Talking Tel Aviv (5): Mehr ist mehr – aber nicht beim Pausenact

Foto: Thomas Hanses

4 Stunden und 11 Minuten. So lange dauerte das Finale des Eurovision Song Contest 2019 und damit länger als jemals irgendeine ESC-Show gedauert hat. Mehr als eine Stunde davon stand kein einziger Künstler des aktuellen Jahrgangs auf der Bühne und es wurden auch keine Punkte vergeben. Nein, etwa ein Viertel der Show machte das Pausenprogramm aus, also die so genannten Pausen- bzw. Interval Acts und natürlich drei sehr ausführliche Schnelldurchläufe und Votingaufrufe.

Geboten wurde in dieser Zeit einiges: Die Vorjahressiegerin Netta durfte ihren neuen Song „Nana Banana“ singen. Idan Raichel, einer der Ausnahmekünstler Israels, versammelte etliche andere Künstler, um gemeinsam mit ihnen als Idan Raichel Project das Lied „Bo’ee – Come to Me“ aufzuführen. Die ESC-Stars Måns Zelmerlöw, Eleni Foureira, Conchita Wurst und Verka Serduchka (Fotos) sangen gemeinsam mit Gali Atari den Siegersong „Hallelujah“ und coverten gegenseitig ihre Songs. Jeder dieser Auftritte war für sich genommen jede Sekunde wert, aber in der Masse zog sich das Pausenprogramm dann eben doch extrem.

Und dann war da – neben verschiedenen Einspielern und anderen nicht-musikalischen Einlagen – noch Madonna, die mit 1,5 Millionen Dollar nach Tel Aviv gelockt worden war, für die ganze Hoteletagen geräumt, Badezimmer umgebaut und Probenpläne äußerst flexibel gestaltet wurden. Selbst wenn ihr Auftritt der beste aller Zeiten gewesen wäre (und dass er das nicht war, wird noch Thema einer weiteren TTA-Folge sein), bleibt doch die Frage, ob dieser Aufwand wirklich notwendig war, nur um die Show noch weiter in die Länge zu ziehen.

Eigentlich waren die Intervall-Acts doch mal dazu gedacht, die Votingpause zu überbrücken. Sollte man nicht versuchen, das zukünftig auch wieder so zu handhaben? Und wie lange brauchen die Leute wohl, bis sie sich entschieden und angerufen haben? Reichen dazu nicht 30 Minuten – am Anfang, in der Mitte und am Ende jeweils ein Schnelldurchlauf und zwischendurch zwei 5- bis 7-minütige Pausenacts?

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Durch das aufgeblähte Finale kann nicht mehr verargumentiert werden, warum nur 26 Beiträge im Finale gegeneinander antreten sollen. Kürzen wir doch das Pausenprogramm und lassen stattdessen 12 Titel aus jedem Halbfinale ins Finale, denn um die Songs des ESC-Jahrgangs soll es doch eigentlich gehen. Oder die Punktesprecher dürfen zukünftig auch wieder ihre 8 und 10 Punkte verkünden?

Was meint ihr? War das Pausenact in diesem Jahr zu lang? Wo könnte man kürzen? Diskutiert gern unter diesem Artikel.

Bereits erschienene Talking-Tel-Aviv-Folgen

(1) Duncan Laurence, der lachende Dritte
(2) Leider ein berechtigter vorletzter Platz für Deutschland
(3) Dynamisches, emotionales und farbenfrohes Opening des Finals
(4) Braucht’s wirklich vier Moderatoren?



50 Kommentare

  1. Ich fand den Pausenact in diesem Jahr wirklich etwas zu lang. Es hätte gereicht, wenn nur Madonna und Netta aufgetreten wären. Noch besser wäre ein Intervallact mit Netta, Gali Atari, Yizhar Cohen und Dana International gewesen, die ehemalige ESC-Gewinnersongs gecovert hätten. Ob sich da einer an „Satellite“ von Lena getraut hätte?

