Irland: Ex-Sex-Pistols-Sänger Johnny Rotten sorgt mit Teilnahme am ESC-Vorentscheid 2023 für Medienrummel

Bild: Instagram @pilofficial

Gestern wurden die sechs Acts für die irische Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2023 vorgestellt und heute sind – nicht nur – in Deutschland zahlreiche Medien von Spiegel über Deutschlandfunk bis BILD voll von dieser Nachricht. Das war nach dem desaströsen Eurosong-Spezial der Late Late Show im vergangenen Jahr nicht unbedingt zu erwarten, hat aber einen Grund: Einer der Teilnehmer ist kein geringerer als Johnny Rotten (bürgerlich John Joseph Lydon), der ehemalige Frontsänger der legendären Punk-Band Sex Pistols.

Zum ESC will der mittlerweile 66 Jahre alte Sänger mit seiner Band Public Image Ltd. (bzw. Public Image Limited) und dem Lied „Hawaii“. PiL, wie sich die Gruppe selbst abkürzt, gibt es schon seit dem Jahr 1978 mit einer Pause zwischen 1993 und 2009. In Deutschland ist die Band zwar eher weniger bekannt, im ESC-Gastgeberland 2023, also im Vereinigten Königreich, konnten sie ihre Alben aber regelmäßig in den Charts platzieren. Und auch wenn die Sex Pistols ihre großen Erfolge mit Liedern wie „God Save the Queen“ und „Anarchy in the U. K.“ feierten, will Public Image Ltd. nun für das Heimatland von Johnny Rottens Eltern, Irland, zum ESC.

Die deutschen Medien stürzen sich vor allem auf die Geschichte hinter dem potenziellen ESC-Beitrag „Hawaii“. Johnny Rotten hat das Lied nämlich für seine Frau Nora Forster (der Tochter des früheren „Tagesspiegel“-Herausgebers Franz Karl Maier, wie BILD zu berichten weiß) geschrieben, die an Alzheimer erkrankt ist und von John gepflegt wird. Entsprechend äußert sich die Band auch auf ihrer Webseite:

„Es (das Lied, Anm. d. Redaktion) ist allen gewidmet, die auf dem Weg durchs Leben schwere Zeiten durchmachen mit der Person, die ihnen am meisten bedeutet“

Etwas aus der Reihe fällt der Artikel auf queer.de, in dem zwar eine abwegige Textinterpretation präsentiert wird („Der einfache Text handelt davon, wie ein Paar offenbar das Ende ihres Urlaubs bedauert“), der sich aber gleichzeitig mit den politischen Ansichten von Johnny Rotten auseinandersetzt und dabei zum Beispiel die interessante Frage aufwirft, ob wohl ein Brexit-Befürworter ausgewählt werden wird, das EU-Land Irland beim ESC zu vertreten.

So oder so – dem irischen Rundfunk RTÉ ist mit dieser Verpflichtung von Public Image Ltd. also schon mal ein echter PR-Coup gelungen. Ob die Band Irland wirklich beim ESC 2023 in Liverpool vertreten wird, erfahren wir am 3. Februar. Alle Informationen zur irischen ESC-Vorentscheidung 2023 gibt es hier.


91 Kommentare

  1. Ich finde ihr hättet noch etwas mehr darauf eingehen können, warum dieser Medienrummel um ihn außerdem herrscht. Bei dem Typen fühlt man sich ja fast an Naidoo-Zeiten zurück erinnert.

    • Ähem-…. zumal er anscheinend eine ganz ähnliche Weltanschauung zu haben scheint. Rotten gilt als Trump-Fan.-

      • Zum einen das, zum anderen scheint er ein Frauenschläger zu sein und ist mehrfach mit rassistischen Äußerungen aufgefallen. Wer will so jemanden beim ESC?

      • In den Kommentaren bei Spiegel Online werden seine Äußerungen pro Trump als bloßer Spaß am Trollen ausgelegt. Ob das stimmt, vermag ich nicht zu beurteilen.

      • Hoffentlich hat dann der deutsche Teilnehmer deine Weltanschauung und wählt die richtige Partei.

