Welcher ist der erfolgreichste ESC-Beitrag? Teil 1: 2010 bis 2019

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Immer wieder diskutieren Eurovision-Fans leidenschaftlich, welcher eigentlich der erfolgreichste ESC-Beitrag ist. Doch wann kann ein Beitrag überhaupt als besonders erfolgreich angesehen werden? Ist ein ESC-Beitrag vielleicht besonders erfolgreich, wenn die Musiker nach dem Song Contest eine besonders erfolgreiche Karriere starten konnten?

In diesem Zusammenhang fallen einem schnell Namen wie ABBA oder beispielsweise Céline Dion ein. Während ABBA bei erreichten 24 Punkten immerhin mit einem Punktevorsprung von 6 Punkten den Eurovision Song Contest 1974 gewinnen konnten, wurde es 1988 für Céline Dion besonders knapp. Sie hatte bei ihrem Sieg mit 137 erreichten Punkten schlussendlich nur einen knappen Punkt Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Briten Scott Fitzgerald. Allerdings wurde ihr Lied „Ne partez pas sans moi“ kein großer Erfolg und ist nur wenigen außerhalb der Bubble ein Begriff.

Letztendlich bleibt der Song Contest allerdings eine Suche nach dem besten Lied. Ist ein ESC-Beitrag also als besonders erfolgreich zu betrachten, wenn er möglichst oft verkauft wurde und in möglichst vielen Ländern bekannt geworden ist? Hier fallen mir spontan zwei Beispiele ein, die zu Welthits wurden und die beide sogar die amerikanischen Charts stürmten: „Save Your Kisses For Me“ von Brotherhood of Man gewann 1976 nicht nur den ESC. Der Titel entwickelte sich weltweit zu einem der größten Hits des Jahres. Schon ein paar Jahre zuvor schaffte dieses Kunststück auch der Italiener Domenico Modugno. Sein „Nel blu dipinto di blu (Volare)“ verkaufte sich weltweit millionenfach und erreichte in den US-Charts sogar die Spitzenposition. Heute kennt sein Lied im Grunde jeder, es wurde unzählige male gecovert – doch gewonnen hat es den Eurovision Song Contest nicht. Lediglich Platz 3 mit 13 Punkten stand 1958 zu Buche. Der heute weitestgehend in Vergessenheit geratene Gewinnertitel „Dors, mon amour“ von André Claveau erhielt mit 27 Punkten mehr als doppelt so viele Punkte von den Jurys.

Auf der Suche nach dem erfolgreichsten ESC-Beitrag sollte also auch nicht der Finalabend an sich, der Moment des Augenblicks vergessen werden, denn das ist es doch, was den Eurovision Song Contest ausmacht. Verschiedene Wertungssysteme und im Laufe der Jahre sehr unterschiedliche Teilnehmerzahlen im Wettbewerb machen eine reine Auflistung der erreichten Punkte allerdings wenig aussagekräftig.

Fairer und sinnvoller scheint deshalb ein Blick auf die erreichten Punkte in Hinblick auf die am höchsten zu erreichende Punktzahl zu sein. Also Taschenrechner hervorgekramt – schauen wir uns hier einmal alle Finalbeiträge der letzten 10 Jahre an:

