Erste Probe ZYPERN: Elena Tsagrinou – El Diablo

Hallo und guten Morgen aus dem Pressezentrum in der Ahoy Arena von und zu Rotterdam. Der Tag beginnt gleich mit der ersten Probe von Elena Tsagrinou aus Zypern und ihrem Beitrag „El Diablo“. Auf dem Foto sehen wir Elena im Probenraum in Athen mit Maskottchen „Xanax“, der allerdings leider nicht auf der Bühne zu sehen sein wird (nach allem, was wir wissen).

Es ist zwar schon 10 Uhr, aber nach wie vor hören und sehen wir hier nichts. Wie gehabt findet der erste Durchlauf wohl unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Mir war es gar nicht so unrecht, dass wir noch etwas warten mussten, denn in diesem Jahr ist es gar nicht so einfach, hier im Pressezentrum einen guten Tisch zu bekommen. Anders als sonst kann man sich den nämlich (sinnvollerweise) nicht einfach aussuchen, sondern bekommt einen zugeteilt. Das hat aber den Nebeneffekt, dass man eben auch nicht einfach umziehen kann, wenn einem der Platz nicht gefällt, zum Beispiel weil man von dort keinen Bildschirm sehen kann. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich sitze jetzt und habe nach einem kleinen Umzug auch einen einwandfreien Blick auf die Leinwand.

Well anyway, hier gibt es weiterhin nichts zu sehen und zu hören…

Ich nutze die Zeit nochmal für einen kleinen Exkurs: „El Diablo“ wurde – nach allem, was wir wissen – im deutschen Auswahlprozess während eines Songwriting Camps geschrieben. Gedacht war er eigentlich für Ex-The-Voice-of-Germany-Teilnehmerin OXA, die auch als Songwriterin gelistet ist. Auch wenn OXA wohl im deutschen Finale stand, haben die Jury „El Diablo“ schon früher den Laufpass gegeben, so dass der Song dann schon vor der letzten Auswahlrunde in Deutschland in Zypern gepitcht werden konnte.

So, jetzt aber der erste Durchlauf – bzw. der erste halbe Durchlauf, denn Elena verliert gleich beim ersten Refrain ihren Mikrofonsender und die Probe muss deshalb unterbrochen werden.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Einiges konnten wir aber jetzt schon sehen:

Zu Beginn liegt Elena auf der Bühne und räkelt sich auf rotem Untergrund. Das Bühnenbild arbeitet stark mit den Farben Schwarz und Rot und erinnert daher entfernt an die Inszenierung von Luca Hännis „She Got Me“. Die Tänzerinnen tragen hautenge rote Kostüme im Stil der „Taken By A Stranger“-Tänzerinnen aus 2011.

Foto: EBU / Thomas Hanses
Foto: EBU / Thomas Hanses

Elena und ihre Tänzerinnen werden während der Performance teilweise auch auf dem Bühnenhintergrund, so dass ein Spiegel-Effekt entsteht.

So, zweiter Durchlauf, den wir sehen, bzw. der erste vollständige. Elena trägt ein je nach Licht mal gold und mal silber glitzernder Kleid mit viel Bling Bling. Kombiniert wird dieses Outfit mit Highheels. Vom Stil erinnert es mich an Ani Loraks Outfit.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Stimmlich ist das okay, ein paar Stellen sind nicht so sauber, aber vielleicht singt sie auch noch nicht mit voller Power.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Wie erwartet ist „El Diablo“ komplett durchchoreografiert, hier wird keine Handbewegung dem Zufall überlassen. Sowohl Elena als auch ihre Tänzerinnen machen einige fast schon artistische Verränkungen.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Was mit überhaupt nicht gefällt, ist der Break kurz vor Schluss. Da habe ich mir eine kraftvolle Inszenierung vorgestellt, vielleicht eine komplett dunkle Bühne oder ähnliches. Das ist aber nur ein laues Lüftchen, Elena umschlingt ihren Kopf mit ihren Armen, verharrt in dieser Pose und auf dem Backdrop lesen wir viele Male „El Diablo“.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Das Finale ist dann aber wieder gelungen, beim letzten Durchlauf gibt es auch ordentlich Feuer zu sehen. Ganz zum Schluss läuft Elena Richtung Bühnenhintergrund, um sich dann für das letzte gehauchte „El Diablo“ noch einmal zur Kamera zu drehen.

