Live-Blog Frankreich: Finale „Eurovision France, c’est vous qui décidez 2022“

Heute Abend findet der mit Spannung erwartete französische Vorentscheid „Eurovision France, c’est vous qui décidez“ statt. 12 Acts stellen sich in Paris dem Wettbewerb und wollen Frankreich beim Eurovision Song Contest 2022 am 14. Mai in Turin vertreten. Der Siegeract tritt damit in die Fußstapfen von Barbara Pravi, die mit „Voilà“ einen tollen zweiten Platz erzielte.

Diese 12 Acts stehen im Finale von „Eurovision France, c’est vous qui décidez“:

Der französische ESC-Act wird in einem dreistufigen Verfahren ermittelt. Zunächst performen alle 12 Acts ihren potenziellen ESC-Beitrag. Die fünf Beiträge, die die meisten Stimmen des Publikums erhalten, ziehen in die nächste Runde ein. Die professionelle Jury darf an einen weiteren Act das „euro-ticket“ vergeben und damit einen sechsten Beitrag in die finale Runde, „le vote ultime“ schicken. Dort wird neu abgestimmt. Die Punkte der Jury und die Anrufe des Publikums entscheiden dann zu jeweils 50% darüber, wer Frankreich beim ESC 2022 in Turin vertreten wird.

Auch die Mitglieder der professionellen Jury, die wie im Vorjahr über den französischen Beitrag mitentscheiden, wurden schon im Vorfeld bekanntgegeben: Präsidentin der Jury in diesem Jahr ist die Sängerin Jenifer, daneben sind der ESC-Teilnehmer der Schweiz 2021 und 2020 Gjon’s Tears, die Sängerin Yseult, André Manoukian, Nicoletta, Agustín Galiana, Joyce Janathan, Cyril Féraud, Elodie Gossuin (langjährige Punkteverleserin beim ESC und eine der Moderatorinnen des Junior ESC 2021 in Paris) und Sundy Jules dabei.

In unserem Artikel zur Bekanntgabe der 12 Acts am 16. Februar haben wir Euch bereits nach Euren Favoriten der Vorentscheidung gefragt. Dies ist das Ergebnis:

Eurovision France, c'est vous qui décidez: Welche bis zu drei Beiträge sind Eure Favoriten?

  • SOA – "Seule" (34%, 226 Votes)
  • Alvan & Ahez – "Fulenn" (23%, 150 Votes)
  • Saam – "Il est où?" (10%, 68 Votes)
  • Pauline Chagne – "Nuit Pauline" (9%, 61 Votes)
  • Elia – "Téléphone" (5%, 33 Votes)
  • Joan – "Madame" (5%, 32 Votes)
  • Marius – "Les chansons d’amour" (4%, 24 Votes)
  • Julia – "Chut" (3%, 20 Votes)
  • Cyprien Zeni – "Ma famille" (3%, 19 Votes)
  • Elliott – "La tempête" (2%, 13 Votes)
  • Hélène in Paris – "Paris mon amour" (2%, 10 Votes)
  • Joanna – "Navigateur" (1%, 8 Votes)

Total Voters: 419

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Eure zwei großen Favoriten sind demnach SOA mit „Seule“ und Alvan & Ahez mit „Fulenn“.

Die Show findet am heutigen Samstag, den 5. März um 21:10 Uhr auf France 2 statt. Stéphane Bern und Laurence Boccolini werden wie schon im Vorjahr den Abend moderieren. Parallel zur Show bieten wir an dieser Stelle einen Live-Blog an und ihr seid herzlich eingeladen, zu kommentieren und zu diskutiere. „Eurovision France, c’est vous qui décidez“ wird im Livestream bei TV5 Monde und zudem im Livestream bei France 2 übertragen.

Bis zum Beginn der Show könnt Ihr einen Blick in unsere Playlist für die französische Vorentscheidung mit den 12 Titeln werfen.

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Bonsoir und damit Willkommen zum Live-Blog der französischen Vorentscheidung! Es geht erst in 40 Minuten los, genauer gesagt um 21:05 Uhr, also habt ihr noch nichts verpasst. Doch gibt es gerade noch ein YouTube-Video, welches einige Aufnahmen hinter den Kulissen der Show zeigt, die in den vergangenen Tagen entstanden sind. Das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten!

Vorweg: Auch heute seid ihr wieder herzlich zum kommentieren und diskutieren eingeladen – im letzten Jahr hat der Live-Blog zum französischen Vorentscheid 787 Kommentare (!) erreicht, das können wir doch noch steigern, oder? 😉 Ich werde die 12 Auftritte der Acts wie immer von 0 bis 10 Punkten bewerten, dazu lade ich auch euch gerne ein.

