Junior Eurovision Song Contest 2024 nicht in Frankreich, aber mit Kasachstan?

Bild: Corinne Cumming / EBU

Der Junior Eurovision Song Contest 2023 ist gerade einmal drei Tage Geschichte und schon werfen die Planungen für den Kinder-Wettbewerb im kommenden Jahr ihre Schatten voraus. Neben der Frage, wo der Junior ESC 2024 wohl ausgetragen wird, gibt es auch schon Spekulationen über die mögliche Rückkehr eines Landes…

Aber der Reihe nach: Am vergangenen Sonntag hat Zoé Clauzure mit „Cœur“ für Frankreich den JESC 2023 gewonnen. Während France Télévisions im vergangenen Jahr noch relativ schnell nach dem Sieg bekanntgab, dass der kommende Wettbewerb in Frankreich stattfinden wird, halten sich die Verantwortlichen nun betont zurück.

Stéphane Sitbon-Gomez, Programmdirektor von France Télévisions, hat sich im französischen Fernsehen folgendermaßen geäußert:

„Wir feiern zunächst den Sieg. Anschließend werden wir, wie jedes Mal, auch mit der EBU besprechen, wo [die Austragung] am besten wäre. Es gibt viele Länder, die [den Junior Eurovision Song Contest] organisieren wollen. Wir wollen nicht, dass es ein französisches Monopol auf den Junior ESC gibt.
Wir nehmen uns die Zeit, gemeinsam zu diskutieren und nachzudenken. Heute sind wir besonders glücklich und stolz auf das, was wir heute erleben durften.“

Gut möglich also, dass das französische Fernsehen und die European Broadcasting Union gemeinsam entscheiden, dass der JESC im kommenden Jahr – nach 2021 und 2023 – nicht schon wieder in Frankreich ausgetragen werden soll. Außerdem hat Frankreich mit den Olympischen Spielen in Paris 2024 bereits ein echtes Großereignis zu stemmen.

Welches Land könnte in diesem Fall einspringen? Analog zur letztjährigen Entscheidung beim Eurovision Song Contest wäre es möglich, dem Zweitplatzierten, also in diesem Fall Spanien, das Erstzugriffsrecht einzuräumen. Es dürfte eher unwahrscheinlich sein, dass das JESC-begeisterte Spanien und der zunehmend Eurovisions-ambitionierte Rundfunk RTVE ein solches Angebot ablehnen würden – zumal der JESC bislang noch nie in Spanien ausgetragen wurde. Gut möglich, dass eine Entscheidung zu diesem Thema erst Anfang des kommenden Jahr fällt bzw. kommuniziert wird.

Wo auch immer der Junior ESC 2024 stattfinden wird: Die Chancen stehen gut, dass dann auch Kasachstan wieder dabei sein wird. Etwas überraschend hatte das Land, das auch Ambitionen hegt, beim großen Eurovision Song Contest zu debütieren, seine diesjährige JESC-Teilnahme abgesagt. Nach einigem Zögern hatte sich die Rundfunkanstalt Khabar dann aber doch entschieden, den Wettbewerb zumindest zu übertragen.

Nachdem bereits die offizielle Sprachregelung besagte, dass Kasachstan in diesem Jahr lediglich ein Jahr pausiert, nährte der Instagram-Account jevision.kz, der sich selbst als „offiziellen Informationspartner von JESC Kasachstan“ bezeichnet, jetzt Spekulationen über eine Rückkehr des Landes im kommenden Jahr, indem dort folgende Story veröffentlicht wurde: „We missed you, JESC. See you next year.“ Eine offizielle Bestätigung ist das sicherlich noch nicht, aber immerhin ein positives Signal. Wir behalten die Entwicklungen natürlich weiter im Auge.

Was glaubst Du, wo wird der JESC 2024 stattfinden? Und wird Kasachstan dann wieder mit dabei sein? Schreib uns Deine Meinung gerne in die Kommentare.



