
Heute Abend kommt das 76. Festival di Sanremo zum Abschluss. Am finalen Fünften Abend treten noch einmal alle Acts mit ihren Wettbewerbsbeiträgen auf. Fünf von ihnen werden ein Superfinale erreichen und schließlich wird gegen 2 Uhr nachts einer von ihnen zum Sieger des „Festival della canzone italiana“ gekrönt werden. Der Gewinner-Act hat dann auch das Vorrecht, Italien beim ESC zu vertreten. Eine, die wir im Falle eines Sieges ziemlich sicher in Wien wiedersehen würden, ist Arisa (Aufmacherbild). Sie tritt heute mit der Ballade „Magica favola“ an.
Diese Acts treten am Fünften Abend des Festival di Sanremo 2026 mit diesen Beiträgen an:
- Francesco Renga – Il meglio di me
- Chiello – Ti penso sempre
- Raf – Ora e per sempre
- Bambole di pezza – Resta con me
- Leo Gassman – Naturale
- Malika Ayane – Animali notturni
- Tommaso Paradiso – I romantici
- J-Ax – Italia starter Pack
- LDA e Aka 7even – Poesie clandestine
- Serena Brancale – Qui con me
- Patty Pravo – Opera
- Sal Da Vinci – Per sempre si
- Elettra Lamborghini – Voilà
- Ermal Meta – Stella stellina
- Ditonellapiaga – Che Fastidio
- Nayt – Prima che
- Arisa – Magica favola
- Sayf – Tu mi piaci tanto
- Levante – Sei tu
- Fedez e Masini – Male necessario
- Samurai Jay – Ossessione
- Michele Bravi – Prima o poi
- Fulminacci – Stupida sfortuna
- Luchè – Labirinto
- Tredici Pietro – Uomo che cade
- Mara Sattei – Le cose che non sai di me
- Dargen D’Amico – Ai Ai
- Enrico Nigiotti – Ogni volta che non so volare
- Maria Antonietta e Colombre – La felicità e basta
- Eddie Brock – Avvoltoi
Im ersten Teil des Abends werden die Zuschauenden zu Hause (34%), die Radio-Jury (33%) und die Pressejury (33%) bestehend aus den Pressevertreter*innen der Druck-Presse, der Web-Presse und der TV-Presse im Pressezentrum abstimmen. Nach Ende der Abstimmung wird die Top 5 in ungeordneter Reihenfolge bekannt gegeben.
Das Ergebnis des heutigen Abend wird anschließend mit den Ergebnissen des Ersten Abends sowie des Zweiten und Dritten Abends in Kombination zusammengerechnet und die fünf Acts mit der besten Wertung erreichen ein Superfinale. Im Superfinale voten dann noch einmal die Zuschauenden zu Hause (34%), die Radio-Jury (33%) und die Pressejury (33%). Dieses Voting wird mit den Votings der einzelnen Abende kumuliert (d.h. das Voting wird im Superfinale nicht auf Null zurückgesetzt) und so der Sieger des 76. Festival di Sanremo bestimmt.
Dieser Sieger wird Italien beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien vertreten, sofern er oder sie im Voraus eine schriftliche Zusage dafür erteilt hat. Falls nicht, wird der bestplatzierte Act, welcher schriftlich „ja“ zum ESC gesagt hat, Italien repräsentieren. Bisher haben Arisa, Bambole di Pezza und Ermal Meta in Interviews gesagt, am ESC teilnehmen zu wollen. Positiv eingestellt sind Malika Ayane, Elettra Lamborghini, Sal Da Vinci, Serena Brancale, Leo Gassman und J-Ax, auch wenn es noch keine definitive Aussage gibt. Noch unentschlossen (aber auch nicht ablehnend) haben sich Michele Bravi, Sayf, Nayt, Dargen D’ Amico, LDA & Aka7even, Ditonellapiaga, Samuray J, Renga, Fulminacci, Chiello und Maria Antonietta & Colombre geäußert. Ein klares „Nein“ gab es hingegen von Raf, Levante und Eddie Brock. Noch gar keine Aussagen haben Fedez & Masini, Luchè, Enrico Nigiotti und Tommaso Paradiso getroffen.
