Wegen der hohen Kosten: Montenegro bestätigt Rückzug vom ESC 2020

Update: Der Sender RTCG hat gegenüber ESCtoday bestätigt, dass das Land nicht am Eurovision Song Contest 2020 teilnehmen wird. Die EBU hatte dem Sender eine Fristverlängerung für die finale Bestätigung der Teilnahme eingeräumt. Offenbar ist es dem Sender nicht gelungen, eine Finanzierung auf die Beine zu stellen, so dass nun die Absage kam.

Töne in (D-)Moll aus Montenegro: Wie die griechische Website EurovisionFun berichtet, erwägt der montenegrienische Fernsehsender RTCG offenbar den Rückzug des Landes vom Eurovision Song Contest 2020 in Rotterdam. Grund dafür sollen demnach die Kosten sein, die mit einer Teilnahme des Landes am Wettbewerb in den Niederlanden verbunden sind.

Damit wäre Montenegro ein weiteres Land, das sich vom ESC 2020 zurückzieht. Auch Ungarn erwägt diesen Schritt. Dort sind aber weniger die Finanzen der ausschlaggebende Grund. Vielmehr soll die Auswahlsendung A Dal zur Förderung der nationalen Musikszene genutzt werden und nicht mehr zur Ermittlung des ungarischen Vertreters beim ESC.

Finanzielle Gründe werden – neben politischen Ursachen – häufiger für eine Nicht-Teilnahme eines Landes am ESC angeführt. Bulgarien meldete sich jedoch unlängst nach einem Jahr ESC-Abstinenz zurück. Der dortige Fernsehender konnte einen Sponsor finden, der sämtliche Kosten von der Auswahl eines Künstlers über Komposition und Produktion bis hin zum Staging und den Reisekosten übernimmt.

Montenegro nahm 2007 das erste Mal am Eurovision Song Contest teil – direkt ein Jahr nach seiner Unabhängigkeit von Serbien. In den Jahren 2010 und 2011 zog sich das Balkanland bereits einmal vom Wettbewerb zurück, auch damals wurden finanzielle Umstände als Grund angeführt. Seit 2012 war es aber durchgängig beim ESC dabei. Jedoch schaffte es nur zweimal den Sprung ins Finale – 2014 mit Sergej Ćetković und 2015 mit Knez. In den letzten drei Jahren landete Montenegro immer auf dem 16. Platz des Halbfinales.

Der Rückzug des Landes käme umso überraschender, da der Sender RTCG im Nachgang des ESC in Tel Aviv angekündigt hatte, sein Vorentscheidungsformat Montevizija 2020 größer aufzuziehen. In diesem Jahr waren dort fünf Beiträge angetreten. Dabei hatte sich die Gruppe D-Mol durchgesetzt und das Ticket zum ESC gewonnen. Dort blieben die sechs talentierten Sänger/innen wie gesagt im Halbfinale stecken.



32 Kommentare

  1. Ich hoffe, daß Montenegro nächstes Jahr doch noch antritt. Vielleicht kann der federführende Sender noch Sponsoren gewinnen, die eine Teilnahme des Landes unterstützen. Hat ja bei Bulgarien auch gefunzt.

  2. Naja, D-Moll waren jetzt nicht der Oberbrüller, meiner Meinung nach. Aber schade, wenn Montenegro nächstes Jahr aussetzt. Hoffentlich finden sie doch noch einen Sponsor, wie bei Bulgarien.

  3. Keine gute Nachricht! Ich bin ohnehin deprimiert, wenn ein Land sich zurückzieht, aber für Montenegro und seine vielseitig-verrückten, oft unterbewerteten Beiträge hatte ich über die Jahre eine gewisse Schwäche entwickelt.

      • Wer war es denn 2013 ? Ist etwas mühsam das alles zu googeln und so ein Elefantengedächtnis habe ich nicht.🤔

      • @Karin
        Who See ft. Nina Žižić – Who See
        bzw. der Song mit den Rappern in Astronautenkostümen. 😀

    • Mach Dir mal keine Hoffnung, es werden noch genug „Konkurrenten“, wie Du sie nennst, übrig bleiben. Gott sei Dank. (kopfschüttel).

    • Du kannst ja Deine gesammelten unterirdischen Kommentare vertonen und einreichen. Die wären dann in der Tat konkurrenzlos.

      • Hast du das nicht schon gemacht und hats was gebracht? Ich sehe Montenegro und andere Länder beim ESC halt als Konkurrenten an. Punkt. Ob ihr damit ein Problem ab, interessiert mich nicht. Macht euch mal locker. Wer nicht will, der hat schon. Vermissen werde ich Montenegro nicht. Da kam doch nur Müll, mit einer Ausnahme, das war 2014.

