
Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat entschieden: Israel wird auch 2026 am Eurovision Song Contest teilnehmen dürfen. Trotz anhaltender Kritik und Boykottdrohungen mehrerer Mitgliedsländer im Vorhinein verzichtete die EBU darauf, überhaupt über einen möglichen Ausschluss Israels abzustimmen. Der slowenische Sender RTV, der bereits im Vorfeld mit einem Rückzug gedroht hatte, setzt diese Ankündigung nun um: Slowenien wird nicht am ESC 2026 in Wien teilnehmen.
Auslöser war eine Abstimmung der Generalversammlung über neue ESC-Regeln. Die Konsequenz war klar formuliert: Wenn die neuen Regeln angenommen werden, entfällt die Abstimmung über einen Ausschluss Israels. Genau dazu kam es. Laut RTVSLO hatten Spanien, Montenegro, die Niederlande, die Türkei, Algerien und Island zuvor eine Abstimmung über Israel gefordert – erfolglos.
Mit Slowenien steigen Irland, Spanien und die Niederlande aus dem Wettbewerb aus. Der niederländische Sender AVROTROS verkündete seinen Rückzug als Erster unmittelbar nach dem EBU-Votum.
In ihrem offiziellen Statement kritisiert Natalija Gorščak, Präsidentin des RTV-Vorstands, vor allem das Verhalten der EBU im Umgang mit Russland – und die mangelnde Konsequenz gegenüber Israel. Die Rundfunkunion habe sich geweigert, Russland in der Vergangenheit zuzulassen, und müsse nun konsequent das Gleiche auch gegenüber Israel tun.
Die Mitteilung enthält deutliche Worte:
„Unseren Journalist*innen war und ist es nicht erlaubt, nach Gaza einzureisen, wo mehr als 200 Journalist*innen getötet wurden. Im vergangenen Jahr haben wir gesehen, dass der israelische Beitrag politisch war. Vergessen Sie nicht, dass wir einen ähnlichen Auftritt einer russischen Sängerin in der Ukraine verboten haben.
2017 haben wir in Stockholm die Büchse der Pandora geöffnet, als ein politisches Lied gewann – seitdem kämpfen wir gegen Politik beim Eurovision.“
Gorščak zeigt Verständnis für die schwierige Lage des israelischen Senders KAN, betont aber zugleich die politische Instrumentalisierung:
„Wenn KAN sich zurückziehen würde, würde es der israelischen Regierung erlauben, die Eurovision in einen reinen Liederwettbewerb zu verwandeln. Wir alle sitzen in der Falle. Wir sind Geiseln der politischen Interessen der israelischen Regierung.“
Sie macht deutlich, dass ihre Aussagen nicht persönlicher Natur sind:
„Ich vertrete RTV Slovenija, die slowenische Öffentlichkeit und die Künstlerinnen aus Slowenien. Seit drei Jahren fordert die Öffentlichkeit von uns, „Nein“ zu sagen – zur Teilnahme jedes Landes, das ein anderes Land angreift. Wir müssen den europäischen Standards für Frieden und Verständigung folgen.
Die Eurovision war von Anfang an ein Ort für Freude und Glück; Musik hat Künstlerinnen und Publikum verbunden – und so muss es auch bleiben.“
Besonders klar formuliert RTV aber eine abschließende Botschaft:
„Unsere Botschaft lautet: Wir werden nicht am ESC teilnehmen, wenn Israel dort ist. Im Namen der 20.000 Kinder, die in Gaza gestorben sind.“
Im Vorfeld hatten bereits mehrere Rundfunkanstalten Boykottdrohungen ausgesprochen, sollte Israel zugelassen werden. Auch die niederländische AVROTROS begründete ihren Ausstieg mit einer „schwerwiegenden Verletzung der Pressefreiheit“ durch Israel in Gaza.
2026 werden wir also nicht erfahren, wer die Nachfolge von Klemen (Aufmacherbild) antritt und Slowenien beim ESC vertritt.
Was sagst Du zu der slowenischen Entscheidung? Schreib uns Deine Meinung in die Kommentare und beachte dabei bitte die Netiquette.
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Slowenien fehlte zuletzt 2000 beim ESC.
Dies noch zum Abschluss: Es gibt hier nur Verlierer, auf allen Seiten, und mir blutet das Herz für meinen geliebten ESC.
Und natürlich respektiere ich die Entscheidung, auch wenn ich sie falsch finde. So funktionieren nämlich Demokratie und Meinungsfreiheit.
Ich mußte mich bereits übergeben. Möglicherweise ist das der Anfang vom Ende des ESC.
Aha, Du möchtest also auch in unsere Endzeitpropheten-Volleyballmannschaft. 😉
Ich sehe das nicht so dramatisch. Wird sich 2027 schon wieder einrenken.
Ich hoffe es ! Aber momentan fehlt mir dazu die Fantasie.
Irgendwie kann ich mich auch nicht mehr so auf den Teneriffa-Urlaub freuen.
Das ist allerdings nicht das erste Mal, dass der ESC mit einer Boykottwelle zu kämpfen hat. Und die erste hat er auch schon überstanden.
So ist es!
Wirklich schade, ich mochte vorallen die Beiträge aus 2011, 2015 und 2019, die ich alle kriminell unterbewertet fand.
Hoffe auf ein Comeback im Jahr 2027.
Kein Verlust. Wir brauchen keine Rundfunkanstalten, die den Wettbewerb zunehmend politisieren und ihre anti-israelische Haltung durchzusetzen versuchen.
