
Die Vorbereitungen auf den 71. Eurovision Song Contest in Burgas laufen auf Hochtouren: Mit Telewizja Polska (TVP) hat nun auch der polnische Rundfunk die Regeln und wichtigsten Termine für die Auswahl seines ESC-Beitrags 2027 veröffentlicht. Nach dem Durcheinander in diesem Jahr und den Manipulationsvorwürfen hat der Sender die Regeln angepasst. So ist z.B. im Finale nur noch eine Stimme pro Telefonnummer möglich. Ein öffentlicher Vorentscheid ist für Januar oder Februar 2027 geplant.
Polen setzt auch im kommenden Jahr auf einen öffentlichen nationalen Vorentscheid, um seinen Beitrag für den ESC zu finden. Die Bewerbungsphase beginnt heute, am Donnerstag, den 1. Oktober 2026, und endet am 15. November. Daran schließt sich zwischen dem 17. und 30. November eine Evaluationsphase der Einreichungen an. Bei Live-Auditions am 17. Dezember sollen schließlich bis zu zehn Künstler*innen für den nationalen Vorentscheid gefunden werden, der im Januar oder Februar kommenden Jahres stattfinden soll. Dort entscheidet schließlich das polnische Publikum. Nach aktuellem Stand ist ausschließlich ein SMS-Voting vorgesehen.
Wie es das neue Regelwerk des ESC vorsieht, müssen die Teilnehmenden spätestens am 26. April 2027, mit Beginn der ESC-Proben, 18 Jahre alt sein. Die im Mittelpunkt der Acts stehenden Künstler*innen müssen die polnische Staatsbürgerschaft besitzen und dürfen – ganz in alter ESC-Tradition – mit maximal sechs Personen auf der Bühne stehen.
Angesichts der zunehmenden Bedeutung künstlicher Intelligenz spielt auch diese in den Teilnahmebedingungen eine Rolle. Wie bereits die Regelwerke anderer Länder schreibt auch Polen vor, dass die eingereichten Beiträge menschlichen kreativen Ursprungs sein müssen. Wie sich eine solche Vorgabe im Einzelfall überprüfen lässt, bleibt allerdings eine Herausforderung.
Zunächst wählt ein Komitee aus den Einreichungen 20 Acts für die nächste Runde aus, die spätestens am 3. Dezember bekannt gegeben werden sollen. Die anschließenden Live-Auditions finden nach aktuellem Plan am 17. Dezember in Warschau statt. Im Anschluss entscheidet das Komitee, welche Acts es in den nationalen Vorentscheid schaffen. Zusätzlich sollen drei Ersatzacts als Back-up bestimmt werden. Den Austragungsort des Vorentscheids will TVP spätestens am 22. Dezember bekannt geben.
Darüber hinaus verstecken sich in der Satzung zwei weitere Änderungen, die die Kritik zum Voting aus diesem Jahr aufgreifen. So wird 2027 keine App-Abstimmung über TVP VOD mehr möglich sein. Hier konnten Interessierte 2026 eine Woche lang auf Grundlage der Studioversionen der Beiträge bis zu drei Stimmen abgeben. Außerdem waren während der Ausstrahlung der vorab aufgezeichneten TV-Show bis zu 20 gültige SMS-Stimmen pro Telefonnummer möglich. Diese Zahl wird nun radikal reduziert: 2027 ist nur noch eine Stimme pro Telefonnummer erlaubt.
Ohnehin war der polnische Vorentscheidungsprozess 2026 von reichlich Chaos geprägt – und zwar nicht nur aufgrund mangelnder finanzieller Mittel. Die ursprünglich für den 14. Februar geplante Live-Sendung wurde gestrichen und durch eine vorab aufgezeichnete Show ersetzt: Diese wurde am 1. März produziert und am 7. März ausgestrahlt.
Polen nimmt seit 1994 am Eurovision Song Contest teil, setzte jedoch 2012 und 2013 aus. Unter den damaligen ESC-Regeln konnte sich das Land zudem 2000 und 2002 nicht für den Wettbewerb qualifizieren. In den vergangenen beiden Jahren gelang Polen jeweils der Einzug ins große ESC-Finale. 2026 erreichte Alicja mit ihrem poppigen R&B-Song „Pray“ und einer aufwendigen Performance den zwölften Platz. Im Halbfinale hatte Polen zuvor sogar Rang zwei belegt.
Was hältst Du von Polens Plänen für den ESC 2027? Ist man auf dem richtigen Weg, um an die letztjährigen Platzierungen anzuknüpfen oder diese sogar zu übertreffen? Und wie hat Dir Polens Beitrag in diesem Jahr gefallen? Schreibt es uns in den Kommentaren.
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Ach, wenn man der Abstimmung so misstraut, warum nicht gleich nur 0,5 Anrufe je Teilnehmer, also jeden zweiten auslosen? ^^ Meiner Meinung nach hat man zu panisch reagiert, statt einfach nur App-/Onlineabstimmung (insb. was die Votingperiode betrifft) einzuschränken.
P.S.: Was den KI-Einsatz betrifft, bezweifle ich, dass so etwas mit überschaubaren Mitteln kontrolliert werden kann. Da ist es wohl schlau, aktuell nur vage Vorgaben zu machen.
Statt KI sollte man eh „Super Intelligenz“ sagen wie Trump.
Ich hatte tatsächlich gezuckt, diesen Gag in den Satz selbst einzubauen ..
Super unkontrolliert bleibt es ja auch.
GMTA
Go Polen. 🇵🇱 Ein oder 2 gute Beiträge sind ja im VE meist für mich dabei. Ich lasse mich überraschen.
Hätte ja nie gedacht, dass der für mich sehr sperrige Beitrag „Pray“ so gut im Halbfinale abschneiden würde, alleine die kräftige Stimme und die Performance fand ich stark.
Irgendwie habe ich Polen nie wirklich auf dem Schirm.
Kommendes Jahr werde ich, glaube zum ersten Mal, den Vorentscheid verfolgen, wenn es zeitlich passt.
Nur eine Stimme pro Anruf finde ich gut, vielleicht sollte sich auch Deutschland daran ein Beispiel nehmen.
Ich würde Polen ja so gerne mal einen richtig großen Erfolg wie Kroatien 2024 gönnen, also plötzlich Topfavorit auf dem Sieg. Nur leider glaube ich dass das bei der Herangehensweise von TVP illusorisch bleibt. 🙁
Für die slavic girls hatte ich damals abgestimmt, aber die Jurys waren noch nicht so weit … 😉
„Chaos“ beschreibt auch viele polnische Beitràge ganz gut, siehe das Frankenstein-Werk dieses Jahr (Kraft durch Beten, echt?) oder das unfreiwillig witzige Solo. Irgendwie haben sie sich zumindest im ESC-Kontext noch nicht so ganz wirklich gefunden. Das Land ist eigentlich groß genug, einen guten VE mit guten Songs auf die Beine zu stellen. Ok, kann man über Deutschland erst recht sagen. Powodzenia!
Dziękuję bardzo!!