
Während noch gar nicht ganz so klar ist, welche Länder am Eurovision Song Contest 2027 in Bulgarien teilnehmen werden, wissen wir schon, welche beiden berechtigten Teilnehmerländer nicht starten werden: Für Andorra und Bosnien & Herzegowina wird es auch 2027 kein Comeback geben. Das gaben beide Länder und ihre entsprechend zuständigen Sender bekannt.
In Andorra ist der Sender RTVA teilnahmeberechtigt, wird diese Berechtigung aber nicht nutzen. Das berichtet zumindest die spanische Fan-Seite Eurofestivales. Für das Fernbleiben (auch) 2027 gibt es keine offiziell genannten Gründe. In der Vergangenheit argumentierte RTVA, „dass die aktuelle redaktionelle Ausrichtung des Unternehmens keine Teilnahme an künstlerischen Wettbewerben jeglicher Art vorsehe.“
2024, kurz vor dem ESC in Malmö, hatte es das letzte Mal realistische Gerüchte rund um eine Rückkehr Andorras gegeben. Damals gab es einen Wechsel in der Generaldirektion des Senders. Aber auch 2027: nada.
Man muss dazu sagen, dass die bisherige ESC-Geschichte Andorras auch gar nicht so erfolgreich (aber deswegen natürlich nicht weniger wertvoll!) war. Andorra hat von 2004 bis 2009 sechs Mal am Eurovision Song Contest teilgenommen, sich aber nie für das Finale qualifiziert. Fun Fact: Andorras Debüt 2004 markiert auch einen sprachpolitischen Meilenstein: Mit „Jugarem a estimar-nos“ von Marta Roure wurde erstmals ein Lied auf Katalanisch im Wettbewerb gesungen.
Wir sind bereit, das wieder zu hören, aber die Zeichen stehen erst mal nicht gut.
Ein Nein kam dieser Tage auch aus Bosnien & Herzegowina. Gegenüber ESC Today hat der zuständige Sender BHRT verkündet, dass es 2027 keine ESC-Teilnahme geben wird. Bosnien & Herzegowina hat von 1993 bis 2016 insgesamt 19 Mal am Eurovision Song Contest teilgenommen. Ab 2012 zog sich Bosnien & Herzegowina aus dem ESC zurück, kehrte 2016 einmal zurück, schied aber erstmals im Halbfinale aus. Seit 2016 gab es dann keine Teilnahme mehr. Der Grund: finanzielle Engpässe. Zudem hat der Sender einige Schulden bei der EBU.
Die Lage ist dramatisch. Bereits im Dezember 2025 veröffentlichte die EBU selbst in einem Statement:
„Internationale Medienorganisationen und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten haben die Europäische Kommission gewarnt, dass der bosnisch-herzegowinische Sender BHRT aufgrund langjähriger finanzieller Behinderungen und politischer Untätigkeit kurz vor dem Zusammenbruch stehe. Sie erklären, dass eine Schließung des Senders das Ende des unabhängigen Journalismus auf staatlicher Ebene bedeuten, Desinformation begünstigen und die regionale Stabilität gefährden würde, und fordern dringende Maßnahmen auf nationaler Ebene und seitens der EU, um eine nachhaltige Finanzierung sicherzustellen.“
Nun kommt allerdings Bewegung in die Situation. Das Ministerium für Kommunikation und Verkehr in Bosnien & Herzegowina steckt ordentlich Geld in BHRT. Die angekündigten zusätzlichen 6 Millionen BAM (etwa 3 Millionen Euro) für BHRT sind nach Minister Forto die höchste staatliche Unterstützung für den Sendern aus Mitteln der Kommunikationsregulierungsbehörde (CRA/RAK). Die Stabilisierung von BHRT verbessert mittelfristig die Chance, dass das Land zum ESC zurückkehren kann. Aber: 2027 ist es auch hier noch nicht so weit.
Fest steht also: Bis auf Kanada haben wir noch keine große Meldung eines zurückkehrenden oder neu dazustoßenden ESC-Teilnehmers zu machen. Dabei ist ESC-Direktor Martin Green ja zuversichtlich, was das Starterfeld in Bulgarien angeht.
Würdest Du Dich über Andorra oder Bosnien & Herzegowina beim ESC freuen? Hast Du noch ein Land auf Deiner Agenda, bei dem Du eine Rückkehr für wahrscheinlich hältst? Lass uns Deine Einschätzung in den Kommentaren wissen!
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Aktuell gelingt es BHRT 8 Stunden Programm am Tag zu senden.
Schade, aber war leider zu erwarten. Dann vielleicht 2028
Bei Bosnien & Herzegowina war es leider erwartbar, hatten schon schöne Titel teilweise. 🙁
Andorra dagegen vermisse ich nicht beim ESC, wirkte stellenweise als ob sie eher den Barbara Dex Award gewinnen wollten.