Durch die Show wird Carlo Conti führen. Es ist bereits sein fünftes Jahr als Moderator und musikalischer Leiter, auch 2015, 2016 und 2017 und im letzten Jahr oblag das Festival seiner Verantwortung. Ihm zur Seite steht Laura Pausini, die an allen fünf Abenden Co-Moderatorin ist. Außerdem werden Giorgia Cardinaletti und Nino Frassica zusammen mit den beiden moderieren. Als musikalische Gäste sind Andrea Bocelli, die Band Pooh auf der Suzuki Stage und Max Pezzali auf der Costa Toscana angekündigt. Außerdem wird die Schauspielerin und Sängerin Caterina Caselli zu Gast sein.
Am Ersten Abend des 76. Festival di Sanremo hatten alle „Big“-Acts ihrem Wettbewerbsbeitrag zum ersten Mal präsentiert. Am Zweiten Abend waren die ersten 15 Acts ein weiteres Mal mit ihrem Wettbewerbsbeitrag aufgetreten, am Dritten Abend hatten die übrigen 15 Acts ihren Wettbewerbsbeitrag noch einmal präsentiert. Der Vierte Abend war der Abend der Duette und des Rückblicks auf die italienische und internationale Musikgeschichte: alle Acts performten zusammen mit einem Gast eine Cover-Version. Am heutigen Fünften Abend treten noch einmal alle Acts mit ihrem Wettbewerbsbeitrag an. Die Wertungen aller Abende, abgesehen vom Cover-Abend werden anschließend zusammengerechnet und die Top 5 erreichen ein Superfinale, in dem noch einmal gevotet und so zusammen mit den Abstimmungen der Vorabende der Gewinner des Festival di Sanremo 2026 bestimmt wird.
Das 76. Festival di Sanremo findet vom 24. bis zum 28. Februar 2026 statt. Aufgrund der olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo ist dies später als üblich. Austragungsort ist nach langen Verhandlungen zwischen RAI und der Kommune wie immer das Teatro Ariston in der Küstenstadt Sanremo. Insgesamt nehmen 30 etablierte „Big“-Acts und vier Nachwuchsacts im getrennt ablaufenden Wettbewerb Nuove Proposte 2026 teil, welchen Nicolò Filippucci mit „Laguna“ gewinnen konnte.
Der Fünfte Abend des 76. Festival di Sanremo wird vom italienischen Sender RAI 1 von 20:45 bis 2:00 Uhr übertragen. Einen Livestream, der während des Festivals auch außerhalb Italiens freigeschaltet ist, findest Du bei RaiPlay. Wir werden die Show in diesem Live-Blog mitverfolgen. Vor, während und nach der Sendung kannst Du die Geschehnisse unter diesem Beitrag kommentieren.
Buonasera a tutti! Gleich geht es los. Ich freue mich auf den Abend. Nach meinem Ausfall im letzten Jahr, bei dem Benny so toll spontan gecovert hat, kann ich auch wieder live bloggen. Und ich freue mich über alle, die trotz der starken Konkurrenz am heutigen Super-Samstag mit mir dabei sind.
Statt eines Brennpunktes gibt es in Italien von den drei Moderator*innen Carlo Conti, Laura Pausini und Giorgia Cardinaletti ein paar ernste Worte bezüglich der Situation im Iran. Und dann geht es auch schon los mit dem finalen Abend des Festivals.
Zuerst liest Carlo Conti die Startreihenfolge und damit die Endziffern des Televotings vor. 3x darf von einer Nummer aus abgestimmt werden. Insgesamt 30 Beiträge werden wir heute sehen, es wird also wieder bis tief in die Nacht gehen.
Zu Anfang wird deshalb auch nicht lange rumgezettelt und nach nur 5 Minuten wird schon der erste Act angekündigt.
