Talking Tel Aviv (8): Muss man den eigenen Beitrag unterstützen?

Foto: Thomas Hanses

Eine groß gewachsene weißrussische Journalistin beugt sich zu mir herunter, liest mein Presseschild und fragt: „Oh you are team Germany! How do you like your song?“. Ich hatte mich im Vorfeld bereits auf die Frage vorbereitet, denn ich wusste, dass man mich das vor Ort in Tel Aviv fragen würde. Meine diplomatische Antwort war, dass ich mir dessen bewusst sei, dass Deutschland in diesem Jahr nicht zu den Favoriten zähle. Man müsse jedoch abwarten, was Europa zu den S!sters sagt. Zufrieden war sie mit der Antwort nicht, aber ich würde ihr nicht sagen wollen, dass ich kein großer Fan von unserem Beitrag bin.

Und da sind wir bei der Frage, die mich vor Tel Aviv beschäftigt hat und auch nach dem Contest, speziell nach den berüchtigten „zero points“ beim Zuschauer-Voting beschäftigt: Sollte man den eigenen Beitrag unterstützen, obgleich man ihn selbst nicht gut findet? In Deutschland neigen wir eher dazu, den eigenen Song zu kritisieren und ihn nicht bedingungslos zu unterstützen. Wenn man sich bei den ausländischen Fans und Journalisten umschaut, gibt es da schon „treuere“ Artgenossen. Unvorstellbar scheint es, dass etwa Spanier oder Griechen den eigenen Act verreißen und ihn mal nicht unterstützen. Wenn es zum Beispiel nach Szenen-Applaus und Jubel ginge, müsste Spanien jedes Jahr in den Top 5 landen. Eine Frage der Mentalität? Ein Beispiel aus dem Sport: Selbst Jogi Löw und seine Nationalmannschaft bleiben im Fußballland Deutschland nicht von Kritik verschont. Die wenigsten der Fans würden jedoch aufgrund von negativer Kritik an der Startaufstellung oder am Kader damit aufhören, das DFB-Team anzufeuern.

Ich selbst konnte mich nicht dazu zwingen, die Deutschlandflagge in den Koffer zu packen und in Tel Aviv anderen vorzugaukeln, dass wir so etwas wie die Top 10 knacken könnten. Ein letzter Platz hätte mich nicht geschockt, obwohl ich bei der Verkündung der Null Punkte so entgeistert drein geschaut habe, dass israelische und weißrussische Kameras auf mich gerichtet wurden. Was man in Weißrussland mit mir hat, weiß ich übrigens noch immer nicht. Ich konnte mich auch nicht wirklich freuen und ein „ich hab’s euch ja gesagt“-Gefühl kam auch nicht auf. Aber wer weiß, vielleicht kann ich schon im nächsten Jahr die diplomatische Schiene wieder verlassen und euphorisch Wuppertal 2021 prophezeien.

Was denkt ihr, sollte man den Beitrag aus dem eigenen Land bedingungslos unterstützen? Diskutiert gerne in den Kommentaren.

Bereits erschienene Talking-Tel-Aviv-Folgen

(1) Duncan Laurence, der lachende Dritte
(2) Leider ein berechtigter vorletzter Platz für Deutschland
(3) Dynamisches, emotionales und farbenfrohes Opening des Finals
(4) Braucht’s wirklich vier Moderatoren?
(5) Mehr ist mehr – aber nicht beim Pausenact
(6) Nordmazedoniens erster ESC-Sieg – bei den Juroren
(7) Sind KEiiNO die wahren ESC-Sieger?



104 Kommentare

  1. Nein, weil die Sisters Schrott waren und ich mal wider recht hatte, wer statt einer Aly Ryan mit der wir in den Top Ton gewesen wären, schickt Deutschland zugeschmuggeltes Gekreische das keiner hören will und ncht überraschend hinten landet. Der 25. Platz ist noch viel gut für diese …

    • Uff, mit Aly Ryan wären wir halt auch nicht in der Top 10 gewesen glaube ich…. (aber natürlich sehr viel besser als mit den Sisters, jedoch bin ich der Meinung lilly among clouds wäre die einzig richtige Entscheidung gewesen)

      • Die Antwort wird doch im Artikel schon gegeben:
        Die wenigsten der Fans würden jedoch aufgrund von negativer Kritik an der Startaufstellung oder am Kader damit aufhören, das DFB-Team anzufeuern.
        Flagge zu zeigen heisst ja nicht das man dem eigenen Beitrag den Sieg zutraut oder einen TopTen Platz.
        Zu wissen das der eigene Beitrag nicht im Vorderfeld landet oder einem nicht 100% gefällt, sollte keinen davon abhalten Präsenz zu zeigen, wir machen mit, Deutschland ist vertreten.
        Wir sind stolz bei diesem Wettbewerb mitzumachen und als Nation teil dieser Gemeinschaft zu sein.

    • @Adabalf stimme Dir 100 Prozent zu. Ich glaube aber unabhängig von der Qualität ist viel von der deutschen Distanz zu dem Song und dem Duett der Tatsache geschuldet WIE er entstanden und zum Sieger gemacht wurde. Das war nicht fair den anderen Künstlern gegenüber. Ob Aly Ryan uns zum Sieg oder Top 10 verholfen hätte bleibt Spekulation. Fakt aber ist, bei ihr handelt es sich um eine echte Musikerin, die seit vielen Jahren ihre Songs selbst schreibt, die das aus ist, was sie singt. Die Sisters und ihr Song sind einfach SCHLECHT, warum sollte ich dahinter stehen?

  2. Ich mochte das Lied an sich tatsächlich sehr. Aber dass er uns beim ESC vertritt, fand ich schrecklich, weil ich genau wusste, dass wir damit wieder ganz hinten landen würden. Nichtsdestotrotz habe ich natürlich gehofft, dass es ein Wunder gibt und wir vielleicht doch etwas weiter vorne landen.

    Zum Titel bzw. zur Frage am Ende: nein, muss bzw. darf man nicht. Das machen nur hirnlose Nationalisten.

  3. Ganz Klar Ja! Auch wenn man das Lied nicht mag sollte man es nicht selber schon vorab in Grund und Boden haten. Außerdem geht mir der typisch Deutsche Kulturpessimismus auf den Zeiger.

  4. Also 3 Minuten Unterstützung sollte während des Auftritts möglich sein. Schöner ist es, wenn einem das Gesamtpaket gefällt und ein Ergebnis in den Top 10 möglich ist.

