London Eurovision Party 2026: Ein voller Erfolg in der britischen Hauptstadt

LEP 2026 – Foto: Salman Tanzeem

Seit 2008 gehört die London Eurovision Party (LEP) fest zum Kalender der Eurovision-Prepartys und ist damit die traditionsreichste Veranstaltung ihrer Art. Jahr für Jahr gelingt es den Veranstaltern Russell Davies und Kabir Naidoo, ein hochkarätiges Event auf die Beine zu stellen, und auch 2026 wurde dieser Anspruch wieder erfüllt. Insgesamt standen am 19. April 25 der 35 diesjährigen Acts aus Wien auf der Bühne und sorgten für einen abwechslungsreichen und stimmungsvollen Abend. Mit dabei war auch die deutsche Vertreterin Sarah Engels, die das internationale Publikum überzeugen konnte.

Dies ist ein Gastbeitrag von Salman Tanzeem, der früher u.a. beim Prinz ESC-Blog aktiv war und heute Radio International bei seiner Arbeit zum ESC unterstützt.

Traditionell begann der Tag bereits am Nachmittag mit dem Presse-Event. Zwischen 14:00 und 17:00 Uhr nahmen sich die Künstler*innen viel Zeit für Interviews mit Fanmedien. Besonders im Fokus stand der britische Act Look Mum No Computer, der hier seinen ersten Auftritt auf einer Pre-Party absolvierte. Sänger Sam hatte erst vor Kurzem die Geburt seines Sohnes gefeiert und zeigte sich entsprechend gut gelaunt und offen im Austausch mit den Medien. Übertragen wurde das Presse-Event übrigens live von Wiwibloggs, was zusätzlich Aufmerksamkeit schaffte.

LEP 2026 – Foto: Salman Tanzeem

Für einen echten Überraschungsmoment sorgte ein spontaner Auftritt von Boy George. Die britische Musiklegende unterstützt in diesem Jahr Senhit aus San Marino und tauchte plötzlich beim Presse-Event auf. Selbst erfahrene Interviewer wie William Lee Adams von Wiwibloggs zeigten sich sichtlich beeindruckt. Boy George sprach offen über seine langjährige Begeisterung für den Eurovision Song Contest und verriet, dass er sich schon immer vorstellen konnte, selbst einmal Teil davon zu sein. Als Senhit ihn fragte, ob er sie unterstützen wolle, habe er ohne zu zögern zugesagt.

Boy Geroge – Foto: Salman Tanzeem

Am Abend startete das Konzert pünktlich um 19:30 Uhr in der modernen Location Outernet im Herzen Londons. Durch den Abend führten Sissal (Dänemark 2025), Cesár Sampson (Österreich 2018) und Drag-Ikone Tia Kofi, die mit Charme und Humor überzeugten und hervorragend miteinander harmonierten.

Cesár Sampson, Sissal, Drag-Ikone Tia Kofi (v.l.n.r.) – Foto: Salman Tanzeem

Nach einer kurzen Begrüßung durch den österreichischen Botschafter im Vereinigten Königreich, der das Publikum nach Wien einlud, eröffnete Cosmo aus Österreich mit seinem Song „Tanzschein“ den Abend. Das Publikum ging sofort mit, und die Stimmung im Saal war von Beginn an spürbar.

Cosmó – Foto: Salman Tanzeem

Im weiteren Verlauf präsentierten unter anderem Belgien, Albanien, Lettland und Luxemburg ihre Beiträge. Für eine kleine Überraschung sorgte Eva Marija aus Luxemburg, die neben ihrem eigenen Song „Mother Nature“ auch eine Coverversion des britischen Beitrags „Eins Zwei Drei“ präsentierte und damit für zusätzliche Begeisterung sorgte.

Eva Marija – Foto: Salman Tanzeem

Es folgten weitere solide Auftritte aus Kroatien, Norwegen und Litauen, bevor Moldau für einen der ersten großen Stimmungshöhepunkte des Abends sorgte. Zunächst trat Aliona Moon mit ihrem ESC-Beitrag „O mie“ aus dem Jahr 2013 auf, bevor gemeinsam mit Satoshi „Viva Moldova“ folgte – ein echter Party-Moment, der das Publikum mitriss.

Satoshi – Foto: Salman Tanzeem

Mit Veronica Fusaro aus der Schweiz wurde es anschließend etwas ruhiger. Sie überzeugte mit einer stimmlich starken Darbietung ihres Songs „Alice“ und setzte einen gelungenen Kontrast im Programm.

Veronica Fusaro – Foto: Salman Tanzeem

Nach weiteren Auftritten unter anderem aus der Ukraine, Montenegro, Rumänien, Estland und Polen war es schließlich Zeit für den Auftritt von Sarah Engels. Die deutsche Vertreterin präsentierte ihren Song „Fire“ selbstbewusst und mit einer starken Bühnenpräsenz. In einem auffälligen schwarzen Outfit und begleitet von zwei Tänzerinnen zeigte sie eine stimmlich sichere Performance, die beim internationalen Publikum sehr gut ankam. Es bleibt spannend, ob sie in Wien besser abschneiden kann, als es die Buchmacher derzeit prognostizieren.