  2. Das Pausenprogramm war trotz des absoluten Sing-my-song highlights viel zu lang; alles was mit Madonna zu tun hatte, hat die ansosnten sehr gute Show kurzzeitig zum Stillstand gebracht.
    Danke für diese Nachbetrachtungen, Jungs; immer sehr interessante Einsichten, die auch zu ordentlichen Diskussionen in den Kommentaren führen!

  3. Fand die Pausenacts und damit die gesamte Sendung ebenfalls zu lang. Selbst wenn Madonna geliefert hätte, hätte ich ihren Auftritt für verzichtbar gehalten…der ESC hat es meiner Meinung inzwischen nicht mehr nötig, durch internationale Gaststars ohne Bezug zum Event auf sich aufmerksam zu machen. Dann lieber Künstlern aus dem Gastgeberland eine Bühne bieten (Idan Raichel wurde durch den Madonna-Fail völlig unnötigerweise in eine unverdiente Nebenrolle abgedrängt). Also solche Auftritte gern einsparen und dafür gern, wie vorgeschlagen, ein paar Finalplätze mehr.

  4. Vielen Dank, wieder einmal ein sehr guter Artikel! Sehe ich genauso. Am besten hat mir noch Idan Raichel gefallen, hätte mir auch ein kürzeres Pausenprogramm, dafür mehr Acts mit Bezug zur heimischen Musikszene gewünscht. Für die Zukunft würde ich mir auch wünschen, dass man die Votingphase ein wenig
    strafft. Meinetwegen können sich gerne ein bis zwei Acts mehr pro Halbfinale qualifizieren.
    Freue mich aber schon auf die Veröffentlichung der DVD.

  5. Show viel zu lang. Opening & Intervall Acts deutlich kürzen, auch das Voting an sich kann man noch etwas verkürzen.

  6. Mit Rücksicht auf die Blasen der Kommentatoren und aller anderen, die während der Show nicht wegkönnen, plädiere ich statt für 8-12-Durchsagen und mehr Wettbewerber im Finale statt stundenlanger Interval-Acts für eine Show unter 4 Stunden statt stundenlanger Interval-Acts.

  7. Weder Madonna hat geliefert noch fand ich den Großteil des israelischen Selbstverwirklichungs-Potpourris spannend. Interval war wie früher in der Tokioter Metro, wo alles reingepresst wurde. Dazu dann auch irgendwie Conchita ein totaler Fremdkörper.

  8. 8-10-12 wieder einführen!
    Das bietet den Künstlern wieder mehr Raum und man kriegt sie visuell mehr mit, plus man hat Zeit, sich auf die Punkte einzustellen, und für mich steigert das noch mehr die Spannung, wenn ich sehen kann, „mein Favorit ist mit dem 8er gerade von 11 auf 8 gestiegen“.

    Ja, es sollte um die aktuell teilnehmenden Künster gehen, die gehen mir von Jahr zu Jahr immer mehr unter.

    Und so schafft man auch Identifikation beim jewiligen TV-Publikum: „oh, guck mal, da ist unser Kobi, Miki, Luca, unsere Nevena, Tamta, Michela, etc.“ Man freut sich mehr und man fiebert wieder mit den einzelnen Punkten mit.

    So werden auch nochmal 8 und 10 wieder was wert, und man sieht nicht nur 10xJon, 6xMahmood und 6xDuncan und 6xTamara plus 3-4 andere.

    Und es geht nicht nur um das Prinzip, the winner takes it all, das v.a. das neue Televotingverfahren hervorhebt. 20 mal enttäuschte Künstler find ich nicht schön.
    Da würde ich mir wünschen, dass man auch nochmal auf diese Punkte leicht aufschlüsselt, vl sogar das Publikumsranking dazu nennt.

    We all get the point.

    Könnt ihr eure eigene Superidee an den NDR und damit an die EBU tragen?