Der Beginn der Show scheint sich auf 21:11 Uhr verschoben zu haben, noch habt ihr also ein paar Minuten, um eure Getränke und Snack am Start zu haben. Habt ihr einen Favoriten? Ich lese schon viel Zustimmung zu SOA, aber auch Alvan & Ahez und Saam. Es wird auf jeden Fall ein spannender Abend und ich bin besonders auf die Inszenierungen und Performance gespannt.

Los gehts! Schon die Rückblende auf Barbara Pravis Triumph und Platz 2 in Rotterdam erzeugt Gänsehaut. Das sind wirklich große Fußstapfen, die heute Abend gefüllt werden sollen. „Die Geschichte geht weiter“ – schon der Einspieler zeigt, dass die Franzosen sich nicht verstecken (wollen). Auch dieser Abend steht im Zeichen der Ukraine. Gespielt wird der Song „Pray For Ukraine“ von Zlata Ognevich, dazu laufen die 12 Acts auf die Bühne.

Das Studio-Setting ist nahezu unverändert zum Vorjahr. Vor der Bühne sitzt die Jury, dahinter das Publikum. Auch bei der Flaggenparade ist die Ukraine-Flagge klar zu sehen, die Acts haben sowohl eine Flagge Frankreichs als auch der Ukraine.

Jetzt kommt Barbara Pravi mit den Moderatoren Stéphane Bern und Laurence Boccolini auf die Bühne. Trotz der bedrückenden Situation ist die Stimmung im Studio toll. Doch einige Worte an die Ukraine: Die Herzen aller sind mit der Ukraine, die Gedanken bei den Familien und die Hoffnung auf den Frieden.

Barbara weiß noch, wie nervös sie im letzten Jahr auf der Vorentscheidungsbühne war. Jetzt ist sie in ihrer Heimat ein Star und darf den Abend ganz offiziell eröffnen. Und die Moderatoren liegen richtig: Heute Abend wird eine große musikalische Vielfalt geboten, die so nur wenige Vorentscheide auf die Bühne bringen.

Auch die professionelle Jury wird begrüßt. Jury-Präsidentin in diesem Jahr ist die Pop-Sängerin Jenifer. Sie hat bereits zahlreiche Hits gelandet, unter anderem „Les choses simples“ (Die einfachen Dinge) mit über 20 Millionen Streams auf Spotify. Heute ist die 39-jährige Jenifer, die 2002 die Star Academy gewann, Präsidentin der Jury. Sie erwartet einen außergewöhnlichen Act, wie Barbara Pravi im letzten Jahr. Sie honoriert das Zusammenkommen der Länder und Songs beim Eurovision Song Contest, was aktuell wichtiger denn je sei. Man habe reichlich Talent auf der Bühne und es wird schwer, aus dieser Auswahl einen Act zu wählen, sagt sie.

Die weiteren 9 Jury-Mitglieder werden ebenfalls vorgestellt, ihr findet sie oben im Bild eingeblendet. Dabei ist unter anderem Gjon’s Tears, der 2021 (und 2020) für die Schweiz beim ESC teilnahm.

Die Bühne ist frei und bereit für die 12 Acts. Die beiden Moderatoren stellen noch einmal kurz das Abstimmungsverfahren vor.

Den Auftakt machen SOA.

1. SOA – „Seule“

„Seule“ ist eine Einladung, dass man nicht alleine ist, und gemeinsam mit der Familie SOA durch schwere Zeiten kommt. Das Bühnenbild ist dunkel gehalten, sie tragen relativ schlichte, dunkle Outfits. Im Hintergrund ist viel Rauch zu sehen. Zum Refrain kommen vier Tänzerinnen und Tänzer dazu, der Kameraschnitt ist hier sehr gut gemacht. Der Auftritt kommt sehr dynamisch rüber. Stimmlich sitzt alles. Auch die direkte Interaktion mit den Kamera können die beiden schon sehr gut. Besonders die intimeren Szenen, wo die beiden sich gegenüber stehen und ansingen, kommen gut an. An den hohen Tönen im letzten Refrain kann man noch etwas feilen, aber das wird bestimmt. SOA sind für mich ein ganz heißer Kandidat für Turin.