  5. Zumindest sollte man, wenn man gefragt wird, mindestens so diplomatisch sein, wie der Autor dieses Artikels es getan hat. Und zumindest sollte es keine Hetzkampagne gegen die Vertreter des eigenen Landes geben wie es hier passiert ist. Ich hatte dieses Jahr, wie letztes Jahr, bei unserem Vorentscheid auch andere Favoriten, aber wenn die VE rum ist und die Entscheidung erfolgt, dann unterstütze ich den Act, den die Mehrheit gewählt hat und ergötze mich nicht monatelang an irgendwelchen kruden Verschwörungstheorien und akzeptiere die Entscheidung der Televoter in Deutschland und beschimpfe sie nicht. Ich bleibe die 0 Punkte im Televoting sind auch darauf zurückzuführen, das es gegen die Sisters im Netz eine regelrechte Hetz und Schmutzkampagne seitens der Deutschen Fans gegeben hat. Denn in der heutigen Zeit hat das Netz natürlich einen Einfluss.

    • Ach Du meine Güte…. Sorry, mich haben die null Punkte leider gar nicht überrascht bzw. ich habe sie befürchtet. Als Big-5-Nation braucht man nunmal einen Beitrag, der musikalisch herausragt und „Sister“ hat man eben gleich schnell wieder vergessen – absolut nichtssagend. Das hat nichts mit „Hetzkampagne“ zu tun. Wenigstens war diesmal nicht Angela Merkel schuld

  6. Ich denke auch, dass es beim ESC um den besten Song geht. Wie könnte die Punktevergabe auch funktionieren, wenn jeder nur das eigene Land gut findet? Mir ist es lieber, einen Song anzufeuern, genau wie ich beim Fußball auch nur die Jungs anfeuere, die ich sympathisch finde. Dann war das bei der WM 2018 eben Frankreich und beim ESC 2019 die Niederlande und Slowenien.
    Dass Spanien und Griechenland so hinter ihren Beiträgen stehen hat vielleicht etwas mit deren übergroßen Nationalstolz zu tun. Ich für mich habe vor Jahren schon entschieden, dass es keine Leistung ist hier geboren zu sein, weswegen ich nicht für Deutschland bin, wenn deren Song schlecht ist. Wenn ich länger drüber nachdenke, gab es in all den Jahren, in denen ich den Contest verfolge noch nie den Fall, dass ich Deutschland am besten fand. Schade, aber vielleicht ja nächstes Jahr 😉

    • Ich habe Probleme mit dem Wort „Nationalstolz“. Meines Erachtens passen da zwei DInge nicht zueinander….. Aber die Spanier haben wenigstens so viel Eier in der Hose, beim ESC in der Landessprache zu singen (das ist aber jetzt ein anderes Thema….) . Bei den Griechen selbst kam der Beitrag wohl diesmal nicht so gut an

  7. Ach nee, schon zum x-ten Mal diese Diskussion…

    Meine ganz klare Antwort: Nein !

    Ich unterstütze in der Regel die Beiträge, die mir gefallen und da war dieses Jahr der deutsche nunmal nicht dabei (in den Jahren zuvor allerdings auch nur sehr selten). Für mich also nix Neues,….

  8. Nein, man muss den „eigenen“ Beitrag keineswegs unterstützen. Ich habe das in vielen Jahren nicht getan, auch nicht letztes Jahr und auch nicht 2010, als mir die deutschen Beiträge überhaupt nicht gefallen haben.

    Aber man sollte fair sein (Ihr Drei von ESC-Kompakt wart das immer und prompt wurde Euch von manchen Wutschreibern „Hofberichterstattung“ vorgeworfen) und sich nicht an irgendwelchen Anti-Hypes und Shitstorms beteiligen, z.B. von enttäuschten Ryan-Fans oder Leuten, die sich immer noch nicht von der „Frechheit“ erholt haben, dass sich das böse, altmodische, „normierte“, überalterte, unfähige usw. NDR-Televoting-Publikum nicht der „Expertenmeinung“ des ach so tollen ESC-Panels gebeugt hat. Vor allem sollte man nicht seinen eigenen Geschmack verallgemeinern (wie z.B. „das keiner hören will“ im ersten Kommentar um 10:07 hier, ich höre „Sister“ sehr gerne). Mich widert das Nachtreten, das manche hier praktizieren, einfach nur an.

    Und ich hab’s schon mal geschrieben: So viele „Sister“-Gegner hatten sich hier ständig beklagt, welch großen Einfluss doch die Startnummer 7 bei der VE hatte, gleichzeitig werden genüsslich immer wieder die 0 Punkte beim Televoting im ESC-Finale angeführt. Im ESC-Finale war natürlich ausschließlich der ach so schechte Song für das Resultat verantwortlich, und die Startnummer 4 von 26 hatte nicht den geringsten Einfluss auf das Televoting und überhaupt war hier, im Unterschied zur VE, das Televotingpublikum an Expertise nicht zu überbieten (Ironie aus, und nein, ich behaupte nicht, dass „Sister“ mit einer anderen Startnummer in die Top 15 gekommen wären, aber es wären bestimmt mehr als die 0 Televoting-Punkte geworden, auf welche die S!sters hier von manchen nun reduziert werden).

    • Noch ganz kurz, damit ich nicht falsch verstanden werde: Sehr viele hier treten NICHT nach, und natürlich akzeptiere ich, DASS die meisten hier andere Favoriten bei der VE hatten, es geht mir darum, WIE manche ihre Kritik am VE-Siegertitel geäußert haben.

      • Um es noch ein bisschen präziser auszudrücken: Es sind sogar die meisten, die hier ihre Kritik fair geäußert haben (damit schließe ich mich eccehomo42 in seinem Kommentar weiter unten an), auf jeden Fall die allermeisten derer, die hier öfters schreiben. Die fiesen Kommentare waren meistens von Leuten, von denen man zu anderen Themen selten oder nie hört, aber leider trüben sie bisweilen das Gesamtbild (das ich insgesamt weiterhin sehr positiv finde, weshalb ich immer noch sehr froh bin, diesen Blog entdeckt zu haben und mich ärgere, dass ich den Prinz-Blog nicht kannte).