    • ah übrigens, da ich an einem Online Contest seit 2008 mitmache, bis 26 ist es super, 28 geht auch.. irgendwann wird es unübersichtlich.
      Könnte mir vorstellen, dass man damit Pandoras Box öffnet von seiten der Ausgeschiedenen, denn dann wird die Diskussion heißen, wieso nicht alle zulassen, oder die Semis über Wochen austragen in einem The Voice Prinzip und mit Duellen aufbauen.. anstrengend und erinnert an die 90er..
      Und ich will auch keine Online-Vorauswahl.

      Ich denke 10 Qualifikanten sind ganz okay..

  9. Wenn ich es richtig verstande, uferte das Pausenprogramm ja auch gerade wegen Madonna so aus; weil bis Donnerstag vor der Show nicht klar war, ob sie nun auftritt oder nicht und die Israelis alternativ die (deutlich besseren) Highlights mit Sing meinen Song etc. vorbereitet hatten – und am Ende dann beides sendeten.

    Auf jeden Fall war das viel zu lang. Ein Votingfenster von 20 Minuten und ein entsprechend kurzes Pausenprogramm reichen völlig. Mehr Finalisten möchte ich trotzdem nicht, ich finde 26 Lieder schon zu viel, um sich am Ende an alles erinnern zu können. Ich würde sogar eher noch auf 7-8 Songs pro Semi kürzen oder grundsätzlich die Big-5-Regelung noch mal in Frage stellen wollen, mit der sich ja auch die beteiligten Länder keinen Gefallen tun.

    Beim Punkteverlesen rege ich folgende Alternative an: jedes Land muss sich vorher verbindlich entscheiden, ob es die drei Topplatzierungen (8, 10 und 12 Punkte) verlesen will, dafür aber auf jegliche Grußformel, Eigenwerbung und Höflichkeitsfloskeln („It was a magnificent show“) verzichtet. Oder der Ansager darf labern, dafür aber nur die Douze Points ansagen. 😉

    Oh, und bitte keine internationalen Superstars mehr, die alles überschatten (ob im Guten oder Schlechten). Der ESC ist der Star, seine Teilnehmer/innen sollten im Fokus stehen. Die Auftritte von Justin Timberlake oder Madonna entwerten die Show.

  10. Um mehr Qualität in den Wettbewerb zu kriegen, sollte die Big5-Regel tatsächlich abgeschafft werden. Dafür können sich dann meinetwegen jeweils 12 für’s Finale qualifizieren. Einzig das Vorjahressiegerland sollte für das Finale gesetzt sein. Damit hätten wir 25 Songs zur Wahl und das reicht aus.

    In Deutschland kann man die Halbfinale ja auch aufwerten, indem man die Sendungen ins Hauptprogramm verlagert. Da gibt es dann möglicherweise am Sonnabend auch mehr Zuschauer, weil Interesse geweckt wurde. Den 625. Krimi der Woche kann man da auch mal in den Spartenkanal verbannen.

    Intervallacts mit internationalen Stars kann man weglassen und deutlich einkürzen. Wenn dadurch auch noch die Punktevergabe ohne Gelaber wieder auf 8, 10 und 12 ausgeweitet werden kann, soll es mir recht sein.

  11. Bitte nicht mehr als 26 im Finale, das wird sonst arg unübersichtlich bzw. ich muss mir ja auch noch die Anrufe aufteilen etc., da kriege ich bei 30+ Teilnehmern ja Anfälle…
    Das „Thank you for an amazing show“ etc. gehört schon zum guten Ton, ich finde das sympathisch und ja, auch die Spokespersons sollen für mich ihren Moment im Rampenlicht bekommen, da darf der Smalltalk schon sein – ansonsten kann auch ein Computer die 8-10-12 runterrattern, das ist doch nix ohne die Persönlichkeit… Wenn Barbara sagt „Welcome from the famous Reeperbahn“ und alle beim public viewing jubeln, das gehört dazu! – und zwar egal, welche Spokesperson und welches Land 😉

    • „Public Viewing“ bedeutet übrigens „Leichenschau“. Na ja, wer´s braucht…. Mir persönlich ist da eine etwas „nüchterne“ Punktevergabe lieber.

