ESC 2027: Burgas erhält 20 Millionen Euro für die Organisation – zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen geplant

Arena Burgas

Auch wenn es unerwartet kam: Der Eurovision Song Contest 2027 findet in Burgas statt. Die Region überzeugte in ihrer Bewerbung vor allem mit der relativ neuen Arena Burgas (Aufmacherbild), die für eine große TV-Produktion wie dem ESC sehr gut geeignet sein soll. Damit auch alles reibungslos abläuft, Deadlines eingehalten werden und das Projekt realisierbar ist, hat die bulgarische Regierung der Stadt Burgas nun 20 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Bis Ende des Jahres sollen insgesamt 20 Millionen Euro für die Vorbereitung des ESC 2027 und die Umstrukturierung der Arena Burgas zur Verfügung stehen. Das hat Bulgariens Stellvertretender Premierminister Ivo Hristov nun Burgas‘ Bürgermeister Dimitar Nikolov bei einem Treffen zugesichert. Vertreter der bulgarischen Regierung sollen schon vor einigen Wochen gemerkt haben, dass Burgas sich ganz besonders ins Zeug legt, um die Zusage als Hostcity 2027 zu erhalten.

Ivo Hristov hat gegenüber der bulgarischen Presse angemerkt, dass die Zuständigen in Burgas voller Tatendrang und Leidenschaft seien. Laut ihm habe sich die Stadt den Zuschlag als Hostcity zweifelsohne verdient und werde Bulgarien im Mai 2027 optimal repräsentieren. Dass es in der Stadt Sofia, bei vielen Fans und von einigen Politiker*innen kritische Stimmen gibt, hält Hristov für unangemessen:

„Ich akzeptiere die Kritik an der Wahl von Burgas nicht, da die Stadt längst bewiesen hat, dass sie über ein funktionierendes Wirtschaftsmodell verfügt und die Veränderungen sichtbar sind. In Sofia hatten wir in den letzten Jahren eine Führungskrise, daher ist die Wahl von Burgas durchaus logisch.“

Iro Hristov hat inzwischen außerdem erklärt, dass der Auswahlprozess der Gastgeberstadt nicht als „Battle“ zwischen Sofia und Burgas gesehen werden soll. Vielmehr habe man in Betracht gezogen, welche der Städte sich in den vergangenen Jahren besser entwickelt hat. Sowohl in puncto Wirtschaft, als auch bei der Infrastruktur sei Burgas auf dem Vormarsch. Den Unterschied zu Sofia würde man schon alleine daran erkennen, indem man „einen Spaziergang durch beide Stadtzentren“ mache.

Besonders interessant: Burgas wurde vom Gremium, das die Wahl der ESC-Gastgeberstadt getroffen hat, auch aus einem Grund gewählt, der ganz Bulgarien zu Gute kommen soll. Laut Iro Hristov sieht die bulgarische Regierung den ESC 2027 als Möglichkeit, das ganze Land touristisch zu promoten und ihm eine ansprechende Identität zu verleihen:

„Wir in der Regierung sehen den Eurovision Song Contest als Chance, Bulgarien als Marke zu positionieren, denn wir haben alles zu bieten – das gesamte Spektrum touristischer Angebote. Wir bieten hervorragendes Essen, Berge, Skigebiete, das Meer sowie Kultur- und Geschichtstourismus, doch auf dem Tourismusmarkt sind wir noch nicht so bekannt wie Italien und Griechenland.“

Zu den 20 Millionen Euro, die die Regierung bereitstellt, kommt Anfang 2027  übrigens noch weiterer finanzieller Support aus dem bulgarischen Staatshaushalt. Diese großen Summen an Geld seien jedoch auch notwendig, um für ausreichend Sicherheit zu sorgen. Laut Iro Hristov sei Burgas zwar eine sehr sichere Stadt, doch „der erwartete Zustrom internationaler Besucher benötigt zusätzliche Planungen und entsprechende Maßnahmen“.

Schon seit DARAs Sieg im Mai diesen Jahres gab es vereinzelt negative Stimmen, was die Sicherheit in Bulgarien angeht. Speziell in Burgas sei ein queerer Lifestyle nicht selbstverständlich und Fans aus der LGBTQ+-Community haben teilweise Zweifel an der Offenheit der Stadt geäußert. Iro Hristov versichert nun jedoch, dass alle Fans, Delegationen und Künstler*innen sich sicher und wohl in Burgas fühlen werden.

Was denkst du über die positiven Worte des Stellvertretenden Premierministers aus Bulgarien? Wird Burgas eine gute ESC-Gastgeberstadt? Lass uns deine Meinung gerne da.


