Songs in Landessprache gewinnen den Eurovision Song Contest nicht mehr (Viva Vienna 25)

Linda Lampenius x Pete Parkkonen aus Finnland – Foto: EBU / Alma Bengtsson

Beim Eurovision Song Contest kann seit 1999 jedes Land in der Sprache auftreten, in der es das gerne tun möchte. Einen Zwang zur Landessprache gibt es nicht mehr – doch in letzter Zeit ist der Trend zu mehr Landessprache deutlich erkennbar. Es gibt viele gute Gründe, beim ESC nicht auf Englisch zu performen: Es macht einen Song interessant, authentisch und manchmal ist es vielleicht nicht verkehrt, einen allzu platten Text nicht zu verstehen. Schauen wir uns allerdings die härteste Währung überhaupt im ESC an – welche Songs gewinnen – dann gilt der Ratschlag: Auf Englisch singen wird siegen!

Seit 1999 haben nämlich gerade einmal vier Titel den ESC gewonnen, die nicht auf Englisch gesungen wurden: „Molitva“ (Serbien, 2007), „Amar pelos dois“ (Portugal, 2017), „Zitti e buoni“ (Italien, 2021) und „Stefania“ (Ukraine, 2022). Die beiden anderen ukrainischen Siegertitel „Wild Dances“ (2004) und „1944“ (2016) waren mehrsprachig, aber zum größten Teil auf Englisch. Vier aus 27 Gewinnersongs, also gerade einmal knapp 15 Prozent, umfasst der Anteil der siegreichen Titel in der viel gelobten Landessprache. Das ist wenig.

Dabei hätte es dieses Jahr anders kommen können. Mit „Liekinheitin“ von Linda Lampenius und Pete Parkkonen (Aufmacherbild) lag ein Song über Monate auf Platz eins der Wetten, der komplett in Finnisch verfasst wurde. Am Ende reichte es für Finnland allerdings nur zu Rang 6. Auch andere Songs wie „Ferto“ aus Griechenland, „Før vi går hjem“ aus Dänemark oder „Regarde !“ aus Frankreich wurden als potenzielle Sieger gehandelt und bestanden komplett aus Landessprache. Mit „Michelle“ aus Israel erreichte ein Spezialfall zumindest Platz 2 – denn Hauptsprache des Songs ist weder Englisch noch die Landessprache Hebräisch, sondern Französisch.

Songtexte einfach auf der LED-Wand einzublenden, war auch in diesem Jahr wieder eine Inszenierungs-Idee – Foto: Sarah Louise Bennett / EBU

Und doch – wieder sind all diese Titel am Sieg vorbeigeschrammt! „Bangaranga“ aus Bulgarien hat sich am Ende durchgesetzt. Zwar stammt der Songtitel aus der jamaikanischen Kreolsprache, der Rest des Liedes ist aber komplett auf Englisch. Nun hat beim Sieg von „Bangaranga“ sicherlich auch die Choreografie geholfen – möglicherweise aber auch die Sprache.

Langsam kommt man nicht dran vorbei zu fragen: Ist es für einen ESC-Sieg nicht tatsächlich doch wichtig, die Mainstream-Sprache zu wählen, die sicherlich vielen Leuten mehr hilft, einen Song beim ersten Mal hören in den Kopf zu bekommen? In Finnland machte man es den Fernseh-Zuschauern in diesem Jahr unmöglich, sowohl Titel als auch Namen der Interpreten irgendwie beim ersten Mal aufzuschnappen. Offensichtlich ein Fehler.

Die Zahl der Beiträge, die nicht ausschließlich auf Englisch performt wurden, ist dabei in den vergangenen Jahren gestiegen. In diesem Jahr waren es 19 (beziehungsweise 21, zählt man „Bangaranga“ und „Eins, zwei, drei“ mit, die nur anderssprachige Songtitel haben). Vor zehn Jahren, beim ESC 2016, waren es lediglich acht. Verschiedene Sprachen für Songs zu benutzen, liegt also im Trend. So viele Beiträge, die nicht ausschließlich auf Englisch performt wurden, landeten in den vergangenen Jahren übrigens in den Top 10:

  • 2026: 7 (beziehungsweise inklusive „Bangaranga“ 8)
  • 2025: 9
  • 2024: 6 (plus Irland, das mit Englisch ja in Landessprache performt hat)
  • 2023: 6
  • 2022: 6
  • 2021: 6

Wir sehen, in jedem dieser Jahre bestand mehr als die Hälfte der Songs in den Top 10 aus Titeln, die nicht (ausschließlich) auf Englisch gesungen wurden. Besonders krass sticht das Jahr 2025 hervor, in dem hinter dem Siegersong „Wasted Love“ die Plätze 2 bis 16 (!) an solche Titel gingen. Theoretisch hätte auch Platz 17 ein Wort in Landessprache enthalten, aber das maltesische „Kant“ musste zuvor aus dem Titel „Serving“ von Miriana Conte entfernt werden. All das zeigt, dass Titel in Landessprache durchaus Chancen haben, beim ESC richtig gut abzuschneiden, dass sie die Chance haben, ikonisch zu werden. Aber auch, dass sie quasi keine Chance haben, zu gewinnen.

Woran liegt es Deiner Meinung nach, dass stets englische Titel den ESC gewinnen? Sind die Songs in Landessprache einfach zu schlecht oder haben sie einen strukturellen Nachteil? Und wie erklärst Du dir die Ausreißer wie „Zitti e buoni“ oder „Stefania“? Schreib es uns gern in die Kommentare!

In unserer Reihe Viva Vienna bereits erschienen:

Diese Rückblickserien auf die letzten fünf Ausgaben des Eurovision Song Contest sind bereits erschienen:



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46 Comments
Matty
Matty
1 Tag zuvor

Naja, es gibt immer wieder Ausnahmen wie im Artikel erwähnt. Dennoch entdecken die Teilnehmerländrr ihre Landessprache neu.

Last edited 1 Tag zuvor by Matty
Nelly
Nelly
1 Tag zuvor

Es gibt zwar noch keinen Hinweis, ob Österreich überhaupt nächstes Jahr am ESC teilnimmt (Sparzwang), aber ich bin sehr sicher, wenn ja, dann interne Auswahl und auf Englisch.

ESC-Thom 💫
ESC-Thom 💫
1 Tag zuvor
Reply to  Nelly

Ich wäre sehr verwundert, wenn der ORF nächstes Jahr nicht teilnehmen würde. Die interne Auswahl mit einem englischen Song unterschreibe ich. 😃 Wenngleich ich mich sehr darüber gefreut habe, dass Österreich dieses Jahr beim Heim-ESC mit einem deutschsprachigen Song angetreten ist – und dann nicht mal mit 0 Punkten Letzter geworden ist. 🫶

Last edited 1 Tag zuvor by ESC-Thom 💫
roxy
roxy
8 Stunden zuvor
Reply to  Nelly

Der ORF wird sicher wieder teilnehmen. Mit einer internen Auswahl aber anders als früher.

Funi_Cula
Mitglied
Funi_Cula
1 Tag zuvor

Finnland 2026 ist ein schlechtes Beispiel finde ich. Der Beitrag hat ja von Anfang an in der Bubble gezündet. Das sie nur 6. wurden lag nicht an der Sprache. Und Dara hat nicht gewonnen, weil sie auf Englisch gesungen hat. Ehrlich gesagt bleibt der englische Text kaum hängen, aber Bangaranga bleibt komplett im Ohr.
JJ hat hauptsächlich wegen seines Stimmvermögens gewonnen, Nemo hätte in Landessprache wohl nicht gewonnen, Loreen hätte auch auf schwedisch bei den Jurys abgeräumt.
Ich glaube immer noch, dass die Sprache nur eine untergeordnete Rolle spielt, wenn es um den ESC-Sieg geht. Die Artist sollen einfach in der Sprache singen, in der sie sich wohl fühlen.

Jorge
Jorge
1 Tag zuvor

Fehler im Artikel: „Wild Dances“ (2004) wurde in keiner Sprache gesungen – jedenfalls in keiner bekannten und verständlichen. 😉

Das Sprachpendel schlägt doch immer mal in eine andere Richtung aus. Statistisch würde ich da überhaupt nichts heraus ableiten, zumal – wie im Artikel ja korrekt steht – die Top10 gut mit diversen Sprachen besetzt sind.

