Jetzt offiziell: In Deutschland gibt es 2020 keine ESC-Vorentscheidung

Barbara Schöneberger
Bild: NDR/Morris Mac Matzen

Jetzt ist es amtlich. Der NDR hat heute offiziell bestätigt, was wir schon vor Wochen berichtet haben: 2020 wird es keine öffentliche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest geben. Stattdessen wurden der deutsche Künstler und sein Beitrag bereits über ein internes Verfahren direkt ausgewählt. Vorgestellt werden soll der Act am 27. Februar um 21:30 Uhr in der Sendung „Unser Lied für Rotterdam“ auf ONE. Diese wird von Barbara Schöneberger (Aufmacherfoto) moderiert.

Das Auswahlverfahren, das in diesem Jahr angewendet wurde, gleicht dem aus den vergangenen beiden Jahren: Eine 100-köpfige deutsche Eurovisions-Jury und eine 20-köpfige internationale Expertenjury aus Musikprofis hat die mehr als 600 Künstler in mehreren Runden bewertet. „Lediglich“ die Vorentscheidung und damit die Beteiligung des Publikums entfällt – damit orientiert sich Deutschland am ESC-Auswahlverfahren der Schweiz, die im vergangenen sowie in diesem Jahr ebenfalls so verfahren ist. Im offiziellen Sprech des NDR nennt sich dieses Verfahren nun weder „interne Nominierung“ noch „Direktnominierung“, sondern „Auswahl durch Expertinnen und Experten“.

Ansonsten verrät uns die Pressemitteilung leider nicht sehr viel, was wir noch nicht wussten. Beschrieben wird noch, dass die Eurovisions-Jury über Social Media rekrutiert und die Mitglieder danach ausgewählt wurden, wie gut sie in einem Fragebogen das Televotingergebnis verschiedener Beiträge beim ESC 2019 in Tel Aviv vorausgesagt haben. Die Mitglieder der internationalen Expertenjury hingegen waren alle schon Teil der ESC-Jury ihres Heimatlandes und wurden ebenfalls danach ausgewählt, wie nah ihr Voting dem (vermutlich Jury-)Endergebnis kam.

Gänzlich offen lässt die Veröffentlichung des NDR aber, warum das nun gewählte Verfahren mehr Erfolg verspricht als die Auswahl der vergangenen beiden Jahre (und damit zu einem besseren Ergebnis führen wird als Platz 4). Interessant wäre dabei vor allem, warum ausgerechnet die Zuschauer als Schwachstelle ausgemacht wurden, obwohl die internationale Fachjury die S!sters im vergangenen Jahr ebenfalls auf Platz 1 gesetzt hat.

Der einzigen Hinweis auf den Grund könnte ein Zitat des neuen ARD-Teamchefs für den Eurovision Song Contest, Christian Blenker, liefern. Er sagt über das Verfahren: „Zudem bleiben die mehr als 600 Künstlerinnen und Künstler, die bei der Auswahl dabei waren, geschützt – keiner hat verloren und vielleicht sind einige im kommenden Jahr wieder dabei.“ Vor dem Hintergrund, dass viele Teilnehmer aus den vergangenen beiden Jahren weiterhin in gutem Kontakt mit der ESC-Fancommunity stehen und dem Vernehmen nach der eine oder andere auch im diesjährigen Auswahlprozess gewesen sein soll, ist das zumindest eine interessante Sicht auf die Dinge.

Ein anderer Aspekt, den Christian Blenker anspricht, ist dafür umso erfreulicher: „Mit diesem Verfahren haben wir auch deutlich mehr Zeit für die Inszenierung gewonnen. Die ersten spannenden Ideen von international erfolgreichen Choreographen und Staging-Profis liegen uns bereits vor.“ Das klingt sehr vielversprechend, war die deutsche Inszenierung auf der internationalen Bühne in den vergangenen Jahren doch häufig ausbaufähig.

Neben dem genauen Grund für die Änderung des Auswahlverfahrens, bleiben auch viele weitere (zugegebenermaßen nur für Fans interessante) Details offen: Wie genau ist der Auswahlprozess abgelaufen? Wie wurden die Künstler für den Auswahlprozess gefunden? Wie wurden die Songs ausgewählt und wie mit den Künstlern kombiniert? Wie wird die Sendung „Unser Lied für Rotterdam“ aussehen? Und warum wurde das genaue Verfahren solange geheim gehalten?

Zumindest im Hinblick auf die letzte Frage, reicht die neue Head of Delegation, Alexandra Wolfslast, den Fans aber die Hand: „Wir wissen, dass viele Fans lange auf Infos gewartet haben. Wir brauchten aber die Zeit, um konzentriert schon sehr viele Dinge für Rotterdam vorzubereiten. Umso mehr freuen wir uns, am 27. Februar diesen tollen Act präsentieren zu können.“

Auf die Präsentation freuen wir uns natürlich auch und sind gespannt, welchen Künstler und welchen Beitrag die Expertinnen und Experten ausgewählt haben. Wir erfahren es (spätestens) am 27. Februar um 21:30 Uhr auf ONE. Stay tuned!

Nachtrag 9:40 Uhr: Nun ist auch das angekündigte Video mit Barbara Schöneberger veröffentlicht worden. Daraus lässt sich noch ableiten, dass wohl internationale Songwriter in den Prozess eingebunden waren, die Hits für die Sängerinnen und Sänger schreiben sollten. Viel mehr wird aber auch hier nicht verraten. Das Video basiert übrigens auf dem Einspieler „Eurovision – The Musical“ und dem Lied „The Land of Honey“, das der israelische Sender KAN im letzten Jahr produziert hat.

Nachtrag 9:50 Uhr: Ein Interview mit NDR-Unterhaltungschef Thomas Schreiber zum veränderten Verfahren findet sich hier bei den Kollegen von dwdl.


