Rückblick: So liefen die deutschen ESC-Vorentscheid-Shows 2010 und 2012 in der Kooperation mit Stefan Raab und ProSieben

Nach zwölf Jahren Pause soll es Stefan Raab im nächsten Jahr wieder richten und Deutschland beim Eurovision Song Contest zum Erfolg führen. Fest steht derzeit, dass die ARD und RTL dabei kooperieren und es damit jeweils mindestens eine Show auf den beiden Sendern geben wird – vermutlich sogar mehr. Das klingt im ersten Schritt nach einer Kopie der Kooperation der ARD mit ProSieben in den Jahren 2010 und 2012. Erwartet uns im nächsten Jahr eine Neuauflage des damaligen Auswahlprozesses? Und wie liefen die Shows ab?

Stefan Raab war in unterschiedlichsten Konstellationen bereits sechs Mal an der Auswahl des deutschen ESC-Beitrags beteiligt. In den Anfangsjahren war er auch auf kreativer Ebene als Songwriter involviert – oder stand sogar selbst auf der Bühne. Spätestens seit 2004 lag sein Schwerpunkt auf der Auswahl der bzw. des richtigen Künstler*in. Damals startete er in seiner Show TV total die Talentsuche Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star (SSDSGPS). Unter den nur vier Teilnehmenden war auch Max Mutzke, der später für Deutschland den achten Platz beim ESC in Istanbul holte.

Zwei Aspekte kamen hier zum Tragen, die auch bei den ESC-Jahrgängen 2010 und 2012 einen wesentlichen Einfluss auf den späteren ESC-Erfolg hatten: Die Vorauswahl der Teilnehmer*innen durch Stefan Raab und sein Team sowie später die umfangreiche Integration der Zuschauer*innen über das Televoting. Gerade der erste Teil darf nicht unterschätzt werden und zeigt, welche gute Spürnase die Verantwortlichen bei der Identifikation der richten Talente hatten. Konkret: 2010 hatten sich „mehr als 4.500 Musiker“ für Unser Star für Oslo beworben. Wie leicht hätte Lena da übersehen werden können?!

Max Mutzke und Lena waren totale Newcomer, als sie in den Raab-Sendungen entdeckt wurden. Roman Lob war schon vorher etwas als Musiker unterwegs. Gleich war ihnen aber, dass ihre Stimmen und ihr Charisma international gezündet und die fehlende Bühnenerfahrung beim ESC wettgemacht haben. Lediglich bei Lenas zweitem ESC-Einsatz 2011 wurde auf eine umfangreiche Choreographie gesetzt, sonst wurde vollständig die Authentizität in den Mittelpunkt gestellt.

Beim Blick zurück fokussieren wir uns auf die Jahre 2010 und 2012, weil hier komplett neue Künstler*innen gesucht wurden. Im Jahr 2011 kam es zur „Mission Titelverteidigung“, bei der Lena verschiedenste Titel vortrug, bis dann der ESC-Beitrag gewählt war. Dieses Modell scheint für das Jahr 2025 jedoch äußerst unwahrscheinlich.

Das ESC-Vorentscheidmodell 2010 und 2012

Sowohl 2010 als auch 2012 gab es jeweils acht Shows: Die ersten fünf und die siebte, das sogenannte Halbfinale, liefen auf ProSieben; die sechste und achte Show, also das Finale, waren in der ARD zu verfolgen. 2010 waren die Sendetage auf ProSieben die Dienstage, die Shows in der ARD liefen am Freitag. Zwei Jahre später waren bis auf die Shows 5 und 7, die montags liefen, alle Sendungen am Donnerstag um 20:15 Uhr zu erleben.

Sowohl 2010 als auch 2012 gingen je 20 Kandidat*innen an den Start, in der ersten Sendung die ersten zehn, in der zweiten die zweite Hälfte. Hier wurden jeweils gleich fünf Talente ausgesiebt, so dass ab der dritten Show nur noch zehn Kandidat*innen am Start waren. In den Shows 3 und 4 mussten jeweils zwei Acts die Show verlassen; in den Shows 5 und 6 je einer. In der siebten Show, dem Halbfinale, waren somit in beiden Jahren noch vier Teilnehmer*innen im Rennen. Hier wurden erneut zwei ausgesiebt, so dass im Finale jeweils zwei Talente mit drei Songs antraten: 2010 Jennifer Braun und Lena Meyer-Landrut, 2012 Ornelia De Santis und Roman Lob.

