Absage des ESC 2020 in Rotterdam: Das sagen die Verantwortlichen

Foto: Guido Pijper

Der Eurovision Song Contest 2020 findet nicht im Mai in Rotterdam statt. Das haben die EBU und die verantwortlichen niederländischen TV-Sender heute bekannt gegeben. Hier sind ihre jeweiligen Statements zu der Entscheidung:

Jon Ola Sand, Executive Supervisor: „Wir sind sehr stolz auf den Eurovision Song Contest, der seit 64 Jahren Menschen in ganz Europa vereint. Und wir sind zutiefst enttäuscht über diese Situation. Die EBU wird zusammen mit den gastgebenden Rundfunkanstalten NPO, NOS, AVROTROS und der Stadt Rotterdam weiter darüber sprechen, ob es möglich ist, den Eurovision Song Contest 2021 in Rotterdam auszurichten. Ich möchte allen danken, die an der Durchführung eines großartigen Eurovision Song Contest in diesem Jahr beteiligt waren. Leider war dies aufgrund von Faktoren, die sich unserer Kontrolle entziehen, nicht möglich. Wir bedauern diese Situation sehr, aber ich kann Ihnen versprechen: Der Eurovision Song Contest wird stärker als je zuvor zurückkommen.“

Das Statement von Jon Ola Sand im Video 

Die NPO-Vorsitzende Shula Rijxman: „Diese Entscheidung der EBU war unvermeidlich angesichts der Umstände durch das Coronavirus, die derzeit ganz Europa betreffen und allen Maßnahmen, die die Regierungen jetzt ergreifen müssen. Dies ist eine große Enttäuschung für das niederländische Publikum, das fantastische Team hinter den Kulissen, die Moderatoren und die Künstler. In den letzten Monaten hat eine große Gruppe von Menschen hart an dem Song Contest gearbeitet. Wir danken ihnen für ihr großes Engagement und bedauern, dass die Ergebnisse der Bemühungen kurzfristig nicht sichtbar sein werden. Besonders erwähnen möchten wir die Stadt Rotterdam, die sich im vergangenen Jahr als idealer Partner für dieses Projekt erwiesen hat. Diese Ausgabe war eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich in einer Zeit der Unsicherheit in Europa anders zu verstehen, vor allem aber eine Chance, Europa wirklich zusammenzuführen. Musik ist universell verbindlich und – ich bin sicher – das wird auch so bleiben. Auch nach dieser Coronakrise“.

Sietse Bakker (Foto oben), Executive Producer Event, hat Verständnis dafür, dass viele Menschen enttäuscht sind, dass der Eurovision Song Contest 2020 nicht stattfinden wird: „Die Künstler aus 41 teilnehmenden Ländern, die Beteiligten an Eröffnungs- und Pausenauftritten stecken ihre Herzen und Seelen in ihre Auftritte. Für die Fans, die uns immer unterstützt haben und bis zum letzten Moment das Vertrauen behalten haben. Und nicht zuletzt für die fantastische Mannschaft, die in den letzten Monaten sehr hart gearbeitet hat, um diese 65. Ausgabe zu einem großen Erfolg zu machen. Wir verstehen und teilen diese Enttäuschung. Eine gewisse Perspektive ist angebracht, weil wir gleichzeitig auch erkennen, dass diese Entscheidung und ihre Folgen nicht mit den Herausforderungen vergleichbar sind, denen sich die Menschen gegenübersehen, die direkt oder indirekt vom Coronavirus und den schwierigen, aber notwendigen Maßnahmen betroffen sind“.

Wir werden in Kürze auch die Verantwortlichen vom NDR um ein Statement bitten.


30 Kommentare

    • Ich denke mal, dass es neue Beiträge geben wird. Selbst wenn die EBU eine Ausnahme gewähren würde – nächstes Jahr interessiert sich doch niemand mehr für die aktuellen Songs.