      • Da muss man vorsichtig sein. Er äußert sich gerne zur Politik und ist dabei immer provokativ. Im Guardian gab er mal ein Interview, das man als Trump Untersützung lesen konnte, aber ob er ein Fan ist, ist eine andere Sache. Es ist wohl durch und durch Punk und gegen das Etablishment, auch wenn er sich damit auf die rechte Seite stellt. Das war bei den Punks in den 70er nicht anders,das Hakenkreuz war nicht nur Schmuck, sondern sollte zeigen, dass man kein Hippie ist, die man damals als dominierend in der Szene empfand.

    • Rotten kann nur gehörig klappern, um große Medienaufmerksankeit zu erwirken. Das konnte er schon zu Sex Pistols-Zeiten. Tragisch, dass jetzt wieder so stark darauf eingegangen wird. Ach ja, es geht um den ESC…dann sieht die Angelegenheit schon wieder ganz anders aus. PR ohne Ende. Nur für wen?

    • Ich hab gestern viele negative Kommentare zu ihm gelesen und war deswegen vielleicht etwas emotional aufgeladen und sehr negativ gegenüber Johnny Rotten gestimmt, weshalb ich diesen Kommentar so verfasst habe. Möchte eigentlich keine negative Stimmung verbreiten, deswegen einmal sorry dafür. Ich werd mal versuchen mich dahingehend mehr zurückzuhalten. ✌🏻

  2. Die Tatsache, dass hier auf ESCK Johnny Rotten mit Band und deren Song „Hawaii“ einen eigenen Thread bekommen haben zeigt, dass ein möglicher Sieg beim irischen VE und ein eventueller Sieg beim ESC in Liverpool immer mehr zum Selbstläufer werden könnte.

    Es stimmt einfach alles. Weltstar, Punk-Legende, jahrzehntelange weltweite Bekanntheit ein extravaganter Song, eine tolle Liebeserklärung, ein trauriges Schicksal und ein einmaliger politischer Ausrutscher, der aber bei einer ehrlichen Kommunikation wieder glatt gebügelt werden kann.

    Es könnte schlimmer laufen. Die volle Aufmerksamkeit ist der Band und ihrem Song gewiss. Und ich sage es nochmal: Ein ESC-Sieg liegt einen Schritt mehr im Bereich des möglichen.

    • Extravagant?? Ich wüsste nicht was an Hintergrundbeschallung für die Hotelbar extravagant sein sollte. Und das mit dem „Star“ von Früher hat UK 2012 und 2013 ja auch schon probiert mit eher bescheidenem Erfolg.

      • Vielleicht liegts du sogar richtig. Ich weiß es ja auch nicht. Aber ein hawaiianisches Feeling plus die emotionale Liebeserklärung an seine an Alzheimer erkrankte Frau lässt sich musikalisch und technisch was die Tonqualität und die entsprechenden Lichteffekte oder Bühnenfotos betrifft nach meiner Ansicht echt super emotional und extravagant rüberbringen.

        Und sind wir doch mal ehrlich. Im Grunde genommen sind wir alle doch ein bisschen neidisch, dass die irische HoD einen VE auf die Reihe zu bringen scheinen – Late Night Show, vielfältige Musikgenres, Newcomer, etablierte Künstler, ein Weltstar – und die HoD vom NDR / der ARD gelingt nur oberflächlich etwas. Zumindest nach jetzigem Stand 😀

        Aber vielleicht können wir beide uns insofern einigen, dass in diesem Fall es wahrscheinlich nur ein Top oder Flop geben wird. Etwas dazwischen ist wohl kaum vorstellbar.

      • Na ja, das Publikum ist doch generell nicht sonderlich story-affin, Blas Canto jedenfalls hat seine „Liebeserklärung“ an seine Großmutter jedenfalls nichts gebracht.

      • Das stimmt. Das war ein Satz mit x. Aber bei Michael Schulte hat es wieder super funktioniert den Tod des Vaters zu thematisieren. Ich sehe wird eine muntere Diskussion in den nächsten Monaten zwischen uns beiden. 😀

        Vielleicht können wir uns ja darauf einigen, dass ein Sieger des „L‘ essenziale“ Marco Mengoni definitiv schöner wäre als ein Sieger Johnny Rutten. 😀

      • Deutschland 2018 war vom Song her aber auch deutlich stärker. Ich sage es mal so: Selbst die nobelste Botschaft/Hintergrund hilft nichts wenn der Song nichts bringt.

  3. Diese PR-Coups hätte Deutschland soooo oft haben können. Ich sag nur Eskimo Callboy. Aber hier will man es glatt und soft.

