESC 2021 teilnehmen wird. Die Ereignisse nach der Bestätigung unserer Teilnahme machen es unmöglich, rechtzeitig vor der diesjährigen Deadline, eine Teilnahme zu organisieren.“

Es ist gut, dass alle hier veröffentlichen Zitate lesbar um eine De-Eskalation bemüht sind und hoffen lassen, dass eine Rückkehr Armeniens zum ESC in einem pandemie- und konfliktfreiem 2022 möglich sein wird.

Martin Österdahl stellt auf den großartigen ESC-Track-Record von Armenien ab und das wollen wir abschließend auch tun:


64 Kommentare

      • Das ist definitiv falsch, Es gab eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen armenischen Kämpfern und aserbaidschischen, als es beide Länder offiziell noch nicht gab. Daher kann man nicht davon sprechen, dass hier ein Land ein anderes überfallen hat. Der Streitpunkt Bergkarabach war ja seit Stalin als autonomes Gebiet Aserbaidschan zugeordnet, obwohl es damals fast 100% von Armeniern bewohnt war.
        Als sich Aserbaidschan für unabhängig erklärte hätte nach russischen Recht die autonomen Gebiete durch eine Volksabstimmung ihre Zugehörigkeit klären müssen, Das hat Aserbaidschan damals verhindert, gleichzeitig gab es antiarmennische Verfolgung (Pogrom von Baku). Daraufhin haben armenische Kämpfer Bergharabach besetzt.
        Es ist heute schwer auszumachen, inwieweit das damals völkerrechtlich richtig war, klar ist, dass die Besetzung nie international anerkannt wurde. Anstatt friedlich eine Lösung zu finden versuchte es Baku zweimal kriegerisch, und nun wurden (mit türkischer und syrischer Hilfe) zumindest Teile zurück erobert. Ein Frieden wird so nicht wirklich wahrscheinlicher.

        Soweit eine kleine Geschichtsstunde.

      • @mabu.

        Das stimmt nur halb
        1. 1887 wurden die ersten Aserbaidschaner aus Armenien vertrieben. Über 250.000 in der Gesamtzahl
        2. Armenien hat nicht nur Bergkarabach besetzt, sondern noch 7 weitere Distrikte in denen die armenische Bevölkerung bei weniger als 1% lag. Aus diesen Gebieten wurden 500.000 Aserbaidschaner vertrieben und alle Städte dem Erdboden gleich gemacht (Agdam, Fuzuli, Zangilan etc.)
        Gleichzeitig fanden furchtbare Massaker an Muslimen statt (Khojaly etc) oder sie gezwungen im Winter über die Berge zu fliehen. Insgesamt sind tausende Aserbaidschaner erfroren
        Armenien hat sich 27 Jahre geweigert diese gebiete zurück zugeben, trotz 4(!) UN Resolutionen und hat dafür die gesamte Waldfläche abgeholzt oder Rohstoffe ausgebeutet (Gold etc.). Im Krieg letztes Jahr wurden vor allem diese gebiete zurück erobert.
        Und 500.000 Menschen zu vertreiben um einen „Sicherheitsgürtel“ für 100.000 Armenier zu gewährleisten ist menschenverachtend.

      • halten wir doch fest – auf beiden Seiten wurden viele „Fehler“ begangen. Dies nach 100 Jahren noch feststellen zu wollen, wer wann angefangen hat ist doch kindisch!!! Außerdem falsch – WICHTIG ist nun: eine Lösung muss her. Aber die sehe ich nicht und ist wohl in weiter Ferne.

      • 100?
        Die über halbe Million menschen wurden 1992 – 1994 aus Karabach vertrieben. Die sind so gut wie fast alle noch am Leben…

  1. Ich bin sehr traurig darüber, daß Armenien seine Teilnahme abgesagt hat und hoffe auf eine Rückkehr im kommenden Jahr.

  2. Schade, Armenia hat immer etwas erfrischendes oder besonderes geschickt. Ich hab es mir aber auch schon fast gedacht, dass es so kommen wird.
    Eine Freundin von mir hat Verwandte in Armenien und sie hat erzählt, dass vor der Pandemie und dem Krieg das Land schon sehr von Armut betroffen war. Die Pandemie und die Folgen des Krieges treiben das Land in einen finanziellen Ruin und dadurch ist eine Teilnahme unmöglich.
    Ich denke Armenien wird erst in 2-3 Jahren zurückkehren.
    Schade 🙁

  3. Ich finde es auch wirklich sehr schade. Gerade Armenien hat in der Vergangenheit viele Beiträge geschickt, die mir immer sehr gut gefallen haben.

    Hoffen wir, dass es eine Ausnahme bleibt.

  4. Armenien konnte mich zwar selten wirklich begeistern beim ESC, trotzdem ist es natürlich sehr schade.
    (Letztes Jahr haben sie mir gut gefallen).

