Unser Star für den ESC 2021: Eure Wünsche und Vorschläge (1)

Vor Kurzem haben wir Euch an dieser Stelle gefragt, welche Künstler Ihr gerne für Deutschland beim Eurovision Song Contest 2021 sehen würdet. Neben den Acts, die wir bereits im vergangenen Jahr in irgendeiner Form auf der Liste hatten, habt Ihr einen bunten Strauß an unterschiedlichen Namen und Stilen genannt, der zu schön ist, um ihn in den Kommentaren verwelken zu lassen. Deshalb präsentieren wir diese Namen in den kommenden Wochen in insgesamt fünf Artikeln in alphabetischer Reihenfolge. Vielleicht ist für Euch noch die eine oder andere spannende Neuentdeckung dabei und/oder für die deutschen ESC-Verantwortlichen sowie die Eurovisions-Jury noch die eine oder andere Empfehlung. Los geht’s!

Adel Tawil

Adel Tawils Stimme dürfte zumindest den Radio-Hörern bestens vertraut sein. Er wurde als Mitglied von The Boyz bekannt und feierte später gemeinsam mit Annette Humpe als Ich + Ich große Erfolge. Mittlerweile hat Adel Tawil auch als Solokünstler drei Alben veröffentlicht. Seine Ex-Frau Jasmin Tawil ist übrigens aktuell bei „Promi Big Brother“ zu sehen.

Alice Merton

Alice Merton kann man fast nicht mehr als Newcomerin betrachten, obwohl sie erst 2019 ihr erstes Album „MINT“ veröffentlicht hat. Bereits 2016 hatte sie nämlich einen Megahit mit „No Roots“ und wird ebenso lange auch im ESC-Kontext immer wieder als Wunsch-Kandidatin genannt. Sie hat außerdem schon mit sehr vielen anderen Künstlern zusammengearbeitet (unter anderem auch mit Fahrenhaidt) und war Jurorin in der letzten Staffel von „The Voice of Germany“.

Alle Farben

Alle Farben ist ein deutscher DJ, der seit 2014 drei Soloalben veröffentlicht hat. Zwischenzeitlich hat er aber auch mit zahlreichen nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern zusammengearbeitet sowie Remixe großer Hits produziert. Immer wieder werden auch Stimmen laut, die einen der erfolgreichen deutschen DJs gerne beim ESC sehen würden, auch wenn die entsprechende Inszenierung – wie die Geschichte gezeigt hat – auf der ESC-Bühne immer eine gewisse Herausforderung darstellt.

Álvaro Soler

Álvaro Soler hatten wir schon auf unserer Shortlist für den FreeESC. Der Sänger hat spanische, deutsche und belgische Wurzeln und verbrachte seine Kindheit in Barcelona und Tokio. Mittlerweile lebt er wieder in Deutschland und hat bislang zwei Alben veröffentlicht.

Apache 207

Apache 207 ist DER Newcomer am deutschsprachigen Hip-Hop-Himmel und konnte sein Debütalbum „Treppenhaus“ gerade auf Anhieb auf Position 1 der deutschen Albumcharts platzieren. Schon 7 (!) Songs von ihm landeten auf Platz 1 der deutschen Singlecharts. Ob er nach seiner ersten Tour durch die großen Arenen Deutschlands im Januar und Februar 2021 noch einen freien Slot für den ESC hat?

AreZou

AreZou hat bislang eine EP veröffentlicht und dürfte vielen noch unbekannt sein. Die Sängerin hat iranische Wurzeln und bezeichnet sich selbst als Singer-Songwriterin. Aktuell arbeitet sie mit dem Produzenten Oliver Som zusammen, der schon Songs für James Blunt, Robbie Williams oder Madeline Juno geschrieben bzw. produziert hat.

Die Ärzte

Die beste Band der Welt kommt aus Deutschland und wir haben sie noch nie zum ESC geschickt? Skandal! Da passt es doch gut, dass die Ärzte im Herbst ein neues Album veröffentlichen wollen. Ansonsten dürfte das Werk dieser Band doch allgemein bekannt sein, oder?

ÄTNA

Ätna ist eine Electronica-Band und besteht aus Inéz Schaefe und Demian Kappenstein. Die beiden haben Anfang des Jahres ihr Debütalbum „Made By Desire“ veröffentlicht und sind auch schon im NDR aufgetreten.

