
Vorentscheidungen für den Eurovision Song Contest sind in diesem Jahr – zumindest in einigen Fällen – nicht zwingend ESC-Auswahlshows. Dem italienischen Siegeract des Festival di Sanremo steht es zwar grundsätzlich immer frei, ob er auch am internationalen Wettbewerb teilnehmen möchte. Doch bislang galt diese Regel lediglich in Italien. 2026 ziehen zwei weitere Nationen nach – neben Portugal ist das nun auch Finnland.
Was jetzt vom zuständigen Rundfunk YLE verkündet wurde, sorgt für überraschende Reaktionen in der Fan-Community. Während Finnland die ESC-Teilnahme in Wien in den letzten Monaten regelmäßig verteidigte und es scheinbar wenige Bedenken hinsichtlich Israels Teilnahme gab, soll es nun zumindest die Option geben, dass sich der siegreiche Act des Vorentscheids Uuden Musiikin Kilpailu (UMK) gegen den ESC 2026 entscheidet!
Zwar sollen alle sieben Teilnehmenden wie geplant bei der Show am Samstag dabei sein und um den Sieg kämpfen, doch eine ESC-Teilnahme des Gewinner-Acts sei nicht automatisch gegeben. Kurz gesagt: Finnlands Sender YLE wird zwar definitiv in Wien am Start sein, doch vertreten wird das Land nicht zwingend von dem Sieger-Act der Vorentscheidung.
Zu dieser Entscheidung kam es laut YLE nachdem die UMK-Acts mit dem Sender über ihre Zweifel hinsichtlich Israels Teilnahme gesprochen haben. Es ist also durchaus möglich, dass intern bereits klar ist, welche der sieben UMK-Teilnehmenden zum ESC möchten und welche nicht. Die Acts haben den Sender jedoch darum gebeten, dass das Thema vor und während der Sendung am Samstag nicht angesprochen wird – auch nicht von unabhängigen Journalist*innen. Juha Lahti, der Geschäftsführer bei YLE-Unterhaltung, sagt:
„Die Künstler*innen haben YLE gebeten, den übrigen Medien mitzuteilen, dass sie während des Wettbewerbs nicht über diese politischen Themen sprechen möchten. Selbstverständlich hat die Organisation von UMK keinerlei Einfluss darauf, welche politischen Ansichten die Teilnehmer*innen vertreten sollen.“
Einerseits ist es sinnvoll, nicht schon vorher zu kommunizieren, wer nicht zum ESC möchte, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Andererseits könnte man auch argumentieren, dass es für die abstimmenden Personen unfair ist. Theoretisch ist es so schließlich möglich, dass viele Personen für einen Act abstimmen, weil sie diesen beim ESC sehen möchten, welcher im Nachgang aber gar nicht nach Wien möchte. Macht uns Finnland also dieses Jahr den Andreas Kümmert?
Für einen solchen Fall seien die darauffolgenden Schritte jedenfalls bereits geklärt, sagt Juha Lahti von YLE:
„Der Gewinner-Act wird am Samstag ermittelt und danach werden wir je nach Ausgang des Wettbewerbs weiter vorgehen. Wir werden die Angelegenheit direkt nach dem Wettbewerb mit dem Sieger-Act besprechen. UMK-Hauptproduzent Anssi Autio und ich werden an den Gesprächen teilnehmen. Bei wichtigen Entscheidungen wird Jonnu Aho, der Kulturchef von YLE, hinzugezogen.
Uns ist es sehr wichtig, die Künstler*innen auf diesem Weg von Anfang bis Ende zu begleiten. Die Teilnehmenden wissen das. Sobald der Gewinner-Act feststeht, stehen wir ihm zur Seite und besprechen alles weitere mit ihm. Er wird in keinem Fall allein gelassen.“
Außedem wurde bekannt, dass neben der finnischen ESC-2025-Vertreterin Erika Vikman auch ESC-Sieger JJ am Samstag bei UMK in Finnland auftreten wird. Gemeinsam sind die beiden für die Opening-Nummer verantwortlich. Ebenfalls bestätigt ist Sängerin Sonja Lumme als Star-Gast, die ihr Heimatland 1985 repräsentierte. Auch eine Rap-Nummer soll von vier bekannten finnischen Rappern, vermutlich in der Voting-Pause, präsentiert werden.
Was hältst Du davon, dass der finnische Siegeract nur die Option erhält, zum ESC zu fahren? Lass uns gerne Deine Meinung und Dein Favorit für UMK 2026 in den Kommentaren wissen.
Entdecke mehr von ESC kompakt
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.