    Na ja, hoffentlich erholt sich das Land rasch wieder.

      • Ich denke, dass ich die Schwestern und Artsvik noch vor Aram Mp3 habe. 🙂

      • Positiv hervorheben möchte ich noch Armenien 2018. Sewak fand ich irgendwie großartig (mußte mich aber auch erst richtig reinhören😉).

      • Ja, Sewak mochte ich auch, und ich hätte ihn definitiv ins Finale geschoben. Da war, wie Du ganz richtig sagst, das Problem, dass der Beitrag erst bei mehrmaligem Hören richtig gezündet hat,

  5. Das ist sehr schade. Ich hoffe, dass die Situation sich schnell verbessert und dass Armenien nächstes Jahr zurückkehrt.

  6. Aserbaidschan pauschal die Schuld zu geben ist meiner Meinung nach falsch, weil A. Der Konflikt seit 4 Monaten beendet ist und B. Der gesamte Konflikt nicht auf armenischem Boden stattgefunden hat, also keine zerstörte armenische Infrastruktur etc.
    Hauptgrund ist eher die politische interne Krise, die zwar durch den Konflikt ausgelöst wurde, aber mittlerweile auch Dutzende andere Ursachen hat und ein Konflikt zwischen der aktuellen eher pro-europäischen Regierung und der damaligen Oligarchen Regierung ist, die wieder an die Macht will.

    Und den Konflikt um Karabakh auf Aserbaidschan zu schieben ist auch nicht richtig, da Seit den 90ern über 700.000 Azeris vertrieben wurden und deren Städte komplett zerstört wurden. Armenien hat halt den Fehler begangen und neben Bergkarabach auch 7 weitere Regionen annektiert, die zu 95% Aserbaidschaner hatten. Diese wurden halt komplett vertrieben. Außerdem hat Armenien bestätigt die Provokationen im Juli angefangen zu haben

    Ich hoffe, dass Armenien seine interne Krise bald beendet und dann 2022 wieder dabei ist (und dass mal endlich Ruhe im Kaukasus einkehrt)

    • Interessant zu lesen, dass es auch innenpolitisch brodelt und man nicht alleine den Konflikt mit Aserbaidschan betrachten darf, geschweige denn einem der beiden Länder die Schuld geben kann. Innenpolitisch ist es ja generell eher unruhig im Kaukasus. In Georgien ist die Situation momentan nicht viel besser

    • Das Thema Vertreibung ist sehr schwierig, Ob es eine solche systematische gegeben hat ist umstritten, meist ist das ein fließender Prozess, die meisten gehen freiwillig um Gewalt zu entgehen. Dass die Häuser zerstört wurden ist richtig. Andererseit war Bergkarabsch zu 100% armenisch, als es durch Stalin Aserbaidschan gegeben wurde, Ursprünglich war die Region noch größer, aber alle Dörfer in denen auch Azeris lebten, wurden damals direkt Aserbaidschan angeschlossen. UNd natürlich haben die Armenier dann sehen müssen, dass in der Region, obwohl eigentlich autonom, immer mehr Azeris angesiedelt wurden, man kann sich vorstellen warum.
      Übrigens gibt es auch noch eine Region, wo weder Armenier noch Azris lebten, das war das Rote Kurdistan, Nur waren die Kurden so widerspenstig, dass die schon von Stalin vertrieben wurden.
      Dass die Armenier Land besetzten um eine Pufferzone zu haben, kann man natürlich nicht gut heißen.

      Aber klar ist auch, dass sich Armenien nicht ob des Krieges zurückzieht, sondern wegen der innenpolitischen Spannungen, weil die Opposition die Regierung zum Rücktritt drängt, weil diese den Friedensvertrag mit Aserbaidschan unterschrieben hat.
      Solche nationalitischen Umtriebe passen wahrlich nicht zum ESC.

      • “ Ob es eine solche systematische gegeben hat ist umstritten“

        Bitte was?
        Es gibt Videoaufnahmen (!) in denen der armenische Nationalheld Monto, stolz Azeris erzählt sie hätten 10h Zeit alles zu packen und müssten dann im Winter über die Berge fliehen.
        Was ist daran bitte nicht systematische Verteibung….

      • Aber leider ist die Aussage, dass Stalin Bergkarabach an Aserbaidschan übergeben hat auch nicht so ganz korrekt, denn vor der Eingliederung der drei Kaukasusrepubliken in die UdSSR gehörte Bergkarabach samt armenischer Bevölkerung zum Staatsgebiet Aserbaidschans.

      • Und es stimmt noch nicht mal, denn die Anzahl der Finalisten ändert sich dadurch ja nicht.