    • Ich hoffe die Beiträge bleiben nächstes Jahr! Meinentwegen können jetzt die Lieder auf Youtube und anderen Plattformen gesperrt und nächstes Jahr im März wieder veröffentlicht werden, damit die Lieder trotzdem noch einen „Überraschungseffekt“ für alle haben.

      • Die meisten werden ja ohnehin 20 x revampt und hören sich dann ganz neu an 😉

    • Die meisten Zuschauer hören die Songs sowieso zum ersten Mal bei den ESC-Shows (außer evtl. den des eigenen Landes), also würde das wohl für den Großteil keinen Unterschied machen. Wahrscheinlich wäre es die sinnvollste Lösung, es den einzelnen Delegationen zu überlassen, ob sie den Song behalten oder einen neuen schicken wollen.

  1. Sehr sehr Schade….
    Aber es hat sich in den letzten Tagen/Wochen abgezeichnet und ist wohl auch die einzig richtige Entscheidung. Ich hoffe nun dass das SRF Gjons Tears nun automatisch für nächstes Jahr nominiert und ihm so die verwehrte Möglichkeit nächstes Jahr bietet. Ob mit dem gleichen Song(sofern die EBU das ausnahmsweise zulässt) oder einem anderen, ist egal.

    • Ich hoffe, die EBU erlaubt den Künstlern eine Ausnahme, wobei die jetzigen Beiträge nächstes Jahr von den bereits gewählten Künstlern vorgetragen werden. Bitte! ✊

  2. Also ich finde sie machen es sich zu einfach. Gerade in Zeiten wie diesen brauchen die Menschen gutes Fernsehprogramm. Klar keine Show, aber hätte man nicht eine Studioversion machen können oder irgendwas. Aber klar Gesundheit geht vor…

    • Wäre wahrscheinlich trotzdem zu riskant und außerdem in der Kürze der Zeit nicht zu realisieren gewesen.

      Nein, die Verantwortlichen haben es sicher nicht einfach gemacht.

  3. Das ist alles supertraurig, gerade in einem Jahr, in dem ich wieder mal mit Stolz auf unseren Beitrag dabei gewesen wäre. Aber der EBU blieb keine andere Wahl. Schade um Ben’s Beitrag, denn Top10 wäre definitiv möglich gewesen. Er hat hoffentlich im nächsten Jahr seine Chance, ich bitte drum.
    Uns bleibt dann wohl nur ein esckompakt „Firstchancecontest“ mit Videomaterial. Das kann man ja mit den beiden Semis und dem Finale zeitgleich im Mai stattfinden lassen.
    Gut, dass es euch gibt, Freunde. Bleibt gesund!

  4. Und abseits von der Trauer um die Veranstaltung hoffe ich, dass alle Leser & Blogger hier hart daran arbeiten, die Zeit gesund zu überstehen. Und vom TV erwarte ich, dass nicht der 8725ste Tatort, eine TV-Schlagerkonserve mit Florian oder alberne HartaberFair-Diskussionsrunden gesendet werden, sondern der 16. Mai mit positiver Energie dem ureigenen Zweck des ESC gewidmet wird.

  5. Meiner Meinung nach sollte es so sein, dass entweder alle ihre Acts für den ESC ändern oder alle Künstler mit ihren Songs für das nächste Jahr gesetzt sind, es wäre nur fair gegenüber den einzelnen Künstlern!

  6. Neeein 😫 das schlimmste was hätte eintreffen können ist tatsächlich eingetroffen. Es ist so unfassbar traurig dass ich es nicht wahrhaben will 😭 bis zuletzt habe ich darauf gehofft dass der ESC -in welcher Variante auch immer- stattfindet…

  7. Nachdem ich im Februar meinen Vater an Krebs verloren habe war der ESC eine der wenigen Sachen auf die ich mich dieses Jahr noch gefreut habe. Und jetzt hat sich auch das erledigt. 🙁

    Ich bin wirklich durch mit dem Jahr!!

