ESC-Barometer 2019 (1): Wackelkandidat Mahmood setzt sich an die Spitze

Ist er beim ESC dabei oder ist er nicht dabei? In jedem Fall setzt sich der Italiener Mahmood beim ersten ESC-Barometer der Saison direkt an die Spitze des Klassements – und zwar deutlich. Die D-Molls aus Montenegro brauchen hingegen gar nicht erst ihre Koffer packen – zumindest wenn es nach den ESC-kompakt-Lesern geht. Sie liegen quasi bei allen Indikatoren am Ende. Aber der Reihe nach.

Nach jeder Entscheidung oder Bekanntgabe eines nationalen Acts fragen wir die ESC-kompakt-Leser, wie ihnen der Beitrag gefällt. Sie haben dann drei Tage Zeit, ihre spontane Bewertung abzugeben. Danach wird die Umfrage geschlossen.

Die Ergebnisse der Umfrage sind im klassischen ESC-Barometer nach dem Durchschnittswert über alle fünf Kategorien hinweg sortiert. Hier kann sich aktuell Großbritannien hinter Italien und knapp vor Tschechien den Platz 2 sichern. Die Australierin steht auf dem vorletzten Rang.

Da die Zuschauer beim ESC nur für die Beiträge anrufen, die sie „ganz ausgezeichnet“ finden, schauen wir uns diese Reihenfolge separat an. Auch hier führt der Italiener. Die Plätze 2 und 3 haben jedoch Australien und Albanien übernommen.

Die Erfahrung zeigt auch, dass polarisierende Beiträge gute Durchsetzungschancen beim ESC haben. Deshalb führen wir beim Polarimeter die Höchst- und Niedrigstwertungen zusammen. Hier kann sich Australien an die Spitze setzen. Der Italiener hält dank vieler Höchstwertungen den zweiten Platz. Auf Rang 3 kommt Frankreich ins Spiel. Selbst Montenegro kann sich von seinem Abonnement auf den letzten Platz lösen und schafft immerhin Rang 5. Tschechien rutscht hingegen ans Ende.

Abschließend bringen wir mit unserer Innovation, dem ESC-kompakt-Index EKI, die verschiedenen Aspekte zusammen. Hier zählen sowohl die Performance an der Spitze, als auch im Polarisieren sowie ein möglichst geringer Couldn’t-Care-Less-Faktor (Anzahl der „so la la“-Stimmen). Italien liegt aktuell mit 1,4 Zählern nur einen Hauch unter dem bestmöglichen Wert von 1. Montenegro liegt hingegen ebenso knapp vom aktuell schlechtestmöglichen Wert 8 entfernt.

Der EKI (ESC-kompakt-Index) ist die durchschnittliche Platzierung eines Beitrags nach fünf Kriterien, die jeweils für sich gerankt werden: Einzelbetrachtung „ist ganz ausgezeichnet“, Top2-Betrachtung „ist ganz ausgezeichnet“ und „gefällt mir gut“ zusammen, Durchschnittsbewertung, Polarimeter-Index und umgedrehter Couldn’t-Care-Less-Index (Rangreihung von der niedrigsten „so la la“-Wertung (Platz 1) bis zur höchsten (letzter Platz).

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57 Kommentare

  1. Italien ist wie fast jedes Jahr sehr überbewertet. Die Ergebnisse 2011, 2015 und 2018 habe ich nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis genommen. Und auch dieses Mal könnte es mir wieder so gehen. Ich mag’s den Italienischen Beitrag heuer nicht wirklich.

      • Ich finde auch, Worte wie „overrated“ oder „belanglos“ sind eigentlich nicht greifbar. Ein Beitrag wird immer „Freunde“ und „Gegner“ finden, das ist ja das Schöne! (Ich sag nur MAID, da guckt mich jeder – außer @Frédéric – an wie ein Auto 😂😂)

      • Da stimme ich absolut zu. Jeder hat ja eine andere Meinung zu bestimmten Liedern. Aus diesem Grund kann ein Lied überhaupt nicht über- oder unterbewertet sein.

      • Na ja bei einigen ganz schlimmen Sachen kann man schon sagen, dass die überbewertet sind – meist liegt das dann aber daran, dass objektiv schlechte Lieder von Nachbarn und Diaspora gepusht werden. Allgemein gilt aber natürlich der hier oft zitierte Maßstab von „richtigen“ und „falschen“ Liedern ;-).

