
Erst vorgestern wurde Jesse Markin (Aufmacherbild) als einer der sieben Teilnehmer/innen für die finnische ESC-Vorentscheidung UMK 2024 vorgestellt. Nun sorgt er mit der Ankündigung für Aufsehen, dass er nicht beim ESC in Malmö antreten würde, wenn Israel nicht wegen seines militärischen Eingreifens in Gaza vom Wettbewerb ausgeschlossen wird. Bei der finnischen Vorentscheidung will er aber zunächst sein Allerbestes geben; sein Lied wird am Dienstag, den 16. Januar veröffentlicht.
Auch wenn noch gar nicht feststeht, ob Jesse Markin überhaupt die finnische Vorentscheidung gewinnt, lenkt er mit seiner Ankündigung erneut den Blick auf die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest in Malmö in Mai. Unterschiedliche Künstler/innen haben das intensive militärische Eingreifen Israels als Reaktion auf die Terrorattentate der Hamas am 7. Oktober verurteilt und eine Entscheidung der EBU, dem Ausrichter des ESC, angemahnt bzw. offen einen Ausschluss Israels vom Wettbewerb gefordert. Jesse Markin hat das nun mit einem Post in den sozialen Medien ebenfalls getan (Rechtschreibung wie in seinem Post auf Englisch):
„Hallo
viele haben mich nach der Teilnahme Israels am Eurovisions-wettbewerb gefragt
also habe ich dieses Video oder diesen Beitrag gemacht
nur um das klarzustellen, aber
ich werde nicht teilnehmen, wenn Israel die Erlaubnis erhält, teilzunehmen
und das bedeutet nicht, dass ich nicht am ESC teilnehmen möchte
oder dass ich nicht 100% oder 110% für UMK geben werde
aber im Moment halte ich es für wichtiger, diese Menschenrechtsfragen zur Sprache zu bringen
und ich denke auch, dass, wer auch immer am Ende Finnland repräsentiert, Finnland repräsentieren sollte
man sollte nicht nur auf seine eigene Stimme hören, sondern auch auf die Stimme des Volkes
und in dieser Situation und bei diesem speziellen Thema weiß ich, dass viele Menschen mit mir übereinstimmen
also
mögen meine Worte ein Tropfen in diesem Fluss sein, aber trotzdem
wenigstens gibt es jetzt keine Missverständnisse mehr über irgendetwas
nichts ändert sich, wenn sich nichts ändert
also
hoffen wir einfach, dass die EBU eine Entscheidung in dieser Angelegenheit mit Israel trifft
damit wir mit Finnland nach Malmö fahren können, um die Bühnen zu überprüfen
aber
ja, das ist alles, was ich zu sagen habe
lasst uns unsere Fahnen hochhalten
und einen schönen Tag“
Am Donnerstag, dem Tag der Veröffentlichung des Posts durch Jesse Markin, wurde auch die Anklage Südafrikas vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag verhandelt, Israel beginge in Gaza einen Völkermord. Eine abschließende Entscheidung steht aus. Der andauernde, tödliche Konflikt zwischen Israel und der Hamas hat auch Auswirkungen auf den aktuell laufenden israelischen Vorentscheid für den ESC.
Uuden Musiikin Kilpailu 2024, die finnische Vorentscheidung für den Eurovision Song Contest in Malmö, findet am 10. Februar in Tampere statt. Dort treten sieben Acts an, die am Mittwoch bekanntgegeben worden sind. Moderiert wird die Sendung von Pilvi Hämäläinen, Viivi Pumpanen und Benjamin Peltonen. Im letzten Jahr gewann Käärijä den Wettbewerb mit dem Titel „Cha Cha Cha“. Beim ESC in Liverpool gewann er das Televoting deutlich und landete insgesamt auf dem 2. Platz.
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Dann Tschüss, Antisemiten und Judenhasser haben beim ESC nix verloren.
Ja, dieser Antisemit und Israel-Delegitimierer sollte sofort disqualifiziert werden
Und sollte Israel’s Teilnahme verhindert werden, wäre es Pflicht der Big 5, den Wettbewerb durch eine Nichtteilnahme zu boykottieren.
#IStandWithIsrael.
Gut, aus Sicherheitsgründen sollte es Israel erlaubt werden, von zu Hause aus am Wettbewerb teilzunehmen. Diese Ausnahmeregelung wurde doch auch 2021 beim ESC in Rotterdam angewandt.
Warum wird hier jeder, der sich gegen die Teilnahme Israels ausspricht, von euch gleich als Antisemit und Judenhasser bezeichnet? Darf man mit solchen Begriffen so unbedacht um sich werfen, nur weil man sich gegen die Nichtteilnahme eines Landes ausspricht, das seit Monaten bei seinen Angriffen viele unschuldige Menschen mittötet? Da liegt schließlich die Hauptkritik. Mag sein, dass man das anders sieht, aber diese Sichtweise ist völlig einseitig und ehemalige Teilnehmer wie La Zarra und Montaigne aus Australien sind nach dieser Sichtweise jetzt auch direkt Antisemiten, ANTISEMITEN, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, man wirft ihnen gleich JUDENHASS vor, nur weil sie sich gegen die Teilnahme Israels ausgesprochen haben, wtf?
Es wird vergessen, das die Hamas angefangen hat an 07.10.23 und über 1400 Menschen massakriert hat und Menschen entführt hat. Wer einseitig gegen Israel hetzt und nicht die Hamas kritisiert, der unterstützt das Handeln von Terroristen und Kindermoerdern.
Wobei es da natürlich zwei maßgebliche Unterschiede gibt:
1. Palästina oder Gaza nehmen nicht am GP teil.
2. Die Terrororganisation IDF hat allein in diesem Krieg etwa zwanzig mal so viele unschuldige Menschenleben auf dem Gewissen.
1. Darum geht es nicht. disney5000 hat ihm Einseitigkeit vorgeworfen. Das ließe sich erst beurteilen, wenn man wüsste, wie er sich zu einer (zumindest hypothetischen) Teilnahme Palästinas positionierte. Hierzu steht im Artikel jedoch nichts.
2. Nicht jeder Hamas-Kämpfer begeht Verbrechen. Aber auch wenn von dieser Zahl ausgeht und sie alle als legitime Opfer rechnet, bleibt es immer noch bei einem Vielfachen an getöteten Zivilist:innen auf palästinensischer Seite.
Die Hamas ist ein selbstgezüchtetes Problem. Sie arbeitet für Israels fundamentalistische Kräfte. Einschlägige Beweise sind ohne lange Suche zu finden; von seriösen Quellen
Das Problem ist aber doch, dass sich hier Jesse auch nur einseitig äußert und die Gründe, warum es zu diesem Krieg gekommen ist, vollkommen ausblendet. 1400 unschuldige Menschen sind bei dem feigen Angriff der Hamas ums Leben gekommen und das wollen Leute wie Jesse Markin einfach nicht sehen. Und wer dies kleinredet, dass unschuldige Kinder, Frauen und Männer von den Terrorristen der Hamas brutalst hingeschlachtet wurden und sich nur auf das (tatsächlich vorhandene) Leid der palästinensischen Bevölkerung bezieht, dann geht das für mich weiter, als nur eine Kritik am isrealischen Vorgehen. Für mich wäre an der Stelle der Tatbestand des Antisemitismus im Sinne von „gegen Juden sein“ erfüllt. Von einem Judenhasser würde ich hier allerdings auch nicht reden.
Ich bin pro Israel, aber eben nicht pro Netanyahu. Er trägt meines Erachtens einen Teil der Schuld am 7.Oktober, weil er vorgewarnt wurde und seine Regierung hat nichts veranlasst.
Ich bin aber nicht zwangsläufig contra Palästina, aber ganz klar contra Hamas.
Netanyahu ist ein korrupter Menschenfeind, dem es einzig und allein darum geht, seine Haut zu retten.
Das ändert aber nichts daran, dass die Hamas am 7. Oktober ganz alleine geschlachtet und vergewaltigt hat.
Natürlich hat die einzig alleine die Hamas geschlachtet. Allerdings hat die israelische Regierung das Massaker nicht verhindert, es gab in der Tat Anzeichen. Darüber wurde in seriösen Medien berichtet (ich konsumiere kein Social Media). Netanyahu geht eben über Leichen und seiner rechtsradikalen Bande kommt der Krieg gerade recht.
Mit so einer Regierung gibt es eben keine Solidarität von mir. Wohl aber mit den mutigen Menschen sowohl aus Israel als auch aus Pälastina, die den ganzen Wahnsinn nicht mehr ertragen.
La Zarra ist in der Tat echte Antisemitin. Einfach mal durchlesen, was sie alles auf social media verzapft…
Juden haben sich eben abschlachten zu lassen. Oder? Darin liegt die Kritik. Wo waren denn Montaigne und LaZarra am 7. Oktober, als Babys in Öfen geschoben wurden und die Hamas vergewaltigt und geschlachtet hat? Wo? Gab’s eine Wortmeldung? Natürlich nicht. Weiß Montaigne, was man mit ihr in Gaza machen würde? Und ja: So beteiligt man sich an einer islamistischen Terrorkampagne. Nix WTF. Wird Zeit, dass man mal rafft, von welchen dreckigen Menschenfeinden man sich vor den Karren spannen lässt.
