
Der Eurovision Song Contest (Aufmacherfoto: Käärijä aus Finnland) war auch 2023 eines der TV-Highlights in Deutschland überhaupt. Während es beim Gesamtpublikum für keinen Platz unter den fünf meistgesehenen Sendungen reichte, schaffte es die Finalshow aus Liverpool bei den 14-49-Jährigen auf den zweiten Platz – und musste damit nur einem anderen Unterhaltungsformat den Vortritt lassen.
Das Finale des ESC am 13. Mai 2023 verfolgten in Deutschland im Ersten und auf ONE 7,96 Mio. Menschen und erreichte damit einen Marktanteil von 38,4%. Noch besser lief es diesbezüglich bei den unter 50-Jährigen: hier kam die Sendung mit 3,28 Mio. Zuschauern und einem Marktanteil von 52,9% auf. Das reicht in der Jahresauswertung der Arbeitsgemeinschaft Videoforschung (bis 2017 Fernsehforschung, daher die Abkürzung AGF) für den zweiten Rang. 
Lediglich Thomas Gottschalk konnte in seiner allerletzten „Wetten, dass..?“-Sendung noch mehr „junge“ Zuschauer vor dem Bildschirm locken – im trüben November. So erreichte er 3,67 Mio. Zuschauer.
Bei allen Zuschauern schaffte es der ESC nicht in die Top 5. Hier sind stattdessen zwei Tatort-Filme sowie Fußball-Länderspiele der Männer und Frauen vertreten – und natürlich „Wetten, dass..?“, das auf fast 5 Mio. mehr Zuschauer im Gesamtpublikum kam als der ESC 2023. 
In diesem Jahr wird es für den ESC noch schwieriger werden, in der Jahresauswertung zu reüssieren – die Euro 2024 dürfte da wohl die meisten Plätze abräumen. Aber gerade bei den ganz Jungen, also den Unter-30-Jährigen könne der ESC sich selbst dann durchsetzen. Denn in dieser Zuschauergruppe hatte das Finale aus Liverpool sensationelle 66,9% Marktanteil. Das muss selbst ein Fußballspiel erstmal schaffen.
Insgesamt unterstreichen die Zahlen die Bedeutung des ESC nicht zuletzt für die ARD und den NDR. Außer dem Sport hat der Senderverbund kein TV-Format, das regelmäßig so viele junge Zuschauer/innen vor das lineare Fernsehen lockt. Die hohen Marktanteile des ESC an nur einem Abend (sowie den auf ONE versendeten Halbfinale) helfen dem Sender so, seine vermeintliche Relevanz auch beim jungen Publikum zu belegen.
Bist Du überrascht, dass der ESC so erfolgreich gerade bei den jüngeren Zuschauer/innen ist? Und glaubst Du, dass er sich gegen die Euro-Fußballspiele im eigenen Land im Sommer behaupten kann? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da.
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Interessante Zahlen
Zweiterfolgreichste Sendung und das obwohl wir ja nicht mehr mitmachen sollen, weil uns in Europa keiner mag 😉
Ein Grund mehr kein Geld für die deutsche Vorentscheidung in die Hand zu nehm- MOMENT!
Wenn denn diese Zahlen so großartig sind ….dann stellt sich mir die Frage, warum die Semi-Finals auf einem Spartenkanal gezeigt werden (bzw. früher auf den 3. Programmen).
Widerspricht sich das nicht etwas ?
Ist das mit dem Nicht-möglichen WordPress Login eigentlich bei Euch in der Prüfung? Da stimmt was nicht mit Eurem Plugin.
Die winzlingst Schriftgröße, die nicht-inklusiv ist für mobile Nutzer (die auch bei Euch sicher 70% ausmachen) bedarf einer Änderung.
Ansonsten ist jetzt der Kommentarbereich zeitgemäß.
ARD: Mit möglichst wenig Geld den damit bestmöglichen Impakt bei den Zuschauern. Gut, das versuchen die privaten Sender und Produktionsfirmen generell auch.
Zum Vorentscheid:
Oft ist Kreativität und Können wichtiger als Money, Money. Daran hapert es m.E. eher und am Standing des deutschen ESC-Vorentscheids im Allgemeinen.
Ja das Staging Problem hat das ESC Team ja selbst erkannt bei dem Resümee, ein Fortschritt, aber ob das etwas ändert bei den Verantwortlichen bezweifle ich.
Scheint alles so eingefahren und mutlos dort.
Die ARD bleibt ein großes Fragezeichen.
