
Beim Eurovision Song Contest gilt bekanntlich die Regel, dass nur der Gesang live präsentiert werden darf. Bedeutet im Umkehrschluss: Instrumente dürfen nicht live gespielt werden, sondern kommen vom Band. Jeder Act, der Instrumente auf der ESC-Bühne hat, spielt diese also lediglich für die TV-Bilder. Für Linda Lampenius aus Finnland ist das aber wohl nur die zweitbeste Option.
Bands, Solokünstler*innen, Duos, sogar Stofftiere: Beim Eurovision Song Contest der Neuzeit gab es ja schon alle möglichen Acts, die Instrumente mit auf der Bühne hatten. In den meisten Fällen dienten diese aber nur zur visuellen Untermalung, denn das komplette Instrumental eines Songs muss vom Band kommen. Im letzten Jahr gab es da jedoch eine relativ auffällige Ausnahme aus Italien.
Lucio Corso soll beim ESC 2025 darauf bestanden haben, seine Mundharmonika live zu spielen. Die European Broadcasting Union (EBU) hat Italien dann eine Art Ausnahme genehmigt. Der Grund: Lucios Mundharmonika musste nicht extra verkabelt sein, um gehört zu werden. Der italienische Musiker spielte das Instrument stattdessen einfach in sein eigenes Mikrofon hinein, was genau genommen nicht wirklich verboten ist und als „Regellücke“ verstanden wurde.
Während diese Genehmigung eines Live-Instruments zunächst als spezielle Ausnahme verstanden wurde, scheint es nun, als wollten weitere ESC-Acts davon Gebrauch machen. Schon ein Jahr nach Lucio aus Italien könnte es nun für den ESC 2026 in Wien mit Linda Lampenius aus Finnland eine Teilnehmerin geben, die ihr Instrument live spielen will. Laut diverser Meldungen hat der Sender YLE die EBU nun gebeten, Linda zu erlauben, in Wien live auf ihrer Geige zu spielen.
Zwar ist die Anfrage Finnlands bislang nicht offiziell bestätigt worden, doch mehrere Fanseiten und Medien berichten über den Wunsch von Linda, die schon seit über 30 Jahren erfolgreiche Konzertviolinistin ist (siehe oben). Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied zu Lucio aus Italien: Die Geige wird wohl nicht über ein normales Mikrofon zu hören sein, das für den Gesang genutzt wird. Vor allem weil Linda auf „Liekinheitin“ selbst nicht singt (das übernimmt ihr Bühnenpartner Pete Parkkonen), könnte eine Nutzung, wie bei Italien im letzten Jahr, schwer umsetzbar sein.
Sollte die EBU Finnland dennoch eine Ausnahme genehmigen, müssten für die Zukunft wohl neue Regeln formuliert werden. Viele Acts haben sich in den letzten Jahren bereits darüber geärgert, nicht live spielen zu dürfen – insbesondere für Bands ist das oft ungewohnt und fühlt sich nicht ganz authentisch an. Ist mit dem generellen Trend hin zu mehr Authentizität also nun auch die Zeit für eine ESC-Regeländerung gekommen?
Was denkst Du zum Antrag Finnlands bei der EBU? Wird Linda in Wien tatsächlich live spielen dürfen? Lass uns gerne Deine Vermutung in den Kommentaren da.
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