TV-Kritik „Europe Shine a Light“: Bankrotterklärung des TV-Abendshow-Landes

Langweilig und redundant, zwei Wochen hinter dem Lebensgefühl der Menschen und ausufernder Westeuropa-Fokus. Europe Shine a Light, die gesamteuropäische Ersatzshow für den, dem Corona-Virus zum Opfer gefallenen Eurovision Song Contest 2020 hat auf erschreckende Weise gezeigt, wie uninspiriert und egozentriert eine Fernsehsendung werden kann, wenn ihr die eigentliche Programm-Idee als Liederwettbewerb abhanden gekommen ist.

Die kurze Ersatz-ESC-Saison 2020 im deutschen Fernsehen hat selbst hartgesottenen Fans das eine oder andere Mal Sitzfleisch und Durchhaltevermögen abverlangt. Meine persönliche Negativ-Top-4:

Platz 4: Die fünf oder waren es doch nur vier Schnelldurchläufe beim deutschen ESC-Finale in der Elbphilharmonie

Platz 3: Die Werbepausen und Produktplatzierungen beim #FreeESC

Platz 2: Die diversen Probleme des deutschen Halbfinales im World Wide Wohnzimmer

Platz 1: Das Sendungkonzept von Europe Shine a Light

Die zwei Stunden – waren es wirklich nur zwei Stunden? – von Europe Shine a Light fühlten sich an wie zwei ESC-Finalshows mit Überlänge hintereinander. Der gutgemeinte Versuch, alle 41 Acts in der Sendung zu ehren, war das, was Gutgemeintes meistens ist – das genaue Gegenteil. Es war vorhersehbar und aufgrund der immer gleichen Statements zur Corona-Krise traurig ermüdend.

Dass die offenbar live zugeschalteten ESC-Interviewpartner, die ehrfurchtsvoll gesiezt wurden, dann auch gleich wieder mit denselben Corona-Fragen malträtiert wurden, war für sie und die Zuschauer gleichermaßen eine Zumutung. Dabei hieß es immer, dass man doch mit der Musik und der Show die Leute davon ablenken wollte. Pustekuchen.

Erschwerend kam hinzu, dass die Videoeinspieler in der Show – und davon gab es gefühlt Hunderte – gezwungenermaßen schon vor ein, zwei, drei oder vier Wochen aufgenommen worden waren. Zu diesem Zeitpunkt war das Lebensgefühl durch Corona ein ganz anderes. Mittlerweile sind selbst in Spanien und Italien die ersten Lockerungsstufen schon ein paar Tage alt. Die Leute schauen nach vorn, machen Pläne. Und dann kommt die ESC-Ersatzshow und tut so, als wären wir alle noch in der tiefsten Quarantäne. Wieso war die Sendung dann überhaupt live?!

Ein inhaltliches Manko – und zwar ein erhebliches – war darüber hinaus die geradezu peinliche Westeuropa-Fokussierung der Special Guests. Als deutscher TV-Zuschauer habe ich mich geschämt für so viel Ost-Europa-Ignoranz bei einer internationalen Fernsehsendung der EBU.

Ja, es gab ein Video von Marija Šerifović. Weiter als bis auf den Balkan hat man sich mit der Sendung aber nicht getraut. Und nein, der kurze Gruß von Sergey Lazarev fängt das nicht auf. Warum mussten Gali Atari und Måns Zelmerlöw, die nun ja gerade erst im letzten Jahr große Auftritte im ESC-Finale hatten, schon wieder einen Einzelact bekommen? Warum zum 10.000 Mal Johnny Logan? Warum sämtliche niederländische ESC-Sieger, die noch leben und nicht bei drei auf den Bäumen waren? Und welchen Narren haben eigentlich alle an Graham Norton gefressen, der exakt nichts zu sagen hatte und das nicht einmal lustig.

