Schweizer ESC-Beitrag 2020 wird im März bekanntgegeben

Foto: Andres Putting

Bereits Mitte September endete die Einreichungsfrist von Liedern für die interne Auswahl des Schweizer Fernsehens für den Eurovision Song Contest in Rotterdam. Seitdem haben ein 100-köpfiges Zuschauer-Panel und eine 20-köpfige internationale Expertenjury die ersten Sichtungen vorgenommen. Das genaue Verfahren haben wir hier beschrieben.

Im Interview mit Douzepoints.ch berichtete der Schweizer Head of Delegation, Reto Peritz, dass der Selektionsprozess für den Schweizer ESC-Song 2020 noch auf vollen Touren laufen würde. Derzeit würden die von der Zuschauer- und der Musikexperten-Jury am besten bewerteten Lieder mit verschiedenen Künstlerinnen und Künstlern getestet.

Reference Group Treffen im September 2019 in Rom: Reto Peritz steht in der hinteren Reihe, zweiter von rechts

Wie bereits berichtet, seien insgesamt 515 Titel für die Auswahl eingereicht worden. Diese sollen nach den Ausführungen von Peritz auch „wirklich hervorragende Qualität“ haben. Bevor es zur Bekanntgabe des tatsächlichen Künstler und des Songs im März kommt, will das Schweizer Fernsehen noch Interviews mit Vertretern aus den beiden Jurys führen und diese veröffentlichen.

Einer dieser Vertreter könnte Ovi Jacobsen sein, der 2010 und 2014 mit Paula Seling im Duett für Rumänien beim ESC angetreten ist. Im Interview mit ESC kompakt bestätigte er seine Mitarbeit in der Schweizer Experten-Jury, ließ aber keine weiteren Infos durchblicken. Allerdings freute er sich über die Anerkennung seiner Leistungen, die dazu geführt hätten, dass er nun schon zum zweiten Mal in der Schweizer Jury mitarbeiten dürfe.

In der Vorentscheid-Saison 2019 hatte es schon frühzeitig Spekulationen gegeben, dass Luca Hänni der Glückliche sein würde, der die Schweizer Eidgenossen beim ESC in Tel Aviv vertreten würde. Letztlich kam es so – und auch der von vielen erwartete Platz sehr weit vorn stellte sich am Ende ein. Ob es dem bzw. der Schweizer Vertreter/in 2020 ähnlich ergehen wird?

Luca Hänni – She Got Me (ESC-Finale 2019)



25 Kommentare

  1. Hätte ich etwas zu sagen, würde ich es genau so machen. Intern nominieren und möglichst spät bekannt geben. Am besten so, das man vorher noch ein paar tage spekulieren kann. Und natürlich vorher noch tröpfchenweise in den sozialen medien infos streuen.

    • Offenbar. Es wird jedenfalls kräftig spekuliert. Jetzt stell dir vor, dass geht noch zwei monate so weiter und der ndr stellt dann eine wahre bombe vor…….

      • Ich stelle mir gerade den Shitstorm vor, wenn es statt der Bombe nur eine kleine Verpuffung geben würde. Gar nicht schön. 🙁

      • Genau. Darum würde ich so ein vorgehen auch nur anwenden, wenn du wirklich eine bombe in der schublade hast. Apropos schublade……..

  2. In der Schweiz hat sich mittlerweile Professionalität durchgesetzt. Irgendwie finde ich die Entwicklung aber doch ein wenig bedenklich, dass sich immer mehr Länder Songs von internationalen Komponistenteams zusammenflicken lassen. Da finde ich Länder wie Italien, Portugal oder Albanien beispielhaft, die jedenfalls auf eigene KünstlerInnen setzen, in Österreich ist es ähnlich.

    • Woher weisst du, dass sich die schweiz ihren song von einem internationalen komponistenteam zusammenflicken lässt?
      Du nennst bei deinen beispielen italien, portugal und albanien. Da würde eigentlich nur noch schweden und bis letzte saison ungarn dazu passen. Alles länder mit alteingesessenen, traditionellen esc-ausscheidungen.
      Ich würde nicht darauf wetten, dass österreich im mai nicht mit einem song antritt, der von einem internationalen komponistenteam zusammengeflickt wurde.