Bezüglich des Votings gab es immer mal wieder leichte Unterschiede. Die größte Neuerung war 2012 die „Blitztabelle“, über die quasi live gesehen werden konnte, welche*r Kandidat*in gerade in Führung liegt. Was als spannendes und zum Voten animierendes Element gedacht war, erzielte eher das Gegenteil und wurde vielfach kritisiert.

Im Finale präsentierten die Finalist*innen jeweils drei Songs. Hier wurde zunächst die beste Paarung aus Song und Interpret*in von den Televotern bestimmt. Dabei entschieden sich die Zuschauer*innen 2010 gegen die Raab-Komposition „Love Me“ und sprachen sich für „Satellite“ als Beitrag für Lena aus. Danach mussten sich die Abstimmenden dann nur zwischen zwei Paketen entscheiden.

Es gab also viel zu abzustimmen über die acht Sendungen. Dabei hatten immer die Televoter das letzte Wort. Die mit wechselnden Prominenten besetzte Jury gab nur ihre Feedback zu den Kandidat*innen und ihren Präsentationen.

2010 und 2012 starteten die Shows mit etwa 2,5 Mio. Zuschauern im Gesamtpublikum. Während dieser Wert 2010 nur langsam zurückging und sich zum Viertelfinale und dem Finale wieder sehr deutlich steigerte, brachen die Quoten 2012 bereits mit der zweiten Sendung ein. Der Tiefpunkt war mit der fünften Show und nur noch 1,13 Mio. Zuschauer*innen im Gesamtpublikum erreicht.

Was erwartet uns bei der Vorentscheidung 2025?

Seit 2012 werden im Frühjahr 13 Jahre vergangen sein. Die Fernsehlandschaft hat sich radikal verändert und das lineare Fernsehen erheblich an Reichweite verloren. Gleichzeitig sind Streamingangebote wie RTL+ oder die ARD Mediathek wichtiger denn je. Diese ermöglichen zeitversetztes Fernsehen, können Televoting-Entscheidungen aber nur nachträglich abbilden. Ganz sicher hat sich über die Jahre auch der Musikgeschmack verändert. Ob Stefan Raab sein Gespür für Talente behalten hat, kann aktuell niemand sagen. Fest steht aber: Es gibt viele interessierte Künstler*innen, die am ESC-Vorentscheid teilnehmen wollen.

Dass es bei der Vorentscheidung 2025 mehrere Shows geben wird, steht außer Frage. Eine klassische Castingshow kann aber ausgeschlossen werden. Zum einen hat RTL hierfür Deutschland sucht den Superstar. Zum anderen waren die Quoten im Roman-Lob-Jahr nicht gut genug und generell reicht die Anzahl der Sendungen dafür nicht aus.

Außerdem hieß es beim ersten Vorschlag von Raabs Mehrsender-Konzept für die Vorentscheidung, dass jeder beteiligte Kanal selbst über das Verfahren der bei ihm ausgestrahlten Vorrunde entscheiden kann. Wenn es nun nur noch auf zwei Sendergruppen hinausläuft – die ARD und die RTL-Gruppe – spricht einiges für ein einheitliches, senderübergreifendes Konzept, so wie in den Jahren 2010 und 2012. Ob von RTL-Seite dabei nur der Hauptsender oder z.B. auch VOX zum Zuge kommen, bleibt abzuwarten.

Wenn es also keine klassische Castingshow wird, müssten die Acts – ob etabliert oder Newcomer – vorher intern ausgewählt werden. Auch wenn Stefan Raab nunmehr viele Jahre nicht im Show- und Musikgeschäft aktiv war: Er ist bestens vernetzt und kann gezielt auf solche etablierten Musiker*innen zugehen. Ob das auch soweit ginge, dass er diese auch zur Teilnahme an einem ESC-Vorentscheid bewegen könnte, steht in den Sternen. In den Jahren 2010 und 2012 waren die prominenten Künstler*innen lediglich als Juroren dabei.

Dem NDR gelang es in den letzten Jahren aber durchaus, immer mal wieder bekannte Namen für die ESC-Vorentscheidung zu begeistern – manche auf dem Weg nach oben (zum Beispiel Santiano), andere eher nach ihrem Zenit (Vicky Leandros). Problematisch wurde es allerdings immer, wenn es eine vorgeschaltete Nachwuchsrunde gab und die dort gefundenen Künstler*innen dann die etablierten Acts in der Vorentscheidung aus dem Rennen kegelten – wie übrigens auch Max Mutzke 2004 im Finale gegen Scooter.