Ja, manche Zeitgenossen (leider auch aus dem ESC-Zirkus) sind richtig ekelhaft. Aber dann immer für „Diversity“ schreien…
Besonders peinlich waren Hatari und ihre „mutige“ Aktion mit der Flagge ganz am Schluss wo ihnen nichts mehr passieren konnte. Die sollten sich mit ihren SM-Kostümen mal nach Gaza begeben, da würd ihnen das Lachen sehr schnell vergehen.
gibt’s in finnland auch nachrücker? 🏴☠️
Er hat ja gesagt, dass er an UMK auf jeden Fall teilnehmen will, insofern braucht’s die erstmal nicht
Ob YLE sich diese Einstellung wirklich leisten kann? Befragt zur Teilnahme, haben alle Acts bestenfalls herumlaviert:
Mikael Gabriel: Wenn wir UMK gewinnen und die EBU keine Entscheidung getroffen hat, müssten wir natürlich darüber diskutieren, ob wir teilnehmen können.
Sini Sabotage: Ich bin der Meinung, dass Israel nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen sollte, aber leider kann ich diese Entscheidung nicht selbst treffen.“… Wenn ich gewinne, muss ich darüber nachdenken. Auf keinen Fall möchte ich den Krieg unterstützen.“
Sara Siipola: … konzentriere ich mich auf UMK. Wenn ich UMK gewinne, werden wir sehen, wie die Situation ist. Ich habe sicher auch darüber nachgedacht, ob ich mitmachen kann, wenn Israel involviert ist.
https://www.hs.fi/kulttuuri/art-2000010069327.html
(Google-Übersetzung)
Ja dann halt nicht, Jesse.
Wenn der tatsächlich beim UMK noch teilnehmen wird – auch wenn er dann nicht zum ESC will – bitte sehr, aber dann soll er sich nicht wundern, wenn er auf dem letzten Platz dort landet.
So zwiegespalten bzw. israelkritisch wie die Finnen beim Thema offenbar sind (siehe Post von Jorge mit Statements anderer UMK-Teilnehmer) scheint Jesse nur ein Teil einer groß geführten Debatte zu sein.
An dem Beispiel kann man eigentlich gut sehen, dass jedes Land so seine Narrative und seine Positionierungen hat, der dann halt ein Großteil der jeweiligen Bevölkerung mehr oder weniger folgt. Ohne dabei zu stark auf Aspekte einzugehen, die wiederum in einem anderen Land im Fokus stehen und im entsprechend Land medial und im Diskurs weniger stattfinden.
Bei diesem Thema geht es natürlich um Brutalität, Angriffe und Menschenleben und ist daher ein bitterernstes Thema.
Etwas harmloser wäre z.B. die Debatte um die Initiative „Trippling Nuclear Energy by 2050“ u.a. der USA, Kanadas, Schwedens, der Niederlande etc. Dort wird Kernenergie als klimafreundliche Lösung gesehen, während sie hier schon fast etwas diabolisches hat.
Lässt sicher aber natürlich auch auf etliche andere Themen beziehen.
Ich habe den Eindruck, zwischen Menschen und auch Ländern kommt immer weniger offener Dialog zustande und jeder sucht sich nur die Argumente für seine Seite raus und vernachlässigt die andere. So kommen dann halt einseitige und extreme Ansichten zustande, auch bei so extremst bitteren Themen dann. Gerade, wenn sie zu einem landesweiten Narrativ werden.
Konkret auf das Thema bezogen rechne ich aber keineswegs damit, dass die EBU Israel ausschließen würde und empfände dies auch als einen großen Verlust und auch unabhängig von der Bewertung der dortigen Politik an sich als nicht gerechtfertigt.
Der ankündigten, potenzielle Boykott scheint vielleicht wirklich dem nationalen Narrativ mit einer besonderen Beachtung palästinensischer ziviler Opfer geschuldet zu sein, ob Jesse deswegen der Antisemit ist, als der er hier dargestellt wird – möglich, ich weiß es nicht. Es gäbe aber auch mildere Erklärungsansätze.
Unterstützen würde ich diesen Boykott aber so oder so auch nicht.
Und deswegen finde ich deinen Kommentar, der die größere, in verschiedenen Ländern unterschiedlich geführte Debatte (extremes Beispiel: Südafrikas Klage vs. Staatsräson in Deutschland) wichtig.
Natürlich verstecken sich Antisemiten und Antisemitinnen bestimmt gerne hinter Kritik an Netanyahus Vorgehensweise.
Aber das heißt ja vielleicht nicht zwangsläufig, dass wirklich jeder, der dies tut, Antisemit ist. Ein schwieriges Thema.
Das hieße ja, dass sie den gleichen Konflikt anders bewerten würden, wenn Israel nicht Konfliktpartei wäre – und das ist eine Unterstellung, die ich mich nicht bei jedem wagen würde und das wäre natürlich aufs Schärfste zu verurteilen.
Aber Menschen können sich auch ohne bösen Willen sogar irren und daneben liegen.
Dann hat YLE eigentlich keine Wahl und muss ihn vom UMK ausschließen. Israel wird natürlich nicht vom ESC ausgeschlossen werden und es ist ja nicht der Sinn und Zweck eines Vorentscheids, dass der Sieger hinterher nicht fährt (Kümmert lässt grüßen).
Wenn ihm die Disqualifizierung Israels so wichtig wäre, würde er ohnehin aus eigenen Stücken die Teilnahme vom UMK zurückziehen. Aber die Reichweite will er anscheinend noch mitnehmen. Dieses Statement war echt nicht der schlauste Zug.
Dann bleibt er halt zu Hause.
Welcome Israel to Malmö 2024.
ganz genau ! – Du sprichst mir aus der Seele.
Nee, nee, schon richtig so: Bleib ruhig, wo du bist, Jesse! 🙄😏
Im Social Media Universum hat Israel ohnehin schon verloren. In anderen ESC-Foren läuft dieses Blame-Game ja auch ab. Da reicht so ein plattes Statement ohne Tiefe. Aber ich denke, er will nur mit 0 Sekunden PKN als kürzesten finnischen ESC-Beitrag ablösen!
Mal davon abgesehen, wie man zum Nahostkonflikt steht, wie soll das denn am Ende aussehen? Dann gewinnt er den UMK und yle steht da und muss den 2. Platz zum ESC schicken? Israel wird wahrscheinlich teilnehmen, yle hat gar keine andere Wahl als Jesse Markin zu disqualifizieren. Übrigens: Wer hier in den Kommentaren direkt mit der Antisemitismus-Keule herumschwingt, hat den Konflikt wirklich überhaupt nicht verstanden. Kritik an den Handlungen Israels und Judenhass sind wirklich überhaupt nicht gleichzusetzen, vollkommen egal, welche Meinung man zu dem Konflikt hat.
Danke derjoppes, dass es hier auch einen vernünftigen Kommentar gibt, der nicht nur aus völlig aufgeladenen Emotionen zu bestehen scheint. Ich verstehe, wenn man eine andere Meinung hat, aber diese Antisemitismuskeule ist wirklich absurd. Achtung Iornie: Ich bin mir sicher, dass La Zarra vom letzten Jahr Noa Kirel und alle Juden jetzt hasst, da sie sich gegen die Teilnahme Israels ausgesprochen hat.
Aber ernsthaft, wenn man so einseitig denkt und andere Denkweisen auch gar nicht zulässt, wie manch Kommentarschreiber hier, sollte man sich vielleicht besser gar nicht zu diesem Thema äußern.
Leider gibt es in der heutigen Gesellschaft nur das schwarz-weiß-Schema, die Grauzonen werden nicht berücksichtigt. Es liegt daran, dass gerade Israel aufgrund der Historie in Deutschland ein sensibles Thema ist und man daher leider Kritik an der israelischen Politik mit Antisemitismus gleichsetzt.
Kritik an der israelischen Regierung ist kein Antisemitismus. Wenn aber, wie es meist geschieht, an Israel viel strengere Maßstäbe angelegt werden als an andere Länder, hat das schon was mit Antisemitismus zu tun, genauso, wie wenn die Kritik an der Regierung dazu benutzt wird, den Staat Israel generell zu delegitimieren.
Natürlich ist das Leid vieler Menschen in Gaza entsetzlich und ich würde mir auch wünschen, dass das gestoppt wird, aber wenn man mit keinem Wort mehr erwähnt, was der Auslöser dazu war, mit welchem Hass und Vernichtungswillen gegenüber allen Juden die Hamas am 7.10. vorgegangen war (auch Kibbuzbewohner, die sich immer für die Rechte von Palästinenser eingesetzt hatten, wurden brutal abgeschlachtet), wenn man nicht die kleinste Spur von Verständnis dafür zeigt, dass Israel sich verteidigen muss gegen eine Terrororganisaton, die das Land und all seine jüdischen Bewohner komplett auslöschen will (der Verteidigungsmethode muss man ja nicht zustimmen), dann hat auch das durchaus mit Antisemitismus zu tun.
