Erste Probe beim ESC 2022: Marius Bear mit „Boys Do Cry“ für die Schweiz

Bild: EBU / Nathan Reinds

Während wir auf die hoheitlich freigegebenen – andere würden sagen: zentral zensierten – Infos von der EBU warten (Wer sollte eigentlich die Pressefreiheit in diesen Zeiten verteidigen, wenn nicht ein Verbund wie die European Broadcasting Union als Zusammenschluss öffentlich-rechtlicher Sender?), folgen wir den merkantilen Interessen dieses Zusammenschlusses und vergeuden unsere Zeit auf einer Social-Media-Plattform, die in einem weiteren Land mit – nunja – sehr begrenzter Pressefreiheit beheimatet ist. Eurovision goes China. Macht ja auch Sinn, nachdem die dort auch ESC-Final-Auftritte zensieren.

@eurovision Switzerland’s super-talented @marius.bear shared his music journey with us! 🎶 #Eurovision2022 #Eurovision #ESC2022 ♬ original sound – Eurovision

Scheinbar ist man in Turin im Zeitplan, denn um kurz nach 12 hat Marius Bear seinen ersten Probendurchlauf bereits absolviert. Nach Litauen es eine weitere zurückgenommene, stilvolle Performance. Marius ist ganz in Schwarz gekleidet. Er hat nur einen Scheinwerfer und etwas atmosphärischem Licht zur Unterstützung auf der Bühne. Seine Stimme soll großartig geklungen haben. Diese ist ja ohnehin beeindruckend. Die Akustik im Pala Olimpico fügt weitere Dramatik hinzu. Das EBU-Pressezentralkomitee vermutet, dass die Schweizer Delegation mit dem Durchlauf sehr zufrieden sein wird.

Erstaunlich ist es aber trotzdem, dass die Verantwortlichen bei der RAI zwei so ruhige und stilvolle Auftritt hintereinander platziert haben. Das kann eigentlich nicht nur an Gründen des Szenenaufbaus liegen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es das unter der Ägide von Christer Björkman nicht gegeben hätte. Nun denn, hoffen wir, dass das beim ersten Halbfinale die Zuschauer/innen nicht bereits nach 25 Minuten Show in einen Schlummerschlaf versetzt. Dafür sind Monika Liu und Marius dann natürlich doch zu charismatisch.

Bild: EBU / Nathan Reinds

Um 14:00 Uhr ist es nun auch Zeit für das Meet&Greet. Mal schauen, ob wir da mehr über die Probe erfahren. Wir mussten nun noch 15 Minuten warten. Aber jetzt geht es los. Natürlich stellt die Moderatorin die dringenden Fragen des Tages zuerst … nicht. Statt etwas zur Probe zu fragen und damit das aufzunehmen, was Marius angedeutet hat, geht sie auf seine Karriereschritte ein. Kann man auch machen.

Bild: EBU / Nathan Reinds

Marius sagt, dass er ein emotionaler Mensch ist. Er ist aufgeregt, jetzt in Turin zu sein. Sie haben zwei Monate an dem Projekt gearbeitet. Sein Lieblings-ESC-Beitrag ist entweder „She Got Me“ (was er „Dirty Dancing“ nennt) und Gjon’s Tears – je nach Stimmung. Er meint, dass ein Schweizer Sieg in diesem Jahr näher ist denn je.

Bild: EBU / Nathan Reinds

Tja, und jetzt bin ich aus dem virtuellen Pressezentrum geflogen. Das wäre jetzt auch nicht passiert, wenn man als Presse vor Ort sein dürfte. Nunja. Ein paar Minuten später geht es weiter. Ich habe aber offenbar nichts verpasst, denn die Fragen drehen sich immer noch um Emotionen und das Weinen. Gähn. Aber das muss mich nicht ärgern, denn schon wieder fällt der Stream aus. Da gibt es in Turin wohl noch ein paar technische Problem zu lösen.

Nachdem ich das dritte Mal rausgeflogen war, habe ich jetzt noch mitbekommen, wie Marius noch den Anfang seines ESC-Beitrags a-cappella gesungen hat. Natürlich hat er das wieder perfekt abgeliefert.

@eurovision

What a voice! 🥰 Switzerland’s @marius.bear takes the stage for his first rehearsal 🇨🇭 #Eurovision2022 #Eurovision #EurovisionTikTok

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Was sind Eure Eindrücke von der ersten Probe der Schweiz? Schreibt uns Eure Meinung gerne in die Kommentare.

