London Eurovision Party 2025: Glanz, Glamour und große Gefühle

Ein Artikel von ESC-kompakt-Gastblogger Salman

Die London Eurovision Party (LEP) ist die traditionsreichste aller Eurovision Pre-Partys. Bereits 2008 fand sie erstmals statt und hat sich seitdem fest im ESC-Kalender etabliert. Auch zur 16. Ausgabe am Sonntag, dem 13. April, ließen sich die Veranstalter Russell Davies und Kabir Naidoo wieder einiges einfallen – und schufen für Fans wie Künstler*innen ein unvergessliches Erlebnis.

Lange Zeit war das legendäre Café de Paris das Zuhause der LEP. Doch seit dessen pandemiebedingter Schließung hat die Veranstaltung im Here at Outernet eine neue Heimat im Herzen Londons gefunden – zentraler und moderner denn je.

Los ging es bereits am Nachmittag mit einem Presse-Event von 14:30 bis 17:00 Uhr. Während die Soundchecks liefen, stellten sich die Künstler*innen den Fragen der anwesenden Medienvertreterinnen und Fanjournalisten (Aufmacherbild: JJ aus Österreich). Neben der BBC waren auch Wiwibloggs und Out.TV als offizielle Medienpartner des Events dabei.

Nach einer kurzen Verschnaufpause öffneten sich um 19:00 Uhr die Türen zur Haupthalle – und rund 2.000 Fans sorgten für eine ausgelassene Stimmung. Die große Eurovision-Begeisterung auf der britischen Insel ist also auch nach dem Brexit ungebrochen.

Durch den Abend führten LEP-Stammmoderator Paddy O’Connell sowie die ESC-Stars Alexandra Rotan (KEiiNO) und Kaleen (Österreich 2024) – beide ließen es sich natürlich nicht nehmen, im Laufe des Abends selbst auf die Bühne zu treten.

Den Auftakt machte die schwedische Kultband Dolly Style, die mit ihren bunten Outfits und Mello-Hits wie “Hello Hi“, “Habibi“ und “Yihaa“ sofort Partystimmung entfachte.

Es folgten weitere Fanlieblinge wie Maria Sur (Melodifestivalen 2023 & 2024), Vasil (Nordmazedonien 2020 & 2021), Vladana (Montenegro 2022), Jerry Heil (Ukraine 2024) und wie bereits angedeutet KEiiNO (Norwegen 2019).

Danach gehörte die Bühne den diesjährigen ESC-Künstler*innen – insgesamt 23 Acts aus dem Jahrgang 2025 waren vor Ort. Eigentlich hätten es 24 sein sollen, doch Abor & Tynna aus Deutschland mussten bekanntlich krankheitsbedingt absagen. Mit dabei waren aber die Acts aus Albanien, Australien, Belgien, Dänemark, Finnland, Großbritannien, Irland, Island, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Montenegro, Norwegen, Österreich, Polen, San Marino, Schweden, Serbien, Slowenien, Spanien und Tschechien.

Besonders gefeiert wurden KAJ (Schweden), Erika Vikman (Finnland) und natürlich die Gastgeberinnen Remember Monday, die vom heimischen Publikum mit tosendem Applaus nach Basel verabschiedet wurden. Auch Justyna Steczkowska (Polen) erhielt eine euphorische Begrüßung – nicht zuletzt dank vieler in London lebender polnischer ESC-Fans, die bei der Veranstaltung waren. Sie forderten lautstark eine Zugabe.

Als Intervall-Act gab es ein Revival von Electro Velvet, die Großbritannien beim ESC 2015 in Wien vertraten.

Ein absolutes Highlight des Abends war der Auftritt von Miriana Conte (Malta). Schon als sie in einem etwas trashigen UK-Kostüm die Bühne betrat, kochte die Stimmung, und als das Publikum lautstark das berüchtigte „Kant“ – den ursprünglichen Titel ihres Songs „SERVING“ – mitsang, bebte der Saal. Man fragt sich, wie wohl die BBC, die angeblich wegen genau dieses Titels Beschwerde bei der EBU eingereicht hatte, diesen Moment aufgenommen hat. Doch damit nicht genug: Als plötzlich Go-Jo (Australien), Marko Bošnjak (Kroatien), Sissal (Dänemark) und JJ (Österreich) auf den legendären Gymnastikbällen über die Bühne hüpften, gab es endgültig kein Halten mehr. Ein Auftritt, der in die Geschichte der London Eurovision Party eingeht – ikonisch, unvergesslich, LEP pur.