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21 Comments
JoBi
JoBi
1 Monat zuvor

Bin gespannt wie es wird. Werde aber nicht vor Ort sein. Da es für mich weit weg ist.

MeineSchiffe
MeineSchiffe
1 Monat zuvor

Die Feier geht los!

Timo1986
Timo1986
1 Monat zuvor

ESC 2027 in Burgas – dank Dara ! 😀

ESC 2028 in München – dank Ralph Siegel ! 😀

ESC 2029 in Mailand – dank Mahmood oder Blanco ! 😀

ESC 2030 in Málaga – dank Pablo Alborán ! 😀

ESC 2031 in Graz – dank Pizzera & Jaus ! 😀

Alle fünf ESC-Gastgeberstädte werden dem Tourismus zu noch nie gekanntem Glanz verhelfen ! 😀

Last edited 1 Monat zuvor by Timo1986
Nils
Nils
1 Monat zuvor
Reply to  Timo1986

Wie viele konkurrierende Prophezeiungen für 2028 hast du jetzt eigentlich schon abgegeben? Hast du da selbst noch den Überblick? 😅

Timo1986
Timo1986
1 Monat zuvor
Reply to  Nils

Ach, diese fünf Gastgeberstädte für den ESC in den nächsten fünf Jahren sind fix. 😀

Nur die Reihenfolge kann sich halt noch ändern, wenn bspw. Pablo Alborán noch bereits 2027 am Benidorm Fest teilnimmt und Ralph Siegel erst 2031 seinen ESC-Song beim SWR einreicht. 😀


💪 Jakub 🇮🇱 dances אנה פרנק 🌪️ 🌅 💎
💪 Jakub 🇮🇱 dances אנה פרנק 🌪️ 🌅 💎
1 Monat zuvor

Politischer Hintergrund hin oder her
– macht inhaltlich absolut Sinn!
Die Chance, einen ESC auszurichten
und bei dieser Gelegenheit auch
darüber hinausgehende Projekte
anzustoßen, hat man schließlich
nur alle Jubeljahre mal …

RichardESC1997
RichardESC1997
1 Monat zuvor

Ich bin echt schon gespannt, wie es nächstes Jahr wird in Bulgarien. Der ESC 2027 in Bulgarien, könnte eine wichtige Richtungsweisende Veranstaltung werden. Generell hoffe ich auf weitere Überraschungen in den nächsten Jahren.

Festivalknüller
Festivalknüller
1 Monat zuvor

Erfreulich, dass man das Potenzial des ESC erkennt und darin investiert. Weiter so.

Sash
Sash
1 Monat zuvor
ag9
ag9
1 Monat zuvor

Iro Hristov scheint ja ein ganz spezieller Charmebolzen zu sein. Vor allem in seinem Bashing über Sofia (die böse nicht rechtskonservative Stadt).

roxy
roxy
1 Monat zuvor

Die Arena ist eben nicht, obwohl sie neu ist, für eine große TV-Produktion wie den ESC geeignet. Deshalb braucht man ja auch einiges an finanziellen Mitteln, um die Halle aufzurüsten.
Schon beachtlich, wenn die 20 Mio. nur für die Stadt sind. D.h. die Kosten für den BNT und die TV-Produktion sind da nicht enthalten (oder man hat sich missverständlich ausgedrückt).
Alle die behaupten, dass Sofia die bessere Gastgeberstadt gewesen wäre, waren wohl in letzter Zeit nicht in den beiden Städten.

escSUPERFAN_
escSUPERFAN_
1 Monat zuvor
Reply to  roxy

Die Arena wirkt ehrlich gesagt wie eine große Messehalle. Sie ist extrem hoch und es gibt trotz der breiten Fläche recht wenig Sitzplätze an den Seiten. Außerdem ist die Halle innen extrem hell.Heißt: Lichteffekte, LED’s usw. kommen nicht richtig zur Geltung, weil man den Raum praktisch nicht abdunkeln kann. Das ganze wird am TV Bildschirm wahrscheinlich ähnlich aussehen wie der ESC 2017. Als wäre es eine riesige Messehalle.

roxy
roxy
1 Monat zuvor
Reply to  escSUPERFAN_

Es ist eine Sporthalle. Mit der extremen Höhe kann man natürlich einiges anfangen. Ich bin aber nicht sicher, wie viel Gewicht die Konstruktion verträgt, da die Halle ja nicht für Konzerte konzipiert wurde. Eventuell muss man da noch nachrüsten. Seltsam ist, dass die Sitzränge so niedrig angesetzt sind in Relation zur Hallenhöhe. Es gibt nur rund 4000 Sitzplätze, von denen man aber sicher mindestens ein Viertel kaum nutzen können wird. Bei all den Bühnenaufbauten wird es auch nicht allzu viele Stehplätze geben. Also ich denke, es wird sich so im Rahmen von Basel bewegen mit rund 6000 Zuschauern in der Halle.