Zeit für eine Nachwuchs-Vorrunde wie das Clubkonzert 2015 oder das Finale von Ich will zum ESC! in diesem Jahr gäbe es 2025 aber durchaus. Dennoch scheint es wahrscheinlicher, dass Nachwuchsacts, die sich womöglich ab morgen bewerben können, vorab intern ausgewählt und auf ihren Vorentscheidauftritt vorbereitet werden. Hier käme es bei der Auswahl also wieder auf die Spürnase von Raab & Co. an.

Am Ende könnte es damit auf ein Vorentscheidmodell hinauslaufen, das in anderen Ländern die Regel ist und von den deutschen Fans oft gefordert wurde – quasi ein deutsches Melodifestivalen (ein Samremo wird’s wohl eher nicht). Mit welchen Innovationen der Auswahlprozess noch angereichert wird – Stichwort: Blitztabelle – werden wir womöglich morgen bereits erfahren. Es bleibt spannend!

Welches Modell kannst Du Dir für die deutsche ESC-Vorentscheidung 2025 vorstellen? Erwartet uns eine Kopie der Jahre 2010 und 2012? Oder läuft es womöglich auf ein deutsches Melodifestivalen hinaus? Lass es uns in den Kommentaren wissen. 

Über die Pläne für die deutsche ESC-Vorentscheidung sprechen wir auch am Freitagabend um 21 Uhr in einem ESC kompakt LIVE.



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maikk
maikk
1 Jahr zuvor

So toll – dass es seit gestern ENDLICH wieder aufwärts geht mit dem ESC in Deutschland. Raab sorgt halt für allgemeines Interesse, und dass seine VE Beteiligung es sogar in die 20 Uhr Tagesschau schafft… ein Traum. 🙂

Jetzt muss er beweisen, dass er es noch kann. Dass er noch auf der Höhe der Zeit ist was die deutsche Musik-Szene und was den ESC angeht. Aber immerhin ist man mal wieder gespannt auf das was da kommt, und muss nicht schon vorher eine neue belanglose NDR Auswahl für den VE befürchten.

Ich hoffe, dass Raab auch interessante, und etwas etabliertere Künstler zur Teilnahme bewegen kann. So wie es ihm damals auch beim Bundesvision Song Contest gelungen ist. Wie schon bei der letzten Raab VE 2012 gesehen, reicht eine Casting Showreihe kaum noch, um genug Spannung und Interesse zu erzeugen. Und dann wünsche ich mir eine bunte Mischung an verschiedenen Nummern, mindestens so bunt wie beim Viva ESC VE 2004…

elkracho
Mitglied
elkracho
1 Jahr zuvor
Reply to  maikk

So toll – dass es seit gestern ENDLICH wieder aufwärts geht mit dem ESC in Deutschland.

Also ich würde das ja eher an Platzierungen festmachen.

Rheez
Rheez
1 Jahr zuvor
Reply to  elkracho

Kann man auch andersrum sehen – die Platzierung wird denke ich dadurch sehr positiv ausfallen, dass es eben „seit gestern“ tatsächlich bergauf geht mit dem ESC in Deutschland. Diesen Eindruck teile ich, wenn auch deutlich verfrüht, auch jetzt schon.

Alles Weitere folgt eben später, aber die Weichen werden offenbar endlich gestellt.

elkracho
Mitglied
elkracho
1 Jahr zuvor
Reply to  Rheez

Kann man auch andersrum sehen – die Platzierung wird denke ich dadurch sehr positiv ausfallen, dass es eben „seit gestern“ tatsächlich bergauf geht mit dem ESC in Deutschland.

Na wenn es so einfach ist. 😜

Rheez
Rheez
1 Jahr zuvor
Reply to  elkracho

Vielleicht ist es das ja 🤷🏼‍♂️🤪 Sehen wird man das hinterher, aber ich rechne wirklich damit

(Not)Only Teardrops
(Not)Only Teardrops
1 Jahr zuvor

Ich hatte es gestern schon geschrieben,
am liebsten wären mir 2 bis 3 Halbfinals und ein Finale.
Sehr gut leben könnte ich auch mit 2 HF und einer Wildcardround, bei der eine bestimmte Anzahl der Halbfinale nochmal um ein bis zwei Plätze im FInale kämpft.

Nachwuchsrunden find ich echt schwierig, nicht weil sie etablierte Künstler rauskegeln könnten, sondern weil das deutsche TV zu sehr dazu neigt, diese Acts als die ideale Besetzung zu verkaufen und sie beim Publikum zu sehr einschmeicheln wollen.

