
Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. So könnte man die aktuelle Situation in den Niederlanden zur Teilnahme am Eurovision Song Contest beschreiben. Denn während die Möglichkeiten für eine ESC-Teilnahme innerhalb des öffentlich-rechtlichen Sendersystems NPO ausgeschöpft scheinen, bietet sich nun plötzlich der private TV-Anbieter Talpa als Retter in der Not an. Könnte ein Ansatz wie bei der Raab-ARD-Kooperation 2010–2012 und 2025 in Deutschland die Lösung im benachbarten Königreich sein?
Die Situation ist vertrackt. Innerhalb des öffentlich-rechtlichen Senderverbandes NPO ist nach dem Rückzug von AVROTROS und Omroep MAX kein Sender bereit, die Aufgabe zu übernehmen, einen Beitrag zum ESC nach Burgas zu schicken. Die Möglichkeiten scheinen ausgeschöpft und es wirkt so, als könne das Land nicht am Wettbewerb im nächsten Jahr teilnehmen, auch wenn die NPO dies gerne würde. Es braucht einen Sender, der sich um die Auswahl und Betreuung des Acts für Burgas kümmert.
Nun hat überraschenderweise Talpa Network der NPO seine Hilfe beim Eurovision Song Contest angeboten. Konkret sagte Video-Direktor Frans Klein am Mittwoch bei der Saisonpräsentation von Talpa gegenüber der Nachrichtenagentur ANP:
„Wir haben der NPO mitgeteilt: Wenn wir in irgendeiner Weise helfen können, let us know. Der Song Contest liegt uns sehr am Herzen. Aber wir haben auch schon früher gesagt: Es liegt jetzt zunächst bei der NPO, sich zu entscheiden. Und sollten sie denken: Das klingt nach einem schönen Abenteuer, das wir gemeinsam mit Talpa angehen wollen; wir stehen bereit.“
Auf den ersten Blick wirkt das abwegig und fast ein bisschen schadenfroh. Denkt man aber genauer nach, ist diese Lösung gar nicht so verrückt. Genau genommen hat Deutschland sie schon mehrfach umgesetzt. In den Jahren 2010, 2011 und 2012 gab es eine Kooperation zwischen der ARD und ProSieben über den Hebel Stefan Raab, die mit Lena sogar einen ESC-Sieg brachte. Im Jahr 2025 wurde sie als ARD-Raab-Kooperation neu aufgelegt: Bei diesem Anlauf gab es auf RTL mehrere Vorrunden, bis das Finale des deutschen Vorentscheids in der ARD Abor & Tynna als Sieger hervorbrachte.
Warum sollte ein solches Modell nicht auch in den Niederlanden funktionieren? Talpa Network verfügt über mehrere Privatsender und die nötigen Produktionsmöglichkeiten. Talpa-Gründer John de Mol hat mit The Voice of Holland eines der weltweit erfolgreichsten Musik-Castingformate geschaffen; hinzu kommen Formate wie House of Talent und Thank You for the Music auf SBS6. Es wäre also durchaus möglich, einen Vorentscheid privat finanzieren und im kommerziellen Fernsehen ausstrahlen zu lassen, eventuell sogar mit mehreren Vorrunden und einer Simultan- oder Zweitausstrahlung auf einem NPO-Sender. Die Kosten für die Teilnahme in Burgas ließen sich vertraglich auf beide Seiten verteilen. Nicht einfach, aber generell machbar.
Die Niederländer waren in den vergangenen Jahren begeisterte ESC-Anhänger; das internationale Finale hat immer wieder mehrere Millionen Menschen vor die Fernseher gezogen. Mit der Marketingpower von Talpa ließe sich aus dem Vorentscheid sicher ein tragfähiges Geschäftsmodell machen.
Gleichzeitig wäre es für alle eine Win-Win-Situation: Von den kritischen NPO-Sendern, allen voran AVROTROS, müsste sich niemand aktiv für den ESC einsetzen und könnte so Kritik vermeiden. Talpa hätte mit dem Vorentscheid ein Lagerfeuerevent, das wirtschaftlich funktionieren würde. Und die Niederländerinnen und Niederländer könnten mit einem eigenen Beitrag in Burgas mitfiebern. Nicht zuletzt könnte die NPO die Begeisterung im Lande für den ESC aufrechterhalten und so die Basis schaffen, den ESC 2028 oder in einem der folgenden Jahre wieder von einem der eigenen Sender produzieren zu lassen.
Könnt Ihr Euch eine Kooperation zwischen dem Privatfernsehen und der NPO beim ESC vorstellen? Wäre ein Vorentscheid auf einem Talpa-Sender wie SBS6 eine Lösung? Oder sollten die Niederlande lieber auf eine Teilnahme verzichten, statt den ESC an einen Privatsender abzugeben? Lass es uns in den Kommentaren wissen!
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Daumen sind gedrückt! Joost Klein wieder einmal das Aufmacherfoto mit sehr hohem Aufregerpotenzial! Gab es kein passendes von Claude ider Stien den Hollander? Die hätten eine beruhigendere Wirkung, lieber Le Grand Maître Le Douze Points!
Rutsch mir den Buckel runter mit der Aussage!
Alles ist möglich.
ESC Rotterdam war im Hintergrund bereits eine Kooperation zwischen Avrotros und RTL: Moderatorin Chantal Janzen arbeitet für RTL.
Ich sehe hier ein Versuch neue Zuschauer für die Talpa-Kanäle zu gewinnen. In der Regel erreicht Hauptsender SBS6 Leute mit unterdurchschnittlichen Einkommen. Nicht umsonst wurde SBS der Campingsender genannt.
Schauen wir etwas scharfer.
ANP gehört seit 2018 zu Talpa. Keine andere Zeitung hat diese Meldung übernommen.
Frans Klein (1965): Seit 1988 bei VARA, ab 2014 NPO, in 2022 suspendiert wegen einschüchternde Führungsstil und ab Sommer 2023 bei Talpa.
Für mich eine ähnlich verlässliche Quelle wie Jordi Versteegden oder Albert Verlinde: alle irgendwie verbunden mit Talpa, alle sind zugleich zu weit entfernt von der NPO-Chefetage und nur dort wird entschieden.
Abwarten … einfach abwarten …
Ehrlich gesagt ist es mir egal, ob Holland mitmacht oder nicht.
Da isser wieder.
Entweder sie machen mit oder nicht, dieses Geziere wegen angeblich Gaza geht mir extrem auf die Nerven.