Zweite Show in Israel: Publikum darf 2020 auch über den Song entscheiden

Foto: Andres Putting

Israel hat mit Kobi Marimis (Aufmacherfoto) „Home“ beim Eurovision Song Contest 2020 lediglich einen 23. Platz belegt und – nach Korrektur des weißrussischen Votings – von den Jurys sogar 0 Punkte erhalten. Für 2020 schraubt der zuständige Sender KAN deshalb nun am Auswahlprozess für das Lied, mit dem Israel beim ESC in den Niederlanden an den Start gehen wird.

Dazu wird der Auswahlprozess in zwei Teile geteilt. Zunächst wird – wie bisher – ein Künstler über die äußerst umfangreiche Castingshow „HaKokhav HaBa L’Eurovizion“ bzw. „The Next Star“ gesucht. Im zweiten Schritt soll dann in einer weiteren, bislang nicht näher beschriebenen Show ein Song für diesen Künstler gesucht werden. KAN reagiert damit auf Kritik, im letzten Jahr zu viel Zeit in die Auswahl des Acts und zu wenig Zeit für die Auswahl des Songs investiert zu haben (und so einen nicht gerade modernen Song erwischt zu haben). Trotzdem kommt die Änderung überraschend – nur ein Jahr nachdem Israel 2018 mit Netta und ihrem „Toy“ den ESC gewonnen hat und Israel den Contest deshalb in diesem Jahr in Tel Aviv austragen durfte…

Was denkt ihr, wird diese Änderung im Auswahlprozess Israel helfen, wieder in die Erfolgsspur zu finden?



12 Kommentare

  1. Ich glaube nicht, dass dies einen sonderlichen Einfluss haben wird. Letztlich kann und will man offenbar auch nicht jedes Jahr gewinnen. Mein Eindruck war, dass man absichtlich einen eher unmodernen Song geschickt hatte, um ja nicht noch einmal zu gewinnen. Allerdings waren die Isrealis doch sehr stolz auf Ihren Interpreten und haben ihn in der Halle ordentlich angefeuert und auch sonst überall gefeiert. An den eigenen Fans lag es also nicht.
    Fehlende Erfolgsbilanz kann man bei Israel eigtl. nicht sagen, so dass man unbedingt wieder auf „Erfolgsspur“ muss. 2018 gewonnen und die Jahre davor auch immer gut abgeschnitten. Also muss man grundsätzlich jetzt nichts gravierend verändern; kann aber auch neue Wege bestreiten ohne Schaden zu nehmen.
    Deutschland hat da mehr Bedarf, mal wieder auf Spur zu kommen. 🙂

  2. Ich finde es immer gut, wenn die Zuschauer entscheiden dürfen. Denn sind wir mal ehrlich, bis auf den Sieg von Netta 2018, ist die Erfolgsquote der Sendung doch recht mau, was die Ergebnisse beim ESC angeht.

      • Da muss ich Dir leider recht geben, denn die Titel in den Jahren direkt vor 2015 kamen meist nicht ins Finale, obwohl ich sie im Schnitt besser fand (wenn „Golden Boy“ nicht wäre, sogar deutlich besser). Außerdem ärgert es mich grundsätzlich, wenn Casting-Shows Erfolg beim ESC bringen. Bei einem der wenigen israelischen VE-Show-Auftritte der letzten fünf Jahre, die ich mir angesehen habe (ich glaube es war Imri Ziv) waren während des Songs die Gesichter der Juroren gefühlt mindestens so lang im Bild wie die Leute auf der Bühne. Ich find’s auch extrem schade, dass Israel in den letzten fünf Jahren nur Titel in englischer Sprache geschickt hat.

      • Wie gesagt bis auf den Sieg und den 9. Platz, ist die Erfolgsbilanz dieser Show doch sehr bescheiden. 2mal Platz 23 und einmal Platz 14. Das rechtfertigt nicht wirklich den großen Aufwand, insofern finde ich es gut, das die Zuschauer auch beim Song mitentscheiden dürfen.