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Rainer 1
Rainer 1
2 Jahre zuvor

Das französische fernsehen wird sich 2024 voll und ganz auf die olympischen spiele konzentrieren. Ein überdimensionierter kiddy-contest passt da glaub nicht

Der Thoddy
Der Thoddy
2 Jahre zuvor
Reply to  Rainer 1

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Frankreich nächstes Jahr den Junior ESC wieder ausrichten wird. Mein Tipp, wer es dann macht, ist Spanien – oder das UK. Spanien hätte es dieses Jahr fast geschafft den Sieg zu holen und wir kennen unsere spanischen Freunde doch – sie sind heiss drauf und auch die noch lodernde ESC Flamme beim UK darf man nicht vergessen – zumal sie Vierter geworden sind. Armenien sehe ich nicht so – zu weit ab vom Schuss und müssen sich jetzt um wichtigere Dinge kümmern. Deutschland wäre zwar ideal geographisch gelegen – aber der KiKa wird sich wohl nicht um eine Ausrichtung des Wettbewerbs reißen.

Vielleicht erleben wir ja ein Debut Finnlands beim JESC 2024 und eine Rückkehr zum Wettbewerb von Litauen im Jahr 2025. Eine Rückkehr von Kasachstan ist sehr wahrscheinlich – weil auch das russische Gegenstück nicht mit „unserem“ Wettbewerb mithalten kann und es dort auch Absagen gab. Somit nahmen dieses Jahr nur noch 14 Länder dran teil – und man musste sogar Südafrika, Brasilien und die Malediven bemühen.

Fabian
Fabian
2 Jahre zuvor
Reply to  Der Thoddy

Der Thoddy-Glaube auch,dass der Jesc 2024 in Spanien Stattfindet, Kasachstan wieder teilnehmen wird und Litauen eventuell 2025.

Matty
Matty
2 Jahre zuvor

Ich rechne damit, daß der JESC nächstes Jahr in Spanien ausgetragen wird (Madrid oder Barcelona oder Sevilla).

David Z
David Z
2 Jahre zuvor

Wenn der Sieger nicht möchte ist die Ausrichtung generell offen für alle. Dass der zweitplatzierte dann einspringt ist nicht neu. So ging es 2015 nach Bulgarien als Italien im Vorjahr gewonnen hatte. Spanien 2024 fände ich nicht schlecht. Auch Deutschland darf gerne den Rückenwind von Fias 4. Platz mitnehmen und sich um die Ausrichtung bewerben. Nur Armenien brauche ich nicht unbedingt schon wieder als Gastgeber, da Deutschland ansonsten wohl wieder einen Rückzieher macht. Allerdings dürften die dort momentan andere Sorgen haben.

Bubble
Bubble
2 Jahre zuvor

Ich würde mir wünschen wenn der JESC in Irland ausgetragen wird.

Der Thoddy
Der Thoddy
2 Jahre zuvor
Reply to  Bubble

Bubble – das ist auch ein schöner Gedanke ….und Sophie Lennon macht dann die Interviews im Greenroom.

Lillie
Lillie
2 Jahre zuvor

Ich habe gelesen, dass Spanien den JESC nur austragen will, wenn sie auch gewonnen haben. Kann die Aussage allerdings nicht belegen, von daher Spekulation.

AlexESC
AlexESC
2 Jahre zuvor

Ich bin auch für Spanien! RTVE hat schon 2019 und 2020 kurz vor dem JESC des jeweiligen Jahres -da ihr Song in den beiden Jahren Mitfavorit auf den Sieg war- erwähnt, dass sie bei einem Sieg Spaniens den JuniorESC gerne austragen würden. Fand ich damals ehrlich gesagt von RTVE schon ein wenig arrogant, diese Info ein kurz vor dem jeweiligen JESC so rauszuposaunen, aber letzten Endes hätte es Spanien schon verdient den JuniorESC mal auszutragen.
Wer könnte den JESC 2024 ansonsten austragen, wenn Spanien auch nicht möchte? Dann käme für mich JESC-Dauerteilnehmer seit der ersten Stunde Niederlande in Frage.

Ich muss noch etwas zu dem diesjährigen JuniorESC los werden. Die französische Head of Delegation, Alexandra Redde-Amiel, saß bei der Punkteverkündung ja neben Zoé im Green Room. Hier Frage ich mich, da Alexandra Redde-Amiel zeitgleich ja auch Produzentin vom diesjährigen JESC war, ob das alles nur Show war und sie das Ergebnis nicht schon vorher gekannt hatte? Im Normalfall sitzt die HoD der Hostnation nicht im Greenroom, sondern hinter Bühne. So war es auch beim JESC 2021 in Paris.

