Twitteraktion #TRTArtıkEurovisionaKatıl fordert Türkei zu ESC-Rückkehr auf

Can Bonomo (Aufmacherfoto) war mit „Love Me Back“ 2012 der bislang letzte ESC-Vertreter für die Türkei. Nach dieser Teilnahme hat sich das Land aus dem Wettbewerb zurückgezogen. Der Sender TRT und seine Verantwortlichen störten und stören sich vor allem aktuellen Abstimmungssystem, bei dem das Ergebnis zu 50% von den nationalen Jurys bestimmt wird, von denen man sich benachteiligt fühlt. Im Finale des ESC 2012 landete die Türkei bei den Jurys nur auf Platz 22, beim Publikum immerhin auf Rang 4. Auch die Big-5-Regelung sowie der Sieg von Conchita Wurst beim ESC 2014 stößt TRT weiterhin sauer auf, was der Intendant des Senders erst im vergangenen Jahr nochmals bekrätigte.

Dieses Gefühl der Benachteiligung steht allerdings im krassen Gegensatz zu der äußerst erfolgreichen ESC-Bilanz der Türkei. Allein seit dem ersten (und bislang letzten) Sieg der Türkei im Jahr 2003 mit „Everyway That I Can“ von Sertab Erener stehen ein 2. sowie drei 4. Platze, zwei weitere Top-10-Platzierungen und nur ein einziges Halbfinalaus. Auch in Fankreisen wurde die Türkei für ihre Beiträge häufig bejubelt, so dass sich viele eine Rückkehr des Landes zum Eurovision Song Contest wünschen.

Fans auf Twitter starten gerade einen neuen Versuch, den Sender TRT zu einem Umdenken zu bringen und wünschen sich unter dem Hashtag #TRTArtıkEurovisionaKatıl eine Rückkehr der Türkei zum ESC und damit eine Teilnahme des Landes am ESC 2020 in den Niederlanden. Reihenweise posten Eurovision-Fans ihre ESC-Erinnerungen mit Türkei-Bezug, um zu zeigen, wie sehr sie die Türkei im Contest vermissen.

Bei so viel Liebe, wie kann TRT da nicht schwach werden? In diesem Sinne: TRT Artık Eurovisiona Katıl!

Würdet ihr Euch über ein ESC-Comeback der Türkei freuen? Und haltet ihr das für realistisch?



42 Kommentare

  1. Die türken waren solange erfolgreich, wie nur die zuschauer wählen durfte. Kein wunder, bei der riesigen diaspora die auch zum grössten teil recht nationalistisch geprägt ist.
    Meine meinung ist. Mindestens solange herr erdogan präsident ist, keine türkische teilnahme. Aber ich bin auch gegen eine russische, aserische und israelische teilnahme.
    Aber wie ich die ebu einschätze, wird die türkei bald wieder dabei sein und mit einer ständigen wildcart fürs finale belohnt.= + 20mio. zuschauer..

    • Auf deren jüngere Beiträge hätte ich gut verzichten können. Man ist doch nur beleidigt, weil die Jurys dem Ergebnis einen Strich durch die Rechnung machen.

      Ich selbst mag nur ganz wenige türkische Beitrage, nämlich folgende: 1987, 1989, 1990 1997, 1999 und 2003.

      • Die gefallen mir, bis auf 2003, auch alle sehr gut. Für mich gehören aber unbedingt noch 1975 und 1996 dazu (ebenfalls schön, aber nicht ganz in derselben Liga sind für mich 78, 83, 85, 86, 95 und, als letzter türkischer Beitrag, dem ich die Daumen gedrückt habe, 2001)

  2. Weiß jemand, warum die EBU nicht viel mehr unternimmt, um die Türkei, die Slowakei, Andorra, Monaco, Luxemburg, Marokko und evtl. auch Kasachstan zum Eurovision Song Contest zu bringen? Da ist oft die Ausrede, dass es finanziell zu teuer sei. Ende der 2000 gab es ja Probleme mit dem Baltikum und die EBU half da finanziell aus, damit die ESC-Teilnahme weitergehen konnte. Man könnte meinen, der EBU sind Länder wie die Big 5 und Australien wichtiger als andere Länder.