Platz 21 – 50:
50. Aserbaidschan 2019 (Chingiz „Truth“, Platz 8) – 31,46 %
49. Ukraine 2011 (Mika Newton „Angel“, Platz 4) – 31,55 %
48. Nordmazedonien 2019 (Tamara Todevska „Proud“, Platz 7) – 31,77 %
47. Aserbaidschan 2010 (Safura „Drip Drop“, Platz 5) – 31,80 %
46. Dänemark 2010 (Chanée & N’Evergreen „In A Moment Like This“, Platz 4) – 32,68 %
45. Ungarn 2014 (András Kállay-Saunders „Running“, Platz 5) – 33,10 %
44. Griechenland 2013 (Koza Mostra & A. Iakovidis „Alcohol Is Free“, Platz 6) – 33,33 %
43. Deutschland 2018 (Michael Schulte „You let me walk alone“, Platz 4) – 33,73 %
42. Österreich 2018 (Cesár Sampson „Nobody but you“, Platz 3) – 33,93 %
41. Italien 2017 (Francesco Gabbani „Occidentali’s Karma“, Platz 6) – 33,94 %
40. Norwegen 2019 (KEiiNO „Spirit in the sky“, Platz 6) – 34,48 %
39. Schweden 2019 (John Lundvik „Too late for love“, Platz 5) – 34,79 %
38. Schweden 2017 (Robin Bengtsson „I Can’t Go On“, Platz 5) – 34,96 %
37. Rumänien 2010 (Paula Seling & Ovi „Playing With Fire“, Platz 3) – 35,53 %
36. Schweden 2011 (Eric Saade „Popular“, Platz 3) – 36,71 %
35. Belgien 2017 (Blanche „City Lights“, Platz 4) – 36,89 %
34. Türkei 2010 (maNga „We Could Be the Same“, Platz 2) – 37,28 %
33. Italien 2011 (Raphael Gualazzi „Madness Of Love“, Platz 2) – 37,50 %
32. Schweiz 2019 (Luca Hänni „She got me“, Platz 4) – 37,92 %
31. Moldau 2017 (SunStroke Project „Hey Mamma“, Platz 3) – 38,01 %
30. Russland 2013 (Dina Garipowa „What If“, Platz 5) – 38,16 %
29. Russland 2019 (Sergey Lazarev „Scream“, Platz 3) – 38,54 %
28. Lettland 2015 (Aminata „Love Injected“, Platz 6) – 39,74 %
27. Armenien 2014 (Aram Mp3 „Not Alone“, Platz 4) – 40,28 %
26. Australien 2015 (Guy Sebastian „Tonight Again“, Platz 5) – 41,88 %
25. Norwegen 2013 (Margaret Berger „I Feed You My Love“, Platz 4) – 41,89 %
24. Zypern 2018 (Eleni Foureira „Fuego“, Platz 2) – 43,25 %
23. Serbien 2012 (Željko Joksimović „Nije ljubav stvar“, Platz 3) – 43,50 %
22. Aserbaidschan 2011 (Ell & Nikki „Running Scared“, Platz 1) – 43,85 %
21. Belgien 2015 (Loïc Nottet „Rhythm Inside“, Platz 4) – 46,37 %

Zwischen 2010 und 2019 gab es zwei verschiedene Wertungssysteme: Während bis 2015 die Jury- und Zuschauerwertungen noch zu einer gemeinsamen Punktewertung zusammengefasst wurden, fließen seit 2016 die beide Punkte der beiden Wertungsgruppen getrennt voneinander in das Ergebnis mit ein. Zwischen 2010 und 2015 wurde das Voting immer mal wieder marginal verändert, darauf gehe ich an dieser Stelle nun aber nicht weiter ein.

Interessant zu sehen: Schon zwischen den Plätzen 21 und 50 finden sich insgesamt drei Jury-Sieger. Während Tamara Todevska letztes Jahr die Jurys von sich überzeugen konnte und mit 247 Punkten stolze 51,46 % der damals möglichen Punkte erhielt, erreichte sie im Televoting mit lediglich 58 Punkten (12,08 %) einen 12. Platz. Ein sehr ähnliches Bild gab es im Jahr zuvor bei Cesár Sampson: Bei den Jurys stolze 271 Punkte (53,07 %), beim Publikum Platz 13 mit 71 Punkten (14,09 %). Und auch Raphael Gualazzi überzeugte die Jurys 2011 sehr viel mehr als das Publikum – 251 Punkte bei der Jury (49,8 %) und Platz 11 mit 99 Punkten beim Publikum (19,64 %) bedeuteten im Finale zwar einen tollen 2. Platz – in der Rangfolge unserer Auswertung steht sein Beitrag allerdings damit nur auf Platz 33. KEiiNO konnten wiederum im letzten Jahr das Publikum überzeugen, wurden aber von den Jurys fast ignoriert. Mit stolzen 291 Punkten und 60,62 % der möglichen Punkte standen sie beim Publikum ganz vorne, die Jurys vergaben aber nur 40 Punkte (8,33 %) und damit nur einen 18. Platz.