133 Kommentare

  1. Yes, endlich wieder internationale Hits, die bewusst für den ESC geschrieben wurden. Danke, NDR! Danke, NDR-Altlastenversorgungsstelle!

  2. Nachdem in der PM noch mal bestätigt wurde, wie das Jurypanel ausgesucht wurde, ist mir wieder aufgefallen, wie leicht sich dieser Mechanismus austricksen lässt, wenn man einigermaßen über die Platzierungen der letzten ESC-Jahre bescheid weiß. Kein Wunder, dass es William letztes Jahr in die Jury geschafft hat 😀

      • Wenn das so ist, hält das aber trotzdem niemanden davon ab, beim Auswahlverfahren auf die Wettquoten zu schauen und dann am Ende einfach trotzdem nach persönlichem Geschmack zu voten. Nur weil ich weiß, dass der FC Bayern Meister wird, muss ich noch lange kein Bayern-Fan sein.

  3. Unfassbar, und dafür zahle ich meine Gebühren? Hiermit ist Deutschland für mich beim ESC passe, zumindest für dieses Jahr. Keine Unterstützung seitens von mir und hiermit rufe ich auch die Fanclubs auf, den deutschen Beitrag zu boykottieren.

    • Ich glaube alle hätten sich mehr Informationen erhofft, aber das ist noch lange kein Grund so zu haten. Du kannst es dir vielleicht nicht vorstellen, doch du zahlst deine Gebühren nicht nur für den ESC, da die ARD/der NDR, auch noch andere Shows produziert.

    • Es war doch abzusehen, dass heute nicht viel Info kommt^^ Ich rechne fest damit, dass wir bis zum 27.02 nix über den Beitrag wissen. Nur jetzt halt stückchenweise, WIE der Beitrag ausgesucht wurde.

      Gibt doch keinen Grund jetzt plötzlich so ausfallend zu werden, an der Situation hat sich streng genommen seit Wochen nichts geändert. Der NDR hat heute bestätigt, was wir eh schon wussten. Überraschung, es wird intern ausgewählt.

  4. Na ja, das babsi-kurz videos sagt nur aus, dass es kein bekannter ist. Also nix helene oder benzko.
    Und ich deute die betonung auf die deutschen fähigkeiten auf einen deutsch gesungenen song.

    • Ein deutscher Song wäre mal wieder schön. Deutsche Fähigkeiten kann allerdings alles bedeuten. Deutsche Songwriter beteiligt? Eine Musikrichtung, in der Deutschland auch international Kompetenz bescheinigt wird? Oder einfach nur immer Jammern und alles besser wissen… 😉

  5. Das Video hätte mehr Spaß gemacht, wenn am Ende des Videos eine Discokugel auf Barbara Schöneberger gefallen wäre 🙂 ….dafür hat sich der NDR jetzt noch 10 Tage länger Zeit gelassen umd den Fans NULL weitere Infos zu geben?

  6. Also ich finde das klingt eigentlich nach einem sehr guten Plan, den Punkt dass dadurch Künstler*innen geschützt werden finde ich sehr angemessen, denn gerade in Deutschland (natürlich auch aufgrund der Aktionen des NDR in den vergangen Jahren) ist die Wahrnehmung von Ex-ESC Vorentscheidlern keine gute, weder in der Musikindustrie noch in der Öffentlichkeit. Sehr gut finde ich auch dass offensichtlich mehr Zeit für das Staging des finalen Acts eingeplant wird, anstatt für 5-10 Teilnehmende etwas mittelmäßiges zu produzieren. Also insgesamt eine gute Strategie.

    Einziger bitterer Nachgeschmack: das ganze Firlefanz mit diesem unsäglichen Video von Schöneberger, von deren Art wir ja wohl noch einiges sehen werden. Nimmt der an sich professionellen Entscheidung typisch NDR-mäßig wieder jede Ernsthaftigkeit, da es alle Klischees um den ESC recycelt.

  7. In Österreich ist das schon länger so
    das sich einige Künstler nicht einer Vorentscheidung stellen wollen damit keiner was verliert

  8. Ui … toll! Das nenne ich ja mal Neuigkeiten. Und dafür wurde so ein Brimborium gemacht? Gibt es irgendwas, das wir noch nicht wussten?

  9. So ein ausgewachsener Blödsinn! Die erfahrenen internationalen Experten durften wieder auswählen. Also genau jene Leute, die Sisters wählten! Wirklich klasse NDR. Kein Wort dazu, warum diese Show auf ONE verbannt wurde! Babsi macht wirklich für Geld alles. So ein nichtssagende s unlustiges Video. Der ESC liegt nun entgültig brach in Deutschland. Gut gemacht NDR.

  10. Wie immer eine Enttäuschung. Talente bedeutet eh wieder ein Noname. Und es klingt auch so, als würde man wieder einen Standardpopsong suchen. Nichts ausgefallenes, kein Name der zieht, keine kreative Idee. Einfach alles wie immer, nur man spart sich das Geld für Vorentscheid. Der NDR ist wirklich am Boden angekommen.

    • Ich verstehs nicht. Welcher Name soll denn ziehen? Helene Fischer? Tim Bendzko? Dem Europäischen Zuschauer sind die Namen so unbekannt wie uns eine Polina Gagarina.

  11. Sooo, und jetzt mal meine Meinung:

    Ich finde es toll, dass jetzt mehr an das Staging beim Haupt-ESC gedacht wird. Bei ULfI war es ja so, dass 5 von 7 Auftritte inszeniert waren und 2 Auftritte waren vollkommen „nackt“, also ohne jegliche Deko oder Gegenstände: Linus und Gregor. Und blöderweise standen die S!sters auch „nackt“ beim ESC-Finale. Ich finde richtige Inszenierungen wichtig und finde Auftritte, wo der Künstler nur alleine mit Mikro rumsteht nicht spektakulär.
    Levina stand auch ganz „nackt“ rum und Michael Schulte hatte diesen gigantischen Halbkreis, was ich atemberaubend fand.
    Lieber NDR, wenn ihr hier mitliest: BITTE BITTE liefert eine spektakuläre Show. Durch die Ersparnisse des Vorentscheids könnt ihr jetzt den Fokus auf das ESC-Finale setzen und Gegenstände und Technik auf die Bühne stellen.