  3. #TRTArtıkEurovisionaKatıl bedeutet übrigens #TRTnehmeEndlichBeimEurovisionTeil.

    Ich gebe zu, dass ich Serhat auch ein paar SMS spendiert habe, weil er inoffiziell die Türkei repräsentiert hat.

    Ich habe zwar kein Twitter, aber vielleicht geht diese Aktion auch durch andere soziale Netzwerke oder ich mache mir einfach Twitter und poste auch etwas unter diesem Hashtag.

    • Ja früher, aber glaubst du im Ernst, das die Türkei jetzt noch weibliche Sängerinnen al la Sertab Erener oder Hadise ins Rennen schicken würden, die sich aufreizend geben? Wenn die Türkei die Regeln und die Diversität des ESC nicht akzeptieren können, dann sollen sie wegbleiben. Sollte die Türkei wieder eine echte Demokratie sein und wenn Erdogan zum Teufel gejagt wurde, dann kann man über eine Teilnahme nachdenken, davor vermisse ich sie nicht.

      • Da hast Du sicher recht, die Musik finde ich aber trotzdem gut, nicht nur Sertab oder Hadise. Die Künstler/innen leiden wohl auch sehr darunter, dass Herr Erdogan sein Land derart isoliert. Aber klar, in der jetzigen Situation kann ich auch gut auf die Türkei verzichten, so leid es mir tut.

  4. Mir fehlt die Türkei auch nicht wirklich. Darüber hinaus funktionieren demokratische Mittel wie Hashtags, die sicherlich später zu Petitionen führen, nicht in der heutigen Türkei. Da hätte ich lieber eine Rückkehr der erfolglosen Slowakei. Wenn die es wie die Tschechen machen könnten, würde ich mich riesig freuen!

      • Null – ESC Privat informiert z.B. über die neuesten Badehosen-Trends und hat tolle Workout-Tipps!

      • Lach ja danke, dass Du fragst – der Junge macht mit seinen Tattoos wirklich so ungefähr alles falsch, was man falsch machen kann…

  5. Ich bin auch gegen eine Rückkehr der Türkei solange Erdogan mit seinem runzeligen Hintern an den Fleischtöpfen der Macht sitzt!

  6. Solange sich die Großwetterlage in der Türkei noch nicht grundlegend gedreht hat, finde ich jede Petition in Richtung einer Rückkehr ziemlich heuchlerisch. Denn das letzte worauf ich Bock habe, ist eine Teilnahme bei dem man über nationale Egoismen diksutieren muss, Freizügigkeit oder Regierungskontrolle über Medien, Beitrag, Interpretationsspielräume,etc. (betrifft auch andere Länder).

    Sobald das geklärt ist – welcome – bis dahin können mich solche, die Rahmenbedingungen ausklammernde, „heile-ESC-Welt“-Petitionen mal am Allerwertesten.

  7. Vor Serab Ereners Sieg haben die türkischen Beiträge oft zu meinen Favoriten gezählt. Seit 2003 kam kaum noch etwas, was mich begeistert hätte, daher fand ich den Ausstieg der Türkei nach 2012 zwar schade, aber untröstlich war ich auch nicht gerade.

  8. Aber soetwas wie Conchita kann man den armen, hilflosen Kindern nicht zumuten, die dadurch verwirrt ihre Mami oder ihren Papi unter Tränen fragen müssen, was das da denn ist :((((((

  9. Die Türkei hatte schon viele mega tolle Beiträge 👍🏻
    Leider sind der Rückzug und die Begründungen dazu, so offensichtlich peinlich und rückständig…Bis auf weiteres, sollten sie besser weg bleiben 🙄

  10. Es scheint ja einzig und alleine davon abzuhängen, ob das türkische fernsehen(und indirekt sicher auch herr erdogan) wieder mitmachen möchten. Oder? Ich kenne die genaue position der ebu dazu nicht, würde aber behaupten, das die ebu turkije mit handkuss und bückling wieder aufnimmt, wenn sie wollen.

  11. Kann gerne wegbleiben. Beleidigte Leberwürste (sic!) mit muffigen Ansichten (z.B. wegen Conchita Wurst) braucht keiner. Was frühere Beiträge angeht, fand ich manche gut bis sehr gut, aber auf die meisten hätte ich genauso verzichten können wie aktuell auf die Türkei als ESC-Land.