Bei dieser Pleite können der NDR und die ARD Stefan Raab vermutlich gar nicht genug danken. Er hat sie mit seiner Gegenprogrammierung des #FreeESC dazu gedrängt, eine eigene ESC-Show auf die Beine zu stellen und Europe Shine a Light erst mit – Dank Überziehung – mehr als einer Stunde Verzögerung ab 22:15 Uhr auszustrahlen. Für die gebotene Show war das eigentlich fast immer noch zu früh.

Eine vertane Chance, die einmal mehr zeigt, dass die niederländischen Fernsehsender und die EBU mit der übereilten Absage des ESC ohne eine offene Diskussion über alternative Modelle – wie eben die des schwedischen Fernsehens oder der ARD – sich und allen beteiligten Nationen keinen Gefallen getan haben. Man kann nur inständig hoffen, dass sie die Zeit bis zum ESC 2021 sinnvoll nutzen und uns dann ein besseres Programm servieren.

Für alle TV-Masochisten: Europe Shine a Light in voller Länge 


97 Kommentare

  1. Also das ist mal wieder typisch deutsche Genörgele an absolut allem. erst wird geklagt, dass nichts passiert; jetzt gab es sowohl am Finalabend, als auch bei Blogs und in vielen anderen Ländern Ersatzsendungen, die offensichtlich mit Mühe und Liebe sehr schnall auf die Beine gestellt wurden. Wenn man bedenkt, was uns in den letzten 2 Monaten noch alles gefehlt hat, fand ich das Abgebot top. Darüberhinaus können wir uns freuen, dass uns ein weiteres Katastrophenergebnis nach einer desaströsen Dolic-Performance erspart geblieben ist (der ja hingegen bizarrerweise immer wieder in den Himmel gelobt wird). Ansonsten good job NDR, EBU, Pro7, SVT, NOS, BBC,…!

  2. Sorry, aber dem kann ich mich gar nicht anschließen.
    Ignoranz von Ost-Europa? Scheinbar hat der Schreiber nicht ganz aufgepasst, als Elle & Nikki ihren Auftritt hatten.
    Und was für Fragen werden denn erwartet? Was ist deine Lieblingsfarbe? Schonmal betrunken einen gleichgeschlechtlichen Kuss gehabt?
    Und ich finde es überhaupt ein Wunder, dass sie alle 41 Künstler dazu gebracht haben, ein Video einzuschicken. Und wenn das ein bisschen älter ist, ist das ok. Denn man fragt 41 Künstler nicht erst 2 Tage vor der Show an, sondern man macht das natürlich rechtzeitig. Die Songs beim ESC sind auch schon Monate alt und nicht eben erst spontan aufgenommen worden.
    Ich fand es richtig angenehm zu sehen. Auf eine weitere 4-stündige Sendung, in der die Songs, die wir schon seit Ewigkeiten rauf und runter hören, gezeigt werden, hätte ich echt verzichten können.
    Also ich frage mich echt, was eigentlich erwartet wurde. Wirklich. Statt Verbesserungsvorschläge gab es ja nur Mimimi.

  3. Jetzt habe ich eine komische Frage in die Runde: Es wird dieses Jahr logischerweise keine DVD geben. Weiss jemand von Euch, ob und wo man sich das World Wide Wohnzimmer und die Show aus der Elbphilharmonie herunterladen kann? Möglichst legal, ich werde selbstverständlich dafür bezahlen.
    Mir geht es halt um die Videos, ich habe keine Möglichkeit, mir die Sendungen vom Fernseher aus zu archivieren. Und ich hätte sie gerne in meiner Sammlung.
    Es wäre toll, wenn mir jemand Auskunft geben könnte, vielen Dank schonmal🙂