    • @ThomasM. Die Manipulation beschränke sich doch nicht nur auf den Startplatz, der nicht ausgelost wurde. Es gab viele andere Manipulationen seitens des NDR. Nur ein Beispiel: Jeder der sechs Künstler, die in der Auswahl waren und am Songwriting Camp dabei waren hatte natürlich vor Start des Vorentscheids ein Musikvideo. Sechs Videos. Sie durften nicht veröffentlicht werden mit der Begründung an die einzelnen Künstler: Es haben nicht alle ein Video, deshalb ist das ungerecht. NUR ein Act hatte kein ‚Video: Sisters. Dann Strate, der als eindeutig befangen gelten muss und sogar noch die Frechheit besass, Sisters 12 Punkte zu geben. Der Platz hier reicht nicht, um all die Manipulationen aufzuführen.

  9. Nein, muss und sollte man nicht. Weil eben genau das der Charme des ESC ist: Mal fiebert man mit Estland, mal mit Spanien, mal mit Nordmazedonien. Das ist eben der liebenswerte Unterschied zu den Fußballfans und deren Einstellung zu „ihrem“ Klub…

  10. Man sollte fair mit allen Beiträgen umgehen. Das heißt auch, den deutschen Beitrag nicht bedingungslos anzufeuern, denn in der Regel sind ESC Fans vor allem große Musikfans und die fiebern mit ihren Lieblingssongs mit, egal ob Europop aus Norwegen, Balladen aus Niederlande und Mazedonien, Pop-Rap aus Italien oder Popera aus Australien. Nur wer einen Song schlecht findet, weil er aus einem bestimmten Land hat den ESC nicht verstanden. Wer den deutschen Song gut findet, darf ihn gerne unterstützen, wer ihn nicht mag, darf ihn gerne in einem gesitteten Rahmen kritisieren, wie es die meisten hier getan haben.

    • Zwischen bedingunglos anfeuern und bedingungslos haten, runtermachen und hetzen gibt es noch viel dazwischen. Vor allen Dingen heißt das auch, das man eine Entscheidung die die Televotern getroffen haben, einfach akzeptiert und nicht die Televoter beschimpft, nur weil sie die Frechheit besessen haben nicht den eigenen Favoriten zu wählen. Ich habe den Sisters trotzdem die Daumen gedrückt weil sie für Deutschland angetreten sind. Das ist vollkommen legitim. Das ist nicht moralisch verwerflich für sein eigenes Land zu sein. Die Fans in den anderen Nationen drücken ja auch ihren Künstler auch die Daumen. Ich kann es nicht verstehen, warum hier das so als verwerflich angesehen wird. Das ist einfach nur idiotisch.

  11. Beim Sister Act war ich recht nüchtern. Ich wollte mich beim Auftritt überraschen lassen, ob denn wirklich noch das Mittelfeld erreichbar wäre. Schon nach etwa einer halben Minute hatte sich das leider in Luft aufgelöst und meine ursprünglichen Progosen hatten sich bestätigt….

  12. Ach ja, nochmal zu der angeblichen „Hetzkampagne“: Wenn dem so wäre, dann hätten Sisters tatsächlich keinen einzigen Telefonanruf bekommen, dem war ja nicht so. In der Schweiz lagen sie auf Platz 11.

  13. Man muss den eigenen Beitrag nicht mögen, denn das ist subjektiver Musikgeschmack.
    Ich wünsche mir aber grundsätzlich jedes Jahr eine gute Platzierung für Deutschland, weil ich dem eigenen Land schon einen Erfolg gönne. Es ist schön, wenn man sagen kann „ach guck mal, wir sind in den Top 10“ 🙂 Das bedeutet aber NICHT, dass ich mich nicht auch für andere Länder freuen würde, in erster Linie drücke ich natürlich meinem persönlichen Fave die Daumen.
    Beispiel: Mit D 2018 konnte ich persönlich gar nichts anfangen und habe mich trotzdem in gesundem Maße über den 4. Platz gefreut 🙂 2019 habe ich Kate angefeuert wie blöd, fand unseren vorletzten Platz aber trotzdem in gesundem Maße „schade“…

  14. Ich wünschen denjenigen eine gute Platzierung, die meinem Geschmack entsprechen. Ich möchte nicht irgendwas in den Top 10 haben, nur weil es aus einem bestimmten Land kommt und bei Deutschland bin ich da sogar sehr streng…. Das kann aber jeder gerne so halten, wie er/sie es möchte.

  15. Ich habe den deutschen Beitrag in diesem Jahr unterstützt, denn er war von allen Beiträgen, die es dieses Jahr im deutschen Vorentscheid gab, am besten vorgetragen. Gleiches gilt auch für Linus Bruhn und Lilly among clouds. Vor allem habe ich mich diebisch darüber gefreut, daß die Aly-Ryan-Fangemeinde am Ende einen vor den Latz geknallt bekam.

    Ich hatte den Hype um Aly sowieso nicht verstanden und als ich ihren Auftritt sah, wußte ich schon, daß es mit der Teilnahme in Tel Aviv-Jaffa nichts wird. Die Inszenierung war so, als würde man gerade einen LSD-Rausch erleben und gesanglich war das ziemlich amateurhaft. Da waren die Sisters, Linus und Lilly sowie BB Thomaz und Makeda deutlich stärker.

    • @Matty da hat aber einer ganz eindeutig ein Problem – möchte nicht wissen welches ….Wenn von Hetzkampagne die Rede sein kann, dann hetzt Du hier seit Wochen gegen Aly Ryan in einer Form, die darauf deutet, dass Du anscheinend einen persönlichen Rachefeldzug führen musst. Armes Kerlchen!

  16. Ich freue mich, wenn ich unseren Beitrag gut finde und ich ihn unterstützen kann. Das letzte Mal war das für mich Taken by a stranger. Mindestanforderung ist, dass mir der Song nicht peinlich sein sollte, was in den letzten Jahren leider nur bei Michael Schulte der Fall war (nicht mein Geschmack aber qualitativ gut). Ansonsten unterstütze ich wie in meinen Posts erkennbar kräftig meine Favoriten, egal woher sie kommen, z.B. dieses Jahr Lindt-Hasi und 2018 #bodytalkismagic.

  17. Zur Artikelfrage: Nein, auch nicht moralisch

    Warum? Weil es diese Pflicht nichtmal beim Sport gibt. Weil nur internationale Zuschauer beim Wettbewerb stimmberechtigt sind. Es gibt auch keine Pflicht des Senders einen potenziellen Gewinnersong zu schicken. Die Punktebilanz ist auch nur ein Kriterium, ob man einen guten Repräsentanten gewählt hat.