Francesco Renga – Il meglio di me
Francesco präsentiert eine klassische Ballade. Die Strophen sind gar nicht schlecht, im Refrain nimmt seine Stimme aber eine seltsame Stimmfarbe an, die für ihn charakteristisch ist, mir aber nicht so zusagt. Insgesamt ist die Ballade zwar ordentlich gemacht, sticht aber nicht richtig heraus. Da glitzert Francescos Kragen mehr als das Lied. 4 Punkte.
Chiello – Ti penso sempre
Nach dem „alten Hasen“ Francesco Renga ist jetzt ein „junger Hüpfer“ an der Reihe. Sein Beitrag klingt auch gleich moderner und strahlt etwas schönes Positives aus. Seine recht tiefe Stimme erzeugt einen interessanten Kontrast zu seinem Lied und zu seiner Jugend. Wobei ich mich frage, ob er nicht mit einer Rocknummer mehr überzeugt hätte? Die Haare hat er heute nicht ganz so spannend gestylt wie an den Abenden zuvor, heute ist es nur eine gegelte Wuschelfrisur. 6 Punkte.
Das ging jetzt schnell – wahrscheinlich zu schnell für die Italiener. Deshalb ist jetzt auch schon Zeit für den ersten Komiker des Abends, Nino Frassica.
Schade, nur ein Scherz, der dritte Act ist natürlich nicht Lucio Corsi, sondern Raf.
Raf – Ora e per sempre
Auch Raf hat eine Ballade mitgebracht. Diese überzeugt mich aber viel mehr als Rengas Wettbewerbsbeitrag, was vielleicht auch an Rafs in sich ruhender Vortragsweise liegt. Oft schließt er die Augen, das stört hier aber nicht. Er scheint das Lied wirklich zu fühlen – und ich fühle mit. Deshalb gefällt mir „Ora e per sempre“ relativ gut, auch wenn es eher konservative Standardware als innovativ ist. Übrigens: Raf ist bereits 66 Jahre alt, was man ihn wirklich nicht ansieht. 7 Punkte.
Kurze Werbeunterbrechung.
Bambole di pezza – Resta con me
Nach drei Männern jetzt volle Frauenpower. Bambole di Pezza ist eine Band aus fünf Frauen und laut Beschreibungen im Pop-Punk-Bereich angesiedelt. Ihr Beitrag hat jedoch mit Punk jetzt gar nichts zu tun, sondern ist eine kraftvolle Poprock-Nummer. Eine sehr gelungene meiner Meinung nach. Der Song geht nach vorne und hat eine schöne Melodie. Vor allem überzeugt mich aber die Leadsängerin, die eine tolle Stimme und eine tolle Ausstrahlung mitbringt. 9 Punkte.
Der ESC und Lucio Corsi werden kurz erwähnt. Die Halbfinals und das Finale werden auf RAI übertragen.
Laura Pausini hat zum ersten Mal das Kleid gewechselt und die dritte Moderatorin des Abends, Giorgia Cardinaletti, kommt auf die Bühne und kündigt den fünften Sänger des Finales an.
Leo Gassman – Naturale
Schon wieder eine Männer-Ballade. Ich mag die Aussage des Liedes, Leo singt davon, dass die Angebetete viel schöner ist, wenn sie natürlich ist. Mich überzeugt Leo auch live, er singt mit Inbrunst und strahlenden Augen. Nur ist „Naturale“ leider musikalisch nicht der größte Wurf, klingt wie schon zig Mal gehört, es fehlt das Besondere. 5 Punkte.
Malika Ayane – Animali notturni
Es wird schwungvoller. Interessant: der Schlagzeuger hat zwei Glasflaschen als Instrument. „Animali natturni“ ist eine beschwingt-relaxte Nummer, die einen mitwippen lässt. Die dann aber doch zu sehr von Anfang bis Ende auf einer Ebene bleibt. Das passt, wenn man mit einem Cocktail am Pool liegt, aber sticht in einem Wettbewerb zu wenig heraus. Ich würde gerne mehr Punkte vergeben, auch weil ich Malikas Stimme einfach mag, aber es sind dann doch nicht mehr als 4 Punkte.