  4. Ich reihe mich ein in die glücklicherweise doch nicht ganz so kleine Schar derjenigen, die „Europe Shine a Light“ gestern Abend mit Freude und streckenweise Rührung angesehen haben. Noch deutlicher: Ich kann der in diesem Artikel geäußerten Kritik nichts abgewinnen. Mein Eindruck ist, dass eine solche vernichtende Kritik der ungerechtfertigten Erwartungshaltung entspringt, als Ersatz für den ausgefallenen ESC eine Liveshow inklusive Wettbewerb der Songs aus dem aktuellen Jahrgang und am besten noch mit Voting zu bekommen. Aber sorry: Egal, ob zum jetzigen Zeitpunkt schon in diversen Ländern Lockerungen eingetreten sind, es wäre gestern Abend schlicht nicht möglich gewesen, eine Liveshow durchzuführen, egal wo in Europa – und deswegen musste man zwangsläufig zum großen Teil auf vorproduzierte Konserven zurückgreifen. Die enstprechen jetzt angeblich nicht mehr dem aktuellen Lebensgefühl eines Großteils der Zuschauer. Da kann ich nur sagen: Glückwunsch an diejenigen, die die Ereignisse der letzten zwei Monate so schnell abgehakt haben und jetzt nach Party und Uptemponummern hungern. Ich weiß nicht, ob das zum Beispiel unsere europäischen Mitbürger in Italien ähnlich empfinden, oder ob ihnen nicht viel eher bei dem Einspieler von „Fai rumore“, das von den Balkonen aus gesungen wurde, nicht gleichzeitg warm und schwer ums Herz zugleich wird. Und dass man es in Italien zu schätzen weiß, dass die EBU genau einen solchen Moment herausgreift und hervorhebt in dieser Sendung.
    Wer sich jetzt beschwert, dass die gestrige Sendung der Corona-Krise viel zu viel Raum gegeben hat, der sollte sich vielleicht besinnen, dass genau die der Grund ist, wieso in diesem Jahr der Contest nicht stattgefunden hat. Für mein Empfinden hat sich die EBU gestern sehr eindringlich auf ihr ursprüngliches Anliegen besonnen, nämlich Europa musikalisch für einen Abend zu vereinen. Heute ist der Anlass ein völlig anderer als 1956, aber in solch einem Jahr wie 2020 vom üblichen Wettbewerskonzept abzuweichen und den ESC der aktuellen Situation in Europa und im Rest der Welt zu widmen, ist für mich vollends stimmig gewesen – alles andere wäre eine vertane Chance gewesen. Dass man hier auf die Bilder von vor einigen Wochen zurückgegriffen hat, auf die leeren Stadtzentren überall in Europa, ist nicht nur eine schlichte Notwendigkeit gewesen. Ich weiß nicht, wie man so blauäuig sein kann, und ernsthaft meinen, nur weil die Zuschauer heute angeblich ein anderes Lebensgefühl haben als vor noch vier oder acht Wochen, würde die EBU einfach spontan das Sendungskonzept umschmeißen, oder noch besser hätte schon vorausschauend ein großes Fest der Lebensfreude zum natürlich absehbaren Ende des Lockdowns inszenieren sollen. Ja, man kann das ruhig als pathetisch empfinden, wenn man zu solch einem Anlass lauter „Mutmach-Balladen“ aneinander reiht. Wem die Balladenlastigkeit und vor allem die Songauswahl mit einem Übermaß an abgenudelten Oldies zu altbacken erscheint, für den sind ‚moderne‘ ‚zeitgemäße‘ Konzepte wie das World Wide Wohnzimmer (als Negativbeispiel) oder die Homeconcerts (als großes Positivbeispiel) vielleicht eher das Richtige.
    Ah, Apropos Altbackenheit: Wie liebe ich Diodato dafür, dass er für seine Homeconcert-Cover zwei Songs aus den Anfängen des ESC also aus den 50er und 60er Jahren gewählt hat, und nicht nochmal die zigte Version von „Euphoria“ oder „Rise like a phenix“ spielen wollte – die ich beide ganz großartig finde, aber zweimal denselben Song als Cover in einer Folge … warum immer dieselbe Auswahl fürs Online-Voting, wenn man doch eigentlich so eine große Auswahl an ESC-Songs hat? Uku Suvistes Euphoria-Cover hat vollkommen gereicht, besser kann man’s eh nicht machen.
    Ich habe gestern die speziell für diesen Anlass inszenierten Versionen von „Ein bisschen Frieden“, „Heroes“, „What’s another year“, „Molitva“ und „Hallelujah“ als sehr gelungen berührend empfunden (und außer „Molitva“ zählt keiner dieser Songs zu meinen persönlichen All-Time-Favourites, mein ESC Best Of würde total anders aussehen – trotzdem hat es mich ‚abgeholt‘). Ja, zugegeben wahrscheinlich hätte für mich nur noch „Nostalgija“ gefehlt. Das Finale „Love shine a light“ aller Teilnehmer aus diesem Jahr inklusive Katrina and her Dog wird für mich ganz sicher ein Highlight der ESC-Historie bleiben. Ich glaube ernsthaft, wenn Ihr irgendeine*n der Künstler*innen befragt, die dieses Jahr in Rotterdam hätten auftreten sollen, dann werden die allermeisten natürlich ihrer Enttäuschung Ausdruck verleihen, dass sie ihren Titel nicht live vor großem Publikum präsentieren durften. Ich bin mir aber ebenso sicher, dass die meisten von ihnen es jetzt schon als ganz besondere und bereichernde Erfahrung verbuchen, an Produktionen wie Europe Shine a Light oder den Homeconcerts beteiligt gewesen zu sein (die letzteren für mich die absoluten Highlights dieses Jahrgangs … nur mal so am Rande, wem haben wir diese Produktionen eigentlich zu verdanken?).
    In diesem Sinne: Let our love shine a light and see you (maybe) in Rotterdam next year.

