Nach breitem Widerstand: Die Niederlande werden doch nicht am ESC 2027 in Burgas teilnehmen

Claude – Bild: Instagram @eurovision

Kommando zurück! Die Niederlande werden nun doch nicht am Eurovision Song Contest 2027 in Burgas teilnehmen. Nachdem sich die NPO, die Dachorganisation der niederländischen öffentlich-rechtlichen Sender, zunächst bereiterklärt hatte, anstelle von AVROTROS einen Beitrag nach Bulgarien zu schicken, wurde nun der Druck zu groß und die Entscheidung wurde rückgängig gemacht. Wie in diesem Jahr soll der ESC dennoch auch 2027 im niederländischen Fernsehen ausgestrahlt werden.

Die Freude währte nur kurz: Erst vor einem Monat kam die Entscheidung, dass die NPO für AVROTROS einspringen und einen Act zum ESC nach Burgas schicken wolle. Damit setzte sich die Dachorganisation über die Entscheidung des Senders hinweg, der in den letzten Jahren in den Niederlanden für den Wettbewerb zuständig war. Mit einem externen Expertenteam wollte man den Beitrag finden. Und offenbar waren auch alle NPO-Mitgliedssender aufgerufen, sich daran zu beteiligen. Allerdings erklärten die Sender, dass keine ihrer Mitarbeiter an diesem Plan teilnehmen würden.

Wie Het Parool berichtet, gab es nach der NPO-Entscheidung viel Widerstand. Es seien dutzende Beschwerden beim Ombudsmann der öffentlich-rechtlichen Sender eingegangen. Außerdem hätten rund 400 Mitarbeiter der NPO einen Brandbrief geschrieben, in dem sie dazu aufriefen, auf eine ESC-Teilnahme zu verzichten.

Obwohl es in der letzten Woche gerade noch geheißen hatte, dass drei wahrscheinliche Kandidat*innen in der engeren Auswahl als niederländische ESC-Acts gewesen seien, kam nun also der Rückzug. Gleichwohl bleibt es dabei, dass der Wettbewerb im Mai 2027 im niederländischen Fernsehen ganz normal gezeigt wird.

Martin Green CBE, Direktor des Eurovision Song Contest, sagte zu der Entscheidung von NPO:

„Es tut uns zutiefst leid, dass NPO nun nicht am Eurovision Song Contest 2027 teilnehmen wird. Wir verstehen ihre Entscheidung, und wir respektieren die Stärke der Gefühle, die in den Niederlanden dahinterstehen.

Die Niederlande sind eines der Gründungsländer des Wettbewerbs und seit der allerersten Ausgabe im Jahr 1956 Teil der Eurovisionsfamilie. Niederländische Künstlerinnen und Künstler, Fans und Rundfunkanstalten haben den Wettbewerb über sieben Jahrzehnte geprägt, und die Niederlande waren eine kreative und geschätzte Stimme darin.

Wir erkennen an, dass die Meinungen über den Wettbewerb derzeit tief und aufrichtig vertreten werden und dass sie stark voneinander abweichen, sowohl innerhalb der Länder als auch zwischen ihnen. Wir tun keine dieser Ansichten ab. Öffentlich-rechtliche Medien existieren, um ihrem Publikum zu dienen, und es ist richtig, dass unsere Mitglieder diese Fragen sorgfältig abwägen, im Dialog mit ihren eigenen Gemeinschaften.

Gleichzeitig glauben wir, dass der Eurovision Song Contest in einer gespaltenen Welt von Bedeutung ist. Er ist einer der wenigen Momente jedes Jahr, in denen Menschen aus ganz Europa und darüber hinaus rund um Musik, Kreativität und gemeinsames Erleben zusammenkommen. Dieser Geist der Einheit ist das, wofür der Wettbewerb schon immer stand, und wir sind entschlossen, ihn zu schützen.

Wir sind sehr froh, dass der Wettbewerb 2027 dennoch in den Niederlanden ausgestrahlt wird, und freuen uns darauf, wieder einen niederländischen Beitrag willkommen zu heißen, wann immer NPO, seine Mitglieder und sein Publikum der Meinung sind, dass die Zeit dafür reif ist. Wir werden weiterhin mit NPO und den niederländischen Fans im Gespräch bleiben, denen dieses Event so sehr am Herzen liegt.”

Wie findest Du die Rolle rückwärts von der NPO in Sachen ESC-Teilnahme? Hältst Du die Entscheidung für richtig? Und wirst Du die Niederlande beim ESC 2027 in Burgas vermissen? Lass es uns in den Kommentaren wissen!