  12. Ein Intervall Act mit ESC- Bezug ist vollkommen ausreichend. Dies eine Stunde Intervall war zum Schluss hin nur noch Folter. US Superstars sind komplett überflüssig und haben mit dem ESC nix zu tun. Hier soll Europa und dieser Traditionswettbewerb gefeiert werden.
    Dreieinhalb Stunden sind absolut ok für die Show. Eine Option wäre noch auch das TV Ergebnis wie das Jury Ergebnis bekannt zu geben, dann wäre auch wieder die Parität der beiden Ergebnisse hergestellt.

    • Im Vorfeld wurde der Madonna-Auftritt von einigen Fans kritisch gesehen und prompt fielen von der anderen Seite Begriffe wie „bockig“ und „globalisierungsfeindlich“. Wer hat denn nun Recht gehabt ?

      Die Häme hätte ich mir als ehemaliger Superstar besser ersparen können….

    • Das Idan-Reichel-Projekt war hervorragend. Davohn hätte ich gerne mehr gehabt anstatt mancher überflüssiger Laberrunden im Green Room.

  13. Von den Proportionen her sollte man etwa 15 Minuten für die Eröffnung, etwas mehr als 100 Minuten für die Songs inkl. Zwischenmoderationen, etwa 30 Minuten für die Pause und etwa 45 Minuten für das Voting veranschlagen. Grundsätzlich finde ich es aber auch gut, wenn es nicht jedes Jahr genau das gleiche Schema ist, sondern jedes Land auch einen gewissen Gestaltungsspielraum hat. Ohne Madonna wäre es heuer ganz ok gewesen.

  14. Die Idee mit der Selbstverpflichtung klingt charmant, aber seien wir ehrlich: Die 25 Sek. Fame sind als Gelegenheit sich selbst wichtig zu fühlen eben doch zu verführerisch, als dass es funktionieren würde.

    Übrigens, wenn ausgerechnet der freaky polnische Spokesman dem israelischen TV zu der queersten ESC-Show seit Jahren begeistert applaudiert, müssen doch bei TVPolonia die Beschwerdehotlines glühen. Irgendwie fand ich das hübsch politisch auf eine ganz eigene Art.

    Das Experiment Madonna ist sicher in die Hose gegangen, aber in der ablehnenden Diskussion ist schon extrem viel „In-The-(ESC)Box“ Denke drin.

  15. Ich finde auch diesmal war das Programm viel zu lang und langatmig und bin da ganz eurer Meinung 30 Minuten reichen aus und dann lieber bei der Wertung 8,10 und 12 Punkte durchgeben und vielleicht 2 Acts mehr aus den Semifinals . Ich hoffe und glaube die Niederländer kriegen das hin und sorgen sich mehr um Qulität und nicht Quantität 👍🙏

  16. Die länge der show war doch einzig madonna zu verdanken. Allein die ganze lobhudelei der moderatoren und das anpreisen wie sauer bier hat doch schon 20minuten gekostet.
    „Superstars“ beim esc brauchts nicht. Cool fänd ich, wenn die drei erstplazierten des letzten jahres den intervall-act bestreiten, quasi als zusätzlicher anreiz.

  17. Fand die Pause auch zu lang. Irgendwie finde ich auch, sind die Interval-Acts in den Semis fast besser und auch passender zum ESC. Aus meiner Sicht sollte gerade dort mehr ESC-Bezug oder man könnte künftig den Sieger des African Song Contest etc. auftreten lassen. Gelungen finde ich auch immer wieder Zusammenschnitte oder Programmpunkte i.S.v. „Tribute to ESC“ – der ESc ist mittlerweile Ü60. da gibt es doch genug Kurioses und Unterhaltsames. Dieses Jahr fand ich das auf jeden Fall besonders gelungen. Sonst wäre ich wieder für das Verkünden der 8-10-12. So kommt auch so manch überraschende Wertung deutlich stärker zum Tragen, wie z.B. 10 Punkte aus Tschechien an Slowenien, Griechenlands 8 Punkte für San Marino oder Israels 8 Punkte an Estland (ausgehend von den Jury-Wertungen)

