ESC 2027 in Bulgarien: Plowdiw und Varna sind raus – Sofia oder Burgas wird Gastgeberstadt

Alexander-Nevski-Kirche in Sofia und Bahnhof in Burgas – Fotos: visitsofia.bg und Instagram @burgas_bg

Das Bewerberfeld für die Austragung des Eurovision Song Contest 2027 in Bulgarien hat sich halbiert: Wie der bulgarische Fernsehsender BNT und die EBU am Montag bekanntgaben, sind Plowdiw und Varna nach Abschluss der ersten Bewertungsrunde aus dem Rennen. Damit stehen nur noch Sofia und Burgas als mögliche Gastgeberstädte zur Auswahl. Die Entscheidung, welche der beiden Städte die ESC-Künstler im nächsten Jahr empfangen wird, soll in den kommenden Wochen fallen.

Wie von uns erwartet, konnten die beiden ausgeschiedenen Städte die technischen und infrastrukturellen Anforderungen der EBU nicht erfüllen. In unserer Vorstellung der vier Bewerberstädte hatten wir dargelegt, dass Plowdiw mit der Kolodruma Arena nur über rund 7.000 Plätze verfügt. Das ist zu wenig für einen modernen ESC, der mindestens 10.000 Zuschauerplätze voraussetzt. Auch Varna, die Heimatstadt von ESC-Siegerin DARA, konnte die Vorgaben offenbar nicht in vollem Umfang nachweisen.

Die BNT-Generaldirektorin Milena Milotinova betonte, dass die Entscheidung ausschließlich auf Grundlage der vorab definierten technischen und infrastrukturellen Kriterien getroffen worden sei, die für alle Bewerber gleichermaßen galten. Die unbestreitbaren Stärken der beiden ausgeschiedenen Städte und ihre Tradition im Hinblick auf Musik, Kultur und internationale Festivals stünden dadurch nicht infrage. Es bleibe aber die Möglichkeit für eine Beteiligung beider Städte am Rahmenprogramm des ESC 2027.

Auch Martin Green, Director des Eurovision Song Contest, dankte Plowdiw und Varna für ihre Leidenschaft und ihr Interesse, ein Event auszurichten, das Millionen von Menschen weltweit durch die Kraft der Musik vereint. Der intensive Wettbewerb zwischen den Städten unterstreiche die erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteile einer ESC-Austragung. Beide Bewerbungen hätten gezeigt, wie breit die Unterstützung für den Wettbewerb im kommenden Jahr in ganz Bulgarien sei. Man hoffe, dass beide Städte Teil der landesweiten Feierlichkeiten im Mai werden.

Unter den beiden verbleibenden Städten gilt Sofia weiterhin als klarer Favorit. Die Hauptstadt bietet mit der Arena 8888 (ehemals Armeec Arena) die einzige Halle des Landes mit einer Kapazität von über 10.000 Plätzen, den größten Flughafen Bulgariens und die mit Abstand beste Hotel- und Produktionsinfrastruktur. Dort fand 2015 bereits der Junior ESC statt. Das hatten wir bereits in unserer Übersicht zu den Anforderungen und dem Zeitplan zusammengefasst.

Burgas ist allerdings nicht ganz chancenlos – und wir wurden auch schon 2025 mit Basel als Underdog überrascht. Die erst 2023 eröffnete Arena Burgas soll bei Konzerten auf bis zu 15.000 Plätze erweiterbar sein. Sollten sich diese Zahlen in der Praxis bestätigen und die technische Ausstattung den ESC-Standards entsprechen, wäre die Schwarzmeerstadt durchaus eine ernstzunehmende Alternative zu Sofia. Hinzu kommt ein Argument, das auch die EBU interessieren könnte: Die Bilder, die ein ESC direkt am Meer produzieren würde – also Hafenkulisse, Strandpromenaden, Open-Air-Fanzonen – hätten einen ganz anderen Charakter als ein klassischer Hauptstadt-ESC. Dass Burgas es in die Endrunde geschafft hat, zeigt, dass BNT und die internationale Arbeitsgruppe dort offenbar mehr Potenzial sehen als viele erwartet hatten. Oder will man es nur spannend machen?

Die internationale Bewertungsgruppe wird beide verbliebenen Bewerbungen weiter prüfen, bevor eine offizielle Entscheidung fällt. Ursprünglich war eine Bekanntgabe bis Ende Juli angekündigt worden – ob dieser Zeitplan weiterhin realistisch ist, bleibt abzuwarten.

