Nicht im Finale, aber längst in unseren Herzen (Viva Vienna 15)

Atvara – Foto: Facebook @eurovision

Selten liegen Freude und Trauer für ESC-Fans so nah beieinander, wie in den Minuten kurz nach 23 Uhr am Dienstag und Donnerstag der ESC-Woche: dann werden die zehn Qualifikanten für das große Finale des Eurovision Song Contest bekannt gegeben. Noch wenige Minuten zuvor hatte man das Weiterkommen persönlicher Favoriten bejubelt – nur um kurz darauf realisieren zu müssen: diese Beiträge sind ausgeschieden.

In diesem Jahr gehörten für mich gleich mehrere meiner Favoriten zur Gruppe derjenigen, die es nicht ins Finale geschafft haben. Und an diese Beiträge möchte ich einfach noch einmal ganz viel Liebe senden. Statt Zahlen und Analysen gibt es heute also einen emotionalen und ganz persönlicher Artikel in unserer Serie Viva Vienna von mir.

Auf vier Beiträge möchte ich heute besonders eingehen. Und will vorweg nehmen, dass das meine ganz persönliche Sicht ist und keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit hat oder aussagen soll, dass die anderen Beiträge verdient ausgeschieden sind. Jeder hat eine ganz andere Sicht auf den ESC. Vielleicht ist die Kommentarspalte aber ein guter Ort, an denen Ihr auch Eure ausgeschiedenen Favoriten „ehren“ könnt.

Atvara mit „Ēnā“ für Lettland

Am meisten getroffen hat mich das Ausscheiden von Lettland. Ich muss sogar zugeben, dass nach dem Ende der Show ein paar Tränen meine Wangen hinunter kullerten. „Ēnā“ war mein Favorit in diesem Jahr. So eine wunderschöne Ballade, die es schaffte, etwas in meinem Inneren zu berühren.

Die Wettquoten sahen hier von Anfang an nicht gut aus, aber da der Beitrag bei einigen Leser*innen und Blogger*innen sehr gut ankam, hatte ich trotzdem die Hoffnung, dass es ein Lied ist, welches am Ende doch genug Menschen berühren und überzeugen kann. Als jedoch immer mehr Länder als Qualifikanten genannt wurden, wurde irgendwann klar: das wird nichts. Nach Bekanntgabe der genauen Ergebnisse der Halbfinals stand sogar fest, dass „Ēnā“ nicht einmal in der Nähe einer Qualifikation war.

Und trotzdem möchte ich Dir folgendes sagen, liebe Atvara: Du hast toll gesungen. Du hattest den Mut in Landessprache zu singen. Du hattest einen Text mit Aussage anstatt langweiliges „Love, Love, Peace, Peace“. Du hast ein Thema besungen, dass dir ehrlich am Herzen lag und das habe zumindest ich gespürt. Ich bin dir sehr dankbar, dass „Ēnā“ jetzt Teil meines „Liederschatzes“ sein darf.

Bandidos do Cante mit „Rosa“ für Portugal

Bei Portugal war ich fest davon überzeugt, dass sie ins Finale einziehen würden. Das war für mich der Inbegriff von „Stark in der Nische“. Auch wenn das Lied für viele langweilig war, so schien es doch genau die Gruppe von Menschen anzusprechen, welche die ruhige und leisen Tönen mögen, diejenigen, die empfänglich sind für „Music is no fireworks“. Außerdem war „Rosa“ so ein Kontrast zu den vielen lauten, effekthascherischen, überladenen Inszenierungen in diesem Jahr, dass ich dachte, es findet seine Zielgruppe. Ich lag mit meiner Prognose falsch.

Letztendlich war die Zielgruppe für den portugiesischen Beitrag wohl doch zu klein. Aber alle, die wie ich dieser Zielgruppe angehören, stimmen mir sicherlich zu, dass „Rosa“ ein wunderschönes, herzerwärmendes Stück Musik und Balsam für Ohr und Seele ist. Und vielleicht pflichtet mir auch der ein oder andere bei, dass an der Inszenierung nichts aussetzen war. Das war meiner Ansicht nach absolut passend zum Song und sie haben auf ruhige Art und Weise eine schöne Dynamik erzeugt. Ich finde auch heute noch, dass kaum ein anderer Beitrag die Bühne mit ihrem Halbkreis und dem Steg so gut in die Performance eingebunden hat.

