Warum in manchen Ländern nur sechs statt sieben Jurymitgliedern beim Eurovision Song Contest gevotet haben

Jury-Wertung in einer Probe – Foto: Johannes Floehr

Der Eurovision Song Contest 2026 bot im Vergleich mit seinen Vorgängern einige Veränderungen im Votingverfahren. Diese Änderungen betrafen auch die Jurys: Anders als noch in den vergangenen Jahren zählte nämlich nun auch bereits in den Halbfinalshows eine Jurywertung zu annähernd 50 Prozent. Außerdem wurden die Jurys erweitert. Waren es zuvor nur fünf Personen, die über die musikalische Qualität der Beiträge abstimmen sollten, sind seit diesem Jahr sieben gefordert. Zwei von ihnen müssen zwischen 18 und 25 Jahren alt sein. Nicht jedes Land konnte das allerdings liefern.

In den kurz nach dem Finale bei eurovision.com veröffentlichten detaillierten Votings sieht man, dass in vier Ländern nur sechs Juroren gewertet haben. Wie wir in unserer „Viva Vienna“-Reihe bereits geschrieben haben, war das bei Malta, Zypern, Tschechien und Luxemburg der Fall. Die drei erstgenannten Länder hatten sowohl im Halbfinale als auch im Finale nur sechs Juroren am Start. In Luxemburg war man zumindest im ersten Semi noch vollzählig – im Finale dann aber nur noch zu sechst.

Wie die Europäische Rundfunkunion (EBU) gegenüber ESC Portugal nun erklärt hat, lag dies aber nicht etwa an Disqualifikationen oder Regelverstößen einzelner Mitglieder der Jurys. Stattdessen sei der Grund viel profaner. Die fehlenden Juroren hätten aus persönlichen Gründen nicht voten können oder seien in letzter Minute verhindert gewesen. Laut Reglement müssen diese dann auch nicht ersetzt werden:

In diesem Jahr wurde die Größe der Jurys auf sieben Mitglieder erweitert, und die Sender mussten keine Ersatzjuroren benennen. In Tschechien beispielsweise konnte ein Juror in letzter Minute nicht teilnehmen, sodass die tschechische Jury aus sechs Mitgliedern bestand. Kann ein Juror nicht teilnehmen, wird er nicht ersetzt.“

Die Juryvotings entstehen nicht am Abend der ESC-Shows selbst, sondern bereits einen Abend zuvor. Die Juroren voten also bereits am Montag beziehungsweise Mittwoch für die Halbfinalshows und am Freitag für das Finale auf Basis einer nicht öffentlich übertragenen Generalprobe.

Kleiner Randaspekt: Während auf eurovision.com noch immer alle sieben Namen der geplanten Jurys aus Luxemburg und Malta aufgelistet sind, stehen bei Zypern und Tschechien nur die sechs, die letztendlich auch gevotet haben. Wie sich die Juryvotings am Ende vom Televoting unterschieden haben, haben wir hier für euch in „Viva Vienna“ aufgeschrieben.

Wie findest Du die Erhöhung der Jurys von fünf auf sieben Mitglieder? Wurde in den vier Fällen richtig entschieden oder hätten Ersatzjuroren nominiert werden müssen? Findest Du die Erklärung der EBU plausibel? Schreib es uns gerne in die Kommentare!



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