
Der Eurovision Song Contest 2026 bot im Vergleich mit seinen Vorgängern einige Veränderungen im Votingverfahren. Diese Änderungen betrafen auch die Jurys: Anders als noch in den vergangenen Jahren zählte nämlich nun auch bereits in den Halbfinalshows eine Jurywertung zu annähernd 50 Prozent. Außerdem wurden die Jurys erweitert. Waren es zuvor nur fünf Personen, die über die musikalische Qualität der Beiträge abstimmen sollten, sind seit diesem Jahr sieben gefordert. Zwei von ihnen müssen zwischen 18 und 25 Jahren alt sein. Nicht jedes Land konnte das allerdings liefern.
In den kurz nach dem Finale bei eurovision.com veröffentlichten detaillierten Votings sieht man, dass in vier Ländern nur sechs Juroren gewertet haben. Wie wir in unserer „Viva Vienna“-Reihe bereits geschrieben haben, war das bei Malta, Zypern, Tschechien und Luxemburg der Fall. Die drei erstgenannten Länder hatten sowohl im Halbfinale als auch im Finale nur sechs Juroren am Start. In Luxemburg war man zumindest im ersten Semi noch vollzählig – im Finale dann aber nur noch zu sechst.
Wie die Europäische Rundfunkunion (EBU) gegenüber ESC Portugal nun erklärt hat, lag dies aber nicht etwa an Disqualifikationen oder Regelverstößen einzelner Mitglieder der Jurys. Stattdessen sei der Grund viel profaner. Die fehlenden Juroren hätten aus persönlichen Gründen nicht voten können oder seien in letzter Minute verhindert gewesen. Laut Reglement müssen diese dann auch nicht ersetzt werden:
„In diesem Jahr wurde die Größe der Jurys auf sieben Mitglieder erweitert, und die Sender mussten keine Ersatzjuroren benennen. In Tschechien beispielsweise konnte ein Juror in letzter Minute nicht teilnehmen, sodass die tschechische Jury aus sechs Mitgliedern bestand. Kann ein Juror nicht teilnehmen, wird er nicht ersetzt.“
Die Juryvotings entstehen nicht am Abend der ESC-Shows selbst, sondern bereits einen Abend zuvor. Die Juroren voten also bereits am Montag beziehungsweise Mittwoch für die Halbfinalshows und am Freitag für das Finale auf Basis einer nicht öffentlich übertragenen Generalprobe.
Kleiner Randaspekt: Während auf eurovision.com noch immer alle sieben Namen der geplanten Jurys aus Luxemburg und Malta aufgelistet sind, stehen bei Zypern und Tschechien nur die sechs, die letztendlich auch gevotet haben. Wie sich die Juryvotings am Ende vom Televoting unterschieden haben, haben wir hier für euch in „Viva Vienna“ aufgeschrieben.
Wie findest Du die Erhöhung der Jurys von fünf auf sieben Mitglieder? Wurde in den vier Fällen richtig entschieden oder hätten Ersatzjuroren nominiert werden müssen? Findest Du die Erklärung der EBU plausibel? Schreib es uns gerne in die Kommentare!
Entdecke mehr von ESC kompakt
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.



OT: Kirsti Sparboe, dreifache Vertreterin Norwegens beim ESC sowie Teilnehmerin am deutschen VE 1970, ist im Alter von 79 Jahren verstorben:
https://www.nrk.no/tromsogfinnmark/kirsti-sparboe-er-dod-1.17928092
Einer ihrer bekanntesten Songs ist dieser:
https://youtu.be/PtPPirkYjAk?is=b1XaqqodWp-GVda1
Wie traurig 🙁
Eine sehr traurige Nachricht. Ich möchte ihre drei ESC-Beiträge sehr, und natürlich auch den Student aus Uppsala.
Machet joot, Kirsti.
Ruhe in Frieden, Kirsty!
Hört sich ziemlich mysteriös bzw unglaubwürdig an.
Hätte man sich da nicht rechtzeitig um Backup Juroren kümmern können?
Nein. Die Juroren werden quasi eingesperrt inkl. Überwachung. Deswegen keinen Ersatz bzw. Backup.
Das klingt mir tatsächlich plausibel. Wenn man die Anzahl an Juroren erhöht, erhöht man damit ja auch die Wahrscheinlichkeit, dass einer davon kurzfristig nicht verfügbar ist. Dafür kann es ja die unterschiedlichsten Gründe geben. Da keine Ersatzjuroren benannt werden mussten, leuchtet mir ein, warum es zu diesem Problem kam. Ich würde also empfehlen für diesen Fall zukünftig Ersatzjuroren zu benennen.