Tamara Živković mit „Nova zora“ für Montenegro

Im Voraus gehörte Montenegro mit zu meinem Favoritenkreis. Auch wenn ich eigentlich nicht Zielgruppe von Tanzchoreografiebeiträgen bin, hatte mich die Power des Songs absolut überzeugt. Ich habe also in der Presaison sehr auf ein Weiterkommen gehofft.

Ganz unabhängig von meiner persönlichen Meinung zum Song war Montenegro außerdem meiner Ansicht nach seit zehn Jahren wohl noch nie so nah an einer Qualifikation wie diesmal und ich hätte es dem Land so sehr gegönnt, es endlich mal wieder ins Finale zu schaffen.

Als wir dann die ersten Livebilder sehen durften, kam aber schnell das böse Erwachen: das war nicht gut inszeniert. Eine beliebige, nicht sehr innovative Tanzchoreographie, seltsame Kostüme (Stichwort Kraken), eine Künstlerin die unnahbar-aggressiv wirkte. Und dann hat Tamara auch noch den langen Ton, der im Schnelldurchlauf des Juryfinales gezeigt wurde, verhauen. Von daher war das Ausscheiden aus meiner Sicht nachvollziehbar. Und fühlt sich trotzdem so falsch an, weil „Nova Zora“ als Lied das Potenzial hatte, ins Finale einzuziehen.

Deshalb stellt sich die Frage: Was ist da falsch gelaufen? Vielleicht lag es einfach an einer unglücklichen Wahl der Kostüme und des Stage Directors. Vielleicht aber auch an fehlenden finanziellen Mitteln. Ein Land wie Montenegro kann sich einfach nicht so eine technisch aufwendige Inszenierung wie beispielsweise Schweden leisten oder sich die besten Stage Direktoren einkaufen. Und auch wenn ausreichend Budget kein automatischer Garant für tolle Inszenierungen ist (man schaue nur auf die deutschen und britischen Beiträge in vielen Jahren), und es auch mit wenigen Mitteln gelingen kann, etwas Kreatives und Einzigartiges auf die Bühne zu stellen (wie der diesjährige ESC-Sieger Bulgarien bewiesen hat), ist es natürlich trotzdem unbestreitbar viel einfacher mit großem Budget etwas Tolles auf die Beine zu stellen.

Veronica Fusaro mit „Alice“ für die Schweiz

Und auch die Schweiz möchte ich nicht unerwähnt lassen. Hier soll es jetzt aber nicht um meine Meinung zum Song und zur Inszenierung gehen, die Schweiz hat es aus einem ganz anderen Grund in meine Liste geschafft: Veronica Fusaro ist nämlich „Opfer“ eines absurden Effekts beim Zusammenrechnen der Punkte geworden.

Sowohl mit reinem Televoting als auch mit reinem Juryvoting hätten wir „Alice“ im Finale wiedergesehen. Nicht nur beim Publikum sondern auch bei den Musikexperten erreichte Veronica Fusaro Platz 9. Nach dem Addieren beider Wertungen reichte es dann aber nur für Platz 11 mit 108 Punkten. Damit hatte Veronica auch deutlich mehr Punkte als Platz 11 im ersten Halbfinale erhalten. Vanilla Ninja erreichten dort „nur “ 79 Punkte.

Am Ende sind die Zahlen, wie sie sind, und das soll jetzt keine Kritik am System generell sein. Nichtsdestotrotz fühlt es sich schon irgendwie „falsch“ an, wenn ein Beitrag, den beiden Votinginstanzen im Finale gesehen haben, sich am Ende nicht dort wiederfindet.

Andere mögen jetzt ganz andere Songs nennen, als die vier, auf die ich in diesem Artikel eingegangen bin. Aber bei einem sind wir uns wohl alle einig: ganz unabhängig von der Meinung des breiten Publikum und der Bewertung durch die Juroren, haben alle unsere Favoriten, die es nicht ins Finale geschafft haben, einen Platz in unserem Herzen gefunden und werden dort auch immer bleiben.

So wie für mich das wundervolle „När Jag Blundar“ von Pernilla Karlsson aus Finnland, das auch nach 13 Jahren noch in meiner Alltime-ESC-Top ist.

Oder einer meiner liebsten Euroclub-Titel: „Quero Ser Tua“ von Suzy aus Portugal.

Bei welchen Beiträgen hast Du in diesen Jahr über das Ausscheiden im Finale getrauert? Welche Nicht-Qualifikanten gehören zu Deinen ESC-Alltime-Favoriten? 

