S!sters: Carlotta und Laurita gehen getrennte Wege

S!sters Deutschland ESC 2019 Eurovision
Bild: NDR/Hendrik Lüders

Morgen soll es erste offizielle Neuigkeiten zum deutschen Auswahlprozess für den Eurovision Song Contest 2020 geben und ausgerechnet heute sind plötzlich die letztjährigen Teilnehmerinnen S!sters wieder in den Medien. Ob die BILD-Zeitung diesen Termin für die Veröffentlichung ihres Interviews mit Carlotta und Laurita zufällig gewählt hat?

Der Inhalt ist jedenfalls nicht sonderlich überraschend oder breaking, denn nachdem wir seit Mai 2019 keine musikalischen Nachrichten mehr von den S!sters bekommen haben, konnten wir fast davon ausgehen: Das Duo ist nach dem ESC 2019 in Tel Aviv getrennte Wege gegangen und wird in professioneller Hinsicht nicht mehr zusammenarbeiten.

Carlotta und Laurita präsentieren sich trotzdem weiter in freundschaftlicher Verbundenheit und finden – selbst auf Nachfrage des BILD-Reporters – kein schlechtes Wort für den ESC oder den NDR. Und füreinander schon gar nicht. Damit präsentieren sie sich auch ein Dreivierteljahr nach ihrem vorletzten Platz stilvoll wie schon bei ihrem Abschied aus Tel Aviv.

Erste Probe Deutschland S!sters Sister ESC 2019
Foto: Thomas Hanses

Interessant ist die Passage, in der Carlotta sagt: „Laurita und ich haben aus dem, was in unseren Händen lag, das absolut Beste rausgeholt.“ Dass das stimmt, haben wir auch in der letzten Saison immer wieder geschrieben: Die beiden haben sich in Israel sehr sympathisch gegeben, haben gut gesungen und alles andere – vor allem der Song und die Inszenierung – lag nicht (nur) in ihren Händen.

In einem anderen Zusammenhang – bei der Frage, was sie ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben würden – hört man aber durchaus heraus, dass sie heute vielleicht doch ein bisschen was anders machen und sich mehr in das ESC-Konzept einbringen würden: „Sei dir im Klaren darüber, was DU möchtest und vertrete DEINE Meinung. Es arbeiten so viele um dich herum, die nur das Beste für dich und die Show wollen und die alle irgendwelche Meinungen haben.“

Expliziter werden die S!sters dann aber nicht mehr, selbst auf die nicht wirklich neutrale Frage „Ist der NDR mit euch auch nach dem ESC fair umgegangen (es gab in der Vergangenheit Kandidatinnen, die dem NDR nach ihrer ESC-Teilnahme vorgeworfen hatten, von ihm fallengelassen worden zu sein).“ antworten die beiden hochprofessionell und diplomatisch. Da gab es z.B. von Ann Sophie damals schon ganz andere Worte.

Das wenig rumreiche deutsche ESC-Kapitel 2019 ist mit diesem Interview wohl endgültig Geschichte und es bleibt zu hoffen, dass Laurita und Carlotta ihren (musikalischen) Weg finden.


31 Kommentare

  1. Es gibt für die jungen Damen doch bestimmt noch so viel Dinge die sie machen können, Musik muss es ja nicht unbedingt sein. Ich wünsche ihnen für die Zukunft viel Glück.

      • Das stimmt, aber glaubst du wirklich die kriegen in der Musikbranche, nach der Pleite, noch einen Fuss auf den Boden? Ich wünsche es ihnen ja, aber realistisch ist es nicht.

      • Nu ist mal wieder gut, ich bin zwar der erste der dieses Machwerk verteufelt, das lag aber am Gesamtpaket und nicht an den „Künstlerinnen“ selbst. Mal ernsthaft, was sollten sie denn aus diesem drittklassigen barker Song machen? Desweiteren harmonierten die beiden, auch wenn der NDR das anders sah, nicht wirklich! Insbesondere carlotta fand ich durchaus sympathisch und völlig talentfrei ist sie auch nicht.

  2. Ich schließe mich dem Dank für diesen fairen Artikel an.

    Inhaltlich aber in der Tat wenig überraschend. Oder gab es tatsächlich nach Tel Aviv noch irgendwelche Versuche oder Termine von den beiden? Die beiden waren doch auch vorher solo und projektmäßig unterwegs. Sie mögen sich verstehen und vielleicht sogar Bock gehabt haben, was nochmal zu machen. Aber ernsthaft war angesichts der Entwicklung ja eh nicht davon auszugehen.

    Viel Erfolg beiden bei ihren jeweiligen Lebenswegen.

  3. Alles Gute für die beiden. Sie werden schon beide ihren Weg gehen, ob in der Musik- oder einer anderen Branche. Talent haben sie beide, nur wohl eher nicht im Duett. Deshalb: Alles gut.
    Auch sehr schön, dass sie ohne Grahm auf den ESC 2019 schauen. Sehr schön fand ich auch den etwas nachdenklichen Satz, dass man selber seine eigenen Ideen einbringen soll, und sich nicht „fremdbestimmen“ lassen soll (sinngemäss). Recht haben sie. Ich denke, es schwang auch ein bisschen Selbstreflexion in diesem Satz mit. Das unterstreiche ich voll. Ich denke, das kann man ihren Nachfolgern mit auf den Weg geben.