Franz Diwischek
Mitglied
Franz Diwischek
1 Jahr zuvor

In den Kommentaren hier zeichnet sich für mich ab, dass die Bubble keine klassische Castingshow sehen möchte.
Zu USFO-Zeiten hatte auch noch nicht jeder seine eigene Castingbox zuhause mit Smartphone und allem drum und dran. Damals hat es schon Sinn gemacht, 1000e Bewerberinnen nach Köln zu laden.
Heutzutage würde ein e-Casting in Frage kommen, wenn Newcomer überhaupt Teil des Konzepts sein werden. Einen Vorteil hat ein on Location Casting: es kann nicht geschummelt werden. Digital geht das besser denn je. Selbst TikTok liefert rudimentäre Audioaufbesserungen mit.
„Meldodies of Hope“ war mein absoluter Favorit bis die Live-Show meine Begeisterung ausgebremst hat. Daher hoffe ich auf ein stufenweises Aussieben der Acts. Das muss ja nicht alles im Fernsehen und auf der Bühne passieren.
Ausschließlich etablierte Acts im Format zu sehen, würde mich etwas langweilen. Ich finde, es hatte immer seinen Reiz, wenn Wildcards bekannte Künstlerinnen ausgestochen haben. 😅

Trevoristos
Trevoristos
1 Jahr zuvor

mit ‚Folk‘ Sachen hat es Raab aber nicht so.

Schorschiborsch
Schorschiborsch
1 Jahr zuvor

Ja, es mag für manche ZuschauerInnen seinen dramaturgischen Reiz gehabt haben, wenn No Name-Wildcards bekannte Acts ausgestochen haben – leider haben dadurch ziemlich sicher aber auch viele bekannte Namen die Lust verloren, sich überhaupt einer VE zu stellen.

undeuxtrois
undeuxtrois
1 Jahr zuvor

Siege von No-Names gegen bekannte Acts mag ich nur beim Fußball.
Beim ESC möge der bessere gewinnen, auch wenn das nicht immer klappt.

Trevoristos
Trevoristos
1 Jahr zuvor

Spürnase genau und Ohren auf! Das hat Raab und kann Raab, das verlernt man nicht.
Ich erwarte 5 bis sogar 10 ‚Top Acts‘.
Glaube einen besseren Hinweis auf Raab & Team Auswahlmethodik könnten die Bundesvision Song Contests liefern.
Fast kein Schlager, immer ein paar aussergewöhnliche Nummern von wenig bis unbekannten Acts, immer einige sehr bekannte Top Acts, vergleichsweise hoher Rapact Anteil, viel Radiopop, ‚Rock‘ auch immer dabei.
Hatte gestern schon geschrieben: die Songs der ersten Ausgabe des BVS contests kamen auf 136 Chartwochen in DE (15 der 16 Titel landeten in den Charts, oder waren schon vor der Sendung in den Charts). Ist glaub ein bis heute bestehender Rekord für für eine Musiksendung ab 2000.
Es hat dann aber über die Jahre nachgelassen.
Wer da alles mitgemacht hat…
Sido, Peter Fox, Clueso, Fettes Brot, Samy Deluxe, Deichkind, Marteria, Revolverheld, Seeed, Oomph, Pohlmann, Madsen, Jennifer Rostock, Laith-Al Deen, Culcha Candela, Unheilig, Stanfour, Tim Bendzko, Flo Mega, Glasperlenspiel, Frida Gold, Krafklub, Thees Uhlmann, XAVAS, Laing, Luxuslärm, The toten Crackh*ren im Kofferraum, Max Herre, Bosse, Johannes Oerding, Andreas Bourani, Max Mutzke, Kitty Kat,Mark Forster, Donots, Yvonne Catterfeld.