    • das sehe ich auch so. Die Bühnenshow war ganz oft das eigentliche Desaster. Wenn dafür jetzt deutlich mehr getan wird find ich das gut. Künstler und Song müssen wir jetzt weiter abwarten. Die Nebel von Norwegen sind gelichtet. Jetzt stehen wir im Regen von Hamburg

      • Ich bin da etwas anderer Meinung, auch wenn unbestritten ist, dass natürlich eine optische gute Idee sehr vorteilhaft sein kann.

        Das unfassbar altbacken produzierte Lied der S!sters (und die beiden an sich?) war im letzten Jahr in meinen Augen das Desaster. Ein gutes und überzeugendes Lied braucht auch heute keine Tänzer und Showeinlagen. Es muss „nur“ zusammenpassen was man da zu sehen bekommt und das Staging darf nicht „altbacken“ wirken. Oder glaubt irgendjemand, Duncan hat wegen des Staging gewonnen? Auch Mahmood ist sicher nicht aufgrund des Auftrittes Zweiter geworden und Norwegen hat definitiv nicht aufgrund des Auftrittes das Televoting gewonnen…

      • @manu: Komisch, dass das „unfassbar altbacken produzierte Lied“ dann im Vorentscheid doch so gut ankam, ganz so miserabel kann es also nicht gewesen sein. Und falls manche jetzt sofort „ARD-Rentner“ denken (was allerdings die internationale Jury nicht so ganz treffend beschreibt): Auch das sind Menschen, und auch deren Musikgeschmack hat seine Berechtigung. Vielleicht liegt das Problem ja eher darin, dass der internationale ESC mit seinen ätzenden Pyro- und Light-Shows zu rentnerfeindlich geworden ist 😉

        Die „beiden an sich“ haben übrigens besser gesungen als viele andere beim ESC-Finale und ich jedenfalls fand sie sehr sympathisch.

  12. Ich finde es aber sehr überraschend, dass man quasi verspricht, dass es gut wird. Die lehnen sich schon ziemlich weit aus dem Fenster und müssen durch und durch überzeugt sein. An sich habe ich ja nichts gegen eine interne Entscheidung. Aber wenn man da jetzt als ausrede nimmt, man hat mehr zeit alles vorzubereiten, könnte man auch Anfang Januar eine VE machen. Meinetwegen mit nur einem Künstler. Irgendwie fehlt mir die abstimmungsmöglichkeit dann doch irgendwie 😀

  13. Dann diese selten dämmliche Aussage, dass Künstler geschützt werden und diese dann vielleicht nächstes Jahr wieder teilnehmen. An so einem undurchsichtigen Verfahren nehmen Künstler, die von sich was halten, erst gar nicht teil. Und dann noch hervorheben, man hätte mehr Zeit für Choreographien. Peinlicher geht es nicht mehr!

  14. Vom Auswahlverfahren lasse ich mich gerne positiv überraschen. Da kann durchaus was gutes rauskommen. Und wenn es ein gescheiterter Ex-DSDS/TVOG-Kandidat ist-who cares. Luca Hänni ist das perfekte Beispiel, dass es trotzdem klappt. Also abwarten und Tee trinken

    Das Barbara – Video ist allerdings zum Fremdschämen. Bierzelt-Stampfer mit billigem Text, den man auch jedes Jahr im Vorentscheid hört („Wir sind so erfolglos, die Acts sind doch so toll, dieses Jahr machen wir’s anders, diesmal wird es gut“).

    Und was die Infos angeht. Mehr kommt man ja leider nicht erwarten.
    Für mich wird jetzt die Frage dringender: Wie füllt man 45 Minuten interessant mit der Präsentation eines Beitrags? Wenn man Babsi das moderiert kommen da nur Flachwitz und wenig Inhalt, viele Stammtischparolen und ganz kurz der Song.

  15. Finde die Idee mit dem Schutz der Teilnehmer schon ausgesprochen gut – warum wohl haben sich in den letzten Jahren nur Nachwuchssternchen die ESC Vorauswahl angetan und kein etablierter Künstler ? Die Deutschen mögen ja gerne mal ihre Vertreter beim ESC dissen – und somit schreckt das natürlich ab. Nun bleibt zu hoffen, dass (falls sich dieses Verfahren hier durchsetzt) bekanntere Personen mitmachen werden (sie bleiben ja geheim, falls sie nicht genommen werden).

  16. Man muss noch sagen, dass bei zwei Jurygruppen es zu einer Kompromisslösung kommen kann.
    Wäre das ARD-Rentnerpublikum bereits 2019 ausgeschaltet gewesen, dann wären weder S!sters noch Aly Ryan gefahren, sondern MAKEDA.

    Sie war bei beiden Jurygruppen nur auf Platz 2 und unterm Strich hätte sie gewonnen, weil beide Gruppen nicht auf denselben Nenner kamen. ESC-Jury setzt Aly auf Platz 1 und die Experten die S!sters auf Platz 1. Das Ergebnis sehe so aus:

    Platz 1 – 20 Punkte – Makeda
    Platz 2 – 18 Punkte – Aly Ryan
    Platz 2 – 18 Punkte – S!sters

    Wenn man den Betrug von diesem furchtbaren Revolverheld-Sänger auslässt, hätte Makeda sogar 22 Punkte und die S!sters nur 16 Punkte.

    Also ich gebe der internationalen Jurygruppe noch eine Chance, denn genau DER DEUTSCHE hat ja die Wertung ruiniert.