Wer ein Land dafür bestrafen möchte, dass es seine Bürger nicht abmetzeln und vergewaltigen lässt, der hat sie generell nicht mehr alle. Wer sich dabei aber auch noch indirekt an die Seite einer islamistischen Terrororganisation stellt, die einzig und allein zum Ziel hat, jüdisches Leben zu vernichten, der ist und bleibt ein Antisemit. Und ja, davon gibt es mehr als ihr alle denkt. Der Antisemitismus sprudelt seit dem 7. Oktober ungefiltert aus allen Kanälen und zwar mit voller Absicht. All das, was in Gaza passiert, hat die Hamas genauso gewollt.
Übrigens muss ich wohl nicht erklären, was die Hamas mit den meisten ESC-Fans machen würde. Falls Details wichtig sind: Homosexuelle werden in Gaza in etwa so behandelt, wie man jüdische Menschen am 7. Oktober behandelt hat.
Die Community kann schon ziemlich gut als antisemitisch bezeichnet werden. Wer sagt, alle Israeli seien schlimm und reposted, dass alle Israeli „Settler“ seien, Israel würde nicht existieren und den Tod von israelischen Kandidaten zelebriert, der kann ruhigen Gewissens als Antisemit bezeichnet werden.
Wer „lediglich“ die Brutalität Israels kritisiert (was man auch tun sollte, dieses Land schafft Apartheid und alle schauen weg), der kann nicht als Antisemit bezeichnet werden. Diese Leute schauen aber gerne mal weg, wenn es um den Angriff der Hamas geht und wenn man dann argumentiert, dass auch von palästinensischer Seite Kriegsverbrechen stattfinden, wird man automatisch als Zionist bezeichnet.
Die Community ist aber hoch antisemitisch. Vor allem wenn solche sachen wie „Israehell“ oder „Isn’t real“ durch die Gegend fliegen und Tode zelebriert werden, das ist nicht zu entschuldigen.
Was Jesse betrifft. Der Song ist objektiv nur extrem mittelmäßig und er ist sich bewusst, dass er das NF niemals gewinnen wird, deswegen kommt jetzt so ein PR-Stunt von ihm.
Da muss ich jetzt auch mal selbst mich selbst kritisieren, weil ich auch gerne Mal etwas rabiat gegen die Leute, die Israel für die Brutalität kritisieren, vorging. Gegen die Community, die teilweise absolut grässlich und ekelhaft handelt, sollte man dennoch was machen.
Bin natürlich auf den Song gespannt, aber auf den hab ich jetzt schonmal weniger Bock.
Ganz einfach ich boykottiere sein Song.
Von seinen bisher veröffentlichten Songs ist wenig brauchbares bisher erschienen und mit seiner Auss6hat er sich auch als Teilnehmer am ESC disqualifiziert.
Was für ein Antisemit und Rassist. Israel darf natürlich beim ESC 2024 teilnehmen. Mit dieser Aussage ist der Sänger bei mir unten durch. Was läuft bei unserer Gesellschaft eigentlich schief? Es ist einfach nur traurig, wie die Leute immer rassistischer und dümmer werden. Und deshalb fordere ich, dass dieser Sänger vom Finnischen Fernsehsender disqualifiziert wird. Aber wahrscheinlich wird das nicht passieren, da die Verantwortlichen des Finnischen Fernsehsenders wahrscheinlich der gleichen Meinung sind. Es ist einfach eine Schande.
Omg, ab jetzt wirds ätzend
Kulturmedienschau
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Droht Israel der Ausschluss vom ESC? | 12.1.2024
Stand
12.1.2024, 6:35 Uhr
Anja Höfer
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Im SWR schon Thema
Wenn er denn Recht hätte. Die Rolle der Hamas, die mit ihrem katastrophalen Anschlag auf unschuldige Kinder, Frauen und Männer die Reaktion Israels ausgelöst hat und deren Absicht es ja auch ist möglichst viele tote Palästinenser vorweisen sind, nur um dann von Völkermord zu sprechen, wird von ihm und allen anderen Boykott-Aufrufenden total ausgeblendet. Daher: Jesse, bleib wo Du bist und drehe Dich weiter in Deiner Schwarz-Weiß-Welt. Der ESC soll die Völker verbinden und da haben solche Einlassungen nichts zu suchen. Und bevor hier jetzt Russland-Vergleiche kommen….very different Story (Überfall ohne erkennbaren Anlass auf ein friedliches Land).
Hoffe sehr, dass Israel teilnimmt.שלום
Auch wenn man zur israelischen Politik und Regierung geteilter Meinung sein darf, es ist die einzige Demokratie im nahen Osten. Und who the F*** is Jesse Markin?
Ich halte eh nichts von drohungen, zumal wenn man sie in den soz.medien veröffentlicht. Entweder ja oder nein. YLE sollte diesen teilnehmer aus dem wettbewerb.
Zum thema judenhass. Es ist nicht automatisch jeder ein antisemit, der das israelische vorgehen im gaza kritisiert. Aber wer über die toten im gaza klagt und einen ausschluss von israel fordert, ohne zu sagen dass 1. Israel brutalst von der hamas angegriffen wurde und 2. die hamas ihre eigene bevölkerung, am liebsten frauen und kinder, als schutzschild benutzt, der ist es.
Ich weiß, dass dieses Forum ziemlich linkslastig ist, aber manche Kommentare hier sind echt unterirdisch.
Der Angriff der Hamas vom 7. Oktober ist aufs Schärfste zu verurteilen, aber die Reaktion Israels mit dem Töten von zehntausenden Zivilisten, darunter vielen Kindern, ist genauso zu verurteilen. Denjenigen, der das kritisch sieht, als Antisemiten und Judenhasser zu brandmarken, zeugt von unendlicher Ignoranz.
Wo kommt dieses Wissen denn her, dass dieses Forum linkslastig ist?
Darf ich mal fragen, wie deiner Ansicht nach eine angemessene Reaktion auf diesen Angriff ausgesehen hätte? Lieb fragen, ob man die Geiseln zurückbekommt? Verhandlungsfrieden à la: „Okay, ihr dürft noch 100.000 von uns töten, aber dann lasst ihr uns in Ruhe, ja“? Man muss es so klar sagen: Das Ziel der HAMAS ist es, das Judentum restlos auszurotten – weltweit!
Jedes andere Land hätte wahrscheinlich den Gaza-Streifen in wenigen Tagen mit Flächen-Bombardements in einen Parkplatz verwandelt, ohne Rücksicht auf auch nur ein ziviles Leben.
Natürlich ist jeder Tod eine Tragödie, aber, auch das gehört zur Wahrheit, die HAMAS hat es in der Hand, den Krieg sofort zu beenden, indem sie a) sich ergeben und b) die verbliebenen Geiseln freilassen.
So geht doch jeder tote Palästinenser seit mehreren Wochen allein auf das Konto der HAMAS, nicht Israels.
Und was hat das alles bitte mit „linkslastig“ zu tun?
Nö, du siehst das zu einseitig. Die Hamas hat erklärt, dass sie Israel auslöschen will.Das Selbstverständnis Israels ist, weil das Land nach dem Holocaust an den Juden entstanden ist, dass sowas nie mehr passieren darf. Die Hamas hat dagegen erkannt, dass man zumindest wenn man die eigenen Bevölkerung opfert (und das sind eben dann viele Kinder, weil die Geburtenrate extrem hoch ist), Israel und damit den Westen weltweit verurteilt wird, deswegen auch die entsprechende Propaganda.
Die Hamas hat sich Jahre auf diesen Krieg vorbereitet, indem sie für die Kämpfer Schutzräume und Verstecke gebaut hat, nicht aber für die Bevölkerung. Dies gilt es primär zu kritisieren, wer Militäranlagen unter Schulen und Moscheen baut, der will dass diese zerstört werden. Es geht der Hamas nur darum, andere arabische Länder auf ihre Seite zu bringen und nicht um einen eigenen Staat oder gar Frieden mit Israel.
Und natürlich kann man bei Einigen durchaus Motive finden, die auf Antisemitismus beruhen, als wäre das Vorgehen etwas typisches für Juden und nicht in der Geschichte des Konfliktes begründet.
Was ist für dich „linkslastig“ ?
Es besteht schon ein Unterschied, ob man etwas kritisch sieht oder ob man ein angegriffenes Land, das sich verteidigt bestrafen möchte und in islamistische Terrorpropaganda einstimmt.
Und du solltest dich vielleicht nochmal ein wenig damit beschäftigen, was eigentlich links ist und welche politischen Lager sich wie in Bezug auf Israel positionieren.
Leider ist es in vielen Ländern so, dass sich viele „Linke“ als anti-israelisch definieren (wohl weil pro-Underdog, die Situation des kleinen Israels in seiner Nachbarschaft wird nicht als Underdog-Status gesehen), in den USA sind es neben den moderaten Democrats eher die Republicans, die sich auf die Seite Israels stellen (teilweise mit christlich-fundamentalistischer Argumentation).