AlexESC
AlexESC
2 Jahre zuvor
Reply to  AlexESC

Ein kleiner Tipp von mir:
Consi hat, genau wie letztes Jahr, bei Instagram ein kurzes „Backstage“-Video zu seiner Arbeit als JESC-Kommentator gemacht. Finde ich eine schöne Idee!
Hier das diesjährige Video
https://www.instagram.com/reel/C0OMNR0No54/
…und hier das Video vom letzten Jahr
https://www.instagram.com/reel/CmFJ64Ar7ti/

Der Thoddy
Der Thoddy
2 Jahre zuvor

Hatte mir gestern noch einmal den Junior ESC 2023 auf YouTube angeschaut, weil auch in einem Beitrag vor 3 Tagen die Frage aufkam, warum beim Junior ESC so wenige Kinder im Publikum (in der Halle) sitzen.
Tatsächlich ist das so – wenn man sich die Aufnahmen der Kamera anschaut, wenn diese durch die Reihen geht. Direkt vor der Bühne standen fast nur Männer im Alter von ca. 25 – 35 und ein paar Frauen im Alter von geschätzt 22 – 27 Jahren, aber so gut wie keine Kinder. Bei manchen Fans, die dort standen hatte man den Eindruck, diese schon mal in einem ESC Finalvideo gesehen zu haben. Ich rede nicht von den Mitgliedern von Wiwibloggs, Eurovoxx, Eurovoix oder ESCunited – die sind natürlich dort, um zu berichten.
Persönlich denke ich, dass es eine Veranstaltung für Kinder ist und diese hauptsächlich Zuschauer vor Ort sein sollten. In den Jahren 2003 – 2016 war es auch noch so. Nachdem der JESC aber von der Qualität der Songs, der Bühne, der Technik etc. auf dem Level des erwachsenen ESC’s ist, seit dem zieht er auch die erwachsenen ESC an (mich zugegebener Weise auch). Zum einen finde ich es genial, was diese Kinder gesanglich und von der Performance abliefern und zum anderen die Lieder, die liebevoll gemachte Bühne und auch die Stimmung toll. Außerdem sollte man nicht verachten, dass es wesentlich einfacher ist an Karten zu kommen – als beim ESC und auch die Ticketreise sind noch wirklich erschwinglich. Außerdem werden wohl die Unterkunftspreise nicht so stark in der Zeit ansteigen, wie z.B. in Liverpool 2023.
Persönlich, und da wiederhole ich mich gerne, ist es für mich ein Fest für die gesamte Familie und ich würde mir wünschen, dass mehr Familien mit Kindern dort hingehen – verstehe aber auch die ESC Fans. Die Stimmung in der Halle war ja auch genial gut.
Wenn das so weitergeht, dann werden wohl in den kommenden Jahren die Junior ESC Veranstaltungen in größeren Hallen veranstaltet werden müssen.
Danke für das Lesen meines Beitrages ♥

Böörti01
Böörti01
2 Jahre zuvor
Reply to  Der Thoddy

Zur Frage, warum so wenige Kinder im Publikum waren:
Ich war ja da und kann es bestätigen, es ist aber auch leicht erklärlich: Viele waren offenbar Family & Friends des jeweiligen Acts, andere Kinder ließen sich mindestens von Mama und Papa begleiten. Kinder können ja nicht allein zu so einer Veranstaltung. Das erhöht den Erwachsenenanteil naturgemäß. Dann noch ein paar ESC-Fans, die gerne besonders nah am Geschehen sind, und schon entsteht der Eindruck.

Außerdem muss man bedenken: Internationale Gäste im Kindesalter können kaum kommen, so lange der JESC an einem Sonntag stattfindet, der nicht in Ferienzeiten ist. Die Schulpflicht tagsdrauf macht das quasi unmöglich, während sich Erwachsene beliebig Urlaub nehmen können.

Traffy
Traffy
2 Jahre zuvor

OT an alle Spotify Nutzer:
Spotify Wrapped 2023 (also der Jahresrückblick) ist für jeden Online 🙂

Wie zu erwarten war „Cha Cha Cha“ bei mir das meistgehörte Lied und laut dem Wrapped soll ich „Cha Cha Cha“ am meisten im Mai gehört haben 🙂

AlexESC
AlexESC
2 Jahre zuvor

Dieses Statement, was Yulan Law, welche dieses Jahr Malta beim JESC vertreten hat, gestern auf Instagram gepostet hat, sollte jeder lesen. Vor allem die, welche den JuniorESC kritisch sehen, vielleicht sehen sie diesen dann in einem anderen Licht. Sehr schön geschrieben von Yulan.
https://www.instagram.com/p/C0MOVCKoNkE/

SanomiKedvesem
SanomiKedvesem
2 Jahre zuvor

Sollte tatsächlich Spanien den nächsten JESC austragen dürfen, dann solltet ihr die Insta-/Facebook-Story unbedingt mit „Antes muerta que sencilla“ unterlegen! Und wenn es Barcelona werden sollte, dann der gleichnamige armenische Beitrag vom JESC 2009! Falls er bis dahin verfügbar sein sollte, ich konnte ihn nämlich noch nicht finden, anders als AMQS.