      • Wieso denn, vermissen werde ich Armenien nicht. 1. Zum Krieg gehören immer Zwei Parteien. Und was ist daran daneben? Die Ukraine hat sogar während des Krieges am ESC teilgenommen. Also bitte.

      • Also kann ich diese moralische Entrüstung nicht verstehen. 1. Obwohl Russland Aggressor war im Ukrainekrieg wurden für die Beiträge immer noch fleißig gevotet und trotzdem war es den Leuten egal, wenn der Sänger oder die Sängerin besonders schnuckelig war. Wo ist da eure moralische Entrüstung? 2. Außerdem sagt ihr doch immer, der ESC ist unpolitisch und Politik hat hier nix zu suchen. Das war meine unpolitische Äußerung dazu.

      • @escfan05:
        Punkt 1: Wie verträgt sich Dein „Zum Krieg gehören immer zwei Parteien“ mit Deinem Obwohl-Nebensatz im Kommentar von 13:30 Uhr?
        Punkt 2: Nach Deiner Logik von 12:50 Uhr wäre es doch am besten, wenn noch weitere 39 Länder absagen würden, dann hätte Jendrik den ESC gewonnen.

      • Ich haben den Auswahlprozess kritisiert, weil die Zuschauer mal wieder nicht gefragt worden sind.

    • Immer dieses Konkurrenzdenken. Als wenn es nichts wichtigeres gibt als das Deutschland so viele Punkte wie möglich bekommt. Du hast den Grundgedanken der Veranstaltung überhaupt nicht verstanden. Echt dein Kommentar ist überflüssig und daneben

      • Hier im Blogg wird die freie Meinungsäußerung hoch plädiert, dass ist gut so!
        Andere Stellungnahmen dazu, seien auch erlaubt.
        Politik ist vielschichtig und streitbar. Auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, ist nahezu aussichtlos. Aber wichtig ist, offen und ehrlich über Themen zu diskutieren.

      • Der ESC ist ein Wettbewerb. Und klar Armenien ist ein Konkurrent. Und wenn Armenien aus freien stücken absagt, aus welchen gründen auch immer, dann bedeutet das faktisch, das es einen Konkurrent weniger gibt. Punkt. Deine künstlich moralische Entrüstung darüber, geht mir am sonstwo vorbei.

  7. Armenien steht aktuell ganz kurz vor einem Militärputsch. Der Regierungschef dort hat vor gut einer Woche den Generalsstabschef entlassen. Aber ob das reicht? Das Militärs hatte die die Regierung aufgefordert zurückzutreten – was sie Gott sei Dank nicht taten. Die Macht soll beim Volke bleiben. Nur werfen viele Kritiker dem jetzigen Regierungschef Paschinjan vor, sein Land verraten zu haben.
    Da spitzt sich einiges zu und ich war schon vor 4 Wochen sehr skeptisch ob das was wird ,heuer beim ESC.
    Mir tut jedes Land Leid, das wegen politischen Konflikten nicht am ESC teilnehmen kann.
    Das es trotz internen Widerstand funktionieren kann, zeigten ja auch 2009 Noa & Mira für Israel.

    • Ist Armenien eine Demokratie? Ich dachte immer, das sei wie viele andere ehemalige UDSSR-Staaten eine Diktatur? Ähnlich wie Aserbaidschan. Der Konflikt über Berk-Karabach gibt es schon seit Jahrzehnten.

      • Ist ja auch nicht schlimm, wenn man zu einem Thema etwas nicht weiß, aber dann sollte man sich mit solchen Aussagen vielleicht auch zurückhalten, bis man sich schlau gemacht hat.

  8. Schade, dass sich 🇦🇲 Armenien (kurzfristig) von der Teilnahme für 2021 zurückzieht. Ich würde mich auf ein Wiedersehen 2022 freuen.

    🛎Nur damit ich es richtig verstanden habe, muss nun das armenische Fernsehen eine Art „Strafe“ zahlen? Erst Zusage, dann doch Rückzug. Oder lag der Rückzug im Rahmen der Regel ohne Konsequenz?🛎

    • Ich kann mich erinnern, dass die Absage 2012 auch recht spät war, Mitte März oder so. Damals musste Armenien auch deftig Strafe zahlen (Teilnahmegebühr + extra Strafe). Kann aber sein, dass aufgrund der allgemeinen Lage davon abgesehen wird.

      Wie das beim JESC 2020 war kann ich nicht sagen, dort war es aber wesentlich kurzfristiger. Und ich hoffe, dass auch diesmal wenigstens der geplante Song nach dem Wettbewerb veröffentlicht wird.

    • Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass die EBU die Umstände sehr gut nachvollziehen kann und gerade in der momentanen Zeit nach Lösungen suchen wird, die für beide Seiten angemessen sind.