    Man könnte aber erwarten, dass die Leute nicht ständig ihre eigenen Fehden und Schmutzwäsche mit Sender oder Personen dauernd in diese Diskussion einfliessen lassen.

    Ansonsten sind solche Artikel nur dazu gut, die üblichen Spammer, die sich nahezu monothematisch über den dt. VE, Sender oder Schreiber erbrechen, anzutriggern. Lustigerweise behauptet ein Teil der Getriggerten, er würde sich gar nicht für den dt. VE interessieren …

  18. Das ist doch gerade das Tolle am ESC, das man andere Länder supporten kann. Wenn Deutschland einen Beitrag hat, der mir gefällt, unterstütze ich gern. Dieses Jahr war es halt Grütze.

  19. Es ist doch ganz einfach der gross gewachsenen weissrussischen Journalistin ehrlich zu antworten. Ich wuerde Ihr einfach sagen, mir gefaellt der deutsche Beitrag nicht so gut dieses Jahr und wenn die BIG 5 Regelung nicht waere, denke ich haette ein anders Land den Finalplatz verdient. Aber vielleicht moegen ja viele den Beitrag der S!sters , das wurde mich freuen.

  20. Ganz genau so ist es und gerade zwischen 2013 und 2019 (mit Ausnahme Schulte und vielleicht noch Elaiza) war Deutschland bei mir direkt in der Gefahrenzone oder mittendrin – um es mal diplomatisch auszudrücken.

    • Natürlich muss man den eigenen Beitrag nicht supporten nur weil er aus Deutschland kommt. Aber die deutschen ESC-Fans wären gut beraten, den eigenen Beitrag nicht auf jeglicher Plattform wo er erwähnt wird, schlecht zu machen!
      Das geht einem dann schon irgendwann auf den Keks, weil das einfach kein anderes Land so macht und nicht gerade dazu beiträgt, dass Menschen aus den anderen Ländern unseren Beitrag besser finden.
      Ich selbst war auch für Aly Ryan aber dennoch habe mich mit dem Beitrag abgefunden und ihn supported. Ich muss gestehen das die Zero Points dann schon ein Stich ins Herz waren, während bestimmt viele deutsche vor Freude gejubelt haben, weil sie Recht behalten haben.

      Ich wünsche mir fürs nächste Jahr einfach, dass die deutsche ESC-Community sich mit dem Beitrag arrangiert und diesen besonders im Internet nicht zerreißt und überall betonen muss, wir sehr man sich schämt. Denn diese Kritik an allem was Deutschland schickt nervt nur noch.

      • „Denn diese Kritik an allem was Deutschland schickt nervt nur noch.“

        Na ja, das stimmt so nicht ganz. Ich bin seit 2005 online in Sachen ESC unterwegs und habe die deutschen Beiträge 2006, 2007, 2010, 2011, 2012 und 2014 unterstützt. 2007 und 2011 fand ich rightig klasse, die anderen gut. Und wenn ein deutscher Beitrag schwach ist (schwach heißt übrigens nicht schlecht, sondern schwach und nicht konkurrenzfähig im Kontext des jeweiligen Jahrgangs), dann merken das die internationalen Fans schon selbst. Die brauchen keine deutschen Miesepeter, um zu entscheiden, was sie vom deutschen Beitrag halten. 🙂

      • ‚Aber die deutschen ESC-Fans wären gut beraten, den eigenen Beitrag nicht auf jeglicher Plattform wo er erwähnt wird, schlecht zu machen!‘

        Blödsinn. Der eigenen Beitrag 2019 wurde international nur kurz beachtet von Leuten, die alle Songs bewerten wollten. Sonst wurde diesen Song nicht einmal erwähnt.

        Beim ersten Mal hören fand mein Sohn den Beitrag so gut, dass er nach einer Minute bereits umschaltete. Danach haben wir die Sängerinnen zwar gesehen, aber ohne Ton.

      • Sag mal, geht’s noch? Möchtest Du a la AKK jetzt Meinungen regulieren? Oder hast Du nen Job beim NDR? Unfassbar, was manche abssondern… „zwangsarangieren“

  21. Mir geht es auch eher um das Lied, egal aus welchem Land. Dennoch, finde ich, kann man seine Enttäuschung über den eigenen Beitrag vernünftig äußern und nicht beleidigend oder ausfallend reagieren. In Deutschland ist das aber ja gelebte Kultur – und das nicht nur in der Community, sondern auch gern genutzt von den Medien. Es wundert mich nicht, dass sich in Deutschland kaum namhafte Künstler finden, die sich für den ESC bewerben wollen.

  22. @Maximo Gonzalez,

    zieh nicht immer so knall enge Hosen an, dann lassen Dich die weissrussischen Journalisten in Ruhe …

    • Man hätte gedacht gerade für die weissrussischen Journos wäre Laserevs knallenge Hose die Hauptattraktion ;-).

      • Ja, @4porcelli – Rowdy Rowdy 4ever das waren sie ja auch, aber dann ging der Blick der weissrussischen Jornalistin auf @Maximo Gonzalez. Von da an hatte er keine Ruhe mehr.
        Alle Kameras auf Maximo, es hatte sich rumgesprochen…

      • Peter Philipp , Journalisten, NICHT Jornalisten. Du bekommst sonst auch sehr viel Aufmerksamkeit..

  23. Ich nehme als Beispiel dann jetzt auch mal Fußball: bei der letzten WM war nach der Vorrunde Schluss. Und ehrlicherweise war das auch verdient. Da ich aber Fußball liebe, habe ich mir eine Zweitmannschaft ausgeguckt, mit der ich dann mitgefiebert habe. Beim ESC ist das ähnlich: ich höre mir die Lieder an, und setzte sie in eine Reihenfolge. Dem Lied, welches mir am Besten gefällt, wünsche ich den Sieg. Das kann Deutschland sein, ist aber leider in den seltensten Fällen so. Und wenn schon beim VE so deutlich klar ist, dass das Lied in keinster Weise meinen Vorstellungen eines guten Liedes entspricht, gestehe ich mir ein, dass die niedrige Platzierung in diesem Falle dann nun auch verdient ist.
    Bei den Schwestern hat doch das ganze Paket nicht gestimmt. In den Songchecks auf eurovision.de hat Isabell Varell hierzu eine schöne Analyse der Interpretinnen in Bezug auf Song und Message gebracht.