      • Das ist ja kein Geheimnis. Der Aufruf erfolgte ja international. Ich denke, dass das in Ländern wie Italien, Albanien, Portugal oder Österreich nicht der Fall ist. Dort wird danach getrachtet, dass der Beitrag aus dem eigenen Land kommt. In Österreich gibt es gar keinen Call, es wird aktiv nach nationalen KünstlerInnen gesucht. Natürlich ist dann nicht ausgeschlossen, dass es mal eine internationale Kooperation wird, aber die Grundeinstellung ist eine andere als in Ländern wie der Schweiz, Aserbaidschan, Bulgarien usw. So meinte ich das.

      • Wenn es um den künstler geht, klar. Wenns um die komposition geht, siehts wieder anders aus. Ausnahme 2019 paenda. Ich sag nur symphonix

      • Ich glaube, du verstehst mich schon. Dir geht es nur um Rechthaberei. Seit Eberhard Forcher für die Songsuche in Österreich verantwortlich ist, also seit 2016, ist der Grundgedanke, österreichische Künstler beim ESC zu präsentieren. 2016, 2017 und 2019 lag die gesamte Produktion jeweils auch in Österreich. 2018 war eine Ausnahme, da überzeugte einfach der Song. Nobody but you wurde aber ursprünglich von Cesar Sampson und Sebastian Arman geschrieben, die beide aus Österreich stammen. Milanov (der immerhin in Wien lebt) und Persson kamen dann noch dazu.

  3. Die Schweiz hat ja auch immer mal wieder auf Sängerinnen gesetzt, die mit der Schweiz nichts zu tun hatten: Vanilla Ninja, Celine Dion und Annie Cotton fallen mir da ein. Meiner Meinung nach ist das in einer globalisierten Welt völlig normal, dass Sänger und Kompositionen auch aus anderen Ländern sein können. Ich freue mich allerdings, dass der ORF den ESC als Plattform für österreichische Künstler_innen nützt. Das macht aus meiner Sicht Sinn.

    • Wenn du jetzt noch miruna manescu von timebelle und rykka dazu nimmst, hätten wir schon alle nicht-schweizerischen esc-teilnehmer. Das wären 5 von 60…vor den 20ern sehr erfolgreich, in der neuzeit eher nicht.

  4. Die Gentrifizierung des ESC geht weiter. Garniert wird das Ganze dann mit Geheimniskrämerei und/oder einer häppchenartigen Informationspolitik. Kann man gut finden, muss man nicht.

    Ich sehe die Entwicklung kritisch: Der ESC wird nicht nur über die Länder normierter bei der Liedauswahl, das Kamerafutter genannte Fan-Publikum zu dem zurechtgestutzt, was es sein soll, eben Kamerafutter, und die Ticketpreise schrauben sich in ungeahnte Höhen – und die eigentliche Veranstaltung läuft mittlerweile nach Schema F ab. Hier und da ein paar Variationen, aber spätestens seit Wien hat man das alles schon mehr als fünfmal gesehen. Ermüdend.

    Und ob nun der NDR die nächste Katastrophe bestimmt oder aus der Schublade zieht, ist da schon fast Nebensache :-).

    • Was heisst mittlerweile? So plusminus läuft doch der esc seit je her nach schema f ab. Aber was willst du den ändern an diesem schema f.?

      • Eigentlich erst seit das schwedische Produktionsideal über allem thront ist es so monoton und gleichartig geworden.

        Ich möchte gerne mal „andere“ Bilder sehen, „andere“ Kameraeinstellungen, keine Schwenks von hinten nach vorne und wieder zurück, vielleicht ein Orchester „so wie früher“, etwas Überraschendes so wie in Malmö mit der Brücke, keine sinnlosen Intervalacts so wie Madonna oder Justin, keine an Grenzdebilität grenzende Moderationen (und von den hirnlosen Moderatoren mal ganz zu schweigen) usw. usf.
        Immer das Gleiche ist ermüdend.

      • Da kann ich vieles unterschreiben, das „schwedische Produktionsideal“ ist auch nicht so mein Ding.

  5. Übrigens hat österreich meines wissens nach bis heute ausschliesslich mit einheimischen künstlern teilgenommen. Wenn wir den schweizer udo jürgens mal ausklammern.

    • Zur Zeit der ESC-Teilnahme war er aber noch kein Schweizer Staatsbürger. Das kam erst 2007, wenn ich der Wiki glauben darf. Geboren ist er in Österreich.

      Allerdings als Sohn deutscher Eltern. Ein richtiger DACH-Künstler!

    • Udo Jürgens war zeitlebens Österreicher, er hat 2007 auch die schweizerische Staatbürgerschaft angenommen, und war bis zu seinem Tod Doppelstaatsbürger.

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