
Zum 70. Jubiläum des Eurovision Song Contest startet die EBU eine außergewöhnliche Suche – und braucht dafür die Hilfe der Fans. Denn zwei der historisch wichtigsten Ausgaben des Wettbewerbs gelten bis heute als verschollen: die allererste Show von 1956 und der Contest von 1964. Könnten irgendwo auf der Welt doch noch Aufnahmen existieren? Wer Material besitzt oder Hinweise geben kann, soll sich direkt bei der EBU melden.
Der Eurovision Song Contest wird seit 1956 (mit Ausnahme von 2020) jährlich ausgetragen und ist längst das größte Live-Musik-Event der Welt. Doch ausgerechnet aus den Anfangsjahren fehlen entscheidende Kapitel: Weder vom Debüt in Lugano noch vom ESC 1964 in Kopenhagen existieren vollständige Aufzeichnungen in den Archiven der damaligen Ausrichter SRG SSR und DR. Der Grund liegt vor allem in den technischen Gegebenheiten der Zeit: die Aufnahmen waren teuer und wurden häufig überspielt.
So sind beide Jahrgänge bis heute nur in Fragmenten überliefert: mit Audioaufnahmen, einzelnen Videoausschnitten und Erinnerungen von Zeitzeug*innen. Genau hier setzt die aktuelle Initiative der EBU an. Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 70. Geburtstag des ESC wurde nun eine weltweite Suche gestartet, um möglicherweise doch noch verschollenes Material aufzuspüren.
Die Hoffnung ist durchaus berechtigt. Immer wieder tauchen historische Aufnahmen an unerwarteten Orten auf – etwa in privaten Sammlungen, Archiven von Fernsehsendern, auf alten Filmrollen oder sogar auf Dachböden. Gesucht wird dabei alles, was zur Rekonstruktion beitragen könnte: komplette Mitschnitte, einzelne Clips, Heimaufnahmen oder auch fotografisches Material.
Dass solche Funde möglich sind, zeigt ein Beispiel aus Finnland. Durch die Arbeit des Senders Yle konnte verschollenes Filmmaterial des Siegauftritts von Gigliola Cinquetti aus dem Jahr 1964 wiederentdeckt werden (Aufmacherbild). Dieser ist inzwischen Teil des offiziellen ESC-Archivs und auch auf dem Eurovision-YouTube-Kanal verfügbar.
ESC-Direktor Martin Green spricht von einer „globalen Schatzsuche“ und setzt dabei gezielt auf die Community: Der Eurovision Song Contest habe schon immer Menschen zusammengebracht – nun könnten Fans selbst dazu beitragen, ein Stück dieser Geschichte zu bewahren. Gemeinsam mit Mitgliedssendern, Archiven und Restaurations-Expert*innen will die EBU alle Hinweise prüfen, Funde sichern und – wenn möglich – restaurieren. Jeder noch so kleine Beitrag könnte helfen, die fehlenden Kapitel der ESC-Historie zu vervollständigen.
Wer glaubt, entsprechendes Material zu besitzen oder Hinweise geben zu können, kann sich mit möglichst vielen Details direkt an die EBU wenden (press@eurovision.com). Vielleicht taucht ja tatsächlich noch ein Stück ESC-Geschichte auf – 70 Jahre nach der ersten Ausgabe.
War Dir bewusst, dass es von den zwei benannten Jahrgängen keine (vollständigen) Aufnahmen gibt? Wie bewertest Du die Chancen, dass mit so einem Aufruf vielleicht doch noch Material gefunden werden kann? Lass es uns in den Kommentaren wissen.
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Viel Glück bei der Schatzsuche!
Ich glaube, die Suche bleibt erfolglos. Ich habe mir Mitte der 1990er alle ESCs auf VHS-Cassette zugelegt und auch DR angerufen, ob ich dort ein Exemplar von 1964 erwerben kann. Mir wurde gesagt, es sei vor langen Jahren ein Feuer im Archiv ausgebrochen, bei dem sämtliche Kopien vernichtet wurden.
Dänen lügen nicht ! (Michael Holm)
Viel Erfolg an die EBU.
Plot twist: die ebu war bereits erfolgreich Und will uns in wien in 2 Wochen damit überraschen😅
Hab ich auch schon gedacht. Aber nach dem Celine Dion-Fail von Basel hab ich dann doch wieder Zweifel…
Wenigstens gabs dafür aber den ABBA Auftritt in 2024… oh wait
Hieß es nicht lange Zeit, dass der DR die Aufnahmen unter Verschluss hält, weil es dem Sender bis heute noch unangenehm sei, dass es einem Aktivisten gelang die Bühne zu stürmen um „Boycott Franco and Salazar“ zu skandieren?
Und dieser Aktivist war splitternackt !
Um es mit Mattys Worten zu sagen: NEIN!