    Ich mag diese konzipierten Lieder eben nicht und kann mich dann auch nicht verstellen und ein Lied gut finden, nur weil es aus meinem Land kommt. Und warum sollte ich das dann nicht auch so kommunizieren dürfen? Beim Lesen der Kommentare, die in allem gleich eine Verschwörung vermuten, kann ich mich nur wundern: da wird aus einfacher Kritik ein Shitstorm gebastelt, der gleich einen leichten Wellengang zu einem Tsunami heraufbeschworen wird. Diesen Menschen möchte ich immer so gerne das Grau zwischen dem Schwarz und Weiß empfehlen!
    Will meinen: nein, man muss nicht immer zum eigenen Land halten! Wenn mich jemand gefragt hat, wo der deutsche Beitrag landet, war ich ehrlich, und lag damit richtig! Ich empfehle denjenigen, die mich so etwas fragen, dann aber immer eine oder mehreren Künstler aus meinem Land, mit denen ich tatsächlich mitfiebern würde: und zwar nicht, weil diese deutsch sind, sondern meinen Geschmack treffen!
    So einfach ist das….

  24. Für solche herrlich entspannten Kommentare bin ich echt dankbar ich teile Deine Ansichten zu hundert Prozent. Leider gibt es auch „Fans“, die das anscheinend nicht kapieren, wenn man sich den mitunter harschen Ton hier zur Kenntnis nehmen muß….

  25. Nope, man „muss“ schon mal gar nichts.

    Ich bin deutsch-griechisch und lebe in Spanien.

    Jedes Land geht kulturell so unterschiedlich mit dem ESC um, da find ich allein der Vgl Spanien-Griechenland wäre medial schon mal ein Riesenspagat.
    Zwischen dem, was der ESC in einem jeweiligen Land bedeutet, und dem was ein anderes Land daraus macht, liegen Welten, manchmal Universen.

    Bsp. Griechenland: ein kleines Land, psychologisch immer in der Identitätssuche „gehören wir zu Europa“, „mag man uns“ (Letzteres gilt wohl für jedes Land) und auf der Suche nach Bestätigung (diesen Ehrgeiz hat ja zB Aserbaidschan zT auch, oder auch die Ukraine und viele weitere Länder).
    Seit 2004 war Griechenland in einem Märchen gefangen, beim ESC, beim Sport.. etc. plötzlich war man wer.
    Man hat sich Mühe gemacht, versucht den Nerv der Zeit zu treffen, Song, Auftritt, alles musste stimmen. (Hallo, Ukraine!)
    Die guten Resultate, spiegelten die gute Stimmung wider, bis die Krise sämtliche Bereiche auch wieder erfasste und damit das böse Erwachen kam. Die Bubble war geplatzt, man ist wieder und umso eindringlicher auf Identitätssuche.
    Aus dieser Zeit stammen viele Hardcorefans, die sich als Journalisten einschleichen und die im Artikel genannten Jubelschreie produzieren.

    Schweden? Hat Spaß an der Freude und den Dreh raus. Ich denke ich gehe jetzt hier nicht in Details.

    Deutschland hat eine ganz andere Beziehung zum ESC. Meine These wäre ja, Deutschland an sich muss sich nichts beweisen. Deutschland ist mehrmaliger Fussballweltmeister, wirtschaftlich ein Gigant, angesehen in der Welt. Da interessiert sowas kleines, wie der ESC nicht die große Masse.
    Dazu kommt natürlich auch der Umgang des TV-Senders mit dem Wettbewerb.

    Die 90er allein, aber auch immer wieder bis Lena, da war einiges, ich sag mal diplomatisch, qualitativ nicht so herausragendes im Vergleich zu den anderen dabei. mE sind die Ergebnisse auch meistens gerechtfertigt.
    Ich schließ den Bogen, weil ich sonst hier nicht mehr aufhören würde, obwohl meine These eigentlich noch nicht angeschlossen ist.

    Ich fiebere nicht mit (m)einem Land mit (wie soll das auch gehen, ich hab ja drei), ich schaue aber schon noch in allen dreien hin, wen schicken „wir“ (und damit meine ich Spanien, Deutschland und Griechenland, Zypern hat auch noch einen Jokerstatus).

    Dennoch unterstütze ich nur das was mir gefällt (dieses Jahr Duncan und Conan am meisten), und ich finde ich kann genau so NICHT hinter DE (13, 15, 17 und vor allem 19 stehen), ES (17, 18), GR (09, 10, 12, 15, 16) stehen und dies auch kundtun.

    Für mich ist der ESC spannend, genau wegen allem dem was beyond dem eigenen (Landes-) Horizont stattfindet. Er verbindet Länder, einen Continent, man bekommt im Optimalfall auch musikalische „Geschmäcker“ von anderen Kulturen mit.

    Es wird immer so viele verschiedene Arten von ESC-Fans geben, wie es verschiedene Menschen und Einstellungen auf der Welt gibt. Jedem das seine, wie er damit umgeht, dass sein Land absoluten Blödsinn schickt in dem einen oder anderen Jahr.

    Man muss gar nichts, schon gar nicht hinter dem „eigenen“ Beitrag stehen (wieso muss das das eigene Land sein?), man darf auch kundtun, „meh, nicht mein Fall“.

    • Und nicht zu vergessen, Platzierungen: the winner takes it all, alles andere ist Schmach?
      Immer locker durch die Hose atmen, wie oben schon gesagt wurde.

      Man darf auch alles mit ein bisschen Humor nehmen 😉
      Der ESC ist auch nur ein Spiel

  26. Nein wenn mir der deutsche Beitrag nicht gefällt brauche ich ihn auch nicht unterstützen.
    Aber man sollte mit zu harter Kritik vorsichtig sein ,es steht hinter jedem Lied ein Künstler der Respekt verdient hat und zieht ihn nicht runter.Zum Lied selbst kann man seine Unmut äußern sollte aber sachlich bleiben.

  27. Muss man hinter seinem Beitrag stehen? Ich sage: Nein.
    Die Begründung ist erstmal ganz einfach: ich kann eh nicht fürs eigene Land abstimmen.
    Und deshalb picke ich mir jedes Jahr ein Lied raus, was mir nach dem ersten (!!!!!!!!!!!) hören, am besten gefällt. Das war in diesem Jahr Frankreich. Und auch da war ich so realistisch zu sagen, das es mit dem Sieg nichts wird, da Bilal bei manchen Tönen Probleme hatte.

    was die Shitstorms zu S!sters angeht: es gibt eine Gruppe auf Facebook, die das Lied in einem unerträglichen Maße und auf einem sehr weit unter der Gürtellinie liegenden Niveau runtergemacht hat. Von diesen „Fans“ habe ich allerdings keinen einzigen in Tel Aviv gesehen.

