Spanien wird nicht am Eurovision Song Contest 2026 in Wien teilnehmen

Quelle: RTVE

Das groß angekündigte Benidorm Fest 2026 wird nicht den spanischen Song für die ESC-Bühne in Wien suchen. Neben Irland, der Niederlande und Slowenien zieht sich auch Spanien vom Eurovision Song Contest 2026 zurück.

Das gab die Rundfunkanstalt RTVE unmittelbar nach der Entscheidung der EBU-Generalversammlung bekannt und begründete die Entscheidung auch damit, dass die EBU eine gesonderte geheime Abstimmung über die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest in Wien abgelehnt hat.

„Die Situation im Gazastreifen, trotz des Waffenstillstands und der Zustimmung zum Friedensprozess, sowie Israels Instrumentalisierung des Wettbewerbs für politische Zwecke machen es zunehmend schwierig, den Eurovision Song Contest als neutrale Kulturveranstaltung aufrechtzuerhalten“, sagte RTVE-Generalsekretär Alfonso Morales auf der Generalversammlung.

Die offizielle spanische Stellungnahme (in Spanisch) findet Ihr hier. Alfonso Morales sagte auf der Generalversammlung, dass die von der EBU getroffenen Maßnahmen unzureichend seien. Er führte weiter aus, dass der Maßnahmenkatalog „die Verstöße von KAN (…) ungestraft“ ließe.

RTVE ist im Tonfall rigide und verkündet auf der 95. Generalversammlung der EBU in Genf gleichzeitig auch schon, dass RTVE weder das Finale des Eurovision Song Contest am 16. Mai 2026 in Wien, noch die Halbfinale am 12. und 14. Mai 2026 übertragen wird. Der ESC verliert also einen der größeren Einschaltqotenlieferanten, was wiederum auf die Sponsorenerlöse rückkoppeln könnte.

In dem RTVE Statement wird offen „Misstrauen“ gegenüber der EBU-Führung artikuliert, was wiederum darin begründet wird, dass der o.g. geheimen Abstimmung über die Teilnahme Israels, die RTVE mit sieben anderen EBU-Mitgliedern beantragt hat, nicht entsprochen wurde. Das bestätige den „politischen Druck“, dem der ESC und in der Folge die EBU „ausgeliefert“ seien.

Alonso Morales beklagt sowohl das Ausbleiben von Sanktionen gegenüber KAN über mutmaßliche „Manipulationen der Abstimmung“ als auch die „Instrumentalisierung des Wettbewerbs für politische Zwecke“, die es erschweren würden, „den Eurovision Song Contest als neutrale Kulturveranstaltung zu gewährleisten.“

Das RTVE Statement ist ausführlich und politisch aufgeladen formuliert. Man darf davon ausgehen, dass es lange vorbereitet wurde. Einige Passagen gehen weit über die Ausführungen der anderen EBU-Mitglieder hinaus und es schließt mit einer rigorosen Anklage der EBU-Führung, die „eine der größten internen Spannungen in der Geschichte der Organisation verursacht“ habe. „Wir sind der festen Meinung, dass es niemals zu dieser Lage hätten kommen dürfen.“

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breaking (Ergänzung): Die Barcelona Pre-Party ist abgesagt.



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