  9. Ich habe über die innenpolitische Lage in Armenien erst durch den Kommentar von Felix erfahren. Über Berg-Karabach war ja die Situation schon länger bekannt. Allerdings bedauerlich. Zwar fand ich die letzten Beiträge nicht mehr ganz so stark, aber Siruscho höre ich mir bis heute gerne an.

    Armenien wird wohl nicht um eine Strafzahlung der EBU herumkommen. Wer weiß, ob wir erfahren, wie teuer das wird.

  10. Ich habe immer noch die Hoffnung (und nein, die gebe ich auch nicht auf), dass Armenien beim JESC 2021 Ende November in Frankreich dabei sein wird ….denn Azerbaijan / Aserbaidschan macht dort momentan ja nicht mit ^^ und Krieg ist zur Zeit auch nicht. Die Ausrede mit der fehlenden Zeit zieht auch nicht (8 Monate Zeit).

    • Der letzte Auftritt Armeniens bei einem ESC ist inzwischen 15 Monate her. Wieso sollte die Ausrede also für den ESC 2021 gelten?

  11. Musikalisch gesehen finde ich es wirklich sehr schade, dass Armenien mindestens in diesem Jahr aussetzen wird. Vor allem für Athena Manoukian tut es mir auch leid, die zwar offiziell nie bestätigt wurde, aber augenscheinlich viel Lust auf den ESC hatte und unter normalen Umständen sicher die Chance erhalten hätte.

    Ja, Politik soll beim Song Contest nichts zu tun haben. Wenn sich aber zwei Länder bekriegen oder ein Land große innenpolitische Schwierigkeiten hat, halte ich es für mehr als sinnvoll sich vorerst zurückzuziehen. Nicht, damit es nicht mehr gesehen wird, sondern weil es beim Contest schwierig ist diese Probleme außen vor zu lassen (am Ende ist es eben ein Song Contest. Zudem hat sowas auch ein deutliches Geschmäckle, wenn sich Delegationen und Verantwortliche in solch einem Moment bei einem Song Contest „vergnügen“.

    • Zu deinem zweiten Absatz:
      Der erste Satz ist Käse, alles andere danach unterschreibe ich so.
      Ich sag dir netterweise auch, warum ich den Satz „Politik hat beim ESC nix zu suchen“ immer so quatschig finde: weil Politik schon ist, sich für Diversity, Gleichberechtigung stark zu machen, gegen Homophobie und Rassismus zu sein. Gesellschaftspolitik meinetwegen, aber so wichtig, dass man mit so einem einfachen Pauschalargument „Keine Politik beim ESC“ auf jeden Fall falschliegt.

      • Dann sag ich dir natürlich netterweise auch, wie ich meine Aussage gemeint habe… 😉

        Für mich persönlich haben wedelnde Regenbogenflaggen auch nicht wirklich etwas mit dem Song Contest an sich zu tun. Der ESC ist nicht als CSD (Pride), sondern als SONG Contest konzeptioniert.

        Ich habe geschrieben „soll beim Contest nichts zu tun haben“. Das das in der Praxis kaum umzusetzen ist, liegt auf der Hand – und ist seit Bestehen des Contests schon so. Der Satz bezieht sich aber auf das Konzept des Contests, nicht darauf, dass der Contest auch für politische Themen wie Diversity und Gleichberechtigung und gegen Homophobie und Rassismus genutzt wird. Politik ist so lange beim ESC geduldet, wie die kein anderes Land direkt angreift, sondern gesellschaftspolitische Themen aufgreift.

  12. Natürlich ist es auf der einen Seite schade, für den ESC das Armenien dort nicht mehr teilnimmt. Vor allem aber auch für den JESC, wo es letztes Jahr ebenfalls eine Absage gab, da Armenien dort eine der wenigen Nationen ist, welche auch eine richtige Vorentscheidungsshow machen, was beim JESC nicht viele Nationen tun.

    Auf der anderen Seite weiß man bzw. ich nicht wie es der Bevölkerung dort gerade so geht. Und wie sich dieser Konflikt mit Aserbaidschan ausgewirkt hat auf die Städte bzw. Dörfer welche nicht direkt von diesem Konflikt betroffen waren. Vielleicht ist es vielen dort aktuell auch einfach egal ob man jetzt am ESC teilnimmt oder nicht, da diese Menschen im Moment andere Sorgen haben als sich um einen Songwettbewerb Gedanken zu machen.

    • Mit Deinem letzten Satz wirst Du wohl recht haben. Nüchtern betrachtet ist es ja auch so. Sie sollten das Geld lieber im eigenen Land für die Menschen verwenden.

  13. Schade. Hatte große Hoffnungen auf Armenien gehabt.
    Aber wirklich: „Kürze der Produktionszeit“ … dass der ESC im Mai stattfindet, weiß man aber auch nicht erst seit gestern.

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