Mit Ell & Nikki finden sich auf Platz 22 aber auch schon die ersten ESC-Gewinner in unserer Liste. Die beiden konnten zwar 2011 das Finale in Düsseldorf für sich entscheiden, allerdings war die Punktevergabe recht knapp und die zu vergebenen Punkte verteilten sich gleichmäßiger auf die Beiträge als das in anderen Jahren der Fall war. Dies erkennt man schon daran gut, dass 44 Punkte lediglich zum vorletzten Platz reichten. So verwundert es auch nicht, dass 223 Punkten beim Publikum (44,25 %) und 182 Punkte bei den Jurys (36,11 %) insgesamt für den Sieg im Finale reichten.

Wagen wir aber nun einen Blick auf die besten 20:

Platz 20 – 1:
20. Ukraine 2013 (Zlata Ognevich „Gravity“, Platz 3) – 46,93 %
19. Italien 2019 (Mahmood „Soldi“, Platz 2) – 49,17 %
18. Russland 2016 (Sergey Lazarev „You Are The Only One“, Platz 3) – 49,90 %
17. Schweden 2014 (Sanna Nielsen „Undo“, Platz 3) – 50,46 %
16. Aserbaidschan 2013 (Farid Mammadov „Hold Me“, Platz 2) – 51,32 %
15. Niederlande 2019 (Duncan Laurence „Arcade“, Platz 1) – 51,88 %
14. Australien 2016 (Dami Im „Sound Of Silence“, Platz 2) – 51,93 %
13. Israel 2018 (Netta „Toy“, Platz 1) – 52,48 %
12. Russland 2012 (Buranowskije Babuschki „Party For Everybody“, Platz 2) – 52,64 %
11. Deutschland 2010 (Lena „Satellite“, Platz 1) – 53,95 %

10. Ukraine 2016 (Jamala „1944“, Platz 1) – 54,27 %
09. Niederlande 2014 (The Common Linnets „Calm After The Storm“, Platz 2) – 55,09 %
08. Dänemark 2013 (Emmelie De Forest „Only Teardrops“, Platz 1) – 61,62 %
07. Italien 2015 (Il Volo „Grande Amore“, Platz 3) – 62,39 %
06. Bulgarien 2017 (Kristian Kostow „Beautiful Mess“, Platz 2) – 62,50 %
05. Russland 2015 (Polina Gagarina „A Million Voices“, Platz 2) – 64,74 %
04. Österreich 2014 (Conchita Wurst „Rise Like A Phoenix“, Platz 1) – 67,13 %
03. Schweden 2012 (Loreen „Euphoria“, Platz 1) – 75,61 %
02. Portugal 2017 (Salvador Sobral „Amar pelos dois“, Platz 1) – 77,03 %
01. Schweden 2015 (Måns Zelmerlöw „Heroes“, Platz 1) – 77,99 %

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Wer hätte das gedacht? Weder der Beitrag, der bisher jemals die insgesamt meisten Punkte bekam und zusätzlich die meisten der möglichen Punkte bei den Jurys (Salvador Sobral, 77,64 % bei den Jurys), noch der Beitrag der die meisten der möglichen Punkte im Televoting erhielt (Il Volo, 78,21 %) kann sich „erfolgreichster ESC-Beitrag 2010-2019“ nennen. Auch die beiden Fanlieblinge Loreen und Conchita Wurst schaffen es nicht ganz nach oben aufs Podest: Måns Zelmerlöws „Heroes“ ist der Beitrag, der in den letzten Jahren die meisten der möglichen Punkte erreichte. Herzlichen Glückwunsch, Måns!

Dabei ist ein genauer Blick auf die Zahlen durchaus interessant. Denn obwohl Måns beim Publikum mit 59,62 % sogar nur den dritten Rang erreichte, holte er bei den Jurys 77,56 % der möglichen Punkte und kommt durch das damalige Wertungssystem, in dem die beiden Wertungen noch zusammengefasst wurden, auf insgesamt 77,99 % aller möglichen Punkte. Das ist demnach mehr als beim alleinigen Juryvoting. Nur ein Jahr später hätte das schon anders ausgesehen. Im Rückblick erscheint das derzeitige System, die Punkte der Jurys und des Televoting separat zu verteilen, fairer. Mit dem neuen System läge der Wert für Måns „nur“ bei 68,59 % …

Ebenso interessant ist das Abschneiden der Common Linnets – der zweite Platz 2014 war nach Rechnung der möglichen Punkte erfolgreicher, als der jüngste niederländische Sieg von Duncan Laurence im letzten Jahr. Bei Aserbaidschan ein ähnliches Bild: Der zweite Platz von Farid Mammadov im Jahre 2013 war in der Punkteausbeute erfolgreicher als der Sieg von Ell & Nikki 2011 in Düsseldorf.