9 von 10 Punkten

Auch die Werbepartner der Show werden kurz begrüßt. SOA sind zum Interview nach ihrem Auftritt bei Stéphane und Laurence. Die ersten Kommentare von Jenifer: Ein Song, der im Kopf bleibt. Die Stimmen haben ihr gut gefallen, sie formen ein schönes Duo. Sie ist schwer angetan von dem Auftritt. Gjon’s Tears lobt die Energie und das Konzept der Brüderlichkeit, das berührt. Das Arrangement ist sehr modern und nimmt einen mit.

Die Jurys dürfen auch in diesem Jahr wieder nach jedem Auftritt entscheiden, ob sie dem Act ein Herz geben möchten – ein erster Hinweis auf die Popularität bei der Jury. Für SOA gibt es sehr gute 8 von 10 Herzen. Das ist übrigens nur ein Herz weniger, als Barbara Pravi im letzten Jahr bekommen hat, aber der Abend ist ja noch lang…

2. Joan – „Madame“

Joan liefert eine sehr artistische Performance, die Kronleuchter sind mal eine Ansage. Ich kann mir ihren Auftritt in einem Musical oder auf der Theaterbühne super vorstellen. Für den ESC ist das aber glaube ich nicht die richtige Nummer, zumal Joan für mich nicht die Persönlichkeit ausstrahlt, die Barbara Pravi oder auch 2009 in Moskau Patricia Kaas hatten. Das Bühnenbild gefällt mir aber insgesamt und der Mikro-Verschnitt à la Cornelia Jakobs passt hier ebenfalls. Unterschätzen sollte man Joan aber nicht, sie wirkt sehr sicher und voll in ihrem Element, das wirkt schon authentisch.

6 von 10 Punkten

André Manoukian liebt „Madame“. Die französischen Rhythmen finden sich in ihrem Lied total wieder, sagt er. Es ist kein schlechter englischer Wein, sondern ein kosmisches Cabaret, eine wirkliche musikalische Kreation. Sundy ist Fan ihres Universums und glaubt, dass sie alle Chancen hat, Frankreich in Turin zu vertreten. Gutes Feedback also und dafür gibt es gute 7 Herzen.

3. Saam – „Il est où“

Wow, sie hauen direkt die Favoriten raus. Frankreich will es wissen. Er will Emotionen ohne Filter erzählen, wie auch mit „Il est où“. Neben Saam sind auf der Bühne fünf Tänzerinnen und Tänzer, die alle aufgeblasene Herzen in den Händen halten. Im Refrain wird ein Rondell auf die Bühne projiziert. Schon während des Auftritts merkt man, dass Saam unheimlich stolz ist, seinen Song vortragen zu dürfen. Doch er macht das trotzdem unaufgeregt und sehr sicher. Zum Schluss, wo der Song nochmal dynamischer wird, nimmt er die Kamera mit, auch seine Tänzerinnen und Tänzer bewegen sich mehr auf der Bühne – und er wirft sogar Herzen zur Kamera. Und vielleicht würde zu ihm als Zahnarzt auch der ein oder andere Blogger kommen…

7 von 10 Punkten 

Joyce lobt die starke Nummer, die man sofort mitsingen kann – das Publikum stimmt direkt an. Der Rhythmus erinnert sie im positiven Sinne an Claudio Capéo. Agustín liebt die Simplizität und seine gute Stimme. Er hebt die Botschaft des Refrains hervor, die wir gerade alle gebrauchen können. Von der Jury kriegt Saam dafür 6 Herzen.

Wer übrigens den Anfang (und vielleicht damit SOA verpasst hat, hier gibt es schon ihren Auftritt zum Anschauen auf YouTube.)

4. Elia – „Téléphone“

Bei Elia fällt es mir besonders auf: Man muss an dieser Stelle die Produktion der Show loben, das wirkt wirklich sehr professionell. Elia hat ein neonblau-dunkles Setting, was mystisch und gleichzeitig modern wirkt. Mit ihren Tänzern liefert sie eine einstudierte Choreographie, die sich vor allem im Refrain gut an die Melodie anpasst. Als Studioversion ist mir der Song tatsächlich nicht so sehr aufgefallen, doch der Auftritt hebt „Téléphone“ stärker hervor. Auch ihre Performance wird innerhalb der drei Minuten nicht langweilig und im Gegensatz zu anderen Vorentscheidungsauftritten wirkt hier auch der Klatsch-Moment nicht so deplatziert.

6 von 10 Punkten

Elodie lobt Elia, die eine wahre Künstlerin ist, die sie mit ihrer Musik im Radio regelmäßig aufweckt. Jenifer findet, dass sie noch ein wenig selbstbewusster rüberkommen könnte. Sie wirkt sicher und könnte das noch stärker ausstrahlen, sie ist aber Fan ihres Songs und des Auftritts. Auch Nicoletta ist Fan und wünscht ihr viel Erfolg. Dafür gibt es 8 Herzen, damit zieht sie mit SOA gleich.