  18. Die Interval-Acts waren definitiv zu lang dieses Jahr. Ich dachte schon, dass Jury-Voting wird so vorgelesen, wie das Televoting, weil die Zeit davonlief. Madonna war echt überflüssig, obwohl ich einige ihre Lieder sehr mag. Die Schweden hatten 2016 ja auch gezeigt, dass es mit Stargast aus den USA in den Zeitrahmen passt.
    Das Beiträge fürs Finale würde ich nicht ausweiten, eher wieder auf 25 kürzen. Die Big-5 Regel abschaffen und dafür 12 Beiträge aus jedem Halbfinale weiterkommen lassen. 12+12 = 24 Beiträge + Lied des Siegerlandes = 25 Beiträge, dass automatisch für das Finale gesetzt ist. Die Big-5 Regelung hat sich für einige Länder zum Nachteil erwiesen. (Großbritannien und Spanien verharren jenseits der 20 und Frankreich hat auch eher Tendenz nach unten. Einzig Italien hat einen Vorteil, durch zugegebenermaßen außergewöhnliche Songs) Und ja, dann ist Deutschland eben 5 Jahre (eventuell) mal nicht im Finale. Wobei ich Carlotta und Laurita gesanglich sehr gut fand. Aber mit gutem Gesang gewinnt man den ESC nicht mehr. Die Zeiten haben sich (leider) geändert. Die Niederländer hatten auch schon eine Pechsträhne; mit ich glaube 9 Mal am Stück ausgeschieden. Irgendwann kommt das richtige Lied mit dem richtigen Sänger, Sängerin oder Gruppe und man kommt zumindest wieder in die Top 10.

    • Auch früher war guter Gesang kein Punktegarant, zugegeben: Es half früher mehr, wenn man tatsächlich singen konnte.

    • Die BIG-5-Regel könnten sie von mir aus auch gerne abschaffen. Das werden sie aber nicht machen, glaube ich, und zwar nicht, weil die BIG 5 die größten Geldgeber sind, sondern wegen der Zuschauerzahlen. Würde z. B. Deutschland und UK nicht im Finale auftreten, wären das schon ein paar Millionen weniger Zuschauer im Finale. Das sind zwei doch recht große Musikmärkte, viele Länder haben wohl u. a. auch die Hoffnung, dass ihre Künstler in den BIG-5-Ländern bekannt werden, könnte ich mir vorstellen.

      • Ich glaube eher, dass die ebu die BIG-5 auf BIG-6 erhöht und der zuschauerstarken türkei eine wildcard schenkt

      • Ich tippe da wohl eher auf Schweden – ist schließlich seit einigen Jahren der Marktführer….

  19. Die Pausenacts um Verka, Conchita usw fand ich richtig richtig toll.

    Madonna war einfach nur mega Fehlplatziert und hat viel zu viel Zeit gekostet. Eurovisionsbezogene Pausenacts sehr gerne eben wie oben, aber keine „Stars“ die dann noch nicht mal live singen können und stundenlang interviewt werden + ein Pseudorapper den niemand kennt.

    Auf dieses Jahr bezogen:

    Pausenacts abgesehen von Madonna waren gut.

    Die Votingzeit sollte deutlich gekürzt werden und generell waren doch abgesehen von Madonna die Pausenacts ziemlich kurz. Ich würde auf ca. 20 Minuten tippen… der Rest war entweder irgendwelches gelabber oder Madonna, oder beides…. letzteres bitte streichen. Danke.

  20. Also hätte Madonna da ne super Show hingelegt, wären alle außer sich und total begeistert. Hat sie aber nicht, schade eigentlich. Von daher finde ich die Diskussion um Superstar beim ESC oder nicht müßig.
    Klar, grundsätzlich war das ganze einfach zu lang aber auch sehr kurzweilig.
    Die Frage ist doch, wie sind überhaupt die Vereinbarungen mit den einzelnen Sendern zur Übertragung? Stichwort Werbepause (Greenroom, Magier, etc.).
    Wie viele Votings wollen die EBU und ihre Sender generieren? Stichwort Schnelldurchläufe.
    Wie lange benötigt man für die Auswertung der Televoting-Stimmen?
    Grundsätzlich würde ich alles so belassen, mit einer Außnahme.
    Nur noch ein Kracher-Pausenact mit Landes-oder ESC-Bezug zwischen den Beiträgen und der Bekanntgabe des Juryvotings.