Alle Statistikfreunde finden hier nochmal die genaue Liste der besten 50 Beiträge, inkl. der Jury- und Publikums-Wertungen.

 


UPDATE: Ein gewünschter kurzer Blick auf die erfolglosesten Beiträge

Wo der Taschenrechner schonmal angeschmissen war, lohnt auch ein kleiner Blick auf die erfolglosesten Beiträge. Die 50 erfolglosesten Beiträge könnt ihr hier einsehen.

Wie zu erwarten war, tummeln sich hier besonders viele Beiträge aus dem Jahr 2015 (10 Beiträge), in dem es gleich drei Beiträge unter die erfolgreichsten sieben geschafft haben. Bei dem damaligen Punktekampf blieben für die anderen Beiträge  nicht mehr viele Punkte übrig. Schlechte Ausgangslage also für Ann Sophie, die allerdings noch heute gerade vielen internationalen Fans in guter Erinnerung geblieben ist. Ihr „Black Smoke“ muss so leider als erfolglosester Beitrag zwischen 2010 und 2019 geführt werden, auch wenn er sich nach dem jetzigem Punktesystem nicht mit 0 Punkten auf den letzten und damit 27. Platz, sondern mit 29 Punkten noch vor Frankreich (28 Punkte) und dem Vereinigten Königreich (19 Punkte) platziert hätte.

Ebenso erwartungsgemäß findet sich nur ein Beitrag aus dem Jahr 2011 unter den erfolglosesten 50 Beiträgen. Die damalige Punktvergabe in Düsseldorf war tatsächlich so breit auf die Finalteilnehmer gefächert, dass es zum einen mit Ell & Nikki den punkteschwächsten Sieger hervorbrachte, zum anderen aber selbst der letzte Platz von Anna Rossinelli fast der punktstärkste letzte Platz seit 2010 war (3,77 %). Nur Claudia Pascoal aus Portugal war da 2018 noch 0,1 Prozentpunkte erfolgreicher.

Interessant zu sehen ist ebenso, dass genau die Hälfte der Beiträge unter den erfolglosesten 50 Beiträgen von den sogenannten „Automatic Qualifier“ stammen. Das sind immerhin stolze 41,67 % aller Beiträge der Big 5 und der Heimbeiträge. Eine Erklärung dafür ist sicherlich, dass seit den Halbfinals dort schon die schwächeren der anderen Beiträge aussortiert werden. Ein zweiter Blick verrät aber auch, dass lediglich Italien, das einen in sich selbst funktionierenden Vorentscheid besitzt, ungeschadet davonkommen. Das Vereinigte Königreich, das mit sehr unterschiedlichen Verfahren seit Jahren versucht an alte Erfolge anzuknüpfen und den Song Contest im heimischen Land wieder beliebter zu machen, steht am erfolglosesten da. Kein Beitrag schaffte es annähernd unter die erfolgreichsten 50 – sieben seiner Beiträge finden sich sogar unter den 50 erfolglosesten. Deutschland und Spanien finden jeweils fünf und die Heimbeiträge und Frankreich jeweils vier ihrer Beiträge in dieser Liste wieder.


41 Kommentare

  1. „Save Your Kisses For Me“😍😍 … ach ja….😊

    Interessante Aufstellung, vielen Dank. Ich bin schon ein wenig überrascht, dass Loreen „nur“ auf den 3. Platz ist, und von „Mâns“ überholt wird. Guck an, hätte ich nicht gedacht.🙂

  2. Interessante Aufstellung. Die Frage, ob ein punktestarker Beitrag auch qualitativ gut ist, kann mit dieser Tabelle allerdings nicht zweifelsfrei geklärt werden.😏

  3. Schöne Aufrechnung,aber man sieht auf Anhieb,dass der Artikel nicht von Peter geschrieben wurde. Der hätte attraktiveres Mans-Material im Portfolio gehabt. 😉

    Was wir leider nie erfahren werden und im Archiv der EBU & Digame schlummert: Den Stimmenanteil der Sieger am Televoting. Man kann nur aus Veröffentlichungen einzelner Länder seine Rückschlüsse ziehen.