  4. ………..und ich dachte die „Schwestern“ würden heiraten und eine gemeinsame Zukunft haben. Das ist jetzt aber ein Schlag ins Gesicht.

  5. So, so, „Die S!sters wird es also immer geben“ (Zitat, Mai 2019). Wer hätte des gedacht? Sie passen zusammen wie Baum und Borke. Wie dick und doof. Wie Fix und Foxi. Wie Zoey und Emily Deschanel. Wie Asterix und Obelix.. Und jetzt… Gut, dass ich noch das Album gekauft habe. Achsooo.. vergessen. Es gibt ja keins. Tja, das nennt man dann wohl „Upsi – pupsi!“

  6. Schade, aber auch unvermeidlich! S!sters war ein reines ESC-Projekt der beiden, ein weiterer Song oder Album ist nie produziert worden. Dann sind sie eben auch von vornherein eher Solokünstlerinnen, die für einen Song zusammenkamen. Der ESC ist für jeden wohl ein einmaliges Ereignis, das leicht die weitere musikalische Karriere in den Schatten stellen kann.
    Insgesamt aber zusammen mit dem VE durchaus eines der besseren Projekte, das seine schlechte Plazierung am Ende schlichtweg nicht verdient hatte. Aber: können sich Schwestern eigentlich richtig trennen?!
    Bezeichnend aber, das der vorhergegangene Act bereits Geschichte ist, zum diesjährigen Teilnehmerbeitrag bzw. dessen Kandidaten noch gar nichts bekannt ist. Nicht gerade eine besondere Werbung und Empfehlung – eigentlich sollte doch die Staffel weitergegeben werden! Fast gerade so, als ob die beiden vor dem uns noch Bevorstehenden rechtzeitig einen Schlussstrich ziehen und Reißaus nehmen wollen…

  7. Wie soll das überhaupt gehen? Müssen die Eltern ein der beiden zur Adoption freigeben, die andere aber nicht? Wie gehen Sie dabei vor? Losen? Wen sie am meisten lieben? Wer am besten gesungen hat? „Die mit den meisten Punkten“ geht ja leider nicht.

    Wie ist der Versorgungsausgleich geregelt? Werden die Zinsen auf die „Zero Points“ , die die Sisters im Laufe ihrer Karriere erwirtschaften, im Sinne der Zugewinnsgemeinschaft auf beide verteilt oder darf sie eine von von beiden behalten? Fallen dem NDR die Urheberrechte und die damit zu erwartenden Millionentantiemen zu? Darf jede der Sisters eineinhalb Minuten des Videos auf YouTube sperren lassen oder dürfen sie nur gemeinschaftlich darüber entscheiden? Gibt eine derartige Verkürzung des komplexen und inhaltsreichen Beitrags überhaupt einen Sinn für den geneigten Rezipienten?

    Hatte im Falle einer Organspende die überlebende Sister das Anrecht auf die Zunge und die Stimmbänder der anderen oder muss das auch über Eurotransplant laufen?

    Fragen über Fragen,,,,,

  8. Jammerschade. Ich war doch so ein großer Fan! Ich singe den Song noch heute unter der Dusche: „Sister, Sister, Sister, Sisteeeer! Sister, Sister, Sister, Sisteeer!“

  9. Das überrascht ja nun wirklich Keinen. Sie sind für dieses unsägliche Projekt „S!sters“ gecastet worden. Dabei hatten sie keine gemeinsame musikalische Perspektive.
    Ich wünsche beiden Mädels viel Erfolg in ihrer Entwicklung und bewahrt euch den ESC in Tel Aviv im Herzen. Diese besondere Erfahrung kann man den Beiden nicht nehmen.

  10. Schade, dass neben einigen netten Kommentaren hier auch zahlreiche Nachtretkommentare zu lesen sind. Die sollte man allen Künstlern, die sich überlegen, am ESC teilzunehmen, vorlegen. Wenn’s einem selbst von so genannten „Fans“ mit solcher Häme gedankt wird, warum sollte man sich den ganzen Stress nur antun?

    • es ist doch selbstredend, dass niemand aber wirklich niemand an irgendwas Langfristiges bei Sisters gedacht hat (ganz besonders die Plattenfirma nicht). Das ist ausgeschlossen. Nicht einmal die Mädels selbst dürften das realistisch erwartet haben. Klar werden sie die unbestimmte Hoffnung gehabt haben in ihrem ESC Finale wundersamerweise vielleicht doch gut abschneiden zu können. Aber auch das hätte ihnen ganz sachlich betrachtet keine Karriere beschert.

      • Meine Kritik hat sich ja auch keineswegs gegen Zweifel an der Weiterexistenz des Projekts „S!sters“ gerichtet (wobei ich mich über eine solche sehr gefreut hätte), sondern gegen die Art und Weise der Kommentierung.

        Übrigens bin ich immer wieder von Deinem stark ausgeprägten Selbstbewusstsein beeindruckt („es ist doch selbstredend“, „Das ist ausgeschlossen“, …) 🙂

        Übrigens zum Zweiten: Beim San-Remo-Festival haben mir zwei Titel gefallen, in deren Zusammenhang ich dann irgendwo das Wort „Rap“ gelesen habe („No Grazie“ von Junior Cally und „Eden“ von Rancore). Ich weiß gar nicht, wie mir da geschieht, ich werde doch nicht etwa zum Rap-Fan werden??? Oh Schreck!

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