In unserer Reihe Viva Vienna bereits erschienen:

Diese Rückblickserien auf die letzten fünf Ausgaben des Eurovision Song Contest sind bereits erschienen:



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54 Comments
Matty
Matty
3 Monate zuvor

Alle vier im Artikel Genannten hätte ich auch sehr gerne im Finale gesehen! Die Bandidos do Cante sind mir dabei ganz besonders ans Herz gewachsen! Deren Song „Rosa“ berührt mich nach wie vor und letzten Sonntag mußte ich an meinen Vater denken, der 98 Jahre dieses Jahr geworden wäre. Ich werde bei „Rosa“ immer sehr emotional und es kommen mir dabei auch ein paar Tränen, weil er von den Bandidos so emotional vorgetragen wird.

Last edited 3 Monate zuvor by Matty
Malge1985
Malge1985
3 Monate zuvor

4 wunderbare Lieder. Bei mir kommen noch Simon und Jiva. 😎

4porcelli - Der 🦦 schwimmt weiter
4porcelli - Der 🦦 schwimmt weiter
3 Monate zuvor
Reply to  Malge1985

Unüberraschenderweise sind wir uns bei den beiden und den Bandidos einig. Ist ziemlich selten, dass ich gleich 3 Songs im Semi verlier. In gewisser Weise sogar 4, weil Zypern sich mit dem „Gesang“ rauskegelte, war vor dem Live meine 5 oder 6.

Malge1985
Malge1985
3 Monate zuvor

Japp ist bei mir auch so. Sonst kommen von meinen Top 10 immer 8 oder 9 ins Finale diesmal waren es nur 6 oder 7. 🙃

ESC1994
ESC1994
3 Monate zuvor
Reply to  Malge1985

Was lief denn deiner Meinung nach bei Armenien schief??

4porcelli - Der 🦦 schwimmt weiter
4porcelli - Der 🦦 schwimmt weiter
3 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

Was ist los? Du bist tatsächlich mal on topic!

ESC1994
ESC1994
3 Monate zuvor

Als ob du immer on topic wärst. 😉

Mache mir und meiner Mutter einen Cosmopolitan heute.

4porcelli - Der 🦦 schwimmt weiter
4porcelli - Der 🦦 schwimmt weiter
3 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

Gute Wahl! Wobei ich mit der Hitze gerade tatsächlich null Bock auf Alkohol oder sonst was habe. Ich glaub, ich geh noch mal zum
Supermarkt und hol mir Zeugs zum Gazpacho machen, ist das beste bei dem Wetter.

ESC1994
ESC1994
3 Monate zuvor

Ich trinke täglich momentan 3 Flaschen Wasser (1 l) , da werde ich mir am Abend einen Drink gönnen können.

Gazpacho gab es auch im Hotel auf Gran Canaria, habe ich aber (obwohl ich es mir immer vorgenommen hatte) nicht probiert. Bei uns gibt es Lachs mit Gemüsecouscous, also auch eine eher leicht bekömmliche Küche bei uns. 🙂

Last edited 3 Monate zuvor by ESC1994
togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
3 Monate zuvor

Gazpacho

🤤 🤤 🤤

4porcelli - Der 🦦 schwimmt weiter
4porcelli - Der 🦦 schwimmt weiter
3 Monate zuvor

Liebe ich! Und super einfach zu machen.

doredo
doredo
2 Monate zuvor

Und im Edeka gibt’s das in 1l-Flaschen zu kaufen. 😃
Jahaa, ich bin ein Banause. Aber mit nem kleinen Wodka drin und noch etwas Spezial-Chili-Sößchen.. hmjam.

Malge1985
Malge1985
3 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

Gute Frage. Eigentlich fand ich den Auftritt gut. Armenien ist ja seit 2022 bei mir immer in meinen Top 10 vertreten.

P. s. neuer Spong von Peter Maffay und Johannes Oerding

http://www.youtube.com/watch?v=Lb127ogiFjA

Last edited 3 Monate zuvor by Malge1985
ESC1994
ESC1994
3 Monate zuvor

Meine Meinung zu den vier Songs:

Lettland – Ich persönlich habe ja von Anfang an zu den Skeptikern gehört was das Lied angeht und war daher nicht überrascht. Die Inszenierung war einfach viel zu dunkel wodurch man Atvara kaum gesehen hat und die Animation mit den zerspringenden Glas war wohl auch too much und ablenkend. Und generell war sie beim Singen halt komplett in ihrer eigenen Welt, hat kaum Blickkontakt zum Publikum aufgebaut. Viele Zuschauer dachten sich wohl:“Ok, ich sehe du leidest. Aber lass uns doch bitte mitleiden!!“ Glaube auch dass viele Zuschauer an dem Abend auch einfach keine Lust auf so einem schwermütigen Song mit dieser doch sehr ernsten Thematik hatte. Generell habe ich auch das Gefühl dass seit Corona es Songs mit so ernsten Themen beim Publikum doch schwerer haben. Das gepaart mit der generell schwer zugänglichen Melodie und der großen Konkurrenz im Semi (viele Jurypleaser) haben halt dazu geführt dass für sie und ihren Beitrag nicht mehr viel übrig blieb.