Ben / Benjamin Rosenbohm

Nein, mit Ben ist hier weder unser Ben Dolic noch der Sänger gemeint, der Anfang der 2000er einen Hit mit „Engel“ hatte, sondern der  – im Duett mit Tan – diesjährige dänische ESC-Vertreter, der von Barbara Schöneberger beim deutschen ESC-Finale in der Elbphilharmonie als ursprünglich aus Deutschland stammend geoutet wurde. Eigenes Songmaterial ist wohl vorhanden (siehe unten) und der dänischen Vorentscheidung wollen sich Ben & Tan ja bekanntlich nicht unbedingt stellen. Es spricht also nichts gegen eine Bewerbung in Bens Geburtsland…

Beyond the Black

Das wäre mal eine ganz andere Musikrichtung für Deutschland beim ESC. Beyond the Black sind eine Symphonic-Metal-Band, stammen aus dem Dunstkreis der Mannheimer Popakademie und haben bislang vier Alben veröffentlicht. Drei davon konnten sich in den deutschen Album-Top-10 platzieren.

Bosse

Bosse hat schon mit seinem Sieg beim Bundesvision Song Contest mit „So oder so“ im Jahr 2013 bewiesen, dass er nicht nur auf den Bühnen der mittelgroßen deutschen Konzerthallen begeistern kann, sondern auch auf den ganz großen Showbühnen der TV-Unterhaltung. Seitdem rangiert der Sänger zumindest beim Autor dieser Zeilen nur ganz knapp hinter Laing auf dem Wunsch-o-meter für den ESC. Axel Bosse wird übrigens auch in Deutschland immer noch erfolgreicher und noch bekannter, seine letzten beiden Alben landeten auf Platz 1 der deutschen Albumcharts.

Wie gefallen Euch die hier vorgestellten Künstler und welchen davon könntet Ihr Euch beim ESC vorstellen?


49 Kommentare

  1. Ganz ehrlich, am meisten würde ich es immer noch Ben Dolic mit einer schönen Ballade gönnen.
    Aber na ja, wird leider wohl nicht passieren.☹️

    Adel Tawil könnte ich mir auch vorstellen, wird aber wohl auch nicht so geschehen.

    Alvaro Soler höre ich persönlich sehr gerne, aber ob Spanisch international als authentischen deutschen Beitrag wahrgenommen würde?

    Die Ärzte fand ich früher als Teenie mal cool, sie würden wohl die Bühne rocken, aber ich glaube, bevor sie an einem ESC teilnehmen, fallen Weihnachten und Ostern an einem Tag.🙂

    Apache 207 gefällt mir überraschend gut, obwohl ich sonst nicht so der grosse Hip-Hop-Fan bin.

    AreZou finde ich eher langweilig, ebenso Bosse.

    Ben Rosenbohms Song gefällt mir jetzt nicht so gut, könnte ihn mir aber mit einem anderen Lied ganz gut vorstellen

    Am besten gefallen mir Ätna und Beyond The Black. Wirklich coole Musik, die ich mir gut international vorstellen könnte.😊

    • Alice Merton fänd‘ ich super, mag ich sehr gerne.😊
      Alle Faben – weiss nicht, bisher sind DJs immer kläglich beim ESC gescheitert…

      Aber im Grunde stimme ich mit Inga überein: Wenn der Song und Inszenierung nicht taugt, nutzt auch der bekannteste Name nichts. Ich denke, im Moment kann man es ja eh nur nach dem bisherigem Repertoire der Künstler beurteilen. Macht aber tierischen Spass😊.

    • Alice Merton hatte vor Jahren nur einen Hit, danach kam nichts mehr. Ich finde sie nur bedingt kompetent. Sie ist halt Mädel aus reichen Hause, dass spürt man bei ihren Auftritten.

      • Alice Mertons „No Roots“ war ein erfolgreicher Song in den USA – er wurde im Radio rauf und runter gespielt. Sie hatte auch diverse Auftritte im dortigen Fernsehen, und das Lied war auf einigen Soundtracks amerikanischer Serien zu hören, „Lash Out“ ebenfalls. Das ist so alltäglich nicht für deutsche Musiker, besonders wenn sie nicht Rammstein heissen – dazu noch mit der Debüt-Single!

      • Alice Merton hatte allerdings schon in einem Interview vor ein paar Jahren ziemlich deuliche Worte gefunden, warum sie beim ESC ganz sicher nicht teilnehmen wird.

    • Naja, wir hatten 2008 Marquess mit La Histeria im Vorentscheid. Hätte ich auch gut gefunden. Es hat schließlich auch keinen gestört, dass Österreich 2016 auf Französisch gesungen hat.