5. Marius – „Les chansons d’amour“

Marius sitzt auf einem Stuhl allein mitten auf der Bühne. Er wird aus der Ferne von einem Licht angestrahlt. Neben ihm liegt ein Blumenstrauß. Die reduzierten Lichteffekte wirken bei seiner Ballade besonders gut. Zur zweiten Strophe geht er nach vorne zum Mikrofonständer und arbeitet vor allem mit seiner Gestik. Im zweiten Refrain ist auf einmal der Bühnenboden in einem bunten Blumenbild gefüllt. Hier wird also auf reduzierte, aber bewusste Effekte gesetzt. Gesanglich ist das eine mehr als solide Leistung, ich kann jedoch keine richtige Assoziation mit dem Song herstellen.

5 von 10 Punkten 

Yseult (die übrigens einige sehr starke Songs hat) lobt Marius und ermutigt ihn, sein Leben auf der Bühne zu erzählen und dies noch stärker zu verkörpern. Sein Song ist für sie sehr stark. André Manoukian lobt Marius Auftritt, der definitiv Emotionen bei ihm ausgelöst hat. Auch für Marius gibt es 8 Herzen, damit haben jetzt schon drei Acts diese Wertung bekommen. Das könnte spannend werden, wen die Jury dann letztlich vorne sieht.

6. Hélène in Paris – „Paris mon amour“

Jetzt wird es ganz typisch französisch. Und auf der Bühne passiert viel: Hélène in ihrem bunten Outfit, dazu eine Band aus Pianist, Cello-Spieler, Schlagzeug, Trompete und Saxophon. Im Refrain gibt es Pyro-Einsatz und ausgefallene Bewegungen von Hélène. Auch ihre Nummer könnte ich mir in einem französischen Musical vorstellen, doch für den ESC wirkt das entweder aus der Zeit gefallen oder einfach nicht wettbewerbsfähig. Trotzdem ist es schön, eine solche Note im Vorentscheid zu haben, ihre Chancen schätze ich jedoch eher als wenig aussichtsreich ein. Ihre Liebe zu Paris teile ich aber vollkommen!

4 von 10 Punkten

Sie ist sehr stolz auf ihren Auftritt und auch Cyril ist begeistert von ihrer Persönlichkeit. Jeder könne ihre Botschaft über die Liebe zu Paris fühlen und verstehen und ihr Auftritt sei einzigartig und originell. Agustín liebt, dass sie sich als freie Frau mit ihrem Akzent und allem drum herum präsentiert. Sie sei der Beweis, dass man, egal in welchem Alter, eine Passion haben und diese auf der Bühne zeigen können. Von der Jury gibt es 6 Herzen für Hélène.

7. Joanna – „Navigateur“

Der Auftritt von Joanna muss erst etwas in Fahrt kommen, spätestens im Refrain aber liefert sie eine einstudierte Choreographie mit den beiden Tänzerinnen ab. Joanna interagiert auch gut mit ihnen jedoch glaube ich nicht, dass der Auftritt im Schnelldurchlauf mit den elf anderen Acts hervorstechen wird. Abgesehen vom Tanz der beiden Tänzerinnen passiert in den drei Minuten nicht wirklich viel und auch gesanglich bleibt Joanna innerhalb eines Rahmens, der dann doch nach anderthalb Minuten auserzählt ist.

3 von 10 Punkten 

Sundy Jules findet ihre Performance einzigartig und findet sie sehr ESC-tauglich. Yseult erinnert der Auftritt an Mylène Farmer und gibt ihr den Ratschlag, mutiger zu sein, sie könne noch weiter hinaus, aber hat schon ein starkes Paket vorgetragen. Jenifer ist bei Yseult, Joanna brauche für ihren Song noch mehr Selbstbewusstsein, um mehr Stärke auszustrahlen. Von der Jury dafür 7 Herzen.

8. Alvan & Ahez – „Fulenn“

Schon bei der Ansage von Alvan und Ahez gibt es viel Applaus. Allein das Setting ist schon ziemlich gut gemacht. Das Feuer am Rand, die Kamerafahrten dazu schaffen eine spannende Atmosphäre, ehe der Refrain einsetzt. Passend zum Elektrobeat wirkt das sehr abwechslungs- und temporeich. In den drei Minuten passiert ziemlich viel auf der Bühne, das passt aber alles irgendwie in die Nummer, die extrem anders ist als alles, was Frankreich bisher beim ESC gezeigt hat – bravo!