 


53 Kommentare

    • @ sam:

      Danke für die tolle Nachricht. Wenn Gigliola „non ho l’eta` “ singt, dann wird – so hoffe ich – die ganze Halle ergriffen sein und hoffentlich eine minutenlange Standing-Ovations zelebrieren.

      Bei Damiano und Thomas wird die Halle ohnehin beben.

  1. Mir schwant schon seit ein paar Tagen, daß die Schweiz der Juryliebling im ersten Semi werden könnte. Zudem hat Marius auch das Alleinstellungsmerkmal, der einzige männliche Soloact zu sein.

  2. Ei schnarchen vor dem Herrn…
    Tut mir echt kein aber sowas von langweilig
    Da ist ja unser Song ein richtiger discokracher dagegen

    Bitte raus

  3. Marius wird das Finale definitiv erreichen. Meiner Ansicht nach ist er der meist unterschätzte Teilnehmer beim diesjährigen ESC.

  4. Ich hab vorhin die Semi-Prognose von William und Deban von wiwibloggs angeschaut, und sie sehen Marius beide klar und eindeutig im Finale. Just sayin‘.

    • @Tamara

      Die sahen 2019 auch Moldawien im Finale und waren ganz verzückt von der Sandmalerin.

      Ich würde da nicht viel auf deren Meinung geben.

      • Nu fall mir doch nicht in den Rücken! 🙂 🙂 🙂 Ich wollte unseren Schweizer Freunden und den Freunden dieses Beitrags ein bisschen Mut machen.

        Ich seh ihn auch nicht im Finale, auch nicht knapp raus, sondern deutlich. Und spätestens, als Deban sich auf Bulgarien als möglichen Finalist einschoss, war ich eh raus.

      • @Tamara

        Ich kann mit denen allgemein nicht viel anfangen. Die sind mir viel zu überdreht (Deban ist besonders schlimm) und außerdem stört mich da die Verlogenheit. Erst zerreißen sie einen Song der ihnen nicht gefällt aber beim Interview mit dem jeweiligen Künstler schleimen die sich soo dermaßen ein und tun so als ob der Song total toll wäre.

        Ne danke!!

      • Ja, gut, klar sind die überdreht, und immer kann ich das auch nicht ab, aber ich finde, die machen echt tolle Arbeit. Ich persönlich hab vor allem William sehr ins Herz geschlossen. Und den Eindruck, dass sie sich einschleimen, hab ich jetzt nicht. Sollen sie auf einen Künstler zugehen und sagen „Ey, Dein Song ist nicht so toll, aber trotzdem bist du nice?“ Ich weiß ihre Arbeit sehr zu schätzen. Natürlich muss man das für sich einsortieren können.

        Dass meine Trefferquote für Finaleinzüge üblicherweise deutlich höher liegt als ihre, möchte ich hier, weil es so gut passt, dann aber gern doch mal erwähnen:) Bis auf das erste Semi 2019 (7, aber wer konnte DAS denn auch ahnen?) hatte ich immer 8 oder 9 Treffer. 10 hab ich allerdings noch nie geschafft, die ganzen Jahre nicht. Wird mal Zeit 🙂

      • @Tamara

        Das nicht, aber sie könnten zumindest versuchen etwas nüchterner an die Sache ranzugehen und nicht so tun als ob der Song einer ihrer großen Favoriten wäre.

      • Hallo JoBi, ich hab das schon verstanden (merci fürs Teilen der Galerie!), aber ich finde das Outfit leider überhaupt nicht gut … eigentlich hab ich gedacht, man kann als Mann nix falsch machen, wenn man ganz in schwarz kommt. Ich hab mich aber geirrt. Meine Tochter hats auch grad angeschaut und ist der gleichen Meinung wie ich: Weg mit der Jacke! Weg mit der Hose (die trägt auf!)!

  5. „Er meint, dass ein Schweizer Sieg in diesem Jahr näher ist denn je.“

    Da hat Marius aber ein ordentliches Selbstbewusstsein. 😉

  6. Also das Outfit gefällt mir mal überhaupt nicht, vor allem die Lederjacke passt mMn so gar nicht zur Atmosphäre des Songs. Komplett schwarz auf relativ dunkler Bühne, dazu dann noch eine wohl recht statische Performance – ich glaube, das könnte wirklich eng werden.