    • Vielen Dank für diesen tollen Kommentar, Inge Periotte, ich kann Dir überall zustimmen. Ich hätte mir vielleicht noch 10 bis 15 Sekunden mehr pro Titel bei den einzelnen Ausschnitten gewünscht, aber das ist nun wirklich nicht das Wichtigste.

    • Ich kann mich dir mit allem anschließen Inge. Ich habe mich dummerweise von einem Troll im Liveblog so aufregen lassen das ich die halbe Sendung nicht genießen konnte. Kritik Im allgemeinen von und gegen Blogger muss und darf es geben. Offenes Mobbing wie es gestern passiert ist geht für mich gar nicht. Ich kann nur hoffen das Berenike mit sowas umgehen kann.

  5. So sehr ich den Blog hier schätze, die Kommentare von Douze Points finde ich nervig. Man kann es mit Altklugheit auch übertreiben. All diese Sendungen waren nur Ersatz für den ESC und es war klar, dass sie nicht an den ESC heranreichen können. Die Erwartungshaltung musste also zurückgeschraubt werden. Ich fand keine der Sendungen besonders gelungen, aber man muss es mit Kritik nicht übertreiben. Am besten fand ich die Sendung des ORF um 20.15 Uhr, war aber nur für Österreicher interessant.

  6. Für mich war die „Ersatzsendung“ ein sehr besonderes und gelungenes Fernsehereignis, das mich gestern mehr als einmal emotional enorm berührt hat. In einer äußerst schwierigen Situation ist es den Machern gelungen, ein gesamteuropäisches Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen und breitenpublikumstaugliche ESC Kost zu servieren, die meines Erachtens nie angestaubt wirkte und sehr viel Charme hatte. Wer etwas anderes erwartet hat, hat vielleicht zu viel erwartet. Ich bin als Fan, der den ESC seit 78 jedes Jahr gesehen hat, mehr als glücklich, wenigstens ein Trostpflaster serviert bekommen zu haben. Das hatten die Sportfans in der Form bislang nicht. Und dieses Trostpflaster war so besonders, wie die Zeiten, in denen wir gerade leben.
    Dass die Einspieler nicht gestern gedreht wurden, sollte auch klar sein… ich möchte nicht wissen, wie lange es gedauert hat, die Künstler Love shine a light singen zu lassen und das alles zusammenzuschneiden, also das war schon sehr liebevoll gemacht. Daher kann ich der Kritik nicht folgen….