Foto: EBU / Thomas Hanses

Ich gehe davon aus, dass das jetzt auch der letzte Durchlauf war, deshalb hier mein Fazit: Die Inszenierung ist ganz anders als das Musikvideo. Sie passt gut zum Song, bietet aber keinerlei Wow-Effekt. Eher eurovisionäre Hausmannskost, wie Peter es vielleicht nennen würde. Eine solide Darbietung, aber nichts, was man nicht auch so ähnlich erwartet oder schon diverse Male gesehen hätte.


44 Kommentare

  1. Ich habe Home Office aber ich habe mich kurz eingeloggt weil ich wissen will, was Zypern da so geplant hat… bin sehr gespannt!

  2. Guten Morgen nach Rotterdam. Freue mich riesig auf den zweiten Probetag und vor allem auf Malta und die Ukraine. Viel Spaß euch und super, dass ihr einen guten Tisch erwischt habt.

    • Lieb von Dir, danke der Nachfrage. Nur ein bisschen, eigentlich bin ich ganz gut eingestellt. Ich glaube, gestern war es eher die „Reisemüdigkeit“ – man ist das ja gar nicht mehr gewohnt!

  3. *schüttel* … *schüttel* … *schüttelschüttelschüttel* (im doppelten Sinne des Wortes …)

  4. Und spätestens wenn ich hier in Benjamins Text „räkelt sich“ lese, ist das Ding für mich auch optisch durch. Diese allgegenwärtige Rumräkelei im zeitgenössichen Uptempo-Pop finde ich absolut lächerlich und, was vielleicht noch schlimmer ist, überhaupt nicht sexy. Merke Dir: Billig ist nicht sexy.

    • Da klinke ich mich mal gerne ein: In der Tat eine fast nuttige Performance, mir reicht schon dieser zusammengeklaute Billigsound. Ich werde es aber noch zweimal in meinem Leben ertragen müssen – solange die Top 10 außer Reichweite sind, soll es mir recht sein.

  5. Es sieht sehr stimmig aus alles. Der Spiegel im Hintergrund erzeugt echt einen coolen Effekt, er steht etwas schräg und zeigt das ganze Spektakel etwas von oben. Elena sieht wirklich bombastisch aus, die Tänzerinnen sind auch cool. Gesanglich ist es absolut okay, vor allem im Refrain dann mithilfe der eingespielten Backings.

  6. Moin zusammen, sitze bei sommerlichen Temperaturen mit Laptop im Garten und harre auf die Dinge die da kommen.

  7. Die Präsentation ist genau so, wie man sie von solch einem Beitrag erwartet, ist aber gut gemacht. Choreographie und die Untermalung im Backdrop fühlen sich stimmig und „rund“ an. Elena müsste nur noch etwas lockerer und natürlicher wirken, jetzt scheint sie (noch) zu sehr darauf konzentriert die richtigen Tanzbewegungen zu machen. Fazit: Deutlich besser als Tamta, wirkt wie ein klarer Qualifikant, an Eleni kommt es aber eindeutig nicht heran.

  8. Das hört sich doch alles schon mal sehr gut an. Seit dem ich Elena bei der Pre Party ES gesehen habe, kann ich mir den Song und ihre Interpretation sehr gut vorstellen. Ich glaube, dass sie das gut rüberbringen kann.

  9. Dieser Song wurde von uns abgelehnt ? ^^
    Diese professionelle Experten-Jury hat einen guten Job gemacht. *Ironie off*

  10. Eurovisionäre hausmannskost ist gut gesagt. Kommt ins finale und wird dort einigen up-tempo damen punkte wegnehmen und sich im hinteren mittelfeld platzieren.

