Zweite Probe SLOWENIEN: Ana Soklič – Amen

Nach dem grandiosen Auftakt der Litauer ist nun Slowenien dran mit der Probe. Ana Soklič hat ja weiter einen schweren Stand in der Bubble. Die Wettquoten sehen sie fast ganz am Ende im ersten Halbfinale. Das wird schwer. Insofern wird es jetzt umso spannender zu sehen, ob die Delegation nach der ersten Probe noch etwas Auftritt gefeilt hat.

Um 10:26 Uhr geht es los. Der Beginn wieder mit der Nahaufnahme von Ana . Im Hintergrund die Sonne in warmen Farben. Der Backdrop ist also unverändert. Ana singt sehr gut, aber es wirkt etwas gepresst. Sie interagiert auch nur selten mit der Kamera. Das macht es unter Umständen schwerer eine Verbindung zu den Zuschauer*innen aufzubauen.

Bild: EBU / ANDRES PUTTING

Beim Gospelteil geht sie nach vorn. Hier wird der halbtransparente Screen bespielt. Das ist aber nicht so Effekt wie bei Portugal gestern. Außerdem fehlt mir die personelle Unterstützung beim Gospelgesang. Warum muss sie das so allein stemmen? Ach ja, wegen Corona sollten ja weniger Leute nach Rotterdam reisen.

Das alles wirkt schon stimmig und ist es sehr stilvoll. Aber berührt es auch? Ich bin da ja kein wirklicher Gradmesser. Ist sie womöglich das Dark Horse, wie seinerzeit Tamara Todevska aus Nordmazedonien? Das hatte doch auch keiner richtig auf dem Schirm. Allerdings scheint hier ja wirklich niemand etwas drauf zu geben.

Bild: EBU / ANDRES PUTTING

Benny kommt mit frischem Kaffee von der Espresso Bar zurück und berichtet, dass zwischen ihn und die Barrista kein Blatt passt. Sie würden sich immer herrlich unterhalten. Das freut mich für ihn. Noch mehr allerdings, dass der Café Latte auch wirklich gut ist. Das ist ja bei den langen Tagen hier nicht zu unterschätzen.

Apropos, gleich geht es weiter mit dem zweiten Durchlauf von Ana. Bei ersten Shot sah man noch Leute im Hintergrund. Ich habe den Eindruck, dass es etwas zurückhaltender beleuchtet ist, kann da aber falsch liegen. Auch Benny fragt gerade: „Und wenn das nachher der Jury-Sieger ist?“ Beim ESC ist alles möglich.

Bild: EBU / ANDRES PUTTING

Auf dem Weg zur Satellitenbühne spielt Ana ziemlich viel mit ihrem Cape. Benny moniert die Landschaftsbilder, die auf dem halbtransparenten Screen gezeigt werden. Im Gegensatz zu den sonstigen Darstellungen, sind sie nicht abstrahiert, sondern real und brechen damit das Bühnenbild. Wir können uns gut vorstellen, dass der slowenische HoD dafür mal ein paar hochaufgelöste Stock-Photos gegoogelt hat.

Dritter und letzter Durchgang. Ana legt noch eine Schippe drauf. Bei ihren Arm-Hand-Bewegungen und beim Gesang. Da wird nichts verschenkt. Bei der zweiten Strophe war ein Kameraschatten über ihr zu sehen. Das ist natürlich ungünstig – gerade bei einem weißen Outfit. Und im Hintergrund lief plötzlich jemand rum. Für das Finale wäre es effektiver, wenn sie genau so stehen würde, dass die Sonnenexplosion unter ihr erfolgt.

Bild: EBU / ANDRES PUTTING

Fazit: Ana ist eine sichere Bank wenn es um den Gesang geht und kann auch ihre Gesichts- und Körperausdrücke. Dennoch fehlt dem Lied natürlich einiges. Und das Staging ist zwar edel, aber nicht rund, etwas unpersönlich und trotz der warmen Farben kalt. Vermutlich können den Beitrag nur die Jurys retten.

Wir haben für Euch eine Übersicht über alle Berichten von den ersten Proben im ersten Halbfinale und im zweiten Halbfinale erstellt.


20 Kommentare

  1. Sorry, das ist gar nix und lyrisch unterirdisch …. Könnte mir tatsächlich noch zur „Haßnummer“ mutieren (hallo Toggie….)