    • Richtig furchtbar finde ich den italienischen Beitrag zwar nicht. Nur bleiben sie unter ihren Möglichkeiten, meiner Meinung nach. Ausserdem wirkt der Sänger nicht gerade sehr sympathisch. Na ja, er wird bei der Masse schon ganz gut ankommen. Aber gut, besser als 2011 und 2015 ist er schon mal. 2018 fand ich eigentlich ganz gut.

  2. Ich bin mir sicher, sobald Hatari in Island gewinnt, haben wir nen neuen Favoriten für die „Polarisierend“-Sektion lol. Ich hoffe ja wirklich mit meinem ganzen Herzen, dass der Mahmood jetzt endlich die Teilnahme bestätigt, denn er ist ja voraussichtlich mein Esc-Gewinner. Ich wäre so traurig, wenn er nicht fährt. 🙁
    Naja, ich habe bis jetzt 3 mal „ganz ausgezeichnet“ gewertet, obwohl ich die Stimme für Australien mittlerweile eher in „gefällt mir gut“ ändern würde.

    ganz ausgezeichnet:

    1.Italien 10/10
    2.Albanien 9/10

    gefällt mir gut:

    3.Australien 8/10
    4.Spanien 7.5/10
    5.UK 6.5/10

    so la la:

    6.Tschechien 4.5/10

    gefällt mir weniger:

    7.Frankreich 3.5/10
    8.Montenegro 3/10

    Ich werte generell nie mit „ist ganz furchtbar“, auch letztes Jahr glaube ich nicht. Genauso wenig wie ich 0/10 Wertungen vergebe. Ich glaube generell bin ich etwas zu anspruchslos und großzügig, aber man will ja positiv bleiben. Im Moment sehen ja viele hier den Jahrgang als schwach an, aber da kommt noch richtig viel gutes Zeug. Das wird noch gut, Leute.

    • Ah, ich erinnere mich gerade, wie ich letztes Jahr UK, San Marino, Russland, Australien und Rumänien mit „furchtbar“ gewertet habe. Ups. Aber eigentlich mache ich das selten. 😛

  3. Schönes Zahlenspiel! Kleine Anmerkung: Australien hat nur 46 Zähler im Esc-Polarimeter, nicht 47 🙂
    Ich freue mich auf die neuen Analysen, wenn weitere Songs hinzugekommen sind.

  4. Ich mag die albanischen und italienischen Beiträge sehr gerne, und der tschechische Beitrag plätschert ganz angenehm nebenher. Der Rest ist in der Tonne. Würde ich Mülltrennung vornehmen, wären die australischen und britischen Lieder in der Tonne für besonders ekliges Zeugs.

  5. Wenn es dieses Jahr wieder einen Hype ala Francesco Gabbani gibt, werde ich nicht mehr darauf einsteigen. Das dürfte Mahmoods Siegchancen dann deutlich erhöhen.

  6. Thronsaal: –
    Speisesaal: Italien 8/10
    Burghof : –
    Häkelkreis: UK 5/10, Australiens durchgeknallte Katze auf XTC 5/10
    Feld: Spanien (Aufstieg wenn Töne getroffen) 4/10, Frankreich 4/10 (Aufstieg wenn Stimme stärker), CZ 4/10
    Verließ: Albanien 3/10
    Tonne: Crna Gora 2/10

  7. Übrigens habe ich mir gerade nochmal im Schnelldurchlauf alle 43 Lieder von 2018 angehört… Das war ja eigentlich ’n ziemlich grottiger Jahrgang letztes Jahr, wow! Ist mir jetzt erst aufgefallen.

    • Das war mir schon letztes Jahr vorm ESC beim Schnelldurchlauf klar. Ich mochte den ESC letztes Jahr allgemein gar nicht. Ohne den Portugiesen zu nahe zu treten. Aber ich fande auch das ganze drumherum ziemlich langweilig.

      • Ich fand’s ganz okay, aber irgendwas hat gefehlt… Hatte nur meine Favoriten Ungarn, Italien, Tschechien, Estland, Dänemark und Weißrussland im Kopf und habe wohl komplett ausgeblendet, wie schlecht oder mittelmäßig die meisten anderen Lieder waren. Da find ich den Jahrgang ja schon jetzt besser lol.