  11. Ich muss sagen, dass die Bilder echt gut aussehen. Mag den Song halt nicht so, aber ihr sexy aussehen und ne gute Show können den Song ins vordere Drittel des finales spülen

  12. Genauso mag ich das 😀 Tänzerinnen, durchchoreografiert, Feuer. Ganz klassische Inszenierung, aber mir gefällt sowas sehr. Go girl! ^^

  13. vom song meine nr.1, aber der erste eindruck vom auftritt ist enttäuschend. wo sind die attraktiven tänzer aus dem video?! da wirkte das ganze auftegender, düsterer, moderner. was ich hier sehe ist gut gemacht, aber wenig originell oder spannend. schade…

  14. Die deutsche Auswahl“Jury“ hat DAS ausgewählt und Haltungs-Jendrik bevorzugt????

    Hahahahahahahahaha Hahahahahahahahaha

    • Da hat der NDR ausnahmsweise mal was richtig gemacht. So etwas möchte ich definitiv nicht als deutschen Beitrag.

      • Gut, aber die Frage sei doch erlaubt, das dieser Song oder auch „Amen“ im Vorfeld aussortiert worden sind und so ne ärmliche und peinliche Haltungsnummer dann mit 11,82 gewinnt… es ging hier nicht um „Musik“.

  15. Ich kann mir nicht helfen: Ich werde mit Elena und ihrem Song nicht warm. Dieses Rumräkeln finde ich auch ganz gruselig. Sorry, not my cup of tea.

  16. Guten Morgen äh Guten Tag. Ich habe mir das Video angeschaut und den Liveblog gelesen. Joa sieht gut aus, ihr Kleid ist sexy, aber Song ist nicht meins.

  17. Die zyprische Touristin, die schon öfters den Teufel an die Wand alter Höhlen malte und somit Forscher glauben ließ, es handele sich hierbei um 10.000 Jahre alte Wandmalereien, macht sich (zusammen mit ihren Freunden) auf ihren Weg Richtung Nordsee. Dabei orientiert sie sich stark an den Routen ihrer großen Vorbilder, nimmt dann aber doch lieber den Schotter- statt dem Feldweg, um die Nachahmung etwas zu vertuschen. Ihren Rucksack kaufte sie einer deutschen Wanderin ab, die auf ihrer Route zur Nordsee ihren Kompass verlor und deswegen aufgab. Auffällig ist, dass jeder noch so winzige Kieselstein genaue Anweisungen bekommt, wie er sich zu verhalten hat.
    Trotz aller Ähnlichkeiten zu Routen populärer Wanderer, sind viele andere Touristen von ihrem Weg begeistert, weshalb sie gute Chancen auf eine tolle Platzierung in der engeren Auswahl des „Wanderweg des Jahres“ hat.

  18. Etwa das was ich erwartet habe.Gut, aber nichts Besonderes. Ich gehe von ner Tamta-Platzierung aus.
    Wenn jetzt Oxa selber gesungen hätte…

  19. Uff, das ist wirklich so belanglos wie selten. Alles andere als ein Semi-Aus fände ich schon irgendwie ungerecht gegenüber allen anderen, die wenigstens was Eigenständiges darbieten. Aber ich fürchte…

  20. Der Spiegel Effekt sieht gut aus, ist das ein Livebild oder als Backdrop vorproduziert, dann sollte jede Bewegung passen.

  21. Ich mochte ja schon Eleni nicht, obwohl ich zugeben muss: so singen und gleichzeitig tanzen wie sie muss man tatsächlich erstmal hinbekommen.

    Aber Elena ist die Kopie der Kopie von Tamta (und meine Bemerkung die Kopie der Kopie einer Bemerkung, schon klar).

    AberTamtas Inszenierung war wenigstens noch lustig, weil sie ausschaute, als ob sie mit Fliegenleim durch einen Kronleuter gerobbt ist…

    Die „solide Hausmannskost“ wurde leider schon letzte Woche auf dem Teller angerichtet und kam bedauerlicherweise nicht nachts in den Kühlraum…

    Sie wird aber wohl im Finale noch ein weiteres Mal mit auf dem Buffet stehen, würg.

  22. Sieht ziemlich professionell aus. Aber Zypern hechelt etwas krampfhaft ihrem Erfolg mit Elini Foureira hinterher. Und die ist nur ganz schwer zu toppen.

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