Du verwechselst da was:
„Ein weit verbreiteter Irrglaube, der sogar von der offiziellen Website des Eurovision Song Contest wiederholt wird, ist, dass der ausrichtende Sender DR (Danmarks Radio) seine Aufnahmen des Wettbewerbs von 1964 bei einem Brand verloren habe. Zwar übertrug DR die Show von 1957 bis 1966 live, zeichnete aber in diesen Jahren keine Sendungen auf.“
https://lostmediawiki.com/Eurovision_Song_Contest_1964_(partially_found_broadcast_footage;_1964)
Hab ich ja auch nicht behauptet. 🙄
Leider waren die Aktivisten in politischer Geographie ganz schlecht und haben versehentlich den belgischen Auftritt gestört …
Près de ma rivière mag ich übrigens sehr gerne. Eine wunderbar schlichte und elegische Ballade. 😍
Kann ja mal passieren 🤣
Wenn die EBU das Material nicht hat, wer soll es sonst haben?
sam1 hat bestimmt noch 2-3 Kopien bei sich rumfliegen.
Die sollen aber exklusiv in dieser Gabriela-Zarella-Show gezeigt werden
Hat die ARD nicht alle alten Sendungen archiviert?
Ich finde so was immer spannend. Mal sehen, ob es zu was führt.
Ich hab heute auch schon ein paar Recherchen hinter mir. Und ich wurde fündig. 🙂
Background Stories und Reportagen fand ich schon immer am Interessantesten.
OT: @Douze Points: kann man dir eigentlich Musikwünsche für die Böötchentour am Freitag in Wien zukommen lassen? 🥳🤪
Warum gibt es nicht schon längst ein ESC-Museum?
Sehr gute Frage.
In Island 🙃 scheint es laut Google eins zu geben.
https://en.wikipedia.org/wiki/The_Eurovision_Museum
Bleibt eigentlich nur die Frage des Standortes zu klären. Je nachdem, würde ich das vollkommen überraschend sogar besuchen.
Ich würde ja zuerst auf Schweden tippen.
Das ist ja schon mal ein guter Anfang:
https://www.qwien.at/esc/
ESC 1964
Kopenhagen
Die MfS-Auslandsabteilung hat doch sonst auch alles vom Klassenfeind mitgeschnitten. Einfach dort mal nen Antrag stellen. ^^
Wenn wir schon bei vergangenen ESCs sind ☺️:
Ann Sophie wird mit der englischsprachigen Produktion des Musicals Moulin Rouge auf Welttournee gehen. Dabei übernimmt sie alternierend die Rolle der Satine, die sie bereits in der Kölner Produktion verkörperte, bevor sie als Elsa zu Die Eiskönigin nach Stuttgart wechselte. Die Tour von Moulin Rouge wird zunächst in vier Städten in Großbritannien zu sehen sein und dann nach Singapur weiterziehen.
Ich glaube, die deutsche VE von 1958 ist auch verschollen. Irgendwann hatte ich mal wegen einer VE beim NDR angefragt, da sagte mir jemand, dass es möglich sei, dass so etwas im Zimmer/Stapel eines Redakteurs liegen könnte und da käme man nicht heran…
Ich habe neulich gelesen, dass es zum ersten ESC nicht mal einen gab. Es wurde bloß einer behauptet – und die angeblichen Teilnehmer wissen von nichts bzw. hatten am angeblichen VE-Abend nachweisbar andere Auftritte. So Anekdoten von vor ewig sollte man zwar immer mit Vorsicht genießen, find ich aber ganz witzig. Und ist ja auch immer noch so, dass wir uns teilweise fragen: Hm, was wurde sich denn DA wieder ausgedacht. 😀
Mandela-Effekt bei der Eurovision.
Und dabei gab es doch nur 1 Programm. Gibt es denn keinen 90-Jährigen, der sich an das TV-Programm vom 01.05.1956 erinnern kann…?
Oder vielleicht hat sich ein Redakteur die 12 Single in einer Jukebox angehört und sich dann für 2 entschieden. Ist ja auch irgendwie eine VE.
Die VE 1956 wurde in der Hörzu angekündigt.
http://retro-media-tv.de/tvp/view_tag.php?tag=1956-05-01
(mich würde interessieren, was zwischen 17.00 und 20.00 Uhr gesendet wurde. Testbild?)
Und als Belohnung gibt’s einen warmen Händedruck … 🙄
😜 LOL, das wird in Kombination mit der Kommentarspalte garantiert mein ESC-kompakt-Lieblingsartikel ever! ❕❗
🇨🇭🇩🇰 🐾 🇩🇪 🇳🇴 🇨🇦
Dänemark hat wie Österreich und das Vereinigte Königreich übrigens trotz Nichtteilnahme auch schon den allerersten ESC 1956 übertragen – wie die BBC und im Gegensatz zum ORF sogar mit eigenem Kommentator.