    Meine Meinung zum deutschen Beitrag habe ich den Mädels bei einem kurzen Treffen in Tel Aviv erklärt. Ich sagte, das ich an dem Abend der Vorentscheidung einen anderen Favoriten hatte, aber trotzdem auf eine passable Platzierung in Tel Aviv hoffe.

    …………Und im nächsten Jahr gefällt mir vielleicht auch mal der schwedische Betrag……..

  28. Ich mache keinen Unterschied zwischen dem deutschen Beitrag und allen anderen Beiträgen, und deshalb unterstütze ich jedes Jahr die Lieder, die mir am besten gefallen. Die kommen jedes Jahr aus anderen Ländern. Leider gehört der deutsche Beitrag eher selten zu meinen Favoriten, aber das ist auch logisch, wenn ich meine Playlists jenseits des ESC anschaue. Ich höre kaum deutsche Produktionen, und in meinen Playlists dominiert Musik aus Italien, Portugal, Griechenland, Frankreich und der Türkei.

    Beim Fußball ist es nicht anders. Ich unterstütze immer die Mannschaft, deren Spielanlage mit besser gefällt und wechsle häufig während des Spiels die Seiten. OK, manchmal mag auch das Aussehen der Spieler einen Einfluss darauf haben, welche Mannschaft ich mehr mag … 😉

    Trotzdem habe ich mich sehr gefreut, als Lena 2010 gewonnen hat, auch wenn ich mangas Beitrag mehr mochte. Lenas Sieg war gut und wichtig für den ESC in Deutschland. Schade, dass der NDR nach Raab das alles wieder zum Fenster herausgeworfen hat. 2011 hatte ich Deutschland sogar auf dem ersten Platz. 🙂

    • In dem von Dir genannten Zeitraum (also ab 2005) gefielen mir exakt die gleichen deutschen Beiträge, wenngleich „Satellite“ bei mir nicht gerade oft auf der Playlist steht. Ganz unten sind bei mir 2008, 2009, 2013 und 2017.

  29. Ich habe große Sympathie für Leute, die sich musikalisch nicht vorwiegend mit dem angloamerikanischen Bereich beschäftigen. Muito obrigado !

  30. Man muss das Ganze, wie Pablo schon schrieb, eben mal von außen betrachten: Deutschland findet soweiso schon andauernd überall statt: in der Politik, im Sport, in der Wissenschaft, selbst im Kulturbereich (dort aber deutlich weniger als früher); aber wann sind schonmal die Augen des ganzen Kontinents drei Minuten lang auf Malta, Moldawien oder Weißrussland gerichtet? Schon deshalb haben viele kleinere Länder einen ganz anderen Zugang zu IHREM Beitrag und es ist eben nicht nur ein nationales Repräsentationsfeld von vielen.

    Grundsätzlich besteht natürlich keine Bürgerpflicht, als Deutscher den deutschen Beitrag gut zu finden, aber ihn dann in Grund und Boden zu schreiben ist genau so unangebracht wie patriotisches Gehype. Man darf in seiner Meinung völlig frei sein, aber auch, wenn sie extrem negativ ist, sollte man sich bemühen, sie einigermaßen sachlich und konstruktiv zu äußern; schließen stecken hinter dem Song immer noch Menschen und außerdem könnte es der jeweiligen Gegenseite dann auch leichter fallen, sich mit anderen Meinungen zu arrangieren.

  31. ‚In Deutschland neigen wir eher dazu, den eigenen Song zu kritisieren und ihn nicht bedingungslos zu unterstützen.‘

    Kleine Korrektür. Es passiert überall. Nur wo man Meinungsfreiheit etwas kleiner handhabt, hört man kritische Töne nicht in den Medien, dafür in den Kneipen, auf den Terrassen und wo man sonstwo Leute trifft.

  32. Natürlich muss man nichts bedingungslos unterstützen. Und es muss einem nicht jeder Song gefallen, der aus dem eigenen Land kommt. Aber man kann versuchen, wenigstens einigermaßen sachlich und objektiv zu bleiben. Und man muss (sollte) nicht gleich den eigenen Vertreter in Grund und Boden stampfen. Das hat etwas mit Loyalität und Respekt vor den Künstlern zu tun. Und NICHTS mit übersteigertem Patriotismus oder gar Nationalismus.
    Und wenn einem der eigene Beitrag nicht gefällt, auch ich habe des öfteren Probleme mit dem deutschen Song, so gibt es doch noch vierzig andere Songs, und genug Songmaterial, an dem man sich erfreuen kann.
    Muss man sich nicht immer an dem eigenen Beitrag abarbeiten, und immer wieder betonen, wie scheiße er doch wieder ist. Zu erwähnen, dass einem der Titel nicht zusagt, langt auch, meiner Meinung nach.

    Ach ja, der Herr Löw: Was haben mein Mann und ich uns schon über seine Entscheidungen aufgeregt, und dass sie 2018 in der Vorrunde rausgeflogen sind, war ja wohl mehr als berechtigt. Haben auch schon das ein oder andere Spiel boykottiert. Ups, off Topic, sorry. Aber ich sehe manchmal Gemeinsamkeiten zwischen dem DFB und dem NDR, beide manchmal ziemlich beratungsresistent.

    Der Unterschied zwischen Fussball und ESC: Beim Fussball zählen einzig und alleine Tore, ist also somit objektiver, während beim ESC ja doch eher der eigene Geschmack im Vordergrund steht, unabhängig vom
    Land. Also bei mir zählt in erster Linie die Musik, und sollte mein Favorit aus Deutschland kommen, ist das erfreulich. So wie bei Texas Lightning, wo ich den 14. Platz megaungerecht fand. Ist aber leider eher seltener der Fall.

  33. In unserer Gruppe wird jedes Jahr der eigene Beitrag spätestens im Finale unterstützt; das gehört für mich dazu… egal wie bescheiden den Song jeder findet.
    Ich darf und will auch mal Flagge zeigen, wie auch bei EM und WM. Wo sonst?
    Und nein, ich bin weder AFD-Wähler noch anderweitig rechts orientiert.

    In den Halbfinales unterstütze ich auch andere Beiträge.