8 von 10 Punkten

Das Studio flippt aus. Cyril findet es genial, dass sie ihre Regionalität aus der Bretagne in einen modernen Song verpacken. Die keltische Kultur würde sie auch mit Großbritannien, Irland und Spanien verbinden, was für den ESC nur von Vorteil sein könnte. Jenifer findet, dass sie viel Charisma mitbringen und auch, wenn man Bretonisch nicht verstehe, dem Song etwas abgewinnen könne. Für Alvan und Ahez gibt es 9 Herzen der Jury, eine neue Höchstwertung. So viel hatte letztes Jahr auch Barbara Pravi bekommen – ein erster Indikator auf einen möglichen Sieg heute Abend?

9. Julia – „Chut“

Für „Ani Kuni“ im Einspieler schon mal 12 Punkte, toller Song. Ihr Auftritt hat ein wenig was von Let’s Dance – gut choreographiert ist es, aber Julia wirkt dabei nicht wirklich wie der Mittelpunkt auf der Bühne. Wenn sie im letzten Refrain zum wiederholten mal „Chut, j’suis pas un baby doll“ singt, wirkt das schon etwas wiederholend, da hätte ein wenig mehr Abwechslung vielleicht nicht geschadet.

3 von 10 Punkten 

Elodie findet den Charme von „Chut“ besonders toll und lobt insgesamt die verschiedenen Interpretationen an diesem Abend und dankt Julia für die Botschaft, die sie damit an alle Frauen sendet. Joyce ist berührt von ihrem Song und dem starken Auftritt. Für Julia gibt es 5 Herzen.

10. Cyprien Zeni – „Ma famille“

Cyprien löst direkt Sommerstimmung und ganz viel positive Energie aus, die wir gerade sehr gut gebrauchen können. Im Refrain kreiert der Gesang mit den Hintergrundstimmen eine hymnenartige Atmosphäre, dazu passen auch die hellen Farben im Bühnenbild. Wie wir aus dem Vorjahr wissen, können Songs dieser Art gerade im Televoting viele Stimmen bekommen, vielleicht schafft Cyprien das heute auch, das Studiopublikum hat er jedenfalls mitgerissen.

6 von 10 Punkten

Nicoletta erinnert, dass beim ESC in erster Linie der Song zählt. Sein Song ist sehr rhythmisch, aber ihr würde ein wenig die Melodie fehlen – Yseult widerspricht und das Studio stimmt den Refrain an. Cyril hebt nochmal die Freude hervor, die Cyprien mit seiner Performance ausgestrahlt hat. Für Cyprien gibt es von der Jury 7 Herzen.

11. Pauline Chagne – „Nuit Pauline“

Pauline wurde mal richtig gut gestylt und für den Auftritt in Szene gesetzt. Mir hat die Studioversion schon gefallen, der Auftritt passt für mich auch sehr gut dazu. Es wirkt zwar irgendwie recht vertraut (was ja aber nichts schlechtes heißen muss), doch mit ihrer Harfe setzt Pauline einen eigenen Akzent. Eine sicherlich anspruchsvolle Nummer, die nicht jedem gefallen wird (und auch deshalb vermutlich nicht gewinnt), aber als Künstlerin gefällt sie mir gut.

7 von 10 Punkten

André Manoukian findet in ihrem Song Ohrwurmcharakter, sie sei eine ägyptische Prinzessin 2.0, das gefällt ihm. Gjon’s Tears mag „Nuit Pauline“ sehr und hebt die visuelle Performance für den ESC hervor, die Pauline sehr gut rübergebracht habe. Der Auftritt sei stark und bleibt ihm im Kopf. Für Pauline gibt es von der Jury satte 9 Herzen, ein starkes Votum für Pauline Chagne.

12. Elliott – „La tempête“

Ein stimmlich solider Auftritt von Elliott, mir gefällt vor allem die Kameraeinstellung, wo auf der LED-Bühne die animierte runde Pianoklaviatur zu sehen war. Die Komposition sei laut Elliott speziell für den ESC entstanden, für mich wirkt das als Gesamtpaket aber etwas schwächer als einige der Auftritte, die wir am heutigen Abend schon gesehen haben. Das brennende Klavier zum Ende des Songs ist mittlerweile auch etwas ESC-klischeebehaftet.

5 von 10 Punkten

Gjon’s Tears lobt Elliott für seinen Auftritt, der Song funktioniere und er berühre mit seiner Stimme, bis Turin könnte er noch etwas an der Ausstrahlung arbeiten. Agustín ist ebenfalls großer Fan von seiner Stimme. Dafür gibt es 6 Herzen von der Jury.