Diese Statistik ist einfach nicht ausreichend aussagekräftig, solange diese von Songs mit kalkulierten mehrsprachigen Versatzstücken (ähnlich wie die Baukasten-Kompositionen) durchsetzt ist. Wenn Zeile X noch eingebaut wird, um billig Schlagworte unterzubringen.

Ein anderer Punkt ist, dass englischsprachige Songs besonders gerne in Songwritingcamps produziert werden – welche ja einige der letzten Sieger stellten.

Und P.S.: Ein Teil der erfolgreichen Landessprachen-Songs kommt gerne mal mit Ethno-Touch daher, was zwar einen gewissen Kreis anspricht, aber vielleicht keinen Kick unter den unentschlossenen Normalovotern oder der Masse der Universalisten-Juroren verschafft.

Last edited 1 Tag zuvor by Jorge
togravus ceterum
Mitglied
1 Tag zuvor
Reply to  Jorge

Zu Deiner Ethno- und Televoting-These: Da gibt es aber auch Ausnahmen. KEiiNOs Rungejoike in englischer Sprache z. B. kam beim Publikum sehr gut an.

ESC1994
ESC1994
1 Tag zuvor

Auf Norwegisch hätte dieser Trash wohl eher nicht das Televoting gewonnen.

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
15 Stunden zuvor
Reply to  ESC1994

Betsimmter Trash zieht leider immer irgendwie…

Micha Knust
Micha Knust
1 Tag zuvor

Mein allerliebster belgischer ESC Beitrag von 2003 hat mit nur zwei Punkten Rückstand den zweiten Platz belegt – in einer Fantasiesprache!
Urban Trad hat mich begeistert, und Sanomi hätte ich den Sieg gegönnt.

Grundsätzlich meine ich, dass Künstler die Sprache wählen sollten, in der sie sich am besten ausdrücken können. Ich mag oft Titel, die Landessprache präsentiert werden, und egal ob die jeweilige Sprache eher weich, melodisch oder interessant klingt – das Gesamtpaket und besonders die gute Songauswahl punkten dann am Ende.
Wenn man mal von den ersten Plätzen absieht, haben doch oft Beiträge in Landessprache gut punkten können.
Ich wünsche mir auf jeden Fall mehr Mut, die jeweilige Landessprache mit Überzeugung, stimmlicher Stärke und einer interessanten Choreographie zu präsentieren!

Frank B.
Frank B.
1 Tag zuvor

Hier wäre es auch noch sehr interessant die Unterschiede zwischen Jurys und Televoting zu betrachten. Immerhin wurden in den vergangenen Jahren zumeist Jury-Beiträge gewählt, während einige Fan-Favoriten in Landessprache (Käärijä, Baby Lasagna) scheiterten.

Entsprechend vermute ich bei den Jurys einen gewissen Bias Richtung englischer Sprache. Vielleicht ist das unbegründet, entsprechend interessant fände ich es.

Momo 🐢
Momo 🐢
1 Tag zuvor
Reply to  Frank B.

Baby Lasagna hat nicht in Landessprache, sondern auf Englisch gesungen. 😸

Nilou
Nilou
1 Tag zuvor
Reply to  Frank B.

Das Argument bezüglich Jury-Bias würde ich persönlich auch zu den Gründen zählen, allerdings muss man dabei schon sagen, dass Baby Lasagna dafür nicht als Beispiel dienen kann. RTTD ist genauso komplett auf Englisch verfasst wie The Code.

Frank B.
Frank B.
1 Tag zuvor
Reply to  Nilou

Entschuldigt meinen Blackout, das war natürlich quatsch. Wenn man morgens noch nicht auf Betriebstemperatur läuft, sollte man alles doppelt checken, was man schreibt. Sehr peinlich!

Meine Aussage bzgl. Fan-Favoriten bzw. Songs mit besserem Televotingergebnis in Landessprache will ich jedoch erstmal aufrecht erhalten bis es einer ausgewertet hat. Ist ja aktuell eher ein Gefühl als ein genaues Wissen.

Last edited 1 Tag zuvor by Frank B.
xCCx
xCCx
1 Tag zuvor
Reply to  Frank B.