Je mehr Jurymitglieder, umso besser – ich finde, es sollten lieber 10 als 7 sein…
Auffällig, dass es bis auf ev. Tschechien kleinere Länder sind.Von daher sehe ich hier keine Verschwörung.
Das gibt es ja jedes Jahr. Mit der Vergrößerung der Jurys ist das aber absolut kein Problem.
Finde die Entscheidung immer noch gut. Von mir aus könnten mindestens 10 Leute in einer Jury sitzen.
Zum aktuellen Jurysystem habe ich mich ja bereits mehrfach geäußert – das ist einfach nur für die Tonne! 🛢️ 🕳️
Aber ich will kurz erzählen, wie das früher zu Zeiten der demoskopischen Juries war. Eine typische Jurybesetzung sah damals folgendermaßen aus:
🔹 3 männliche Mitglieder über 25
🔹 3 männliche Mitglieder unter 25
🔸 3 weibliche Mitglieder unter 25
🔸 3 weibliche Mitglieder über 25
Wobei elf der zwölf tatsächlich in die Wertung kamen, während die Nummer 12 lediglich Ersatzfunktion hatte (üblicherweise jemand, der im Vorjahr zu den vollwertigen Juroren zählte). Vertreten waren die unterschiedlichsten beruflichen und sozialen Hintergründe – für die Jurymitgliedschaft konnte sich absolut jeder bewerben, der in keinerlei Abhängigkeitsverhältnis zur Musikbranche stand. 🎧
In den 80ern hat die “ Jury “ ja oft den absoluten Supergau Murks geliefert.
Ich sag nur “ Rokk me Beiby“ von Riva als Sieger. Oder die völlig unterbewertete Paloma San Basilio .
„Rock me baby“ war so viel besser als der aktuelle Siegertitel.
Wie „demoskopisch“ oder gar „repräsentativ“ die Jurys damals waren, sah man ja anhand der vergebenen Punkte und des schon für damalige Verhältnisse angestaubten Musikgeschmacks. Zufallsbedingt war da auch nichts zusammengewürfelt. Bitte nie mehr wieder so einen Quark, der nur vorgibt, irgendwie für etwas stehen zu wollen.
Sorry, aber das ist wirklich eine völlig unqualifizierte „Hau drauf“-Äußerung. 🙄
Woanders ist man auch beschlussfähig, wenn es einzelne Ausfälle gibt. Nachnominierungen sind aufgrund von Kurzfristigkeiten meist unpraktikabel. Geht schon in Ordnung.
Die U25-Regel sollte auf jeden Fall beibehalten werden, verjüngt sie doch den Wettbewerb und das Ergebnis kann man dieses Jahr auch erkennen. Insofern ist die EBU da meiner Meinung nach auf dem richtigen Weg.
Es ist natürlich blöd, wenn Juroren ausfallen und nicht ersetzt werden können… das führt ja auch zu einer Art Wettbewerbsverzerrung.
Wem kann die EBU schon nachweisen, dass der fehlende Juror wirklich nicht kann… oder dann doch die Altersgrenzen nicht eingehalten werden?
Ein Backup würde ich in diesem Fall auch begrüßen, wird sich aber wohl nicht durchsetzen lassen.
Warum rechtfertigst du dich?
Es wird hier dauernd ohne Bezug gepostet!!
Du musst dich für keinen deiner Postings / Kommentare entschuldigen. 😀
Schreib einfach das was du mitteilen möchtest. Egal ob mit oder ohne ESC-Bezug. 😀
Wann heiratet ihr endlich?
Wenn du dich freiwillig bei allen Tänzelfeste für die nächsten zehn Jahre engagierst, sofort, fratello. 😀
Schon okay, ich habe auch nicht vor dich zu heiraten, weil ein gewisser Mann aus Parma da definitiv etwas dagegen hätte. 😀
Ja im Grunde kein Problem wenn hier und da ein Jurymitglied letztendlich dann doch nicht an der Wertung teilnehmen kann.
Die einzige Frage die mir in den Sinn kommt, da wir eben jetzt die Regelung haben, dass zwei Jurymitglieder unter 25 sein müssen, ist, falls ein U25-Jurymitglied betroffen ist, ob man dann die Wertung des anderen U25-Jurymitglieds doppelt zählen soll? Oder wäre dies zu viel des guten? Und was wäre dann, wenn beide U25-Jurymitglieder ausfallen?
Laut Regelwerk 2026 zählt den Versuch 7 Juroren einzusetzen mehr als das Alter.