Tommaso Paradiso – I romantici
Als Studioversion gefällt mir „I romantici“ richtig gut. Es hat so etwas Beruhigendes und Warmes und Weites an sich. Live macht es mir die Vortragsweise von Tommaso aber schwer eine Verbindung aufzubauen. Er steht seltsam verrenkt auf der Bühne, zuckt die ganze Zeit mit seinem Bein und blickt dauernd ins Leere oder hat die Augen zu und connected so überhaupt nicht mit der Kamera und so auch nicht mit mir. Ich bin unentschlossen. Die Studioversion würde 9 Punkte bekommen. Wahrscheinlich müsste ich mehr Punkte für die Performance abziehen, kann aber einfach nicht weniger 7 Punkte vergeben.
J-Ax – Italia starter Pack
Dieser Beitrag sticht angenehm heraus. Auch wenn er „Italia Start Pack“ heißt, klingt er fast eher nach Western-Musik mit irischem Einschlag. Eine Fiedel und ein Banjo sind prominent zu hören. Der Song ist recht kraftvoll und geht nach vorne. Die Melodie ist einfach, geht dadurch aber sofort ins Ohr. Und hat mit „Rapapap“ eine lautmalerische Catchphrase, die man sofort mitsingen kann. Auf der Bühne ist viel los mit Line-Dance und Cheerleadern. Ich fühle mich sehr gut unterhalten. 8 Punkte.
LDA e Aka 7even – Poesie clandestine
Es wird sommerlich, jetzt erklingen Latinopop-Töne auf der Bühne. LDA e Aka 7even bringen die Nummer relaxt rüber. Über ein Fußwippen geht das aber für mich nicht hinaus. Ich verspüre zumindest nicht Lust den Tänzerinnen auf der Bühne Gesellschaft zu leisten. Ähnlich wie bei Malika Ayane weckt das eher das Bedürfnis nach einer Pool-Liege und einem Cocktail. 5 Punkte.
Serena Brancale – Qui con me
Serena gehört zum Favoritenkreis und bekommt auch Szenenapplaus. An sich ist das auch eine hübsche Ballade, sie hat etwas Hymnisches an sich, was durch das Orchester gut unterstrichen wird. Mich erreicht sie aber nicht so richtig, ihre Mimik und Gestik wirkt auf mich eher geschauspielert. Außerdem fühle ich mich angeschrien. 5 Punkte.
Das ging ja jetzt Schlag auf Schlag. Gut, dass jetzt erst mal wieder der Komiker mit einem kurzen Monolog über Sandokan auf die Bühne darf.
Patty Pravo – Opera
Bei Sanremo gibt es ja jedes Jahr das Phänomen, dass man anfängt alle Lieder zu mögen. Zu Anfang fand ich Opera sehr langweilig, mittlerweile gefällt es mir in seiner Getragenheit. Patty hat eine tolle tiefe, die gut zum Song passt. Nur hätte sie mal Leos Canzone anhören sollen, ihr unnatürlich bearbeitetes Gesicht hinterlässt einen seltsamen Eindruck. 5 Punkte.
Sal Da Vinci – Per sempre si
Eigentlich bin ich da überhaupt nicht Zielgruppe, aber Sal Da Vincis Italo-Schlager hat etwas. Von den bisher präsentierten Beiträgen würde mich dieser am ehesten überzeugen zu tanzen anzufangen. Auch wenn ich das gar nicht will, er macht einfach Spaß. Von jemand anderen vorgetragen, würde ich ihn aber wohl besser finden. Sal hat so etwas für mich unangenehm Gelecktes an sich. Im Stanbild des Videos auf RaiPlay fällt das besonders auf… 6 Punkte.