  7. Ich stimme dem Kommentar zu. “Europe shine a light” war wie eine Weihnachtsshow, die am 7. Januar gesendet wird: Sie kam mit diesem Konzept zwei Wochen zu spät. So wie man Anfang Januar keine Weihnachtsstimmung mehr erträgt, mag man nicht mehr “Stay Safe” Durchhalteparolen hören. Ansonsten war die Show ziemlich Humor befreit und ohne erkennbaren roten Faden. Das deutsche ESC Finale war da stimmungsmäßig deutlich besser auf dem Punkt: Einiges geht wieder, noch nicht alles, aber wir improvisieren und machen was geht.

    P.S.: Auch wenn einige hier den Kommentar als “Genörgel” bezeichnen oder gar auffordern, nur noch “Fakten” und keine Kommentare mehr zu veröffentlichen: Bitte bleibt dabei. Ich möchte eine journalistische Meinungsseite zum ESC, die aneckt und Widerspruch auslöst, keine lobhudelnde Fanseite mit belanglosen “News”. Aber vielleicht bin ich da altmodisch …

  8. Natürlich war die Show kein Kracher, aber ganz so schlimm wie Douze Points fand ich die 2 Stunden dann doch nicht. Meine Kritik ist eigentlich die selbe, die ich jedes Jahr seit 2011 am ESC geübt habe. Die EBU hat sich zu einer Kulturbehörde entwickelt, die von skandinavischen Kulturmanagern mit stark ausgeprägter bürokratischer Ader geleitet wird. Nichts wird dem Zufall überlassen, alles muss unter absoluter Kontrolle sein. Das hat dazu geführt, dass unser geliebter ESC in ein Korsett gezwängt wurde, das man euphemistisch Format nennt. Dadurch sind jegliche Kreativität und alle Spontanität verlorengegangen. Alles was gesagt oder getan wird, muss zur Marke ESC passen, und so hat man uns einmal mehr leere Slogans und blutleere Bessereweltkost vorgesetzt. Dem ESC fehlt die Luft zum atmen, dem eigentlichen Contest genauso wie der Ersatzshow gestern Abend. Ich wünsche mir, dass die austragende Fernsehanstalt zukünftig mehr Gestaltungsfreiheit bekommt. Früher hatte jeder ESC seinen eigenen und häufig regionalen Geschmack. Heute ist es, als ob man in einer internationalen Hotelkette übernachtet: Es fühlt sich überall genau gleich an, egal ob man sich in Stockholm, Lissabon, Kiew oder Tel Aviv befindet. Dank der EBU ist der ESC zum Zombie mutiert, und das finde ich sehr schade.
    Und jetzt noch was Positives zum Abschluss: Ich mochte den Molitva-Clip, der eine exzellente Kamerafürung und großartige Schnitte hatte. Und auch Björns Wort zum Sonntag hat mich berührt. 🙂

  9. Liebes ESCkompakt-Team,

    ich bin euch für die ehrenamtliche Tätigkeit, die ihr auch mit Herz und Leidenschaft ausübt, wirklich sehr dankbar. Ihr gibt uns, die Fans, Raum unsere Meinung kund zu tun. Dafür nochmals mein herzlichen Dank.

    Vielleicht wäre es gut zu überlegen, zukünftig auf diverse Kritikartikel als Grundlage zur Diskussion zu verzichten.