In der Tat haben zwischen 2015 und 2025 nur in zwei Jahren (2016, 2024) Lieder komplett auf Englisch das Televoting gewonnen. Bei den Jurys verhält es sich genau andersherum: Im selben Zeitraum kürten sie acht vollständig englischsprachige, und lediglich zwei nicht-englische (2017, 2021) Beiträge als ihre Sieger.

xCCx
xCCx
1 Tag zuvor
Reply to  xCCx

Jetzt habe ich „Toy“ unterschlagen (ein Wort in Hebräisch macht es für meine Begriffe nicht mehrsprachig); es bleiben 5 Publikumssieger nicht auf Englisch vs. 3 vollständig auf Englisch und 2 gemischt.
Übrigens, wer meint, 2022 und 2025 hätten als Lied das Televoting nicht gewonnen: die jeweils Zweitplatzierten beider Jahre waren sprachlich entsprechend konzipiert.

sam1
sam1
1 Tag zuvor

OT:
Nun ist also die Männer WM 2026 vorbei. Und Spanien ist verdient Weltmeister geworden und das zum insgesamt dritten Mal (die Frauen mit eingerechnet). Und ich habe Spanien tatsächlich richtig als Weltmeister vorausgesagt. Leider wurde ich aber nicht ausgelost und darf nicht mit zum Urlaub nach Madrid, der ja von unserer Geschäftsführung finanziert wird. Die Auslosung fand heute um 9 Uhr statt und 20 Personen (alle haben Spanien richtig vorausgesagt) waren im Lostopf. Aber nur 3 wurden am Ende ausgelost. Es gibt aber schlimmeres.

Und damit sieht die Liste der Rekordweltmeister nun folgendermaßen aus:

1.Deutschland mit 6 WM-Titeln
2.Brasilien mit 5 WM-Titeln
3.USA und Italien mit je 4 WM-Titeln
5.Argentinien und Spanien mit je 3 WM-Titeln
7.Frankreich und Uruguay mit je 2 WM-Titeln
9.Norwegen, Japan und England mit je 1 WM-Titel

Gezählt werden natürlich die Männer und Frauen zusammen, da sie ein Land sind.

Und das nächste große Turnier wirft bereits seine Schatten voraus und zwar die Frauen WM 2027 in Brasilien. Zum Glück wird da noch unter dem alten Modus mit 32 Teams gespielt, wodurch es nämlich spannender wird.

Und diese Teams haben sich bereits qualifiziert:

-Brasilien als Gastgeber (gehört zur Weltspitze)
-Dänemark (gehört zur Weltspitze)
-Deutschland (gehört zur Weltspitze)
-Frankreich (gehört zur Weltspitze)
-Spanien (gehört zur Weltspitze)
-Kolumbien (Geheimfavorit)
-Argentinien (sind Mittelmaß)
-Australien (gehört zur Weltspitze)
-China (Geheimfavorit)
-Japan (gehört zur Weltspitze)
-Nordkorea (gehört zur Weltspitze)
-Südkorea (Geheimfavorit)
-Die Philippinen (sind Mittelmaß)
-Neuseeland (sind Mittelmaß)

Und alle Mannschaften die zur Weltspitze gehören, gehören natürlich zu den Topfavoriten.

Offiziell gehören bei den Frauen die ersten 15 Mannschaften der Weltrangliste zur Weltspitze. Und bei den Männern sind es die ersten 10.

Und damit fehlen noch bei der Frauen WM 2027 mit den USA, dem amtierenden Europameister und Vize-Weltmeister England, Schweden, Kanada, der Niederlande, Italien, und Norwegen lauter Manschaften die zur Weltspitze gehören.

Das liegt zum einen an dem schweren europäischen Qualifikationsmodus bei den Frauen (deutlich schwerer als bei den Männern), wo schon direkt die ganzen Topmannschaften aufeinandertreffen und zum anderen daran, dass das entscheidende Qualifikationsturnier der CONCACAF erst im November und Dezember 2026 ausgetragen wird und sich die USA und Kanada erst dann für die Frauen WM 2027 qualifizieren können. Und die europäischen Mannschaften die zur Weltspitze gehören haben natürlich die Chance, sich über die Playoffs im Herbst/Winter 2026 für die Frauen WM 2027 zu qualifizieren. Und Europa hat genug Startplätze (insgesamt 11 feste) für alle diese Mannschaften zur Verfügung.