Jetzt erst mal ein Intervall-Act: Andrea Bocelli tritt an einem großen Flügel auf. Nun noch „Time to say goodbye“ Wahrscheinlich besingt Andrea gerade unseren Server…
Elettra Lamborghini – Voilà
Das ist ein interessantes Kleid, das Elettra trägt: schwarz mit Glitzerstreifen und einer muschelartigen Ausstülpung über dem linken Arm. „Voilà“ ist das einzige typische Tanzchoreographie-Lied im Starterfeld. Auch wenn es noch ein paar andere schnellere gibt, gehen die eher in eine anderen Richtung. Wie vieles dieses Jahr ist der Song ganz in Ordnung, aber auch nicht richtig herausstechend. Auch weil Elettra ein eher dünnes Stimmchen hat. 3 Punkte.
Der nächste Intervall-Act: die Band Pooh auf der Suzuki-Stage. Das passt, da kann ich erst mal schnell bei Deutschland voten.
Ermal Meta – Stella stellina
„Stella stellina“ ist außergewöhnlich arrangiert. Man hört orientalisch-griechisch angehauchte Instrumente. Am meisten sticht ein treibender, geklopfter Beat hervor. Ermals Stimme ist wie immer eindringlich. Der Refrain ist sehr eingängig, den habe ich seit dem Ersten Abend immer wieder als Ohrwurm im Ohr. Der Beitrag gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten des Jahrgangs. Das allerletzte Pünktchen auf dem i fehlt aber trotzdem irgendwie. 9 Punkte.
Ob Ermal von den Entwicklungen heute profitieren kann?
Ditonellapiaga – Che Fastidio
„Che Fastidio“ ist der einzige Beitrag in diesem Jahr, der die Beschreibung „innovativ“ verdient. Der Song ist elektronisch arrangiert und geht nach vorne. Ich finde ihn trotzdem etwas wirr. Ditonellapiaga hat aber auf jeden Ausstrahlung! 7 Punkte plus einen Punkt fürs Herausstechen aus dem recht einheitlichen Feld und damit 8 Punkte von mir.
Ooh… Da lässt Carlo Conti jetzt aber eine Bombe platzen. Stefano De Martino wird der Moderator und musikalische Leiter des kommenden Festival di Sanremo sein! Somit stimmten die Gerüchte der letzten Tage.
Und damit feiern wir Bergfest, oder wie jemand die Tage so schön in den Kommentaren meinte, Felsfest. Die Hälfte der Acts ist aufgetreten.
Nayt – Prima che
Dieser Beitrag hat etwas eindrücklich Dunkel-Bedrohliches an sich. Mir gefällt das Arrangement sehr gut, besonders der hypnotische Piep-Laut und die dominanten Streicher zum Ende hin. Nayts Rap ist auch genau richtig für meinen Geschmack, der Sprechgesang ist kräftig mit einer gewissen Prise Aggressivität ohne zu aggro zu sein. 8 Punkte.
Arisa – Magica favola
„Magica favola“ ist für mich die schönste Ballade der Big-Acts (wenn auch nicht des Festivals, das ist „Mattone“ aus dem Nachwuchs-Wettbewerb). Die Melodie fließt wundervoll. Es wirkt fast wie eine Disney-Ballade – nur ohne den Kitsch. Arisas Stimmfarbe kommt sehr gut zur Geltung, im Refrain wandert sie angenehm von eher tief zu glasklar hoch. 8 Punkte.
Kurzes Durchatmen beim nächsten Intervall-Act: Max Pezzali tritt auf der Costa Toscana auf.
Sayf – Tu mi piaci tanto
Sayfs verbreitet gute Laune. Jedenfalls nach den ersten Takten, zu Anfang steht er noch etwas verschüchtert auf der Bühne, dann wird er lockerer. Der Song ist wunderbar positiv, mir dann von der Melodie her aber doch etwas zu einfach gestrickt und etwas zu repetitiv. Hhm… Jetzt holt er sein Mutti auf die Bühne, die scheint sich da aber nicht sonderlich wohl zu fühlen. War das jetzt eine gute Idee? Überzeugt er damit jetzt alle italienischen Mamas oder verschreckt er cringy alle Söhne und Töchter? 6 Punkte.