    • Fußball interessiert mich eigentlich nicht die Bohne, aber bei EM und WM bin ich immer grundsätzlich für England 🙂
      Das Bedürfnis, Fähnchen zu schwenken, kenne ich gar nicht. Da würde ich eher nach ästhetischen Kriterien vorgehen. Trinidad und Tobago hat ‘ne schöne Flagge, Estland z. B. auch.

  34. „Flagge zeigen“ im wahrsten Sinn des Wortes darf man sicherlich, mich persönlich läßt es kalt.

    Den Fußball-Hype habe ich eh nie verstanden.

  35. Müssen tut man gar nix, aber mich hat dieses ständige Niedermachen unseres Beitrages einfach nur genervt. Und das war ja nicht nur dieses Jahr so. Ständig wird der eigene Beitrag niedergemacht. Nicht umsonst wollen keine Stars für Deutschland beim ESC antreten. Alleine als z. Bsp Unheilig 2014 zum ESC wollte, was da an Häme, Hass und Spott in Foren über die damals sehr bekannte Gruppe ergossen wurde, war nicht mehr zu ertragen. Und das hatte nix mit Musikgeschmack zu tun. Mir hat das ESC-Lied von Unheilig damals nicht gefallen. Ich fands schade. Ich halte trotzdem Deutschland immer die Daumen, und wenn mir mal ein Lied aus Deutschland nicht gefällt, hoffe ich trotzdem auf ein akzeptables Ergebnis und freue mich nicht über ein Desaster wie in diesem Jahr. Das gehört sich nicht. Bei der WM letztes Jahr habe ich mich auch richtig geärgert über das Deutsche Abschneiden und wie es zu stande gekommen ist. Danach war es mir auch egal wer Weltmeister geworden ist. Von denen die dann im Halbfinale waren, hätte ich dann Belgien den WM-Titel am meisten gegönnt. Nach dem (verdienten) deutschen Ausscheiden, waren die Spiele für mich nur noch langweilig, weil der emotionale Bezugspunkt fehlte. Deswegen hoffe ich das Deutschland nie durchs Halbfinale muss, denn dann wäre für mich der jeweilige ESC vorbei.

  36. Ich unterstütze immer nur die Beiträge, die ich mag, also auch den Deutschen, wenn er mir gefällt, was leider selten vorkommt. Der letzte war Satellite. Und davor: Für alle die – oh je.

    P.S.
    Ich fände es gut, die Beiträge der Big Five auch komplett in den Semis vorzustellen, also 3 Minuten lang, da sie dann dem Publikum genauso bekannt wären, wie die Beiträge, die sich in den Semis qualifizieren. Ich finde dann wären die Chancen gleich oder gleicher.

    • Das wäre aber zu Zeitaufwendig, lieber ein schöner Act wie die Shalva Band.
      Auch wenn Michel und die Sisters im Halbfinale aufgetreten wären, hätte das Ergebnis bestimmt genauso ausgesehen.
      Andere Big 5 Nationen kriegen es ja auch hin vernünftig abzuschneiden: Italien und seit 2016 Frankreich.
      Es liegt einfach an der unglaublichen Belanglosigkeit von Liedern wie Perfect Life, Sister und Black Smoke.
      Am Beispiel Frankreich ist erkennbar, dass man einen kompletten Turn Around schaffen kann, obwohl man nur einmal auftritt.

      • Über solche Belanglosigkeiten darf man sich sehr gerne ärgern und Kritik üben, es sollte nur eben nicht unter die Gürtellinie gehen und ich finde, daß tut auch die Mehrheit der Fans.

  37. Also ich unterstütze Deutschland eigentlich immer und in vielen Bereichen (z.B. Sport)..
    Aber dieses Jahr konnte ich den Deutschen Beitrag einfach nicht unterstützen, weil das Lied einfach nur schwach war und uns 2015+2017 Vibes gegeben hat.
    Ich habe dafür tatkräftig unsere Nachbarn aus der Schweiz und Polen unterstützt. Über unsere ,,Zero Points“ habe ich mich hingegen sehr gefreut, da es einfach nur verdient ist für den Herrn Schre!ber, die manipulierte Jury und das deutsche VE-Televoting.
    Bei Polen war ich sehr traurig über das Ausscheiden und das der Mut nicht belohnt wurde, während ich bei der Schweiz fast am Herzinfarkt gestorben bin, da er erst so spät aufgerufen wurde.
    Gerne würde ich Deutschland wieder so unterstützen können wie 2018.

  38. Was für eine Frage! Ich muss überhaupt nichts..und der Fussball-Vergleich hinkt gewaltig. Im Fussball treten Nationalmannschaften im Auftrag eines Landes an, gekennzeichnet durch das vorherige offizielle Abspielen der Nationalhymnen. Der ESC ist ein Komponistenwettbewerb, vertreten durch EBU Rundfunkanstalten. Warum soll ich da einen im Ausland komponierten und produzierten Titel unterstützen, den der NDR stümperhaft „vermarktet“?

    • Auch das ist eine sehr interessante Frage, meines Erachtens fehlt da total der Bezug.

      Falls jetzt jemand auf die Idee käme zu fragen, ob auch mal Deutsch gesungen werden sollte, dann antworte ich ganz klar mit JA

  39. Bedingunglos unterstützen? Seltsame Frage, impliziert sie doch, dass ich als Duracel-Häschen gehirnlos jeden noch so grossen Müll beklatschen darf bzw. muss.

    Die richtige Antwort kann daher nur lauten: Nein.

    Wenn ich jetzt noch die Vorphase inkl. VE hinzuziehe, dann kann man nur sagen: Das Kind war schon in Berlin so tief in den Brunnen gefallen, da kam es nicht wieder raus.

    Abgesehen davon, Musik, die mir weder gefällt noch mich sonst irgendwie interessiert, ist mir egal, egal wo sie herkommt. Man hat halt beim NDR ein Händchen für solche Musik, daher bedingunglose Unterstützung beim deutschen Beitrag einzufordern, ist wirklich zu viel des Guten.

    Also: nein.

