„Small Town Boy“: Duncan Laurence hat sein Debütalbum veröffentlicht

„Small town boy in a big arcade“: Das singt Duncan Laurence in seinem ESC-Gewinnersong „Arcade“. Knapp anderthalb Jahre später ist es soweit und auch sein Debütalbum „Small Town Boy“ erblickt endlich das Licht der Welt.

Zwölf Titel haben es auf das erste Album des niederländischen ESC-Gewinners aus dem Vorjahr geschafft, darunter die fünf Songs der EP „Worlds On Fire“ sowie die zuletzt veröffentlichten Songs „Last Night“ und „Feel Something“ mit Armin van Buuren. Somit sind bereits sieben der zwölf Titel bekannt und veröffentlicht gewesen. Mit „nur“ fünf neuen Titeln mag damit die Vorfreude bei dem ein oder anderen Duncan-Fan nicht ganz so groß gewesen sein. Doch bringen die bereits erschienenen Songs eben auch eine Qualität mit, die für sich spricht.

Der erste neue Song auf dem Album ist die Ballade „Between Good and Goodbye“. Die Piano-Ballade schildert die Dramatik einer Beziehung, die zwischen Höhen und Tiefen hin und her wechselt. Gleichzeitig fordert Duncan zur Aussprache auf, nicht einfach wegzugehen, sondern dem Partner/der Partnerin zu schildern, was sich verändert hat. Womöglich spricht Duncan hier von einer wahren Geschichte, denn die Botschaft bringt er sehr authentisch herüber.

„Loves You Like I Couldn’t Do“ ist ebenso persönlich und erzählt aus Duncans Leben. Er wünscht einer Person, dass diese einen Menschen findet, der das geben kann, was er in der Beziehung nicht geben konnte. Musikalisch fügt sich der Song nahtlos an seinen Vorgänger an, Duncan harmoniert auch hier mit einer wirklich schön arrangierten Piano-Begleitung.

Mit „Sleeping On The Phone“ nimmt das Album wieder ein wenig an Fahrt auf. Die Strophe beginnt harmonisch und nachdenklich, in der zweiten Strophe setzt ein dezenter Beat ein. „Sleeping On The Phone“ ist zwar immer noch keine Uptempo-Nummer, hat im Refrain aber durchaus etwas Drive und somit ist es nicht verwunderlich, dass sich der Song auf zahlreichen Playlists, etwa den vielen New Music Friday Playlists auf Spotify oder der A-List: Pop auf Apple Music wiederfindet.

Anschließend folgt „Arcade“, welches hier keiner Vorstellung mehr bedarf. In den letzten Wochen hat der Song wieder deutlich an Streamingzahlen hinzugewonnen. Dies liegt nicht zuletzt an der Aufmerksamkeit, die Duncans Titel auf der Plattform TikTok erhalten hat und es über einige Playlists wie „TikTok Hits“ auch in einige Viral-Charts geschafft hat (unter anderem Platz 49 der USA Viral Charts auf Spotify). Die Marke von 130 Millionen Streams auf Spotify hat Duncan jetzt bereits geknackt – und vielleicht kann er den aktuellen Rekordhalter Mahmood mit „Soldi“ (bei 168 Millionen, alle Versionen etwa 190 Millionen Streams) einholen?

„Figure It Out“ beginnt mit einer angenehm zurückgelehnten Melodie, die im Refrain ebenfalls nett arrangiert ist – passend zur Thematik, es mit einer Beziehung zu versuchen, wenn beide dazu bereit sind. Daran anschließend folgen die schon erschienenen Songs „Last Night“, „Someone Else“ sowie „Love Don’t Hate It“.

An elfter Stelle der Tracklist folgt „Umbrella“, von dem es vor kurzem schon einen Ausschnitt zu hören gab. Nach drei eher schmissigen Titeln stimmt Duncan wieder ruhigere Töne an. Die fast träumerische Melodie wird jedoch nicht langweilig. Ähnlich wie bei „Sleeping On The Phone“ setzt dann zur zweiten Strophe ein dezent gesetzter Beat ein. Gerade der Übergang zum Refrain gelingt hier wirklich sehr ansprechend. Abschließend folgt der Song „Feel Something“, der in Zusammenarbeit mit Armin van Buuren entstanden ist. Der Dance-Titel läuft bereits hervorragend auf den Streamingportalen und steht auf Spotify eine Woche nach Veröffentlichung bei 1,3 Millionen Abrufen. Gut möglich, dass Duncan seinen nächsten Hit bereits gefunden hat.

Insgesamt liefert Duncan Laurence mit seinem Debütalbum „Small Town Boy“ ein musikalisch ansprechendes Werk, das viele unterschiedliche Facetten von ihm zeigt. Von „Love Don’t Hate It“, welches gerade im Instrumentalpart nach dem zweiten Refrain wirklich nach vorne geht, über radiotauglichen Pop wie „Someone Else“ bis hin zu großen Balladen wie „Loves You Like I Couldn’t Do“ oder dem ESC-Gewinnersong „Arcade“: es ist wirklich alles dabei. Und das Duncan weiterhin experimentierfreudig ist, zeigt er auch durch die Zusammenarbeit mit Armin van Buuren bei dem Dance-Titel „Feel Something“.

„Small Town Boy“ von Duncan Laurence ist ab sofort auf Amazon (auch als Vinyl), iTunes, Spotify sowie allen weiteren Download- und Streamingplattformen und beim CD-Händler Eures Vertrauens verfügbar.

Wie findet Ihr das Debütalbum „Small Town Boy“ von Duncan Laurence? Hat sich das Warten auf das erste Album des niederländischen ESC-Siegers gelohnt? 