  12. Ich würde mich über eine Rückkehr von Luxemburg freuen. Kann nicht verstehen, woran es da scheitert. Am Geld sicherlich nicht. Immerhin gehört Luxemburg immer noch zu den erfolgreichsten Nationen beim ESC.

    • @Anmey: Danke für diese Information! Ja, das sieht dann wirklich nicht so gut aus. Hoffen wir also auf ein erneutes komplettes Umwerfen des Programms von RTL für Luxemburg!

      @Jorge: Jetzt weiß ich endlich, warum ich so ein großer Fan von San Marino beim ESC bin (auch wenn dieses Jahr eher unterdurchschnittlich war). Übrigens, wenn ich das richtig beobachtet habe, ist diese Runde die erste, in welcher wir wirklich drei unterschiedliche Duellsieger hatten! Erstaunlich, dass das so lange gedauert hat 😉

      • Ich meinte mit der Runde mit drei unterschiedlichen Duellsiegern die Duelle 31 bis 33 beim Second Chance Contest. ich hatte beim Schreiben ganz vergessen, dass dies hier ja gar nicht der SCC-Thread ist; es ist wohl einfach noch zu früh am Morgen!

  13. Mich haben vor allem die häufigen 12 Punkte aus Deutschland für die Türkei gestört, es war daher unerlässlich, hier ein Regulativ einzuführen (gilt auch nicht nur für die Türkei). Dass TRT deswegen seit Jahren schmollt bestätigt diese Notwendigkeit ja nur. Der Sieg von 2003 wäre ohne die Diaspora nicht möglich gewesen – so verkrampft und verbiestert wie dieser Auftritt war. Die Belgier wären die verdienteren und vor allem ehrlicheren Sieger gewesen.

    Ich glaub auch nicht, dass die Türkei auf absehbare Zeit zurück kommt – Erdogan tut ja alles (und er ist schliesslich von einer Mehrheit gewählt) um sein Land vom Westen zu entfernen und entfremden. Dann sollen sie auch bleiben wo der Pfeffer wächst. Meine Meinung.

    • Also.
      Wer Präsident ist, kann egal sein.
      Der ESC ist Kein politischer Wettbewerb.
      Deswegen sind einige Kommentare hier unangebracht.
      Wenn es danach geht müssen Belarus, Russland auch nicht teilnehmen.
      Polen und Ungarn wären hart an der Grenze.
      Israel sowieso raus mit deren rechten Präsidenten. Türkei Hetze ist aber bekanntlich in Mode. Und Erdogan war auch bei den ganzen letzten Türkei Beiträgen Präsident.

      Und türkische Pop Musik ist immer noch viel Haut. Auch im Jahr 2019. Also die Kommentare, dass so etwas wie 2009 nicht mehr geschickt wird oder produziert wird sind falsch

      • Es betrifft auch eigentlich gar nicht Erdogan selbst (hat er sich überhaupt mal zum ESC geäußert?), die entsprechenden Zitate (in etwa „Conchita ist westliche Moralentartung, sowas können wir unserem Volk nicht zumuten!“) stammen von TRT-Funktionären, und so lange sich dort nichts ändert, kann man sich eine Türkei-Rückkehr sowieso abschminken. Vielleicht schafft man es ja wenigstens dieses Jahr endlich mal, die Türkvizyon zu reaktivieren; die fand ich nämlich immer sehr interessant.

  14. Danke für den Link, Matty!

    „[T]he contest is not in the broadcaster’s vision for the future“. Das klingt auch langfristig überhaupt nicht gut. Und wie Anmey schon andeutete: „…they plan to concentrate on news features rather than music entertainment shows“.

    Schön, dass Albanien wieder dabei ist. Wenn nicht, wäre das ein schlimmer Schlag gewesen!

    • Oh, das hätte weiter oben erscheinen sollen, als es um Luxemburg ging. Seltsam, ich kann normalerweise durchaus zwischen einem gewöhnlichen Kommentar (wie unbeabsichtigterweise hier) und einer Antwort unterscheiden,

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