Portugal – Um den Song fand ich es auch schade, war eine Insel der Ruhe im Semi. Ich vermute aber dass das vielleicht auch der Kern des Problems war, also dass der Bruch zwischen den Songs davor und danach zu groß war und es viele Leute eher rausgerissen hat. So haben wohl einige in der Zeit lieber Getränke aus dem Keller geholt bzw. neue Snacks geholt als zugehört.

Montenegro: Die wohlwollenden Kommentare in Teilen der Bubble habe ich nie verstanden, mir war das musikalisch einfach zu aggro und Tamara wirkte auf der Bühne auch eher unsympathisch auf mich. Das Land kann froh sein dass Serbien und Kroatien im gleichen Semi waren. Hoffe dennoch dass sie auch nächstes Jahr dabei sind.

Schweiz – Ich war tatsächlich sehr überrascht dass es die Schweiz sowohl bei Jurys als auch Zuschauern ins Finale geschafft hätte, habe das im Televoting eigentlich davor als heißen Kandidat für 0 Punkte gesehen. Scheinbar war jedoch seltsame und überhaupt nicht zum Song passende Inszenierung für einige so bekloppt dass man dafür angerufen hat. Na ja, für Veronia tut es mir leid (fand sie als Mensch sehr sympathisch), aber das Lied selber finde ich immer noch öde und habe es im Finale auch nicht vermisst.

Matthias_258
Matthias_258
3 Monate zuvor

Traurig bin ich rückblickend dieses Jahr doch über Montenegro obwohl ich nicht von Anfang an so Feuer und Flamme war aber je öfter ich es gehört habe desto mehr wusste ich den Song zu schätzen auch dank der lieben Momo die sofort ein großer Fan war ☺️

Und auch wenn es vielleicht nicht meine ganz großen Favoriten sind aber ich muss da an ganz ganz viele tolle Songs aus den Jahren 2022 und 23 denken
Vor allem im Kopf habe ich
Mia Dimsic ( 🇭🇷 2022), Brooke ( 🇮🇪 2022), LPS (🇸🇮 2022), Andromache (🇨🇾 2022), Achille Lauro (🇸🇲 2022), Emma Muscat (🇲🇹 2022) sie hätte ihren alten Song behalten sollen wirklich eine Verschwendung
Aus 2023 mag ich Iru (🇬🇪) und Theodor Andrei (🇷🇴) die Performance war zwar nix aber ich finde den Song wirklich fantastisch 🤩

Momo 🐢
Momo 🐢
2 Monate zuvor
Reply to  Matthias_258

Es freut mich, dass du auch durch mich den Song von Tamara so lieb gewonnen hast. 🥰
Hach ja….Tamara…🥰🥰🥰

Sanna 🧸
Sanna 🧸
3 Monate zuvor

Oh ja,
När jag blundar ist mein all-time-favourite!!!
Wie war ich entsetzt, dass es nicht für das Finale gereicht hat… 🫣

Bei Blackbird von Norma John und Aija von Sudden Lights fand ich das HF-Aus auch entsetzlich.

Last edited 3 Monate zuvor by Sanna 🧸
Momo 🐢
Momo 🐢
2 Monate zuvor
Reply to  Sanna 🧸

Doooooon’t cryyyyy! 🥲

Sanna 🧸
Sanna 🧸
2 Monate zuvor
Reply to  Momo 🐢

Ein wenig… 😢😉

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
3 Monate zuvor

Die 4 hätte ich auch gerne im Finale gesehen und gehört.

ESC1994
ESC1994
3 Monate zuvor

Woran hat es bei den Songs deiner Meinung nach gelegen??

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
3 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

Am sachlechten Geschmack von Juroren und Televotern natürlich! 😉

Micha Knust
Micha Knust
3 Monate zuvor

Was für ein schöner und wertschätzender Artikel!
Portugal und Lettland waren in meiner persönlichen Top 5 Liste.
Neben Pernilla, die ich sehr mag, hat es mir ein weiterer finnischer Beitrag angetan, um den ich heute noch „weine.“
Blackbird von Norma John – einer meiner liebsten ESC Beiträge, der im Semi hängengeblieben ist. Für mich so unverständlich!