Wird es am Ende doch das erwartbare Sofia oder traust Du Burgas die Sensation zu? Was spricht für Dich für einen ESC am Schwarzen Meer statt in der Hauptstadt? Und glaubst Du, dass die Entscheidung tatsächlich noch im Juli fällt? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da.



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53 Comments
Matty
Matty
3 Monate zuvor

TEAM SOFIA!

Tim S.
Tim S.
3 Monate zuvor

Na dann Sofia

eurovision-berlin
eurovision-berlin
3 Monate zuvor

Ich bin Team Burgas 🙂

Frank B.
Frank B.
3 Monate zuvor

Ich fände Burgas sehr sympathisch, gehe aber doch mal von Sofia aus.
Das Meer-Panorama wäre für die Marketing-Abteilung der EBU bestimmt nett, aber entscheiden tun am Ende doch eher harte technische Fakten, die wahrscheinlich zumeist für die Metropole Sofia sprechen.

JoBi
JoBi
3 Monate zuvor

Ich glaube auch das es Sofia wird, lasse mich aber dennoch überraschen.

Gaby L
Gaby L
3 Monate zuvor

Dann gehe ich mal von Sofia aus.

interrobang
interrobang
3 Monate zuvor

Was sagt Netta?

Timo1986
Timo1986
3 Monate zuvor

Ich wünsche mir einen ESC 2027 am Meer. Deswegen drücke ich Burgas ganz fest meine Daumen. 😀

MarcelK
MarcelK
3 Monate zuvor

Burgas wäre toll am Meer.

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
3 Monate zuvor
Reply to  MarcelK

Das finde ich auch

Stouni90
Stouni90
3 Monate zuvor

Das problem mit grossen hauptstädten ist. das der esc von der stadt verschluckt wird. Darum war basel und liverpool so stark. die städte waren komplett im esc rausch weil sie nicht so gross sind. in wien kam für mich nich so recht esc feeling auf. Ausser am vilage und im Club. Unmengen an touristen aber speziell für esc intressierte sie sich nur bedingt. Der esc in wien wirkte auf mich eher wie ein neben event nicht wirklich wie ein hauptevent

roxy
roxy
3 Monate zuvor
Reply to  Stouni90

Ich finde dieses Argument immer schwach, weil der ESC in erster Linie ein TV-Event ist. Also von der Stimmung in der Stadt bekommen die TV-Zuseher ohnedies nichts ab.

Der Thoddy
Der Thoddy
3 Monate zuvor

Gab es nicht schon ein „Leak“ in dem die Gastgeberstadt Sofia genannt wurde? Würde mich sehr wundern, wenn das Ergebnis Burgas lauten würde….auch wenn ich es mir sehr wünschen würde 💖.

JoelESC
JoelESC
3 Monate zuvor
Reply to  Der Thoddy

Ja. Der kroatische Sender hat vor kurzen einen Bericht über den ESC gemacht, wo Sofia als Austragungsort feststand.

Anmey
Anmey
3 Monate zuvor

BNT fackelt tatsächlich nicht lange. Die alternativlose Entscheidung für Sofia wird sicher auch zügig fallen.

lasse braun 🏴‍☠️🪓
lasse braun 🏴‍☠️🪓
3 Monate zuvor

arena burgas am meer = win-win!🏖️🌞
meine mutti schwärmt noch heute vom goldstrand oder wie der heißt.

Schorschiborsch
Schorschiborsch
3 Monate zuvor

Sonnenstrand. Goldstrand ist oben bei Varna. 🙂

roxy
roxy
3 Monate zuvor

Burgas hätte deutlich mehr Charme als Sofia. Hotels gibt es auch genug in der Umgebung. Der Flughafen ist zwar ziemlich klein, aber der Flughafen von Varna ist ja auch nicht so weit entfernt. Ich bin klar für Burgas.

Anmey
Anmey
3 Monate zuvor
Reply to  roxy

Das sind halt beides reine Ferienflughäfen, die meisten Verbindungen werden da Anfang Mai gar nicht bedient. Und ob die ESC-Fans groß Lust haben, abends 40 Kilometer von Burgas zum Sonnenstrand zu fahren, um dann in Billighotels zu übernachten, möchte ich auch bezweifeln.

jotha
jotha
3 Monate zuvor
Reply to  Anmey

Ich hab mir gerade mal den offiziellen Flugplan 2026 angeguckt, da fliegt seit Mitte Mai doch deutlich mehr aus allen Himmelsrichtungen Europas, als man vermuten könnte.