Levante – Sei tu
Noch eine Ballade. Die für mich irgendwie das weibliche Spiegelbild zu Rengas Beitrag vom Anfang ist. In den Strophen ganz okay, aber im Refrain nimmt Levantes Stimme ebenso eine für mich unangenehme Klangfarbe an. Insgesamt ist das ein Lied, das man sich anhören kann, es hat aber nichts Besonderes an sich. 4 Punkte.
Kurz Nachrichten. Gar nicht schlecht, da erfahre ich wenigstens aus den italienischen News, was passierst ist, man ist beim live bloggen ja immer in einer Blase.
Fedez e Masini – Male necessario
Ich mag Fedez, mir gefällt seine aggressiv-harte Art zu Rappen. Marco Masinis Art zu singen dagegen weniger. Er hat eine für meine Ohren unschön quäkige Stimme. Irgendwie bin ich heute ganz stimmenkritisch, fällt mir auf… Die Kombination zwischen den Rap-Teilen und den gesungen Teilen funktioniert trotzdem erstaunlich gut. Diese Lied überzeugt als Duett. Für mich hätte sich Fedez nur einen anderen Duettpartner suchen sollen. 5 Punkte.
Samurai Jay – Ossessione
„Ossessione“ geht musikalisch in eine ähnliche Richtung wie der Beitrag von LDA und AKA7even. Und überzeugt mich als Lied mehr, es hat mehr Energie. Allerdings haben die beiden als Performer wesentlich mehr Bühnenausstrahlung gehabt. Samurai Jay trägt den Song nicht, er braucht vielleicht noch ein paar Jahre zum reifen. Holt er jetzt auch seine Mama nach vorne? Das ist jetzt aber langsam etwas too much. 5 Punkte.
Michele Bravi – Prima o poi
Nach so viel Rummäkelei an verschiedenen Stimmen jetzt ein großes Stimmenlob. Michel Bravi hat für mich eine wunderbare Stimme. Und ist ein phantastischer „Geschichtenerzähler“ auf der Bühne. Dieser Beitrag ist bei mir im Laufe der Woche sehr gewachsen und funktioniert wundervoll im Zusammenspiel mit dem Orchester. 7 Punkte.
Der Komiker darf wieder etwas erzählen. Carlo Conti muss immer wieder lachen. Aber bei weitem nicht so schön wie Amadeus damals zusammen mit Fiorello. Hach, was vermisse ich Amadeus und wie er sich auf der Bühne zerömmelt hat. (Und ja, auch seine Songauswahl. Es sind dieses und letztes Jahr auch einige tolle Lieder dabei gewesen, aber unter Amadeus war vieles schon moderner und innovativer)
Fulminacci – Stupida sfortuna
Eines der erwähnten tollen Lieder aus diesem Jahr kommt jetzt. „Stupida sfortuna“ hat eine wunderbare Leichtigkeit. Und so eine schöne Melodie im Refrain, ich liebe sie so sehr. Das Lied erfüllt mich mit einem warmen Gefühl, wenn ich es höre. Die Auftritte der anderen Abende fand ich aber irgendwie gelungener, vielleicht weil Fulminaccis Outfit und seine Frisur da nicht so streng waren? Heute eigentlich nur 9 Punkte, mit den anderen Auftritten im Hinterkopf dann aber doch 10 Punkte.
Luchè – Labirinto
Eine weitere Rap-Nummer im Feld. Die mich allerdings nicht überzeugen kann. Luchès Sprechgesang wirkt lasch, da fehlt die Kraft im rappigen Teil und im gesungenen Teil trifft er die Töne auch nicht perfekt. Der Song läuft dann auch eher so an mir vorbei. 1 Punkt.
Mein Fernseher ist einer Meinung mit mir und wollte sich gerade in den Sleepmodus verabschieden…
Jetzt wird es ernst: Es wird Frauen gedacht, die Opfer eines Femizids wurden. Der Vater einer Verstorbenen wird auf die Bühne gerufen.