    • Ich glaube allerdings, dass, wäre letztes Jahr schon intern gewählt worden, wahrscheinlich nicht genau diese sieben Songs in der Konstellation in der Endrrunde gestanden hätten, daher wäre das Ergebnis sowieso ein anderes gewesen. Aber grundsätzlich hast du Recht.

    • „Ruiniert“ hat er gar nichts, wie Du vorher selbst vorgerechnet hast (die Punktgleichheit von S!sters und Aly Ryan hätte angesichts des Sieges Makedas keine Bedeutung). „DER DEUTSCHE“ hat lediglich nicht so abgestimmt wie Du es wolltest.

      • Ich würde so formulieren: Der Deutsche hat nicht so abgestimmt, dass am Ende auch Europa Televoting-Punkte hat springen lassen. 😉

      • Auf die Gefahr, dich falsch verstanden zu haben: Johannes Strate hätte sich auf den Kopf stellen können und trotzdem wären es MIT Zuschauervoting S!sters oder ohne Zuschauervoting Makeda geworden.

  17. Dieses Video ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Haben wir Fans das verdient? Europäische Fans lachen uns schon aus. Und haben Mitleid! Es werden ein paar Köpfe ausgetauscht die dann Sch…. als gut verkaufen sollen. Jetzt wundert es mich nicht mehr, dass diese Show auf ONE versteckt wird. Somit bekommt diese Peinlicht vorerst niemand mit.

  18. @ Ruhrpottler.

    Letztlich kannst Du keiner Jury die Schuld geben. Wenn einer Jury/Ted nur musikalischer Müll zum Bewerten vorgesetzt wird, dann kann eine Jury nur Müll wählen. Natürlich ist das jetzt überspitzt formuliert. Aber der NDR hat die ganzen letzten Jahre versagt und uns insgesamt schlechte Lieder zur Wahl gestellt. So einfach ist das!

    • Dabei vergisst du, dass Jury und Panel auch schon vor der Show in den Song- und Sängerfindungsprozess involviert waren. Die Auswahl für Jury/Panel war also größer und kann bestimmt nicht nur aus vom NDR vorbestimmten Müll bestanden haben. Zumal der NDR auch keinen Einfluss darauf hatte, was bei den Songwriting-Camps entsteht (oder die ausgewählten Künstler selbst mitbringen).

      • Stimmt so nicht. Panel und Jury haben nur das auf die Ohren bekommen, was von Schreiber und Pelle noch übrig gelassen wurde. So lief das schon immer.

  19. Gab es Fehler seitens des NDR ? Ja !
    War die Geheimhaltung scheiße ? Ja !
    aber …
    … das ist kein Grund schon wieder so pessimistisch zu sein . Wir wissen doch gar nicht was auf uns zukommt . Vielleicht ist der Beitrag ja mal super und keine Schublade ?! Bis wir das wissen sollten wir aber vielleicht mal aufhören ständig so zutun als würden wir den Beitrag und Künstler schon kennen und als wäre der Beitrag scheiße . Die Schweiz hat’s doch letztes Jahr auch geschafft mit einem ähnlichen Konzept , also trinkt Tee und wartet ab !

  20. Ich finde das Verfahren gut. Natürlich ist das kein Erfolgsgarant, aber auf jeden Fall einen Versuch wert. Was haben wir zu verlieren? Nichts. Auch gut, dass die Künstler geschützt werden sollen, damit sie noch die Chance auf eine evtl. spätere Teilnahme haben. Ich bin wirklich auf den Act gespannt, geben wir ihm eine faire Chance, bitte! Auch, wenn der Song nicht den persönlichen Geschmack treffen sollte, würde ich mir echt für den/die Künstler wünschen, dass auf diese nicht allzu sehr „eingeprügelt“ wird.

    • Danke Gaby! WORD!
      Diese Negativität die hier herrscht ist grausam, alles bewerten ohne es bewerten zu können. So viele Länder wählen Intern aus und sind damit Jahr für Jahr erfolgreich, einfach mal abwarten.

  21. Also sind wir jetzt eigentlich genauso schlau wie vorher, bekommen am 17.02. nochmal einen Teaser und müssen uns aber für die wirklich heißen Informationen noch einmal bis zum 27.02. gedulden. Naja, immerhin eine offizielle Bestätigung.

    Mit diesem Verfahren und der Ankündigung, der Act hätte beide Jurys „begeistert“, hat sich der NDR auf jeden Fall in eine schwindelerregende Fallhöhe begeben. Wenn jetzt am Ende doch nur Daniel Schumacher mit Schreibers Schubladensong für uns nach Rotterdam fährt, dann kann man das diesjährige Auswahlverfahren wohl am besten als „Ikarus Flug“ bezeichnen.

    Ich möchte jedoch der Fairness halber dem Konzept und dem neuen Team eine Chance geben – vielleicht werden wir ja doch noch alle positiv überrascht, entgegen unserer schlechten Vorerfahrungen der letzten Jahre…

  22. die qualitätsmesslatte sollten die songs von lilly among clouds oder z.b. blanche aus belgien sein.
    da könnte man stolz darauf sein und es ist egal welcher platz dann belegt wird.
    letztes jahr bestand ja durchaus die möglichkeit aber man ist nicht direkt durch die tür gegangen,sondern hat einen wirren umweg genommen.
    mir ist das mittlerweile auch wurscht,wer da was,wie verbockt!
    da steckt methode drin.
    anstatt sich mal die vorentscheide von estland und lettland (um im kleinen zu bleiben) genauer anschaut und dieses konzept übernimmt,auch um überhaupt mal etwas brauchbares zu etablieren – nix da,machen wir (so) nicht – basta!
    tja amateure am drücker – wohl bekomms.

    • Ich bezweifle, dass der Titel von Lilly among clouds auch nur annähernd so weit vorne gelandet wäre wie Blanche. Und er ist nun mal gegen „Sister“ im Vorentscheid ausgeschieden, so einfach ist das.