HansKlok92
HansKlok92
3 Monate zuvor
Reply to  jotha

wo kann man sich denn den offiziellen Flugplan von einem FLughafen im nächsten Jahr anschauen? 😮

Schorschiborsch
Schorschiborsch
3 Monate zuvor
Reply to  Anmey

Erstens gibt’s am Sonnenstrand nicht nur Billighotels und by the way: Vor Slantchev Brijag oder auch südlich von Burgas liegen noch einige kleiner hübscher Orte (Nessebar, Sozopol etc pp).

Anmey
Anmey
3 Monate zuvor

Billig oder nicht – dieses Konzept, die nicht vorhandenen Hotelkapazitäten einer Stadt mit Tourismusgegenden aus der weiteren Umgebung aufzuhübschen, funktioniert nicht.

Jorge
Jorge
3 Monate zuvor

Dieses Auswahlverfahren ist wie sich freiwillig an der Supermarktkasse mit der langen Schlange anzustellen.

Last edited 3 Monate zuvor by Jorge
Anmey
Anmey
3 Monate zuvor
Reply to  Jorge

Ich verstehe wirklich nicht, wieso die EBU auf dieser Zeitverschwendung besteht.

floppy1992
Mitglied
floppy1992
3 Monate zuvor
Reply to  Anmey

Es ist halt die selbe Chose wie in Portugal 2018: Man möchte die kleinen Städte nicht verprellen.
Da darf jetzt jeder Bürgermeister mal in den Medien stattfinden und sagen, wie gut seine Stadt vorbereitet wäre und wie toll und attraktiv sie nebenbei auch noch ist, am Ende gewinnt die beste (und einzig realistische) Option und alle sind glücklich 🙂

Anmey
Anmey
3 Monate zuvor
Reply to  floppy1992

Die Gefühle der Städte können aber der EBU doch völlig egal sein. BNT hätte darauf sehr gerne verzichtet und die Ausrichtung einfach so an Sofia gegeben.

floppy1992
Mitglied
floppy1992
3 Monate zuvor
Reply to  Anmey

Aber es waren doch die anderen Städte, die am Tag nach dem ESC angefangen haben zu quengeln, dass sie sich doch bitte auch bewerben wollen.
Das kann man abwürgen und sorgt damit erstmal für schlechte Presse oder man spielt das Spiel eben mit.
Im Grunde sind doch diese Auschreibungen meistens eine reine Farce, bei der der Sieger von Anfang an feststand; richtige Wettbewerbe mit unsicherem Ausgang gab es doch eigentlich nur in Deutschland, UK, der Schweiz und bedingt in den Niederlanden, wobei da Maastricht wohl auch nur aus symbolischen Gründen von der EBU favorisiert wurde.
Ansonsten war es immer, surprise surprise, mit der besten Infrastruktur und meistens der besten Halle des Landes die Hauptstadt, es sei denn, besagte Halle stand nicht zur Verfügung (Malmö 2x), es war Bedingung der EBU (Tel Aviv) oder der Sender hat sich schon Jahre vorher festgelegt (Turin).
Bei Instanbul war es wahrscheinlich auch die Infrastruktur, aber ich weiß gar nicht, ob es damals überhaupt schon diesen Ausschreibungsprozess gab oder die Sender nicht einfach von sich aus entschieden haben.

Last edited 3 Monate zuvor by floppy1992
Anmey
Anmey
3 Monate zuvor
Reply to  floppy1992

Ja, wie Du sagst, es ist meistens eine Farce, und deswegen verstehe ich nicht, wieso die EBU darauf besteht. Wenn ein Sender aus innenpolitischen Gründen kleinere Städte nicht verprellen will ok, aber das sollte man dem Sender dann auch überlassen.

Frank B.
Frank B.
3 Monate zuvor
Reply to  Anmey

Am Ende will man die Städte auch antreiben, nicht nur eine Halle zu stellen, sondern ein Gesamtkonzept auszuarbeiten. In Jahren mit mehr Konkurrenzkampf (z.B. Liverpool oder Basel) kann es sogar sein, dass die Städte ihre Budgets maximieren, so dass es für EBU und TV-Sender günstiger wird.
In einem Jahr mit einem klaren alleinigen Sieger (Malmö 2024, Wien 2026, Sofia) wirkt das natürlich überhöht, klar.

Anmey
Anmey
3 Monate zuvor
Reply to  Frank B.