Gaby
Gaby
1 Jahr zuvor

Von Herrn Raab und der RTL-Gruppe verspreche ich mir vor allen Dingen ein besseres Marketing, als die letzten Jahre.
Ich würde mir in der Tat wünschen, dass es keine Castingshow wird, sondern von Anfang an über ein „Komplettpaket“ (Künstler:in oder Band + Song abgestimmt wird.
Bin gespannt, welches Konzept die Verantwortlichen uns präsentieren werden. Ich denke, der Schritt ist richtig, einen anderen Sender (und Herrn Raab) mit ins Boot zu holen, auch wenn ich jetzt nicht gerade ein Fan des Privatfernsehens bin). Aber sie haben nun einmal mehr Talent, ihre Produkte zu „verkaufen.👍

AlexESC
AlexESC
1 Jahr zuvor

Ich hoffe natürlich jetzt schon, obwohl ich noch nicht weiß wie es im Mai ausgehen wird, auf eine weitere Zusammenarbeit in den nächsten Jahren zwischen NDR, RTL und „Raab Entertainment“. Falls es diese Saison Sachen gibt, welche noch nicht rund laufen, kann man die ja dann in der nächsten Saison beheben. Vielleicht bin ich im Moment auch einfach zu euphorisch seit der Nachricht gestern zum kommenden ESC-Vorentscheid. Wie ich bereits in einem meiner letzten Kommentare geschrieben habe, werde ich niemanden einen Vorwurf machen, falls dies jetzt im ersten Jahr dann letztendlich doch nicht so ausgehen sollte wie man es sich erhofft.

Da wir jetzt diese Saison ein neues Vorentscheidkonzept haben werden, welches noch nicht etabliert ist, kann ich mir sogar vorstellen, dass es -zumindest jetzt für das erste Jahr- vielleicht überhaupt keine Bewerbungsphase geben könnte, sondern dass das ganze intern geregelt wird welche Acts beim Vorentscheid mitmachen. Also dass quasi der NDR, RTL und/oder Stefan Raab mit seinem Team aktiv auf etablierte Acts, Plattenfirmen, Managements etc. zugegangen ist um Acts für den deutschen ESC-Vorentscheid 2025 zu finden und gewinnen.

Last edited 1 Jahr zuvor by AlexESC
elkracho
Mitglied
elkracho
1 Jahr zuvor
Reply to  AlexESC

Ich hoffe natürlich jetzt schon, obwohl ich noch nicht weiß wie es im Mai ausgehen wird, auf eine weitere Zusammenarbeit in den nächsten Jahren zwischen NDR, RTL und „Raab Entertainment“

EIin längerfristiges Konzept fände ich auch wünschenswert.
Habe aber gerade bei RTL die Befürchtung,das man bei schwachen Quoten schnell hinwirft.

Trevoristos
Trevoristos
1 Jahr zuvor

Also WENN es in Richtung einer Musikshow mit Staraufgalopp unter Beimischung von Newcomern geht, wird es interessant sein, wie das dann gestaltet werden würde.
Für die beteiligten Künstler ist an sich das San Remo Rezept am attraktivsten., da ja dort niemand ausscheidet und jeder 3 mal im TV zur Prime zu sehen ist + 1 mal als Coverartist.
Frage die morgen beantwortet werden wird: gibt es bei RTL nur 2 HFs oder wird da noch was vor-, oder nachgeschaltet. Ist was vorgeschaltet kämen zumindest die Finalisten alle auf 3 TV Auftritte in relativ kurzer Zeit. 3mal TV ist sehr wirksam, wenn die ‚richtigen‘ Leute vor’m TV sitzen. Sowas könnte den Plattenfirmen und den Acts natürlich als einzigartige Promomöglichkeit ‚verkauft‘ werden.
Theoretisch könnte ich mir schon noch vorstellen, dass eine ‚Newcomer-Runde‘ vorgeschaltet wird. Macht aber von der Hype-Logik her wenig Sinn.

Denn schon die erste Sendung muss meiner Einschätzung nach unbedingt ein Knaller werden, die mit attraktiven Acts ‚glänzt‘. Sowas könnte man gut bewerben. Newcomerrunde als Auftakt wäre schwer zu bewerben.

Eher wahrscheinlich könnte es tatsächlich sein, dass es zwei HFs und dann vieleicht noch ne Zwischenrunde geben wird.
Ich erwarte bei Raab, dass weitgehend reines Zuschauervoting gilt. Befürchte aber u.U. eine ‚Zwangs’app für ‚free‘ Votes.

Trevoristos
Trevoristos
1 Jahr zuvor
Reply to  Trevoristos

man könnte auch zb zwei VFs mit je 15 machen. Je 5 mit den wenigsten Stimmen scheiden aus. Dann zwei HFs mit je 10. Votingergebnisse bleiben geheim.
Dann ‚Verkündigungssendung‘, wer im Finale ist (zb 8, oder 10, oder 12?). Das wären dann 5 Sendungen. Finalisten hätten dann mind 3 TV Auftritte.
Bei z.B. 30 Mitmachenden braucht man aber wirklich guten Songcontent, der qualitativ gut vorgetragen wird. Glaub 30 ist eh so das Maximale was ich mir an Acts vorstellen kann.

Alex John
Alex John
1 Jahr zuvor

Die gute alte Blitztabelle….
…war schon im Einsatz als die Kamera zum ersten Mal die Kandidaten abfilmte bei der Vorstellung.
Der letzte in der Reihe war Roman und alle Zuschauer waren schockverliebt aufgrund der süßen Knopfaugen.
😍
Roman war, soweit ich mich erinnere, so gut wie immer in Führung und hat quasi alle weiteren Qualirunden überflüssig gemacht.

Finds bis heute schade, dass er sich in Baku für die, meiner Meinung nach, unvorteilhafte Mütze entschieden hat.

Trevoristos
Trevoristos
1 Jahr zuvor
Reply to  Alex John

aber seine Führung war IMMER äusserst knapp. Blitztabelle und dieser Blödsinn mit Televoting-Countdown war meiner Ansicht nach der grösste Reinfall ever.
In der ersten Show wurde Roman nur Zweiter. Bei den Countdownshows immer Erster aber immer mit nur geringem Vorsprung. Er siegte am Ende sehr knapp mit 50,7% gegen Ornella de Santis, die sich selbst nur mit mini-Vorsprung da hat reinhangeln können.
Sendung war ein herbes Quotengrab für die damalige Zeit. Ging ja bis an nahe 3% runter.
Für die geringe Zuschauerzahl war Standing Still echt sehr erfolgreich (GOLD). Roman konnte aber nichts draus machen. Er hat ja viel selbst entschieden.

Alex John
Alex John
1 Jahr zuvor
Reply to  Trevoristos

Glaube er fühlt sich wohl als Sänger der Gruppe Stadtrand.
Hab ihn vor ein paar Jahren im Friedrichstadt-Palast in der Show ‚the one‘ gesehen.
Das war schon spektakulär.
Ohne ihn wäre ich da niemals rein, da ich überhaupt kein Fan von Musicals oder Revuen bin.

cars10
cars10
1 Jahr zuvor
Reply to  Trevoristos

Ich saß damals im Publikum, links von Raab im ersten Block, dritte Reihe oder so.
Roman Lob war süß, ja, das stimmt.
Ornella de Santis hatte das deutlich bessere Lied und dem besseren Gesang.

Insgesamt betrachtet waren die beiden Lieder der Endrunde am besten, und die anderen gesungenen Lieder eher Dutzendware. Wir waren damals im Studio ziemlich froh, als wir plötzlich „Standing Still“ und „Quietly“ live hörten, der Rest war echt mau, so eine Art vorgenommenes Levinagrau-mau.

Aber man braucht ja nur ein gutes und zündendes Lied in der Sendung…

Trevoristos
Trevoristos
1 Jahr zuvor
Reply to  cars10

oh cool. Ich werde wohl wahrscheinlich ein oder 2 Sendungen mir ansehen. Aber erstmal morgen gucken, ob da schon bekanntgegeben wird in welcher Venue an welchem Ort das stattfinden wird. Köln wäre gut. Da würd ich sofort schon ein Appartement nähe Friesenplatz buchen. Mit Dachterrasse. Meega.

Bei Lob war mir damals klar, dass der gute Karten hat. Die anderen hatte ich gar nicht mehr in Erinnerung. Meine, eine die ich gut fand (vom Aussehen her ^^), ist wegen unglücklicher Songauswahl wirklich ganz blöd hauchdünne rausgeflogen.
Quietly von Ornella habe ich mir vorhin nochmal angehört. Balladen sind halt nur selten mein Fall und die halt auch nicht.

Last edited 1 Jahr zuvor by Trevoristos
Teufelchen
Teufelchen
1 Jahr zuvor

Max Mutzke war kein völliger Newcomer. Er hat m.E. zuvor schon recht professionell in mindestens einer Bands gespielt. (https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Mutzke)
Anders als Lena, die bei Gelegenheit im Schul-Orchester sang und ein kurzes Projekt mit einem Mitschüler hatte.
Dafür sammelte sie mit ihren Komparsenrollen im TV ein wenig Kameraerfahrung.

Timo1986
Timo1986
1 Jahr zuvor
Reply to  Teufelchen

Ich glaube Lena hatte vor ihrer ESC-Zeit eine Rolle bei „Richterin Barbara Salesch“. Ich weiß nur nicht, ob sie eine Angeklagte oder eine Zeugin spielte.