    • Dem kann ich nur zustimmen, so stelle ich es mir auch so vor. Möglichst viel Landes- und ESC-Bezug.
      Immerhin soll doch auch für das jeweilige Gastgeberland geworben werden (Stichwort Tourismus).

  21. Der Pausenact dieses Jahr war definitiv zu lang.
    Von der irgenwann mal selbst vorgegebenen Finallänge von 3h scheint sich die EBU ja mittlerweile verabschiedet zu haben.

    Wenn man von den in den letzten Jahren üblichen 15 Minuten Televotingzeit ausgeht, würde seit der Einführung des Splitvotings ein Interval Act von 5 Minuten zwischen zwei Schnelldurchläufen reichen.
    Danach könnte sofort mit den Jury-Votes begonnen werden, da die ja schon am Abend vorher vergeben wurden. Währenddessen wird das Televote ausgewertet und anschliessend verkündet.
    Das wäre die straffeste Variante.

    Das der ausführende Sender mehr zeigen möchte ist verständlich. Das sollte sich dann aber auf führende nationale Musik-Acts oder Inhalte mit ESC-Bezug beschränken und incl. Votingzeit maximal 30 Minuten dauern. Mentalisten und internationale Superstars braucht es da wirklich nicht.

    Und wenn Deutschland nicht per Big5 qualifiziert wäre, würden nicht die Semis in die ARD wandern sondern auch das Finale noch zu One.
    So schwer wie sich die ARD mit dem Song Contest im Hauptprogramm tut.
    Es ist und bleibt mir unverständlich das die ARD-Oberen es nicht fertigbringen die Semis ins Hauptprogramm zu stellen.
    Das ist aber bestimmt auch Rücksichtnahme auf Herrn Urban, der ja sonst für die Finalteilnehmer nicht wie bisher die identischen Anmoderationen und Gags nutzen könnte. Aber das ist ein anderes Thema….

  22. Für mich war die Votingzeit definitiv auch zu lang. Wer braucht denn eine Stunde um 20mal anzurufen, ah ja okay, wenn man drei Handys hat vielleicht…..
    Ich bin ein riesiger Madonna-Fan und liebe ihre Konzerte. Aber, dass sie hier fehl am Platz ist, war mir vorher klar. Fand ich auch schon bei Timberlake. Die anderen Intervall-Acts waren alle toll, man könnte sie aber auf die drei Shows aufteilen. Auch der Opening Act war zu lang, wenn auch toll gemacht.
    Aber bitte nicht die Zahl der Titel im Finale erhöhen. 26 passen gerade so auf meine CD für das Auto, in umgekehrter Reihenfolge des Ergebnisses. Aber das ist nicht der Hauptgrund, man muss sich am Ende ja noch an die Lieder vom Anfang erinnern können. Sonst brauchen wir mehr Schnelldurchläufe und die wären ein Eigentor. 3 Stunden Showlänge sollten absolut ausreichen.
    Die Bekanntgabe von 8 – 10 – 12 würde dem Juryvoting zu viel Gewicht in der Show geben, ist so schon fraglich.
    Was vergessen?