  10. Ein paar schöne Momente gabs schon, vor allem der Abschlusssong mit allen Teilnehmern war toll. Aber ansonsten stimme ich DouzePoints absolut zu und bin nach dem Gucken von „Europe Shine a Light“ den beiden Herren Schreiber und Raab gleich noch dankbarer dafür, dass sie mir den ESC-Abend gerettet haben. 😀 Das grundsätzliche Problem an der Show ist für mich, dass sie eben genau das nicht liefert, was ich mir gerade in diesen Zeiten von einem ESC erhofft hätte, nämlich Unterhaltung. Wieso zum Henker muss eine Netta da deprimiert mit Drehorgel auf ihrem Hotelbett hocken, als wäre die Welt schon untergegangen? Gerade jetzt soll die doch bitteschön fünf Looper auf einmal anschmeißen und für Unterhaltung sorgen! Es ging ja generell gefühlt mehr ums Coronavirus als um die ESC-Musik an sich. Da gucke ich dann lieber unter der Woche irgendwelche Talkshows, wo man auch Substanzielleres zu hören bekommt als Durchhalteparolen.

  11. Habe jetzt auch alle 3 Sendungen gesehen. „Shine A Light“ heute als Aufzeichnung und fand diese Sendung am besten (und angemessensten). Die beiden anderen Shows hätte es nicht unbedingt gebraucht.

  12. Wir haben „Europe Shine A Light“ nach ca. ner halben Stunde ausgemacht und anschließend Mario Kart gespielt. Die Sendung hat uns wirklich gar nicht unterhalten.

  13. Es ist sehr schade, dass der Kreativität der Künstler nicht mehr freien Raum gegebn wird; und ich meine in diesem Constest muss alle Musik mit jedem einzelnen erzeugten Ton life gespielt u. gesungen werden. Das ist die Kernidee des Cotestes. Als das Qrchester abgeschaft wurde hat sich der Contest seine Grundlage selbst geraubt. Heute ist er nur noch eine Bombastshow. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf; ich lebe für einen guten Song.

  14. Danke an Stefan Raab als Initiator von Free European Song Contest und vom ESC Finale in der Elphi, ohne ihn hätten wir nur das deprimierende Europe shine a light gestern gehabt..

    Für mich gibt es drei Gewinner:
    Ilse und Michael als Duett mit ein bisschen Frieden und einzeln als Favoritin beim FESC und als sympathischer Kommentator.
    Litauen als Sieger der Herzen, mittlerweile glaube ich es wäre Vilnius 2021 geworden..

    Verlierer für mich ist die EBU, die jegliche Alternativlösung für einen ESC abgeblockt hat und somit auch einige schöne Beiträge in voller Länge mit einem Gewinner. Das Beleuchten der Sehenswürdigkeiten mit dem gemeinsamen Gesang der Künstler 2020 zu Love shine a light als Zeichen hätte mir ausgereicht.

  15. Nach hier ging’s ja teils wieder hoch her – ich glaube, wir brauchen alle etwas mehr Ausgang. 😉

    Dennoch wurde viel richtiges geschrieben und als Fazit kann man ganz sicher ziehen, dass den diesjährigen Beiträgen böse mitgespielt wurde, denn natürlich wäre für sie viel mehr drin gewesen (… ist bewusst allgemein formuliert – ich will nicht schon wieder auf einzelnen Beiträgen herumhacken;).

  16. Ich kann diesen Komplettveriss auch nicht verstehen. Das können evtl. nur ESC „Hardliner“. Ich fand die EBU Show passend und erstaunlich unterhaltsam. Ich fand es sehr schön, eine sonst so aufgedrehte Netta mal eine Ballade singen zu sehen. Kann sein dass es etwas Niederländisch wurde, aber die hätten ja den ESC ausgerichtet. Daher völlig OK.
    Den Free ESC zuvor sah ich auch gern. Erstaunlicherweise fand ich das Voting am Ende ziemlich spannend und die Idee mit dem Mond und Helges Teilnahme toll.

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