      • Ich halte es auch rückblickend noch für eine saudumme Idee so wenig Staging Möglichkeiten zu bieten. Und wie respektlos Herr Sobral über alles, was keine Schnarchballade ist, hergezogen ist, hat mich mit der gesamten Show dann auch nicht versöhnt.
        Die Moderation und Pausenacts waren zum Einschlafen. Bin froh, wenn man sich in Tel Aviv nicht zu fein fühlen wird, einfach mal Stimmung zu machen und einsieht, dass Trauer/Verliebtheit nicht die einzigen menschlichen Emotionen sind, die man über Musik ausdrücken kann.

    • Ich fand letztes Jahr nicht grottig, sondern einfach sehr durchschnittlich. Nachdem ‚Toy‘ sich ziemlich schnell abgenutzt hat, befinden sich nur noch „Non mi avete fatto niente“, „Viszlát nyár“ und „O jardim“ in meiner Playlist.

  8. Ich gehe immer noch davon aus, dass hier bei der Bewertung des Italieners auch andere Motive eine Rolle spielten. Wenn ich mir überlegen, wie sonst der Sprechgesang verrissen wird, dann ist es schon seltsam, dass plötzlich fast alle ihn ganz arg tolle finden.

    • Wenn der Italiener hässlicher, ärmer oder dicker wäre, würden viele das Lied nicht auf 1 haben. So ist unsere heutige Gesellschaft leider.

      • Du hast natürlich Ahnung. Warum kann man Lieder nicht einfach mögen? Das Aussehen oder sonstiges ist zumindest mir wirklich egal, ich find das Lied einfach super. Außerdem ist es doch klar, dass bei so einer bescheidenen Konkurrenz viele Italien auf der 1 haben…

  9. Also auf Anhieb mochte ich ja das italienische Lied so gar nicht. Nichts desto trotz wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass der ESC mal wieder in Italien stattfindet.
    Und so langsam höre ich mir „Soldi“ auch schon schön.😎

  10. Also zwei Sachen sind schon mal sicher – es wird nicht so kommen wie es sich unter den ESC-kompakt-Lesern jetzt so darstellt. Italien wird mit zuvielen Vorschuss-Lorbeeren bedacht und am Ende bestenfalls im TopTen-Bereich landen (was insbesondere der RAI sicher auch ganz recht sein dürfte) – und Montenegro wird als EX-Jugo-Land ganz sicher nicht letzter, nicht im Semi und auch nicht im Finale (von welchem ich mal ausgehe). Beide Acts müssen allerdings dringend an der Performance arbeiten – da ist noch gewaltig Luft nach oben.

  11. Für mich war 2018 einer der besten Jahrgänge in diesem Jahrzehnt…. Nur mit dem Sieger kann ich wenig anfangen -. in der Tat, hat sich schnell abgenutzt, „Spielzeug“ eben. Kann Eure negativen Kommentare nicht so ganz verstehen.

    • Jaja, ich habe hier letztes Jahr ja auch immer gepredigt, es sei ein sehr guter Jahrgang. Nur rückblickend war es dann doch nicht so toll… Mein absoluter Favorit ist noch immer 2015.

      • Da stimm ich dir zu. Ich schau öfter die Playlist von 2015 auf Youtube, das war echt ein verdammt guter Jahrgang!

    • 2018 fand ich auch echt stark, sind nur sehr viele gute Beiträge in den Semi-Finalen stecken geblieben, das erste Halbfinale war ein Massaker!
      Hätte mir nur gewünscht, dass Zypern gewonnen hätte. Kann „Fuego“ bis heute noch hören und bleibe von Elenis Performance begeistert, die Frau vergisst so schnell keiner!

  12. Es ist doch immer so, daß von einem „schwachen Jahrgang“ gesprochen wird, wenn nur eine Handvoll Wettbewerbsbeiträge feststehen. Je mehr es werden, desto mehr relativiert es sich dann zu einem „guten Jahrgang“.

  13. Also, dieses „starker oder schwacher Jahrgang“ kommt vermutlich daher, dass man mittlerweile schon so viele Beiträge gesehen hat, dass es schwer wird, das Rad neu zu erfinden. Ich fand 2018 ganz gut. Der Riesen-Nachteil der Bubble ist, dass immer verglichen wird. Kate mit Elina, Margaret mit Eleni (yap, liest man echt viel auf YT) etc. Nichts scheint mehr originell zu sein. Und das angeblich so tolerante „Fandom“ kreischt am lautesten, wenn einem der Song mal nicht passt 😂

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