Bei solchen Linken kriege ich echt das K*****
Diese Evangelikalen auf der anderen Seite sind mitunter aber noch schlimmer, da besonders in den USA sehr einflußreich. Dabei müßte ihnen Israel wegen der liberalen Gesellschaft (vor allem dem guten Klima gegenüber Homo- und Transsexuellen) eigentlich ein Dorn im Auge sein.
Die Rechtsradikalen in Netanyahus Regierung sind ideologisch keinen Deut besser als die Hamas – nur leider demokratisch legitimiert. Die israelische Gesellschaft wacht aber so langsam auf und das ist auch gut so.
Naja, das Gros der deutschen Linken, insbesondere das bürgerliche SPD-/Grünen-Milieu, dem ich, mal etwas vereinfacht, die Mehrheit der Kommentator:innen hier zuordnen würde, ist dezidiert philosemitisch. Insofern verwundert das Meinungsbild nicht. Es würde schon sehr überraschen, wenn die israelsolidarischen Posts aus dem Antrieb heraus entstanden wären, duch die Aufrechterhaltung (Schaffung) eines sicheren (groß-)hebräischen Staates alle Diaspora-Jüd:innen mittelfristig leichter abschieben zu können, wie es eine Strömung innerhalb der sog. ethnopluralistischen Neuen Rechten fabuliert. Oder aufgrund der fundamentalistischen Exegese christlicher Sektierer:innen („auserwähltes Volk“), wobei auch die, so viel ich weiß, auf Remigration ins Heilige Land drängen.
Ich bin seit dreißig Jahren Mitglied der SPD, ich bezeichne mich gerne als links- oder sozialliberal. Insofern liegst Du mit Deiner Einschätzung goldrichtig. Mein Großvater war im Widerstand.
Mit dem Begriff „bürgerlich“ kann ich wiederum wenig anfangen.
*bürger:innenlich
Ich verwende keine Gendersprache, sorry…. Aber das soll jeder Mensch für sich selbst entscheiden, ob man so schreiben will oder nicht.
Jede:r wie sie mag. Ich dachte, Du hättest Dich vllt. am generischen Maskulinum gestört.
Danke, war auch überhaupt nicht wertend. Nur wenn die rechten (Springer, FDP und CDU labele ich anders ) „Israelfreund:innen“ das Sagen hätten, wäre genauso Schluss mit Vielfalt und jüdischem Kulturleben in Deutschland, das muss klar sein.
Bei der fundamentalen und/oder einseitigen Israelkritik seitens der internationalen Linken vermute ich übrigens schon, dass man sich an der Nationalstaatsidee grds. stört und keine echten antisemitischen Motive hegt, auch wenn man mit Antizionismus natürlich >90% der heutigen nichtassimilierten Jüd:innen massiv ans Bein pisst.
Ich stimme Dir vollends zu, danke !
Die richtige Handlung wäre ein Rückzug vom Wettbewerb gewesen
Antwort asap an Jesse Markin: „Dann geh doch zu NETTO!“ Niemand braucht (noch mehr) Antisemiten im ESC. Es langt schon, dass die Songwritergilde von Island zum Boykott aufruft.
Da frage ich mich, was in den Gehirnen mancher Künstler etc. falsch gepolt ist, um so etwas zu schreiben und die Täter-Opfer-Rolle umzukehren. Wer hat denn wen angegriffen und Frauen, Kinder etc. bestialisch vergewaltigt und ermordet?
Im Krieg zwischen Israel und Hamas sind die Täter Israel und Hamas und die Opfer die Zivilbevölkerung.
Ist ein schwieriges Thema, das scheinbar viele junge Menschen anders berurteilen als ich. Im Grunde mag man den Krieg nicht, weil so viele Kinder sterben, aber eine Alternative wird auch nicht gezeigt. Zur Verdeutlichung der Lage muss daran erinnert werden, dass die Hamas Schwule öffentlich steinigt. Ein Frieden wird mit so einer Gruppe niemals möglich sein.
Das Statement des Sängers ist entsprechen nichtssagend, kein Grund warum man Israel ausschließen soll und auch kein Bemerkung zu den den Gründen des Krieges. In den innerarabischen Kriegen in Jemen und Sudan sterben wohl zur Zeit mehr Kinder als in Gaza, aber das interessiert weiltweit nicht.
Aber natürlich muss man auch die israelische Regierung kritisieren. Netanjahu braucht die Hamas um an der Macht zu bleiben, denn wie alle Rechtsextremen oder Rechtspopulisten lebt er von der Angst. Deswegen hat er die Hamas jahrelang in Ruhe gelassen und dafür im Westjordanland seine Siedlungspolitik voran getrieben.
Muslimische Rebellen massakrieren tagtäglich in Afrika hunderte Menschen und niemand schert sich drum. Das ist ja die große, widerliche Verlogenheit. Dass niemand sagt, wer an dieser Situation Schuld hat. Es ist nicht Israel, egal wer die dortige regierung momentan anführt.
Der Vergleich ist leider etwas schräg….
Ich würde ihn auch direkt ausschließen. Die Promo noch mal schön mitnehmen und dann nicht antreten funktioniert nicht. Allerdings steht er in der finnischen Musikindustrie nicht alleine mit seiner Meinung.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/teil-der-finnischen-musikindustrie-gegen-israels-teilnahme-am-esc-102.html
Wenn ich etwas an Jesse kritisiere, ist es nicht seine Haltung, denn jeder darf seine eigene Meinung haben, sondern vielmehr, dass er als Bedingung für seine Teilnahme ein Ausschluss Israels fordert. Dann, bitte sehr, soll er sich selbst zurückziehen und zwar, ohne live zu performen.
Da stellen sich mir zwei Fragen:
Ist halt Scheiße, wenn Konflikte so lange andauern, dass in der öffentlichen Wahrnehmung Täter- und Opfer-Rollen verschwimmen, weil sich beide Seiten irgendwann zu einer härteren Gangart genötigt sehen. 🙁
Darüber hinaus ist es ja auch eigentlich so, dass Fernsehsender beim ESC teilnehmen und keine Länder oder Regierungen. Man sollte sich in diesem Fall also zuerst damit befassen, was die Rolle von IPBC und der Künstler in der Kriegsmaschinerie ist, ehe man den Ausschluss des Senders fordert. Selbst wenn man die besten Absichten hat und nur ein Zeichen gegen Kriegsgräuel setzen will.
Am 7. Oktober starben 1.200 Juden/Israeliten. Während des Gaza-Krieges 2014 wurden etwa 2.200 Palästinenser getötet, mehr als die Hälfte Zivilisten. Vorsichtigen Schätzungen nach könnte das jetzige „intensive militärische Eingreifen Israels“ diese Zahlen noch um das zehnfache übersteigen. https://www.zeit.de/news/2024-01/09/gaza-zivile-opfer-in-noch-nicht-gesehenem-massstab
Es sollte nicht die entscheidende Frage sein, wer angefangen hat, sondern wie man eine Lösung des Konflikts findet. So sehr ich die Reaktion Israels auch verstehen kann, habe ich Zweifel, dass sie zu Frieden führen kann.
Das Problem ist leider, dass all die Protestierenden diesbezüglich keine bessere Lösung parat haben. Mir geht es auch nicht anders und selbst meine Go-To-Person bei diesem Thema, Michael Wolffsohn scheint ein wenig zu resignieren…
https://taz.de/Historiker-Wolffsohn-ueber-Nahostkonflikt/!5976741/
Die einzige Lösung, die viele Historiker und Politiker sehen, wäre eine 2-Staaten-Lösung. Ich verfluche den Tag, als Jitzchak Rabin sterben musste.:(
Angefangen hat es ohnehin schon weit in der Vergangenheit, angefangen von mangelnder Akzeptanz von Juden im Mittelalter über die aktive und grausame Judenverfolgung bis hin zu der – aus heutiger Sicht und im Hinblick auf dauerhaften Frieden in der Region – nicht sehr weitsichtigen Idee des Staates Israel. Ob es damals bessere Alternativen zur Staatsgründung an genau diesem Ort gegeben hätte, kann ich natürlich nicht beurteilen und eine Lösung sehe ich erst Recht nicht. Ich bin einfach nur unendlich traurig, dass die Menschheit es nicht geschafft hat, mit einer Minderheit angemessen umzugehen. 🙁
Na dann tschüss!
Richtig so. Endlich mal einer mit Eiern. Es müssen viel mehr Leute aufwachen und endlich realisieren, dass Israels Verhalten nicht mehr verteidigen ist, sondern man dort einen grausamen Völkermord begeht
Was würdest du machen, wenn dein haus angegriffen, deine famillie ermordet und vergewaltigt wurde und wird? Würdest du nicht auch alles unternehmen um sie zu schützen?
Ja aber deswegen greife ich nicht meine Feinde inklusive unschuldige Zivilisten an und das in x-facher Ausführung. Außerdem: Wo sind die Hilfskorridore für die Zivilbevölkerung?
