
Am Samstag hat die Mongolei im Vorentscheid Mongolia’s Chosen One 2026 entschieden, dass Beck das Land beim Eurovision Song Contest Asia mit dem Titel „Light“ vertreten wird. Jetzt ist allerdings bekannt geworden, dass der Song bereits 2018 veröffentlicht worden ist. Damit könnte der Beitrag disqualifiziert werden.
Am Montag hat die ESC-Discord-Community entdeckt, dass „Light“ bereits vor mehreren Jahren im Netz zu finden war. Demnach wurde ein Musikvideo von „Light“ bereits im August 2018 von dem mongolischen Label „Royal Music Production“ veröffentlicht, unter anderem auf YouTube und Facebook.
Der YouTube-Upload soll bereits vor Mongolia’s Chosen One 2026 gelöscht worden sein, der Upload auf Facebook war am Montag jedoch noch zugänglich. Mittlerweile ist auch dieser gelöscht worden, ESC Discord hat allerdings einen Screenshot geteilt:

Einige Fans konnten das Musikvideo vor der Löschung auf Facebook downloaden und haben es auf YouTube neu hochgeladen:
Bisher gibt es weder eine Wortmeldung noch eine offizielle Entscheidung der Verantwortlichen von ESC Asia. ESC Discord hat bereits Precious Communications, den Kommunikationspartner von Voxovation für Eurovision Asia, um eine Stellungnahme gebeten, bislang aber noch keine Antwort erhalten.
Jetzt stellt sich die Frage, ob „Light“ dadurch automatisch regelwidrig ist. Und das ist „von außen“ gar nicht so leicht zu beantworten. Ein vollständiges offizielles Regelwerk des Eurovision Song Contest Asia ist öffentlich nämlich nicht einsehbar. Offiziell bestätigt sind bislang nur einzelne Regeln und Eckpunkte, die aus offiziellen Meldungen, nationalen Auswahlverfahren oder Berichten hervorgehen, etwa die maximale Songlänge, höchstens sechs Personen auf der Bühne, Live-Gesang und das Abstimmungssystem. Anders als beim europäischen ESC gibt es auf der offiziellen ESC-Asia-Seite derzeit keine Unterseite mit den „Rules of the Contest“.
Wahrscheinlich gibt es trotzdem eine Stichtagsklausel, da alle anderen Regeln des ESC Asia an die Regeln des europäischen ESC angelehnt sind und das Zulassen „alter“ Titel dem Grundgedanken eines ESC-Wettbewerbs widersprechen würde. Wenn man das gleiche Zeitfenster wie beim europäischen ESC ansetzt, läge der Stichtag für ESC Asia beim 1. März.
Aber auch wenn es eine Stichtagsregelung im offiziellen Regelwerk von ESC Asia gibt, muss das nicht automatisch bedeuten, dass Beck mit dem Titel nicht teilnehmen darf. Beim europäischen ESC gab es durchaus einige Fälle, in denen Lieder vorab gespielt oder veröffentlicht worden sind, die aber trotzdem antreten durften, weil nach Einschätzung der EBU dadurch kein Wettbewerbsvorteil entstanden war.
Das sind einige Beispiele:
- Alyona Lanskaya – „Solayoh“ (Belarus 2013): Der Song war nach damaligen Berichten schon 2008 vom Komponisten auf MySpace hochgeladen worden – also rund fünf Jahre vor dem ESC. Die EBU prüfte den Fall und ließ das Lied trotzdem zu.
- Anouk – „Birds“ (Niederlande 2013): Anouk hatte bereits im November 2011, also deutlich vor dem Stichtag 1. September 2012, einen Teil des Liedes im niederländischen Radiosender 3FM gespielt. Das Reglement zu dem Zeitpunkt erlaubte der EBU jedoch, ein solches Lied zuzulassen, wenn die frühere öffentliche Verbreitung keinen Wettbewerbsvorteil verschafft hatte. Anouk durfte deshalb am ESC teilnehmen.