  8. Wie mein Sohn mir zu bedenken gab, würde die Beibehaltung der Songs für ein Jahr (streng genommen sogar mehr) die Komplette Vorentscheidssaison nullifizieren. Keine schöne Aussicht …

    Dann lieber One-Artist-Vorentscheide in denen u.a. auch die 2020er-Beiträge zur Wahl stehen. Könnte mir bei einigen durchaus noch bessere Songs vorstellen (ja, sogar auch bei Ben Dolic …;).

    • Finde es auch für richtig das sie absagen weil das mit den live Schaltungen ist doch für nix nur raus geschmissenes Geld
      Wenn ich Gastgeber bin dann würde ich auch einen ordentlichen Esc wollen

  9. Wenn Rotterdam wieder der Austragungsort ist dann sollen sie das komplette Design und Produktion übernehmen die Künstler sowieso
    Hoffentlich gibt es eine ordentliche Finanzierung von der EBU

    • Für 2020 waren es um die 6 Mio. von EBU.

      Gesamtkosten womit kalkuliert wurde:
      – 26 Mio. für die Sendungen (NPO)
      – 15 Mio. für Hotels, Nebensachen, Transport (Stadt)
      – 24 Mio. für die Sicherheit (Polizei usw.)

  10. Gut daß abgesagt wurde. Nicht gut daß keine „online-Version“ draus wurde. Wie schon viele vorgeschlagen haben. Jedes Land präsentiert in seinem Land im TV-Studio ohne Zuschauer. Online Voting und Jury Voting macht jeder alleine zu Hause. Zu gucken machen auch Millionen zu Hause (es gibt sowieso Ausgangssperre). So hätte es mit den beiden Semi Finals und dem Grand Finale sein können. Die Künstler wären bekannt geworden wie immer – mit ihren aktuellen Songs.
    Was soll das bringen 2021 in Rotterdam mit den gleichen Songs von 2019/2020. Langweilig und gegen die Regeln. Was wenn ein Land aber ein anderes Lied schicken will. Was mit den Ländern, die 2020 nicht mit machen wollten aber vielleicht 2021. Nein. Das war unüberlegt von der EBU komplett abzusagen ohne eine Internetversion des ESC.
    Dann eben 2021 komplett neu! Reset-Taste. Einfach beginnen wie jedes Jahr.
    Wie sagt man immer Nachdem ESC ist vor dem ESC.

    • Ganz genau, es ist gegen die Regeln. Dann müßte man konsequenterweise sämtliche Musikvideos und Liveauftritte der diesjährigen Beiträge auf den bekannten Platformen löschen – wer macht sich da schon die Mühe ?

      Nun gut, bislang war „höhere Gewalt“ wohl auch nicht in den Statuten der EBU vorgesehen.

  11. Ja schade, aber vorhersehbar. Ich verstehe aber auch nicht, warum es nicht z.B. möglich gewesen wäre, den ESC in den Oktober zu verlegen. So geschieht das ja derzeit mit vielen auch großen Messen. Wenn es dann absehbar gewesen wäre, dass es nicht besser wird, hätte man das Event in drei Monaten auch immer noch ganz absagen können.

    In jedem Fall sollten die Künstler und deren Songs auch 2021 wieder dabei sein können. Hier sollte eine Härtefallregelung greifen, die dies den Ländern ausnahmsweise ermöglicht. Wie die nationalen Delegationen dann entscheiden, ist dann nochmal etwas anderes. Das Youtube-Argument finde ich ziemlich absurd, schließlich werden die Songs ja ohnehin mindestens 2 Monate im Voraus veröffentlicht, so dass es für die ESC-Fans am ESC-Abend gar keinen Überraschungseffekt gibt. Außerdem schauen die meisten Zuschauer eh keinen Beitrag vorher an.

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