      • Ich kann aber durchaus nachvollziehen, dass er für viele etwas ganz Besonderes ist, „0-8-15-Haftigkeit“ kann man ihm gewiss nicht vorwerfen.

  23. Das Negativgerede hier nervt manchmal echt gewaltig. Ich kann ohne Vorentscheid ganz gut leben. Mit den Ergebnisse daraus waren ja auch die letzten Jahre auch nie alle zufrieden. Selbst als Lena 2010 für Deutschland an den Start ging, gab es genug kritische Stimmen, die von keinem großen Erfolg ausgingen. So bleibt weniger Zeit alles schlecht zu reden. Hinzu kommt, dass bei 40 Teilnehmerländern die Chance auf einen Sieg sehr gering ist, die Qualität der aller Beiträge in einem ESC-Jahr mal höher/mal niedriger ist und der ESC in seiner Gesamtheit einfach Spaß machen soll, selbst wenn das eigene Land nicht so gut abschneidet. Ich kann mich auch für andere freuen. Also NDR, macht weiter, gebt Euer Bestes, ich freue mich schon auf den 27.2. und dann sehen wir schon, was in Rotterdam raus kommt. Toi, toi, toi!

    • Generell ist mir fast egal wie ein Song/Interpret/Act gefunden wird. Das man anscheinend das Publikum als Voter rausnimmt und uns das Gefühl gibt wir sind am miesen Ergebnis hauptsächlich die Schuldigen kann ich auch irgendwie mit leben. ABER das man uns gar nicht erst teilhaben lässt – auch nicht mit kleinen Sendungen zum Casting oder hin und wieder mal eine spannende Info über die Art und Weise was gerade passiert find ich mehr als unfair und blockiert meine Vorfreude total. Das ist weder fanfreundlich noch irgendwie spannend. Auch nicht für den Act der es dann am Ende wird. Denn wenn ich mit jemanden im Vorfeld nicht mitfiebern kann brauch ich ihn ja auch beim Finale nicht unterstützen. Ende Februar gibt es also dann die „Friss oder Stirb“ Show. Es fühlt sich für mich als Riesen Fan nicht gut an. Da man mir das wichtigste nimmt- die Vorfreude und das Beteiligtsein am Ganzen. Ich fands immer schön bei den Vorentscheiden im Publikum zu sitzen und einfach Teil zu sein. Schade.

      • Ja da stimm ich dir zu. Ich war 2018 das erste mal Live in Berlin vor Ort. Und wenn man dann auch nicht in die 100 köpfige Jury kommt, hat man eigentlich als Fan gar nichts davon, finde ich echt Schade.

    • „..und der ESC in seiner Gesamtheit einfach Spaß machen soll, selbst wenn das eigene Land nicht so gut abschneidet. Ich kann mich auch für andere freuen.“

      Wie recht Du doch hast! Vielen Dank für diese Worte, Hoschi!

  24. Aber das Video von der Barbara Schöneberger ist ja so was von peinlich, sorry. Ich bin eh kein großer Fan von der Frau, aber das toppt echt alles.

  25. Das Video ist definitiv Geschmackssache; und ich frage mich auch, was dagegen sprach, Video, Interview und Pressemitteilung nicht schon vor einem Monat zu veröffentlichen, aber se’s drum, am Ende zählt einzig und allein der Act.

    Grundsätzlich klingt das alles sehr sinnig und die Begründung für die VE-Abschaffung finde ich auch sehr nachvollziehbar (man hätte da aber auch schon vor ein paar Jahren drauf kommen können). Es klingt auch durch, dass man das allgemeine Feedback zumindest wahrgenommen hat und alles dieses Jahr eine Nummer zielgerichteter angeht als sonst. Das dachte man aber auch schon öfter. Mal schauen, was draus wird.

  26. Klingt durchaus alles sinnvoll und stimmig.
    Die Kommunikationspolitik im Vorfeld bleibt trotzdem scheiße. Wenn man nicht erst gesagt hätte „es kommen Infos Ende Januar“ wären diese Infos heute wohlwollender aufgenommen worden. Vielleicht lernt der NDR daraus ja dann im nächsten Jahr.

    Dass euch Schöneberger-Hatern ein Video nicht gefällt, in dem lediglich die singende Schöneberger auftaucht, war auch klar. Who cares? Ist ein nettes Gimmick. Augenzwinkernd, selbstironisch. Ich mag die Barbara eh. Haterz to the left.

    • Ja klar, stimmt schon, die Kommunikation war nicht doll. Es wäre sicher kein Problem gewesen, eher mit Infos rauszurücken.

      Übrigens, sorry, aber ich fühle mich durch Deinen letzten Absatz ein wenig angesprochen: Ich „hate“ Frau Schöneberger nicht, sie hat mir ja nichts getan. Aber ich mag sie einfach nicht sonderlich, jeder hat seine Meinung. Wobei ich zugeben muss, ich habe sie schon einmal in einer Talkshow gesehen, und da wirkte sie deutlich sympathischer auf mich. Möglicherweise hätte ich gerne auch mal eine andere Moderatorin im Bezug auf den ESC. Aber das ist ja Geschmackssache.

  27. Was hat sich jetzt geändert? Fast nix! Aber der Schuldige ist gefunden- wir Fernsehzuschauer haben den schwarzen Peter und dürfen nicht mehr mitbestimmen. Ansonsten ist wirklich alles beim Alten. Beim nächsten Mal kann der NDR dem Eurovisionspanel die Schuld geben.
    Merkwürdigerweise kommen die einfach nicht auf die Idee, dass es an den schlechten Liedern lag, die uns zur Wahl standen.