    Der Song übrigens ist kein Hit und wir den Vorentscheid auch nicht gewinnen, aber die Schlagzeilen und die Aufmerksamkeit mitnehmen, daran sollte sich Deutschland orientieren.

  4. In einem Land, in dem man zuletzt das Gefühl hatte, dass kein etablierter Künstler zum ESC fahren wollte, kann ich der Nachricht ja durchaus etwas Gutes abgewinnen.
    Blöd halt nur, dass das Lied von „spannend“ sehr weit weg ist (bin ja auch für Balladen zu haben, aber ich bin ja schon beim offiziellen Snippet fast eingeschlafen).

    Die politische Gesinnung von Rotten kann ich jetzt nicht wirklich beurteilen (da wird es bestimmt noch Infos geben), aber das sollte aus meiner Sicht eine inner-irische Diskussion bleiben und auch dort entschieden werden.

  5. Bevor der obiligatorische Shitstorm wieder losgeht, empfehle ich als Kontextlektüre jedem erst einmal das originale Interview von 2020 durchzulesen, das Lydons kontroverse Statements bezüglich Trump und Black Lives Matter enthält:
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    https://www.theguardian.com/music/2020/oct/11/john-lydon-interview-i-could-be-wrong-book-nora-wife-carer-trump-brexit
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    Find’s auf der Basis nicht ganz fair, Lydon vorschnell als Alt-Right-Fuzzi oder Spinner á la Xavier Naidoo abzuurteilen – ich nehme ihn eher als Alt-Punk wahr, der (ähnlich wie die Althippies) mit dem aktuellen Zeitgeist nicht mehr ganz mitkommt und in seinem Fundamental-Individualismus jeglichen politischen Kollektivismus ablehnt.
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    Damit will ich ihn nicht von jeglicher Kritik freisprechen (antiquiert ist diese Sichtweise in jedem Fall), einen Strick drehen würde ich ihm daraus aber auch nicht.

    • Danke für den Link, 100teljubam! Ich finde Trump auch völlig daneben und wäre froh, wenn das UK wieder in die EU zurück käme. Aber ich wüsste nicht, wieso jemand, der Obama und Clinton und dann eben auch mal Trump gewählt hat (wie übrigens fast die Hälfte der US-Bevölkerung) und der für den Brexit war (wie leider die knappe Mehrheit der damals wählenden britischen Bevölkerung auch) und der offensichtlich Spaß daran hat, aus Gründen der Meinungsvielfalt dem Mainstream öfters mal zu widersprechen, nicht beim ESC dabei sein sollte.

      • Gerade dir sei gesagt: Es ist keine Meinungsvielfalt, wenn man Faschisten nach dem Mund redet. Das ist einfach nur gefährlich und vor allem dumm und hat mit „Spaß“ nichts zu tun, wie wir vor wenigen Tagen erst wieder in Brasilien sehen konnten…

      • @Christian W.: Ich nehme mal an, Du sagst gerade „Trump ist ein Faschist und Johnny Rotten redet ihm nach dem Mund“ (und nicht: „Johnny Rotten ist ein Faschist und Thomas M. redet ihm nach dem Mund“´, wobei durch das „Gerade dir sei gesagt“ auch bei ersterer Version so gut wie die gleiche Aussage über mich rauskommt).

        Ist es nicht doch ein Unterschied, ob man ein Regierungsgebäude stürmt oder ob man einen Faschisten wählt (ich würde eher „einen Politiker mit faschistischen Tendenzen“ sagen – wenn Du die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung als Faschistenwähler ansiehst, ist das nicht ein wenig antiamerikanisch, eine Eigenschaft, die Du mir, wenn ich mich recht erinnere, nach einer – punktuellen – Kritik an den USA ja mal zuschreiben wolltest)? Bzw. kann man die Wahlbekundung eines Prominenten wirklich für solch eine antidemokratische Tat verantwortlich machen?

        Und à propos gefährlich: Könnten nicht die anfangs naserümpfenden Reaktionen vieler Politiker der Art „Mit dem geben wir uns doch nicht ab/den nehmen wir nicht ernst/den ignorieren wir“ bzw. „Wir beschimpfen seine Wähler“ (wie leider von der von mir ingesamt durchaus geschätzten Hillary Clinton getan) Trump bei seinem rasanten Aufstieg geholfen und damit zur immer stärker werdenden Werte-Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft beigetragen haben? Du siehst es bestimmt anders, aber auch bei „unserem“ Streitthema ist die Kritik an polarisierten Freund-Feind-Sichtweisen, Kritik an keinen-Zweifel-zulassender Eindeutigkeit etwas, was mich zum Schreiben motiviert, was überhaupt nicht heißt, dass ich neutral irgendwo in der Mitte stehe.

