
Lettland geht bei seiner nationalen Eurovision-Vorauswahl neue Wege. Wie der lettische öffentlich-rechtliche Sender LSM bekannt gab, findet die Supernova 2027 am 6. Februar erstmals in der Xiaomi Arēna in Riga statt. Gleichzeitig ändert sich das Format: Statt wie zuletzt zwei Halbfinale und ein Finale wird es nur noch eine einzige große Liveshow geben, in der sowohl das Finale als auch ein neu eingeführtes Superfinale ausgetragen werden. Songs können vom 1. August bis zum 1. Oktober eingereicht werden; die ausgewählten Teilnehmer sollen im November vorgestellt werden.
Der lettische Sender arbeitet weiter an der Professionalisierung des beliebten Vorentscheidformats, was offenbar noch stärker zu einem eigenständigen Event werden soll. So markiert der Wechsel in die Arena einen deutlichen Größensprung für die Supernova. 2026 fand der Vorentscheid noch im deutlich kleineren Riga Filmstudio statt, aufgeteilt auf zwei Halbfinale und ein Finale.
2027 wird es nur noch eine Abendshow geben. Dabei kommt ein zweistufiges Abstimmungsverfahren zum Einsatz: Zunächst ermitteln Jury und Publikum gemeinsam im klassischen 50:50-Verhältnis die drei bestplatzierten Acts. Anschließend werden im Superfinale alle bisherigen Stimmen zurückgesetzt, und das Publikum allein entscheidet, wer Lettland beim Eurovision Song Contest in Bulgarien vertreten wird.
Agnese Štrause-Kubliņa, Leiterin der Redaktion für Unterhaltung und dokumentarische Inhalte bei LTV, ordnet den Schritt ein:
„Supernova ist der Anfang des Weges zur großen Eurovision-Bühne, und 2027 werden wir diesen Weg noch größer beginnen: in der Xiaomi Arēna! Es werden echte Musikfestspiele mit prächtigen Überraschungen und besonderen musikalischen Gästen. Für die Künstler ist es eine großartige Gelegenheit, ihren Song vor einem so breiten Publikum aufzuführen, und für die Zuschauer in der Arena, das Geschehen hinter den Kulissen zu erleben und die Energie der Musik live zu spüren.“
Auch Atvara, die Lettland 2026 in Wien mit „Ēnā“ vertrat und knapp das Finale verpasste, wirbt für eine Teilnahme:
„Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich auf der Eurovision-Bühne stehen und Lettland vor Millionen von Zuschauern vertreten werde, hätte ich das nicht geglaubt. Supernova wurde für mich zum Wendepunkt; sie führte mich zum größten, schönsten und zugleich verantwortungsvollsten professionellen Abenteuer meines Lebens. Deshalb möchte ich jeden Künstler ermutigen: Wenn ihr einen Song habt, an den ihr glaubt, habt keine Angst, ihn bei Supernova einzureichen. Man weiß nie, wohin einen eine mutige Entscheidung im Leben führen kann.“
Bewerben können sich Solist*innen, Duos und Gruppen mit maximal sechs Mitgliedern. Die Interpreten müssen bis zum 15. April 2027 mindestens 18 Jahre alt sein. Songs dürfen vor dem 1. September 2026 nicht veröffentlicht oder öffentlich aufgeführt worden sein. Ausländische Beteiligte sind als Autoren oder Produzenten zugelassen, sofern ihr Anteil an den Urheber- und verwandten Schutzrechten 49 Prozent nicht übersteigt. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Erstellung der Songs ist ausdrücklich untersagt.
Die Teilnehmer, die um die Chance kämpfen werden, Lettland beim Eurovision Song Contest zu vertreten, werden von einer Jury ausgewählt, die Originalität des Songs, Arrangement, Botschaft und Übereinstimmung mit aktuellen Markttrends bewertet. Ebenso wichtig sind die gesanglichen Fähigkeiten der Künstler, das Potenzial, auf dem internationalen Popmusikmarkt zu bestehen, sowie bisherige Erfolge in der Musikbranche und künftige Erfolgschancen.
Der Ticketverkauf für das Arena-Finale hat bereits am 24. Juli über Biļešu Paradīze begonnen. Diese starten bis 23 Euro.
Wie findet Ihr die Neuerungen bei der Supernova? Und glaubt Ihr, dass das Superfinale mit dem Stimmen-Reset für die Top 3 ein faires Modell ist? Lass es uns in den Kommentaren wissen!
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Na ja, kann man einen Platz 13 im Semi als „knapp verpasst“ bezeichnen, zumal zu Zypern auf Platz 10 ganze 73 Punkte gefehlt haben?? 🤔
Superfinale find ich total richtig
Da hat sich Lettland beim Vorentscheid von Estland und Dänemark inspirieren lassen. Bei Eesti Laul und Dansk Melodi Grand Prix gibt es das Superfinale auch. Deutschland hatte es dieses Jahr ebenso.
Der Umzug in die große Arena verspricht definitiv eine Aufwertung der Show denke ich. Und das Konzept eines Superfinal-Votings finde ich absolut richtig. Die Reduzierung auf nur eine Finalshow mag auch der Qualität der Show durch Bündelung der Ressourcen zuträglich sein. Allerdings befürchte ich, dass dies weniger Acts zur Auswahl für den SCC bedeutet – und das empfinde ich als SCC Ultra als extrem bedauerlich. Gerade das Baltikum steuert immer wundervolle und abwechslungsreiche Acts bei, da kann es gar nicht genug von geben finde ich… 😇
Eine große Arena-Show ist natürlich sehr cool, gerade in so einem kleinen Land. Die beiden baltischen Nachbarn machen das ja auch schon länger.