Last edited 1 Tag zuvor by sam1
Festivalknüller
Festivalknüller
1 Tag zuvor
Reply to  sam1

Dies ist ein ESC und kein Fußball-Blog !

mauve
mauve
1 Tag zuvor

Na ja, aber hier geraten auch andere öfters wie Rotkäppchen vom ESC-Weg ab, und das ist wahrlich nicht schlimm! 😉

Festivalknüller
Festivalknüller
1 Tag zuvor
Reply to  mauve

Ich finde es eher schlimm und erschreckend wie manche nicht mitbekommen, dass sie auf dem falschen Dampfer sind.😒🫩

Bosch
Bosch
1 Tag zuvor

Glaube, es ist das gleiche Phänomen wie derjenige, der immer als Erster kommentieren will…pure Provokation kombiniert mit Märchenstunde aufgrund vermeintlichem Aufmerksamkeitdefizit.

sam1
sam1
1 Tag zuvor
Reply to  sam1

Und eine Ergänzung: Spanien ist bei der Frauen WM 2027 Titelverteidiger, da sie 2023 Weltmeister wurden und sie sind amtierende Vize-Europameister.

Matty
Matty
1 Tag zuvor
Reply to  sam1

Der ehemalige englische Fußballspieler Kevin Keegan ist im Alter von 75 Jahren verstorben:

https://www.kicker.de/englische-fussball-ikone-kevin-keegan-ist-tot-1237522/artikel

Der auch als „Mighty Mouse“ bekannte Kicker landete sogar einen Top Ten Hit in den deutschen Single Charts mit dem Titel „Head over Heels in Love“ und spielte u. a. für den Hamburger SV sowie den FC Liverpool, für den er die meisten Einsätze hatte. Dazu kommen 63 Länderspiele und er war für ein Jahr englischer Nationaltrainer.

Ruhe in Frieden.

Matty
Matty
1 Tag zuvor
Reply to  sam1

Das Beste an der Halbzeitshow war der Auftritt der Muppets!

dunefan5000
dunefan5000
1 Tag zuvor
Reply to  Matty

Die gesamte Halbzeitshow war besser als das Spiel. Auch wenn ich eine Halbzeitshow beim Fussball nicht wirklich brauche. Aber hätte es die nicht gegeben, wäre das ein elend langweiliger Abend geworden.

Marko +++
Marko +++
5 Stunden zuvor
Reply to  Matty

Na, für dich: Half Time Show

Festivalknüller
Festivalknüller
1 Tag zuvor

Erwähnenswert wäre noch die Entwicklung, dass Länder sich mit englischsprachigen Untertiteln mehr Erfolg versprechen.
Was bei Italien im letzten Jahr vielleicht ganz hilfreich war, war bei Albanien dieses Jahr mit gelber Schrift auf grauem Grund allerdings eher etwas ablenkend und die Liedatmosphäre störend, da die Thematik eigentlich klar zu erkennen war.

funtasticc*
Mitglied
funtasticc*
1 Tag zuvor

Gilt auch für Deutschland dieses Jahr… einen tiefgründigen englischen Text auch noch visuell zu unterstreichen macht Sinn. 😁

funtasticc*
Mitglied
funtasticc*
1 Tag zuvor

„Zitti e buoni“ wurde nicht aufgrund der Sprache, sondern aufgrund des außergewöhnlichen Musikgenres und des Charismas der Band gewählt und „Stefania“ hat auch nicht wegen der Sprache, sondern hauptsächlich aufgrund der damaligen politischen Situation gewonnen.

Ja, die eigene Landessprache ist sicherlich authentischer und wenn dann doch mal unbekannte Titel wie „Bangaranga“ oder „Eins, zwei, drei“ vorkommen, dann macht es den Song eventuell interessanter, aber trotzdem will man verstehen, was da gesungen wird.

