
Ein so spektakuläres Public Viewing wie beim Eurovision Song Contest 2025 in Basel (Aufmacherbild) gab es dieses Jahr nicht in der Gastgeberstadt. Wien hat den ESC dennoch an vielen Plätzen außerhalb der Stadthalle gefeiert und übertragen. Im heutigen Rückblick-Artikel schauen wir uns die außergewöhnlichsten Public Viewings des ESC 2026 an und gehen der Frage auf den Grund, wie wichtig die Liveshow-Übertragungen in der Gastgeberstadt sind.
Basel war im vergangenen Jahr ein Paradebeispiel dafür, was eine gelungene ESC-Gastgeberstadt ausmacht – zumindest meiner Meinung nach. Unvergleichbar war für mich vor allem das Public Viewing des Finales, das im Baseler St. Jakob-Park als Arena Plus stattfand. Ein perfektes Alternativprogramm für alle, die keine Liveshow-Karten ergattern konnten, aber in der Gastgeberstadt waren. Wiens Public-Viewing-Angebote hatten aber auch einiges auf Lager…
Die meisten Public Viewings in Wien bezogen sich lediglich auf das ESC-Finale. Mit den Open-Air-Angeboten der Public Viewings im Eurovision Village und dem Palais Auersperg gab es aber auch Locations, die die Halbfinals übertrugen. Für mich stand jedoch von Anfang an fest, keine Open-Air-Public-Viewings besuchen zu wollen, da ich immer vom schlimmsten Wetter ausgehe – was sich im Falle von Wien ja auch bestätigt hat.
Zum Public Viewing im Eurovision Village kann ich also wenig sagen, jedoch gerne auf unseren Gastautor Johannes Floehr verweisen. Er hat in unserer Viva-Vienna-Reihe bereits unter anderem über das regenreiche Public-Viewing-Erlebnis am Rathausplatz, dem Eurovision Village, berichtet. Ich war stattdessen mit Freund*innen beim Public Viewing des Hostels JO&JOE. Zumindest für das erste Halbfinale war dies meine Location – wann schaut man schon mal den ESC in einem Hostel?

Das Foyer des Hostels war gut gefüllt (siehe oben) und es gab sogar eine – wenn auch nicht sonderlich gute – Live-Moderation. Auch die Möglichkeit, sich Essen und Getränke zu bestellen, hatte man vor Ort. Die Atmosphäre war super, denn der ganze Bereich war geschmückt und schon vor Beginn der Live-Show lief ESC-Musik im Hostelfoyer. Obwohl sich auch die Rezeption unweit der Public-Viewing-Leinwand befand und der normale Hostelbetrieb in vollem Gange war, konnte man ungestört die Show(s) verfolgen.
Viele meiner Freund*innen und Bekannten waren auch für die anderen Liveshows im Hostel JO&JOE zu Besuch. Vor allem für diejenigen, die keine Tickets für die Stadthalle hatten, war die Location optimal geeignet und dank Innenraum auch vollkommen wetterunabhängig. Ebenfalls begeistert haben mich die vielen Public-Viewing-Angebote in Bars, Gasthäusern (siehe unten) und Kinos, die in Wien angeboten wurden.
Apropos: Den ESC in einem Kino zu übertragen bietet sich nicht nur an, sondern sollte meines Erachtens nach in der jeweiligen Gastgeberstadt verpflichtend für Kinos sein – was jedoch sicher schwer umzusetzen ist. In Basel habe ich jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass es ein wirklich optimaler Weg ist, den ESC zu verfolgen. Ein umwerfender Sound und eine riesige Leinwand heben den ESC nochmal auf eine neue Ebene. Schade nur, dass ich in Wien lediglich Kinos finden konnte, die ausschließlich das Finale übertragen haben – wie beispielsweise das Votiv Kino.