  28. Glaube wir könnten dieses Jahr gewinnen und Leute hätten was zu meckern … „Der Song hat mir aber nicht gefallen!“ „Der Jahrgang war nur schwach!“ „Aber aber… letztes Jahr war ja trotzdem doof!“ Bla bla bla.

    Warten wir doch jetzt einfach mal ab…

  29. Ich finde das Interview Schreibers mit dwdl macht einen sehr vernünftigen Eindruck (sogar ein bisschen Selbstreflexion zum Abschneiden 2019: „es kommt ja auch nicht vollkommen überraschend“). Da scheint also tatsächlich ein Plan hinter allem zu stecken. Ich bin gespannt auf Song und Act.

    Das Video mit Babsi kann ich mir erst heute Abend anschauen.

  30. Dieses Aspekt aus dem DWDL Interview mit Herrn Schreiber wird für viele hier wichtig sein:
    „Wichtig ist mir zu betonen, dass da niemand vom NDR und keiner unserer Partner mitentschieden hat. Durch die Eingrenzung auf diese Form des Publikumsgeschmacks bin ich mir sicher, einen Act und Song gefunden zu haben, der international nicht chancenlos sein wird.“

    Was ich allerdings schade finde ist, dass man sich (von allen Seiten) so auf den Erfolg verkeilt, anstatt das, um das es eigentlich beim ESC geht, aufzunehmen und in einen nationalen Vorentscheid umzusetzen.
    Wie es aussieht (und was es für eine Atmosphäre und Engagement es bei den Künstlern schafft) haben wir am Samstag bei Australia You Decide gesehen.
    Meine These ist, wenn man nicht so verbohrt allein auf das Ergebnis und die Quoten schaut, seinen eigenen Beitrag nicht jedes Jahr aufs Neue verspottet, sondern unterstützt, man damit auch eine gewisse Stimmung schafft, die renommierte Künstler dazu bewegt bei einem solchen Vorentscheid teilzunehmen.

    Das simpelste wäre ja meiner Meinung nach einfach diese Juries genau in diesem Verfahren 10 Acts auswählen zu lassen, mit einer Musik- und Kunsthochschule (wie 2016 mit Xavier geplant) und internationalen Choreographen Vorbereiten zu lassen, und einen nationalen Vorentscheid zu veranstalten, bei dem dann das Publikum entscheiden darf

    Dass der Erfolg quotentechnisch nicht sofort kommt, sollte man vielleicht betonen, nachdem in den letzten Jahre jedes Konzept sofort abgesägt wurde.
    Ich bin ja der Meinung, dass man das 2013er Konzept einfach nur weiterentwickeln hätte sollen (z.B. um die Panels bei der Vorauswahl) und man hätte heute zumindest einen konstanten Vorentscheid.

    • Gebe Dir insofern Recht damit, dass die oftmals negative Grundstimmung dem eigenem Beitrag gegenüber zu dem deutschen „ESC-Dilemma“ beiträgt. Man muss ja nicht alles „hochjubeln“, was aus Deutschland kommt, aber ein bisschen Fairness gegenüber der antretenden Künstler kann man schon erwarten, finde ich. Wenn einem der Song oder der Künstler/die Künstlerin nicht gefällt, muss man ja nicht pausenlos drauf rumhauen. Dann konzentriert man sich eben auf die Songs der anderen Länder, wo ist das Problem?
      Wenn sich diese Einstellung dem eigenen Act gegenüber ändern würde, könnten sich vielleicht auch renommierte Künstler vorstellen, anzutreten.

      Ups, sorry, bitte nicht persönlich nehmen, ist nur meine persönliche Meinung.

      • Richtig, das ging ja zum Teil auch unter die Gürtellinie, wenn man sich die Kommentare nach Natalie‘s Sieg bei Unser Song für Malmö so anschaut…

        Diese negative Grundstimmung (auch hier und heute wieder in der Kommentarspalte vertreten) ohne auch nur einen blaßen Schimmer zu haben von dem, was wir am 27.02. zu sehen und hören bekommen, Nervt einfach nur noch

    • „Was ich allerdings schade finde ist, dass man sich (von allen Seiten) so auf den Erfolg verkeilt, anstatt das, um das es eigentlich beim ESC geht, aufzunehmen und in einen nationalen Vorentscheid umzusetzen.“

      @Thomas Mayer: Danke für Deinen Kommentar, insbesondere für den eben zitierten Satz und Deine Kritik am oft unfairen Umgang mit ESC-Teilnehmern. Und ja, 2013 war auch der Vorentscheid, der mir im vergangenen Jahrzehnt am liebsten war.

      @Gabi: Auch Dir volle Zustimmung!

  31. Was wissen wir denn jetzt?

    1. Eigentlich gar nichts.
    2. Der NDR hat sich Zeit gekauft.
    3. Transparenz ist ein Fremdwort.
    4. Teile der Fans fühlen dich brüskiert, anderen ist es egal, und ein paar, na ja, sehen immer das Gute im Menschen.
    5. Der deutsche TV-Zuschauer ist ausgebootet worden (= gut), und der NDR ist lt. Eigenwahrnehmung für nichts verantwortlich (= erwartbar).
    6. Den Fans wurde sehr subtil und diskret der fetteste Mittelfinger aller Zeiten entgegengestreckt und in den Hintern geschoben.
    7. Wir werden nie erfahren, ob und inwiefern der Schubladensong oder der ominöse Song von der russischen Webseite nicht doch den Weg ans Tageslicht gefunden haben.

    Mein Fazit: Die Erwartungshaltung an das Lied und den Act sind jetzt schon immens überhöht worden. Lassen wir und überraschen, auf was wir da zusteuern werden.

