Mögliche Änderung beim ESC: Wird das Mindestalter der Teilnehmenden auf 18 Jahre erhöht?

Sandra Kim – Foto: Instagram @sandrakimofficial

Sandra Kim (Aufmacherbild) war mit nur 13 Jahren die bisher jüngste Siegerin beim Eurovision Song Contest – und wird diesen Rekord wohl auch noch lange halten. Wie verschiedene Medien berichten, soll die European Broadcasting Union (EBU), die Ausrichterin des Wettbewerbs, das Mindestalter für Teilnehmende von 16 auf 18 Jahre anheben. Da der Auswahlprozess für den ESC 2026 in vielen Ländern bereits begonnen hat, soll die Regeländerung demnach erst ab dem Wettbewerb 2027 in Kraft treten.

Erstmals publik wurde die Information in der israelischen Unterhaltungssendung Good Evening with Guy Pines, die am Sonntagabend über die angebliche Entscheidung berichtete. Laut dem Journalisten Assaf Golan habe die EBU ursprünglich geplant, die neue Altersregel bereits ab 2026 anzuwenden. Als die beteiligten Rundfunkanstalten jedoch darauf hinwiesen, dass ihre nationalen Auswahlverfahren bereits laufen, sei eine einjährige Verschiebung beschlossen worden. Eine offizielle Bestätigung der EBU steht bislang jedoch aus.

Die Diskussion um das Mindestalter begleitet den Wettbewerb seit Jahrzehnten. Die Belgierin Sandra Kim war 1986 mit „J’aime la Vie“ erst 13, gab ihr Alter jedoch mit 15 an. Noch jünger war Nathalie Pâque, ebenfalls aus Belgien, die 1989 für Frankreich auf der Bühne stand: Sie war erst 11 Jahre alt und erreichte mit „J’ai volé la vie“ den achten Platz. Im selben Jahr trat der damals 12-jährige Gili Natanel für Israel im Duo Gili & Galit an.

Vor allem diese drei Fälle führten 1990 zur Einführung der bisherigen Altersuntergrenze von 16 Jahren. Seitdem dürfen jüngere Künstlerinnen und Künstler nur noch bei dem 2003 ins Leben gerufenen Junior Eurovision Song Contest teilnehmen, der gezielt für Nachwuchstalente zwischen 9 und 14 Jahren geschaffen wurde.

Auch nach der Einführung der 16-Jahre-Regel standen immer wieder sehr junge Acts auf der ESC-Bühne: Die Estin Maarja Liis-Ilus war bei ihrer ersten ESC-Teilnahme 1997 erst 15 Jahre alt. Kristian Kostov war 2017 gerade 17 und holte für Bulgarien den zweiten Platz. Die jüngste Siegerin seit Sandra Kim war Emmelie de Forest, die 2013 für Dänemark mit 20 Jahren gewann.

Sollte die EBU die Regel tatsächlich umsetzen, wäre das eine deutliche Veränderung für viele Nachwuchskünstler. Zahlreiche Länder führen derzeit Auswahlshows durch, in denen mehrere Kandidatinnen und Kandidaten unter 18 Jahren antreten. Im Hinblick auf die bestehenden Regeln heißt es oft, dass sie spätestens zum ESC im Mai 16 Jahre alt sein müssen. Für den ESC 2026 in Wien sind diese Acts noch startberechtigt, doch ab 2027 wäre Schluss für Minderjährige.

Ob die EBU mit der möglichen Altersänderung auf juristische, organisatorische oder medienethische Bedenken – etwa den Jugendschutz oder die professionelle Betreuung junger Talente – reagiert, ist derzeit Spekulation. Klar ist jedoch: Eine Altersanhebung würde die Zusammensetzung des Wettbewerbs verändern und ganz jungen Musikerinnen und Musikern den Weg auf die große ESC-Bühne (zunächst) erschweren.

Was hältst Du von der möglichen Heraufsetzung des Mindestalters beim ESC auf 18 Jahre? Und was glaubst Du, sind die Hintergründe, warum die EBU dies möchte? Lass es uns in den Kommentaren wissen. 



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