Tom Leeb vertritt Frankreich beim ESC in Rotterdam

Nun ist es offiziell: Tom Leeb wird Frankreich in Rotterdam vertreten.

Nachdem wir bereits vor einigen Tagen berichteten, dass Tom Leeb laut der französischen Zeitung Le Parisien als französischer Teilnehmer auserkoren wurde, ist es nun auch offiziell bestätigt. Am frühen Abend gab der französische Rundfunk France 2 die Entscheidung für den Sänger bekannt.

Nach zwei Jahren nationaler Vorentscheidung durch Destination Eurovision kehrt Frankreich nun wieder zur internen Auswahl zurück. Ob dies eine einmalige Entscheidung oder eine dauerhafte Kehrtwende der neuen französischen Head of Delegation Alexandra Redde ist, wird sich noch zeigen. Leebs Song wird zu einem noch nicht bekanntgegebenen späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Frankreich stößt somit zu Ländern wie Spanien oder Großbritannien, die nach vergangenen nationalen Vorentscheidungen ihre Hoffnungen in diesem Jahr ebenfalls auf eine interne Auswahl setzen.

Nachdem erstmals auch ausländische Kompositionen in den Auswahlprozess eingebunden wurden, hat sich der französische Rundfunk intern aus hunderten von Einreichungen für Tom Leeb entschieden. Der Sänger ist der Sohn von Michel Leeb, einem bekannten französischen Komiker, der übrigens in Köln geboren wurde.

Als offen ausgegebenes Ziel will Frankreich in diesem Jahr eine Platzierung unter den ersten Fünf erreichen. Nachdem Amir 2016 mit „J’ai cherché“ auf dem 6. Platz knapp daran gescheitert ist, soll es nun also mit Tom Leeb klappen.

Stilistisch fällt bei ihm vor allem seine Akustikgitarre auf, die in den auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichten zahlreichen Akustikvideos hervorsticht. Sein Debütalbum „Recollection“ ist im September vergangenen Jahres erschienen. Seine bevorzugte Musikrichtung lässt sich im Bereich Pop-Folk verorten, gleichermaßen sind aber auch andere Einflüsse, beispielsweise aus dem Rock-Genre, zu finden.

Zuletzt begleitete er zudem die Sänger Tom Jones („Sex Bomb“) sowie Sting. Als Kind war er durch Songs von Frank Sinatra oder Nat King Cole geprägt worden, bevor er sich selbst in New York das Gitarrenspielen beibrachte. Als weitere Inspirationen nennt er Ben Howard, Matt Corby, Bon Iver oder John Mayer.

Durch die Bekanntheit seines Vaters in der Comedyszene hat Tom Leeb bei seiner Rückkehr nach Frankreich im Jahr 2014 ebenfalls in diesem Genre mitgewirkt und dann auch in einem eigenen Stück namens „Kevin und Tom“ mit dem Comedian Kevin Levy. Zuletzt war er im Stück „Edmond“ zu sehen, welches sogar verfilmt wurde. Nach den Erfolgen als Sänger, Comedian und Schauspieler steht nun anscheinend die nächste große Aufgabe an – der Eurovision Song Contest.

Tom Leeb ist nach Hooverphonic für Belgien, Blas Cantó für Spanien, VICTORIA für Bulgarien, Sandro für Zypern, Österreichs Vincent Bueno, Tornike Kipiani für Georgien, Jeangu Macrooy für die Niederlande sowie Albaniens FiK-Gewinnerin Arilena Ara der bereits neunte feststehende Act für Rotterdam.

Was haltet Ihr von der Wahl Frankreichs? Könnte Tom Leeb den ESC endlich wieder nach Frankreich holen?


24 Kommentare

  1. Bisher ja fast nur Männer ausgewählt … bin gespannt wie die anderen Länder so wählen. Anscheinend ein Versuch, die Sieger-Formel vom letzten Jahr zu benutzen.
    Da hoffe ich zum Beispiel, dass die Hurricane Girls für Serbien fahren, das wird dann der Foureira-Moment 2020.