Wahrscheinlich ist man sich seiner Zuschauerschaft wenigstens 1x im Jahr sicher und belässt es im Vorfeld zur Ressourcenschonung bei einem 3-4 Wochentakt für Werbung und Kommunikation.😏.
@toddy
Generell sind die ESC Einschaltquoten in allen Ländern von einer Teilnahme eines Acts abhängig. Nimmt kein deutscher Act Teil, ist das Zuschauerinteresse drastisch reduziert.
Halbfinals hätten nur dann Hauptprogramm Berechtigung, wenn die ARD Verantwortlichen meinen damit wenigstens halbwegs die sonst für den Timeslot übliche Quote/Zuschauerzahl einzufahren. Die ARD schätzt es negativ ein. Kann auch sein, dass die ARD dem Spartenkanal durch die dort im Vergleich hohe Zuschauerzahl bissl unter die Arme greifen will.
Gut, also was Jüngere betrifft gibt es natürlich im Bereich 14-49 drastische Unterschiede zwischen 14-29 und 30 bis 49 (die ja nun nicht mehr Allzujung sind). Zudem wäre es an sich auch vonnöten zu wissen, wer von den 14-29jährigen zb den ESC denn schaut. Finde die Resonanz nämlich auf die beim ESC gezeigten Songs nicht gerade berauschend ,,( und das gilt für ganz jungen, mittelalt-jungen und auch für die älteren). Nur wenige Prozent suchen nach den Songs und spielen sie ab. Das Interesse bricht fast immer recht schnell stark ein.
Trotz allem ist immerhin ein ‚Grundrauschen‘ vorhanden. Mittlerweile schaffen zb alle ESC Finalteilnehmer bis Jahresende 5Mio Spotifyplays annähernd die Hälfte 20 Mio, oder mehr. Fast alle haben einen vergleichsweise hohen Auslandsanteil.
Man muss bei den Zahlen auch die Dunkelziffer betrachten: Ich glaube nicht, dass bei den ESC-Zahlen die ganzen Public Viewing und Online Zahlen (Youtube etc.) dazugerechnet sind. Daher kann ich mir auch vorstellen, dass besonders bei den jungen Zuschauern da noch einiges dazukommt.
Vielleicht war der ESC dadurch ja sogar vor „Wetten, dass…?“ 🫣
Was für Public Viewing denn? Bei der Zuschauerermittlung müssen Mitglieder eines Haushalts, die eine Messbox haben, individuell nen Armband o.ä. tragen, damit feststellbar ist, wer wirklich ausreichend nah vor einem eingeschaltetem TV sitzt. Haushaltsfremde Personen können bei sämtlichen Sendungen nicht erfasst werden. Ob beim ESC überdurchschnittlich viele haushaltsfremde Personen vor einem TV Gerät sitzen? Da das nicht ermittelt wird, weiss man es nicht.
Man kann das zwar behaupten, aber nicht nachweisen. Ich würd meinen es ist nicht gross abweichend vom Durchschnitt.
Das Panel ist sehr klein (meine es sind nicht mehr als 5000 Boxen verteilt) In einer Stadt von 500.000 Einwohnern gäbe es nur in 30 Haushalten je eine Messbox. …Die Zuverlässigkeit der Messung ist in der Diskussion, da die Zahlen einzige Grundlage für die Werbeeinnahmen der Sender sind.
Die Boxen befinden sich in 5.400 Haushalten mit 11.000 Personen. Die Erfassung, wer die Sendung schaut, erfolgt über eine Fernbedienung. Gäste im Haushalt können in gewissem Umfang mit erfasst werden. Public Viewing in einer Kneipe jedoch nicht.
https://www.agma-mmc.de/media-analyse/fernsehen/datenerhebung
Nee es gibt jetzt auch Armbänder und Anderes. Zumindest bei Nielsen.
Gemessen an den geringen Kosten ist das ESC Finale für die ARD geradezu ein Schnäppchen.
Ein werbefinanzierten Sender würde sowas Cash-Cow nennen.
Beim werbefinanzierten San Remo Festival 2023 erzielte die RAI eine Rekordeinnahme von 50 Mio €. Eine rein werbefinanzierte ESC Finalsendung würd in Deutschland wohl nahe an 10 Mio € bringen. Minus der 1 Mio € an Aufwendungen gäb es 9 Mio € Reingewinn..
Zu behaupten der ESC sei Gebührenzahler-geldverschwendung ist daher natürlich absoluter Blödsinn und ist einfach unhaltbar. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Eine sehr beliebte Sendung wird werbefrei zur Verfügung gestellt. Dafür zahlt man eine anteilig sehr geringe Gebühr.