Gaby L
Gaby L
3 Monate zuvor

Am meisten habe ich Atvara und Bandidos do Canto nachgetrauert.😢

Die Songs hätten der Vielfalt im Finale echt gutgetan. Ausserdem sind das tolle Künstler:innen mit ganz tollen Songs, meiner Meinung nach. Also, da habe ich die Welt nicht verstanden…

Udo Schmidt
Udo Schmidt
3 Monate zuvor

Ein sehr schöner Artikel, Berenike— du sprichst mir aus der Seele.
Vor allem die Bandidos hätte ich gerne im Finale gesehen (zum Heulen schön) – und nur sehr kurz dahinter folgt Atvara. Bei Letzterer brauchte ich ein wenig länger, um den Zugang zu finden, sowohl musikalisch als auch inhaltlich. Und vermutlich ist das das Problem: Ruhige und langsame Songs haben es immer schwerer, beim immer jüngeren Publikum anzukommen. Kann es sein, dass viele überhaupt nicht mehr die Geduld haben, sich auf solche Lieder einzulassen? Ein oberflächliches Ya Ya Ya kommt mittlerweile selbst bei den Jurys besser an – für mich nur schwer nachvollziehbar.
Somit schließe ich mich deiner Wertschätzung ausdrücklich an 🙂

Malge1985
Malge1985
3 Monate zuvor

Bangaranga ist nun aus den Charts heraus. Am Mittwoch war sie immerhin noch auf Platz 98 der Midweek Charts.

4porcelli - Der 🦦 schwimmt weiter
4porcelli - Der 🦦 schwimmt weiter
3 Monate zuvor
Reply to  Malge1985

🔥 immer noch auf der 1, nehme ich an?

Malge1985
Malge1985
3 Monate zuvor

Auf Platz 1 der Herzen. 😀

ESC1994
ESC1994
3 Monate zuvor

In Atlantis vielleicht.

Schorschiborsch
3 Monate zuvor

Merci für den Artikel, Berenike.
Zu meinen ausgeschiedenen Immerwiedergerngehörtsongs gehören u.a.
Love Unlimited von Sofi Marinova, Limits von Paenda, Black Bird und DJ take me away.

Last edited 3 Monate zuvor by Schorschiborsch
lasse braun 🏴‍☠️🪓
lasse braun 🏴‍☠️🪓
3 Monate zuvor

oh,ein trauerhuldigungsartikel für das wirklich schöne an der musik.🙂
die bingojurys haben hier jämmerlich versagt!🥺
das läßt sich auch nicht schönreden.
selbst wenn es lettland mit deutlich besseren juryresultaten dann auch nicht in das finale geschafft hätte,so bleibt die bittere erkenntnis,daß sich sich hochqualitatives musikschaffen der eher langsameren art wirklich nur für bella italia lohnen würde.
man weiß so etwas ja vorher nicht aber lettland hätte wirklich kautkali schicken sollen denn die hatten auch einen dünnen song,standen aber auf der bühne sehr plastisch mitten drin in den schreibtischutensilien? und genau dies hätte die stuhlrückjurygang sicher auch total wuschig gemacht!?
hätte mit kautkali dann aber auch ähnlich wie mit sudden lights ausgehen können – man wird es nie erfahren.

Amion
Amion
3 Monate zuvor

Vollste Zustimmung bei Lettland mein insgesamter Platz 4 /35, aber auch um Montenegro war es schade.

Pernilla aus Finnland läuft bei mir auch noch in meiner Playlist und hat in den Jahren wie ein guter Wein , sogar weiter zugelegt .

Tamara
Mitglied
Tamara
3 Monate zuvor

Die vier sind auch meine Semi-Trauerfälle (plus Armenien). Von den Ausscheidern aus sonstigen Jahren ist „Era stupendo“ in meiner All-Time-Top3, „Salvem el mon“ in meiner All-Time-Top25, und auch um „Y asi“, „Crisalide“ und „Blackbird hab ich sehr getrauert. Es gab natürlich noch eine Menge anderer Ausscheider, die mir sehr am Herzen liegen, aber das waren die heftigsten – insbesondere der Jahrgang 2008 war nach dem zweiten Semi für mich komplett gelaufen (und dass so ziemlich den schlechtesten Sieger ever hervorgebracht hat, hat die Situation nicht wirklich besser gemacht).

Falls es nochmal so eine Sendung mit Benny, Douze, Marcel und Thomas Mohr gibt wie vor zwei Jahren nach dem besten Partysong oder letztes Jahr nach der besten Ballade (was ich sehr hoffe!), wünsche ich mir dieses Mal den besten Semiausscheider.