  2. Yay!
    Finde das eine vielversprechende Wahl, anhand der Songs, die es von ihm gibt.
    Ich bin zuversichtlich, dass sein Song seine Looks in den Hintergrund schieben.
    Bonne chance la France!

  3. Naja, wenn die Franzosen das so wollen. Aber da bauen die Franzosen aber ganz schön Druck auf. Ich warte erstmal den Song ab, bevor ich die Franzosen als Siegkandidaten ansehe. Ich denke wenn er besser als die Conchita-Kopie abschneidet, kann man schon mal von einem passablen Ergebniss sprechen.

  4. Am ESC haben mehr Frauen als Männer teilgenommen und auch gewonnen. Ein Herrenüberschuß beim ESC in Lotterdam wäre nicht der Untergang des Wettbewerbes.

  5. Ich bin sehr enttäuscht, dass es dieses Jahr keine Destination Eurovision gibt, eine Veranstaltung, die uns in den letzten beiden vergangenen Jahren viele schöne Chansons bescherte. Darüber hinaus gefällt mir das hier vorgestellte, vor sich hinplätschernde Singer-Songwriter-Liedchen „We are too late“ überhaupt nicht. Nun ja, vielleicht ist sein ESC-Beitrag ja ganz anders und (bitte, bitte!) in französischer Sprache.

    • Aus den vergangenen zwei DE-Ausgaben haben es vier Lieder in meine Playlist geschafft: ‚Lisboa, Jérusalem‘, ‚Tu me manques‘, ‚Allez leur dire (Le petit Nicolas)‘ und ‚Comme une grande‘. 🙂

      • Vier tolle Lieder! „Comme une grande“ war in meiner SCC-Top-Ten-Liste dieses Jahr auf Platz 3! Ich würde vielleicht für 2019 noch „Madame La Paix“ von PhilpElise ergänzen (ok, und Seemones „Tous les deux“, was viele wohl nicht mehr hören können, finde ich auch sehr schön). 2018 habe ich die VEs kaum verfolgt, aber „Lisboa Jérusalem“ war mir noch in sehr guter Erinnerung, und „Tu me manques“, das ich gerade angehört habe, war mir damals auch in den Youtube-Schnelldurchläufen positiv aufgefallen, aber erst jetzt, beim vollständigen Anhören, habe ich bemerkt, was für ein klasse Chanson das ist!

      • Ich liebe die Melodie von “Tu me manques”, aber die Instrumentierung könnte interessanter und vor allem wärmer klingen.

  6. Esc-kompakt hat doch alle länder bestochen um eine möglichst schöne sommer-serie zu machen. Gutvgelingen bis jetzt…..
    Zu tom leeb. Gefällt mir, auch musikalisch. Aber bitte la france….auf französisch sonst gibts abzug!

  7. Die Stimme finde ich sehr angenehm, muss man natürlich den Song abwarten. „Are we too late“ finde ich ein wenig zu langweilig, obwohl der Song schon zu seiner Stimme passt. Kann mir auch nicht vorstellen, dass er französisch singen wird, was ich persönlich sehr schade finde.

  8. Sexy aber diese Typ-mit-Gitarre Nummern mag ich persönlich nicht besonders. Immerhin was für ESC Privat. Hoffe, der Gedanke daran nimmt einigen die Panik wegen des deutschen Beitrages ;-).

  9. Och nöö. Rein optisch schon ein Duncan-Klon. Kopien des Vorjahres sind noch nie was geworden. Da muss ein musikalischer Gegenpol her. Ich hab meine Zweifel.

    • FdC 2020:
      Luiz Caracol & Gus Liberdade – Doi-me o pais
      Blasted – Rebellion
      Claudio Frank – Quero-te abracar
      Kady – Diz so
      Dub.Io feat. +351 – Cegueira
      Elisa Rodrigues – Nao volte mais
      Filipe Sambado – Gerebera amarela do sul
      Judas – Cubismo enviesado
      Jimmy P. – Abensonhado
      Ian Mucznick – O dia de amanha
      Elisa – Medo de sentir
      Meera – Copo de gin
      Tomas Luzia – Mais real que o amor
      J. Jazz – Agora
      Throes + The Shine – Movimento
      Barbara Tinoco – Passe-Partout

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