  40. Also, erstens mal KANN man den eigenen Beitrag überhaupt nicht effektiv unterstützen, weil man ja nicht für ihn anrufen kann.
    Falls man vor Ort in der Halle ist, könnte man im Falle von absolutem Nichtgefallen sich ja wenigstens diplomatisch der Buh-Rufe enthalten – aber soviel Etikette dürften ja die allermeisten von uns aufbringen.
    Und laut „Hurra“ schreien muss man nun wieder auch nicht, wenn einem das aktuelle alemannische Liedgut nicht zusagt. Wie viele andere Vorredner (bzw. Schreiber) fiebere ich nicht automatisch mit dem deutschen Beitrag mit sondern jährlich mit diversen Favoriten aus völlig unterschiedlichen Ländern (aber seltsamerweise zum Beispiel noch nie mit dem maltesischen oder weißrussischen Beitrag …). Ganz selten mal war tatsächlich unser eigener Beitrag auch mein persönlicher Favorit, der dann entweder zu meiner Enttäuschung gnadenlos unterging – wie Texas Lightning völlig ungerechtfertigterweise – oder um den Titel kämpfte wie Katja mit „Theater“ oder sogar gewann wie Lena (wobei ich 2010 die leider völlig unterbewerteten Finninnen auch ganz toll fand).
    Für andere deutsche Beiträge hätte man mich im Leben nie begeistern können – „Verliebt in Dich“ finde ich nach wie vor einen der schlechtesten ESC-Songs ever, und auch „Black Smoke“ war für mich eine verdiente Null-Nummer.
    Fans aus anderen Ländern ticken da offenbar anders, das mehrfach erwähnte Griechenland finde ich ein super Beispiel. Ich erinnere mich noch gut an ein mittlerweile nicht mehr existentes Forum, in dem man jeden Tag einen anderen ESC-Titel bewerten durfte, und in dem ein Forum-Mitglied aus Hellas JEDEM griechischen Beitrag die Maximal-Punktzahl verpasste und das immer mit „Masterpiece“ kommentierte – sogar den Beitrag von 2002, und dazu gehört jetzt echt viel Betriebsblindheit.
    Also freuen wir uns mal darauf, dass im nächsten Jahr die Karten neu gemischt werden und vertreiben uns die Saure-Gurken-Zeit noch ein wenig mit den altbewährten beliebten Lästereien.

    • Bei Griechenland frage ich mich aber, warum selbst auf die einst so treue Diaspora kein Verlaß mehr ist. Aus „verdächtigen“ Ländern kamen gar keine Punkte, der Ergebnis ist bekanntlich mäßig.

      • In Deutschland gibt es eine große griechische Diaspora, dennoch gab es im Televoting keinen einzigen Punkt.

  41. Nein, man muss seinen Beitrag nicht unterstützen, auch wenn ich es jedes Jahr mach. Auch die S!sters hab ich unterstützt obwohl ich nach dem VE alles andere als erfreut war. Ich hab mir das Lied dann schön gehört und dann war das auch kein Problem mehr. Doch nach der Probe war ich mir dann auch nicht mehr sicher ob es noch Sinn macht den Beitrag zu unterstützen…

    Ich finde es nun aber schon ein bisschen beängstigend, dass man jetzt so gar nix hört wie es weiter geht. Immerhin wurde ja schon das Panel gesucht und eigentlich sollte langsam die zweite Runde starten, bzw längst abgeschlossen sein. Soviel mal wieder zum Thema Transparenz

    • Hilf mir auf die Sprunge, bitte 😉 Es gab diesen Aufruf und kam man da weiter, indem man S!sters gut fand und/oder den Top 10 richtig einschätzen könnte?
      Falls das erste Teil stimmt (nur wer den deutschen Beitrag hoch bewertete), darf man sich fragen ob das neue Panel für 2020 einen richtigen Riecher hat.

      • Ne, beim Aufruf für das Panel musste man Songs aus diesem Jahr bewerten. Diese Einschätzung der S!sters wurde unabhängig und anonym gemacht, man musste also nicht seine email oder sonst was angeben. Ich schätze weil man gemerkt hat, dass er in D selbst nicht so beliebt war.

      • Okay, danke. Die Rückmeldung vom Panel ist also tatsächlich verschoben und so eine Notbremse deute ich als ‚alles steht zur Diskussion und wir entscheiden später wie wir es für 2020 angehen‘.

  42. Letztes Jahr wollte auch niemand den Beitrag aus San Marino unterstützen,obwohl die Rapperin Jenifer Brening aus Berlin kommt. Da war die Gleichgültigkeit aber schlimmer als dieses Jahr bei den S!sters.

    • Gut man muss sagen, es war zwar eine Deutsche Rapperin, aber ein San Marinesischer Beitrag. Kann man nach meiner Auffassung nicht vergleichen

      • Ok, ich stimme Dir zu, es ist im Falle Jenifer nicht der eigene Beitrag gewesen. Sie hat nicht für Deutschland gesungen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden! 🙂

      • Aber San Marino hatte letztes Jahr den guten Rapper dabei; in der Hinsicht war es nicht ganz so einfallslos wie s!stetc.

      • Ups das sollte ROBOTER heißen und nicht Rapper; letzteres war anscheinend so toll, dass es mir nicht aus dem Sinn ging.

      • Allein durch die Überschrift des Artikels hätte man ja schon gewarnt sein müssen,was hier wieder für ein Quatsch gepostet wird. SMA war doch nicht mal Made by VEB Robotron, Dresden. Sonst hätte das Arbeitskollektiv vollständig seine internationale Solidarität via Abstimmung kundgetan.

      • Nur wenn der Roboter in Landessprache gerappt hätte – sonst sehe ich keinen Grund, dafür zu voten.

      • Doch, als revolutionäres Manifest gegen die revisonistische Ausbeutung von Begleittänzern.

      • Begleittänzer klingt auch viel pro-aktiver als Backup Dancer, hast recht. Trotzdem hätte ich mir das auf Italienisch in sanmarinesischem Dialekt gewünscht.

  43. Ich finde ein Phänomen bei mir besonders interessant zu beobachten: auch wenn mir unser eigener Beitrag mal nicht gefällt, hofft man natürlich trotzdem, dass es von irgendwo Punkte gibt. Dieses Jahr war mir auch bewusst, dass es keine gute Platzierung geben wird, aber in diversen Youtubevideos und anderen Rankings hat es trotzdem geschmerzt, Deutschland hinten zu sehen.

    Bei 40 anderen Beiträgen in diesem Jahr war mir allerdings auch klar, dass es immernoch Beiträge aus anderen Ländern gibt, für die man brennen kann. Solange andere Lieder, die mir gut gefallen, sich gut platzieren, rückt die Demut über unseren Beitrag in den Hintergrund.
    Als ich das genauso auf Youtube kommentiert habe wurde mir sinngemäß mangelnder Patriotismus an den Kopf geworfen, aber Leuten, die sowas kommentieren Vernuft beizubringen ist ein Kampf gegen Windmühlen.

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