  6. Für mich wäre das ein herrliches trio. Johnny rotten & maneskin feat.kalush orchestra. Johnny würde wirklich gut passen.

  7. „Johnny Rotten“ hin , „rotten tomatos“ her. Verstehe den Wirbel und die ganze Entzückung hier und auch in den Medien nicht. Ein blasser langweiliger Song fängt nicht plötzlich zu strahlen an, nur weil ein großer Name daran mitgearbeitet hat.

    • Du hast natürlich recht. Aber interessant zu beobachten, ob ihm die ganze berichterstattung zum ticket verhilft. Und ob ihm dann beim esc die sicher erhöhte internationale aufmerksamkeit und der zu erwartende internethype auch zum sieg verhelfen könnte. Das würde dann zumindest meine these bestätigen, dass der song eigentlich egal ist.

      • Der Song ist für den ESC so ungeeignet und arm an Höhepunkten, dass er vermutlich schon eine brillante Inszenierung bräuchte, um überhaupt das Halbfinale zu überstehen.
        Gönnen würde ich ihm das ja. Aber im Zweifel wird er nicht einmal den VE gewinnen.

      • Das mit dem „ungeeignet für den ESC“ hatten wir öfters schon mal, z.B. 2014 bei den Common Linnets, wo im Vorfeld fast unisono das Urteil war: „zu langweilig“, „Höhepunktlos“, „nicht geeignet für den ESC“ usw.
        Im Übrigen war „Amar Pelos Dois“, der Siegertitel von 2017 auch ziemlich „ungeeignet für den ESC“

      • Genau diese Songs meine ich. Oder auch Frederika für Ungarn. Ob das an dem Abend auch passiert, werden wir sehen.,,

      • @100teljubam

        Und dieses Jahr haben fast alle zu „Rockstars“ gesagt dass er nicht ESC tauglich ist. Und was ist passiert?? Eben.

      • „Amar pelos dois“ und „Calm after the Storm“ waren aber beide auch wesentlich zugänglicher als „Hawaii“ es ist.

    • Mir gefällt das Lied sehr gut. Es hat etwas total Entspannendes fast schon Hynotisches. Aber natürlich ist es immer schwer mit einem leisen Lied aufzufallen, aber auch das ist schon gelungen.
      Wir liegen so oft mit unserem ersten Eindruck falsch, deswegen ist es immer gut einem Lied, das einem nicht sofort gefällt, eine zweite Chance zu geben. Ich werde die Chancen erst bewerten, wenn ich es auf dem Vorentscheid gesehen habe.

    • Jetzt hab ichs
      .
      The king is gone but he’s not forgotten
      Is this the tale of Johnny rotten?
      It’s better to burn out than fade away
      The king is gone but he’s not forgotten.…

  8. Mal abwarten, ob Johnny Rottens Band tatsächlich die VE gewinnt. Erstmal ist das eine innerirische Angelegenheit, worauf man in Deutschland keinen Einfluss hat. Erst wenn das Lied die VE gewinnen sollte, dann kann man darüber wirklich diskutieren. Ich bin kein Trumpfan, aber sind wir jetzt schon so weit, das man jeden bekämpft der nicht die Mehrheitsmeinung vertritt. Soll er doch Trumpfan sein. Sein Lied ist nichts besonderes und hat nichts was mich jetzt zum Anrufen für Irland bringen würde. Mehr als Halbfinale sehe ich für das Lied nicht. Und nur noch wenigen dürfte Johnny Rotten ein Begriff sein. Auch große Namen können im Halbfinale beim ESC scheitern. Fragt mal nach bei DJ Bobo oder Kate Ryan.

  9. Mag seine Stimme aber das Lied ist leider nichts besonderes.Abwarten ob er es überhaupt schafft den irische Vorentscheidung zu gewinnen.Wir haben oft schon bekannte Künstler beim ESC scheitern sehen.