Ein gutes Beispiel ist da der diesjährige finnische Beitrag… zu den unverständlichen Namen der Interpreten kommt ein unverständlicher und komplizierter Titel zu einem unverständlichem Text und aus der Choreo konnte auch niemand erkennen, worum es überhaupt ging (ich weiß es bis heute nicht, weil mich der Song eh nicht interessierte und ich deshalb nicht recherchiert habe).

Authentizität und Charisma helfen, Emotionen müssen erkennbar sein und das Thema sollte irgendwie choreografisch erkennbar sein (z.B. Italien dieses Jahr). Der Zuschauer soll unterhalten und nicht mit Interpretationen überfordert werden, da hat er nämlich keine Lust drauf. Zu platt („Eins, zwei, drei“, „Fire“) sollte der Song allerdings auch nicht sein.

Und obwohl ich ein Fan von Landessprachen bin, sehe ich die Wahrscheinlichkeit eines Gewinns auch eher bei englischsprachigen Liedern. Wobei: UK singt seit vielen Jahren in englisch und hat zuletzt 1997 mit „Love shine a light“ gewonnen, danach ging es schwer bergab. So kann’s gehen. 😉

Gaby L
Gaby L
1 Tag zuvor

Wenn ich mit Leuten spreche, die den ESC nur sporadisch verfolgen, die aber den ESC bzw. den „Grand Prix d’eurobison de la Chanson“ noch von früher kennen, sagen, sie finden es schade, dass so viele Songs auf Englisch gesungen werden. So würden sie doch relativ ähnlich klingen, bzw. irgendwie unauthentisch. Wenn ich jetzt mal an viele osteuropäische bzw. Balkanländer denke, da frage ich mich, warum sie sich denn mit Englisch abquälen, obwohl sie es doch oft mit der Aussprache schwerer haben.

Außerdem glaube ich auch nicht, dass es ausschließlich an der Sprache liegt, ob Songs gut oder schlecht abschneiden (sondern an der Darbietung und/oder am Song selber). 2023 hat ein Song auf Finnisch immerhin einen sehr guten zweiten Platz erreicht, die Sprache ist eher sekundär (oder letztes Jahr hat ein Song auf Schwedisch einen guten 4. Platz erreicht, während dieses Jahr ein englischsprachiger Song aus Schweden nach hinten durchgereicht wurde).

Porsteinn
Mitglied
Porsteinn
1 Tag zuvor

Ich würde mal die Zahlen ins richtige Verhältnis setzen. Klar 4 aus 27 sind „nur“ ca. 15 %. Mit den mehrsprachigen sind es sogar 6 aus 27 = ca. 22 %. Man vergleiche mal, wie viele Teilnehmer überhaupt Landessprache geschickt haben. Gemäß Artikel zwischen 8 (in 2016 mit 42 Teilnehmern) und 19 (in 2026 mit 35 Teilnehmer) pro Jahr. Das sind dann 19 % bis 54 %. Und schon sind 22 % (obendrein gepaart mit einer sehr ordentlichen Top Ten Quote) nicht mehr ganz so schlecht.

cars10
cars10
1 Tag zuvor

Kaffeesatzleserei wäre sicher viel erfolgreicher bei dieser sehr wichtigen Frage😉…

xCCx
xCCx
1 Tag zuvor

Ich persönlich interessiere mich schon bei deutschsprachigen Liedern (in der Sparte Pop/Mainstream) seltenst für den Text. Das Gros fällt ja doch irgendwo in die Kategorie abstrakt-belanglos, manchmal dümmlich-belanglos, oder ist beim erstmaligen Hören schlicht zu schwierig richtig zu erfassen und reflektieren, wenn man sich gleichzeitig noch auf Musik und Gesang konzentriert. Beim internationalen Angebot sieht das nicht besser aus, und ~25 Titel Schlag auf Schlag wie am Finalabend würden „Normies“ in dieser Hinsicht definitiv überforden, selbst mit Übersetzungen zur Hand (ich meine, das estländische und/oder finnländische Fernsehen überträgt alle Beiträge mit Untertiteln!?).

Aufrechtgehn
Aufrechtgehn
1 Tag zuvor

Songtexte werden überbewertet. Ehrlicherweise verstehe ich die gesungenen Texte oft überhaupt nicht oder nur sehr bruchstückhaft, und zwar völlig egal, ob auf deutsch, englisch oder suaheli vorgetragen. Meistens sind sie ja auch inhaltlich ziemlich banal und gewinnen vor allem durch die damit verbundene Möglichkeit der inhaltlichen Auslegung in alle möglichen Richtungen.