  23. Was zu lange war, haben alle anderen schon erwähnt. Wo spart man Zeit?

    Mal Rechnen. Eröffnung maximal zehn Minuten. Sollte locker passen indem nur ein(e) Moderator(in) auf der Bühne ist. 21:10:00
    Pro Land 240 Sekunden – 55 für die Postkarte, 180 für den Song und 5 Sekunden nach dem Song. In manche Länder abweichend 20 Sekunden Werbung und 35 für die Postkarte.
    Mit 26 Teilnehmer braucht man so 104 Minuten. Ohne zusätzliche Werbepausen.
    22:54:00 Stimmabgabe und Schnelldurchlauf. Wie lange braucht man um einen Stimme abzugeben? Reicht einmal einen Schnelldurchlauf? Oder doch zwei Mal, direkt nacheinander? Erst nach dem Start des Votings die Regeln bekannt geben, spart auch Zeit und die meisten Zuschauer wissen es ohnehin.
    23:09:00 Ende Abstimmen. Schließlich wollen wir rechtzeitig fertig sein. Pauseact.
    23:30:00 Start Bekanntgabe der Punkte. Aber anders. Die Künstler aller Länder, also auch die es nicht ins Finale geschafft haben, sollen die zwölf Punkte von Jury und Publikum bekannt geben. So bekommt man alle Teilnehmer noch einmal zu sehen. Falls 50 Länder teilnehmen, dauert dieses Teil immer noch sehr lange. Bis zu 50 Minuten.
    00:20:00 Gewinner ist bekannt.
    00:30:00 Ende.

    So einen Ablauf fragt Erfahrung beim Sender. Dieses Jahr wirkte die Regie manchmal überfordert, insgesamt wollte man zu viel in zu wenig Zeit. Weniger ist mehr. Da es wirklich sehr schwierig ist die ganze Sendung zu kürzen, bin ich eher dafür eine halbe Stunde früher anzufangen, unmittelbar nach den Nachrichtensendezeit in vielen Ländern.

    • Sorry, was haben denn die Künstler mit der Ansage der Punkte zu tun ? Bei manchen würde da es auch mangels Sprachkenntnisse scheitern. Nein, daß mit den jeweiligen Spokespersons“ hat schon viel Sinn.

      Ich fand die Prozedur dieses Jahr nahezu perfekt, es gab viel feierliche Atmosphäre und Spannung ohne Ende. Nur auf Pausenacts wie Madonna kann ich gerne verzichten.

      • Wie oben und unten bereits angemerkt: extra Aufmerksamkeit für alle Künstler. Und dazu ist es für die Teilnehmer weniger langweilig. Noch ein Vorteil: es geht schneller, da bleibt Zeit um auch die 12 Publikumspunkten zu erwähnen ohne alles ins undendliche zu ziehen.

      • Ich denke, die Künstler sind emotional schon angespannt genug. Wenn die noch kaum Punkte haben und dann gut gelaunt die 12er ihres Landes verkünden müssten, fände ich das schon grenzwertig.

      • Das kann man lenken. Es gibt 40 bis 50 Teilnehmer, die für ihr Land die Punkte ansagen dürfen. Für die erste 15 kann man wechseln zwischen Platz 1-5, Platz 21-26 und 5, die nicht im Finale aufgetreten sind. Sollte man vorher nicht sagen – offiziell ‚wer zuerst die Punkte fertig hat, ist als erster dran.‘

        Selbstverständlich sind alle angespannt. Punkte bekannt machen, lenkt ab, zwingt die Teilnehmer sich auf etwas anderes zu fokussieren. Für eine Minute.

        Jetzt noch eine Lösung für die Publikumsstimmen aus San Marino. Die Idee einen Voting-Panel einzusetzen mit 100 Einwohner, erscheint mir gut. Auch wenn San Marino erst fertig ist mit Zählen, wenn die Bekanntgabe schon angefangen hat.

  24. Wie wärs denn, wenn zumidest neben den 1-12 Punkten der Jury, wenigstens noch der jeweilge Publikums-12er pro Land verkündet und umgesetzt werden würde?

    • Mit dem jetzigen System find ich das aber ein bisschen kompliziert, weil alle Punkte addiert werden. Man könnte höchstens erwähnen wie viele 12er das Land bekommen hat. Nimmt aber dann letztendlich die Spannung aus dem System

    • Wenn man es mittels Schaltungen in alle Länder macht, wurde die Bekanntgabe noch einmal 25 bis 40 Minuten länger dauern. Deswegen meine Gedanke, die 12-Punkte von den Künstlern verkünden zu lassen. So hat man alles zugleich: Punkte, Reaktionen, hier und dort ‚Thank you‘ und auch SängerInnen, die es nicht ins Finale geschafft haben, bekommen so noch etwas Aufmerksamkeit.