ESC1994
ESC1994
3 Monate zuvor
Reply to  Tamara

Hi Tamara. Freue mich schon wenn es mit deiner Nachbetrachtung weitergeht. 🙂

ESC Jul
ESC Jul
2 Monate zuvor
Reply to  Tamara

Eine Sendung zur Suche des besten Semiausscheiders fände ich auch toll! Super Idee

Thomas M. (mit Punkt)
Thomas M. (mit Punkt)
3 Monate zuvor

Danke für diesen Artikel, Berenike! Dass Atvara und Bandidos do Cante es nicht ins Finale geschafft haben, war für mich auch ziemlich niederschmetternd. Portugal war in den letzten Jahren recht erfolgreich, oft mit Titeln, die mir nicht so besonders gefallen haben (der beste Beitrag der letzten Jahre kam für mich von Mimicat). Dieses Jahr endlich mal wieder ein portugiesischer Beitrag, für den ich mich richtig begeistern konnte, und der scheidet prompt aus, genauso wie Atvaras traumhaft schönes Lied.

RootingForTheUnderdogs
RootingForTheUnderdogs
3 Monate zuvor

Tatsächlich habe ich am meisten Simon aus Armenien nachgetrauert. Das Lied läuft bei mir immer noch im Auto rauf und runter.

Jorge
Jorge
3 Monate zuvor

Naja, ist eben eine persönliche Rezeption. Was das betrifft, oute mich mal als herzlos: 3 der 4 genannten Beiträge habe ich weder vermisst noch einen Gedanken an diese verschwendet. Genau genommen, hat bei mir nur Simon/ARM mit seiner Energie als ausgeschiedener Teilnehmer etwas bewegt. Für die Schweiz war es irgendwie schade, den Song fand ich ansprechend, aber so richtig einfräsend war das nicht und nach dem ESC hatte ich keinen Trennungsschmerz. CZE, AUT als Finalisten sind in meiner „durchgefallen – trotzdem geliebt“ Kategorie zu finden.

ESC1994
ESC1994
3 Monate zuvor
Reply to  Jorge

Warst also auch nicht überrascht dass Lettland geflogen ist??

Jorge
Jorge
3 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

Nein. viel wichtiger war, dass die Gläser im Schrank heil blieben!

ESC1994
ESC1994
3 Monate zuvor
Reply to  Jorge

Beim hohen Gesang zum Schluss war das nicht sicher. 😅

Hoffe du trinkst genug, das Wetter hier in Regensburg ist richtig anstrengend. 🙄

Jorge
Jorge
3 Monate zuvor
Reply to  ESC1994

Wir hatten hier entspannte 36°, aktuell 31°. Und im Wohnzimmer sind coole 24° (heute morgen 20,7°) – hatte die Wohnung erfolgreich runtergekühlt.

Und da ich an solchen Tagen keine vollwertiges Mahlzeit zu mir nehme, gibt es gleich Hotdogs.

JoelESC
JoelESC
3 Monate zuvor

Die Nicht Qualifikation von Schweiz sowie Kroatien 2021 waren schon heftig, beide hätten bei einem Einzel-Voting ins Finale geschafft …

Die Nicht qualifikation von Lettland sowie Portugal 2014 haben mich echt traurig gemacht.

ag9
ag9
3 Monate zuvor

Ich weiß, die Meinung teilt so gut wie niemand, aber ich hab San Marino im Finale schmerzlich vermisst.
Alle nölen immer rum, das sei altbacken gewesen, aber wer von den diesjährigen Beiträgen – bis auf vier Ausnahmen – war das nicht?
Der Song war schmissig, Senhit sehr sympathisch, und wer unbedingt auf Boy George rumhacken will, musste ihn ja nur kurz ertragen.
War in meinen Top 5.
Frühere Trauerfälle: Norma John, Sofi Marinova, Neiokösö und Kuunkuiskajat.

Lorenz
Lorenz
2 Monate zuvor
Reply to  ag9

Mochte Superstar auch. Konnte nie verstehen, warum der Beitrag in der ESC- Bubble so gehasst wurde. Ich hatte das Gefühl, vor dem San Marino Song Contest wollten alle Senhit als Gewinner sehen und als sie dann gewonnen hat, war plötzlich niemand jede/-r jemand ander sehen. 🤷🏼‍♂️🤔

Rusty
Mitglied
Rusty
2 Monate zuvor
Reply to  ag9

Team Superstar🙂💃

Nilou
Nilou
2 Monate zuvor

Von meinem persönlichen Kreis der Favoriten habe ich dieses Jahr besonders Veronica und Tamara im Finale vermisst.
Bei beiden wusste ich schon, dass es eng werden würde, jedoch hat es mich natürlich trotzdem getroffen.