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14 Comments
Matty
Matty
41 Minuten zuvor

Sehr schade! Die Führung von NPO hätte Rückgrat gezeigt, wenn sie trotz der Brandbriefe an den Ombudsman und den aufmüpfigen 400 Mitarbeitern an der Teilnahme festgehalten hätte und nicht eingeknickt wäre. Wenigstens ist die NOS (Nederlandse Omroep Stichting) bereit, alle drei Shows nächstes Jahr live zu senden.

Last edited 35 Minuten zuvor by Matty
ESC1994
ESC1994
39 Minuten zuvor

Was für ein Kindergarten. Schade nur um die Künstler vor Ort. 😐

mauve
mauve
37 Minuten zuvor

Schade, aber der ESC geht weiter!

4porcelli - 🦦🏊➡️
4porcelli - 🦦🏊➡️
35 Minuten zuvor

Man weiß nicht was schlimmer ist, die Zwidernigl oder die desorganisierten Niedernigl!

xCCx
xCCx
33 Minuten zuvor

Danke an alle, die Courage gezeigt haben!

KarinM
KarinM
30 Minuten zuvor

als stetiger Holland Urlauber glaube ich, ich boykottiere die nächstes Jahr auch🤫

Patrick Schneider
Patrick Schneider
26 Minuten zuvor

Schade, dass NPO von sich aus scheinbar nicht mal eine interne Auswahl auf die Reihe bekommen hat. Vielleicht hat sich auch kein Künstler gefunden, der sich dem zu erwartenden Sh*tstorm in der niederländischen Öffentlichkeit aussetzen wollte.

So langsam habe ich das Gefühl, dass wir froh sein können, wenn wir die niedrige Teilnehmerzahl von Wien halten können.

Udo Schmidt
Udo Schmidt
24 Minuten zuvor

Schade, aber ich habe keinerlei Lust mehr darauf, über boykottierende Länder traurig zu sein. Also tschüss und dann eben ohne NL. Freue mich auf Burgas 2027 !!!!!

byJannik
byJannik
23 Minuten zuvor

Schade, ich hätte mich über ein Comeback der Niederlande gefreut, unabhängig vom politischen Diskurs.

Alex
Alex
16 Minuten zuvor

Und jetzt wird Belgien das nächste Land sein, was einen Rückzieher macht, weil es da intern beim Personal auch brodelt.
Ich glaube am Ende wird es diesmal nur noch 30 Teilnehmer geben.
Aber die EBU unternimmt keine richtigen Schritte bei den Regeln, sondern immer nur in Salami Taktik mal ein bisschen ohne Wirkung.

Anmey
Anmey
16 Minuten zuvor

In erster Linie ist das eine traurige Nachricht. Ich hatte mich über die Rückkehr der Niederlande sehr gefreut.

So richtig verstehe ich den Ablauf auch noch nicht. Es war doch die ganze Zeit klar, dass keine der Mitgliedsanstalten sich freiwillig beteiligt. NPO hatte ja auch angekündigt, dass man mit einem externen Team arbeiten will, und jetzt sind doch wieder die Mitglieder das Problem? So oder so ist das alles wirklich peinlich und unprofessionell. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Frau de Ranitz nach der Aktion noch lange im Amt bleibt. Grundsätzlich hat diese ganze Sache für mich gezeigt, dass die ÖRR-Struktur in den Niederlanden absolut dysfunktional ist.

In der PM ist vom „Pausenknopf“ die Rede, aber so richtig sehe ich noch nicht, wie das in Zukunft laufen soll. Es gibt letztlich nichts, was die EBU, NPO, Kan oder wer auch immer tun könnten, um den Kritikern entgegenzukommen, weil es denen ja gar nicht um irgendwelche konkreten Probleme geht. NPO wird sich also entscheiden müssen, entweder dem ESC dauerhaft fernzubleiben oder doch Zwang anzuwenden. Ich blicke da leider nicht besonders optimistisch in die Zukunft.

Micha Knust
Micha Knust
2 Minuten zuvor

Was für ein Hin und Her.
Dann eben nicht.

Chris
Chris
1 Minute zuvor

Und dass alles wegen einem einzigen Land.

Nick 98
Nick 98
35 Sekunden zuvor

Schade um die Künstler, die gerne für die Niederlande auf der ESC Bühne gestanden wären. Und auch schade um die Fans aus, die sich wirklich über eine Rückkehr von den Niederlanden gefreut haben.

Ich sage vorerst „Aufwiedersehen“ und hoffe die Niederlande bald wieder richtig auf der ESC Bühne zu sehen.