  10. Interessant (und traurig) ist auch, dass selbst die größten Medien es nicht auf die Reihe kriegen, dass der ESC nicht nur an einem Tag stattfindet (Grüße an den Spiegel) und Irland nicht direkt für das Finale gesetzt ist (Grüße an den Stern).

    • Warum auch sollte man als Journalist beim Thema ESC richtig recherchieren? Wenn es einen überhaupt nicht interessiert. Dabei ist das Thema ESC so einfach zu recherchieren.

    • Wenn man die Leserbriefe beim Spiegel liest – meist wird der ESC immer noch mit Schlager in Zusammenhang gebracht – dann muss man auch ehrlich sagen, für so ein Publikum braucht es keine größere Genauigkeit.

  11. Ich hab das Lied heut den ganzen Tag in Dauerschleife gehört. Mir gefällt’s, für den ESC ist es aber wohl weniger geeignet.

    „… mit einer Pause zwischen 1993 und 2009…“
    Aha, das erklärt, warum ich die überhaupt nicht mehr auf dem Schirm hatte. Den Einstieg 2009 habe ich nicht mitbekommen. Bin sehr gespannt, wie sie beim VE abschneiden werden. Von den Negativschlagzeilen habe ich erst hier in den Kommentaren gelesen. Es fällt mir schwer, das jetzt schon zu bewerten. In der Regel glaube ich aber immer erst mal an das Gute im Menschen.

  12. Tut mir ja leid, dass seine Frau an Alzheimer erkrankt ist, aber beim ESC sind die Texte eher nebensächlich, achtet kaum jemand drauf, wenn der Song nicht stark genug ist.
    Es gibt ja auch einige Beispiele dafür, wo bekannte Acts beim ESC kläglich gescheitert sind: Kate Ryan, DJ Bobo, Bonnie Tyler, Cascada…

    • Was seine Gesinnung angeht, kann und will ich sie nicht beurteilen. In den Medien wird auch viel Mist geschrieben. Beziehe mich nur auf die Musik, die mir in dem Fall nicht gefällt. Die Iren werden schon ihre Schlüsse daraus ziehen, vertraue ich drauf.😉

  13. Ich glaube auch eher, dass der Mann einfach nur versucht, im Gespräch zu bleiben. Ist in dem Alter gewiss nicht leicht, aber natürlich kein Grund, ihm alles nachzusehen.
    Auch gebe ich zu, dass mir das seicht-sentimentale Liedchen vorwiegend aufgrund der Story dazu gefällt, könnte schon ein Faktor werden. Cleverer Zug auch, sich in Irland zu bewerben, die ja irgendwie auch keine nennenswerte Fallhöhe mehr kennen. Da krieg ich schon leichte Dschungelcamp-Vibes (wo Lydon schon vor fast 20 Jahren erfolglos teilnahm).
    Bin jedenfalls sehr gespannt, wo das hinführt.

  14. „Hawaii“ ist ungefähr so Punk wie die Toten Hosen.

    So ein paar bekannte Namen unter den Teilnehmern schaden dem ESC bestimmt nicht, aber eine Erfolgsgarantie ist das keineswegs, wie auch The Rasmus letztes Jahr wieder erleben durften. Viel besser dürften PiL wohl auch nicht abschneiden, wenn sie denn überhaupt den VE gewinnen und dann auch noch ins Finale kommen.

    • PiL hat im Gegensatz zu den Sex Pistols immer einen Mix aus Punk und schönen Melodien gemacht. Nun hat er eben als Abschiedslied für seine Frau den Punk ganz weggelassen.
      Hier ein gutes Beispiel, der zweite große Hit:
      https://www.youtube.com/watch?v=jPj-8_wOZcA
      Von hier stammt auch das Zitat zu seinem Leben: „anger is an energy“.

      • Danke für diese Erinnerung, Organic banana!. Auch diesen zweiten Hit von PIL habe ich damals gemocht (und finde ihn auch jetzt noch recht gut, eben wegen der von Dir beschriebenen schönen Melodie).

    • Die einen werden den Song langweilig finden (was ich verstehe), die anderen werden ihn mögen. Ich mag den Song wirklich gerne, aber für den ESC ist er sicherlich nicht. Würde ein anderer Künstler mit dem Beitrag antreten, wäre er mit Sicherheit zum Scheitern verurteilt. Ich jedenfalls höre ihn gerne, glaube aber nicht, dass er den VE gewinnen wird. Falls doch, wird der Song das Semi nicht überleben – aber: die anderen 5 Songs auch nicht. Insofern, wieseo schickt Irland nicht doch einfach „Hawai“? 😉

    • Matty, mir geht es genauso.
      Das ist wirklich ikonisch!