Tredici Pietro – Uomo che cade
„Uomo che cade“ ist eine interessante Mischung. In den Strophen wird gerappt, der Refrain hat dann aber eine richtige Melodie. Eine, die mir recht gut gefällt. Leider singt Tredici Pietro auch nicht so gut, da passt nicht jeder Ton. Manchmal will er vielleicht auch zu viel, sodass seine Stimme dann immer wieder bricht. Der Beitrag hat gute Ansätze, käme aber vielleicht mit einem bühnenerfahreneren Interpreten besser zur Geltung? Ich finde es aber auf jeden Fall sehr sympathisch, dass Tredici Pietro eine Brille trägt. 5 Punkte.
Mara Sattei – Le cose che non sai di me
Diese Ballade gefällt mir gut. Sie ist eher ruhig und nicht Aufmerksamkeit heischend. Deshalb finden sie viele wahrscheinlich etwas langweilig, aber ich bin empfänglich. Das berührt mich viel mehr als angeschrien zu werden. Ich mag wie die die Melodie fließt und sich im Refrain öffnet. 7 Punkte.
Dargen D’Amico – Ai Ai
Ich bin enttäuscht. Nachdem Dargen am Ersten Abend seinen Parkettboden und am Zweiten Abend seinen Teppichboden getragen hat, habe ich heute mindestens mit einen Fliesenmantel gerechnet. Aber stattdessen ein langweiliger Frack? Zumindest ist sein Lied nicht langweilig. Für ihn typisch ist es humorvoll und sehr eingängig. Wer hat jetzt auch Appetit auf ein Ei? 6 Punkte.
Enrico Nigiotti – Ogni volta che non so volare
Die abgesenkten Scheinwerfer sind toll hier. Enrico ist von einem orangen Lichtschleier umgeben. Der Vortrag wirkt fast wie ein gesungenes Gedicht mit Streicheruntermalung. Ich verstehe nicht, was er erzählt, aber ich habe das Gefühl, dass es etwas sehr Wichtiges ist. Das Orchester kann hier noch einmal richtig glänzen. 6 Punkte.
Man scheint in Italien panisch festgestellt zu haben, dass es schon deutlich nach 1 Uhr ist. Jetzt geht es Schlag auf Schlag, ein Act nach dem anderen gibt sich die Klinke in die Hand.
Maria Antonietta e Colombre – La felicità e basta
Ich bekomme wieder gute Laune. Die beiden sind so niedlich auf der Bühne und das Lied ist so ein positives, feines Kleinod mit angenehmen Retro-Charme. Sie erinnern mich etwas an Coma_Cose, die ich auch sehr mag. Ich pfeife beschwingt mit und sämtliche Müdigkeit ist verschwunden. 7 Punkte.
Jetzt darf der Produktionsleiter (?), der sonst hinter der Bühne seinen Platz hat, den letzten Beitrag ansagen? Irgendwie niedlich, wie er so überhaupt nicht der Bühnenmensch ist.
Eddie Brock – Avvoltoi
Violetter Partnerlook von Eddie und Laura Pausini… Eddie wird wie Levante und Francesco Renga in meinen Club der unangenehmen Stimmen im Refrain aufgenommen. Auch seine Stimme hat dort eine für mich seltsame Klangfarbe, wenn er voller Inbrunst schreiend sing. Was schade ist, in den Strophen mag ich seine Stimme. Auch die Ballade muss sich nicht verstecken, ist aber auch nicht der ganz große Wurf und kann mich live nicht richtig überzeugen. 4 Punkte.
Schon „Stop al Televoto“. Gar kein Schnelldurchlauf? Dafür wieder die zwei Komiker. Die hätte man ruhig weglassen und dafür alle Auftritte noch mal kurz zeigen können.