    • Hätte ich doch auf die zahlreichen Nackedei-Bilder zurückgreifen müssen? 🤔😆

      Das stimmt. Vor allem 2013 wurde da ja recht wenig bekanntgegeben.

      • Ich denke eigentlich an Aussagen und Labels wie „größter Punktabstand ever“, „Punkterekord“, usw. – die Wahrheit dahinter sind oft Stimmenanteile um die 22-25% (was ich so im Hinterkopf behalten habe). Heisst: JEDER Sieger, auch die überzeugenden, haben nur mit der Minderheit der Stimmen gewonnen und es wird nie einen unumstrittenen Sieger geben.

        Ich habe so eine Aufrechnung mit maximalen Punkteanteilen wie du vor Jahren auch mal als Regionalanalyse z.B. für die Votings der Ex-GUS-Staaten untereinander gemacht.

      • Spannend…
        Aber klar, einzelne Stimmen können im Zweifelsfall im Verhältnis mehr Gewichtung bekommen, wenn der Abstand zwischen einzelnen Beiträgen knapp ist.
        Ich weiß es grad gar nicht, wird eigentlich auch die genaue Stimmenzahl in den einzelnen Ländern nach dem ESC veröffentlicht oder nur die umgerechneten Punkte?

        Wäre ml was für eine Masterarbeit… 😉

  4. Können wir uns drauf einigen niemanden mit zweifelhaften Bezeichnungen zu betiteln, völlig unanhängig davon, wie man diese Person empfindet und wie sehr sie polarisiert? Danke 😉

  5. Eine interessante Aufstellung, die meiner persönlichen nahezu nicht übereinstimmt. Aber das geht wohl jedem User so 😉

    Im Artikel wurden mal wieder nur die üblichen „Verdächtigen“-ESC-Klassiker aufgezählt. Ich könnte hier noch zahlreiche andere Beiträge aufzählen, die wahre Welthits wurden, aber so gut wie nie aufgelistet werden, z.Bsp. der spanische Beitrag 1973 „Eres tu“, der lange in den US-Charts sowie in Lateinamerika in den Top 5 war; der deutsche Beitrag 1962 „Zwei kleine Itlaiener“ ist auch ein Welthit, der fast unzählige Coverversionen in verschiedenen Sprachen aufgenommen wurde; oder der norwegische Beitrag 1995 „Nocture“, der weltweit in zahlreichen Kaufhäusern und in diversen TV-Dokus zu hören war usw usw usw… 🙂

    • Das stimmt… und bei beiden Votinginstanzen um die 77%. Ein „Opfer“ der Umstellung des Wertungssystem 2016. Ich gehe mal davon aus, sonst würde er vorn liegen (mit dem neuen System sowieso, aber wahrscheinlich auch mit dem alten System. Vielleicht rechne ich das auch mal nach).

  6. @manu, jetzt wo der taschenrechner angeworfen ist. Mich würden in diesem konsens auch die resultate der letzten plätze interessieren. Waren im 2015 (3 in top7)die hohen punkte eher einem breiten mittelfeld oder den krass abgeschlagenen letzten geschuldet?

    • 2015 haben ja fast immer die selben 10 Länder Punkte bekommen. Sieht man auch schon daran, dass für den 10. Platz bereits 53 Punkte genügt haben, während man in den Jahren davor knapp das Doppelte dafür benötigte. Insgesamt sozusagen das Gegenteil von 2011.