Sondern? Und nochmals, die hamas setzt ihre eigene bevölkerung als schutzschild ein und das mit der absicht möglichst vieler zivilen opfer.
Diese hilfskorridore gab und gibt es, nur wird das massiv von der hamas verhindert.
Greift die Ukraine auch Russland an?
1.sind das äpfel mit birnen verglichen und 2.( nicht ganz unüblich in gewissen kreisen), die fakten was die hamas betrifft werden“ übersehen“ oder am besten ganz ausgeblendet.
Wenn schon so ein blöder Vergleich, dann sollte man Russland doch mit der Hamas vergleichen und nicht mit Israel, denn schließlich hat die Hamas angefangen.
Tue ich ja. Die Ukraine wird wie Israel angegriffen. Rächt sich aber nicht, indem sie z.B. Moskau mit Raketen beschießt und rücksichtslos Zivilisten tötet
Ein weiterer Unterschied: So sehr Russland mit seinen Angriffen den Tod vieler Ukrainer (egal ob ZIvilisten oder Soldaten) erbarmungslos in Kauf nimmt – das Ziel ist nicht die komplette Auslöschung oder Vertreibung der ukrainischen Bevölkerung. Das erscheint spätestens seit dem 07.10. bzgl. Hamas und Israel anders.
Nicht die Auslöschung der ukrainischen Bevölkerung, aber die der ukrainischen Kultur. Ändert aber nichts daran, dass die Hamas die Täter sind und Israel das Opfer ist, das sich jetzt angemessen verteidigt.
Dass dabei so viele Menschen im Gazastreifen sterben, hat nichts mit der Unmenschlichkeit Israels, sondern mit der Unmenschlichkeit der Hamas zu tun, die die eigene Bevölkerung als Schutzschild benutzt, um möglichst viele Bilder toter Kinder zu produzieren, die dann wiederum auf langer Sicht dazu führen, dass Täter und Opfer getauscht werden. Somit ist alles das, was gerade contra-Israel aufkommt, und das ist eine ganze Menge, perfekt für die perfiden Terroristen. Und je länger der Krieg dauert, desto größer ist die Chance, dass sich noch mehr Länder gegen Israel stellen und immer mehr arabische Länder an der Seite Israels kämpfen. Folglich lassen die Terroristen gerade Kinder im Gazastreifen sterben, während sie den Erfolg des Terroranschlags und der Folgen in ihren Waffendepots unter zivilen Einrichtungen (Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen etc.) feiern. Wer ist jetzt also unmenschlich und für das Leid tausender Menschen verantwortlich, Herr Markin und alle, die seine Sicht teilen?
Oh, ganz fataler Rechtschreibfehler 🤐! Es muss natürlich heißen „…und immer mehr arabische Länder an der Seite der Hamas kämpfen.“ Schuldigung für diesen Fehler!
Stimmt ja nicht. Der russische Faschismus sagt es doch ganz klar und deutlich, dass es keine ukrainische Kultur gibt. Wo auch immer der russische Terrorstaat die Macht übernommen hat, wird alles ukrainische systematisch unterdrückt. Der Führer im Kreml gesetht den Ukrainern keine eigene Kultur zu, das sagt er doch dauernd unumwunden. Warum wird da nicht zugehört?
Die Hamas will nicht „nur“ die jüdische Kultur und Religion systematisch unterdrücken, sie will jüdische Menschen alle töten oder zumindest vertreiben – ohne ihnen die „Chance“ zu geben, sich etwa durch Zuwendung zum poltischen Islam zu retten. Auch den Nazis war es ja schon völlig egal gewesen, wie weltlich die Juden waren und wie stark sie sich an die deutsche Gesellschaft assimiliert hatten.
Da liegst Du bei ersterer Position leider falsch, auch Putin hat vor, dass es keine Ukraine wie auch Ukrainer*innen mehr gibt. Mit der restlichen Bevölkerung nach seinem eventuellen Sieg wird er sie russifizieren und jedes Fünkchen ukrainischen Brauchtum ihnen nehmen. Was das Thema Israel angeht, ist es hinlänglich bekannt, dass Hamas dieses Massaker beging und es auch durch nix zu entschuldigen ist. Trotzdem muss es einem Staat, der sich als demokratisch bezeichnet und an andere Länder sonst immer hohe Maßstäbe anlegt, erwartbar sein, dass er bei der Jagd nach der Hamas und ihren Helfern in der Lage ist, die Opferzahlen bei der palästinensichen Bevölkerung in möglichst kleinen Rahmen zu halten. Besonders dann, wenn man sich rühmt, ja die best ausgestattete Armee der Region zu sein. Desweiteren geben auch manche Statements von May Golan oder die weiterer Mitglieder der Likud-Partei Anlaß zur Kritik. So sehr man die Erhitzung der Gemüter nach dem Massaker vom 7.10.2023 nachvollziehen kann, wenn im Falle von May Golan die Rede ist, dass alles Palästinensische in Gaza verschwinden kann und sie stolz auf dessen Vernichtung sei, als was ist dieses dann zu benennen. Und wäre Sie die Einzige, könne man ja noch von Einzelfall reden, aber allenthalben zeigt Channel14 stets neue Entgleisungen dieser Art.
Das stimmt so aber auch nicht. Es gab schließlich Drohnenangriffe, z.B. auch im Zentrum von Moskau und Belgorod wurde teilweise massiv von der Ukraine aus unter Beschuss genommen (klar, hier sollte in erster Linie der Flughafen und andere militärischen Einrichtungen getroffen werden, aber dennoch gab es mindestens 14 zivile Todesopfer). Also gab es da schon im begrenztem Maße Angriffe von der Ukraine aus auf russisches Territorium.
Das hier auch Zivilisten gefährdet und getötet wurden, haben die Ukrainer auch in Kauf genommen, letztendlich haben sie in dieser Situation auch das Recht dazu. Die Dimension lässt sich in keinster Weise mit dem Vorgehen Israels in Gaza vergleichen, aber „nicht gerächt“ stimmt somit auch nicht.
Es geht ja nicht um Rache. Es geht darum, dass die Hamas nicht mehr die Möglichkeit hat, israelische Zivilisten in ihren Häusern zu verbrennen, Kinder in Öfen zu schieben und jüdische Frauen und Mädchen zu Tode zu vergewaltigen.
Um mal ganz deutlich zu sagen, was da passiert ist. Das scheint man ja Dank Hamas-Propaganda von toten Kindern schon ganz vergessen zu haben: Alles, was dort passiert ist dieser islamistischen Terrororganisation zu verdanken. Die Menschen in Gaza sterben wg. der Hamas, die sich einen Dreck um die eigenen Leute schert, wie sie selbst mehrfach gesagt hat.
Und lass den Hamas-Unsinn mit dem Völkermord. Eine Bevölkerung, die kontinuierlich seit 75 Jahren wächst kann schlecht Ziel eines Völkermords sein. Die Hamas hingegen hat sich übrigens Völkermord zum Ziel gesetzt. Das hingegen kommt bei euch nie vor. Komisch.
Der neue kommentarbereich ist übrigens ganz fabelhaft. Gratuliere @esc-kompakt
muss ich auch sagen , perfekt gemacht . Man kann auch noch nach Veröfftlichung seine Beiträge bearbeiten .
Danke für die tolle arbeit 🙂
Dass man, wie ich gelesen habe (ausprobiert habe ich es noch nicht), seine Beiträge nachträglich bearbeiten kann, finde ich sehr gut. Auch auf Unterunterkommentare kann man jetzt leicht direkt antworten, und es ist sofort klar, worauf sich der Kommentar bezieht. Schön auch, dass die Kommentare jetzt wieder zeitnah erscheinen.
Was ich allerdings vermisse, ist die schöne große Schrift von früher, jetzt fällt das Lesen doch etwas schwerer. Und dass nicht mehr die genaue Uhrzeit, sondern wie bei Youtube so Angaben stehen wie „38 Minuten zuvor“ oder irgendwann wahrscheinlich „2 Monate zuvor“ oder „1 Jahr zuvor“ finde ich auch nicht ganz optimal, aber es gibt Schlimmeres 🙂
Wenn du mit der Maus über „38 Minuten zuvor“ gehst, kommt ein Popup mit der genauen Zeit.
Oh, tatsächlich – das ist super! Vielen Dank, Porsteinn 🙂
Reisende sollte man nicht aufhalten .
Ein Land darf sich doch verteidigen wenn es angegriffen wird.
Jesse, tu Dir und uns einen Gefallen und zieh DeineTeilnahme am UMK zurück. Diese Aussage ist doch eine superbillige Masche, um sich ins Gespräch zu bringen. Hat funktioniert, Glückwunsch.
Man sieht ja hier an der Diskussion schon, dass das Thema komplex ist und mehr erfordert als Schwarz-Weiß-Malerei. Einige Kommentare haben das hier schon ganz gut dargelegt, und ich weiß auch nicht, ob man das hier wirklich ausreichend und angemessen diskutieren kann.