Am Tag des ESC-Finals war ich nämlich bereits verplant – in der wohl ungewöhnlichsten Public-Viewing-Location ever. Gemeinsam mit Freund*innen habe ich mir Tickets für die Brauerei Ottakringer besorgt – dem EuroClub beim ESC 2015! Im Preis inklusive war nicht nur die ESC-Live-Übertragung im Foyer der Brauerei, sondern auch eine Getränke-Flatrate. Es hieß also „All You Can Drink“ – für Essen sorgte auf dem Hof ein Foodtruck, bei dem man sich Burger und Pommes bestellen konnte.
Obwohl ich froh war, etwas essen zu können, war dieser Foodruck ein Minuspunkt, denn … er war der einzige! Für die Menge an Gästen (und vorab verkauften Tickets) hätte man sich denken können, dass es mehr kulinarische Angebote den Abend über bedarf. Schade war auch die Tatsache, dass es keine Sitzplätze vor Ort gab (siehe unten). Aber das Stehen sorgte immerhin für eine sehr gute und ausgelassene Stimmung in der Brauerei.

Eine weitere, nur am Finaltag verfügbare, Möglichkeit, den ESC 2026 zu genießen, war die Übertragung in der Volksoper Wien. Tatsächlich fanden hier in der ESC-Woche mehrmals so genannte „Sing Alongs“ statt. Am Samstag gab es dann das große Public Viewing – kostenfrei, aber mit Sitzplatzreservierung. Auch hier war beste Stimmung angesagt:
Zusammenfassend sei gesagt: Wien sorgte für ein vielfältiges Angebot an ESC-Public-Viewings (siehe unten). Meiner Meinung nach könnten künftige Gastgeberstädte die Angebote aber noch weiter ausbauen und vor allem die gesamte Woche ausnutzen. Vor allem die Halbfinals waren in den Baseler Kinos gut besucht. Diese Nachfrage hätten die Kino-Unternehmen in Wien besser nutzen können. Ein XXL-Public-Viewing in einem Stadion, welches die meisten Großstädte ja sowieso besitzen, sollte es zudem jedes Jahr geben – vor allem in Hinblick auf die immer schwerer zu erwerbenden, Liveshow-Tickets.
Die letzten Jahre haben gezeigt: Die Nachfrage für ESC-Public-Viewings ist riesig. Nicht nur in der jeweiligen Gastgeberstadt, sondern im ganzen Land bzw. in zahlreichen Ländern Europas. Auch die SWR-Übertragung in der Karslruher Schwarzwaldhalle war beispielsweise gut besucht. Ein Public Viewing mit Live-Auftritten oder sogar Live-Schalten in die Halle zu kombinieren, wie es 2025 der Fall war, käme auch künftig allen zu Gute: den Veranstaltern, den Fans und letztlich auch dem ESC selbst.
Wie hast du die Public-Viewing-Angebote in Wien wahrgenommen? Sollte es mehr solche Übertragungen in der ESC-Woche geben? Lass uns gerne deine Meinung da.
In unserer Reihe Viva Vienna bereits erschienen:
- (1) Die schönsten Wien-Bilder der Blogger*innen
- (2) Mein erster Eurovision Song Contest vor Ort
- (3) Wie war Wien als Gastgeberstadt 2026?
- (4) Das „Eurovision at 70“-All-Star-Medley beim ESC 2026 in Wien – ein neuer Klassiker
- (5) ESC 2026 in Wien: All My Life for a Night Like
- (6) Tagebuch ESC 2026: Mini-Storys aus meiner Zeit in Wien
- (7) Bevor wir heimgehen … Sechs Nächte im Euroclub
- (8) Zero points – Wie nah dran Sarah Engels, Essyla und UK an Televotingpunkten waren
- (9) Machen die neuen Jury-Regeln das ESC-Endergebnis unvorhersehbar?