      • Da hast Du natürlich auch wieder recht.🙂
        Mir wäre Alvaro Soler deutlich lieber als Marquess, aber er würde wahrscheinlich sowieso nicht antreten wollen, da er ja im Moment recht gut im Geschäft ist, glaube ich.

        P.S. Die Zoe war schon putzig.😍

  2. Apache würde ich extrem feiern da er live auch echt gut ist. Bin mir aber nicht sicher ob er international gut ankommen würde.

  3. Beyond The Black verfolge ich schon etwas länger und fände sie als ESC-Act durchaus interessant. Bei denen könnte man denke ich auch bei der Inszenierung einiges rausholen.

  4. Alice, Alle Farben oder Alvaro wären international kompatibel. Die Ärzte sind der Hammer aber nur hierzulande mehr als Kult, ESC würden die Junx eh niemals machen.
    Am schlimmsten auf der Liste ist Bosse, sorry an alle Fans….könnte schon brechen wenn ich den schon sehe, geschweige denn höre 😱
    Den Rest kenne ich nicht

  5. Oh da sind sogar zwei Vorschläge von mir dabei wie cool. Aber ich muss Inga recht geben. Der Star ist nur eine wichtige Komponente. Entscheidend ist das Gesamtpaket. Deshalb muss kein Star International gut ankommen das wäre allerhöchsten nur von Vorteil aber nicht zwingend notwendig. Das war ja bei Lena auch nicht so das jeder sagte oh die kommt international bestimmt gut an

    • Ich stimme dir zu, der Song „No roots“ ist nervig und auch fürchterlich von der Alice Merton. Meines Wissens was das auch schon von der. Bis zu ihrer Rente kommt auch nichts mehr.

    • Rap ist noch ziemliches Neuland beim ESC, jedoch halte ich eine Teilnahme für unwahrscheinlich mein Lieblingsdeutschrapper ist leider Österreicher😅

  6. Na ja, so richtig vom Hocker reißt mich da nichts. Adel Tawil ist ganz ok, aber ich habe doch Zweifel dass solche Musik außerhalb Deutschlands wirklich Erfolg hätte, das gleiche gilt für die Ärzte.

    Zu Apache sage ich nur so viel dass man über meine Abneigung gegenüber ihn und Kollegen ganze Bücher füllen könnte.

    Alice Merton?? Hatte die abgesehen vom furchbar nervigen „No Roots“ überhaupt nen Hit??

    Alles andere ist finde ich nicht muh und nicht mäh.

  7. Ich hätte nie gedacht, das ich das mal zu einem deutsch/türkischen hip-hoper schreibe, aber apache207 gefällt mir richtig gut. Er ist aber so erfolgreich, das er nie im leben beim esc antritt und wenn, dann mal für die türkei.
    Bosse und adel tawil sind weltstars in deutschland und international nicht kompatibel. Der einzige wäre alvaro soler von dieser liste. Aber ich glaub da eher an einen schuhmacher oder einen newcomer.

  8. Witziges Video😀
    Der Song gefällt mir auch besser als „Schönste Zeit“. Aber ob man damit international Erfolg haben könnte?
    Keine Ahnung, die Melodie klingt in meinen Ohren etwas belanglos.

  9. Ich fände sowohl ÄTNA als auch Apache 207 extrem interessant als Wahl für den ESC an. Beide Kandidaten hätten interessante Songs am Start und bei Beiden gäbe es fette Fragezeichen für mich.
    Bei ÄTNA sehe ich das Problem der Präsentation. Die Lieder sind klasse. Aber wie willste das effektiv auf die Bühne bringen?
    Bei Apache 207 sehe ich das Problem, dass ich fürchte, dass der NDR bei einem Shitstorm einknicken würde. Und der Shitstorm. Wird. Kommen. Wenn die NDR-Truppe das aber aushalten könnte, fände ich Apache 207 ein grandioses Experiment und ich würde voll hinter dem Team stehen.
    Beim Rest wäre das Lied und dann die Präsentation wichtig. Die angesprochen Kandidaten sehe ich für den ESC allesamt bisher als austauschbar an.
    Bei Beyond The Black gibt es eine direkte Verbindung zu Avantasia. Ich weiss nicht, ob die Leute von Avantasia zu einem Auftritt beim EC raten würden…

    • Warum sollte denn ausgerechnet bei Apache 207 ein Shitstorm kommen? Den könnte es leider bei jedem anderen Künstler auch geben, weil, alle werden wohl „Hater“ haben. Es ist wohl eine typisch deutsche Unsitte, den eigenen Beitrag zu zerreissen. Die Anonymität des Internets trägt leider noch dazu bei, besonders gemein zu „haten“.☹️

      • Das Problem bei Apache 207 sind seine bisherigen Texte. Die sind relativ typische aktuelle RapTexte mit ner Menge Gewalt und *BlingBling* drin. Ich erinnere da einfach mal an Joachim Deutschland 2003.