  32. Der NDR geht immer wissenschaftlicher an die Sache ran, kann durchaus positiv sein. Und durch die Juroren aus der Blase sind eigentlich die Fans viel mächtiger als durch einen Vorentscheid, der dann doch ein ganz anderes Publikum hat. Letztlich entscheident ist natürlich, welche Lieder es in die Auswahl schaffen, das wird durch das neue Verfahren nicht wirklich klar. Man kann nur hoffen, dass es neben den internationalen Autoren auch Menschen sind, die ihr eigenes Lied vorstellen.
    Dass es der NDR dieses Jahr etwas spannender macht, finde ich gut, wahrscheinlich liegt es auch an der immer gleichen Reaktionen einiger weniger „Fans“ in den Foren, die sobald es nicht 100% ihr Titel ist, nur Hass verbreiten können. Als Verantwortlicher würde ich mir das auch nicht jedes Jahr antun, ist eben das heutige Internet, in dem wenige Trolle den Spaß von Vielen verderben können.

    Ich warte gerne noch ein paar Wochen auf die Bekanntgabe, zur Zeit ist ja ESC-mäßig viel los, und der Beitrag des NDRs ist nur einer von über 40, Manch einen Deutschtümelnden mag ja außschießlich dieses eine Lied interessieren, aber ESC-Fans kann man sich dann kaum nennen. Konnte man gut gestern Mittag wieder sehen, anstatt sich die Gesangsversuche in Polen anzuschauen, hatten einige hier nichts besseres zu tun, als zwei Stunden lang den Blog voll zu haten. Ich finde das traurig.

    • „Der NDR geht immer wissenschaftlicher an die Sache ran“. Ich habe so meine Zweifel, dass es da einen wissenschaftlichen Zugang gibt oder dass Erfolg beim ESC planbar wäre. Und ich weiß nicht, ob ich das mit den mächtigen Fans so toll finde, letztes Jahr habe ich mich durch das Fan-Panel überhaupt nicht vertreten gefühlt, da war mir das ARD-„Rentnerpublikum“ viel näher 😉

      Alles weitere, was Du in diesem Kommentar schreibst, finde ich super, vielen Dank dafür!

  33. @ESC Kompakt.

    Mehrmals habt ihr von Quellen/Kontakte zum Eurovisionspanel geschrieben. Auch schreibt ihr ESC Kompakt Leser wissen mehr.

    Thomas Schreiber sagt „Unser Act hat die nationalen und internationalen Expertinnen und Experten begeistert und sich in einem tollen Teilnehmerfeld durchgesetzt.“

    Also Butter bei die Fische- ESC Kompakt
    , was berichten eure Quellen über unseren Act?

  34. Das dwdl-Interview ist wirklich sehr interessant.

    „Durch die Eingrenzung auf diese Form des Publikumsgeschmacks bin ich mir sicher, einen Act und Song gefunden zu haben, der international nicht chancenlos sein wird.“

    Das sollte man ganz oben festtackern und sich am 17. Mai, so ungefähr um 0:30 noch mal zu Gemüte führen.

    • In meinem Kommentar ist auch der Satz davor noch mit drinnen, den man vielleicht mit zitieren sollte, um den Zusammenhang zu verstehen 😉

      • Ich hab das eigentlich aus dem dwdl-Interview kopiert.

        Du meinst das?

        “ Wichtig ist mir zu betonen, dass da niemand vom NDR und keiner unserer Partner mitentschieden hat“

      • Richtig, damit gesteht er doch indirekt ein, was u.a. du doch hier seit langem schreibst, nämlich, dass wenn der NDR auswählt, nichts dabei rumkommt

    • … zusammen mit der gemachten Aussage, dass der NDR mit der finalen Entscheidung nichts zu tun hatte.
      Wir werden uns daran erinnern.

  35. Ich bin selbst ein eher pessimistischer Mensch, der viel jammert und meckert – aber selbst ich finde, dass hier viele übertrieben negativ sind, auch wenn ich das nach vielen deprimierenden Jahrgängen ein wenig nachvollziehen kann. Aber nach dem, was ich in dem Interview bei dwdl gelesen habe, hat das Verfahren Hand und Fuß und wirkt durchaus stimmig. Ich denke, dass es eine gute Idee ist, das deutsche Publikum aus der Abstimmung rauszunehmen, insbesondere auf Basis der Abstimmungsdaten, die TS uns da präsentiert. Ich habe mich schon oft über das Abstimmungsverhalten des deutschen Publikums bei unseren Vorentscheiden geärgert (immer diese Tendenz zu einem Konsensvertreter, der nicht aneckt). Am meisten Vertrauen habe ich tatsächlich in das Eurovisions-Panel, das uns Fans ja am nächsten steht und am ehesten weiß, was funktioniert.

    Ich mag Barbara (mit Ausnahme ihres kürzlichen Make-Up-Kommentar-Totalausfalls) sehr gern und finde auch das Video gelungen. Sicherlich wäre es vielleicht mal angebracht, den ESC in Deutschland an neue, frische junge Leute zu übertragen, aber zumindest geben sich TS und Co. Mühe, das Verfahren zu optimieren. Bei Michael Schulte hat’s ja auch geklappt. Die Kritik rund um das letztjährige Verfahren, insbesondere in Bezug auf die S!sters, haben die sicherlich mitbekommen und es sieht doch erstmal so aus, als würde sowas nicht wieder forciert werden.

    Erstmal bin ich jetzt gespannt, wen und welchen Song man uns da nun präsentiert. Es wird kein sonderlich bekannter Künstler sein, sonst hätte man den sicher schon genannt. Das Lied kann natürlich trotzdem Grütze sein oder schlicht und einfach beim ESC nicht so gut ankommen – ein bisschen Glück bei den angebotenen Songs und am ESC-Abend selbst spielt ja auch eine Rolle. Ich bin jedenfalls mal vorsichtig optimistisch, dass es besser wird!

    • Bei Michael Schulte hat es aber deswegen geklappt, weil er sei eigenes Ding gemacht hat und selbst voll Bock auf den ESC hatte. Die Sisters wurden ja eher da reingedrängt.
      Wenn sich jetzt ein Künstler aus freien Stücken für eine Kandidatur entschieden hat und auch ausreichend Zeit hatte was Songwriting etc. angeht, klingt das doch tatsächlich erstmal gut.