- (10) Zu viel Drama, zu wenig Bangaranga? Warum die Favoriten 2026 scheiterten
- (11) So haben sich Juryvoting und Televoting beim ESC 2026 unterschieden
- (12) Eigentlich nur ESC – Ein Reisebericht zu meinem ersten ESC vor Ort
- (13) Deutschlands erstes ESC-Jahr unter Federführung des SWR – Die ultimative Bilanz
- (14) Absturz beim ESC 2026: Was ist mit Schweden passiert? Und wie geht es weiter?
- (15) Nicht im Finale, aber längst in unseren Herzen
- (16) Wie eine Inszenierung einen Song verändern kann – Die Magie hinter dem Staging von „Bangaranga“
- (17) Sarah Engels im Wonderland: In die ESC-Bubble gekommen, um zu bleiben?
- (18) Producers Curse? Diese Sache mit den Startplätzen beim ESC
- (19) All aboard – Die Eurofan Cruises auf der Donau
- (20) Die Bedeutung von Fanblogs für den ESC – die Diskussion, die niemand hören und sehen wollte
- (21) Die Dancefloor-Hits vom ESC 2026 – Die Wettbewerbssongs aus diesem Jahr
- (22) Die Dancefloor-Hits vom ESC 2026 – Die Vorentscheidssongs aus diesem Jahr
- (23) Der ESC 2026 in Memes: Momente vom Teppich und Co.
Diese Rückblickserien auf die letzten fünf Ausgaben des Eurovision Song Contest sind bereits erschienen:
- Bye Bye Basel: Unser Rückblick auf den ESC 2025
- Malmö Memories: Unser Rückblick auf den ESC 2024
- Leaving Liverpool: Unser Rückblick auf den ESC 2023
- Torniamo a Torino: Unser Rückblick auf den ESC 2022
- Replay Rotterdam: Unser Rückblick auf den ESC 2021
- Talking Tel Aviv: Unser Rückblick auf den ESC 2019
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Moin! Der Begriff „Public Viewing“ hatte ursprünglich folgende Bedeutung:
https://www.sonntagsblatt.de/artikel/kultur/public-viewing-warum-der-begriff-im-englischen-etwas-ganz-anderes-bedeutet
Es müste also demnach „Public Screening“ heißen, wenn man es ganz genau nimmt.
Dann sag auch bitte nicht mehr Handy, Mobbing oder Beamer.
Ich war letztes Jahr im Stadion in Basel fürs Finale. Da es nur Public Viewing war, haben wir uns günstigere Plätze in der Empore genommen. Da dann aber ganz vorne und die Sicht war mega, sowohl auf die Künstler (mein Highlight war Baby Lasgna, der ja dann auch noch später in der Halle live auftrat!) als auch auf den Bildschirm. Nur haben nicht alle Mitmachaktionen so gut geklappt. Die La-Ola-Welle ging in beide Richtungen los und kollidierte dann, sodass die anderen nicht weiter gemacht haben. Aber das sind Kleinigkeiten an denen man arbeiten kann.
Ich finde, dass ein Public Viewing im Stadion durchaus eine Option ist über die zukünftige Gastgeberstädte nachdenken sollten. Wobei man auch sagen muss: Gerade mit der kleineren Halle in Basel war es eine super Option. Ich weiß nicht, ob man unbedingt so viele in das Stadion in Wien bekommen hätte. Muss man also abwägen und soltle man wirklich nur für das Finale planen.
Public Viewings, so wie in diesem Hostel, finde ich großartig, man kann sitzen 🙏🏼, nicht ganz unwichtig wenn man nicht so lange stehen kann , Wetter ist dann egal , und es bietet eine tolle Möglichkeit den ESC in der Gemeinschaft zu feiern , wenn man keine Live-Tickets bekommen konnte. Bulgarien ist mir zu weit weg , aber wenn nächstes Jahr ein für mich besser erreichbares Land siegt , wäre ein Finale im Hostel -PublicViewing eine ernsthafte Option