Malge1985
Malge1985
1 Jahr zuvor
Reply to  Timo1986

Das war einmal bei K11 die Kommissare und Richter Alexander Hold laut Wiki.

ESC1994
ESC1994
1 Jahr zuvor
Reply to  Malge1985

Jap, Alexander Hold:

Trevoristos
Trevoristos
1 Jahr zuvor
Reply to  ESC1994

„eventuell wüsst ich was“. 🙂 spektakuläär^^
ein Glück dass aus ‚eventuell‘ morgen ‚ganz bestimmt weiss ich was‘ werden wird.

Morph
Morph
1 Jahr zuvor

Tatsächlich kann man trotz guter Platzierungen streiten, ob Raab tatsächlich (immer noch) sooo viel Expertise für diesen Wettbewerb hat. Allerdings ist das deutlich mehr Werbung über die kleine ESC Bubble hinaus. Das könnte für interessante Bewerbungen sorgen. Ob das aber gleich wieder fruchtet, so dass wir auf eine Top 10 Platzierung hoffen dürfen, bleibt abzuwarten. Falls nicht, sollte man dem Konzept in Erwägung von Änderungen evtl. noch einmal ein Jahr Verlängerung gewähren. Relativ sicher bin ich mir jedoch, dass Raab & Co. bei dem Thema Inszenierung eines Songs prinzipiell gute Ideen haben könnte.

BineB.
BineB.
1 Jahr zuvor

Erwartet uns eine Kopie der Jahre 2010 und 2012?
Definitiv nicht!
Es wäre zumindest ziemlich blöde (und ich glaube, das weiß Raab auch) diese ausgelutschten Konzepte wiederzuerwecken.

Oder läuft es womöglich auf ein deutsches Melodifestivalen hinaus?
Schon eher!
Wenn man möchte, dass der ESC in Deutschland wieder interessanter und populärer wird, ist dies zumindest ein guter Weg. Zudem ist es die beste Möglichkeit, um auch namenhafte Acts zur Teilnahme zu bewegen. Dann kann man mit dem Argument locken: „Wenn’s nicht mit dem ESC klappt, bekommst du auf jeden Fall eine Menge (kostenlose) weltweite Aufmerksamkeit und Werbung!“
Das war ja vorher bei der Praktikanten -Veranstaltung eines VE nicht gerade der Fall!

Welches Modell kannst Du Dir für die deutsche ESC-Vorentscheidung 2025 vorstellen?
Ehrlich gesagt, so einige! Und ich bin riesig gespannt, was die Damen und Herren morgen aus dem Hut zaubern.
Ich kann allerdings sagen, was ich auf gar keinen Fall möchte!
1. Keine Wildcard-Clubconcerte oder IWZE-2.0-Versuche
2. Keine „Wir suchen den imposantesten, erfolgreichsten Act und wenn er dazu noch einen guten Song mitbringt umso besser“!
3. Keine neu aufgelegte Casting-Show nach einem passenden Act
4. Keine Raab-Selbstinzinierung-Orgie wie bei seinem Fight gegen R. Halmich
5. Keine elendig langen Auswahl-Shows nur um einen Beitrag zu suchen!
6. Keine Reglementierung bei der zur Auswahl stehenden Beiträge
7. Keine Schöneberger, Silbereisen oder DAS SOFA!
8. Kein „Um das Staging machen wir uns eventuell Gedanken, falls und wenn es soweit sein sollte!“

Da ich der Auffassung, dass beim ESC nur ein guter Song, der dazu gehörige, mit dem gewissen Etwas (Stimme, Charisma und Appeal), Act und eine passende Performance wichtig sind, hoffe ich inständig, dass die leidige Annahme, es müsse dringend jemand „Berühmtes“ am ESC teilnehmen,um mal zu punkten, eher zweitrangig ist, und es so bleibt, dass talentierten Nachwuchs-Act weiterhin die Chance gegeben wird, sich für den VE zu bewerben.

Also, drücke mal für morgen die Daumen!

undeuxtrois
undeuxtrois
1 Jahr zuvor
Reply to  BineB.

Das sind aber 8 Wünsche auf einmal, das geht nun wirklich nicht. 🙂

(Not)Only Teardrops
(Not)Only Teardrops
1 Jahr zuvor
Reply to  BineB.

1. Keine Wildcard-Clubconcerte oder IWZE-2.0-Versuche

biztte, bitte, bitte

2. Keine „Wir suchen den imposantesten, erfolgreichsten Act und wenn er dazu noch einen guten Song mitbringt umso besser“!