Die Euro 2024 ist ein gutes Stichwort, denn es gibt ja mittlerweile zu jeder Fußball-Europameisterschaft (und auch -Weltmeisterschaft) einen offiziellen Song. Noch ist über den Song der diesjährigen Europameisterschaft nichts bekannt, aber vielleicht wird dieser Song ja von jemanden mit ESC(-Vorentscheid)-Bezug gesungen?
Wird auch mal wieder Zeit für nen guten erfolgreichen Fussballsong. Das entscheiden aber die Fußballfans und natürlich entscheidet das Abschneiden der Mannschaft. Die letzte WM war diesbezüglich in Deutschland ein völliger Fehlschlag. Vorrundenaus bedeutet auch für EM Songs in Deutschland das aus.
Die gute Resonanz gerade bei unter 30 jährigen ist mit Sicherheit nicht der Verdienst vom NDR oder der ARD mit einem winzigen Vorentscheid und den Semi Finalen irgendwo auf dem hintersten Soartenkanal versteckt, sondern was auf Social Media läuft.
Fand ich sehr schade dass das zwar bei den Verantwortlichen angekommen war: es gibt ein verstärktes Interesse am ESC. Aber man trotzdem nicht mehr investieren möchte in den Vorentscheid.
Da vermisst man dann doch private Sender mit mehr Druck Quote zu machen, die diese Chance sehen und ergreifen würden für mehr ESC im deutschen Fernsehen. Wobei es auch noch recht günstig sein soll.
Muss man sehen wie es dieses Jahr läuft, aber es könnte dringend Zeit werde für eine Renaissance für einen größeren Vorentscheid wie zu Zeiten von Stefan Raab.
Keinere Vorrunden und ein großes Finale in einer großen Halle wäre die Chance das Staging vor dem ESC zu testen und zu perfektionieren. Siehe Tatoo musste es downgraden werden. Könne Deutschland nicht passieren.
Das Interesse is hoffnungsvoll, das Handeln der Verantwortlichen ist es nicht.
Ich habe etwas Hoffnung auf das neue Format einen Künstler zu finden, aber dann nur ein Platz im Finale statt 2-3…
Irgendwie etwas beruhigend, dass es der ESC beim Gesamtpublikum in Deutschland nicht in die Top 5 geschafft hat, ansonsten wäre die Diskrepanz zur gesamten Handhabung des ESC durch die ARD noch unverständlicher.
Allerdings geht die gesamte Herangehensweise des NDR inkl. Songauswahl trotz vielleicht eher zu vernachlässigenden Social Media Aktionen eigentlich umso konsequenter am größten Zielpublikum vorbei.
2024 wird es mit der EM im eigenen Land und Olympia in Paris sicher schwieriger, beides wird aber nichts an den Verhältnismäßig guten Zahlen ändern die der ESC an sich hier Jahr für Jahr einfährt.
Man stelle sich mal vor wie gut die Quote wäre, würde der Deutsche Act im Vorfeld einen Hype aufbauen können.
Das ist nicht ‚verhältnismäßig gut‘ sondern gigantisch was mit dem ESC eingefahren wird. Es ist ein Flaggschiff sondersgleichen. Man muss nichtmal interessante eigene Acts hinschicken. Klappt trotzdem. Ein aussichtsreicher eigener Act kann die Zuschauerzahl mühelos um noch nen Drittel (wenn nicht mehr) erhöhen.
In Anbetracht dessen ist die stiefmütterliche Behandlung des VE durch den NDR/ die ARD ein handwerklicher Fehler. 7 oder 10 Mio ist denen halt Wurst.
Wenn man böse wäre, könnte man ja argumentieren, dass die guten Quoten bei den jungen Zuschauern nicht nachhaltig sind, weil die nach dem ESC ja eh nicht weiter ARD gucken.
Das ist ja auch unerheblich für den ESC. Solange die Quoten für den ESC überdurchschnittlich sind, so lange kann man zufrieden sein. Wumpe, was die ARD sonst an Zuschauern zieht. Die ÖR Sender haben in den letzten Jahren übrigens auch bei jungen Zuschauern hinzugewonnen. Da liegt allerdings die ZDF Senderfamilie vor den ARD Programmen. RTL ist auf Kosten von ARD und ZDF zusammengeschrumpelt. Anders, als das ARD Flaggschiff ESC, ist das ehemalige RTL Musikentertainment Flaggschiff DSDS ein rostig verottendes langsam sinkendes Wrack, ähnlich wie auch das pro7/Sät 1 Format The Voice. Von wegen nachhaltig und so…