  3. Israel spielt also erst „Unser Star für Oslo“ und direkt im Anschluss für den Sieger „Unser Lied für Düsseldorf“? Finde ich eine coole Idee 😁

  4. In Norwegen gibt es nun genauere Informationen zum Jubiläums-Norsk Melodi Grand Prix! Es werden im nächsten Jahr 40 Titel in den Wettbewerb gehen, die auf fünf Vorrundenshows zu acht Beiträgen und nach Regionen eingeteilt sind:

    https://escxtra.com/2019/07/16/40-songs-to-compete-in-melodi-grand-prix-2020/

    Im großen Finale treten schließlich zehn Titel an. Bedeutet, nur die besten Zwei aus jeder Vorrunde sind für das Finale quaifiziert.

  5. Mich regen im nachhinein die 0 jury-punkte für kobi noch extremer auf. Und die mazedonierin gewinnt das jury-voting weil sie doch so toll gesungen hat.

      • Sicher der song. Aber die jury ist ja dazu da, unter anderem auch den gesang zu bewerten. Klar, „home“ ist nix überragendes. Proud aber auch nicht

  6. Ich halte nicht viel von sog. Mini-Vorentscheidungen, bei denen ein Kûnstler mehrere Songs präsentiert. Es gibt eh einen Favoriten, der von den Verantwortlichen gepusht wird und evtl.zu 99% auch gewinnt, wobei es sich bei den restlichen Titeln eher um „Dummy-Songs“ handelt. Nur damit die Zuschauer das Gefühl haben, an der Wahl selbst beteiligt zu sein, lohnt sich der ganze Aufwand doch nicht…

    Wie schon richtig gemerkt, wurde 2019 zu viel Zeit in die Auswahl des Acts und zu wenig Zeit für die Auswahl des Songs investiert. Einen Tag nach dem Finale von „Hakochav Haba“ am 12. Februar, wurde ein Aufruf gestartet, innerhalb von 5 Tagen (!) Songs für Kobi einzureichen. Danach hörte sich die Fachjury alle 200 (!) eingesandten Songs an einem Tag (!) an, aus denen sie 3 Songs in die engere Auswahl zog, die Kobi daraufhin als Demo-Versionen aufnahm. Am 20. Februar, nur 8 Tage nach Kobis Sieg, stand die Wahl schon fest!!! 2015, 2017 und 2018 war es auch nicht anders, allerdings mit dem großen Unterschied, dass „Golden Boy“ und „Toy“ den bereits im Vorfeld hochfavorisierten Interpreten noch mehrere Wochen vor dem Finale auf den Leib geschneidert wurden. Ob die Jurymitglieder die Songs bereits kannten und ihnen den Vorzug gaben, ist unklar und kann nicht nachgewiessn werden, dass in die Songs viel Herzblut gesteckt wurde, fällt aber sofort auf – ganz im Gegensatz zum einfallslosen „Home“! 2019 hat man alles dem Schicksal überlassen und auf starke Lieder gehofft, die leider ausblieben…

    Ob eine mini-VE mit 3-4 Songs, bei der das Publikum über den israelischen Beitrag entscheidet, etwas bringt? Nicht unbedingt, vor allem wenn der Zeitplan wieder so eng bleibt! Viel sinnvoller wäre es, das Finale von „Hakochav haba“ um 3-4 Wochen vorzuverschieben. Und da sämtliche Sendungen bis aufs Finale ja im Voraus aufgezeichnet werden, stehen die Finalisten bereirs 2-3 Wochen vor dem Sendetermin des Halbfinale fest, was ja noch mehr Zeit lässt, mögliche Songs für die Favoriten auszusuchen und sich ggf. gezielt an führende Songwriter zu wenden.

    Ich finde übrigens Israels Erfolgsbilanz seit 2015 ziemlich gut. Nur wenige Länder schaffen es fast immer in die Top-10 (Schweden, Russland, Italien). Selbst erfolgsverwöhnte Länder wie Aserbaidschan, Armenien oder Griechenland mussten sich oft mit mäßigen Ergebnissen zufrieden geben.

Schreibe eine Antwort zu porsteinn Antwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.