Im Fall von Nova Zora hat der Auftritt zwar für mich ganz gut funktioniert, aber auch ich kann einsehen, warum das vor allem für Normal-Zuschauer zu verwirrend war. Dass die Jury-Show dann auch nicht gut lief, hat das Schicksal des Songs dann endgültig besiegelt.

Was Alice betrifft, hatte ich wirklich damit gerechnet, dass eine ernsthafte Chance auf ein Weiterkommen besteht, nachdem ich diesen grandiosen Auftritt gesehen habe, der für mich immer noch zu einem der besten des Jahrgangs gehört. Am Ende war der Song ja dann auch fast drin, nur leider ist wieder der Kroatien 2021-Fall eingetreten und im Gesamten hat es dann einfach nicht gereicht. Allerdings macht es mich trotzdem froh, dass Alice viele anfängliche Kritiker mit dem qualitativen Auftritt noch von sich überzeugen konnte und vor allem bei den Zuschauern besser abgeschnitten hat, als zuvor von den meisten gedacht.

Das 2. Semi war in dieser Hinsicht schon ziemlich fies und ich kann mich glücklich schätzen, dass Malta, Albanien und Tschechien überhaupt einen Final-Einzug geschafft haben. Und auch über Essylas Qualifikation im anderen Semi habe ich mich irre gefreut.

In den letzten zehn Jahren wären die NQer, die mir persönlich am meisten bedeuten:

– A Matter of Time (Belgien 2018)
Und
– Aijā (Lettland 2023)

Bei beiden habe ich die Vorsaison noch nicht verfolgt, was vielleicht auch ganz gut ist im Nachhinein. Vor allem bei Aijā wäre das ziemlich herzzerreißend gewesen. Bis heute frage ich mich, ob die Jurys in den Semis ihnen vielleicht geholfen hätten, ins Finale zu kommen, aber das lässt sich nicht wirklich mit Sicherheit sagen, da einfach der Vergleich für solche Songs im Contest fehlt.
Immerhin waren sie wirklich verdammt nah an der Top 10 dran, wenigstens das lässt sich sagen.

KarinM
KarinM
2 Monate zuvor

also ich find jetzt gerade Lettland ausgesprochen langweilig und kann das Ausscheiden absolut verstehen, da gabs so viel besseres im VE, wie z.B. meinen SCC Patensong von Krissy (hust)
Portugal ist auf nem anderen Niveau, das hätt schon funktionieren können

Yoshi
Yoshi
2 Monate zuvor

Portugal, Montenegro und Schweiz hätte ich auch gerne im Finale gesehen. Lettland hat mich dieses Jahr leider nicht gekriegt, hätte ich aber sofort gegen Tschechien eingetauscht.
Warum es nicht geklappt hat…
– Bei Lettland lag es denke ich nicht an Atvara selbst, der Song haut leider erst spät richtig rein, bleibt lange sehr monoton und die Performance war so dermaßen reduziert, dass da einfach wenig hängenblieb.
– Bei Portugal hatte ich einen ähnlichen Gedankengang, dass es sich eben gerade deswegen abhebt, weil es in diesem Jahrgang einzigartig war. Als ich dann den Auftritt sah, wurde mir klar: Nee, kann nichts werden. Die haben nichts gemacht, das war komplett blutleer und öde, man hat sich völlig auf den Song verlassen, so was wird heutzutage einfach abgestraft. Hier hätte man inszenatorisch mehr rausholen müssen, um eine Chance zu haben
– Montenegro hat denke ich einfach keine Lobby beim ESC und sie werden das nicht mehr lange mitmachen. Mit etwas Pech hat man bereits 2027 wieder ein Land erfolgreich vergrault, so wie es einst Andorra passierte. Ja, das Lied war vielleicht etwas aggressiv, aber wirklich keine schlechte Nummer und gut gesungen. Finale wäre verdient gewesen.
– Um die Schweiz trauere ich am meisten, Veronica hat sehr cool abgeliefert, der Song ist nur leider kein wirklicher ESC-Song. Tatsächlich finde ich es bereits erstaunlich, dass man überhaupt so dicht dran war, sich zu qualifizieren. Stimmlich hätte sie es verdient gehabt, Antigoni zu versenken, das muss man einfach sagen (und Deutschland hätte das vermutlich auch ganz gut getan).