      Meiner Meinung nach ihr größter Hit.
      Habe nie gewusst, dass Johnny Rotten dahinter steckt.

      Wie sagte meine Mutter immer….alt wie eine Kuh und lernst immer noch dazu.

  15. Mal ne Frage: Gibts irgendwelche Hinweise das man noch im Januar neue Infos bezüglich der deutschen VE bekommt. Es ist so verdächtig ruhig.

    • Joël Zupan hat heute seine Absage erhalten, in der auch stand, dass der Auswahlprozess abgeschlossen ist.
      Zumindest auf die Kundgabe der TikTok-Kandidierenden werden wir also nur noch wenige Tage warten müssen, höchstens…

  16. Mich berührt der Song sehr. Es gibt genügend Beispiele zu „ruhigen, langweiligen und nicht ESC-passenden“ Songs, die am Ende überraschen. Wir werden sehen!

    • Ich hoffe es sehr. Ich habe zwar keine an Alzheimer erkrankte Verwandte, pflege aber seit 5 Jahren meine Mutter, und kann den Song daher gut nachvollziehen. Vieles ist nicht immer einfach, und Angst (vor dem Tod) und Freude (dass sie noch da ist) gehen Hand in Hand. In dieser Hinsicht passt der Song perfekt zu mir und zu vielen anderen sicher auch.

      • Ja mauve, das ist eine Sache, die für jeden von uns mal ansteht. Meine Mutter ist vor drei Jahren gestorben, sie war unter anderem auch dement sodass ich das zuletzt nicht mehr alleine schaffte und eine 24h-Betreuung notwendig wurde.
        Was im Fall von der Frau von Herrn Rotten besonders schlimm ist, dass er ein frühzeitiger Alzheimer ist, was dann nochmal härter ist als wenn man ihn mit 90 nicht mehr alleine zurecht kommt.

      • Ich glaube, dass viele Leute aus Süd- und insbesondere Osteuropa im Televoting sehr stark für Johnny Rotten anrufen könnten. Vorausgesetzt natürlich Johnny Rotten mit seinem Song „Hawaii“ gewinnen den irischen VE und qualifizieren sich in Liverpool für das Finale.

        Maneskin haben in Rotterdam bei ihrem Sieg auch gerade im Televoting mit Telefonanrufe aus Süd- und Osteuropa ihre 318 Punkte erhalten. Dies war die höchste Punktzahl im Televoting und es hat für einen ESC-Sieg dann auch insgesamt gereicht. Ein ehemaliges Mitglied der Sex Pistols könnte bei vielen Menschen schon allein wegen dieser Tatsache wahnsinnig magnetisch für Telefonanrufe wirken.

      • Liebe Mauve, ich glaube, dass es viele Menschen gibt, die einen Bezug zu dem Thema haben. So ist es bei mir auch. Und Menschen, die in Liebe zu anderen verbunden sind und diese Person an diese Krankheit verlieren. Die Erinnerung an die schönste Zeit auf Hawaii, der Wunsch, dass der andere da ist und bleibt. Das alles rührt mich so tief. Völlig egal, wie andere den Song bewerten.

      • Ich glaube nicht daran dass der Osten Europas dafür anrufen würde, habe mich gerade etwas schlau gemacht und wirklich erfolgreich waren weder die Sex Pistols noch sein aktuelles Projekt in dieser Region. Und mit Maneskin kann es finde ich auch schwer vergleichen da deren Fans doch überdurchschnittlich jung waren und Herr Rotten da wohl eher wie ein Typ von Vorgestern rüberkommen würde.

      • Tatsächlich glaube ich nicht, dass es darum geht. Es geht an dem Abend nur darum, ob ein Beitrag die Menschen erreicht.

      • Und das tut er trotz ehrenhaftem Hintergrund einfach nicht, finde ihn einfach langweilig.

      • @ESC1994: „Es geht an dem Abend nur darum, ob ein Beitrag die Menschen erreicht.“
        „Und das tut er trotz ehrenhaftem Hintergrund einfach nicht, finde ihn einfach langweilig.“
        Ich übernehme einfach mal Deine Worte aus unserer Unterhaltung gestern (im Loredana-Thread): „Schon mal an einen anderen Musikgeschmack gedacht?“

        Und noch was: Ältere Leute sind also von vorgestern, interessant. Was folgt daraus? Ist ihr Geschmack weniger wert als derjenige der erst in den 90ern oder gar noch später Geborenen?