  36. Auch eine Möglichkeit dem zahlenden deutschen Fernsehzuschauer mitzuteilen, dass sein gewöhnungsbedürftiges Urteilsvermögen nicht mehr erwünscht ist.
    Aber ein bisschen Empörung über diese Entmündigung wäre schon angebracht.

    • Entmündigt sind Defacto nur diejenigen, die beim letzten Vorentscheid für S!sters angerufen haben. Alle anderen sind schon vorher durch andere Televoter entmündigt worden. 😉

  37. Ich kann seine Argumentation sehr gut verstehen. Auch ich habe mir nach den ernüchterneden Abstimmungen des ARD-Publikums in den letzten Jahren sehr häufig eine interne Nominierung gewünscht. Fehlen wird mir der Vorentscheid aber dennoch. War einfach schön, schon im Februar ESC-Feeling zu bekommen.

    • Da hast Du natürlich auch wieder Recht, so VE’s sind irgendwie immer spannend. Und es gibt bedauerlicherweise kaum noch Musiksendungen im deutschen Fernsehen (ich vermisse irgendwie so etwas wie die ZDF-Hitparade, schnief).
      Auf der anderen Seite gibt es so viele tolle Vorentscheidungen aus den anderen Ländern, da kann man schon auf seine Kosten kommen, finde ich.

  38. Ich werde dem kommenden Song gegenüber aufgeschlossen sein, aber angesichts der nun doch ziemlich offensichtlichen Problematisierung des Zuschauer-Votings fällt das natürlich schwer.

    Meine Hoffnung an eine interne, resp. „Expterten-Entscheidung“ wäre, mal etwas weniger angepasstes zu schicken, aber wie Ruhrpottler schon erwähnte, hätten sich die Experten letztes Jahr für Makeda entschieden – wahrhaftig ein beeindruckend kantiger, gar aneckender Act! Damit wären wir garantiert besser gefahren und natürlich hätte da auch bis zum ESC niemand drüber gemeckert. 😉

    Wer hier wirklich denkt, dass so ein aalglatter Latino-Bopper wie „She Got Me“, gesungen vom DSDS oder The-Voice-Sieger keinen Vorentscheid hätte gewinnen können (und anderenfalls für immer als Vorentscheidsloser gebrandmarkt wäre), dem ist wirklich nicht zu helfen. Könnte mir einer von euch Jubel-Pappnasen mal sagen, welcher Vorentscheid-Teilnehmer nachweislich unter seinem dortigen Misserfolg zu leiden hatte? Wo hatten Laing, Unheilig, Voxxclub oder LaBrassBanda ihren großen Karriereknick?

    Es wurde auch schon mehrfach erwähnt, dass selbst „Satellite“ nicht unumstritten war. Auch „City Lights“ hatte seine Kritiker, aber wenn ein Song etwas taugt, dann werden die positiven Kommentare überwiegen (im Fall von Michael Schulte übrigens bis zum ESC kaum der Fall und trotzdem war er in Lissabon nicht auf verlorenem Posten).

    Das Schlimme ist, dass für den Fall, dass der diesjährige deutsche Act Erfolg hat, es vermutlich auch nächstes Jahr keinen deutschen Vorentscheid geben wird und anders als anscheinend viele andere hier, würde ich das durchaus bedauern.

    • Zu Makeda muss man aber sagen, dass die Jurys da nur noch die Wahl zwischen 7 Songs hatten. Das wurde ja schon vorher runtergebrochen. Nun hat man eine viel größere Auswahl gehabt. Makeda wäre natürlich auch eine mutlose Wahl gewesen, das ist klar. Aber nicht jeder Song, der bewusst kantig und mutig ist, ist auch gleich gut und geeignet für den ESC. Ich würde jetzt einfach mal vertrauen. Da sind wir uns also sehr ähnlich. 🙂

    • „aber wenn ein Song etwas taugt, dann werden die positiven Kommentare überwiegen“
      Da wäre ich mir nicht so sicher (ist halt die Frage, wie man „taugt“ definiert), sonst stimme ich Dir aber überall zu, insbesondere beim Wunsch, dass es nächstes Jahr wieder eine VE gibt.

  39. Ich hätte jedes Konzept aktzeptiert, die die Zuschauer nicht ausschließt. Ich hätte auch ein Online-Voting mit 2 bis 4 Künstlern auch akzeptiert, das man aber auf 2 Jurys setzt, die übrigens für das letzte Jahr, die Vorauswahl getroffen haben, und den Zuschauern den Schuld für die Pleite im letzten Jahr gibt, finde ich ist an Unverschämtheit und Arroganz seitens des NDR kaum zu überbieten. Mir ist egal wer da singt, was da gesungen wird, von mir aus soll der arme Tropf in Rotterdam ruhig abkacken. Gibt ja noch genügend junge „Talente“ die der NDR verheizen kann. Aber ohne mich. Und wenn der Schreiber in etwas besonders gut, dann dämlichste Ausreden für seine totale Inkompetenz und Pleiten finden. Man hatte seit Mai 2019 zeit gehabt ein Konzept für einen Vorentscheid zu finden, heraus kam DAS. Mehr muss man seine totale Ahnungslosigkeit, Kreativitätslosigkeit und vollkommenes Desinteresse gar nicht mehr zeigen. Das dumme Gewäsch kann der Schreiber der Parkuhr erzählen. Bin gespannt was er sagt, wenn der Act für Deutschland am Ende wieder letzter wird. Da wird er sich auch wieder ausreden.

  40. bezüglich barbara schöneberger „musikvideo.“
    warum setzt man sich jetzt freiwillig dem gespött der leute aus?
    soll das sowas wie selbstironie sein?
    fail!

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