  7. Hach, das freut mich gerade richtig für „Heroes“. Vor allem, weil der Sieg für die letzte Dekade so wichtig und wirkmächtig war. Kurz gefasst: Gerne Landessprachen und Genrevielfalt (für die Bubble), aber es ist eben auch Englisch und Pop mit guter Bühnenshow in der Diversität enthalten und es darf und muss auch mal gewinnen! Man darf den sogenannten Mainstream (über dieses Wort streite ich auch gerne mal ^^) auf keinen Fall komplett aushebeln.
    Gerade auch angestoßen dadurch, dass ich unter einem escxtra Tweet zu Go_A lesen durfte „We are tired of hearing English at ESC“. Und ich so: „Nope, ich gehöre sicher nicht zu diesem ominösen „wir“ dazu 💁🏻‍♂️

    • Ich persönlich finde eine Diversität bei den Beiträgen extrem wichtig. Und klar freue ich mich auch über gradlinigen Pop der Spaß macht und über ein interessantes Staging.

      Aber ich gehöre auch zu den wenigen, denen ein Sieg eher untergeordnet ist (auch wenn ich die Spannung daran natürlich liebe). Für mich ist unterm Strich viel wichtiger Musik und Künstler aus verschiedenen Ländern kennenzulernen (ok, Israel sollte allerdings verpflichtet werden auf hebräisch zu singen). Dementsprechend schiele ich auch bei einem deutschen Beitrag nicht nur auf die Möglichkeit eines Sieges, sondern freue mich, wenn „wir“ mit etwas Interessantem starten. Möglichkeiten hätten wir in der Vergangenheit auch immer mal wieder gehabt. Ich denke da beispielsweise an Lilly among Clouds, Blitzkids MVT., Laing, Ben Ivory (ja, der Liveauftritt ist leider schiefgegangen), LaBrassBanda (mit einem besseren Lied) und Mia.

      • Also Eden Alenes kommender 16-Song-VE mit 16mal Hebräisch? 😀 Das wird aber zäh für mich xD Eine 50/50-Quote in allen VEs würde ich aber tatsächlich sofort unterschreiben. Und wenn dann halt ein englischer Titel das Televote gewinnt, wie etwa in Schweden i.d.R., dann will es die Mehrheit eben so 😀

  8. Letztlich schöne Spielerei aber schwer zu interpretieren. Ich sehe gerade die Jahre 2014+2015 als die stärksten des letzten Jahrzehnts, und das sind auch die mit vielen Titeln hier in der Spitzengruppe. Dagegen sind schwache Jahrgänge wie 2018+2019 (und natürlich 2011 nicht vergessen) auch schwach vertreten. Eigentlich müsste man ja denken, wenn es nur das eine Lied gab, dass so rausgestochen hat, dann müsste das auch von den Prozenten her mehr Punkte bekommen, als wenn es eine starke Spitzengruppe gab.

  9. Ich bin echt erstaunt, wie viele Lieder aus der Bottom 50 mir wirklich richtig gut gefallen. 😅🙈
    Danke für die viele Arbeit, auch wenn ich dem Siegersong und der Nummer 2 bis heute nicht viel abgewinnen kann. 😅
    Für mich startet die Liste einfach erst mit Loreen. 😍😍

    • Geht mir ganz genauso. Oft finden sich sogar meine Lieblingsbeiträge im unteren Mittelfeld oder sogar am Ende wieder. Ann-Sophies Platzierung war leider berechtigt, bei aller Sympathie und so leid sie mir damals tat. Dat war nix.😉 Genauso bei Levina.
      Den Siegertitel von 2017 habe ich bis heute nicht geschafft, mir schönzuhören. Ist einfach nicht meine Musik. Und „Heroes“ ist auch nicht meins, da hätte ich es den Italienern noch eher gegönnt, obwohl ich mit solch einer „Knödel-Musik“ (sorry, den Ausdruck) auch nicht viel anfangen kann.

  10. Das ist spannend, vielen Dank! Im Semi hatte Monz übrigens über 90% der erreichbaren Punkte, absolut unfassbarer Wert.

    Meine Prognose für die Spitzenreiter der 00er, 90er, 80er und 70er, ohne dass ich das jetzt ausgerechnet habe:

    00er: Rybak gefolgt von Padar & Benton (warum auch immer)
    90er: Katrina gefolgt von Harrington & McGettigan (das war einfach)
    80er: Nicollsche vor Sandra und Johnny
    70er: Der Brüderhund der Männer, keine Ahnung, wer darauf folgt.
    60er und 50er: Wa ich nonnich auffer Welt, weißichnich.

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