Sarah Engels – Foto: Salman Tanzeem

Auch Søren Torpegaard Lund aus Dänemark und Dara aus Bulgarien konnten als Fan-Favoriten überzeugen und wurden mit viel Applaus bedacht. Für einen weiteren besonderen Moment sorgte Aidan aus Malta, der im Union-Jack-Outfit rote Rosen ins Publikum regnen ließ.

Aidan – Foto: Salman Tanzeem

Nach einer kurzen Pause ging es in den zweiten Teil des Abends. Sissal eröffnete diesen mit ihrem letztjährigen Beitrag „Hallucination“, bevor die Hauptacts des Abends folgten. Felicia aus Schweden brachte mit „My System“ die Halle zum Kochen, ehe Sal Da Vinci aus Italien mit seinem Italo-Schlager für Abwechslung sorgte. Die Top-Favoriten aus Finnland, Linda Lampenius und Pete Parkkonen, präsentierten anschließend ihr „Liekinheitin“ makellos und unterstrichen ihre Favoritenrolle eindrucksvoll.

Linda Lampenius & Pete Parkkonen – Foto: Salman Tanzeem

Ein absoluter Höhepunkt folgte mit Senhit, die gemeinsam mit Boy George die Bühne betrat. Nach ihrem diesjährigen Beitrag „Superstar“ performten beide gemeinsam den Klassiker „Karma Chameleon“. Dieser Moment sorgte für große Begeisterung im Publikum.

Senhit & Boy George – Foto: Salman Tanzeem

Den Abschluss des Konzerts bildete der britische Headliner Look Mum No Computer. Die heimischen Fans feierten ihren Act frenetisch und sangen den Song „Eins Zwei Drei“ lautstark mit. Gegen 23:30 Uhr endete das Konzert, doch damit war der Abend noch lange nicht vorbei. DJ Ron übernahm und sorgte bis in die frühen Morgenstunden für ausgelassene Partystimmung. Auch die obligatorische Polonäse zu „La Venda“ durfte natürlich nicht fehlen.

LEP 2026 Dancefloor – Foto: Salman Tanzeem

Insgesamt war die London Eurovision Party 2026 erneut ein voller Erfolg. Die LEP bleibt damit die größte und bedeutendste Eurovision-Preparty im Vereinigten Königreich. Russell Davies und Kabir Naidoo beweisen Jahr für Jahr ihr Gespür für das, was die Fans begeistert. Die Vorfreude auf die nächste Ausgabe 2027 ist damit bereits jetzt groß.

Welche Länder habt Ihr nach den Berichten von den Pre-Partys bei den anstehenden ersten Proben besonders im Blick? Und bei wem erwartet ihr die größten Überraschungen? Lasst uns Eure Meinung in den Kommentaren da.



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13 Comments
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Matty
Matty
1 Stunde zuvor

London Eurovision Party ist dieses Jahr ein besonderes Highlight gewesen und freue mich schon auf nächstes Jahr.

Last edited 1 Stunde zuvor by Matty
benegigs
benegigs
1 Stunde zuvor

Die Performances der Acts haben mir persönlich echt gut gefallen, aber das Publikum war in großen Teilen schon sehr lame. Die Leute um mich herum haben lieber auf Instagram oder TikTok gechillt bzw. eigene Stories gepostet anstatt den Künstler*innen die Aufmerksamkeit zu schenken.

Jorge
Jorge
1 Stunde zuvor

Toll, dass ihr das Suchbild vom Dancefloor dabei habt. Nach langer Suche habe ich die einzige Frau tatsächlich gefunden! 😉

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
54 Minuten zuvor
Reply to  Jorge

😂

Malge1985
Malge1985
49 Minuten zuvor
Reply to  Jorge

😂

Ich habe sogar 2 Frauen entdeckt. 🥳

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
46 Minuten zuvor
Reply to  Malge1985

Der Ellenbogen rechts unten könnte auch zu einer Frau gehören …

Malge1985
Malge1985
45 Minuten zuvor

Oh ja, dann sogar 3. 💃

Jorge
Jorge
38 Minuten zuvor

Mit Malges unscharfer und deinem Arm also 1 3/8 …

togravus ceterum
Mitglied
togravus ceterum
55 Minuten zuvor

Vielen Dank für den Bericht.

bevor die Hauptacts des Abends folgten

Das finde ich den anderen gegenüber aber ziemlich respektlos.

4porcelli - give The 🦦 what he needs
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46 Minuten zuvor

La Venda brrrr..
Schön, mal wieder was von Salman zu lesen!

Harry Leman
Harry Leman
38 Minuten zuvor

Danke für den tollen Bericht von der Party in London. Auf die Performance von Veronica in Wien bin ich echt gespannt, im Interview am Montag hat sie ja noch nicht viel verraten. Wenn die so durchdacht ist, wie ihr Video, wird sie auf jeden Fall vielversprechend. Wobei schon ihr Cover von Lena, das wohl sehr spontan war, ziemlich cool ist.

4porcelli - give The 🦦 what he needs
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15 Minuten zuvor

Ganz interessant: Video über LGBTQ Acts beim ESC bis 2022 geht im Künstler, Song und Staging. IMRI fehlt leider und Sergey ist natürlich nicht offiziell.

https://m.youtube.com/watch?v=96t0r9GOAhw&pp=0gcJCVACo7VqN5tD

Schlippschlapp71
Schlippschlapp71
10 Minuten zuvor

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