
Der Eurovision Song Contest 2025 in Basel hat mit seinen drei TV-Shows ingesamt 166 Millionen Menschen in den 37 teilnehmenden Ländern erreicht. Das sind 3 Millionen mehr als vor einem Jahr in Malmö. Die höchsten Marktanteile erzielte die Sendung wieder in den skandinavischen Ländern – und generell bei der (sehr) jungen Zielgruppe der 15-24-Jährigen. Darüber hinaus haben sich die digitalen Aktivitäten rund um den Wettbewerb bezahlt gemacht: sowohl auf den Social-Media-Plattformen wie TikTok und Instagram als auch bei Streaming-Anbietern wurden teilweise neue Rekorde erzielt.
Das Schweizer Fernsehen produzierte am 13., 15. und 17. Mai insgesamt über neun Stunden Fernsehen auf Weltniveau – was auch in der gesamten Welt gesehen wurde. Das große Finale erreichte in den 37 TV-Märkten einen Marktanteil von 47,7%. Das ist der höchste Wert für den ESC seit 2004. Zum Vergleich: Normalerweise haben die öffentlichen-rechtlichen TV-Sender zu dieser Zeit im Schnitt 19,9% Marktanteil. Besonders ragen hierbei die jungen Zuschauer*innen hervor, deren Marktanteil bei 60,4% lag (normalerweise sind es 16,0%). Dies ist ein neuer Rekordwert bei den 15-24-Jährigen.
Auch in Deutschland zeigten sich ähnliche Strukturen, auch wenn die ARD die beiden Halbfinale wieder einmal bei ONE versteckte. Das große Finale kam hierzulande auf 9,16 Mio. Zuschauer*innen, das ist der höchste absolute Wert von allen 37 Ländern (was natürlich mit der Einwohnerzahl begründet werden kann). Der Marktanteil lag in Deutschland nur bei 43,8%. Zum Vergleich: In Island lag er bei 97,8%! Auch die anderen nordischen Länder wiesen sehr hohe Werte auf: Finnland (90,5%), Schweden (89,6%), Norwegen (85,4%) und Dänemark (75,1%). Ähnliche Zahlen wurden in den Niederlanden (75,1%) und im Gastgeberland Schweiz (74,2%) verzeichnet.
Für Frankreich wurde ein Marktanteil von 40,0% gemeldet – laut der Pressemeldung der EBU ist das der höchste Wert aller Zeiten. In Griechenland wurden 70,8% gemessen, was der beste Wert seit 2010 ist. Und in Polen hat sich Dank der Finalteilnahme Justyna Steczkowska die Zuschauerzahl auf 4 Mio. erhöht, was einer Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Große Erfolge wurden auch auf YouTube gemessen. Dort sahen 12,1 Mio. Viewer das große Finale live oder in den folgenden sieben Tagen. Die Werte für die Halbfinale lagen bei 4,4 Mio. bzw. 3,4 Mio. Insgesamt wurden zwischen dem 3. und dem 24. Mai 369,5 Mio. Views auf der Plattform für den ESC verzeichnet. Dahinter steckten 60,7 Mio. Nutzer aus 232 Ländern!
Voting
Am Voting beteiligten sich hingegen „nur“ Menschen aus 146 Ländern. Außerhalb der 37 teilnehmenden Länder wurden in den folgenden Staaten von den meisten Leuten Stimmen abgegeben: USA, Kanada, Rumänien, Slowakei, Mexiko, Türkei, Ungarn, Kosovo, Vereinigte Arabische Emirate und Südafrika.
Digitale Beteiligung
Auf TikTok, Instagram, Facebook, YouTube und anderen Plattformen zog der ESC mehr Fans als je zuvor in seinen Bann, wobei die Engagement-Statistiken zwischen dem 1. Januar und dem 24. Mai 2025 (eine Woche nach dem großen Finale) in die Höhe gingen.