Jetzt haben sie es wirklich eilig. Das Ranking von Platz 30 bis Platz 6:
- Nayt – Prima che
- Fulminacci – Stupida sfortuna
- Ermal Meta – Stella stellina
- Serena Brancale – Qui con me
- Tommaso Paradiso – I romantici
- LDA e Aka 7even – Poesie clandestine
- Luchè – Labirinto
- Bambole di pezza – Resta con me
- Levante – Sei tu
- J-Ax – Italia starter Pack
- Tredici Pietro – Uomo che cade
- Samurai Jay – Ossessione
- Raf – Ora e per sempre
- Malika Ayane – Animali notturni
- Enrico Nigiotti – Ogni volta che non so volare
- Maria Antonietta e Colombre – La felicità e basta
- Michele Bravi – Prima o poi
- Francesco Renga – Il meglio di me
- Patty Pravo – Opera
- Chiello – Ti penso sempre
- Elettra Lamborghini – Voilà
- Dargen D’Amico – Ai Ai
- Leo Gassman – Naturale
- Mara Sattei – Le cose che non sai di me
- Eddie Brock – Avvoltoi
Damit sind im Superfinale:
- Arisa – Magica favola
- Ditonellapiaga – Che Fastidio
- Fedez e Masini – Male necessario
- Sal Da Vinci – Per sempre si
- Sayf – Tu mi piaci tanto
Es kann noch einmal von den Zuschauenden gevotet werden. Diesmal ist aber nur ein Vote pro Nummer erlaubt. Auch Radio-Jury und Presse-Jury stimmen noch einmal ab. Das Ergebnis wird dann mit dem Voting der Vorabende kombiniert.
Jetzt gibt es endlich auch einen Schnelldurchlauf, es werden Ausschnitte der fünf Superfinalisten gezeigt.
Dann darf Laura Pausini nach einer Werbepause auftreten. Sie ist eine tolle Sängerin.
Das Televoting ist beendet.
Jetzt werden die Sonderpreise vergeben. Die ersten habe ich so schnell nicht mitbekommen, die hat Conti aber auch nur genannt. Bei den anderen kommen die Künstler*innen auf die Bühne.
Nachtrag: der Kritikerpreis „Mia Martini“ wurde Fulminacci mit „Stupida sfortuna“ verliehen; der Lucio-Dalla-Preis der Presse ging an Serena Brancale mit „Qui con me“.
Den Sergio-Bardotti-Preis für den besten Text erhalten Fedez und Masini für „Male necessario“.
Der Giancarlo-Bigazzi-Preis für die besten Komposition, verliehen vom Orchester und den Chorsänger*innen, geht an Ditonellapiaga für „Che Fastidio“.
Die „TIM“-Auszeichnung an den beliebtesten Künstler des Festivals auf der My-Tim-App sowie auf den Webseiten und offiziellen Social-Media-Kanälen von TIM wird an Serena Brancale mit „Qui con me“ vergeben.
Jetzt sind die Superfinalisten auf der Bühne.
5 Platz: Fedez e Masini – Male necessario
4. Platz: Arisa – Magica favola
3. Platz: Ditonellapiaga – Che Fastidio
Echt jetzt, noch mal 60 Sekunden Werbung????
Es sind also noch Sayf und Sal da Vinci im Rennen.
Der Gewinner des 76. Festival di Sanremo ist Sal Da Vinci mit „Per sempre si“.
2. Platz ist damit: Sayf – Tu mi piaci tanto.
Was für eine Überraschung. Sal kann es nicht fassen. Da hat die neapolitanische Heimat sicherlich ordentlich zum Sieg beigetragen.
Das Ergebnis wird kurz eingeblendet, es war wirklich eng:
- Sal Da Vinci (22,2% gesamt – 23,5% im Televote)
- Sayf (21,9% gesamt – 26,4% im Televote)
- Ditonellapiaga (20,6 % gesamt – 18.9% im Televote)
- Arisa (18,9 % gesamt – 19.2 % im Televote)
Fedez & Marco Masini (16,4% gesamt – 11,9% im Televote)
Jetzt darf Sal noch einmal auftreten und ist sichtlich gerührt bei seinem nochmaligen Auftritt.
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