25 Kommentare

  1. Ich freue mich, dass das Album endlich da ist! Auch wenn ich es ein bisschen seltsam finde, dass so wenig neues Material auf „Small Town Boy“ zu finden ist, so dass es bei iTunes sogar günstiger war, die mir noch fehlenden Titel einzeln zu kaufen statt das ganze Album zu laden bzw. zu vervollständigen. Was ist denn aus den ganzen tollen Titel geworden, die Duncan auf seiner Tour präsentiert hat? https://esc-kompakt.de/konzertbericht-duncan-laurence-ganz-intim-in-berlin/

  2. Neben „Arcade“ gefallen mir „Sleep On Phone“, „Figure It Out“ und „Love Don’t Hate“ ganz gut.
    Aber die EP werde ich mir von Duncan Lawrence nicht zulegen, ist mir unter Strich ein wenig zu schwermütig.

  3. Eigentlich wollte ich mir immer noch die EP zulegen, aber wenn eh alle Songs davon auf dem Album sind, dann reicht auch nur das Album.

    Ich muss mich Benny anschließen, ich finde es extrem schade, dass die Songs von seiner Tour letztes Jahr nirgendwo veröffentlicht werden. Damit hätte er locker ein eigenes Album füllen können und es wäre ein sehr gutes gewesen. Ich hoffe immer noch, dass er jene Songs doch noch irgendwann veröffentlicht.

  4. Heute kam ja auch das Remake von „Smalltown Boy“, mit der die Gruppe Bronski Beat einen erfolgreichen Hit hatte, heraus und die Interpreten sind Conchita Wurst und Ricky Merino.

    Auch die ehemalige ESC-Gewinnerin Carola hat einen neuen Song am Start und der heißt „Pray for peace“:

    https://www.youtube.com/watch?v=MOopgxDW5mw

    Der ehemalige ESC-Teilnehmer des Jahres 2016, Douwe Bob kommt mit gewohnt countryhaften Klängen daher und der Titel heißt „Hold on“:

    https://www.youtube.com/watch?v=gjGiKcLoJHA

    Auch für den lieben Benjamin habe ich etwas, und zwar die neue Single von Anna Bergendahl mit dem Titel „It never snows in California“:

    https://www.youtube.com/watch?v=DfRwU5BtR6s

    Die diesjährige Melodifestivalenteilnehmerin Klara Hammarström hat die Desoxyribonukleinsäure in ihrem aktuellen Song thematisiert:

    https://www.youtube.com/watch?v=KSvHrjiTi0g

    Im neuen Song von Jaguar Jonze dreht sich alles um Mord und deshalb heißt der Song auch „Murder“:

    https://www.youtube.com/watch?v=ZE-U_vK0fOQ

    Nachdem sich die diesjährige Norsk Melodi Grand Prix Teilnehmerin Raylee ganz wild gab, ist sie in ihrem neuen Song „Unspoken“ (ungesagt) deutlich zahmer:

    https://www.youtube.com/watch?v=5PFZqAh1s50

    Für alle diejenigen, die über das Aus der Pinguini Tattici Nucleari immer noch um Fassung ringen (meine Wenigkeit und 4porcelli), gibt es hier etwas Aktuelles, und zwar „Scooby Doo“:

    https://www.youtube.com/watch?v=Q-Ij3E_PSbY

    Viel Spaß beim Anhören!

  5. Wo wir schon in den Niederlanden sind: Gestern Abend hat dort Jan Dulles die zweite Staffel von „The Masked Singer“ gewonnen. Er war einer der 3JS, der 2011 in Düsseldorf dabei war. Und nicht nur er war in dieser TMS-Staffel dabei: Auch Willeke Alberti (ESC 1994) gehörte zu den diesjährigen Teilnehmer:innen, sie musste ihre Maske aber schon in der ersten Show abnehmen…

    Und für ganz hartgesottene Eurovisions-Liebhaber:innen: Bei TMS in der Schweiz fiel gestern Abend die erste Maske: Eiskunstläuferin Denise Biellmann war die Gams. Denise nahm 2007 am ersten Eurovision Dance Contest teil, zusammen mit Sven Ninnemann. Leider hieß es für die beiden am Ende des Abends: „I’m sorry… Zero points!“ Und die Schweiz zog sich vom Wettbewerb zurück, welcher nach der zweiten Ausgabe aber schon wieder gänzlich verschwand.

    (Leider bekomme ich von TMS Switzerland selbst kaum etwas zu sehen, die Internetseite von prosieben.ch leitet mich immer automatisch zu prosieben.de weiter – und damit zu einer Fehlermeldung…)

  6. Hey ich wollte euch nur über 2 Themen informieren (haben zwar beide nix mit dem Thema zu tun, aber wo soll ich das sonst hinschreiben?):

    1. Vom georgischen JESC-Vorentscheid gibt es jetzt Neues: Gewonnen hat ihn Sandra Gadelia. Ihr Song heißt: „You’re Not Alone“. Sandra ist 10 Jahre alt und kommt aus Georgiens Hauptstadt Tiflis. Sie hat eine interessante Lieblingsmusikerkombination: die Scorpions, Jessie J und Louis Armstrong. Da der Song noch nicht veröffentlicht worden ist, dürfen wir gespannt sein, wie dieser so klingen wird.

    2. Das JESC-Voting-System wird ablaufen wie letztes Jahr auch. Alle aus Deutschland können Susan supporten.

    Es sind nur noch 15 Tage bis Warschau, ich freue mich schon total und mache meinem Username alle Ehre!
    JESC-Fanatiker

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