In diesem Jahrzehnt werden wir mit der Rückkehr von Bosnien-Herzegowina nicht rechnen können. Da muß zuerst mit der EBU reinen Tisch gemacht werden, wann und wie die Schulden zu begleichen sind.
Das wichtige ist doch, dass immer noch Hoffnung für Monaco und Lichtenstein besteht. Sowie für die Diktaturen wie Türkei, Kasachstan und den Vatikan!
Der Vatikan ist keine Diktatur. Und der wird nie am ESC teilnehmen, aber aus anderen Gründen.
Was ist der Vatikan denn sonst? Offiziell umschreibt man das zwar schön mit „absolute Wahlmonarchie“ oder “ Theokratie“, aber am Ende gibt es keine freien Wahlen, keine Meinungsfreiheit, keine freie Presse und keine Gleichberechtigung aller Menschen.
Der Vatikan ist nicht nur eine Diktatur, sondern außerdem auch noch eine, die mit äußerster krimineller Energie Sexualstraftäter schützt.
Erstens heißt es Vatikanstadt und zweitens ist sie als Staatsform eine absolute Wahlmonarchie:
https://de.wikipedia.org/wiki/Vatikanstadt?wprov=sfla1
Das find ich wirklich sehr bedauerlich.😢
Ja, deswegen müssen Ungarn und Monaco bald mal wieder her.
Voll!!! Ungarn, Monaco, Niederlande und Slowakei!👍👍👍👍
OTBN
Die bulgarische Hauptstadt Sofia und die am Schwarzen Meer gelegene Stadt Burgas sind noch in Rennen um die Ausrichtung des ESC im nächsten Jahr:
https://eurovisionfun.com/en/2026/07/eurovision-2027-sofia-and-burgas-shortlisted-to-host-the-contest/
Quelle:
https://www.eurovision.com/stories/burgas-and-sofia-in-the-running-host-eurovision-2027-bulgaria/
Plovdiv und Daras Heimatstadt Varna sind damit ausgeschieden.
ESC 2028 in Mailand – dank Annalisa ! 😀
Hätte mich über beide sehr gefreut
Andorra 2005 mag ich sehr gerne, aber leider hat das beim Liveauftritt akustisch etwas die Balance verloren …
Und zu BIH kann ich nur sagen: Eines der besten Länder der ESC-Geschichte. 😍😍😍 1993, 1999, 2001 und 2006 bis 2012 😍😍😍
Auch nach dem ESC heißt es wie immer „Drama! Gimme more Drama!“ Dieses Mal kommt es aus Aserbaidschan:
https://en.euromix.co.il/2026/07/13/eurovision-2027-azerbaijan-faces-participation-risk/
Warten wir die weitere Entwicklung ab!
Der Artikel ist leider falsch. Das sollte eine Seite aus Israel, das noch nie Mitglied im Europarat gewesen ist, eigentlich besser wissen.
Hier wird auch darüber berichtet:
https://gr.euronews.com/2026/07/13/azerbaizan-exetazei-apoxorisi-apo-council-of-europe
https://eurovisionfun.com/en/2026/07/azerbaijans-eurovision-participation-at-risk-as-aliyev-threatens-council-of-europe-withdrawal/
Das macht es auch nicht richtiger.
Die Situation von BHRT ist wirklich tragisch. Leider kann da auch die EBU wenig tun. Vielleicht ändert sich nach der Wahl im Herbst etwas, aber das ist auch eher unwahrscheinlich.
Bei Andorra ist ja immer die Frage, was so ein Sender aus einem Land ohne eigene Musikindustrie theoretisch beim ESC will. Die Kooperation mit dem katalanischen Sender war da auf jeden Fall eine spannende Variante, aber offensichtlich scheint man auch daran kein Interesse mehr zu haben.
Wie süß, dass Fanmedien dort nachbohren, wo die Wahrscheinlichkeit einer ESC-Teilnahme aus Mangel an Möglichkeiten oder Interesse gen null tendiert.
Sie bohren wahrscheinlich überall nach, aber von Ländern wie Andorra ud BiH gibt es eben die schnellste – in diesem Fall negative – Antwort.
Beide Nationen habe ich nicht wirklich vermisst. Besonders Andorra. Die Qualität der Beiträge, die sie geschickt haben, waren meist minderwertig. Der einzige Beitrag der es verdient gehabt hätte ins Finale zu kommen, war von dieser Boy-Rockband.
Ähm bis auf Kanada??? Stimmt nicht ganz, Nordmazedonien ist zurück und ich finde das ist schon zum feiern!!!
Mein Absoluter Lieblingsbeitrag aus Bosnien & Herzegowina:
Ich möchte Andorra zurück . Mir gefallen alle Beiträge bis auf Marian van der Wal.
Allerdings ließ die Inszenierung jedes Mal zu wünschen übrig leider.