Wenn es passt, warum nicht. Sollte aber ein EInzelfall sein.

3. Keine neu aufgelegte Casting-Show nach einem passenden Act

Das scheint ja schon ausgeschlossen zu sein.

4. Keine Raab-Selbstinzinierung-Orgie wie bei seinem Fight gegen R. Halmich

Nicht mit der ARD. Wahrscheinlich muss man da eher Überzeugung für Neues leisten.

5. Keine elendig langen Auswahl-Shows nur um einen Beitrag zu suchen!

Ohne Werbung werden wir das bei RTL nicht bekommen. Zum Glück fällt das beim FInale weg.

6. Keine Reglementierung bei der zur Auswahl stehenden Beiträge

Ich denke, dass sich manche Genres wie Techno oder Death Metal von selbst ausschließen. TIppe aber wieder auf viel Radiopop.

7. Keine Schöneberger, Silbereisen oder DAS SOFA!

Bitte, ja. Nur bei Babsi bin ich mir nicht sicher..

8. Kein „Um das Staging machen wir uns eventuell Gedanken, falls und wenn es soweit sein sollte!“

Das sollte hoffentlich mit dem richtigen Konzept ausgeschlossen sein.

BineB.
BineB.
1 Jahr zuvor

Zu Punkt 5:
Sorry! 😂 Hatte als Nicht-mehr-linearer-TV-Gucker völlig vergessen, dass bei den Privaten manche Werbesendungen durch gelegentlich etwas Show unterbrochen werden! 😂 Dabei meinte ich dies gar nicht. Sondern eher ein Auswahlprozess, der sich über Wochen zieht und man immer einen weniger zum Abstimmen hat!

Zu Punkt 6:
Nein! Ich meine wirklich KEINE Reglementierung! Egal welche Musikrichtung! Wobei natürlich manche Genre mehr oder weniger für den ESC geeinigt scheinen.

Malge1985
Malge1985
1 Jahr zuvor

Ich würde gerne was schreiben, ein aber seit gestern nicht mehr ganz so gut drauf. Ich hoffe ich kriege morgen wieder gute Laune, glaube aber eher nicht. 🙁🙁🙁

Timo1986
Timo1986
1 Jahr zuvor
Reply to  Malge1985

Was auch immer los ist bei dir:

Ich drück dir ganz fest alle meine beiden Daumen, dass es dir so schnell wie möglich nicht nur für kurze Zeit, sondern dauerhaft wieder gut geht.

Malge1985
Malge1985
1 Jahr zuvor
Reply to  Timo1986

Danke. Ich hoffe auch, dass sich das schnell legt. 🙂

undeuxtrois
undeuxtrois
1 Jahr zuvor
Reply to  Malge1985

Du kriegst das hin! 🙂

Gaby
Gaby
1 Jahr zuvor
Reply to  Malge1985

Oh, ich hoffe, dass es Dir sehr bald wieder besser geht. Alles Gute für dich.🤗😘

Anmey
Anmey
1 Jahr zuvor

Im Nachhinein muss ich wirklich sagen, dass das trotz der Erfolgsbilanz ein komplett ungeeignetes Konzept für einen ESC-Vorentscheid gewesen ist. Einmal, weil eine Castingshow, bei der in 7/8 Shows nur Cover-Songs gesungen werden ohnehin schon den falschen Fokus legt; und einmal, weil die Original-Songs, die dann dazukamen, am Ende unpersönliche „Schubladenware“ waren. Raab hat da ein gutes Händchen bewiesen (oder Glück gehabt), und das kann man ihm auch zugestehen, aber auf die Dauer ist das einfach keine Lösung Erfolgsrezept. Ganz abgesehen davon, dass es dann 2012 auch ein Rohrkrepierer beim Publikum war (wobei Raab sich da auch selbst ins Knie geschossen hat, 2011 Lena intern zu nominierten, anstatt den Hype mitzunehmen).

Matty
Matty
1 Jahr zuvor

Sollte der ESC kompakt live nicht heute schon sein?

Teufelchen
Teufelchen
1 Jahr zuvor

Heute ist ein Jubiläum:

Vor 15 Jahren gewann Lena (Johanna Therese) Meyer-Landrut die ESC Castingshow „Unser Star für Oslo“. Seitdem kreist ihr Satellite. 😀

https://www.daily-lena.de/2025/03/12/fuenfzehn-jahre-usfo-triumph-mit-satellite/