Damit sind nun alle 12 Acts aufgetreten. Die Abstimmungsleitungen werden geöffnet und es läuft der erste Schnelldurchlauf. Bisher ist das ein sehr gut gemachter Vorentscheid, ich fühle mich sehr gut unterhalten und es gibt kaum Füllmomente. Wenn ich sechs Acts für die zweite Runde auswählen müsste, wären das: SOA, Saam, Elia, Alvan & Ahez, Cyprien Zeni und Pauline Chagne. Mal sehen, was das Publikum daraus macht und wen die Jury dann noch in die finale Abstimmungsrunde wählt. Auf jeden Fall wird es spannend.

Ein besonderer Moment: Jamala spricht zum französischen Publikum. Sie hofft, dass die Ukraine gehört wird, der Krieg gestoppt wird und dankt für jede Unterstützung. Alle 12 Acts stehen auf der Bühne und singen „Imagine“ von John Lennon. Die Künstler haben kurze Soloparts, harmonieren aber auch im Refrain sehr schön zusammen. Eine starke Botschaft, die Frankreich damit sendet.

Ganz ehrlich, Frankreich hätte es echt verdient, den ESC auszutragen. Die Show wird immer besser. Aber genug der warmen Worte, es wird wieder ernst: Die erste Entscheidung fällt. Fünf Acts kommen aus dem Publikumsvoting in das „vote ultime“ weiter. Die Jury darf dann noch einen weiteren Act in die zweite Abstimmungsrunde wählen.

Der erste Act, der in das „vote ultime“ einzieht ist… Marius! Er soll beantworten, was die Zuschauer von ihm überzeugen kann. Er habe ein sehr emotionalen Song, den er gerne mit Europa teilen möchte.

Weiter ist außerdem… Alvan & Ahez! Wie können sie sich von der Konkurrenz absetzen? Der Song kommt aus ihrem Herzen, aus der Bretagne, sie wollen Frankreich mit seiner musikalischen Qualität repräsentieren.

Auch weiter ist… Elliot! Das Publikum will wissen, was das perfekte Rezept für den ESC ist. Er spricht von viel Liebe und Emotion, die in einen Song gehöre (und ist sichtlich vom Weiterkommen berührt).

Als vierter Act weiter ist… Pauline Chagne! Das Publikum möchte wissen, wie sie die Zuschauer in Europa berühren möchte. „Nuit Pauline“ sei eine Party, das gleichzeitig alte und neue Sounds kombiniere, die sie mit Europa teilen möchte.

Nur noch ein Act kommt aus dem Publikumsvoting weiter… es ist…. Trommelwirbel…. SOA! Sie haben es also weitergeschafft. Das Publikum möchte wissen, wie sie als Duo beim ESC reüssieren möchten. Dass sie nicht alleine sind, sondern als Duo bestehen, sei ihre große Stärke.

Die Jury darf jetzt noch einen Act weiterwählen, keine leichte Entscheidung. Die Jury hat abgestimmt, oder nein.. Agustín nimmt sich noch etwas Zeit, aber auch er hat jetzt einen Act gewählt. Das Euro-ticket geht an… Cyprien Zeni! Gratulation. Für ihn ist die Botschaft für den ESC besonders wichtig, eine universelle Botschaft, die über Kulturen und Grenzen hinausgehe. Die Institution der Familie, zusammenzukommen und zu feiern, seie doch etwas, womit er beim ESC genau richtig wäre.

Die sechs anderen Acts, die es nicht weitergeschafft haben, werden bei großem Applaus verabschiedet.

Jetzt wird alles wieder auf null gesetzt. Die Jury und das Publikum bestimmen jeweils zur Hälfte, wer für Frankreich nach Turin fährt. Die Abstimmungsleitungen werden dafür wieder geöffnet und es gibt einen neuen Schnelldurchlauf.

Nun wird Barbara Pravi wieder auf die Bühne geholt, und natürlich darf sie ihren ESC-Song „Voilà“ performen und das unter tosendem Jubel. Man sieht einfach, was dort mittlerweile für eine gestandene Künstlerin steht. Ein großes Geschenk, was Frankreich dort dem ESC im letzten Jahr gebracht hat. In diesem Jahr geht sie auf Europatournee, ihr Album „On n’enferme pas les oiseaux“ wurde von Kritikern ausgezeichnet. Jetzt gibt es nochmal einen Schnelldurchlauf.