TikTok verzeichnet weiterhin ein Wachstum bei jüngeren Fans: 42,4 % der Follower sind zwischen 18 und 24 Jahre alt:
- 748,5 Millionen Videoaufrufe (+3% gegenüber 2024)
- 48,9 Millionen Likes (+17%)
- 2,76 Millionen Shares (+84%)
- 5 Millionen Kommentare (+79%)
Auf Instagram erfreuten sich mehr Fans als je zuvor an Fotos, Geschichten, Videos und Sendungen, bei denen das Engagement stark zunahm:
- 969 Millionen Aufrufe (Reels, Posts und Stories)
- 69,6 Millionen erreichte Konten
- 30,6 Millionen Interaktionen – ein Plus von 100 % im Vergleich zum Vorjahr
- Größte Zielgruppen: 18-24-Jährige (25,1 %) und 25-34-Jährige (33 %)
Auch Facebook verzeichnete ein starkes Wachstum:
- 161 Millionen Aufrufe
- 29,9 Millionen erreichte Konten (+30,9% gegenüber 2024)
- 2,8 Millionen Interaktionen (+98%)
- Engagierteste Fans: 25-34-Jährige (37,2%) und 35-44-Jährige (24,7%)
Charts und Streaming-Plattformen
Allein bei Apple Music waren 35 Eurovision-Songs in 40 Ländern in den Daily Top 100. Der Siegersong „Wasted Love“ stieg in 38 Ländern in die Charts sein. In 20 davon erreichte er die Top 10 und in 5 sogar den 1. Platz. Erfreulich für Deutschland: „Baller“ schaffte es in 35 Ländern in die Apple-Charts, in der Hälfte davon sogar in die Top 10 (also nicht nur bei Spotify). Ähnlich gut lief es für den schwedischen Beitrag „Bara bada bastu“.
Dieser Song ist nunmehr übrigens der erste, der es jemals als schwedischsprachiger Titel in die Global Top 50 bei Spotify geschafft hat. Insgesamt war die Eurovision-Playlist bei Spotify am Tag nach dem ESC-Finale die meistgenutzte Playlist weltweit.
Gastgeberstadt Basel
Eine erste Auswertung zeigt, dass der ESC auch vor Ort eine große Anziehungskraft hatte. Über 500.000 Menschen waren in Basel bei Veranstaltungen mit ESC-Bezug dabei (etliche davon wurden natürlich doppelt und dreifach gezählt). An der Eröffnungszeremonie, dem Türkisen Teppich, beteiligten sich über 100.000 Besucher. Ähnlich viele waren in den Shows in der St. Jakobshalle sowie bei Arena plus dabei. Das Eurovision Village zählte 190.000 Gäste, der Eurovision Square 135.000 und der EuroClub 18.000.
Insgesamt wurden durch den ESC 50.000 Übernachtungen allein in Basel generiert, womit die verfügbaren Kapazitäten gegen Ende der ESC-Woche zu 95 % ausgelastet waren – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem üblichen Mai-Durchschnitt von 60 %. Fans aus 83 Ländern kauften während der Veranstaltungswoche Tickets für die neun Shows, darunter Generalproben, Live-Übertragungen und die Arena plus mit der Grand Final Watch Party im St. Jakobs Park Fußballstadion. Rund 1.000 Journalisten aus über 50 Ländern waren für den ESC akkreditiert, um vor Ort über die Veranstaltung zu berichten – so auch die Blogger*innen von ESC kompakt.
Martin Green, der Direktor des Eurovision Song Contest, sagte zu den Ergebnissen:
„Der diesjährige Eurovision Song Contest hat wieder einmal seine außergewöhnliche Kraft bewiesen, Millionen von Menschen auf allen Kontinenten durch die Freude an der Musik und das gemeinsame Feiern zu vereinen.
In einer zersplitterten Medienlandschaft hebt sich der ESC als einzigartiger globaler Moment ab, der die Zuschauer zurück zum Live-Fernsehen bringt, während er gleichzeitig über digitale Plattformen floriert und neue Generationen auf neue Weise erreicht.
Der wachsende Einfluss des Wettbewerbs auf die Musik ist unbestreitbar: Die Songs sind in den globalen Streaming-Charts vertreten und begeistern Fans auf der ganzen Welt. Vom Wohnzimmer bis zum Livestream, vom Nationalstolz bis zur internationalen Verbundenheit – der Eurovision Song Contest ist nach wie vor eines der lebendigsten und verbindendsten kulturellen Erlebnisse auf der Welt.“
Die Co-Executive Producers des Host Broadcasters SRG SSR, Reto Peritz und Moritz Stadler, fügten hinzu:
„Wir freuen uns sehr, dass der Eurovision Song Contest 2025 ein so großer Erfolg war – in der Host City Basel, auf den Bildschirmen in aller Welt und in den sozialen Medien. Die Aufregung und die positive Energie waren überall zu spüren. Dieser ESC hat die Menschen zusammengebracht – und das größte Musikereignis der Welt auf eine ganz neue Ebene gehoben.“
Wie bewertest Du die Reichweitenzahlen und sonstigen Werte des ESC 2025? Hättest Du mehr erwartet oder passen die Zahlen zu dem Aufwand, der getrieben worden ist? Welche Learnings kann man daraus für weitere ESCs ziehen? Lass es uns in den Kommentaren wissen.
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