Absolut, der Wettbewerb um die Austragung hat definitiv viel zum Erfolg von Liverpool und Basel insgesamt beigetragen. Da ist das Bewerbungsverfahren sehr sinnvoll. Es gibt natürlich auch die Gefahr, dass alternativlose Kandidatenstädte sich nicht richtig anstrengen, das haben wir ja 2024 in Malmö sehr gut gesehen. Aber da hilft so ein pro-forma-Verfahren eben auch nicht, weil alle um die Alternativlosigkeit wissen. Da könnten direkte Verhandlungen des Senders mit der Stadt mMn schon sinnvoller sein.

jotha
jotha
3 Monate zuvor

Optisch könnte Burgas schon ein Highlight werden. Rein von den Bildern der Halle fehlt mir aber nach wie vor die Phantasie, wie das in der Arena in Burgas aufgrund der Form einigermaßen vernünftig für den ESC funktionieren soll.

Matty
Matty
3 Monate zuvor

Es gibt eine weitere Künstlerin, die gerne füe Kanada beim ESC im nächsten Jahr teilnehmen möchte. Es ist Tamara Grace Calatin-Radegonde alias Grace of Arc:

https://escspot.pl/2026/07/13/grace-of-arc-kanada-eurowizja-2027/

Ihr Wettbewerbstitel wäre zweisprachig (Englisch und Französisch). Zu ihren Lieblingsauftritten beim ESC gehören der von Michał Szpak aus Polen 2016 und der von Alexandra Căpitănescu aus Rumänien aus diesem Jahr.

Andi
Andi
3 Monate zuvor

In Basel passten „nur“ ca. 6500 Zuseher in die Halle. Deshalb ist die Mindestanforderung von 10 000 Plätzen schon eher witzlos.

Anmey
Anmey
3 Monate zuvor
Reply to  Andi

Es geht ja um die theoretische maximale Kapazität. Mit Bühne und Greenroom sind es am Ende immer weniger Plätze.

Tim
Tim
3 Monate zuvor

Es wird langsam ein wenig nervig: diese künstlich erzeugte Spannung wer denn wohl ausrichten wird, wenn hinter den Kulissen schon im Mai klar ist, wo es stattfinden wird. Im Fall von Bulgarien wurde das ja schon vor Monaten geleakt, bei Wien war‘s auch schon von Anfang an klar.

Peter Jevrits
Peter Jevrits
3 Monate zuvor

Burgas hat Charme, eine riesen Arena, viele Hotels, Schwarze Meer, gegenüber von Sofia eine Stadt ohne was besonderes für Turisten zu bieten. Eine klare JA für Burgas.

Bosch
Bosch
3 Monate zuvor

Den Zuschauern am Fernsehen wirds reichlich egal sein wo der nächste ESC stattfindet.

SvenEsc
SvenEsc
3 Monate zuvor

Ich rechne ja fast mit Sofia .Obwohl Burgas sicher auch was cooles hat , gerade wenn es warm wird , haben die sicher ein tollen Strand mittendrin. Wäre Urlaubsfeeling 🙂

Franny
Franny
3 Monate zuvor

Die Kirche passt optisch prima nach Naboo. 😀 (SW-Fans wissen, was ich meine.)

ESC Jul
ESC Jul
3 Monate zuvor

Ich wäre mit beiden Städten zufrieden. Höchstwahrscheinlich wird es Sofia, aber vielleicht werden wir am Ende doch alle überrascht.

Hans44
Hans44
3 Monate zuvor

Nach den Franzosen ballern wir jetzt auch die Engländer weg! Undav machts!!!!

Matty
Matty
3 Monate zuvor
Reply to  Hans44

Zum Tausendsten Mal: DEUTSCHLAND IST AUSGESCHIEDEN!

Camilla
Camilla
3 Monate zuvor

ESC Deutschland hat schon gespoilert es wird Sofia

Matty
Matty
3 Monate zuvor

Die Sängerin  Rosamaria La Posta alias December Rose möchte Kanada nächstes Jahr gerne beim ESC vertreten:

https://escspot.pl/2026/07/16/december-rose-kanada-eurowizja-2027/

Sie kommt aus Montréal (Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1976) und hat sich vor einigen Jahren für die Teilnahme am Sanremo Festival beworben, da sie sowohl die kanadische als auch italienische Staatsbürgerschaft besitzt und sich sowohl einer internen Wahl als auch einem nationalen Vorentscheid stellen würde.

Ihr zuletzt veröffentlichter Song heißt „Not Ready to Love You“: