ESC 2022: An wen hat Österreich die Jury- und Televoting-Punkte vergeben und von wem bekommen?

Foto: EBU / Nathan Reinds

Bekanntermaßen musste auch in diesem Jahr das ESC-Finale ohne Österreich stattfinden. Nach dem Contest und der Veröffentlichung der detaillierten Ergebnisse stellt sich uns natürlich die Frage: Wie knapp war es für LUM!X und Pia Maria im Semi? Woher kamen die Punkte für Österreich und wem haben die österreichische Jury und das Publikum ihre Stimmen gegeben? Schauen wir es uns genauer an.

🇦🇹 Woher kamen die österreichischen Punkte?

Zunächst landete das Duo im ersten Semifinale insgesamt auf Platz 15 und damit auf dem drittletzten Platz mit 42 Punkten. Zum Vergleich hatte Island als Platz 10 – und damit als Qualifikant – 103 Punkte. Die österreichischen Punkte kamen so zusammen:

Jury: 6 Punkte und damit letzter im Jury-Ranking

  • 3 Punkte aus Italien
  • 2 Punkte aus Griechenland
  • 1 Punkt aus Frankreich

Zuschauer: 36 Punkte und damit Platz 11 im Televoting

  • 5 Punkte aus Armenien
  • 4 Punkte aus Albanien, Schweiz, Kroatien und Island
  • 3 Punkte aus der Ukraine und Norwegen
  • 2 Punkte aus Moldawien, Dänemark, Italien und Griechenland
  • 1 Punkt aus Lettland

Es war bereits im Vorfeld davon auszugehen, dass der Song bei den Zuschauern besser ankommen würde als in der Jury-Wertung. Mit Platz 11 kratzte man im Televoting zwar an der magischen Platz-10-Grenze, insgesamt war man hier jedoch chancenlos, auch wenn die Jurys ein paar Punkte mehr gegeben hätten. Österreich hat damit das Finale nicht knapp verpasst, sondern war ein deutlicher Nicht-Qualifikant. Seit dem dritten Platz von Cesár Sampson im Jahr 2018 hat Österreich das ESC-Finale nicht mehr erreicht.

🇦🇹 Wohin gingen die österreichischen Punkte?

Österreichs Jury bestand in diesem Jahr aus Die Mayerin, Simone, Tina Naderer, Wolfgang Lindner und Thorsteinn Einarsson. Diese vergaben im Semifinale ihre Punkte wie folgt:

  • 12 Punkte an Armenien
  • 10 Portugal
  • 8 Niederlande
  • 7 Schweiz
  • 6 Griechenland
  • 5 Dänemark
  • 4 Norwegen
  • 3 Kroatien
  • 2 Island
  • 1 Lettland

Das österreichische Publikum vergab hingegen seine Punkte im Semifinale folgendermaßen:

  • 12 Punkte an die Ukraine
  • 10 Moldawien
  • 8 Armenien
  • 7 Norwegen
  • 6 Kroatien
  • 5 Niederlande
  • 4 Litauen
  • 3 Schweiz
  • 2 Albanien
  • 1 Portugal

Hier fällt auf, dass die Publikumslieblinge Ukraine und Moldawien keinen einzigen Punkt von der Jury bekommen haben. Armenien scheint hier das einzige Land sein, das die beiden Lager gleichermaßen begeistern konnte. Eine Auflistung der einzelnen Jury-Wertungen für das Semifinale gibt es hier zu lesen.

Im Finale sah das ganze dann so aus: Die Jury wertete

  • 12 Punkte an Großbritannien
  • 10 Portugal
  • 8 Niederlande
  • 7 Schweden
  • 6 Armenien
  • 5 Norwegen
  • 4 Griechenland
  • 3 Italien
  • 2 Spanien
  • 1 Schweiz

Das Publikum stattdessen:

  • 12 Punkte an die Ukraine
  • 10 Serbien
  • 8 Großbritannien
  • 7 Moldawien
  • 6 Schweden
  • 5 Norwegen
  • 4 Polen
  • 3 Italien
  • 2 Deutschland
  • 1 Spanien

Wieder gab es von der österreichischen Jury keine Punkte für die Zuschauerfavoriten Ukraine und Serbien, wobei letztgenanntes Land traditionell immer mehr Punkte vom österreichischen Televoting bekommt. Im Finale kann Großbritannien als Konsens zwischen Jury und Zuschauer betrachtet werden. Zudem stellt Österreich mit den zwei Punkten an Deutschland ein Drittel der erreichten Punkte für Malik Harris.