Musik zielt aber generell nicht auf den Verstand, sondern aufs Gefühl. Im besten Fall überwältigt uns ein Song: er bringt uns zum Weinen, zum Tanzen, zum (falsch) Mitsingen, er macht uns fröhlich, beschwingt, wütend, traurig oder nachdenklich. Er rührt uns tief drinnen an. Das macht er in einem perfekten Zusammenspiel aller Elemente: die Instrumentierung, der Rhythmus, das Tempo, die Stimme, die Lautstärke, die Inszenierung, die Strahlkraft und Glaubwürdigkeit der Performer.

Auch der Text hat daran selbstverständlich seinen Anteil. Dafür muss er aber nicht profund sein. Ein simples „La la la“ oder „Bangaranga“ funktionieren als Ausdruck überschäumender Lebensfreude auch ohne erkennbaren Sinn. Bei Slimanes „Mon Amour“ (FR 2024) war es nicht der in simpelstem Fünftklässlerfranzösisch gehalten Songtext, sondern die raue emotionale Verletzlichkeit der mit delikater Brüchigkeit in der sonst so starken Stimme gestellte Frage „Est-ce que tu m’aimes… ou pas?“, die mein Herz zum Überlaufen und mich zum Weinen gebracht hat.

Ein Song mit finnischem Text hat ja bereits den ESC gewonnen, wenn auch „nur“ die Zuschauerabstimmung und verbunden mit dem international einprägsamen und mitsingbaren Titel „Cha cha cha“. Ich stelle selbst vor allem die Tendenz zum immer öfters genutzten, spielerischen Sprachenmischmasch fest, bei dem einzelne Elemente in verschiedenen Sprachen gesungen werden, je nach dem, was gerade am besten passt. Und das finde ich ohnehin die beste Herangehensweise. Ein Songtext dient nicht der Informationsvermittlung, Verständlichkeit auf Verstandesebene ist zweitrangig. Er dient ebenso wie die Musik und der Vortrag der Vermittlung von Emotionen. Und da passt mal die eine Sprache besser, mal die andere.

tinytina
tinytina
16 Stunden zuvor
Reply to  Aufrechtgehn

Bei Slimanes „Mon Amour“ (FR 2024) war es nicht der in simpelstem Fünftklässlerfranzösisch gehalten Songtext, sondern die raue emotionale Verletzlichkeit der mit delikater Brüchigkeit in der sonst so starken Stimme gestellte Frage „Est-ce que tu m’aimes… ou pas?“, die mein Herz zum Überlaufen und mich zum Weinen gebracht hat.

You took the words right out of my mouth. Genau diese Zeile war es, genau diese Zeile mit seiner brüchigen Stimme, die war es, die mich damals auch erwischt hat wie sonst nichts. 😭

Überhaupt fässt du nochmal sehr schön zusammen, was auch meiner Meinung nach Aufgabe und Sinn von Musik ist.

Musik ist und bleibt Gefühl. Genau deshalb ist sie ja auch so verbindend. Jenseits aller Sprachen, Grenzen, Geschlechter, Hautfarben etc.

Matty
Matty
1 Tag zuvor

OTN

Der Sänger Fox Revett hat sein Interesse bekundet, für Kanada nächstes Jahr beim ESC anzutreten:

https://escspot.pl/2026/07/19/wywiad-fox-revett-kanada-eurowizja-2027/

Der aus Toronto stammende Künstler verbindet in seinen Werken theatralischen Pop mit queeren Geschichten und spektakulären, maximalistischen Bühnenperformances. Heute erscheint sein neues Album „I don’t know where I left my body“.

ESCFan2010
ESCFan2010
1 Tag zuvor

Ich denke, dass es noch wichtig ist das Abschneiden bei Jury und Televoting zu berücksichtigen.