Der gute Jesse ist auf jeden Fall mal ein billiger Opportunist, der eine PR-Gelegenheit sieht, wenn sie sich bietet. Wenn er wirklich Haltung zeigen will (was er ja kann, auch wenn ich mit seiner Meinung null übereinstimme), dann zieht er sich aus dem UMK zurück. Denn ich glaube nicht, dass die EBU Israel ausschließt, warum sollte sie auch? Junge, wenn Du zu einem Wettbewerb willst, dann halte Dich an die Regeln. Ansonsten mach nicht mit. Und mit diesen Aussagen hast Du bei einem Event, wo es unter anderem auch um Völkerverständigung geht, sowieso nichts verloren.
Das mit dem Opportunisten mag zwar stimmen, ist aber dennoch schlicht eine Unterstellung.
Mit Blick auf Sanremo halte ich es für bedenkenswert, dass es oft um mehr geht als einen Vorentscheid – dort wurde es den Teilnehmern doch auch jahrelang freigestellt, ob sie zum ESC wollen oder nicht.
Im Übrigen halte ich den Plural in deiner Einleitung für fragwürdig. 😉
Pluralis maiestatis 🙂
Und klar, natürlich ist das eine Unterstellung, schließlich kenne ich den Menschen ja nicht. Das tun wir alle nicht, und zumindest ich hab auch kein Bedürfnis, daran was zu ändern. Der Eindruck, der sich mir hier aufdrängt, ist aber kein guter. Und bevor jemand sagt, dass es mich nichts angeht: Wer sich auf diese Weise öffentlich äußert, muss auch damit rechnen, dass das öffentlich diskutiert und auseinandergepflückt wird.
Dein San-Remo-Argument ist natürlich valide, aber San Remo war und ist von der Zielsetzung ein wenig anders als UMK. San Remo stand immer für sich als eigenständiger Wettbewerb, UMK soweit ich weiß eher nicht (man korrigiere mich, falls ich da falsch liege). Wer San Remo gewinnt, hat nicht nur eine Vorentscheidung gewonnen. Dass die Sieger in den letzten Jahren dann auch meistens zum ESC fahren, ist ja mehr so ein Beiprodukt.
Natürlich steht es jedem frei, an einer Vorentscheidung teilzunehmen und dann im Falle eines Sieges doch nicht zum ESC zu fahren. Nur ist es halt seinen Mitbewerbern gegenüber nicht besonders fair. Und wenn man von vornherein schon weiß, dass man nicht fahren will, was tut man dann in der Vorentscheidung?
Da müsste man die Finnen fragen, ob sich UMK mittlerweile auch als eigenständige finnische Musikshow jenseits des ESC etabliert hat. Ausschließen würde ich es nicht.
Ja wie ich schon schrieb: womöglich möchte man gerne mal beim UMK dabei sein, weil es inzwischen ein angesehenes nationales Musikfestival ist (darüber, ob das so ist, liesse sich streiten – vielleicht sogar auch unter Finnen).
Ich pesönlich fände es ja knorke, wenn der deutsche Vorentscheid ein derartiges Ansehen hätte, dass da evtl auch ESC-abgeneigte Leute mitmachen wollten (der Fall Kümmert entspricht dem m.E. nicht so ganz) …
Bei Deinem zweiten Punkt geh ich unbedingt mit! Das wäre in der Tat super.
In der Tat !
Wir dürfen nicht vergessen, dass wir alle in einer Blase leben. In Deutschland haben wir aufgrund unserer dunklen Vergangenheit und der Meinung wichtiger Verbündeter einen relativ Israel-freundlichen Blickwinkel („Staatsräson“).
Andere Länder haben diesen halt nicht und offenbar stehen die Finnen den Aktionen des Staates Israel auch negativer gegenüber. Offenbar scheint es diese Haltung auch nicht nur dort zu geben, wenn man sich als Beispiele die schwedische „Fridays for Future“-Bewegung anschaut oder die südafrikanische Klage beim IGH.
Ich finde es auch wichtig, dass man den Konflikt in Israel nicht trivialisiert, in dem man sagt, dass eine der beiden Seiten Schuld hat und die andere unschuldig ist. Dafür ist die Situation zu lange angespannt und beide Seiten tun ihre Teile dafür, dass es nicht besser wird.
Wie dem auch sei: Das Thema könnte zu einem Kernthema des ESC 2024 werden, weil die Proteste halt nicht nur aus Finnland kommen, sondern von vielen Leuten. Nachdem Russland aufgrund seiner Kriegsaktivitäten ausgeschlossen wurden, fällt es mir ehrlich gesagt auch schwer zu begründen, warum man diese Diskussion nicht führen darf – auch wenn ich die Teilnahme Israels persönlich vollkommen okay finde.
Das Russland-Argument fällt aber flach: Russland hat unprovoziert einen Angriffskrieg vom Zaun gebrochen. Israel reagiert auf einen (den X-ten) antisemitischen Terrorangriff, bei dem an einem Tag so viele Juden ums Leben kamen wie zuletzt zu Nazi-Zeiten. Da vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Möchte man diese Karte dennoch spielen, müsste man folgerichtig auch einen Ausschluss Aserbaidschanische fordern. Ganz unabhängig davon, welchem Staat man Bergkarabach nun zurechnet, haben die Aseris 120.000 Armenier erst ausgehungert und dann vertrieben.
Dass es vonseiten der isländischen Songwriter, der irischen Ex-Teilnehmer, Jesses und der anderen finnischen VE-Teilnehmer und Schwedens keinerlei Boykottforderungen gegen/wegen Aserbaidschan gab, zeigt die ganze Bigotterie. Hier geht es unterm Strich also überhaupt nicht um Recht oder Unrecht, geschweige denn irgendwelche vermeintlich hehren oder „woken“ (was daran woke sein soll, erschließt sich mir ohnehin nicht) Werte. Das ist alles nur ein Feigenblatt. Hier geht es ganz offenkundig einzig und allein darum, dass einige Kretins nun ihre Chance gekommen sehen, dem einzigen jüdischen Staat auf der Welt eins auszuwischen.
Bevor das falsch rüberkommt: Ich wollte nicht erklären, dass die Situation in Israel gleich ist mit der in der Ukraine. Habe ja auch selber geschrieben, dass ich kein Argument gegen die Teilnahme Israels sehe.
Meine Aussage soll eher sein, dass die EBU nach dem Angriff auf die Ukraine dem öffentlichen Druck stattgegeben hat. Die Kritiker Israels – von denen es ja anscheinend europaweit einige gibt – berufen sich jetzt auf diesen Präzedenzfall und fordern öffentlich, dass Israel genauso behandelt wird.
Ich als jemand, der in beiden Kriegen/Konflikten Außenstehender ist, sehe auch gewaltige Unterschiede zwischen den Situationen. Diejenigen, die Israel schon vor dem letzten Oktober kritisch gegenüberstanden, haben diese kritische Distanz nicht und empfinden die Situation als große Ungerechtigkeit. Und auch wenn ich Ihre Sicht nicht teile, so kann ich ihre Argumentation und Motivation in Teilen nachvollziehen (genauso würde ich sie auch im Konflikt um Bergkarabach verstehen, wenn es da Disqualifikationsforderungen gäbe).
Es sind einfach Leute, die die aktuelle Situation anders wahrnehmen und daraus dann andere Schlüsse ziehen wollen. Ich tue mich ehrlich gesagt schwer damit zu sagen, dass die andere Seite „unrecht“ hat, nur weil ich anderer Meinung.
Deine Argumentation zur israelfeindlichen Haltung in Teilen der Kunstszene und zuletzt auch der Klimaschutzbewegung unterstütze ich übrigens voll.
Ich bin schon einige Jahre auf der Erde und der Israelkonflikt begleitet die Nachrichtensendungen seit meiner Geburt. Wenn sich junge Klimaschützer hinstellen und in ihrem jungen Alter auf einmal erklären, dass sie klar ausgemacht hätten, wer Schuld sei, finde ich das mindestens einmal sehr anmaßend (auch wenn Ihnen ihre Jugend noch als Unerfahrenheit ausgelegt werden kann).
Die Teile der Kunstwelt, die schon seit Jahren Israel in allem boykottieren wollen und auch viele Leute aus der politisch linken Szene, die schon seit Jahrzehnten ihre Palästinensertücher als Statement tragen finde ich daher noch viel schlimmer, da diese Leute zumeist genug Lebenserfahrung haben müssten um nicht nur schwarz und weiß sehen zu können.
Nee, keine Bange, so habe ich dich auch nicht verstanden. Ich denke bloß, wenn man die Diskussion führt, darf man nicht nur über Israel diskutieren, sondern muss eben auch Aserbaidschan berücksichtigen. Ganz oder gar nicht.
@ Benny
Meine Antwort hierauf ist gerade sehr schnell verschwunden. Muss die noch freigegeben werden oder ist die tatsächlich direkt weg-weg? Enthielt ein paar Reizworte, die der Filter wohl nicht mag, war aber eigentlich nicht unangemessen …
Musste freigegeben werden und ist erledigt ✅
Top, danke dir! War eben ein Bisschen verwirrt, weil der Kommentar nach der Anzeige „Awaiting approval“ ganz schnell weg war. Aber dann weiß ich ja jetzt, wie das läuft. Tusen takk!