Was meint ihr zu den österreichischen Punkten? Sollte auch in Austria wieder ein öffentlicher Vorentscheid veranstaltet werden? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Übrigens: über das Ergebnis des Eurovision Song Contest 2022 und die Auffälligkeiten der einzelnen Punktevergaben sprechen wir ausführlich in unserem ESC kompakt LIVE heute um 19 Uhr auf YouTube.


12 Kommentare

  1. Im Grunde genommen sieht es in Österreich genauso schlecht wie in Deutschland aus. In den letzten 15 Jahren ein Sieg und eine weitere sehr gute Platzierung und ansonsten so gut wie ausschließlich Pleiten, vielleicht Zoe noch mal ausgenommen. 🤔

  2. Schade. Halo war eins der besten österreichischen Beiträge. Und endlich Mal nicht nur Balladen aus Österreich.

  3. Super, dass die österreichische Jury den portugiesischen (10P.) und niederländischen (8P.) zu würdigen wußte.😊

  4. Der österreichische Beitrag heuer kam eigentlich vor dem ESC ganz gut an. Leider war jedoch die Live-Performance viel zu schwach, nicht nur gesangstechnisch – sondern vor allem auch durch eine fehlende Bühnenshow. Da hätte viel mehr daraus gemacht werden können. Echt schade!

  5. Zuallererst Forcher darf nicht mehr ran auch 0e3 nicht die spielen nur Einheitsbrei haben keine Ahnung was beim esc gefragt ist
    Glaube in Oesterreich gibt’s keine Tänzer die professionell genug sind

  6. Ein österreichischer Vorentscheid sollte wieder eingeführt werden. Nicht, weil mit Halo nicht gefallen würde, sondern weil die Zeit der saktastischen Votings ala Track-Shittas eh vorbei ist und man ein realistisches Voting in Österreich erwarten kann.
    Halo finde ich einen Spitzen Beitrag, aber ich bin halt „geprägt“ von Italodance, ich weiß, wer Gabry Ponte ist. Der Club-Sound kann in gewissen Maßen eine Bühne beim ESC haben, aber der DJ, der auf der Bühne Knöpfe drückt, passt in dem Contest nicht, weil das die Zuschauer nicht verstehen (obwohl es im Grunde nichts anderes ist, ob ein DJ Knöpfe drückt, oder jemand eine Gitarre oder ein Klavier auf der Bühne „bedient“, die vom Band kommen).

    • Zu dem haben sie den großen Fehler gemacht, keine Tänzer auf die Bühne zu bringen. So sah das Ganze einfach nur billig aus.

  7. Vielleicht wäre ja mal gut, wenn auch die Österreicher mal wieder ein Song in Deutsch präsentieren könnten. Musik bei denen man merkt, das sie aus Österreich kommt. Es gibt ja durchaus erfolgreiche Künstler wie Andreas Gabalier, Christina Stürmer oder auch DJ Ötzi. Das man mit Songs in der Landessprache erfolgreich sein kann. Haben ja andere Länder zu Hauf bewiesen. Ukraine, Spanien, Serbien, Italien, Schweiz usw.

  8. am Televoting erkennt man, dass das, was meine Landsleute gut finden, anscheinend wirklich durchschnittlicher Radio-Pop ist – austauschbar und wenig einprägsam (Armenien); bereits vor dem Finale lief space man im Radio – ohne die großartige Type Sam Ryder und seiner grandiosen Stimme und Ausstrahlung (inkl. Inszenierung) wäre auch dieser britische Beitrag in der Versenkung verschwunden…
    was lernen wir daraus? Vielleicht sollten wir wieder Alf Poier schicken… oder wirklich den Ö3 Moderator Robert Kratky 😀

  9. Auf jeden Fall sollte man keine Frau mit Doppelvornamen schicken. Da haben wir ebenfalls schlechte Erfahrungen mit gemacht…

  10. 🤔fachlich war die Zusammensetzung der 🇦🇹österreichischen Jury eine Fehlbesetzung ✅punkto Repräsentanz musikalischer Diversität die mit dem Ethnorapsong der Ukraine nichts anfangen konnte: 🧐Volksmusiker Wolfgang Lindner, Schlagersternchen Simone & Die Mayerin = sind schon mal 2/3 , dann kamen noch Deutschpopsängerin Tina Naderer und Mainstreamrockerer Thorsteinn Einarsson, alle 5 vergaben die 0 Punkte im Kollektiv. 🎉🎊Empfehlung für Österreich 2023: ein Jury die auch den Musikstil des Eurovisionsongcontest wiederspiegelt, beim Entry selbst ein Act der „singen“ kann. 🎉 und definitiv: ab in die Lernschule nach Island-Skandinavische Länder-Italien… und lernen – wie man mit mehreren Vorentscheidungen die nationale Musikszene belebt aus der dann auch Stars wachsen können – lernt vom schwedischen Weg

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