      • Mein lieber 05er, wir sind ja durchaus mal einer Meinung, aber das mit dem Konkurenten ist nun wirklich Unsinn da Montenegro ja ohnehin eher selten ins Finale kommt (zumindest bei „Igranka“ offenbar nicht nur zu meinem Bedauern).
        Wenn man deinen Konkurenz-Gedanken zu ende denkt, wäre es wohl am Besten, wenn am ESC neben Deutschland nicht mal ein halbes Dutzend Länder teilnehmen würde. Nur wäre das dann a) eine relativ trostloses Ereignis und b) immer noch keine Garantie dafür, dass Deutschland nicht auf dem letzten Platz landet (ausser natürlich, wenn niemand ausser Deutschland teilnimmt;).

  4. Schade, aber musikalisch gesehen ist Montenegro nicht wirklich ein großer Verlust (zumindest seit 2016, wo es nach drei guten Beiträgen wieder steil bergab ging).

  5. 2010: Ungarn und Montenegro ziehen sich zurück. Deutschland gewinnt.

    2020: Ungarn und Montenegro ziehen sich zurück.

    Merkt ihr was? 😂

  6. Und wo sind eigentlich die MIllionäre, wenn man sie mal braucht? Statt Madonna zu einem öffentlichen Car-Crash zu verhelfen, könnten doch gut auch mal klamme Teilnehmerländer unterstützt werden.

  7. Ich möchte war schon dass möglichst viele Länder am ESC teilnehmen, aber im Gegensatz zum möglichen Verzicht Ungarns macht mich der Ausstieg von Montenegro nicht so wirklich traurig. Entweder haben sie Balkanballaden geschickt die man schon unzählige Male und meistens besser von anderen ehemaligen Ex-Jugos gehört hat, oder aber sie schickten völlig grausamen Trash. Dazu zähle ich auch dieses peinliche Schultheaterstück dieses Jahr, welches auf meiner persönlichen Hassliste dieses Jahr auf dem zweiten Platz war, nur Island fand ich noch schlimmer!!

    Hoffentlich nutzen sie die Auszeit um ihre Strategie zu überdenken.

  8. Ich muss leider auch mal sagen, dass ich Montenegro 2013 furchtbar finde 🙈 Es tut mir tatsächlich leid, weil ich auch weiß, wer so alles diesen Song mag, aber für mich nicht 🙈

    Trotzdem sind Ausstiege immer ein Verlust! Punkt 🙂

  9. @Frederic: Tut mir leid, das ist Schwachsinn. Natürlich ist Montenegro ein Konkurrent für Deutschland bei diesem Wettbewerb. Wohlgemerkt der ESC ist ein Wettbewerb, kein Ringelpiez mit Anfassen. Und bevor ich deren Song nicht kenne, nehme ich jedes Land als Konkurrent ernst. Nur weil Montenegro in den letzten Jahren nicht im Finale war, heißt das nicht automatisch das sie 2020 nicht im Finale sind. Wenn sie denn teilnehmen. Also nehme ich jedes Land das beim ESC antritt als Konkurrent ernst, egal wie erfolgreich das Land in den Vorjahren war. Portugal war ja jahrelang immer unter ferner liefen, und dann 2017 Tschaka. Sieger. Also jedes Land ist beim ESC als Konkurrent erst mal ernstzunehmen. Jedes Land kann mal einen musikalischen Volltreffer landen.

    • Bei deinem letzten Satz muss ich dir natürlich recht geben, doch gehöre ich auch zu denen, die sich über sowas durchaus freuen können, denn bekanntermaßen ist Ringelpiez mit Anfassen für die Eurovision sowas wie der Raison d’Être. 🙂

      Ich habe im Prinzip auch nichts gegen deine sportliche Auffassung, zumal es in meinen Augen richtig ist, einen (vor-)letzten Platz nicht mit der schlechten Qualität des eigenen Beitrags zu begründen, sondern damit, dass die anderen eben noch besser waren.
      Wenn Du dich aber darüber freust, wenn „Konkurrenten“ nicht teilnehmen (können), ist das für mich eher unsportlich. Freust Du dich etwa auch bei der Olympiade, wenn Konkurrenten Deutschlands nicht teilnehmen (z.B. verletzungsbedingt oder aus welchen Gründen auch immer)?
      Mal abgesehen davon, dass ich auch eher die Songs supporte, die mir am besten gefallen, finde ich einen zehnten Platz bei 25 Beiträgen tendenziell erfreulicher als bei einem Dutztend Teilnehmern siebter zu werden.

  10. Jetzt ist es offiziell: 41 Länder nehmen teil, Montenegro und leider auch Ungarn sind nicht dabei, dafür kommen die Ukraine und Bulgarien zurück.

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