Eine legitime Entscheidung von Slowenien, ja sogar eine vertretbare Handlung der slowenischen Rundfunkanstalt.
Jedoch wäre meine Handlungsweise sowie Entscheidung eine andere gewesen.
Ich hoffe es jedenfalls sehr und würde mich unglaublich darüber freuen, wenn Slowenien beim ESC 2027 wieder dabei wäre. 😀
Echt? Die Zahlen der Toten in Gaza und damit der Vorwurf des Genozid basieren auf Zahlen der Hamas, einer Terrororganisation. Finde die Austritte, alle, nicht vertretbar, weil die Sender den Wettbewerb für politische Zwecke missbrauchen. Ein zusätzliches Jahr Sperre wäre konsequent
Winke, winke, am besten den ganzen ESC einmotten. Wird immer absurder. Können ja beim russischen Kriegsverbrecher ESC mitmachen
„ Vergessen Sie nicht, dass wir einen ähnlichen Auftritt einer russischen Sängerin in der Ukraine verboten haben.
2017 haben wir in Stockholm die Büchse der Pandora geöffnet, als ein politisches Lied gewann – seitdem kämpfen wir gegen Politik beim Eurovision.“
Damit hat Slowenien aber recht und das sage ich, als Jamala//1944 Fan.
Wobei spätestens, bei den Buhrufen für die Zwillinge in Kopenhagen 2014 und diese Fake Applaus Sache in Wien 2015 wurde der ESC unnötig politisch.
Nur das der ESC 2016 in Stockholm stattgefunden hat.
Zug- und Flixbusverbindung Ljubljana – Wien:
Fahrtzeit rund 5 Stunden, quasi stündlich, Kosten ab 29,90/27,90.
Einfach trotzdem kommen!
Das macht mich richtig, richtig traurig!😢
Hat Frau Gorščak etwa vor, sich mit ihren Auslassungen bei Papst um eine Heiligsprechung noch zu Lebzeiten zu bewerben?
So dick wird ja nicht mal bei der Wahl zur Miss World aufgetragen.
Menschen, die meinen, in alle Welt hinausschreien zu müssen, wie empathisch sie doch sind welch enormen Anteil sie doch am Unglück der Menscheit nehmen, sind mir zutiefst suspekt.
Die Länder die zurückgezogen sind nicht empathisch. Sie kaschieren damit ihren Antisemitismus und ihren Judenhass. Wer sich mit Terroristenabschaum der Hamas solidarisiert hat keinerlei Empathie für irgendjemand.
Schade, ich mag Slowenien beim ESC, aber nun ja, … hätte gehofft, dass sie es sich doch noch mal überlegen (gilt für alle Länder, die zurückziehen). Ist leider nicht so… na dann, mach’s gut Slowenien. Vielleicht 2027 wieder, wäre schön. Zu schade, dass offenbar die Israelfrage fast „United by Music“ ein bisschen wie Hohn klingen lässt.😢
Sloweniens Rückzug ist der einzige, der mich wirklich trifft… und dabei war ich noch nie dort und kenne keinen Slowenen. Aber Slowenien hat eine ganz eigene Kultur, hat sich mir als weltoffen gezeigt und jetzt das. Ich hoffe wirklich, wirklich, dass es nur ein Jahr ist und sie dann wieder an der europäischen Festtafel teilnehmen.
Sehr irritierend, dass billiger politischer Aktivismus wichtiger ist als die Pflege der guten Nachbarschaft zu Österreich. Dass man diesem Großereignis in Wien fernbleiben will, ist kein freundlicher Akt.
Jetzt werden tote Kinder ausgenutzt um das nicht antreten zu rechtfertigen. Irgendwie Pietätslos und zeigt wie politisch Slowenien den Contest missbraucht.
Man mag ja geteilter Meinung sein bezüglich der Teilnahme Israels. Was mich aber extrem stört, ist der Umstand, dass der bestialische unmenschliche Angriff der Hamas mit keiner Silbe erwähnt wird. Die Tatsachen werden vollkommen verdreht. Ich habe Familie in Israel. Der ganze Westen fällt auf die PR der Hamas herein. Viele Menschen wurden leider Opfer dieser Taktiv. Dass diese getöteten Menschen reines Kalkül der Hamas sind, macht alles nur noch schlimmer. Der Sündenbock ist wie immer Israel. Die Rechnung der Hamas geht auf und der durch diese Eskalation geschürte weltweite Antisemitismus war noch nie schlimmer seit dem Ende des 2. Weltkriegs. Ich spüre nur noch Ohnmacht und Wut. Wenn man in Tel Aviv an der Riviera einen Kaffee trinkt, merkt man sehr schnell die Diskrepanz der durch die Medien unterstützten einseitigen Berichterstattung und dem Ist-Zustand. Im 2005 hat Israel Gaza als blühende Oase übergeben. Was jetzt passiert ist, ist mitnichten Israel zuzuschreiben. Die einseitige Verurteilung Israels ist skandalös.
nicht der ganze Westen! Bin an deiner Seite und finde es sehr bedenklich das diese ganzen Absagen jetzt auf Zahlen einer Terrororganisation basieren. Wie blind und fanatisch müssen die Chefetagen dieser Sender sein?
du sprichst mir aus dem herzen.der 7 Oktober. wird vollkommen ignoriert.
Schade. Aber ich akzeptiere die Entscheidung. Wobei es mich nicht überascht, da RTVSLO es schon vorher angekündigt hat.
Dann bleiben sie weg mochte ich nie
puh, eine Absage die auf Zahlen des Gesundheitsministeriums der Hamas basiert… sagt alles. Gute Besserung Slovenia