      • @ ESC1994:

        Ich bin 47 Jahre. Vor zwei Jahren beim ESC in Rotterdam war ich also 45 und ich habe trotzdem für Måneskin angerufen. Ich hoffe jetzt – und bin eigentlich auch ganz optimistisch – dass ich jetzt kein Typ von vorgestern bin. Zumindest sagt man mir das nicht nach. Aber so ganz der junge Groupie war ich beim ESC 2021, als ich die Mehrheit meiner Anrufe in Måneskin investierte, jetzt auch nicht mehr. 😀

      • Und?? Gibt z.B. auch Leute in meiner Altersklasse die Mitglied der CDU sind, ändert aber dennoch nichts an der Tatsache dass der Großteil der Mitglieder in einem Alter sind indem sie Konrad Adenauer zur Wahl als Kanzler gratulieren hätten können, und damit meine ich seine erste Wahl 1949!!

      • @Thomas M. (mit Punkt)

        Verstehe nicht wo da dein Problem liegt. Habe geschrieben dass ich den Song einfach nur langweilig.

        Und kleiner Tipp: Hör auf mir Sachen anzudichten die ich so nie gesagt habe!! Da bist du an der völlig falschen Adresse bei mir!!

      • Es ging mir um die Verallgemeinerung „ich finde ihn einfach langweilig“ –> „er erreicht die Menschen trotz ehrenhaftem Hintergrund einfach nicht“. So hat es sich für mich gelesen, es kann aber gut sein, dass Dir das mit „den Menschen“ im Vorkommentar beim Schreiben gar nicht gegenwärtig war und Du lediglich gemeint hast „ich finde ihn einfach langweilig“ –> „er erreicht MICH nicht“, was ja vollkommen in Ordnung wäre.

        Und sorry, aber dieser Eindruck zum Alter hat sich mir beim Lesen einfach aufgedrängt, zumal ich aus unseren Gesprächen ja weiß, dass Du eher nicht den ersten Preis gewinnen würdest bei einem Wettbewerb „Wer hat am meisten Verständnis für nostalgische Anwandlungen beim Musikgenuss?“ oder „… für Leute, die dem Grand Prix früherer Zeiten nachtrauern 😉 ?“

      • @Thomas M. (mit Punkt)

        Ich schreibe sowas immer aus meiner Perspektive aus.

        Nochmal kleiner Tipp: Lege anderen Leuten nicht Sachen in den Mund die sie so nie gesagt haben, nicht alle sind noch so vergleichsweise ruhig wie ich, wenn du an die falschen gerätst vergeht dir ganz schnell das Lachen.

  17. @Organic Banana @Der Kai Meine Mutti hat auch seit 5 Jahren eine 24h-Betreuung (sie ist Beatmungspatientin, aber „nur“ nachts), aber wenigstens kann sie zu Hause gepflegt werden. Mein Vater ist zudem auch noch vor 2 Jahren gestorben … war also leider sehr viel los in den letzten Jahren. Dass Pflege für einen Angehörigen/eine Angehörige wirklich etwas sehr Schwieriges ist, wissen nur sehr wenige Menschen. Daher berührt mich der „Hawaii“ auch sehr, weil es gerade um einen Menschen geht, den man sehr liebt und mit dem man mitleidet.

  18. Abgesehen von dem wichtigen Thema das in dem Song angesprochen wird, ist der Song selber musikalisch belanglos und langweilig.Hab ihn mir jetzt des öfteren angehört aber lässt mich zumindest musikalisch total kalt.

  19. Ja, der Song ganz alleine wird vermutlich (international) nicht reichen. Aber wenn das gesellschaftlich leider sehr relevante Thema durch die Performance und nicht zuletzt die Kommentare deutlich wird und es dazu noch eine gute Performance ist, könnte das durchaus was werden. Sind halt viele Wenns und ich hab von Lydon eigentlich auch seit Open Up (’93) nichts mehr gehört, aber lassen wir uns überraschen.

    Bis dahin mal der erste große PiL-Wurf, der auch im perfekten Kontrast zu Hawaii steht:

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