Es bleibt wirklich spannend heute… ich tippe auf ein enges Rennen zwischen SOA und Alvan & Ahez, aber auch Cyprien Zeni könnte gut abschneiden. Elliot und Marius sehe ich eher mit Außenseiterchancen, Pauline Change könnte auch noch weiter vorne landen.

Mit TikTok haben die 12 Acts der Vorentscheidung ein ESC-Medley aufgenommen, wo natürlich auch viele französische ESC-Songs auftauchen.

Das Voting ist geschlossen, es kann nicht mehr abgestimmt werden. In wenigen Minuten werden wir die Stimmen der Jury und des Publikums erfahren.

Zunächst erfahren wir die Jurystimmen. Jedes Jurymitglied vergibt 2, 4, 6, 8, 10 und 12 Punkte an die sechs verbliebenen Acts, die nun auf die Bühne gebeten werden.

Es beginnt Cyril Féraud. 2 Punkte an Elliott, 4 Punkte an Marius, 6 Punkte an SOA, 8 Punkte an Pauline Chagne, 12 Punkte an Alvan & Ahez! 10 Punkte an Cyprien Zeni.

Als Nächstes Joyce Jonathan. 2 Punkte an Elliott, 4 Punkte an Cyprien Zeni, 6 Punkte an Pauline Chagne, 8 Punkte an Alvan & Ahez, 12 Punkte an Marius! Damit 10 Punkte für SOA.

Jetzt die Punkte von Gjon’s Tears: 2 Punkte für SOA, 4 Punkte an Cyprien Zeni, 6 Punkte an Alvan & Ahez, 8 Punkte an Marius, 12 Punkte an Pauline Chagne und 10 für Elliott! Das war ein… interessantes Voting.

Nun André Manoukian: Er gibt 2 Punkte an Elliott, 4 Punkte an SOA, 6 Punkte an Cyprien Zeni, 8 Punkte an Pauline Chagne, 12 Punkte an Alvan & Ahez! 10 Punkte für Marius.

Von Sundy Jules 2 Punkte an Elliott, 4 Punkte an Cyprien Zeni, 6 Punkte an Alvan & Ahez, 8 Punkte an SOA, 12 Punkte an Marius! 10 Punkte an Pauline Chagne.

Nicoletta darf nun voten: 2 Punkte an SOA, 4 Punkte an Elliott, 6 Punkte an Pauline Chagne, 8 Punkte Marius, 12 Punkte an Alvan & Ahez! 10 Punkte an Cyprien Zeni.

Elodie Gossuin vergibt ihre Punkte: 2 Punkte an Elliott, 4 Punkte an Marius, 6 Punkte an SOA, 8 Punkte an Pauline Chagne, 12 Punkte an Alvan & Ahez! 10 Punkte an Cyprien Zeni.

Nun Yseult: 2 Punkte an Elliott, 4 Punkte an Marius, 6 Punkte an SOA, 8 Punkte an Pauline Chagne, 12 Punkte an Cyprien Zeni! 10 Punkte an Alvan & Ahez.

Jetzt darf Agustín Galiana ran: 2 Punkte an Elliott, 4 Punkte an Pauline Chagne, 6 Punkte an Cyprien Zeni, 8 Punkte Marius, 12 Punkte an Alvan & Ahez! 10 Punkte an SOA.

Die letzten Jurystimmen kommen von der Präsidentin Jenifer. Sie vergibt 2 Punkte an Pauline Chagne, 4 Punkte an Elliott, 6 Punkte an SOA, 8 Punkte an Cyprien Zeni, 12 Punkte an Alvan & Ahez! 10 Punkte an Marius.

Alvan & Ahez gewinnen das Juryvoting mit 102 Punkten. Soweit das Voting der Jury.

Platz 6: Elliott 32 Punkte

Platz 5: SOA 60 Punkte

Platz 4: Pauline Chagne 72 Punkte

Platz 3: Cyprien Zeni 74 Punkte

Platz 2: Marius 80 Punkte

Platz 1: Alvan & Ahez 102 Punkte

Nun kommen die Stimmen des Publikums hinzu – es kann sich also noch viel verändern.

Platz 6 der Publikumsstimmen mit 20 Punkten… Cyprien Zeni! 94 Punkte insgesamt für ihn.

Platz 5 im Publikumsvoting mit 40 Punkten… Marius! Das macht 120 Punkte insgesamt.

Platz 4 im Publikumsvoting mit 60 Punkten… Elliott! Für ihn damit 92 Punkte.

Platz 3 im Publikumsvoting mit 80 Punkten… SOA! Das sind insgesamt 140 Punkte und für den Moment Platz 1.