Das Russland-Argument fällt tatsächlich flach. Die offizielle Begründung lautete folgendermaßen:
„The EBU has announced that no Russian act will participate in this year’s Eurovision Song Contest.
The Executive Board of the EBU made the decision following a recommendation earlier today by the Eurovision Song Contest’s governing body, the Reference Group, based on the rules of the event and the values of the EBU. The Reference Group recommendation was also supported by the EBU’s Television Committee.
The decision reflects concern that, in light of the unprecedented crisis in Ukraine, the inclusion of a Russian entry in this year’s Contest would bring the competition into disrepute.
Before making this decision the EBU took time to consult widely among its membership.
The EBU is an apolitical member organization of broadcasters committed to upholding the values of public service.
We remain dedicated to protecting the values of a cultural competition which promotes international exchange and understanding, brings audiences together, celebrates diversity through music and unites Europe on one stage.“
Es ging also darum, Schaden vom ESC abzuwenden, und war NICHT als Sanktion gegen Russland erklärt. Da wurde der Druck von außen zu groß.
Stimmt, es war offiziell kein Boykott.
Ich würde hier aber schon zwischen offiziell und inoffiziell unterscheiden.
Man musste sich dem Druck gegen die Teilnahme Russlands beugen (hat also Entscheidung getroffen, die durch die russische Politik entstanden).
In Turin hätte man versuchen können, den Krieg in der Ukraine nicht zu thematisieren (wie z.B. alle Bergkarabach-Konflikte zuvor). Mit den Friedensliedern hat man sich jedoch für einen anderen (ich nenne es mal „pro-ukrainischen Weg“) entschieden
Auch nach den politischen Forderungen zu dem Kämpfern im Asow-Stahlwerk habe ich weder etwas von einem Tadel oder gar einer Strafe gehört.
Es war einfach eine Situation, in der die EBU im Grunde keine Chance hatte, sich nicht zu positionieren. Die einzige „neutrale“ Lösung wäre gewesen Russland antreten zu lassen, was den ganzen ESC in Gefahr gebracht hätte.
So richtig und alternativlos ich die Entscheidung am Ende fand, dass die EBU sich gegen Russland und für die Ukraine positioniert hat, würde ich trotzdem schon festhalten wollen, dass es eine gewisse „Büchse der Pandora“ war, da sich bei jedem neuen Konflikt Leute auf die Situation im Jahr 2022 berufen werden.
Das sollte eigentlich nur meine Aussage sein.
Da ich nicht weiß, ob mein vorheriger Kommentar wieder auftaucht, hier noch mal in aller Kürze:
Ginge es bei der Diskussion um Israel tatsächlich auch nur im Keim um Recht oder Unrecht und irgendwelche vermeintlich hehren moralischen Werte, hätten wir von den isländischen Songwritern, den irischen Ex-Teilnehmern, von SVT und auch von YLE schon längst ähnlich geartete Boykottaufrufe gegen/wegen Aserbaidschan gesehen. Tatsächlich sind diese ganzen angeblichen Bedenken und Bauchschmerzen doch nur ein Feigenblatt und Ausdruck von etwas ganz Anderem …
Das „ganz andere“ ist leicht zu beschreiben: ein widerlicher, primitiver, blutrünstiger, psychotischer, sich immer wieder Bahn brechender Judenhass wie seit dem Mittelalter. Wer in Deutschland oder auch im Nazi-Alliierten Finnland den Boykott fordert, hat wohl nicht auf dem Schirm, was passierte, nachdem man zuletzt 1938 zum Boykott rief.
Wer die israelische Kriegsführung kritisiert ohne das Pogrom der Hamas zu erwähnen, ist ein Schuft.
Exactemente!
Bei der Intensität, mit der dieser Konflikt in Vergleich zu anderen Konflikten diskutiert wird, ist der Antisemitismus-Verdacht natürlich alles andere als abwegig.
Was aber am ESC teilnehmende Länder betrifft, fällt mir wiederum keins* ein, welches zeitgleich eine derartige humanitäre Katastrophe mitverantwortete – so nachvollziehbar oder gar alternativlos das Geschehen auch sein mag. Da können Bedenken und Bauchschmerzen m.E. auch mal jenseits von Antisemitismus eine Daseinsberechtigung haben.
Und gerade nach 2019 würde ich keinen Pfennig darauf wetten, dass es in Island keine Boykottaufrufe gibt …
Naja, die Berichte aus Stepanakert waren denen aus Gaza tatsächlich nicht unähnlich. Bis vor kurzem dachte ich immer, es sei ein rein deutsches Phänomen, dass dem Nahostkonflikt in den Nachrichten ungleich mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als allen anderen Kriegen und Konflikten. Aber anscheinend ist das doch in ganz Europa so.
Ich will auch keineswegs alles gutheißen, was da gerade geschieht und bin wirklich kein Freund Netanyahus. Was mich nur so triggert, ist, dass es jetzt eben nicht zuletzt auch aus antisemitischen Motiven seit Wochen diese Ausschlussforderungen gibt – und zwar allein gegen Israel. Wohlgemerkt aus einer Bubble, die 2016 noch größtenteils stumm blieb, als Russland die Krim annektierte.
Kurzum: Ich kann verstehen, wenn Israel ein Buhmann ist. Ich sträube mich aber dagegen, wenn so getan wird, als sei Israel der einzige Buhmann bzw. Schurkenstaat beim nächsten ESC.
Wobei die Annexion der Krim 2014, so unrechtmäßig sie auch war, unter dem Aspekt der Gewalt doch nicht ganz mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine seit 2022, mit Berg Karabach oder mit dem aktuellen Gaza/Israel-Konflikt vergleichbar ist.
Zur Aufmerksamkeit bzgl. des Nahostkonflikts fallen mir auch die Reiseberichte des US-Amerikaners Tuvia Tenenbom ein („Allein unter Amerikanern/Briten/Deutschen …“). Er wundert sich immer wieder über die Bessessenheit von Menschen mit dem Konflikt Palästina/Israel (und meist auch die Bessessenheit mit Israel als Sündenbock) bei gleichzeitiger Ignoranz von Konflikten mit vergleichbarer Intensität oder Gewalt.
Ähm… Wenn es tatsächlich darum geht, ob je kriegführende Länder beim ESC teilgenommen haben…
Während des Irakkrieges war UK beim ESC dabei. Alle anderen Mitglieder von Bushs Allianz ebenso.
Die Türkei meuchelte fröhlich Kurden und war stets beim ESC dabei.
Portugal führte Krieg in seinen Kolonien und war dabei.
Russland war 2009 nicht nur beim ESC dabei, sondern hatte im Sommer 2008 das kleine Georgien überfallen und durfte den ESC 2009 sogar AUSRICHTEN und in den späten 90ern hat man Tschetschenien dem Erdboden gleichgemacht.
Ab 1993 war fast der gesamte Balkan beim ESC vertreten und es wurde munter Krieg geführt…
Mir fallen gerade noch zwei Ergänzungen ein:
1982 richtete das UK den ESC in Harrogate aus, zu gleicher Zeit fand der Falkland-Krieg zwischen Großbritannien und Argentinien statt.
Frankreich war in den Anfangsjahren des Grand Prix noch in kriegerische Auseinandersetzungen in Algerien und in Vietnam involviert.
So langsam gehen mir die ganzen Kommentare pro Israel oder contra Israel bzw. Gaza gewaltig hier auf die Nüsse. Ich will den ESC in all seiner Pracht genießen. Wenn einer da nicht mitspielen will als „Künstler“ oder „Teilnehmerland“, ….dann soll er weg bleiben ….ist mir völlig egal.
Postet gerne weiter oder kloppt Euch die Köpfe ein. Ich werde in Zukunft um diese Themen (es werden bestimmt noch mehr in dieser Richtung auftauchen) einen Bogen machen und mich auf die Musik beim ESC konzentrieren.
Kein Mensch hat dich gezwungen die Kommentare zu lesen.
Sorry, aber ich kann nicht einfach meine Augen verschließen, wenn irgendwo antisemitische oder einfach faktisch falsche Behauptungen aufgestellt werden. Dann ist es mir egal, was für eine Art Blog das hier ist. Unrecht und Judenhass haben nirgendwo ihren Platz, auch nicht in der ach-so-toleranten ESC-Bubble, die gerade ihr wahres Gesicht zeigt.
Also ich sehe hier eigentlich nur eine ausgewogene Diskussion, in der versucht wird die Ereignisse und Standpunkte differenziert gegenüberzustellen.
Diejenigen, die mit den knappsten Begründungen daher kommen sind diejenigen, die Jesse seine politische Haltung vorwerfen.
Dass hier die „ach-so-tolerante ESC-Bubble“ „Unrecht und Judenhass“ zeigen würde, kann ich nicht erkennen. Ich glaube, dass entspringt eher deiner mangelnden Motivation dich mit Standpunkten auseinanderzusetzen, die nicht komplett deinen eigenen sind (und selbst davon dürfte es hier nicht wirklich viele gegeben haben).