Lorenz
Lorenz
2 Monate zuvor

Meine Meinung zu den hiergenannten Songs:
Lettland🇱🇻 – Der Song hat mich leider nie emotional berühren können. Selbst wenn ich im Dunkeln, wie jetzt gerade, sitze und ich mich gerne ganz auf das Lied konzentrieren möchte, schweiffe ich ab. Darum kann ich das Ausscheiden nachvollziehen.
Portugal🇵🇹 – Im Halbfinale hatte es mir noch gefallen, für mich war es eine schönes Lied zwischen all diesen lauten Liedern. Was das Staging angeht, stimme ich Berenike voll zu. Ich dachte mir, wenn sich Napa qualifizieren kann in einem ähnlich lauten Semi, warum sie nicht auch? Im Nachhinein kann ich es nachvollziehen, warum sie es nicht geschafft haben.
Montenegro 🇲🇪- Mir gefiel das Lied wie vielen hier. Doch ich ahnte schon, dass Montenegro wieder im Halbfinale ausscheiden könnte, wegen einem schlechten Staging. Und so war es auch. Das Staging war viel zu dunkel und teilweise verstörend/beängstigend. Für mich vor allem im ersten Refrain, wie sie auf diesem Steg stehen. 😬 Ich finde man hätte sich für den Auftritt mehr am Musikvideo als am Vorentscheidauftritt orientieren sollen. Damit hätte man auch die Botschaft des Songs besser rüberbringen können.
Schweiz🇨🇭- Vor dem ersten Halbfinale habe ich mir als Schweizer gedacht, doch, wir können uns für das Finale mit diesem guten Staging qualifizieren! Den Auftritt im Halbfinale fand ich schlussendlich super! Als die Schweiz dann trotzdem ausschied, war ich nicht so traurig, weil ich mir dachte: War ja eigentlich klar. 🙃 Noch vor dem Halbfinale habe ich gescherzt, dass die Schweiz sicher bei beiden (Jury und Televote) sich qualifiziert und dann wie Kroatien 2021 doch nicht weiter kommt. Leider wurde aus diesem Scherz Realität und als ich, dass erfuhr war ich sehr traurig. Mir tat Veronica Fusaro, welche mir sehr sympathisch war, unendlich Leid. Wie konnte sich Antigoni mit dieser katastrophalen Gesangsleistung in die Jury Top Ten singen, fragte ich mich? Im Finale war ihr Gesang wieder gut und ich hatte Spass am Lied (mein Platz 2 vor dem ESC), doch irgendwie hätte sie es verdient gehabt, raus zu fliegen im Halbfinale mit dieser Gesnahsleistung. Es war haarsträubend. 😬 Ich war mir sicher, wenn wir uns fürs Finale qualifiziert hätten, wären wir besser klassiert gewesen als Österrwich und Deutschland.

Weitere Nichtqualifikanten 😢, welche ich im diesjährigen Finale vermisst habe:
Georgien🇬🇪 – Mein Platz eins vor dem ESC. Ich persönlich mochte das Staging.
Armenien 🇦🇲 – Fand ich persönlich besser als Käärija und Baby Lasagna zusammen, habe an sein Weiterkommen geglaubt.
Luxemburg 🇱🇺-Tolles, süsses Lied
Estland- War ein richtiger Ohrwurm und es hat Spass gemacht den Beitrag auf der Bühne zu sehen.

Besonders gefreut habe ich mich aber über das Weiterkommen von Belgien 🇧🇪😃.

Rusty
Mitglied
Rusty
2 Monate zuvor

Schöner Beitrag Berenike 👍Portugal,Lettland und die Schweiz hätte ich ebenfalls sehr gerne im Finale gesehen.Außerdem hatte es mir San Marino angetan.
Im letzten Jahr habe ich Red Sebastian nachgetrauert.2021 war ich sehr traurig über das Ausscheiden von Fyg og Flamme aus Dänemark. Und es gab bestimmt noch etliche mehr,wo ich aber erstmal nach stöbern müsste.

Martin
Martin
2 Monate zuvor

Aserbaidschan 🇦🇿 , Estland 🇪🇪, Portugal 🇵🇹, Armenien 🇦🇲

JoBi
JoBi
2 Monate zuvor

Bei welchen Beiträgen hast Du in diesen Jahr über das Ausscheiden im Finale getrauert?
Lettland 2026

Welche Nicht-Qualifikanten gehören zu Deinen ESC-Alltime-Favoriten? 
Lettland 2026