  10. Mein Wunsch wäre Seeed. Ärzte? Glaubt ihr doch selbst nicht. Und all diejenigen die von international nicht geeignet reden. 2017 hätte man ja auch nicht gedacht das Salvador Sobral international geeignet wäre. Wenn man immer nur nach 08/15-Maßstäben die Acts aussucht, gewinnt man keinen Blumentopf. Nach den Maßstäben hätten Netta oder Lordi nie beim ESC starten dürfen.

    • Salvador Sobral, Netta und Lordi waren international durchaus geeignet, weil sie aussergewöhnlich waren und aus dem Rahmen gefallen sind. Sie polarisierten und das sind hervorragende Vorraussetzungen, beim ESC gut abzuschneiden.
      Leider kann man das von vielen aktuellen deutschen Künstlern nicht sagen. Das heisst nicht, dass sie schlecht sind, aber einige von ihnen auch ein bisschen langweilig. Es gibt aber durchaus Künstler-/innen, die ich vorher noch nicht kannte, z. B. ÄTNA oder Beyond The Black, denen ich durchaus, mit einem entsprechenden Song, ein gutes Ergebnis beim ESC zutrauen würde.

      Sorry, Klugsch…-Modus aus.🙂

      • Wer letztes Jahr Sing meinen Song verfolgt hat konnte die Frontsängerin von Beyond the Black bewundern. Mit dem richtigen Song könnte ich mir das gut vorstellen

      • Das mag jetzt nicht viel heißen, aber Beyond the Black sagt mir so gar nix. Ich hätte aber auch wirklich nix dagegen, wenn sich auch mal ein wirklich bekannter Künstler für den ESC interessieren würde, bei dem man nicht das Gefühl hat, er muss erst den Delegationsleiter fragen, ob er aufs Klo darf oder ob was er sagen darf. Und dem man jeden Schritt auf der Bühne extra erklären muss.

      • Beyond The Black war schon mehrmals auf Wacken. Von daher dürften sie wissen wie Bühne mit viel Publikum geht. 😉

      • @esc05
        Da gebe ich Dir recht. Eine gewisse Bühnenerfahrung ist sicher vom Vorteil. Aber allein ein bekannter Künstler ist ja noch kein Garant für Erfolg.
        Oft verlassen sich diese Künstler auf den Bekanntheitsgrad und legen zu wenig Wert auf den Song. Beispiel: Unheilig. Ich habe mich riesig gefreut, dass sie bei der VE aufgetreten sind. Aber die beiden Songs, die sie performt haben, waren ziemlich enttäuschend. Wobei ich die lautstarken Unmutsbekundungen damals keinesfalls rechtfertigen möchte. Das war echt nicht okay.

  11. @Gaby: Bezüglich Unheilig gebe ich dir recht. Er hat bei der VE damals sich zu sehr an den ESC-Fans angebiedert. Er hätte einfach seine Musik in seinem Stil machen sollen und dann wäre es besser gelaufen. Die Hetze im Vorfeld habe ich auch nicht verstanden, anstatt froh zu sein, das sich mal ein bekannter Act eine VE stellt.

  12. Ich habe noch einen Vorschlag: Deichkind. „Keine Party“ ist sooooo geil. Und ich wundere mich, das hier noch keiner Helene Fischer erwähnt hat.

  13. Bei einigen der vorgeschlagenen Interpreten glaube ich auch, dass sie nie beim ESC auftreten würden. Das muss aber doch nicht heißen, dass sie sich nicht beteiligen könnten. Es reicht doch, wenn sie einen guten Song schreiben und von einem kompetenten Sänger/einer kompetenten Sängerin singen lassen. Der-/diejenige muss dann ja noch nicht einmal bekannt, sondern einfach nur gut sein. Das dann kombiniert mit einer ausgefallenen Präsentation kann Deutschland weit nach vorn bringen.
    Und bitte keine überflüssige Deko auf die Bühne stellen… der Tresen und die fröhlich hüpfenden Menschen auf der Bühne beim deutschen ESC in der Elphi bei Ben fand ich grauenhaft. Das war Ralph Siegel-Style der 90er. Mit ausgefallen meine ich auch wirklich ausgefallen.

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