Ich denke, ihr habt Beide Recht. Hier geht es zum Glück sehr gesittet zu. Aber auf Twitter und eine Zeit lang auch auf Wiwibloggs wurden ganz massiv Kampagnen gefahren und der Tonfall war teils ekelerregend.
Wiwibloggs ist generell eine extrem toxische Seite, was da für widerlicher Hass dort in den Kommentarspalten abgeht, aber das juckt die nicht die Bohne.
Ach ja, auf der Website ist auch ein Link zu dem Buch von William. Sorry, aber dieses Cover verursacht wirklich Albräume!!
https://www.amazon.com/Wild-Dances-Curious-Journey-Eurovision/dp/1662601573
Allerdings ist wiwi im Gegensatz zu etlichen anderen Fanseiten nicht auf den Zug aufgesprungen und hat sich diese Position nicht zu eigen gemacht – obwohl da so viel Druck ausgeübt wurde. Das kann man schon anerkennen.
PS: Das Buch von William ist wirklich gut und es geht weniger um den ESC, als man denken könnte.
Naja, offiziell sind sie’s nicht, praktisch anscheinend aber schon. Wie die paar israelischen Nutzer immer wieder konstatieren, wurde bislang noch fast jeder Boykottaufruf mit einem eigenen Artikel versehen, während es zum ja bereits laufenden VE dort noch gar keinen Artikel gab.
Der fettgedruckte Teil bezog sich nicht auf ESC-Kompakt, sondern auf andere Medien, die ESC-Fans nutzen. Judenhass gibt es auf diesem Blog (noch) zum Glück nur sehr selten, im Vergleich zu anderen Medien. War vielleicht etwas missständlich formuliert, ist aber trotzdem kein Grund, mir gleich Engstirnigkeit vorzuwerfen 😉.
Dann will ich mich vielmals entschuldigen. Ich habe es missgedeutet, weil ich dachte du würdest die Debatte unter diesem Beitrag kritisieren, die ich für positiv halte (was diesertage ja selten vorkommt).
Die Engstirnigkeit nehme ich natürlich auch zurück. Ohne den vorherigen Kontext würde ich das natürlich nicht behupten. Sorry nochmal.
Im übrigen glaube ich auch nicht, dass es generell „die ESC-Welt“ ist, sondern einfach nur die Welt. Das Thema polarisiert halt ungemein und die Israelkritiker /-hasser haben sich die ESC-Welt als Teil ihrer Kampagne ausgesucht.
Zumindest möchte ich nicht glauben, dass der ganze Hass auf Twitter, Instagram und Co wirklich hauptsächlich aus der Bubble kommt. Immerhin ist Israel schon sehr lange beim ESC und vor diesem Jahr war das nie ein riesen Thema.
Alles gut, Missverständnisse kommen vor 👍. Ich begrüße es, so wie du, dass man hier eine große Meinungspalette vorfindet, das belebt die Diskussion.
Kann dem letzten Abschnitt auch so zustimmen.
Sobald jemand behauptet, die „Stimme des Volkes“ zu sein/zu kennen, schrumpft mein Interesse an dem/derjenigen abrupt auf Null.
Allerdings – das ist populistischer Müll
Kann man nicht einfach bei Musik wie auch beim Sport die Politik außen vor lassen? Ich kenne den ESC noch aus alten Grand Prix“ Zeiten, wo es um den besten oder auch speziellen Beitrag ging, egal aus welchem Land…. und ich finde auch, dass der Jesse nicht so publicitysüchtig rüberkäme wenn er gar nicht erst antreten würde , so wirkt es tatsächlich wie „ich muss irgendwie schon vorab unbedingt auffallen“… aber solange nicht ganz Finnland die Teilnahme absagt….wen kratzt es…
Ich würde (wie eben weiter oben schon beschrieben) ja behaupten, dass die EBU sich 2022 schon (unfreiwillig mangels Alternativen) pro-ukrainisch positioniert hat. Man kann es also so sehr probieren wie man will: Es ist in letzter Konsequenz einfach nicht möglich.
Und die „guten, alten Grand Prix Zeiten“ beruhen ja auch ein wenig auf dem eisernen Vorhang, der Europa noch in ein West und Ost geteilt hat. Ein Zeichen für ein gelebtes Miteinander in Europa war das da ja auch nur halbwegs (wobei es für Westeuropa schon ein gewisser Schritt war).
Der Jesse ist mir ehrlicherweise auch vollkommen egal. Bin nur gespannt welche Dynamik sich ergibt. Sollte er gewinnen (vielleicht gerade wegen seiner Positionierung) und Verzichten könnten die dann Profitierenden in die Rolle von „Paläsinenser-Feinden“ o.Ä. gerückt werden.
Aber so weit ist es ja nicht. Hoffen wir mal, dass etwas musikalisch Gutes herauskommt von jemandem, der auch wirklich zum ESC will.
Rausschmeissen, diesen Heini. In hohem Bogen. Punkt !
Ich bin und war für den Ausschluss von Russland vom ESC. Wenn ein Staat einen anderen Staat militärisch angreift, hat er nichts bei einem völkerverbindenden ESC zu suchen.
Eine Teilnahme Israels ist für mich unbestritten. Hier bekämpft ein Land eine Terror-Organisation, die in Israel Menschen auf grausame Art und Weise ermordet hat. Jedes zivile Opfer im Gazastreifen ist eines zu viel. Ich stelle mir allerdings immer wieder die Frage, warum die arabischen Länder, die Menschen aus dem Gazastreifen nicht bei sich aufnehmen. Wieso hat Ägypten vor Beginn des militärischen Einsatzes von Israel die Grenzen nicht geöffnet?
Wohl weil man den Nahostkonflikt nicht faktisch im Sinne israelischer Maximalforderungen (ethnisch gesäubertes „Groß-Judäa“) lösen möchte.
Das sind keine israelischen Maximalforderungen, spar dir deine Lügen. Was fordert aber die islamistische Hamas hingegen, hm? Ganz schlecht gespiegelt.
Die nächste im Pott aus Finnland würde nicht antreten falls sie gewinnt wenn Israel teilnimmt ist Siri Sabotage.
Was für ein Kasperletheater
Ja, dann soll Finnland halt ganz fernbleiben. Es wird sie dann eh keiner vermissen.
Sollte es von YLE oder einem anderen Sender jedenfalls irgendwann offizielle Forderungen geben, sollte man eher die Finnen rausschmeißen als Israel. Sowas geht imho einfach gar nicht, zumal, wenn die Entscheidung der EBU schon längst getroffen wurde – und das muss ja auch mehrheitlich geschehen sein, nehme ich mal an.
Bisher hat ja noch kein einziger Sender den Ausschluss gefordert, dass sind nur die ganzen BDS-Schreihälse auf Twitter und und den ganzen anderen „sozialen“ Medien die aber sicherlich nicht die Mehrheit abbilden.
Hoffen wir mal, dass es auch dabei bleibt.
Wieso hat er sich denn beworben, wenn er micht hingehen will. Damit nimmt er nur einen UMK Startplatz für andere Künstler weg. Das gleiche gilt übrigens auch für Sini Sabotage.
Wenn aus einem Land – also Finnland – in welchem laut aktueller Studien die Menschen am glücklichsten auf dieser Welt sind, solche Aussagen kommen dann habe ich wirklich das Gefühl es ist fünf vor zwölf und der Judenhass noch viel weiter auf dem Vormarsch ist als ich das vermutet habe. 🙁
Wenn man vor lauter Glück die rosarote mit der Schwarzweiß-Brille verwechselt…
Bin mal gespannt wann das Finnische Fernsehen zu den Aussagen zweier ihrer Künstler des UMK Stellung nimmt.
So ganz klar ist die Teilnahme der Finnen doch auch noch nicht, sie sagten doch mal dass sie in Austausch mit ihren nordischen Nachbarn bezüglich einer ESC Teilnahme stehen?
Da hängen jedenfalls wieder mal ein paar bedrohliche Wolken über dem ESC Himmel… 🙁
Sie waren auf der Liste der EBU, von daher gehe ich mal aus dass sie teilnehmen wollen.
Jetzt noch absagen wird richtig teuer. Da stehen dann in jedem Fall Strafzahlungen an. Vielleicht zahlt aber die Hamas…
Irgendwann war es sogar mal so, dass eine so späte Absage den Ausschluss vom ESC für die Folgejahre bedeutete, allerdings weiß ich nicht, ob das heute noch so ist.
https://m.youtube.com/watch?v=KfQ6a6myEvQ
Leider ist die Liste mit antisemitisch eingestellten ESC-Teilnehmern noch mit Besa zu ergänzen. Sie fiel wohl zudem mit transfeindlichen Sprüchen auf. Ich weiß schon, warum mir die Frau von Anfang an unsympathisch war.
Bitte Albanien im Semi raus !
Berichtigung: Sie hat wohl Tweets mit derartigem Gedankengut „retweetet“. Macht es aber auch nicht besser.
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