  7. Der Ansatz ist sicher richtig: Sie müssen sich zu 100% auf Marius fokussieren und seine Stimme und den Song auf das Publikum wirken lassen. Der Kritik am Outfit schließe ich mich an, das scheint aber sein Stil zu sein und im Video war es ja auch schon ähnlich. Ich glaube immer noch nicht, dass genug Menschen berührt sein werden, um die Schweiz ins Finale zu befördern, aber ausgeschlossen ist es sicherlich nicht.

  8. Gibt keinen Beitrag in diesem Jahr, den ich weniger im Finale brauche als diesen hier. Okay, Malta vielleicht noch. Beides Nullnummern.
    Barbara-Pravi-Gedächtnisperformance. Nur, dass Marius noch weniger Charisma hat als jene. Uff, hoffen wir, dass die Juroren nicht darauf fliegen werden…

  9. Der Wasserfall am Bühnenrand ist ja mal wohl das Unnötigste Feature, was ich jemals gesehen habe. Die hätten lieber die Mühe und Technik in die beweglichen Bögen stecken sollen, damit diese dann auch tatsächlich funktionieren🙄

  10. Könnte natürlich ein Nachteil für Marius sein direkt nach Monika zu starten. Startnummer 3 ist natürlich für diese Nummer auch nicht gerade förderlich.
    Aber ich wünsche unseren Nachbarn natürlich viel Glück.🙂

    • Habe mir jetzt mal die Bilder genauer betrachtet. Hm… bin ja nicht gerade eine Expertin in Sachen Mode (finde auch, dass es Wichtigeres gibt), aber… nee… weg mit der Jacke, trägt viel zu arg auf, wirkt einfach unvorteilhaft.

  11. Der Probenauschnitt verstärkt den Eindruck als klarer NQ und bei dem mäßigen Gesang, den ich da vernommen habe sogar ein Kandidat für ganz hinten im ersten Semi.

  12. In seiner Haut möchte ich nicht stecken.
    Er muss doch richtig warm mit der Jacke haben.
    Das Outfit tut nichts für ihn,so zumindest mein Eindruck.
    Eher so ein Fehlgriff wie 2021-
    Wie schon jemand schrieb,bei den Jurys könnte er stark punkten.
    Knackpunkt ist wirklich das Televoting.
    Da wird er eher sehr schwach anschneiden,so meine Befürchtung.

  13. Gibt es diese besagten TikTok Schnipsel schon irgendwo oder sind die nur für die Presse? Könnt oder dürft ihr die hier nicht verlinken?

    • Ich glaub, ich hab’s gefunden. Irgendwie hatte ich was anderes erwartet. Gibt es eine Möglichkeit zu spulen oder zurückzuspringen?

    • Die gibt es, sobald sie da sind, im entsprechenden Beitrag eingepflegt. Die kommen aber erst sehr (3-4 Stunden) spät nach der jeweiligen Probe.

  14. Ich finde das Lied ja sehr langweilig. Starke Stimme hin,.starke Stimme her…kann mir hier einfach auch kein Weiterkommen vorstellen. Vielleicht gibt es einige bzw mehrere Jurypunkte. Aber ob in Island oder Griechenland Leute in Massen dafür anrufen?.Meine Fantasie reicht dafür nicht.

    • Wie ich schon an anderer Stelle erwähnte, ist dies einer der wenigen ‚Lieder‘, die auch diesen Titel verdient haben. Ich gebe aber zu, dass Marius Bear (besonders in dieser schwerfälligen Lederjacker) eher etwas uncharismatisch rüberkommt.
      Wir hatten den Song auch in unserer diesjährigen VELVO sings Eurovision Ausgabe im Programm und die Leute fanden es großartig!

  15. Das sieht auf den Bildern genauso langweilig und einschläfernd aus, wie in dem Musikvideo. Pinkelpausensong.

    • Scheinst offensichtlich kein Musiker zu sein, sonst hättest Du durchaus erkannt, dass ‚Boys do cry‘ eines der wenigen Lieder im diesjährigen ESC-Reigen ist, das auch den Titel „Lied“ verdient.

  16. Einer der schönsten (ESC-)Balladen seit „Amar pelos dois“.
    Doch leider wirkt Bears Outfit etwas schwerfällig und passt eher weniger zum fragilen Song.
    Leider kann Deutschland im 1. Semi nicht mitstimmen, und ausgerechnet dort starten die meisten meiner Favoriten. Bleibt nur zu hoffen, dass die Fachjurys sich auf den guten Song konzentrieren und nicht vom Outfit ablenken lassen.

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