Das letzte Mal, dass der JESC nicht im Land des Vorjahressiegers stattfand, war 2018 in Minsk, der Hauptstadt von Belarus – und das stand schon mehrere Wochen vor dem JESC 2017 in Tiflis (Georgien) fest, den Polina aus Russland gewann. (Aber Fource waren die Sieger der Herzen.)

Und davor war es 2015 im bulgarischen Sofia. Sie sprangen für Italien ein, das vom Sieg bei der ersten Teilnahme so überwältigt war, dass sie lieber verzichteten. In dieser Show wurde der Vorjahreszweite „Planet of the children“ so sehr gefeiert, als wäre es der Sieger gewesen, aber Vincenzo durfte auch noch auftreten. Und Poli Genova durfte schreien: „Where is my dress?“ And, of course: Destiny!

Böörti01
Böörti01
2 Jahre zuvor

Ja, es ist nur ein Gastgeberrecht, aber ehrlich gesagt finde ich es schon enttäuschend, wenn eine Gewinnernation das Recht abgibt – in dem Fall mit Frankreich ja auch ein wohlhabendes BIG5-Land. Auch doof für den jeweiligen Act, der sich dann – anders als andere Gewinner – nicht auch mit rühmen kann, das Ding für sich nach Hause zu holen bzw. zu behalten. Ich verstehe die Belastung Frankreichs (schon so oft und nächstes Jahr Olympia), aber wenn man den JESC z.B. wieder am 3. Adventssonntag ansetzt und beliebig downsized bzw. einen Partnersender ihres Senderverbunds mit ranholt, sollte das doch in Frankreich gehen…

Es wird dann wohl auf Spanien hinauslaufen – sei dann so, aber enttäuschend finde ich das schon.

Frank B.
Frank B.
2 Jahre zuvor
Reply to  Böörti01

Ich kann die Franzosen schon sehr gut verstehen, dass sie es nicht machen wollen, nur die Sprachregelung finde ich unglücklich.

Die Olympischen und Paralympischen Spiele sind ein so großer Aufwand, dass quasi jede Firma in Frankreich, die sich mit Großevents auskennt an der Organisation beteiligt sein dürfte. Man darf nicht vergessen, dass man nicht nur ein paar Sport-Events in gesicherten Hallen veranstalten will, sondern u.a. auch noch eine Eröffnungsfeier an der Seine mit zig Millionen Menschen und öffentliche Wettbewerbe wie Marathon, Triathlon etc.
In einer Stadt mit hinreichend Erfahrung von Terroranschlägen (und einer gefühlt immer angespannteren politischen Weltlage) muss man da alles extrem sicher und gleichzeitig effizient organisieren.
Dazu kommen noch einige weitere Großstädte, in denen weitere Wettbewerbe stattfinden (u.a. Fußball, Basketball, Handball, Segeln), was auch vor Ort wieder lokale Organisationskompetenzen bindet. Und an begleitenden Sponsorenevents sowie allem anderen, was in Frankreich ohnehin jedes Jahr stattfindet habe ich dabei noch gar nicht gedacht.

Dementsprechend verstehe ich das französische Fernsehen, was sich nicht noch eine zusätzliche Belastung (sowohl von der Organisation als auch kostentechnisch) ans Bein binden will.
Die Formulierung „JESC-Monopol“ kommt bei mir trotzdem sehr arrogant an. Nur weil die jetzt 3 aus 4 gewonnen haben ist es ja noch kein Automatismus. Man kann doch einfach mal zugeben, dass man keine ausreichende Zeit für die Organisation aufbringen kann als sich so hinzustellen, dass man den anderen Ländern auch mal ein paar Brotkrumen hinwerfen will (zumindest kommt der Kommentar bei mir so an; ich hoffe vielleicht auch noch auf einen Übersetzungsfehler).