Da sieht es nämlich so aus
(funktioniert wie die Statistik im Artikel)

Jury:

2026:5/10
2025:9/11 (11 da 🇫🇮 & 🇬🇧 gleich viele Jury-Punkte hatten)
2024:5/10
2023:5/10
2022:5/10
2021:6/10

Televoting:
2026:7/10
2025:9/10
2024:7/10
2023:7/10
2022:5/10
2021:6/10

In der Vergangenheit hat das Publikum also eher nicht Englische Songs gewählt als die Jury

Timo1986
Timo1986
1 Tag zuvor

Entweder ESC 2028 in Mailand, weil entweder Blanco, Annalisa oder
Nicolò Filippucci den ESC 2027 in Bulgarien mit einem Canzone auf italienisch gewinnt

oder 

ESC 2028 in Valencia, weil Pablo Alborán den ESC 2027 in Bulgarien für Spanien mit einem Song in der spanischen Sprache gewinnt. 😀

ESC1994
ESC1994
1 Tag zuvor
Reply to  Timo1986

Dafür müsste Spanien erstmal wieder zurückkehren und du lagst ja schon letztes Jahr als du gemeint hast sie würden auf keinen Fall zurückziehen ziemlich daneben.

Last edited 1 Tag zuvor by ESC1994
Matty
Matty
1 Tag zuvor
Reply to  ESC1994

Das Beste am gestrigen Finale waren die Aktionen von Molina und Peredes und da hätte ich gerne mitgemacht!

dirtsa
dirtsa
1 Tag zuvor

Ich persönlich mag es ja sehr, wenn in Landessprache gesungen wird und es sind jedes Jahr auch Songs in Landessprache dabei die ich unterstütze.
Aber es kommt für mich immer auf das Gesamtpaket an, welcher Song mein Favorit wird und das kann mal englisch und mal Landessprache sein. Ich rufe aber eigentlich immer für mehrere Länder an und nicht nur für meine Nr.1 😉
Ich gehe mal für mich durch ab 1018 wer da meine persönliche Nr.1 und Nr.2 war.

2018:

  1. Deutschland: Englisch
  2. Italien: Italienisch

2019:

  1. Niederlande: Englisch
  2. Italien: Italienisch

2021:

  1. Finnland: Englisch
  2. Frankreich: Französisch

2022:

  1. Portugal: Portugiesisch
  2. UK: Englisch (Landessprache)

2023:

  1. Deutschland: Englisch
  2. Finnland: Finnisch

2024:

  1. Norwegen: Alt-Norwegisch
  2. Aserbaidschan:Englisch + Landessprache

2025:

  1. Albanien: Albanisch
  2. Griechenland: Griechisch

2026:

  1. Rumänien: Englisch
  2. Kroatien: Kroatisch

Also in 8 Jahren waren es 5x englische Titel auf Platz 1
Jedes Jahr mindestens 1 Titel meiner Top 2 in Landessprache.

Franny
Franny
1 Tag zuvor
Reply to  dirtsa

Wow! Das find ich total interessant! 🙂
Ich müsste mich da echt mal hinsetzen, wie es bei mir war.

ab 1018

Hihi! Walther von der Vogelweide hat auf jeden Fall auf Deutsch komponiert. 😛 😉
Ich muss gerade an den Film mit Lilo Pulver denken – Herrliche Zeiten im Spessart. Einer meiner All-Time-Favorites. Und der „ESC“ kommt auch darin vor. 😀

Edit: Die drei Spessart-Teile waren übrigens (bei aller Albernheit) für die damalige Zeit sehr gesellschafts- und sozialkritisch. Und antifaschistisch.

Last edited 1 Tag zuvor by Franny
dirtsa
dirtsa
1 Tag zuvor
Reply to  Franny

Ups! 1018 😁
Man sollte die Tastatur richtig bedienen Können! 😉

Franny
Franny
1 Tag zuvor
Reply to  dirtsa

So kam ich wenigstens wieder auf den Film. Schau ich mir gleich zum Einschlafen an. 😀

michaela_
michaela_
1 Tag zuvor

Es ist zum Mäuse melken! Deutschland jetzt zum dritten Mal in Folge nur Vize-Weltmeister! Man fasst es nicht! Dran bleiben!!!

Gaby L
Gaby L
1 Tag zuvor
Reply to  michaela_

Das ist doch Satire, oder?😄