Pauline Chagne oder Alvan & Ahez werden damit also gewinnen… wer macht es?

Für Frankreich nach Turin geht es für… Alvan & Ahez mit „Fulenn“! Herzlichen Glückwunsch! Sie lagen sowohl im Voting der Jury als auch beim Publikum vorne.

Mit allen Acts auf der Bühne geht dieser tolle Vorentscheid zu Ende. Ich muss ein großes Lob an France 2 und die Produktion des Vorentscheids aussprechen, das war ein wirklich toller Abend. Mit „Fulenn“ wird Frankreich also am 14. Mai die nächste Top 10-Position ansteuern wollen. Mit diesen Impressionen endet die Show, ich danke euch allen für das rege kommentieren und wünsche noch einen schönen Abend mit den letzten Entscheidungen in Serbien und Portugal!


536 Kommentare

  1. Das war ja alles in allem eine schöne Show. Und auch wenn ich mir SOA gewünscht hätte, kann ich mit Alvan und Ahez gut leben. Aber für wie mathematisch unbegabt halten die eigentlich ihre Zuschauenden? Hat mich grade etwas amüsiert.

  2. Wir brauchen eine Analyse von Douze Points zum Votingsystem.

    Alvan & Ahez sind absolut ok, auch wenn ich mir andere gewünscht hätte.

  3. Immerhin ein Ergebnis heute, mit dem ich zufrieden bin. Mehr als zufrieden sogar! So ein toller und innovativer Beitrag

  4. Lieber NDR:

    SO geht musikalische Vielfalt!
    SO geht Dramaturgie!
    SO geht Technik!
    SO geht ein MODERNER VORENTSCHEID!!!

    • Was ist daran ungerecht? A&A waren sowohl Jury- als auch Televoting-Sieger. Pauline hätte nach keinem System gewonnen. Außer dem Kümmert-System. 😉

  5. Es gibt doch noch Gott und er hat mein Gebet erhört. Frankreich ist in meiner Top 27 gerade auf Platz 1 geklettert (vor Italien und Ukraine). Dank an das französische Publikum.

  6. eins der wenigen echten highlights dieses jahr nach der „original-ukraine“ (a.p.),monika liu und nun die franzosen mit wahren zeitgeist!
    terra sollte nicht sein dann eben bretonisch!

  7. Das war eine gelungene Show, besser als das, was gestern bei uns lief. In der Tat, das Abstimmungssystem ist zumindest fragwürdig. Es wäre ein krasses Missverhältnis, wenn beispielsweise der letzte in der SMS-Abstimmung 20 Punkte bekommt, aber relativ vielleicht nur 1% angerufen haben und der vorletzte 40 Punkte, obwohl er vielleicht 1,1% an SMS bekam.

    Und warum gab es keine Reprise? Da hat man wohl schon Sendezeit überzogen?

  8. Meine Top 10 aktualisiert

    Frankreich 12/12
    Niederlande 11,5/12
    Italien 11/12
    Litauen 10/12
    Ukraine 9,5/12
    Norwegen 9/12
    Tschechien 8/12
    Estland 8/12
    Rumänien 7,5/12
    Finnland 7,5/12

    Jetzt noch ein erfreuliches Ergebnis aus Belgrad und es wäre ein gelungener Abend. Dänemark habe ich eh abgehakt, weil mir da kaum ein Song gefallen hat.

  9. ALvan & Ahez – das Highlight dieses Abends.

    Rumänien hat mit WRS auch gut gewählt. Mit Dänemark kann ich garnichts anfangen. Mit das Schlechteste von diesem Jahr.

    Aber garnicht mehr aus dem Kopf bekomme ich „Hey ho, let’s go, join our train, be our guest, von Chisinau nach Bukarest“ oder so ähnlich … hahaha. Zdob si Zdub sind live einfach großartig. Was eine Spielfreude und was ein Ohrwurm. Waren heute bei der rumänischen VE zur Gast. SO underrated bei den fans.

  10. Mein Favorit war der Siegertitel nicht. Ich wäre mit Nuit Pauline gegangen. Aber mit Ausnahme von Finnland gewinnen dieses Jahr nicht die von mir favorisierten Titel. Auch Seule hat mir noch besser gefallen als der Siegersong
    Schlecht ist der Song trotzdem nicht und er fällt im Gegensatz zum deutschen Beitrag massiv auf. Italien und Frankreich haben es jedenfalls in den letzten Jahren geschafft aus dem Big Five Trott auszubrechen und interessante Beiträge zu liefern. Mal sehen wann Deutschland das schafft….

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