- Jamala – „1944“ (Ukraine 2016): Eine frühe Version war bereits im Mai 2015 öffentlich aufgeführt worden, obwohl für den ESC 2016 der 1. September 2015 der relevante Stichtag war. Nachdem das Video nach dem ESC auftauchte, prüfte die EBU den Fall und erklärte ausdrücklich, dass die geringe Reichweite der damaligen Aufnahme Jamala keinen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafft habe. Deshalb blieb „1944“ regelkonform – und Jamala ESC-Siegerin.
- Alma – „Requiem“ (Frankreich 2017): Eine frühe Version war bereits am 24. Januar 2015 öffentlich aufgeführt worden, also mehr als anderthalb Jahre vor dem maßgeblichen Stichtag 1. September 2016. France 2 argumentierte, dass dies keine kommerzielle Veröffentlichung gewesen sei; Alma hatte damals noch nicht einmal einen Plattenvertrag. Frankreich durfte mit dem Lied antreten.
Allerdings ist hier zu beachten, dass das ESC-Regelwerk in der Vergangenheit anders formuliert war und durchaus ein „Schlupfloch“ bot. So hieß es in der Vergangenheit, dass ein Song vor dem Stichtag nicht kommerziell veröffentlicht sein durfte. War er dagegen vorher beispielsweise auf YouTube, in sozialen Netzwerken oder bei einem Konzert öffentlich geworden, musste der Sender dies der EBU mitteilen. Der Executive Supervisor durfte dann beurteilen, ob dadurch ein Wettbewerbsvorteil entstanden war.
Mittlerweile ist die Formulierung beim europäischen ESC jedoch strenger. Für den ESC 2027 heißt es, dass Songs vor dem 1. September 2026 weder öffentlich veröffentlicht noch öffentlich aufgeführt worden sein dürfen. Die älteren Fälle lassen sich deshalb nicht automatisch auf die heutigen Regeln übertragen und ebenso wenig auf ESC Asia, sofern dort dieselbe Regelung gilt wie aktuell beim europäischen ESC. Und selbst wenn die ESC-Asia-Regeln noch den Sonderfall-Passus für eine nicht-kommerzielle Veröffentlichung hätten, scheint es sich im Falle von „Light“ schon eher um eine kommerzielle Veröffentlichung zu handeln.
Damit könnte es wirklich dazu kommen, dass „Light“ disqualifiziert wird. Wenn dies der Fall ist, müsste die mongolische Sendeanstalt CNBC Mongolia über das weitere Vorgehen entscheiden. Eine naheliegende Möglichkeit wäre z. B. die Nominierung des zweitplatzierten Songs „Chamguigeer (Without You)“ – sofern dieser den Regeln entspricht.
Was denkst Du, wird „Light“ disqualifiziert werden? Wie sollte CNBC Mongolia im Fall der Fälle damit umgehen? Nominierung des zweitplatzierten Songs, Rückzug vom Contest oder eine ganz andere Option? Schreib Deine Meinung und Vorschläge gerne in die Kommentare.
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Drama, gimme Drama, please! Ich bin mal gespannt, wie das Ganze ausgeht.
Ich denk, dass sie „Light“ disqualifizieren werden, und dann wäre es am klügsten, Platz 2 nachrücken zu lassen. Und ehrlich: Um „Light“ ist es nicht schade, der Song ist wirklich schwach. Ich kenne Platz 2 nicht, aber es kann doch eigentlich nur besser werden.
Ich frage mich immer, warum man solche Sachen nicht vorher prüft … wie auch immer, um den Song ist es nicht schade, da er mehr als nur mittelmäßig ist.
Kein ESC ohne Drama 😂
Den Song „Chamguigeer (Without You)“ gibt es auch, und zwar von diesen Künstlern:
https://youtu.be/jlZ0DnPNp_0?is=jX_c8CgN4cWSdq3E