    • Ich fänd’s gut, wenn man vor der Verkündung die Punkte aus Jury- und Televotingwertung addiert und die besten Summen dann vorliest, also z.B. alle über 12 (bis maximal 24). Einblenden würde man in diesem Beispiel also die Summen von 1 bis 12. Sollte der Extremfall eintreten, dass es keine Überschneidungen zwischen nationaler Jury- und Televotingwertung gibt, dann würden einfach die beiden 12er-Wertungen vorgelesen.

      Was die Dramaturgie angeht, wäre das wieder wie vor 2016. Die Vorlesereihenfolge sollte vorher unbedingt ausgelost werden, auch auf die Gefahr hin, dass der Sieger schon früh feststeht. Es gibt ja immer noch viele spannende Entwicklungen auf der Wertetafel zu beobachten. So wie es in den Jahren direkt vor 2016 lief, konnte man davon ausgehen, dass die am Anfang Führenden nicht die Gewinner sein würden.

      • Das war doch auch dieses Jahr der Fall, immerhin lagen die ersten Vier bei der Jury dicht beisammen. Da konnte man noch nicht absehen, wer denn gewinnt….. Ich fand die Dramarturgie dieses Jahr exzellent, könnte nicht besser sein.

  25. Die Show war viel zu lang! In den 80er Jahren dauerte die Show 2,5 Stunden, in den 70ern max. 2 Stunden! Wer schaffet denn heutzutage noch vier Stunden am Stück? Daher auch bitte keine Erhöhung der Teilnehmerzahl im Finale. Das Opening mit „Flaggenparade“ hat mir gefallen, es war sehr unterhaltsam. Das gehört dazu. Hallo sagen und dann ab zum ersten Teilnehmer fände ich lieblos. Aber die ewig langen Intervall-Acts fand ich furchtbar. Ein lokaler Act und eine nette Grand-Prix-Erinnerung würde m.E. reichen oder braucht die EBU so lange für die technische Auswertung des Votings? Jedenfalls keine internationalen (amerikanischen) Superstars ohne ESC-Bezug mehr. Wie aufrechtgehn schon schreib: das entwertet die eigentlichen Teilnehmer.

    • Wenn die Show wirklich fast fünf Stunden dauern soll, dann sollten auch mehr Teilnehmer im Finale sein dürfen… Auf das ganze Brimborium kann ich ansonsten gerne verzichten.

  26. Uff, es war wirklich entschieden zu lang beim Finale, und es war auch nicht ersichtlich, warum das so war. Wenn das stimmt, was aufrechtgehn schreibt und es an Madonna lag, war das schon ein gewaltiger Schuss in den Ofen. Überhaupt, warum musste das überhaupt sein? Traut man den eigenen Teilnehmern und Künstlern so wenig zu? Wenn man sich zweiundelfzig Pausenacts anschaut, dafür aber durchs Voting galoppiert, hängt doch irgendwas gewaltig schief…

    Also, nächstes Jahr: Weniger Pausenacts (und schon gar keine Madonna oder sonst irgendeinen Gigantonamen, der mit dem ESC gar nix zu tun hat), mehr Fokus auf die Künstler und die Wertung.

    • Ich bin froh, daß diese Meinung anscheindend die der Mehrheit hier ist. Ich wurde ja schon im Vorfeld als „ewiggestrig“ bezeichnet, als ich es hier gepostet habe…..

  27. Wie bei allem dieses Jahr: von allem zu viel. Zu viele ModeratorenInnen, zu queer, zu lang, zu viele Totalaufnahmen, zu viel Vergangenes, zu viel schon gesehenes. Es wirkte, als ob jemand bei Kan die Mellos und ESCs der vergangenen Jahre unbedingt übertrumpfen wollte und letztendlich nur eine gute Kopie hergestellt/zusammengestellt hat

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