Zum Abschluss dann noch ein echtes Schmankerl für alle Mello-Fans: Unter dem Namen BWO vs Alcazar standen Martin Rolinski und Tess Merkel gemeinsam auf der Bühne und performten Hits wie “Crying at the Discotheque“, “Stay the Night“, “Temple of Love“ und “Lay Your Love on Me“ – eine Zeitreise deluxe!

Während DJ Ron die Afterparty im Hauptsaal anheizte, feierten die Künstler*innen backstage weiter.

Die ausgelassene Stimmung unter den Acts zeigte: Der ESC-Jahrgang 2025 scheint deutlich harmonischer als der in Malmö im Vorjahr – hoffentlich bleibt das auch in Basel.

Fazit: Die London Eurovision Party 2025 war ein voller Erfolg – für Künstler*innen, Fans und Veranstalter gleichermaßen. Wer das Event noch nie erlebt hat, sollte sich ernsthaft überlegen, nächstes Jahr dabei zu sein. Glanz, Glamour und große Gefühle sind garantiert.



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11 Comments
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Franny
Franny
11 Monate zuvor

Sissal scheint auf dem Gym-Ball ja noch mehr Spaß zu haben als Miriana. 😀

RichardESC1997
RichardESC1997
11 Monate zuvor

Offen und ehrlich, ich wäre auch richtig glücklich, wenn Malta dieses Jahr gewinnt. Ist unwahrseinlich, aber träumen darf man!😅

Hieronymus
Hieronymus
11 Monate zuvor
Reply to  RichardESC1997

Ich mag sie auch 🥰

RichardESC1997
RichardESC1997
11 Monate zuvor
Reply to  Hieronymus

Ich werde den Moment lieben, wenn die ganze Arena „Kant“ schreit.🤣
Trifft genau mein kindischen Humor😅

Last edited 11 Monate zuvor by RichardESC1997
Hieronymus
Hieronymus
11 Monate zuvor
Reply to  RichardESC1997

Und meinen erst 🤣🤣🤣

4porcelli - Help the 🦦 save his people United24k
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11 Monate zuvor

Das Café de Paris ist dicht? Grr war öfter da , nicht fûr ESC-Shows, aber allgemein sehr nett und zentral. Die Gastro ist eine der Branchen, die am Meisten unter der Horror-Pandemie gelitten hat.

Last edited 11 Monate zuvor by 4porcelli - Help the 🦦 save his people United24k
Matty
Matty
11 Monate zuvor

Ist Kabir Naidoo mit Xavier Naidoo, dem verhinderten ES-Teilnehmer verwandt?

4porcelli - Help the 🦦 save his people United24k
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11 Monate zuvor

2 Wochen bis zum 1. Semi, wenn PARG die Herzen Europas erobern wird!

ESC-Thom 💫
ESC-Thom 💫
11 Monate zuvor

Wieso sollte ein jahrelang zurückliegender Brexit die ESC-Begeisterung der Fans verringern? 🤠

undeuxtrois
undeuxtrois
11 Monate zuvor

Vielen Dank, Salman, für den kurzweiligen Artikel. Es war wohl wieder ein Fest. 🙂
Schön zu lesen, dass es wohl zwischen den Teilnehmenden schon harmoniert.

Nilou
Nilou
11 Monate zuvor

Kann mir die Stimmung dank meines Ausflugs zu Eurovision in Concert dieses Jahr schätze ich mal ganz gut vorstellen. Die schiere Energie der Fans ist schon eine Erfahrung für sich und ich kann jedem ein Pre-Party-Erlebnis wie dieses nur wärmstens empfehlen.

Und natürlich war die Verstärkung der anderen Künstler bei den Gymnastikbällen auch ein Highlight, allein bei dem Gedanken daran schleicht sich immer ein kleines Lächeln auf mein Gesicht. Der Jahrgang 2025 scheint wirklich gut miteinander auszukommen, hoffentlich bleibt das auch so.