  2. Ich hoffe, ich komme an der Stelle nicht wie so ein kleiner Hass-Troll rüber, aber „Amen“ ist der einzige Titel, bei dem ich mir wirklich wünsche, dass er im Halbfinale ausscheidet. Wirklich sorry!

    Auf solche pathostriefenden, gepresst gesungenen Castingshowfinal-Balladen reagiere ich wirklich allergisch, dementsprechend beruhigt es mich einigermaßen dass der Titel auch in der sonst sehr pathosfreundigen Bubble kaum Anklang findet.

    Irgendwie auch eine seltsame Inszenierung: die Soklic allein auf der Bühne, während vom Band der Gospelchor hallelujaht. Seltsam.

  3. Ich würde Ana noch nicht abschreiben, das kann unter Umständen bei den Jurys gut ankommen. Gesanglich ist sie ja mehr als Top.

  4. Gesanglich ist Sie top, aber das Lied ist schon ziemlich belanglos! Zum Staging: Ich bin ja froh, dass Sie in Rotterdam eine andere Hose trägt, als zur Songpräsentation beim EMA. Diese „knickhafte“ Hüftbewegung sah doch vorher sehr unvoteilhaft aus, ist aber immer noch grenzwertig.
    Aber wenigstens hat sie nicht auf den Eiskunstlauf-Einheitsdress gesetzt!
    Ich weiß nicht, wie viele dieser Outfits inklusive der komischen Knickpobewegung es in diesem Jahr sind, alleine in silbernen Outfits sind es aber, glaube ich, schon drei (Moldau, Zypern und Albanien) Welcher Choreograph glaubt eigentlich, dass diese austarierten Bewegungnen immer stilvoll sind? Ich für meinen Geschmack bin echt übersättigt und freue mich über die jungen Hüpfer Victoria und Roxen, die mal ein anderes Freuenbild repräsentieren.

  5. Dass die Explosion nicht direkt unter ihr statt findet, finde ich auch störend und wirkt unpassend… Hoffe das wird zum Semi geändert. Das „Finale“ schreit eigentlich auch nach Gold- oder Glanzregen.

    In dem kurzen Ausschnitt fällt mir auch auf, dass sie oft die Kamera nicht trifft (ob bewusst oder unbewusst) und dadurch wirkt es recht unpersönlich.

    Dennoch mag ich den Song, Ana sowieso, denke aber dass sie mit Voda deutlich mehr Chancen gehabt hätte ins Finale zu kommen. So muss sie ganz auf das Juryvoting hoffen.

  6. Natürlich ist das keine Tamara Todevska. Bei Tamara war am Tag der Veröffentlichung des Videos klar, dass die Jurys das ganz weit nach oben hieven würden, während Ana und ihre angestaubte Gospelnummer selbst für die Jurys zu angestaubt sind. Warum war ich eigentlich der einzige, der das letztes Jahr bei Tamara vorhergesagt hat, und das obwohl ich kein großer Fan des Liedes bin (7/12)?

    Für Ana erwarte ich eher Jury-„Unterstützung“ wie seinerseits für Michał Szpak.

  7. Mir gefällt der Song immer noch ausgesprochen gut. Und dass, obwohl ich sonst immer nach modernen Beiträgen „schreie“, aber dieses Epische und Gospelige holt mich einfach ab 😇😎
    Die Jurys haben genau EINEN Job in diesem Semi… 😂

    • Man denke sich bitte ein „s“ bei „das“ weg. Apropos S wie Sonne: ich finds gut, dass die Explosion nicht direkt unter ihr ist, weil mam dadurch das gelb leuchtende Zentrum besser sieht ^^

    • Volle Zustimung, ich dachte ich wäre alleine damit.

      Und ja, meine Musik ist das eigentlich überhaupt nicht. Trotzdem in meinen Top10 dieses Jahr.

      Ich finds grandios und NMK zB genau das Gegenteil davon (da will ich weg rennen).

      Mein Gedanke an die Juries: you have ONE job 😉

  8. Tagesgericht im 12-Sterne-Restaurant „Zum Ehrwürdigen Erasmus“:

    Schmackhafte Singdrossel an bigotter Soße

    € 12,00 für christliche Fundamentalisten
    € 5,25 für Erasmuswegpilger

  9. Das wird schwer für Ana.Trotz Jurystimmen,und der Mithilfe der Balkanstaaten.Im Snippet kommt so eine Leere rüber,jedenfalls empfinde es ich so.Eigentlich schade…….

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