Marko +++
Marko +++
1 Monat zuvor

Nachgeschaut und -gefragt.
Die 20 Mio. stammen aus dem laufenden Haushalt und verteilen sich in 2:
15 Mio. Sicherheitsstellung.
5 Mio. um alles zu starten. Artikel gibt keine weitere Aufschlüsselung.

Anmey
Anmey
1 Monat zuvor

Man hätte sich (gerade was die Arena angeht) in Sofia einiges von diesem Geld sparen können.

Dass die Entscheidung in Sofia große Unzufriedenheit ausgelöst, ist auch klar. Wenn man so eine prestigeträchtige Veranstaltung gegen eine Stadt verliert, die in allen relevanten Belangen weit unterlegen ist, dann macht man sicher keine Jubelsprünge. Die Aussagen von Herrn Christow bestätigen dann auch die Vermutung, dass das in erster Linie eine politische Entscheidung gegen Sofia war (womit er interessanterweise auch seinem Premierminister in die Parade fährt). Mann kann nur hoffen, dass der ESC darunter nicht allzu sehr leiden wird. Ich befürchte leider, dass das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

escSUPERFAN_
escSUPERFAN_
1 Monat zuvor

Ich persönlich war vor 2 Jahren mal in Burgas und kann mir vorstellen, dass die Stadt bei den ganzen ESC-Besuchern jetzt nicht den besten Eindruck hinterlassen wird. So sehr die Region auch mit ihrem Strand und einigen schönen Badeorten punkten kann, ist die Stadt selber das Abziehbild eines postsowjetischen Badeortes, welches architektonisch und stilmäßig genauso im Russland der frühen 2000er liegen könnte. Es gibt einen schönen Strandabschnitt, eine nette Promenade und diesen einen Strandpark. Das wars. Die Arena liegt an einer Hauptstraße irgendwo zwischen Plattenbauten. Wie ein Ufo. Völlig unpassend. Abseits der Touristenpfade sieht es aus als wäre man irgendwo in einer kasachischen Kleinstadt. Ist nur meine persönliche Meinung. Aber trotz dieser ehrlichen Eindrücke finde ich die Idee den ESC dort stattfinden zu lassen trotzdem faszinierend, interessant und cool. Es öffnet zumindest die Türen für andere Underdog-Städte in anderen Ländern das ganze zu veranstalten. Ich freue mich auf 2027 aber wäre nicht überrascht, wenn einige ESC-Youtuber und Vlogger schockiert darüber berichten wie unglamourös sich Burgas als ESC host city anfühlt.

Last edited 1 Monat zuvor by escSUPERFAN_
Gaby L
Gaby L
1 Monat zuvor
Reply to  escSUPERFAN_

Ein Herz für Underdog-Städte.❤️

Manchmal liegt der Charme im Unperfekten. Aber allein das Meer und der Strand werden schon eine tolle Kulisse bieten. Das wird bestimmt schön.😊

ESC1994
ESC1994
1 Monat zuvor
Reply to  Gaby L

Na ja, wenn man heruntergekommene Plattenbauten mag vielleicht. Und der Strand ist mit gut 3 Kilometern Luftlinie auch nicht gerade vor der Haustüre.

Matty
Matty
1 Monat zuvor

Die bulgarische Fluggesellschaft Bulgaria Air und der Flughafen Burgas haben kürzlich tägliche Flüge zwischen Sofia und Burgas ab dem 2. Mai angekündigt, um den Fans des Wettbewerbs, die zum Eurovision Song Contest 2027 nach Bulgarien reisen, entgegenzukommen:

https://eurovisionfun.com/2026/08/eurovision-2027-%ce%b7-bulgaria-air-%ce%b1%ce%bd%ce%b1%ce%ba%ce%bf%ce%af%ce%bd%cf%89%cf%83%ce%b5-%ce%ba%ce%b1%ce%b8%ce%b7%ce%bc%ce%b5%cf%81%ce%b9%ce%bd%ce%ad%cf%82-%cf%80%cf%84%ce%ae%cf%83%ce%b5/

Das hört sich doch schon mal gut an.

Matty
Matty
1 Monat zuvor

Der Sender BNT hat heute auf eine Anfrage aus der Hauptstadt Sofia geantwortet, weshalb diese nicht als Austragungsort für den ESC ausgewählt wurde:

https://eurovoix.com/2026/08/28/eurovision-2027-bnt-responds-sofia-after-questions-regarding-host-city-selection/